Wirtschaft

  • Deutsche Unternehmen im Gastgewerbe müssen wöchentlich 14 „Überstunden“ leisten, um 100 bis 125 Vorschriften zu erfüllen, das zeigt eine aktuelle, vom DIHK beauftragte Studie. Zusammen mit der Untersuchung präsentiert der DIHK Vorschläge, wie diese und weitere Bürokratielasten abgebaut werden könnten.

     

    Wie ist die Bürokratiebelastung von Unternehmen zu bremsen?

    DIHK, Pressemitteilung vom 20.02.2020

    Aufbewahrungsfristen verkürzen, Förderverfahren vereinfachen oder Baugenehmigungsverfahren beschleunigen: Der Abbau von bürokratischen Belastungen hat für Betriebe die größte Bedeutung. Das zeigen DIHK-Umfragen zu den drängendsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen immer wieder. Unternehmen erkennen zwar an, dass Gesetze und Regeln ein wichtiges Element der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind. Es geht aber darum, das richtige Maß zu finden.

    Projekt „Bürokratie bremsen“

    Eine aktuelle, für den DIHK erstellte Studie zeigt am Beispiel des Gastgewerbes, wie hoch die bürokratische Belastung für mittelständische Unternehmen ist. Sie sind mit bis zu 125 Vorschriften konfrontiert. Jede Woche sind bis zu 14 „Überstunden“ erforderlich, um gesetzliche und andere Vorgaben zu erfüllen. Die Kosten der Betriebe zur Bewältigung von Bürokratie belaufen sich immerhin im Durchschnitt auf 2,5 Prozent ihres Umsatzes. Die Studie zeigt auch: Es gibt Lösungen. In nur wenigen Fällen ist es erforderlich, Verpflichtungen ganz abzuschaffen. Oft reicht es schon, Verfahrensschritte abzuschaffen oder zu vereinfachen. Auf Basis der Studie schlägt der DIHK drei Wege zum Bürokratieabbau vor.

    Erstens: Praxischeck einführen

    Vieles, was Gesetze vorschreiben, tut ein Unternehmer sowieso: für Brandschutz und Sicherheit im Betrieb sorgen, schonend mit Ressourcen umgehen, Löhne abrechnen, Bücher führen, Steuern zahlen und vieles mehr. Das alles wird von den Betrieben nicht per se als Bürokratie bewertet. Das Problem ist aber: Mehr als 50 Prozent der Verpflichtungen im Gastgewerbe haben keinen Bezug zu Unternehmensprozessen. Hier bieten sich deshalb Ansatzpunkte zum Abbau von Bürokratie: Bevor Gesetze eingeführt werden, brauchen wir dringend einen Praxischeck – und zwar in den vor allem betroffenen Branchen.

    Zweitens: Verständlichkeit und Klarheit bei Regulierungen herstellen

    Die Untersuchung zeigt, dass Betriebe häufig sogar mehr tun, als gesetzlich vorgeschrieben ist. Das passiert dann, wenn die Vorgaben und Anforderungen nicht klar formuliert sind. Man spricht dabei von der sogenannten Übererfüllung. Belastungen entstehen hier zum Beispiel beim Datenschutz, bei der Allergenkennzeichnung oder beim Aufbewahren von Unterlagen. Häufig müssen Betriebe externe Berater einsetzen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Diese Kosten könnten durch verständlich formulierte Regelungen vermieden werden.

    Drittens: Schlüsselbetriebe und -branchen entlasten

    Das Gastgewerbe ist eine mittelständische, verbrauchernahe Branche, die für lebendige Regionen und eine hohe Standortqualität sorgt. Entlastungen in dieser Branche haben positive Auswirkungen auf andere Unternehmen – direkt über die Vereinfachung allgemeiner unternehmerischer Pflichten und indirekt über eine Stärkung der Regionen und Anhebung der Standortqualität. Es gibt offensichtlich Betriebe, die Schlüsselindikatoren für ganze Branchen aufweisen und es gibt Branchen, die der Schlüssel für eine Entlastung ganzer Wirtschaftszweige sind. Wenn in diesen Betrieben Bürokratie effektiv gebremst werden kann, dann lassen sich negative Folgen für die Wirtschaft insgesamt begrenzen.

    Fazit: Gemeinsam mehr unternehmen

    Die Bundesregierung hat bereits mehrere Bürokratieentlastungsgesetze verabschiedet und eine Bürokratiebremse mit dem Namen „One in, one out“ beschlossen. Zudem hat sie das Potenzial der Digitalisierung erkannt. Es bleibt aber noch viel zu tun. Unter dem Titel #GemeinsamMehrUnternehmen setzen wir uns dafür ein, dass die Vielfalt unserer Betriebe und die Qualität von Leistungen erhalten bleiben – für die Attraktivität des Unternehmertums und die Überlebensfähigkeit von Betrieben.

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  • Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich lt. GfK im Februar 2020 uneinheitlich und wenig verändert. Die Konjunkturerwartung legt etwas zu, während Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung leichte Einbußen hinnehmen müssen.

    Konsumklima stagniert

    GfK, Pressemitteilung vom 20.02.2020

    Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich im Februar uneinheitlich und wenig verändert. Die Konjunkturerwartung legt etwas zu, während Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung leichte Einbußen hinnehmen müssen. Folglich prognostiziert GfK für März 2020 einen Wert von 9,8 Punkten und damit 0,1 Zähler weniger als im Februar dieses Jahres (9,9 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Februar 2020.

    Leichte Rückgänge bei Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung führen aktuell dazu, dass das Konsumklima geringe Einbußen hinnehmen muss.

    „Das Konsumklima kann damit seinen positiven Trend des Vormonats nicht fortsetzen. Die Ausbreitung des Coronavirus hat sicherlich dazu beigetragen, dass Verunsicherung unter den Verbrauchern aufkommt“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Ein durch das Virus ausgelöster Produktionsrückgang bzw. -stopp in Unternehmen in China kann dazu führen, dass auch die Produktion in Deutschland beeinträchtigt wird bzw. sogar ganz zum Stillstand kommt. Die Folge wäre Kurzarbeit bis hin zu möglichen Personalanpassungen. Und dies wäre für die Konsumstimmung wenig förderlich.“

    GfK bestätigt ihre Prognose aus dem Vormonat, wonach der reale private Konsum in diesem Jahr um ein Prozent zunehmen wird.

    Konjunkturerwartung mit zweitem Anstieg in Folge

    Die Konjunkturerwartung scheint sich langsam wieder zu erholen. Im Februar legt der Indikator zum zweiten Mal in Folge zu. Er lässt damit sein Tief vom Herbst letzten Jahres mehr und mehr hinter sich. Das Plus in diesem Monat beträgt 4,9 Zähler. Mit aktuell 1,2 Punkten liegt er wieder knapp über seinem langjährigen Durchschnittswert von etwa 0 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus nur noch 0,2 Zähler.

    Trotz konjunktureller Schwächephasen verursacht durch den Handelsstreit zwischen USA und China und dem Coronavirus, sind die Signale vom deutschen Arbeitsmarkt bislang noch ermutigend. Die Beschäftigung bleibt weitgehend stabil, wenn auch die Dynamik der letzten Jahre der Vergangenheit angehört.

    Einkommenserwartung mit leichten Verlusten

    Die Einkommenserwartungen können im Februar nicht von den gestiegenen Konjunkturaussichten profitieren. Der Indikator büßt 3,4 Zähler ein und sinkt auf 41,2 Punkte. Dennoch bleibt das Niveau des Einkommensindikators weiterhin hoch, wenn auch das Minus im Vergleich zum Vorjahr 16,5 Punkte beträgt.

    Aufgrund der im Großen und Ganzen stabilen Beschäftigungslage werden die Arbeitnehmer auch in diesem Jahr Einkommenszuwächse zu verzeichnen haben, wenn auch nicht mehr ganz so hoch wie zuletzt. Die Rentner können ebenfalls auf eine ansehnliche Erhöhung ihrer Bezüge hoffen.

    Es bleibt allerdings abzuwarten, wie sich das Coronavirus auf die deutsche Wirtschaft auswirkt. Sollte es in China zu einem längeren Produktionsstopp kommen und dadurch die Belieferung der deutschen Wirtschaft mit Vorprodukten unterbrochen sein, besteht die Gefahr, dass die Angst vor Arbeitslosigkeit zunimmt. Dies würde sicherlich auch die Einkommensaussichten beeinträchtigen.

    Konsumneigung behauptet sehr gutes Niveau

    Trotz geringer Einbußen behauptet die Anschaffungsneigung im Februar 2020 ihr überaus gutes Niveau. Zwar verliert der Indikator 1,9 Zähler, aber mit 53,6 Punkten ist die Konsumlaune nach wie vor sehr ausgeprägt. Dies belegt auch die Tatsache, dass im Vergleich zum Vorjahr sogar ein kleines Plus von 1,7 Punkten zu verzeichnen ist.

    Bislang zeigt sich die Konsumneigung noch unbeeindruckt von konjunkturellem Gegenwind, Handelsstreit und Coronavirus. Eine weitere Eskalation dieser Krisenherde birgt jedoch die Gefahr, dass der Höhenflug der Konsumstimmung ein Ende findet. Deshalb sollte auch aus Verbrauchersicht ein Augenmerk auf die Entschärfung dieser Krisen gelegt werden.

    Stütze findet die Anschaffungsneigung noch immer durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die Sparneigung verharrt auch im Februar tief im Keller. Sparen ist und bleibt keine sehr attraktive Alternative zum Konsum.

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  • Der Anteil der innovativen mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist auf einen neuen Tiefststand gefallen: Nur noch 725.000 der etwa 3,81 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande haben zuletzt innovative Produkte oder Prozesse eingeführt. Die Innovatorenquote für die Jahre 2016/2018 liegt bei nur noch 19 %, wie der aktuelle KfW-Innovationsbericht zeigt.

     

    KfW, Pressemitteilung vom 19.02.2020

    • 725.000 kleine und mittlere Unternehmen mit innovativen Produkten oder Prozessen
    • Innovatorenquote sinkt auf 19 %
    • Innovationsausgaben steigen zwar auf 34 Mrd. Euro, konzentrieren sich aber auf immer weniger Firmen

    Der Anteil der innovativen mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist auf einen neuen Tiefststand gefallen: Nur noch 725.000 der etwa 3,81 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande haben zuletzt innovative Produkte oder Prozesse eingeführt. Die Innovatorenquote für die Jahre 2016/2018 liegt bei nur noch 19 %, wie der aktuelle KfW-Innovationsbericht zeigt. Der Anteil der innovativen Unternehmen im Mittelstand hat sich seit seinem Höchststand von 42 % aus den Jahren 2004/2006 damit mehr als halbiert. Die Summe, die der Mittelstand für Innovationen ausgibt, ist 2018 hingegen erstmals seit 2014 wieder angestiegen und beträgt nun 34 Mrd. Euro (2017: 31 Mrd. Euro). Damit konzentrieren sich in Deutschland die Innovationsausgaben auf immer weniger Unternehmen.

