Wirtschaftsprüfung

  • Der Vorstand der WPK informiert über die wichtigsten Beratungsergebnisse aus der Sitzung am 12. März 2019

    Bericht über die Vorstandssitzung der WPK am 12. März 2019

    WPK, Mitteilung vom 19.03.2019

    Der Vorstand der WPK informiert regelmäßig über seine Tätigkeit. Im Folgenden sind Informationen zu den wichtigsten Beratungsergebnissen aus der Sitzung am 12. März 2019 zusammengefasst.

    Aus den Ausschüssen

    Der Vorstand wurde über den aktuellen Stand der Beratungen der Projektausschüsse „Evaluierung der Umsetzung der EU-Regulierung“ und „Zusammenführung der Prüferberufe“ informiert. Die Beratungen in den Ausschüssen werden fortgesetzt. Der Vorstand bittet die Vorsitzenden der Ausschüsse, dem Vorstand bis Sommer 2019 Grundlagen für Entscheidungen vorzulegen.

    Darüber hinaus wurde über die Beratungen der konstituierenden Sitzung des Ausschusses „Rechnungslegung und Prüfung“ berichtet. Der Ausschussvorsitzende berichtete insbesondere über die Beratungen zum Thema Honorargrenze nach Art. 4 Abs. 3 der EU-Abschlussprüferverordnung.

    Die WPK empfiehlt den betroffenen Praxen hierzu im Einzelfall die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) anzusprechen, die für die finale Beurteilung des Sachverhalts die zuständig ist.

    Anwendbarkeit ISA in Deutschland

    Der Vorstand hat sich mit der Anwendbarkeit der ISA in Deutschland befasst. Er ist der Auffassung, dass die ISA derzeit in Deutschland nicht verpflichtend anzuwenden sind. Eine freiwillige Anwendung ist möglich.

    Zusammenarbeit mit der APAS

    Der Vorstand wurde über das am 31. Januar 2019 mit der APAS geführte Gespräch informiert. Gegenstand des Gesprächs waren organisatorische Fragen, die von der APAS durchgeführte Umfrage unter den Prüfungsausschüssen sowie Einschätzungen zu Netzwerken. Darüber hinaus diskutierte der Vorstand das Arbeitsprogramm der APAS.

    Interne Revision

    Der Vorstand hat den Bericht zur Internen Revision bei der WPK für das Jahr 2018 zur Kenntnis genommen. Die Interne Revision kam zu dem Ergebnis, dass die Abläufe der WPK in den einzelnen Prüffeldern unter Berücksichtigung der gegebenen Hinweise und Empfehlungen ordnungsgemäß, wirtschaftlich und zweckmäßig sind. In wenigen Einzelfällen gab es Empfehlungen zur Optimierung von Prozessabläufen.

    Jahresabschluss der WPK 2018 nebst Lagebericht

    In der Sitzung wurde der Entwurf beraten. Auf dieser Grundlage hat der Vorstand den Jahresabschluss der WPK 2018 nebst Lagebericht aufgestellt.

    Ausschuss „Analyse der Aufwendungen der WPK“

    Der Vorstand befasste sich mit der Frage, wie ab dem Wirtschaftsjahr 2020 ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden kann. Hierzu wurde bereits ein Ausschuss eingerichtet, der erstmals am 7. Februar 2019 tagte. Für das Wirtschaftsjahr 2020 soll durch das Zusammenwirken von Aufwandsreduktion und Beitrags-/Gebührenanhebung ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt werden. Die Beratungen werden fortgesetzt.

    Geldwäschebekämpfung

    Im Zusammenhang mit dem Geldwäschegesetz erörterte der Vorstand den Entwurf des WPK-Berichts über die Aufsichtstätigkeiten 2018 an das Bundesministerium der Finanzen. Darüber hinaus wurden die Überarbeitungen des Fragebogens zur Erfüllung der geldwäscherechtlichen Pflichten besprochen.

    Vorstandsabteilung Berufsaufsicht

    Es gab zwei Einsprüche gegen Rügebescheide mit Geldbußen. Der Vorstand hat über beide Einsprüche entschieden.