    Der aktuelle Rückgang der Innovatorenquote ist auf eine negative Entwicklung sowohl bei Produkt- als auch bei Prozessinnovationen zurückzuführen. Der Anteil der Unternehmen, die neue bzw. verbesserte Produkte auf dem Markt brachten, nahm gegenüber der Vorperiode um 2 Prozentpunkte ab und liegt mit 13 % nun auf dem niedrigsten Wert seit Beginn der Messung der KfW im Jahre 2002/2004. Auch die Prozessinnovatorenquote sank auf 13 % (-4 Prozentpunkte).

    Blickt man auf die Innovationstätigkeit nach Unternehmensgröße, so sind aktuell in allen Größenklassen Rückgänge zu verzeichnen. Bei den größeren Mittelständlern mit mehr als 10 Beschäftigen fällt das aktuelle Minus etwas geringer aus als bei den kleinen Unternehmen (-2 bis -3 gegenüber -6 bis -7 Prozentpunkte). Auch im langfristigen Vergleich ist der Verlust an Innovatoren umso deutlicher, je kleiner die Unternehmen sind.

    Gleichzeitig zeigt sich in der aktuellen Entwicklung ebenso wie im Langzeittrend, dass in Deutschland vor allem die sog. nachahmenden Innovationen zurückgehen, also solche Innovationen, die ein Unternehmen von einem Wettbewerber – gegebenenfalls mit gewissen Modifikationen – übernimmt. Aktuell dürfte hierfür die schwächere wirtschaftliche Entwicklung der Hauptgrund sein, denn diese Art der Innovation ist sehr konjunkturabhängig. Nachahmende Innovationen stellen die Masse der Innovationstätigkeit im Mittelstand und sind aus gesamtwirtschaftlicher Sicht bedeutend: Durch sie verbreiten sich Neuerungen, der Ressourceneinsatz verbessert sich und die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft insgesamt wird gestärkt. Aktuell ist der Anteil der Mittelständler mit Produktnachahmungen um 1 Prozentpunkt auf 11 % gesunken, im Vergleich zu seinem Höchststand in den Jahren 2004/2006 nahm er um knapp zwei Drittel ab. Demgegenüber hält sich der Anteil der Mittelständler mit Marktneuheiten nach mehreren Rückgängen zuletzt bei 3 % stabil.

    “Der Mittelstand zieht sich immer mehr aus der Innovationstätigkeit zurück”, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. “Für die Zukunftsfähigkeit und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist das eine gefährliche Entwicklung – schließlich spielen Innovationen eine große Rolle für Beschäftigung, Wachstum und Produktivität”. Auch der Rückgang bei den nachahmenden Innovationen sei ein Problem: “Gesamtwirtschaftliche Effekte von Innovationen stellen sich nur dann ein, wenn ein technologischer Fortschritt in der Breite der Wirtschaft realisiert wird.” Auf der anderen Seite sei es notwendig, die Entwicklung von Marktneuheiten und neuen Technologien weiterhin zu stärken. “Vor dem Hintergrund der ambitionierten Innovationsstrategien im Ausland sind dazu erhöhte Forschungsanstrengungen hierzulande notwendig. Die deutsche Wirtschaft kann sich nicht auf ihrem technologischen Vorsprung ausruhen, sondern muss ihre Vorreiterrolle sichern und Zukunftstechnologien entwickeln”, so Dr. Fritzi Köhler-Geib.

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  • Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland fallen im Februar 2020 überraschend deutlich. Daneben trübte sich auch die Einschätzung der aktuellen Lage stärker als erwartet ein.

    Der ZEW-Indikator liegt bei 8,7 Punkten
    ZEW, Pressemitteilung vom 18.02.2020

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen im Februar um 18,0 Punkte zurück. Mit einem Wert von 8,7 Punkten liegen sie leicht unter dem Stand von Dezember 2019. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich ebenfalls gegenüber dem Vormonat verschlechtert. In der aktuellen Umfrage liegt der Lageindikator bei minus 15,7 Punkten und damit 6,2 Punkte unterhalb des Wertes vom Januar.

    “Die befürchteten negativen Folgen der Coronavirus-Epidemie in China auf den Welthandel führen zu einem markanten Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland. Besonders stark sinken die Einschätzungen zur Entwicklung der exportintensiven Sektoren. Zudem entwickelte sich die deutsche Wirtschaft Ende 2019 sowie zu Beginn des neuen Jahres schlechter als erwartet. Die neue, nach unten korrigierte Lageeinschätzung sowie die gesunkenen Erwartungen machen deutlich, dass die Konjunkturentwicklung derzeit recht fragil ist”, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

    Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken mit einem Rückgang um 15,2 Punkte etwas weniger stark als die für Deutschland. Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt damit im Februar bei 10,4 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet bleibt im Februar fast konstant. Er liegt aktuell bei minus 10,3 Punkten, 0,4 Punkte niedriger als im Januar.

    Einhergehend mit den Konjunkturerwartungen sinken auch die Inflationserwartungen für das Eurogebiet. Der entsprechende Indikator geht um 13,7 Punkte auf einen neuen Wert von 4,7 Punkten zurück.

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  • Wie das BMWi mitteilt, hat der Bund 2019 Lieferungen und Leistungen deutscher Exporteure und Banken in Höhe von rund 21 Mrd. Euro mit Exportkreditgarantien gegen wirtschaftliche und politische Risiken abgesichert. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um sechs Prozent.

    Nachfrage nach Bundesgarantien zur Unterstützung von Unternehmen bei der Erschließung von Auslandsmärkten weiterhin hoch – Bund übernimmt 2019 Export- und Investitionsgarantien in Höhe von 24,3 Mrd. Euro
    BMWi, Pressemitteilung vom 17.02.2020

    2019 hat die Bundesregierung erneut eine Vielzahl von Ausfuhrgeschäften und Investitionsvorhaben mit Exportkredit- und Investitionsgarantien abgesichert. Die Außenwirtschaftsförderinstrumente des Bundes leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der deutschen Wirtschaft und zum Erhalt und Schaffung neuer Arbeitsplätze.

    Exportkreditgarantien

    2019 hat der Bund Lieferungen und Leistungen deutscher Exporteure und Banken in Höhe von rd. 21 Mrd. Euro mit Exportkreditgarantien gegen wirtschaftliche und politische Risiken abgesichert. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg um sechs Prozent. Neben zahlreichen Geschäften kleinerer und mittelständischer Unternehmen hat die Bundesregierung im zurückliegenden Jahr erneut eine Reihe großvolumiger Geschäfte gedeckt, vor allem im Schiffsektor. Den Schwerpunkt bei den gedeckten Geschäften bildeten wiederum Schwellen- und Entwicklungsländer. Sie machten drei Viertel des Neugeschäfts aus.

    Vor dem Hintergrund der weiterhin bestehenden politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten in wichtigen Auslandsmärkten ist die Nachfrage nach Exportkreditgarantien des Bundes weiterhin hoch.

    Exportkreditgarantien sind ein sich durch die Gebühren – und Prämienzahlungen der Unternehmen selbst tragendes Instrument, sie enthalten keine Fördermittel. Mit 640,4 Mio. Euro erzielten die Exportkreditgarantien 2019 erneut ein positives Ergebnis für den Bundeshaushalt.

    Investitionsgarantien

    Zur Absicherung von Investitionen deutscher Unternehmen im Ausland gegen politische Risiken hat der Bund im Jahr 2019 Investitionsgarantien in Höhe von 3,3 Mrd. Euro für Projekte in 16 Ländern übernommen. Das Gesamtvolumen hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdreifacht.

    Der Großteil des neu übernommenen Garantievolumens betraf Projekte in Asien. Wesentliche Anlageländer weltweit waren China, gefolgt von Argentinien, Mexiko, Kuwait und Indien. 28 Prozent der genehmigten Anträge entfielen auf kleine und mittlere Unternehmen. Fast jeder dritte Garantienehmer hat erstmals eine Investitionsgarantie erhalten.

    Die Nachfrage nach Investitionsgarantien war auch 2019 hoch. So verblieb das Volumen der Neuanträge (3,8 Mrd. Euro) in etwa auf dem ähnlich hohen Vorjahresniveau. Nahezu ein Fünftel aller Anträge betraf im Jahr 2019 zudem Projekte in Afrika. Dies ist der höchste Wert der letzten fünf Jahre. Zum Jahresende betrug der Gesamtgarantiebestand des Bundes aus bestehenden Investitionsgarantien 33,3 Mrd. Euro. Auch die Investitionsgarantien erzielten im Jahr 2019 ein positives Ergebnis in Höhe von EUR 114,6 Mio. für den Bundeshaushalt.

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  • Der Zickzackkurs bei den Aussichten für die deutsche Konjunktur setzt sich fort: Nachdem die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession eintritt, zwischen September 2019 und Januar 2020 deutlich zurückgegangen war, haben sich die Perspektiven für das kommende Vierteljahr wieder etwas eingetrübt. Das zeigen die neuesten Werte, die der IMK-Konjunkturindikator der Hans-Böckler-Stiftung liefert.

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 14.02.2020

     

    Der Zickzackkurs bei den Aussichten für die deutsche Konjunktur setzt sich fort: Nachdem die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession eintritt, zwischen September 2019 und Januar 2020 deutlich zurückgegangen war, haben sich die Perspektiven für das kommende Vierteljahr wieder etwas eingetrübt. Das zeigen die neuesten Werte, die der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung liefert. Für die drei Monate von Februar bis Ende April zeigt der Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, ein Rezessionsrisiko von 23,3 Prozent an – nach 14,8 Prozent im Januar. Da die statistische Streuung im Indikator – sie spiegelt die Verunsicherung vieler Wirtschaftsakteure wider – mit 17 Prozent relativ hoch ist, weist das nach dem Ampelsystem arbeitende IMK-Frühwarnsystem die aktuelle Lage weiterhin als “gelb-rot” (erhöhte konjunkturelle Unsicherheit) aus.

    Dass die Rezessionswahrscheinlichkeit wieder zugenommen hat, beruht nach Analyse des IMK in erster Linie auf dem unerwartet starken Rückgang der Industrieproduktion Ende 2019. Hinzu kommt der rückläufige Trend bei den offenen Stellen und zuletzt schwächere Auftragseingänge aus dem Ausland. Das IMK sieht in diesen negativen Entwicklungen einen “Ausdruck außenwirtschaftlicher Konjunkturrisiken, denen die deutsche Exportwirtschaft ausgesetzt bleibt”. Zusätzlich zu den fortwährenden Belastungen durch US-Handelskonflikte oder den Brexit dürfte sich “die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus sowohl über die Störung global verzahnter Lieferketten als auch über eine zumindest temporäre Absatzschwäche in China belastend auf das Exportwachstum Deutschlands auswirken”, schreiben die Forscher. Positive Impulse erhält der Konjunkturindikator dagegen durch die nach wie vor günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und tendenziell optimistische Erwartungen an den Finanzmärkten, die das IMK mit einem eigenen Instrumentarium misst. Diese Entwicklungen haben verhindert, dass sich die Aussichten noch weiter eintrüben.