    Öffentlichkeitsarbeit

    Der Vorstand wurde über den aktuellen Vorbereitungsstand der Kammerversammlung „Wirtschaftsprüfung – Herausforderung und Chance!“ am 9. und 10. Mai 2019 in Berlin informiert. Mit Günther H. Oettinger, EU-Kommissar für Haushalt und Personal, und Prof. Dr. Ortwin Renn, Geschäftsführender Wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Transformative Nachhaltigkeitsforschung, konnten zwei hochkarätige Gastredner gewonnen werden.

    Die Modularisierung des Wirtschaftsprüfungsexamens soll den Kandidatinnen und Kandidaten anhand eines zielgruppenorientierten Erklärfilms vermittelt werden, der das Thema in rund drei Minuten auf anschauliche Weise darstellt. Dieser Film wird in Kürze auf der Internetseite der WPK sowie im YouTube-Kanal der WPK erscheinen.

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  • Die WPK hat zum Entwurf des überarbeiteten Standards des IAASB Stellung genommen und spricht sich dabei gegen die Aufnahme von Regelungen zu Weitergaberestriktionen in den Standardentwurf aus.

    Zum Entwurf des überarbeiteten Standards zur Durchführung von vereinbarten Untersuchungshandlungen (ED-ISRS 4400 revised)

    WPK, Mitteilung vom 19.03.2019

    Die Nachfrage nach Leistungen im Bereich von vereinbarten Untersuchungshandlungen und die Bandbreite ihrer Einsatzmöglichkeiten nehmen stetig zu. Deshalb hält es das International Auditing and Assurance Standards Board (IAASB) für erforderlich, den Standard ISRS 4400: Agreed-Upon Procedures Engagements zur Durchführung vereinbarter Untersuchungshandlungen zu überarbeiten.

    Am 15. November 2018 veröffentliche das IAASB den Entwurf des überarbeiteten Standards. Die vorgeschlagenen Änderungen betreffen vor allem die Bereiche pflichtgemäßes Ermessen, Unabhängigkeit, Auftragsannahme und -fortführung, Einsatz von externen Sachverständigen sowie Weitergaberestriktionen des Berichts.

    Die WPK hat dazu am 13. März 2019 Stellung genommen und die moderate Überarbeitung des Standards insgesamt begrüßt, da die Themenbereiche sachgerecht adressiert und praktikabel umgesetzt werden sowie die erforderliche Flexibilität des Standards erhalten bleibt. Die WPK spricht sich jedoch gegen die Aufnahme von Regelungen zu Weitergaberestriktionen in den Standardentwurf aus. Dies sollte von den jeweiligen Vertragsparteien individuell auf Grundlage der anzuwendenden Rechtsnormen geregelt werden, nicht durch einen Standard.

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  • Der WPK-Digitalisierungskompass soll insbesondere kleinen und mittleren WP/vBP-Praxen, die sich bislang noch nicht umfassend mit der Digitalisierung auseinandergesetzt haben, den Einstieg in das Thema erleichtern und sie bei Überlegungen zur eigenen Digitalisierung unterstützen. In den Kompass wurden nunmehr Digitalisierungsmöglichkeiten in den Bereichen Buchhaltung, Steuerberatung und betriebswirtschaftliche Beratung aufgenommen.

    WPK-Digitalisierungskompass jetzt auch zu den Bereichen Buchhaltung, Steuerberatung und betriebswirtschaftliche Beratung

    WPK, Mitteilung vom 06.03.2019

    Am 16. Juni 2018 wurde der WPK-Digitalisierungskompass auf der Internetseite der WPK veröffentlicht. Dieser soll insbesondere kleinen und mittleren WP/vBP-Praxen, die sich bislang noch nicht umfassend mit der Digitalisierung auseinandergesetzt haben, den Einstieg in das Thema erleichtern und sie bei Überlegungen zur eigenen Digitalisierung unterstützen.

    Nach einer ersten Aktualisierung im Oktober 2018 hat die WPK nun eine weitere Erweiterung veröffentlicht.