    Unter dem Strich erwarten die Düsseldorfer Konjunkturforscher weiterhin, dass der deutschen Wirtschaft 2020 keine Rezession droht, weil ein robuster Arbeitsmarkt und ein starker öffentlicher und privater Verbrauch der Schwäche im Verarbeitenden Gewerbe gegenüberstehen. “Die kraftvolle Binnennachfrage ist die entscheidende Stärke der aktuellen Konjunktur”, sagt IMK-Experte Peter Hohlfeld. “Angesichts der anhaltenden Produktionsschwächen bei deutschen Schlüsselindustrien wie dem Maschinen- und Autobau wird die konjunkturelle Dynamik aber nur wenig stärker als 2019 ausfallen.” In ihrer aktuellen Prognose rechnen die Düsseldorfer Konjunkturforscher mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent im Jahresdurchschnitt 2020.

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  • Die deutsche Wirtschaft befindet sich lt. BMWi konjunkturell weiterhin in einer Schwächephase. Im Jahresschlussquartal konnte sie ihre gesamtwirtschaftliche Leistung zwar halten, aber nicht weiter ausbauen.

    BMWi, Pressemitteilung vom 14.02.2020

    • Im Jahresschlussquartal 2019 stagnierte die deutsche Wirtschaft. Sie befindet sich weiterhin in einer Schwächephase. Im Gesamtjahr 2019 nahm die Wirtschaftsleistung um 0,6 % zu.
    • Zum Jahresende entwickelte sich die Industrieproduktion sehr schwach, wozu eine hohe Zahl an Brückentagen beitrug. Aber auch die Auftragseingänge verzeichneten einen merklichen Rückgang. Die Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe hellten sich hingegen weiter auf.
    • Die Indikatoren für den privaten Konsum senden für das vierte Quartal gemischte Signale.
    • Die positive, aber gedämpfte Entwicklung der Beschäftigung setzt sich fort. Die Arbeitslosigkeit entwickelt sich im jahreszeitlich üblichen Rahmen.

    Die deutsche Wirtschaft befindet sich konjunkturell weiterhin in einer Schwächephase. Im Jahresschlussquartal konnte sie ihre gesamtwirtschaftliche Leistung zwar halten, aber nicht weiter ausbauen. Das Bruttoinlandsprodukt stagnierte im vierten Quartal 2019 preis-, kalender- und saisonbereinigt (+/-0,0 %) gegenüber dem Vorquartal, in dem es sich aufwärts revidiert um 0,2 % erhöht hatte. Nachfrageseitige Impulse blieben im vierten Quartal rar, lediglich die Investitionen in Bauten und in sonstige Anlagen wurden ausgeweitet. Die privaten und staatlichen Konsumausgaben dürften ihr Niveau in etwa gehalten haben. Die Exporte und im Gefolge auch die Investitionen in Ausrüstungen wurden eingeschränkt. Das Bruttoinlandsprodukt erhöhte sich damit im Jahr 2019 insgesamt preisbereinigt um 0,6 %.

    Die Konjunktur in der deutschen Wirtschaft ist weiterhin zweigeteilt. Während sich die mehr binnenwirtschaftlich orientierten Dienstleistungsbereiche und das Baugewerbe wirtschaftlich gut entwickeln, steht die exportorientierte Industrie weiterhin unter Druck. Die Konjunkturindikatoren für die Industrie senden gegenwärtig gemischte Signale. Während die Umsätze und die Produktion im Jahresschlussquartal nochmals kräftig abnahmen, hellten sich ihre Geschäftserwartungen weiter etwas auf, was absehbar für eine Stabilisierung der Industriekonjunktur spricht. Allerdings haben sich zwischenzeitlich die Risiken aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld durch die Ausbreitung des Corona-Virus erhöht. Die damit einhergehenden wirtschaftlichen Auswirkungen auf China und seine Handelspartner sind gegenwärtig noch nicht abschätzbar.

    Die Weltwirtschaft entwickelt sich weiterhin gedämpft. Sie ist geprägt durch den Abschwung der Industriekonjunktur, der nicht zuletzt auf protektionistische Tendenzen zurückzuführen ist. Die globale Industrieproduktion ist zwar im November gegenüber dem Vormonat etwas gestiegen und übertraf ihr Vorjahresniveau wieder leicht, gleichzeitig verringerte sich aber der globale Warenhandel und für das Gesamtjahr zeichnet sich beim Warenhandel erstmals seit zehn Jahren ein Rückgang ab. Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan/IHS Markit für die Weltwirtschaft startete in das Jahr 2020 aber mit einer erneuten Steigerung. Der Teilindex für die Industrie legte zuletzt ebenfalls zu und lag wieder merklicher oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Mit der Corona-Epidemie in China ist jedoch ein neuer Risikofaktor für die globale Wirtschaft hinzugekommen. In Anbetracht der aktuellen Indikatorenlage gehen die internationalen Organisationen bisher für das laufende und kommende Jahr von einer nur wenig beschleunigten, aber weiterhin aufwärtsgerichteten Entwicklung der Weltwirtschaft aus.

    Die schwachen Impulse aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld wirken grundsätzlich dämpfend auf den deutschen Außenhandel. Insofern bleiben auch die näheren Aussichten verhalten. Die Ausfuhren an Waren und Dienstleistungen sind im Dezember saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen im Vergleich zum Vormonat um 1,6 % gestiegen, nachdem sie allerdings im November um 3,8 % zurückgegangen waren. Im vierten Quartal insgesamt ergab sich ein leichter Zuwachs von 0,3 %, der aufgrund leicht gestiegener Ausfuhrpreise in realer Rechnung etwas geringer ausfallen dürfte. Die ifo Exporterwartungen sind zum Jahresbeginn 2020 wieder gefallen, blieben aber per Saldo noch im positiven Bereich. Auch die Importe von Waren und Dienstleistungen haben sich im Dezember saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen im Vergleich zum November erhöht (+0,9 %), im gesamten vierten Quartal sind sie nominal nach der Zahlungsbilanzstatistik nur leicht gestiegen (+0,1 %).

    In der Industrie hält die Konjunkturschwäche an. Darauf deuten sowohl die schwache Entwicklung von Auftragseingängen, Umsätzen und Produktion hin. Auf der anderen Seite hat sich die Stimmung in den Unternehmen zuletzt weiter verbessert. Die spricht dafür, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten zumindest etwas stabilisieren dürfte. Die Produktion im Produzierenden Gewerbe insgesamt nahm im Dezember um 3,5 % ab. Dieser deutliche Rückgang ist allerdings aufgrund einer hohen Anzahl an Brückentagen merklich überzeichnet. Darauf deutet auch das kräftige Produktionsminus von 8,7 % im Teilbereich Baugewerbe hin. Die Erzeugung in der Industrie ging um 2,9 % zurück. Die Energieproduktion erhöhte sich um 2,0 %. Im Jahresschlussquartal insgesamt wurde die Herstellung im Produzierenden Gewerbe um 1,9 % eingeschränkt. In der Industrie fiel das Minus mit -2,3 % etwas stärker aus, was insbesondere auf die Kfz-Industrie und den Maschinenbau zurückzuführen ist (-4,6 % bzw. -4,5 %). Auch die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich im Quartalsvergleich um 0,5 % verringert, aber nicht mehr so stark wie in den Vorquartalen. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe hat sich im Januar den vierten Monat in Folge merklich verbessert und die Kapazitätsauslastung ist der Umfrage zufolge sogar gestiegen.

    Die privaten Konsumausgaben bleiben grundsätzlich eine verlässliche Stütze der Binnenkonjunktur. Hierzu tragen die zunehmende Beschäftigung sowie gute Einkommensentwicklung bei. Letztere dürfte sich im vierten Quartal 2019 etwas weniger dynamisch entwickelt haben als im Vorquartal. Im Jahresschlussquartal 2019 haben daher den aktuellen Indikatoren zufolge die privaten Konsumausgaben vorübergehend eine langsamere Gangart eingeschlagen. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz schwächten sich bei einem starken Rückgang im Dezember um 3,3 % im vierten Quartal insgesamt um 0,6 % ab, während in den vier Quartalen zuvor Zuwächse verzeichnet wurden. Die Neuzulassungen von Pkw, die im vierten Quartal um 0,8 % zugelegt hatten, sind im Januar um 17,0 % gesunken. Die Zulassungen der privaten Halter, die für den privaten Konsum maßgeblich sind, waren nicht ganz so stark rückläufig (-5,3 %). Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im Januar etwas abgekühlt, blieb aber per saldo positiv und spürbar oberhalb seines langjährigen Durchschnitts. Das Preisklima ist weiterhin relativ ruhig. Die Inflationsrate betrug im Jahr 2019 +1,4 %, sie war damit merklich niedriger als im Vorjahr (+1,8 %). Für den geringeren Preisauftrieb spielten rückläufige Kraftstoffpreise eine wichtige Rolle.

    Die gedämpfte Konjunktur zeigt sich auch auf dem Arbeitsmarkt. Die Erwerbstätigkeit wurde im Dezember gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 22.000 Personen ausgeweitet und damit so stark wie im monatlichen Durchschnitt im Jahr 2019. Der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung war im November (+40.000 Personen) so kräftig wie im Vormonat. Im Bereich Arbeitnehmerüberlassung sank die Zahl der Beschäftigten um 6.000 Personen, im Verarbeitenden Gewerbe nahm die Beschäftigung hingegen nach einem Rückgang im Oktober geringfügig zu. Die Arbeitslosigkeit verläuft seit dem Sommer weitgehend seitwärts, sie nahm im Januar saisonbereinigt um 2.000 Personen ab. Nach den Ursprungszahlen (2,43 Mio. Personen) wird der Vorjahresstand um 20.000 Personen überschritten. Die Unterbeschäftigung veränderte sich nicht. Die Inanspruchnahme von konjunkturellem Kurzarbeitergeld nimmt in der Tendenz zu, wenngleich sie im November mit 96.000 Personen etwas geringer war als im Oktober.

    Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit waren im Dezember mit 46.000 Personen ebenfalls leicht zurückgegangen. Die Frühindikatoren lassen weiterhin einen moderaten Beschäftigungsaufbau und nur geringe Veränderungen der Arbeitslosigkeit erwarten.

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  • Die Winterprognose 2020 der EU-Kommission bestätigt den stetigen, gemäßigten Wachstumskurs der europäischen Wirtschaft. Das Euro-Währungsgebiet erlebt derzeit seine längste Phase nachhaltigen Wachstums seit der Einführung des Euro im Jahr 1999. Nach der Prognose wird das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euro-Währungsgebiet in den Jahren 2020 und 2021 stabil bei 1,2 Prozent bleiben.

     

    EU-Kommission, Pressemitteilung vom 13.02.2020

    Die am 13.02.2020 veröffentlichte Winterprognose 2020 bestätigt den stetigen, gemäßigten Wachstumskurs der europäischen Wirtschaft. Das Euro-Währungsgebiet erlebt derzeit seine längste Phase nachhaltigen Wachstums seit der Einführung des Euro im Jahr 1999. Nach der Prognose wird das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Euro-Währungsgebiet in den Jahren 2020 und 2021 stabil bei 1,2 Prozent bleiben. Für Deutschland rechnet die Kommission in beiden Jahren mit einem Wachstum von je 1,1 Prozent. Für die EU insgesamt wird ein geringfügiger Rückgang des Wachstums auf 1,4 Prozent in den Jahren 2020 und 2021 prognostiziert – in der Herbstprognose 2019 wurde noch von 1,5 Prozent ausgegangen.

    Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, erklärte: “Trotz des schwierigen Umfelds ist die europäische Wirtschaft nach wie vor auf einem stetigen Wachstumspfad, es werden Arbeitsplätze geschaffen und die Löhne steigen. Wir sollten jedoch die potenziellen Risiken beachten, die von den sich verändernden geopolitischen Verhältnissen in Verbindung mit Handelsunsicherheiten ausgehen. Die Mitgliedstaaten sollten daher noch die Gelegenheit für Strukturreformen nutzen, um Wachstum und Produktivität anzukurbeln. Länder mit hoher Staatsverschuldung sollten sich verstärkt schützen, indem sie eine umsichtige Haushaltspolitik verfolgen.”

    Der EU-Kommissar für Wirtschaft, Paolo Gentiloni, sagte: “Das stabile, allerdings gedämpfte Wachstum der europäischen Wirtschaft dürfte sich in den kommenden zwei Jahren auf gleichem Niveau fortsetzen. Damit wird sich die bisher längste Expansionsphase seit der Einführung des Euro im Jahr 1999 noch weiter verlängern, was gut für die Beschäftigung ist. Weitere positive Entwicklungen waren die Verringerung der Handelsspannungen und die Vermeidung des Brexit ohne Abkommen. Allerdings belastet die beträchtliche politische Unsicherheit weiterhin den verarbeitenden Sektor. Was das Coronavirus angeht, so ist es noch zu früh, um zu bewerten, in welchem Ausmaß es sich negativ auf die Wirtschaft auswirken wird.”

    Weiterhin stabiles Wachstum dank Binnennachfrage

    Die außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen gestalten sich weiterhin schwierig. Dank der kontinuierlichen Schaffung von Arbeitsplätzen, eines robusten Lohnwachstums und eines unterstützenden Policy-Mix dürfte die europäische Wirtschaft jedoch auf einem gemäßigten Wachstumspfad bleiben. Der private Konsum und private Investitionen, insbesondere im Bausektor, werden das Wirtschaftswachstum weiter ankurbeln, während davon auszugehen ist, dass eine Reihe von Mitgliedstaaten außerdem verstärkt öffentliche Vorhaben verwirklichen und insbesondere in Verkehr und digitale Infrastruktur investieren werden. Mit einer sich abzeichnenden Stabilisierung des verarbeitenden Gewerbes und der mutmaßlichen Überwindung des Rückgangs der globalen Handelsströme dürfte dies der europäischen Wirtschaft zu weiterer Expansion verhelfen. Gleichzeitig erscheinen diese Faktoren jedoch nicht ausreichend, um das Wachstum signifikant voranzutreiben.

    Inflationsprognose leicht nach oben korrigiert

    Die Inflationsprognose (der harmonisierte Verbraucherpreisindex) für das Euro-Währungsgebiet wurde für 2020 auf 1,3 Prozent und für 2021 auf 1,4 Prozent korrigiert – eine Steigerung von 0,1 Prozentpunkten für beide Jahre im Vergleich zur Herbstprognose 2019. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die höheren Löhne ersten Anzeichen zufolge nunmehr auf die Preise durchschlagen könnten und die Annahmen bezüglich der Ölpreise leicht nach oben korrigiert wurden.

    Auch die Inflationsprognose für die gesamte EU wurde für 2020 um 0,1 Prozentpunkte auf 1,5 Prozent angehoben. Die Prognose für 2021 bleibt unverändert bei 1,6 Prozent.

    Risiken für die Prognose

    Einige Abwärtsrisiken haben sich zwar abgeschwächt, gleichzeitig sind jedoch neue entstanden, und insgesamt überwiegen die Abwärtsrisiken weiterhin.

    Das Handelsabkommen zwischen den USA und China hat die Abwärtsrisiken etwas verringert, doch die hohe Unsicherheit in Bezug auf die Handelspolitik der USA ist nach wie vor ein Hindernis für die Entwicklung eines besseren Geschäftsklimas. Soziale Unruhen in Lateinamerika könnten die wirtschaftliche Erholung dieser Region beeinträchtigen, während vermehrte geopolitische Spannungen im Nahen Osten die Konfliktgefahr erhöhen.

    Zwar herrscht nun Klarheit hinsichtlich der Handelsbeziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich während des Übergangszeitraums, doch bleibt sehr ungewiss, wie die neue Partnerschaft mit dem Vereinigten Königreich aussehen wird. Ein weiteres Abwärtsrisiko ist der Ausbruch des Coronavirus (COVID-19) und dessen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit, Wirtschaft und Handel, insbesondere in China. Es wird davon ausgegangen, dass seine Verbreitung im ersten Quartal ihren Höchststand erreichen wird und andere Teile der Welt nur in begrenztem Maße betroffen sein werden. Mit fortschreitender Dauer erhöht sich allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass Konjunkturerwartungen und die globalen Finanzierungsbedingungen beeinträchtigt werden. Außerdem können Risiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel auch auf kurze Sicht nicht ausgeschlossen werden, obwohl sie überwiegend langfristiger Natur sind.

    Andererseits könnte die europäische Wirtschaft von einer expansiveren und wachstumsfreundlicheren Haushaltspolitik profitieren, und durch günstigere Finanzierungsbedingungen in einigen Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets könnten positive Spillover-Effekte entstehen.

    Rein technische Annahme für das Vereinigte Königreich

    Da die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich noch nicht geklärt sind, beruhen die Projektionen für 2021 auf einer rein technischen Annahme des Status quo in Bezug auf die Handelsbeziehungen. Sie dient ausschließlich Prognosezwecken und ist keine Vorwegnahme oder Vorhersage des Ergebnisses der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich.

    Hintergrund

    Diese Prognose basiert auf einer Reihe technischer Annahmen über Wechselkurse, Zinssätze und Rohstoffpreise mit Stichtag 29. Januar. Bei allen anderen herangezogenen Daten, auch den Annahmen zu staatlichen Maßnahmen, wurden Informationen bis einschließlich 4. Februar berücksichtigt. Den Projektionen liegt die Annahme einer unveränderten Politik zugrunde, es sei denn, es wurden glaubwürdig konkrete politische Maßnahmen angekündigt.

    Die Europäische Kommission veröffentlicht jedes Jahr zwei umfassende Prognosen (im Frühjahr und im Herbst) und zwei Zwischenprognosen (im Winter und im Sommer). Die Zwischenprognosen enthalten jährliche und vierteljährliche BIP- und Inflationszahlen für das laufende und das folgende Jahr für alle Mitgliedstaaten sowie die aggregierten Zahlen für die EU insgesamt und für das Euro-Währungsgebiet.

    Als nächste Wirtschaftsprognose wird die Europäische Kommission ihre Frühjahrsprognose 2020 vorlegen, die am 7. Mai 2020 veröffentlicht werden soll.

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  • Im November 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.413 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 7,5 % weniger als im November 2018. Trotz des Rückgangs der Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen liegen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger mit 3,4 Mrd. Euro deutlich höher als im Vorjahresmonat.

    November 2019: 7,5 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im November 2018

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.02.2020

    Beantragte Unternehmensinsolvenzen, November 2019

    • -7,5 % zum Vorjahresmonat

    Im November 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.413 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 7,5 % weniger als im November 2018. Trotz des Rückgangs der Zahl beantragter Unternehmensinsolvenzen liegen die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger mit 3,4 Milliarden Euro deutlich höher als im Vorjahresmonat: Im November 2018 hatten sie bei 1,1 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen bei gleichzeitigem Rückgang der Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass im November 2019 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt haben als im November 2018.

    Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im November 2019 mit 218 Fällen (November 2018: 240) im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Unternehmen des Baugewerbes stellten 212 Insolvenzanträge (November 2018: 280). Im Gastgewerbe wurden 158 (November 2018: 199) Insolvenzanträge gemeldet und im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlich und technischen Dienstleistungen 156 (November 2018: 144).

    Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 6.703 übrige Schuldner im November 2019 Insolvenz an (-13,2 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 4.792 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.550 Insolvenzanträge von ehemals selbstständig Tätigen, die ein Regel- beziehungsweise ein Verbraucherinsolvenzverfahren durchlaufen.

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  • Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Januar 2020 bei +1,7 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Dezember 2019 um 0,6 %

    Inflationsrate im Januar 2020 bei +1,7 %

    Verbraucherpreise für Energieprodukte ziehen an: +3,4 % zum Vorjahresmonat

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.02.2020

    Verbraucherpreisindex, Januar 2020

    • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • -0,6 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Januar 2020

    • +1,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • -0,8 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Januar 2020 bei +1,7 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Dezember 2019 um 0,6 %.

    Waren insgesamt teurer als ein Jahr zuvor durch Preisanstiege bei Energieprodukten

    Die Preise für Waren insgesamt lagen im Januar 2020 um 2,0 % über denen des Vorjahresmonats. Vor allem Energieprodukte verteuerten sich (+3,4 %) nach einem leichten Preisrückgang im Dezember 2019 (-0,1 %). Teurer als ein Jahr zuvor waren im Januar 2020 insbesondere Kraftstoffe (+5,2 %) und Strom (+3,9 %). Die Nahrungsmittelpreise erhöhten sich ebenfalls überdurchschnittlich (+2,3 %). Teurer waren besonders Fleisch und Fleischwaren (+6,2 %) sowie Obst (+6,0 %). Unter den Waren wurden zudem Zeitungen und Zeitschriften (+5,3 %) sowie Tabakwaren (+4,4 %) merklich teurer.

    Inflationsrate ohne Energie bei +1,5 %

    Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Januar 2020 bei +1,5 % gelegen.

    Dienstleistungen insgesamt verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,5 %

    Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Januar 2020 um 1,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Hervorzuheben sind hier die steigenden Preise für Kfz-Werkstätten (+4,7 %) sowie für Leistungen sozialer Einrichtungen (+4,3 %). Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,4 %.

    Deutliche Preisrückgänge gegenüber Vormonat bei Pauschalreisen, Bahn und Bekleidung

    Im Vergleich zum Dezember 2019 sank der Verbraucherpreisindex im Januar 2020 um 0,6 %. Neben den saisonbedingten Preisrückgängen bei Pauschalreisen (-28,7 %), Bekleidung (-6,3 %) und Schuhen (-4,0 %) wirkte sich die Senkung der Mehrwertsteuer für Bahnfahrkarten im Fernverkehr zum 1. Januar 2020 aus, wodurch diese Preise um 10,0 % sanken.

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  • Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im Januar durchschnittlich um 3,3 % (Eurobasis: -3,2 %) im Vergleich zum Vormonat gefallen und notierte bei 112,1 Punkten (Eurobasis: 112 Punkte). Der Rückgang des Indexwertes ist auf die fallenden Rohöl- und Erdgaspreise zurückzuführen.