    In den Kompass wurden nunmehr Digitalisierungsmöglichkeiten in den Bereichen Buchhaltung, Steuerberatung und betriebswirtschaftliche Beratung aufgenommen. Zudem wurden weitere Digitalisierungsmöglichkeiten in der betrieblichen Organisation und im Personalwesen ergänzt. Die mit den Erweiterungen neu hinzugekommenen Schlagworte sind im Digitalisierungsglossar erläutert.

    Auch die Softwareübersicht für Prüfungssoftware wurde aktualisiert. Zudem steht ab sofort für ausgewählte Digitalisierungsbereiche eine Linkliste zur Verfügung.

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  • Am 20. Februar 2019 hat die EU-Kommission eine Konsultation zum Entwurf eines Anhangs zu ihren unverbindlichen Leitlinien für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen unter besonderer Bezugnahme auf klimabezogene Informationen gestartet. Stellungnahmen können gegenüber der Kommission lt. WPK bis zum 20. März 2019 abgegeben werden.

    Richtlinie 2014/95/EU

    Konsultation zu klimabezogenen Informationen im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung

    WPK, Mitteilung vom 06.03.2019

    Am 20. Februar 2019 hat die EU-Kommission eine Konsultation zum Entwurf eines Anhangs zu ihren unverbindlichen Leitlinien für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen unter besonderer Bezugnahme auf klimabezogene Informationen gestartet. Stellungnahmen können gegenüber der Kommission bis zum 20. März 2019 abgegeben werden.

    Die Kommission möchte ihre im Juni 2017 veröffentlichten Leitlinien zur Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen überarbeiten und um einen Anhang zu klimabezogenen Informationen erweitern. Damit sollen Unternehmen unterstützt werden, ausreichende, verlässliche und vergleichbare Informationen über ihre klimabezogenen Aktivitäten zur Verfügung zu stellen, die seitens des Kapitalmarktes nachhaltige Investitionen begünstigen und damit letztlich zur Senkung der CO2-Emmissionen und Erreichung der Klimaziele beitragen sollen.

    Beispielsweise sollen Unternehmen im Rahmen ihrer nichtfinanziellen Berichterstattung beschreiben, wie sich Klimawandel kurz-, mittel- und langfristig auf das Geschäftsmodell und die Strategie des Unternehmens auswirken könnten. Damit sollen Unternehmen angehalten werden, eine längerfristige Perspektive einzunehmen, als es im Rahmen der finanziellen Berichterstattung üblich ist. Darüber hinaus sollen Unternehmen beschreiben, welche klimabezogenen Risiken identifiziert wurden und wie mit diesen Risiken umgegangen wird. Um eine bessere Vergleichbarkeit klimabezogener Informationen zu ermöglichen, wird die Verwendung von Schlüsselgrößen (Key Performance Indicators) vorgeschlagen.

    Die Konsultationsunterlagen erhalten Sie auf der Internetseite der Europäischen Kommission . Die Leitlinien für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen sind im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht.

    Zum Hintergrund

    In Deutschland wurde die Richtlinie 2014/95/EU (Non-Financial Reporting Directive) mit dem CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes in nationales Recht transformiert. Das Gesetz ist am 19. April 2017 in Kraft getreten.

    Damit wurden insbesondere für große kapitalmarktorientierte Unternehmen, Kreditinstitute und Versicherungen mit im Jahresdurchschnitt mehr als 500 Mitarbeitern neue handelsrechtliche Berichtspflichten für nichtfinanzielle Informationen eingeführt. Diese Berichtspflichten, die im Lagebericht oder in einem separaten Bericht abgegeben werden können, betreffen Angaben zu Umwelt-, Arbeitnehmer-, und Sozialbelangen sowie zur Achtung der Menschenrechte und die Bekämpfung der Korruption.

    Artikel 2 der Richtlinie 2014/95/EU sieht vor, dass die Kommission unverbindliche Leitlinien zur Methode der Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen, einschließlich der wichtigsten allgemeinen und sektorspezifischen nichtfinanziellen Leistungsindikatoren verfassen muss. Damit soll eine relevante, zweckdienliche und vergleichbare Angabe nichtfinanzieller Informationen durch Unternehmen erleichtert werden.

    Die Leitlinien, die die wichtigsten Grundsätze für die Berichterstattung über nichtfinanzielle Informationen enthalten, wurden im Juni 2017 veröffentlicht.