     

    HWWI, Pressemitteilung vom 11.02.2020

    • HWWI-Gesamtindex fiel um 3,3 % (US-Dollarbasis)
    • Rohölpreise sanken um 2,4 %
    • Index für Industrierohstoffe stieg um 1,5 %

    Der HWWI-Rohstoffpreisindex ist im Januar durchschnittlich um 3,3 % (Eurobasis: -3,2 %) im Vergleich zum Vormonat gefallen und notierte bei 112,1 Punkten (Eurobasis: 112 Punkte). Der Rückgang des Indexwertes ist auf die fallenden Rohöl- und Erdgaspreise zurückzuführen. Der Teilindex für Energierohstoffe fiel im Januar durchschnittlich um 4,0 % (Eurobasis: -3,9 %) auf 111,9 Punkte (Eurobasis: 111,8 Punkte), während die Indizes für Nahrungs- und Genussmittel und Industrierohstoffe leichte Anstiege im Vergleich zum Vormonat verzeichneten. Der Index für Nahrungs- und Genussmittel stieg um 0,3 % (Eurobasis: +0,4 %) auf 96,1 Punkte (Eurobasis: 96,0 Punkte) und der Index für Industrierohstoffe um 1,5 % (Eurobasis: +1,7 %) auf 124,7 Punkte (Eurobasis: 124,8 Punkten). Demzufolge stieg auch der Index ohne Energie um 1,1 % (Eurobasis: +1,2 %) auf 113 Punkte (Eurobasis: 113 Punkte).

    Index für Energierohstoffe: -4,0 % (Eurobasis: -3,9 %)

    Ende des Jahres 2019 sind die Rohölpreise angestiegen, da die OPEC zusammen mit weiteren Produzentenländern (inklusive Russland) erneut Kürzungen der Ölförderungsmenge beschlossen hat. Der Preisanstieg hat sich im Januar des neuen Jahres allerdings nicht weiter fortgesetzt und die Preise für alle drei im Index enthaltenden Rohölsorte (Brent, WTI, Dubai) sanken durchschnittlich. Anfang des Monats stiegen die Preise zunächst kurzfristig stark an, als der Konflikt zwischen Iran und den USA erneut eskalierte. Am 2. Januar 2020 wurde der iranische General Qassem Soleimani durch das US-Militär getötet. Der Iran reagierte daraufhin mit Angriffen auf internationale Militärstützpunkte im Irak. Aufgrund der Ereignisse schlugen die Ölpreise nach oben aus und erreichten am 3. Januar bereits das Monatsmaximum von 69 US-$ pro Barrel Brent und 63 US-$ pro Barrel WTI Rohöl. Das hohe Preisniveau blieb trotz angespannter weltpolitischer Lage nur wenige Tage bestehen. Ab dem 7. Januar sanken die Ölpreise bis zum Monatsende kontinuierlich, mit Ausnahme vom 27. Januar, wo insbesondere der Preis der Referenzsorte aus Dubai anstieg. Grund für den kurzfristigen Preisanstieg waren iranische Raketenangriffe auf die amerikanische Botschaft in Bagdad. Der überwiegend fallende Verlauf der Ölpreise in der zweiten Januarhälfte wurde insbesondere durch den Ausbruch des Coronavirus in China verursacht. Aufgrund des Virus und der Abriegelung der Metropole Wuhan kam es in China zu großen Verkehrs- und Reisebeschränkungen, welche einen Rückgang der Ölnachfrage mit sich zogen. Außerdem drückten die Befürchtungen, dass das Coronavirus sich weiter ausbreitet und die chinesische Wirtschaft dauerhaft schwächt, ebenfalls auf die Ölpreise. Die Preise erreichten am 31. Januar das Monatstief von 57 US-$ pro Barrel Brent und 52 US-$ pro Barrel WTI.

    Auch die europäischen und die amerikanischen Erdgaspreise fielen durchschnittlich im Januar verglichen mit dem Vormonat. Besonders stark sank der Preis für europäisches Erdgas. Einerseits haben die für den Januar unüblich milden Temperaturen in Europa zu einer Reduktion des europäischen Verbrauchs an Erdgas geführt, andererseits ist der europäische Gasmarkt derzeit gut versorgt.

    Der Teilindex für Kohle hingegen stieg im Januar im Vergleich zum Vormonat durchschnittlich um 4,2 % (Eurobasis: +4,3 %), wobei sich sowohl die Preise für australische als auch die Preise für südafrikanische Kohle erhöhten. Zwar ist die europäische und US-amerikanische Stromproduktion aus Kohle rückläufig, allerdings wächst die Nachfrage nach Kohle aus Indien, Vietnam, Indonesien, Bangladesch und Pakistan.

    Insgesamt sank der Teilindex der Energierohstoffe um 4,0 % (Eurobasis: -3,9 %) auf 111,9 Punkte (Eurobasis: 111,8 Punkte).

    Index für Industrierohstoffe: +1,5 % (Eurobasis: +1,7 %)

    Der Teilindex für Industrierohstoffe ist in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott untergliedert. Der Teilindex für Industrierohstoffe ist im Januar weiter anstiegen, was insbesondere durch die deutlichen Preisanstiege auf den Märkten für Stahlschrott zu erklären ist. Der Index für Eisenerz und Stahlschrott stieg um 4,0 % (Eurobasis: +4,1 %) im Vergleich zum Vormonat. Aufgrund der Annäherung von China und den USA im Handelskonflikt und der Unterzeichnung eines Teilabkommens Anfang Januar, stiegen die Preise für Eisenerz und Stahlschrott besonders in der ersten Januarhälfte stark an. In der zweiten Hälfte des Monats haben sich die Befürchtungen, dass das Coronavirus das chinesische Wachstum bremst, preissenkend ausgewirkt.

    Der Index für NE-Metalle ist im Januar im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken, was durch die Preissenkungen der Rohstoffe Kupfer, Nickel und Zinn zu erklären ist. Die Preise sind ebenfalls vor allem in der zweiten Monatshälfte aufgrund des Coronavirus und der befürchteten Ausbreitung gesunken. Eine Ausnahme bilden die Preise für Zink, die durchschnittlich im Januar angestiegen sind. Allerdings beschränkte sich der Anstieg, welcher auf geringe Lagerbestände zurückzuführen war, auch bei Zink auf die erste Januarhälfte. In der zweiten Januarhälfte sanken die Zinkpreise ebenfalls.

    Der Index für Agrarische Industrierohstoffe erhöhte sich im Januar um durchschnittlich 0,9 % (Eurobasis: +1,0 %) aufgrund der Preiserhöhung auf den Märkten für Baumwolle, australischer Wolle und Häute. Anfang des Jahres ließ die Unterzeichnung des Teilabkommens zwischen China und den USA auch einen Anstieg der chinesischen Nachfrage nach Baumwolle vermuten, was die Preise zunächst antrieb. Zusätzlich erhöhten schlechte Ernteerwartungen in China, Indien, den USA und Pakistan die Baumwollpreise. Der Ausbruch des Coronavirus, welcher die chinesische Nachfrage nach Baumwolle wieder schmälern könnte, sorgte Ende des Monats für Preissenkungen.

    Insgesamt stieg der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 1,5 % (Eurobasis: +1,7 %) auf 124,7 Punkte (Eurobasis: 124,8 Punkte).

    Index für Nahrungs- und Genussmittel: +0,3 % (Eurobasis: +0,4 %)

    Im Monatsdurchschnitt blieb der Index für Nahrungs- und Genussmittel nahezu unverändert und stieg lediglich um 0,3 % (Eurobasis: +0,4 %). Die Entwicklungen der Teilindizes für Öle und Ölsaaten, Genussmittel und Getreide verliefen im Januar gegenläufig und die Preisveränderungen glichen sich untereinander aus. Während die beiden Indizes für Getreide und Öle und Ölsaaten anstiegen, sank der Index für Genussmittel. Die Preise für Genussmittel sind im Januar durchschnittlich um 3,5 % (Eurobasis: +3,4 %) gefallen, was durch den starken Rückgang der Kaffeepreise zu erklären ist. Die Überkapazitäten auf den Märkten für Kaffee führten trotz stetig steigender Nachfrage zu sinkenden Preisen. Die Preise für Kakao und Zucker hingegen stiegen im Januar hauptsächlich aufgrund von schlechten Ernteerwartungen, die auf ungünstige Wetterbedingungen in den Anbauregionen zurückzuführen sind. Da Kaffee einer der weltweit meist gehandelten Rohstoffe ist, ging die Kaffeepreisentwicklung mit großem Gewicht in die Entwicklung des Teilindex ein und kompensierte die Preisanstiege der weiteren Rohstoffe aus dem Bereich Genussmittel.

    Besonders starke Preisanstiege waren außerdem auf den Märkten für Palmöl zu beobachten. Die Preise stiegen im Januar, da das Angebot aufgrund von Trockenheit in den Anbauregionen und einer aus Kostengründen geringeren Nutzung von Düngemitteln verknappte.

    Auf den Märkten für Getreide zeichnete sich im Januar ein ähnliches Bild ab wie auf den Märkten für Industriemetalle. Die Getreidepreise stiegen Anfang Januar zunächst aufgrund der Annäherung im Handelskrieg zwischen China und den USA. In der zweiten Januarhälfte sorgten aber die Erwartungen bezüglich des Coronavirus für Preisrückgänge.

    Insgesamt nahm der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt um 0,3 % (Eurobasis: +0,4 %) zu und notierte bei 96,1 Punkten (Eurobasis: 96,0 Punkten).

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  • Der Reallohnindex in Deutschland ist im Jahr 2019 um durchschnittlich 1,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung mitteilt, lagen die Nominallöhne 2019 um 2,6 % über dem Vorjahreswert. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,4 %.

     

    Nominallöhne 2,6 % über dem Vorjahreswert
    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.02.2020

    Der Reallohnindex in Deutschland ist im Jahr 2019 um durchschnittlich 1,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen der vierteljährlichen Verdiensterhebung weiter mitteilt, lagen die Nominallöhne 2019 um 2,6 % über dem Vorjahreswert. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im selben Zeitraum um 1,4 %.

    Seit 2010 Reallohnzuwachs von durchschnittlich 1,2 % pro Jahr

    Damit hat sich der Trend der vergangenen Jahre, in denen die Bruttoverdienste der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärker stiegen als die Verbraucherpreise, im Jahr 2019 weiter fortgesetzt: Gemessen am Reallohnindex stiegen die Arbeitnehmerverdienste seit 2010 im Durchschnitt jedes Jahr ebenfalls um 1,2 %. Die nominalen Verdienste von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten erhöhten sich durchschnittlich um knapp 2,6 % und die Verbraucherpreise um gut 1,3 % pro Jahr.

    Diese Angaben sind vorläufige Ergebnisse über die nominale (nicht preisbereinigte) und reale (preisbereinigte) Entwicklung der Bruttoverdienste in Deutschland im Jahr 2019. Detaillierte und endgültige Daten für das 4. Quartal 2019 und das Jahr 2019 werden voraussichtlich Ende März 2020 veröffentlicht.

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  • Am dunklen Horizont der deutschen Industrie ist ein dünner Silberstreif aufgetaucht. Laut ifo Institut erwarten die Betriebe in den kommenden drei Monaten eine leichte Steigerung ihrer Produktion.