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  • Der Code of Ethics for Professional Accountants (nachfolgend: Code) des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA) sieht ab dem 15. Dezember 2018 eine Verschärfung der Unabhängigkeitsanforderungen in Bezug auf langjährige Beziehungen zwischen Prüfungsteam und Prüfungsmandant (Long Association of Personnel with Audit Clients) vor. Darauf weist die WPK hin.

    Allgemeines Berufsrecht

    IESBA Code of Ethics: Langjährige Beziehungen zum Prüfungsmandanten (Long Association) – Änderungen in Kraft getreten

    WPK, Mitteilung vom 04.03.2019

    Der Code of Ethics for Professional Accountants (nachfolgend: Code) des International Ethics Standards Board for Accountants (IESBA) sieht ab dem 15. Dezember 2018 eine Verschärfung der Unabhängigkeitsanforderungen in Bezug auf langjährige Beziehungen zwischen Prüfungsteam und Prüfungsmandant (Long Association of Personnel with Audit Clients) vor.

    A. Anwendbarkeit des Code

    Der Code hat als Verlautbarung des privaten Standardsetzers IESBA für den Berufsstand in Deutschland grundsätzlich keine unmittelbare Geltung. Ausnahmen bestehen jedoch in zwei Fällen:

    • Die Praxis ist Mitglied im Forum of Firms (FoF), einem Zusammenschluss internationaler Prüfer-Netzwerke, deren Mitglieder die Einhaltung des Code erklärt haben.
    • Die Praxis hat sich im Rahmen eines Auftragsverhältnisses vertraglich zur Einhaltung des Code verpflichtet.

    Entsprechend verpflichtete Berufsgesellschaft haben ab dem 15. Dezember 2018 bei Abschlussprüfungen und Reviews die neuen Anforderungen zu Long Association of Personnel with Audit Clients (Long Association) im Code (Sections 290.148 ff. für Prüfungsleistungen) zu beachten. Im vollständig neu strukturierten Code, der zum 15. Juni 2019 in Kraft tritt, werden diese neuen Anforderungen in Section 540 enthalten sein.

    Für sonstige Prüfungsleistungen sind im Code in den Sections 291.137 ff. bzw. 940.1 ff entsprechende Regelungen zu finden.

    Die Einhaltung des Code darf grundsätzlich jedoch nicht im Widerspruch zu einschlägigen strengeren deutschen gesetzlichen Regelungen stehen. Gegebenenfalls ist in einem solchen Fall der Auftraggeber auf entsprechende Einschränkungen hinzuweisen.

    B. Allgemeine Vorschriften zu Long Association für alle Abschlussprüfungen

    Sofern eine natürliche Person bei ein und derselben Abschlussprüfung über einen längeren Zeitraum hinweg eingesetzt ist, können aufgrund persönlicher Vertrautheit oder Eigeninteresse die Objektivität und die kritische Grundhaltung dieser Person beeinflusst werden.

    Die Vorschriften des Code sehen diesbezüglich vor, dass die Bedeutung der Gefährdung zu beurteilen ist und, soweit erforderlich, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen sind, um die Gefährdung zu beseitigen oder auf ein akzeptables Niveau zu senken.

    Als Beispiele für Schutzmaßnahmen nennt der Code u. a. die Rotation aus dem Prüfungsteam heraus oder die Änderung der Funktion innerhalb des Prüfungsteams. Die für alle Abschlussprüfungen geltenden Regelungen sind in den Sections 290.148 – 152 (aktueller Code) bzw. 540.3 A1 – R540.4 (restrukturierter Code) dargelegt.

    C. Besondere Vorschriften zu Long Association für Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse (PIE) im Sinne des Code

    1. Begriff des Unternehmens von öffentlichem Interesse im Code

    Die Definition von Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne des IESBA Code of Ethics ist nicht vollständig deckungsgleich mit Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne der EU-Abschlussprüferverordnung (AP-VO). So sind nach dem Code u. a. wertpapieremittierende Unternehmen PIE, deren Wertpapiere an einer anerkannten Börse notiert sind, während die AP-VO hier ausschließlich auf EU-regulierte Märkte abstellt.