     

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 07.02.2020

    Am dunklen Horizont der deutschen Industrie ist ein dünner Silberstreif aufgetaucht. Laut ifo Institut erwarten die Betriebe in den kommenden drei Monaten eine leichte Steigerung ihrer Produktion. Der Index der Produktionserwartungen stieg im Januar von minus 5,3 auf plus 2,3 Punkte. Damit drehte der Index erstmals seit Mai 2019 ins Plus, was bedeutet, dass die Unternehmen eine Ausweitung ihrer Herstellung erwarten.

    In der besonders gebeutelten Autobranche stieg der Index von minus 23,0 auf plus 3,7, bei Metallerzeugnissen von minus 22,7 auf minus 11,4, in der Metallerzeugung und -bearbeitung von minus 36,3 auf minus 21,4 Punkte, im Maschinenbau von minus 12,7 auf minus 5,4, bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen von minus 13,3 auf minus 6,5 und in der Chemie sogar von plus 7,8 auf plus 11,3 Punkte.

    Abwärts dagegen ging es bei Gummi- und Kunststoffwaren, von plus 5,6 auf minus 2,1 und bei den Herstellern von elektronischen Erzeugnissen und Optik, von plus 17,6 auf plus 16,4.

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  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 3,5 % gesunken. Das berichtet das BMWi.

    BMWi, Pressemitteilung vom 07.02.2020

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember im Vergleich zum Vormonat um 3,5 % gesunken. Dabei ging der Ausstoß in der Industrie um 2,9 % und im Baugewerbe infolge einer deutlichen Produktionseinschränkung im Ausbaugewerbe um 8,7 % zurück. Innerhalb der Industrie verringerte sich die Produktion von Konsumgütern um 2,0 % und die von Vorleistungs- und Investitionsgütern um 2,6 % bzw. 3,5 %.

    Im vierten Quartal wurde die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,9 % zurückgefahren. Der Rückgang in der Industrie (-2,3 %) war etwas kräftiger. So sank u. a. der Ausstoß des Maschinenbaus und der Kfz-Industrie (-4,5 % bzw. -4,6 %), während die Bereiche Chemie und Pharma Zuwächse von 0,6 % bzw. 3,9 % verzeichneten. Die Bauproduktion insgesamt nahm um 1,9 % ab, wobei das Bauhauptgewerbe leicht expandierte (+0,2 %), aber das Ausbaugewerbe seine Produktion deutlich einschränkte (-3,9 %).

    Die zuletzt schwache Entwicklung der Produktion und der Auftragseingänge deutet darauf hin, dass die Konjunkturschwäche in der Industrie noch nicht überwunden ist. Aufgrund einer hohen Anzahl an Brückentagen im Dezember dürfte der Rückgang der Industrieproduktion allerdings überzeichnet sein. Die verbesserte Stimmung in den Unternehmen spricht dafür, dass sich die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten etwas aufhellen wird.

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  • Die deutschen Exporte und Importe haben lt. Statistischem Bundesamt im Jahr 2019 die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 2018 übertroffen. Allerdings verlor das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren an Dynamik.

     

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 07.02.2020

    Exporte, Dezember 2019

    98,0 Milliarden Euro

    +0,1 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)

    +2,3 % zum Vorjahresmonat

    Jahr 2019

    1.327,6 Milliarden Euro

    +0,8 % zum Vorjahr

    Importe, Dezember 2019

    82,8 Milliarden Euro

    -0,7 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)

    +1,2 % zum Vorjahresmonat

    Jahr 2019

    1.104,1 Milliarden Euro

    +1,4 % zum Vorjahr

    Außenhandelsbilanz, Dezember 2019:

    15,2 Milliarden Euro

    19,2 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

    Jahr 2019

    223,6 Milliarden Euro

    Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, Dezember 2019

    29,4 Milliarden Euro

    Jahr 2019

    266,2 Milliarden Euro

     

    Die deutschen Exporte und Importe haben im Jahr 2019 die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 2018 übertroffen. Allerdings verlor das Wachstum im Vergleich zu den Vorjahren an Dynamik: 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 1 327,6 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 1 104,1 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren die Exporte im Jahr 2019 damit 0,8 % höher als 2018. Die Importe stiegen um 1,4 %. 2018 waren die Exporte noch um 3,0 % und die Importe um 5,6 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 2017 hatten die Exporte 6,2 % und die Importe 8,0 % über dem Vorjahresniveau gelegen.

    Die Außenhandelsbilanz schloss im Jahr 2019 mit einem Überschuss von 223,6 Milliarden Euro ab. 2018 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz 228,7 Milliarden Euro betragen.

    Die Leistungsbilanz schloss im Jahr 2019 unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+237,5 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-21,7 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+97,8 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-47,4 Milliarden Euro) nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank mit einem Überschuss von 266,2 Milliarden Euro ab. 2018 hatte die Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 246,0 Milliarden Euro ausgewiesen.

    In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Jahr 2019 Waren im Wert von 777,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 631,3 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber 2018 nahmen die Exporte in die EU-Staaten um 0,2 % ab, die Importe aus den EU-Staaten stiegen um 1,3 %. In die Staaten der Eurozone wurden im Jahr 2019 Waren im Wert von 491,8 Milliarden Euro (-0,1 %) geliefert und Waren im Wert von 409,1 Milliarden Euro (+0,8 %) aus diesen Staaten bezogen. In die EU-Staaten, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Jahr 2019 Waren im Wert von 285,5 Milliarden Euro (-0,4 %) exportiert und Waren im Wert von 222,3 Milliarden Euro (+2,1 %) von dort importiert.

    In die Staaten außerhalb der EU (Drittstaaten) wurden 2019 Waren im Wert von 550,3 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 472,8 Milliarden Euro aus diesen Staaten importiert. Gegenüber 2018 nahmen die Exporte in die Drittstaaten um 2,2 % zu, die Importe von dort stiegen um 1,6 %.

    Im Monat Dezember 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 98,0 Milliarden Euro (+2,3 % gegenüber Dezember 2018) ausgeführt und Waren im Wert von 82,8 Milli­arden Euro (+1,2 %) eingeführt. Kalender- und saisonbereinigt stiegen die Exporte gegenüber dem Vormonat November 2019 um 0,1 %, die Importe nahmen um 0,7 % ab.

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  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2,1 % zurückgegangen. Das berichtet das BMWi.

    BMWi, Pressemitteilung vom 06.02.2020

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember gegenüber dem Vormonat um 2,1 % zurückgegangen. Die Aufträge aus dem Inland und aus dem Nicht-Euroraum nahmen um 1,4 % bzw. 2,1 % zu. Aus dem Euroraum gingen hingegen 13,9 % weniger Aufträge ein. Ohne Großaufträge sind die Bestellungen insgesamt um 1,3 % gesunken.

    Der Rückgang der Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt hat sich im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal auf 0,5 % abgeschwächt.

    In den zurückliegenden Monaten entwickelten sich die Auftragseingänge schwächer, geprägt durch die Entwicklung im Investitionsgüterbereich. Dabei spielten monatliche Schwankungen von Großaufträgen aus dem Ausland im Bereich Sonstiger Fahrzeugbau eine Rolle, auf die alleine etwa 1/3 des Auftragsrückgangs im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember zurückzuführen ist. Das Geschäftsklima in den Unternehmen hingegen hat sich zuletzt verbessert. Insgesamt bleibt der Ausblick für die Industriekonjunktur verhalten.

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  • Die deutsche Wirtschaft hat nach wie vor große Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Dieser Trend, der sich auch in einer neuen Umfrage des DIHK zeigt, wirft drängende Fragen auf – längst nicht mehr nur für die Betriebe, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt.

    DIHK, Pressemitteilung vom 03.02.2020

    Die hiesige Wirtschaft hat nach wie vor große Schwierigkeiten, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Dieser Trend, der sich auch in einer neuen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigt, wirft drängende Fragen auf – längst nicht mehr nur für die Betriebe, sondern auch für die Gesellschaft insgesamt.

    “Fachkräfteengpässe bleiben trotz Konjunkturschwäche eine große Herausforderung für die deutschen Unternehmen”, fasst der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks die Ergebnisse des DIHK-Fachkräftereports 2020 zusammen, an dem sich 23.000 Unternehmen beteiligt hatten. Nach wie vor habe fast jedes zweite davon Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen – und das, obwohl wegen der gebremsten Geschäftserwartungen derzeit wieder weniger Industriebetriebe neues Personal suchten.

    Für diejenigen Unternehmen, die Stellen besetzen wollen, gestalte sich die Suche “nach wie vor schwierig”, berichtet Dercks. Infolge der Engpässe sähen sich manche Firmen gezwungen, ihr Angebot einzuschränken oder Aufträge abzulehnen.

    Gesamtgesellschaftliche Dimension

    “Der Fachkräftemangel wirft längst nicht mehr nur für die Betriebe Fragen auf, sondern für unsere Gesellschaft insgesamt”, betont der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer: “Wie gelingt beispielsweise hierzulande der für die Wirtschaft so wichtige Strukturwandel rund um die Digitalisierung und die Datensicherheit, wenn in den Betrieben die IT-Kräfte fehlen? Wie sichern wir eine gute Gesundheitsversorgung bei knappen Pflegekräften? Wie gelingen Wohnungs- und Infrastrukturausbau bei Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft? Wie kann die Planungsbeschleunigung bei Infrastrukturvorhaben vorankommen, wenn in den Planungsbüros die Fachleute fehlen?”

    Und die Situation werde sich noch weiter verschärfen: “Bis zum Jahr 2035 nimmt das Angebot an Arbeitskräften in Deutschland um bis zu sechs Millionen ab – und ohne fortgesetzte Zuwanderung von Fachkräften wären es sogar noch deutlich mehr”, warnt Dercks. “Das sind nur noch 15 Jahre. Der Demografie-Countdown läuft.”

    Duale Ausbildung stärken …

    Zur nachhaltigen Fachkräftesicherung müsse es noch besser gelingen, die duale Ausbildung zu stärken – schließlich fehlten zunehmend vor allem beruflich Qualifizierte. Dabei gelte es, die Berufsschulen für das digitale Zeitalter auszustatten, so Dercks. Hierfür benötigten sie in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro, also die Hälfte der Gelder aus dem Digitalpakt.

    … und Zuwanderung flankieren

    Auch die Bedeutung der Zuwanderung als Baustein der Fachkräftesicherung wachse, fährt der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer fort. Ausländische Arbeitskräfte machten mittlerweile über die Hälfte des Jobaufbaus aus.

    “Fast ein Drittel der hiesigen Unternehmen hat in den letzten Jahren Mitarbeiter aus dem Ausland eingestellt – in erster Linie aus der EU”, berichtet er. Mehr als jeder zehnte Betrieb plane zudem, auch Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten zu gewinnen. Weil dies aus Sicht der Betriebe jedoch nicht einfach sei, wünsche sich fast jedes dritte Unternehmen mehr Information und Unterstützung.

    Dercks versichert: “Die IHK-Organisation wird dazu gemeinsam mit Partnern aus Politik und Verwaltung gerade angesichts der Neuregelungen des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes ihren Beitrag leisten.”

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  • Immer wieder stehen Unternehmen im Verdacht, durch mehr Befristungen, Zeitarbeit oder Werkverträge die Kernbelegschaft abzubauen. Doch eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist.

    IW Köln, Pressemitteilung vom 04.02.2020

    Immer wieder stehen Unternehmen im Verdacht, durch mehr Befristungen, Zeitarbeit oder Werkverträge die Kernbelegschaft abzubauen. Doch eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass das genaue Gegenteil der Fall ist.

    Zwischen 2012 und 2017 haben rund 42 Prozent aller deutschen Betriebe mehr unbefristete Arbeitnehmer eingestellt. Dagegen haben nur elf Prozent die befristete Beschäftigung ausgeweitet. Die weit verbreitete Überzeugung, dass unbefristete Arbeitnehmer nach und nach durch befristete ausgetauscht werden, ist also nicht erkennbar. Der Trend geht sogar in die entgegengesetzte Richtung, wie ein Blick auf den Arbeitsmarkt zeigt: Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl befristeter Beschäftigter von 2,64 auf 2,55 Millionen, obwohl insgesamt immer mehr Menschen eine Stelle haben.

    Typisch atypisch?

    Befristungen gehören zu den sogenannten atypischen Erwerbsformen. Dazu zählen auch Zeitarbeits- und Werkverträge, die genau wie befristete Verträge immer wieder in der Kritik stehen. Doch auch hier ist der Ärger über die flexiblen Modelle unbegründet: Nur rund neun Prozent der Betriebe haben die atypische Beschäftigung erhöht, ohne auch die unbefristeten Stellen auszuweiten. Dafür haben knapp 36 Prozent der Unternehmen mehr normale und keine weiteren flexiblen Verträge abgeschlossen.

    Unsicherheit fördert Befristungen

    Zur Kostensenkung scheinen die Betriebe also keine flexiblen Erwerbsformen zu nutzen. Vielmehr geht es den Arbeitgebern um Unsicherheit: Die Auswertung hat ergeben, dass Betriebe gerade dann mehr Befristungen eingehen, wenn die wirtschaftliche Zukunft sehr ungewiss ist. Die wirtschaftliche Entwicklung verlief bis 2017 sehr stabil. Deswegen haben sie in dieser Zeit auch mehr unbefristete Mitarbeiter gesucht. “Dass Betriebe ihre Mitarbeiter willkürlich befristen, ist ein Mythos”, sagt Studienautor Holger Schäfer. “Vielmehr gibt es dafür gute Gründe, etwa wirtschaftliche Unsicherheit.” Eine stärkere Regulierung, wie es die Bundesregierung derzeit bei Befristungen plant, würde den Betrieben und dadurch auch den Arbeitnehmern eher schaden.

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  • Kleine und mittlere Unternehmen haben ihre Innovationsausgaben zuletzt relativ stark erhöht, Großunternehmen verzeichneten einen geringeren Anstieg. Für 2019 und 2020 ist jedoch mit umgekehrten Entwicklungen zu rechnen. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle Erhebung des ZEW zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

    ZEW, Pressemitteilung vom 04.02.2020

    Die deutsche Wirtschaft investiert weiter in Innovationen. So haben die Innovationsausgaben der hiesigen Unternehmen im Jahr 2018 um 4,1 Prozent auf 172,6 Milliarden Euro und damit im Vergleich zum Vorjahr zugelegt. Die Innovationsanstrengungen der Unternehmen werden aktuell jedoch von zwei großen Hemmnissen beeinträchtigt: Erstens fehlt es an geeignetem Fachpersonal. Mehr als jedes dritte Unternehmen musste im Jahr 2018 aufgrund fehlender Fachkräfte auf Innovationsaktivitäten verzichten, diese vorzeitig einstellen oder konnte sie nur mit Verzögerungen umsetzen. Das zweite große Hindernis sind fehlende interne und externe Finanzierungsquellen. Jedes vierte Unternehmen meldete zuletzt einen Mangel an internen Finanzmitteln für Innovationen, jedes fünfte findet keine geeigneten externen Geldquellen.

    Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben ihre Innovationsausgaben zuletzt relativ stark erhöht, Großunternehmen verzeichneten einen geringeren Anstieg. Für 2019 und 2020 ist jedoch mit umgekehrten Entwicklungen zu rechnen.

    Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt die aktuelle Erhebung des ZEW Mannheim zum Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die Erhebung wird seit 1993 in Zusammenarbeit mit dem Institut für Angewandte Sozialwissenschaft (infas) und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) durchgeführt.

    Anlässlich der Veröffentlichung der Innovationserhebung sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek: “Deutschland ist Innovationsland. Der Bericht des ZEW unterstreicht dies erneut. Die Innovationskraft der deutschen Wirtschaft ist ungebrochen. Die Innovationsausgaben der Unternehmen sind 2018 weiter gestiegen, erfreulicherweise besonders stark in kleinen und mittleren Unternehmen, die das Herz unserer Wirtschaft sind. Diese Innovationskraft der Unternehmen stärken wir auch weiter. Die neu eingeführte steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung wird die Finanzierungsmöglichkeiten gerade für KMU deutlich erhöhen. Mit der Agentur für Sprunginnovationen wollen wir dafür sorgen, dass künftig bahnbrechende Erkenntnisse aus der Wissenschaft zu Produkten werden, mit denen unsere Unternehmen auf den Weltmärkten erfolgreich sind.”

    “Die Ergebnisse der Innovationserhebung zeigen aber auch, dass der Fachkräftemangel eine große Herausforderung für die Unternehmen ist. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland zu erhalten, müssen wir sicherstellen, dass eine ausreichende Anzahl von qualifiziertem Personal zur Verfügung steht. Mit dem Aufstiegs-BAföG leisten wir dabei einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung, indem wir Fortbildungsinteressierte fördern, die sich auf einen beruflichen Aufstieg vorbereiten. Und mit dem neuen Aufstiegs-BAföG, das zum 01. August 2020 in Kraft treten soll, stärken wir beruflichen Aufstieg wie nie: mit höheren Zuschüssen, höheren Freibeträgen und einer Förderung Schritt für Schritt über die Karriereleiter bis auf Master-Niveau. Daneben baut das BMBF mit der Förderung einer Zentralen Servicestelle Berufsanerkennung das Beratungsangebot zur Gewinnung von internationalen Fachkräften weiter aus. Die Fachkräftegewinnung aus dem Ausland ist eine wichtige Säule der Fachkräftestrategie der Bundesregierung”, so Karliczek weiter.

    Das Fehlen von Fachkräften hemmt Innovationsaktivitäten

    Rund 34 Prozent aller Unternehmen in Deutschland wurden durch fehlende Fachkräfte zwischen 2016 und 2018 bei der Durchführung von Innovationsaktivitäten beeinträchtigt.

    Mit Blick auf das Fehlen von geeigneten Fachkräften als Hemmnisfaktor für Unternehmen verzeichnet Deutschland mittlerweile einen Negativrekord: Rund 34 Prozent aller Unternehmen in Deutschland wurden dadurch in den Jahren zwischen 2016 und 2018 bei der Durchführung von Innovationsaktivitäten beeinträchtigt. Im Zeitraum von 2012 bis 2014 gaben erst 22 Prozent der Unternehmen an, dass sie durch fehlende Fachkräfte bei Innovationsvorhaben eingeschränkt wurden. In den Jahren 2004 bis 2006 lag dieser Anteil sogar bei nur zehn Prozent. Von dieser Entwicklung besonders betroffen sind die Elektroindustrie, der Maschinenbau und die IT-Dienstleistungen, aber auch weniger innovationsorientierte Branchen wie Konsumgüter- oder Metallindustrie haben zu kämpfen. “Der Engpass bei Fachkräften ist aktuell ein wichtigeres Innovationshemmnis als zu hohe Kosten oder ein zu hohes Risiko für Unternehmen”, erklärt Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs “Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik” sowie Projektleiter der ZEW-Innovationserhebung.

    Ein weiteres deutliches Innovationshemmnis sind mangelnde interne oder externe Finanzierungsquellen für Unternehmen. Bemerkenswert dabei ist, dass die derzeitige Situation – nach einer kurzen Erholungsphase zwischen 2012 und 2014 – wieder mit dem Krisenniveau der Jahre 2008 bis 2010 vergleichbar bzw. nahezu identisch ist: Aktuell nennen 24,5 Prozent der Unternehmen den Mangel an passenden internen Finanzierungsquellen als Hemmnis für ihre Innovationsaktivitäten, 19 Prozent melden mangelnde externe Finanzierung für Ihre Innovationen.

    Trotz dieser Hemmnisse sind die Ausgaben für Innovationen in der deutschen Wirtschaft im Jahr 2018 auf 172,6 Milliarden Euro und damit im Vorjahresvergleich erneut gestiegen (2017: 166,9 Milliarden Euro). “Der Zuwachs entspricht fast exakt den Planzahlen aus dem Vorjahr, als 172,5 Milliarden Euro vorgesehen waren”, sagt Christian Rammer. Für Frühjahr und Sommer 2019 haben die Unternehmen in Deutschland einen etwas schwächeren Anstieg der Innovationsausgaben um 3,6 Prozent auf 178,8 Milliarden Euro veranschlagt. Für 2020 wird mit einem moderaten Zuwachs um zwei Prozent auf 182,3 Milliarden Euro gerechnet. Bei den einzelnen Branchen haben sich die Dienstleistungen als Schrittmacher entpuppt. In diesem Sektor haben die Innovationsausgaben ungewöhnlich stark um 11,8 Prozent auf 40,5 Milliarden Euro zugelegt – eine Entwicklung, die sich mit einem weiteren Plus von sieben Prozent auf 43,4 Milliarden Euro im Jahr 2019 fortsetzen soll. Getragen wird dieser Zuwachs von den Bereichen Beratung und Werbung, technische Dienstleistungen sowie Informations- und Kommunikationsdienstleistungen.

    Innovationsintensität legt weiter zu

    Dagegen sind die Innovationsausgaben in der Industrie im Jahr 2018 nur leicht um 1,9 Prozent auf 132 Milliarden Euro gestiegen, wobei die Ver- und Entsorgung (plus 41 Prozent) den höchsten Anstieg zu verzeichnen hat. “Das dürfte auf die zusätzlichen Anstrengungen der Unternehmen im Zusammenhang mit der Energiewende zurückzuführen sein”, so Christian Rammer. Zuwächse zeigen sich außerdem in der sonstigen materialverarbeitenden Industrie (neun Prozent), im Maschinenbau (acht Prozent), der Elektroindustrie (fünf Prozent) und im Fahrzeugbau (vier Prozent).

    Wie schon im Vorjahr haben KMU ihre Innovationsausgaben mit 5,2 Prozent verhältnismäßig stark erhöht. Großunternehmen verzeichneten einen geringeren Anstieg von 3,9 Prozent. Für die Jahre 2019 und 2020 ist allerdings mit umgekehrten Entwicklungen zu rechnen.