    Nachfolgende Ausführungen beziehen sich auf die PIE-Definition im Code.

    2. Mandatsbezogene Verweildauer

    Der Code sieht für Abschlussprüfungen von PIE vor, dass eine natürliche Person nicht länger als sieben Jahre

    • als Engagement Partner („verantwortlicher Prüfungspartner“),
    • als Engagement Quality Control Reviewer („auftragsbegleitender Qualitätssicherer“) oder
    • als Other Key Audit Partner („anderweitig verantwortlicher Prüfungspartner“)

    für ein und denselben Prüfungsmandanten tätig sein darf (mandatsbezogene Verweildauer). Nach dieser Zeit ist eine Abkühlphase erforderlich (290.153 bzw. R540.5).

    Bei der Berechnung der mandatsbezogenen Verweildauer bleiben Unterbrechungen unberücksichtigt, die nicht den Zeitraum einer vollständigen Abkühlphase erreichen (siehe hierzu unter 3). Die vor der Unterbrechung bereits aufgelaufenen Jahre werden nach der Unterbrechung weiterhin mitgezählt. Erst mit Ablauf einer zusammenhängenden vollständigen Abkühlphase beginnt die mandatsbezogene Verweildauer von neuem zu zählen (290.154 bzw. R540.6).

    Sofern ein Unternehmen zum PIE wird, werden für das Auslösen der Rotationspflicht auch solche Jahre (mit-)berücksichtigt, in denen ein Prüfer das Unternehmen bereits zu Non-PIE-Zeiten geprüft hat (290.167 bzw. R540.8).

    3. Abkühlphase (Cooling-off Period)

    Die Dauer der Abkühlphase, die bislang zwei Jahre betrug, hängt künftig davon ab, in welcher Funktion und wie lange die betroffene Person tätig war.

    a) Ununterbrochene Tätigkeit von sieben Jahren:

    • Engagement Partner: fünf Jahre Abkühlphase (290.155 bzw. R540.11), der Code enthält allerdings eine Übergangsregelung, nach der eine ggf. gesetzlich vorgegebene kürzere Abkühlphase zu beachten ist, mindestens jedoch drei Jahre (290.163 bzw. R540.19). Diese Übergangsregelung ist nur für Prüfungen anwendbar, die vor dem 15. Dezember 2023 beginnen. In Deutschland gibt es mit Artikel 17 Abs. 7 AP-VO eine solche kürzere gesetzliche Abkühlphase.
    • Engagement Quality Control Reviewer: drei Jahre Abkühlphase (290.156 bzw. R540.12),
    • Other KeyAudit Partner: zwei Jahre Abkühlphase (290.157 bzw. R540.13).

    b) Kombination unterschiedlicher Tätigkeiten:

    War die betroffene Person in verschiedenen Funktionen als Key Audit Partner für ein und dasselbe Prüfungsmandat über einen 7-Jahreszeitraum tätig, hängt die Dauer der Abkühlphase von der Art und der Dauer der einzelnen Tätigkeiten ab (290.158 – 161. bzw. R540.14 – 17).

    Zur Veranschaulichung verweisen wir auf das Staff Questions & Answers des IESBA („Q&A“). Im Abschnitt III. „Combination of Roles“ sind zahlreiche Beispiele für die Ermittlung der Abkühlphase zu finden.

    c) Untersagte Tätigkeiten während der Abkühlphase:

    Der Code stellt nun klar, welche Tätigkeiten der betroffenen Person während der Abkühlphase untersagt sind (290.164 bzw. R540.20):

    • die Mitarbeit im Prüfungsteam,
    • die Durchführung der Qualitätssicherung für den Prüfungsauftrag,
    • die Beratung des Prüfungsteams oder des Mandanten zu technischen oder branchenspezifischen Fragen,
    • die Tätigkeit als sog. Client-Relationship-Partner und
    • die Ausübung sonstiger Tätigkeiten, wenn diese eine bedeutende oder häufige Interaktion mit Geschäftsführung oder Aufsichtsgremium bedingt oder zu einer unmittelbaren Einflussnahme auf das Prüfungsergebnis führen.

    Die genannten Vorschriften sollen aber nicht darauf abzielen, die betroffene Person von ihrer Führungsverantwortung auszuschließen.

    D. Abgleich mit der bestehenden Gesetzeslage mit Blick auf Long Association

    1. Abschlussprüfungen bei Unternehmen, die nicht von öffentlichem Interesse sind (NON-PIE)

    Für Abschlussprüfungen bei sog. NON-PIE (vgl. die Ausführungen unter Punkt C.1.) enthält der Code mit Blick auf Long Association allgemeine Vorschriften, wobei die interne Rotation und die Änderung der Funktion innerhalb des Prüfungsteams als geeignete Schutzmaßnahmen genannt werden. Die starren Rotationsfristen, die sich aus den besonderen Vorschriften des Code für PIE ergeben, gelten für diese Unternehmen nicht.

    Die interne Rotation ist weder im HGB noch in der Berufssatzung WP/vBP explizit genannt. In § 30 Abs. 1 Satz 2 Berufssatzung WP/vBP werden sechs Schutzmaßnahmen genannt, die die Gefährdung der Unabhängigkeit des WP/vBP soweit abschwächen, dass aus Sicht eines verständigen Dritten die Gefährdung insgesamt als unwesentlich zu beurteilen ist („insbesondere“). Die interne Rotation wird hier nicht genannt, ist aber als weitere Schutzmaßnahme zu sehen.

    2. Abschlussprüfungen bei Unternehmen von öffentlichem Interesse (PIE)

    a) Mandatsbezogene Verweildauer

    Die maximale mandatsbezogene Verweildauer für den verantwortlichen Prüfungspartner beträgt nach Artikel 17 Abs. 7 Satz 1 AP-VO sieben Jahre und entspricht damit dem Code.

    Grundsätzlich gilt als verantwortlicher Prüfungspartner, wer den Bestätigungsvermerk nach § 322 HGB unterzeichnet oder als Wirtschaftsprüfer als für die Durchführung einer Abschlussprüfung vorrangig verantwortlich bestimmt worden ist.

    Als verantwortlicher Prüfungspartner gilt auf Konzernebene auch, wer als Wirtschaftsprüfer auf der Ebene bedeutender Tochterunternehmen als für die Durchführung von deren Abschlussprüfung vorrangig verantwortlich bestimmt worden ist (Art. 2 Nr. 16 AP-RL in Verbindung mit §§ 319a Abs. 1 Satz 4, 319a Abs. 2 Satz 2 HGB).

    Da Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne des Code und Unternehmen von öffentlichem Interesse im Sinne der AP-VO nicht deckungsgleich sind, können sich im Einzelfall hier Unterschiede ergeben (siehe hierzu Punkt C.1).

    Abweichend zum Code sieht die AP-VO keine expliziten Rotationsanforderungen für den auftragsbegleitenden Qualitätssicherer (Engagement Quality Control Reviewer) und anderweitig verantwortliche Prüfungspartner (Other Key Audit Partner) vor. Der Mitunterzeichner wird zwar per Gesetz zum verantwortlichen Prüfungspartner (s. o.), ist in nach dem Wortlaut des Code aber wohl eher als Other Key Audit Partner zu beurteilen.

    b) Dauer der Abkühlphase

    Artikel 17 Abs. 7 AP-VO sieht abweichend zu den Anforderungen des Code für den verantwortlichen Prüfungspartner lediglich eine dreijährige Abkühlphase vor.

    Für diesen Fall, dass ein Gesetzgeber oder eine Aufsichtsbehörde eine kürzere Abkühlphase als der Code vorsieht, enthält der Code eine Übergangsregelung. Danach hat der Anwender des Code lediglich die gesetzlich vorgegebene kürzere Abkühlphase zu beachten, mindestens jedoch drei Jahre (290.163 bzw. R540.19). Diese Übergangsregelung ist nur für Prüfungen anwendbar, die vor dem 15. Dezember 2023 beginnen. In Deutschland gibt es mit Artikel 17 Abs. 7 AP-VO eine solche kürzere gesetzliche Abkühlphase.

    Weitere Informationen

    Der aktuelle Text des IESBA Code of Ethics sowie weiterführende Informationen zu Long Association finden Sie auf der Internetseite der IFAC .

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