    Der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz der deutschen Wirtschaft, die sogenannte “Innovationsintensität”, hat im Jahr 2018 zum vierten Mal in Folge zugelegt und mit 3,3 Prozent einen neuen Rekordwert erreicht. In der Industrie ist die Innovationsintensität mit 4,9 Prozent zwar deutlich höher als bei den Dienstleistungen mit 1,6 Prozent, allerdings konnten die Dienstleistungen einen stärkeren Zuwachs verbuchen. Nach wie vor führt 2018 die Elektroindustrie mit 11,1 Prozent das Feld mit der höchsten Innovationsintensität an, gefolgt vom Fahrzeugbau (10,1 Prozent), den technischen Dienstleistungen (8,3 Prozent), der Chemie- und Pharmaindustrie (8,2 Prozent), den Information- und Kommunikationsdienstleistungen (7,4 Prozent) sowie vom Maschinenbau (5,9 Prozent).

    Der Umsatz mit Produktinnovationen, also Marktneuheiten und Nachahmungen insgesamt, lag im Jahr 2018 bei 759 Milliarden Euro, was einem Rückgang um etwa fünf Prozent verglichen mit dem Vorjahr bedeutet. Mit Marktneuheiten beziehungsweise Produktinnovationen, die so zuvor noch von keinem anderen Unternehmen im jeweiligen Absatzmarkt angeboten wurden, haben die Unternehmen 177 Milliarden Euro umgesetzt und damit 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Für das Jahr 2018 machte der Umsatz mit Produktinnovationen 14,4 Prozent des gesamten Umsatzes der in der Innovationserhebung erfassten Wirtschaftszweige und Größenklassen aus.

    Mit dem Berichtsjahr 2018 wurde die Definition von Innovationen an den neuen internationalen Standard angepasst. Insbesondere wurden Prozessinnovationen weiter abgegrenzt als bisher und die Erfassung von Innovationen im Zusammenhang mit der Digitalisierung verbessert. “Dadurch zählen nun deutlich mehr Unternehmen zu den Innovatoren, nämlich gut 181.000”, erklärt Christian Rammer. Die sogenannte Innovatorenquote, das heißt der Anteil der Unternehmen, die neue oder verbesserte Produkte oder Prozesse eingeführt haben, liegt entsprechend der neuen Definition bei 60,5 Prozent.

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  • Eine Sonderbefragung auf Basis des KfW-Mittelstandspanels belegt, dass die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen hierzulande auf digitale Grundkompetenzen angewiesen ist: 78 % konstatieren einen großen Bedarf an der Bedienung von Standardsoftware und digitalen Endgeräten.

    KfW, Pressemitteilung vom 04.02.2020

    • Vier Fünftel der Unternehmen sind auf Personal mit Digitalkompetenzen angewiesen
    • Doch ein Drittel kann Bedarf an Digitalkompetenzen nicht decken
    • Weiterbildungshürden sind vor allem Kosten und Arbeitsausfall
    • E-Learning als Chance – vor allem für kleine Unternehmen

    Der digitale Wandel ist zwar allmählich in der Breite des deutschen Mittelstands angekommen. Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen führen Digitalisierungsprojekte durch, d.h. sie setzen verstärkt digitale Technologien in ihren Prozessen, Produkten und in der Kommunikation ein. Doch die Digitalisierung des Mittelstands wird zunehmend durch einen Mangel an einschlägigen Kompetenzen in der Mitarbeiterschaft gebremst: Ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen kann den Bedarf an digitalem Knowhow und Fähigkeiten aktuell nicht decken. 38 % der Firmen sehen im Jahr 2019 fehlende Kenntnisse des Personals als Digitalisierungshürde, wie eine neue repräsentative Analyse von KfW Research zeigt. Zwei Jahre zuvor betrug dieser Anteil noch 29 %.

    Eine Sonderbefragung auf Basis des KfW-Mittelstandspanels belegt, dass die große Mehrheit der mittelständischen Unternehmen hierzulande auf digitale Grundkompetenzen angewiesen ist: 78 % konstatieren einen großen Bedarf an der Bedienung von Standardsoftware und digitalen Endgeräten. Onlinekompetenzen wie z. B. Internetrecherchen, Onlinemarketing oder der Umgang mit sozialen Medien sind für die Hälfte (51 %) der Mittelständler von großer Bedeutung. Doch auch die Bedienung von Spezialsoftware bzw. digitalen Produktionsmaschinen ist für 45 % wichtig. Mitarbeiter mit fortgeschrittenen Digitalkompetenzen wie Programmieren oder statistischer Datenanalyse benötigen immerhin 24 % des Mittelstands.

    Zusammengefasst ist für 8 von 10 Mittelständlern in Deutschland mindestens eine Digitalkompetenz von großer Bedeutung. Doch ein Drittel dieser Unternehmen kann den Bedarf nicht decken: 34 % verzeichnen Engpässe bei mindestens einer Digitalkompetenz, bei 14 % bestehen sogar erhebliche Engpässe, d. h. der Bedarf an mindestens einer Digitalkompetenz ist noch nicht einmal teilweise gedeckt. Besonders groß ist der Engpass bei komplexeren Kenntnissen: Fast die Hälfte der Mittelständler mit Bedarf an Datenanalysten hat Probleme, den Bedarf zu decken (45 %).

    Unternehmen können sich Digitalkompetenzen auf drei Wegen beschaffen: Rekrutierung, Auslagerung und Weiterbildung. Letztere Strategie wählt der Mittelstand am häufigsten. Für 70 % spielt Weiterbildung eine Rolle beim Aufbau von Digitalkompetenzen. Allerdings dominieren kurze Weiterbildungsmaßnahmen mit oft begrenzter Qualifikationswirkung. Hürden für eine Intensivierung der Weiterbildung sind vor allem finanzieller Natur. Ein Drittel der Unternehmen bezeichnet die direkten Kosten als Problem (32 %), ein Viertel den Arbeitsausfall abwesender Mitarbeiter (26 %). Für kleine Unternehmen mit ihren knapperen Personalressourcen ist diese Hürde besonders hoch, denn Abwesenheiten können oft schlechter durch Vertretung aufgefangen werden.

    Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, kommentiert die Ergebnisse der Studie so: “Die Digitalisierung des Mittelstands hat in den letzten Jahren zwar Fahrt aufgenommen. Doch ein Bremsklotz tritt immer deutlicher zutage: Die Digitalkompetenzen der Beschäftigten bleiben hinter der Entwicklung zurück. Weiterbildung ist die wichtigste Lösungsstrategie, wird aber zu oft aus Kosten- und Zeitgründen unterlassen. Digitale Lernformate sind in den letzten Jahren technisch und didaktisch besser geworden und können so die berufliche Weiterbildung in Deutschland beleben. E-Learning ermöglicht flexibles, zeit- und ortsunabhängiges Lernen – damit passt es besonders gut zu den Anforderungen kleiner Unternehmen.”

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  • Homeoffice kann Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, aber das ist kein Selbstläufer. Arbeitgeber und Vorgesetzte müssen die richtigen Voraussetzungen schaffen, zeigt eine neue Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

    Bessere Vereinbarkeit durch Homeoffice? Nur, wenn Arbeitgeber und Vorgesetzte die richtigen Voraussetzungen schaffen
    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 31.01.2020

    Homeoffice kann Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, aber das ist kein Selbstläufer. Arbeitgeber und Vorgesetzte müssen die richtigen Voraussetzungen schaffen, zeigt eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

    Wer die Möglichkeit hat, einen Teil der Arbeit von zu Hause aus zu erledigen, ist zufriedener als Beschäftigte ohne Homeoffice. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kann leichter fallen. Das hängt allerdings stark von den Rahmenbedingungen ab. So kommt es beispielsweise darauf an, wie ausgeprägt die Präsenzkultur im Unternehmen ist und wie die Beschäftigten ihr Verhältnis zum Vorgesetzten einschätzen. Eine wichtige Rolle spielt auch, ob Homeoffice vertraglich geregelt ist oder nicht. Außerdem sollten für alle Beschäftigten die gleichen Regeln gelten, nach denen Leistung bewertet wird. Das geht aus einer Studie von Dr. Yvonne Lott hervor. Die WSI-Forscherin stützt sich auf Befragungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung aus den Jahren 2014 und 2015 zu den Erfahrungen von Beschäftigten mit Homeoffice. Diese liefern die aktuellsten verfügbaren Daten, um detailliert zu untersuchen, von welchen Faktoren es abhängt, dass Beschäftigte Homeoffice wirklich als Entlastung bei der Vereinbarkeit empfinden.

    Die Vorteile der Arbeit im Homeoffice liegen auf der Hand: Wer Kinder betreuen oder einen Angehörigen pflegen muss, der hat dafür mehr Zeit. Auch für Weiterbildung und Ehrenämter vergrößern sich die Spielräume. Der Studie zufolge geben 52 Prozent der Beschäftigten an, dass sich die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben durch Homeoffice verbessert. Heimarbeit kann aber auch zusätzlichen Druck erzeugen. Vor allem, wenn sie im Unternehmen als nicht selbstverständlich gilt und nur in Ausnahmefällen gewährt wird. Dann können sich Beschäftigte im Homeoffice verpflichtet fühlen, höhere Leistungen zurückzugeben, über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus zu arbeiten und auch außerhalb dieser Zeit erreichbar zu sein. Knapp 50 Prozent der Befragten sagen, dass die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmt.

    Ob die positiven oder negativen Erfahrungen überwiegen, ist laut Lott in hohem Maße abhängig von den betrieblichen Voraussetzungen und der Unternehmenskultur. In Betrieben, die sich durch eine Reihe von Maßnahmen aktiv für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einsetzen, profitieren Beschäftigte stärker von der Heimarbeit. So beträgt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, ausschließlich gute Erfahrungen mit Homeoffice zu machen, in Betrieben, die Aufstiegsmöglichkeiten für Teilzeitkräfte bieten, 49 Prozent. In Betrieben, die den Frauenanteil in Führungspositionen durch flexible Arbeitszeiten fördern, liegt die Wahrscheinlichkeit bei 42 Prozent. Ohne diese Maßnahmen sind es im Durchschnitt knapp 31 beziehungsweise 28 Prozent.

    Vorgesetzte haben ebenfalls einen großen Einfluss darauf, wie Beschäftigte im Homeoffice die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Privatleben erleben. Geben Arbeitnehmer an, dass sie ihr Vorgesetzter überhaupt nicht gerecht behandelt, beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine ausschließlich gute Erfahrung mit Homeoffice im Durchschnitt knapp vier Prozent. Stimmen sie der Aussage voll und ganz zu, dass ihr direkter Vorgesetzter sie bei allen Aspekten der Arbeit gerecht behandelt, liegt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit für eine “gute Vereinbarkeitserfahrung” hingegen bei knapp 53 Prozent.

    Auch die Arbeitszeiten sind wichtig: Homeoffice innerhalb der normalen Arbeitszeit ist der Work-Life-Balance erwartungsgemäß deutlich zuträglicher als in der Freizeit. Und ganze Tage zu Hause zu arbeiten, ist förderlicher als stundenweise. Die Wahrscheinlichkeit für ausschließlich gute Erfahrungen beträgt 53 Prozent mit ganzen Tagen gegenüber 29 Prozent mit einzelnen Stunden im Homeoffice. “Beschäftigte, die nur stundenweise zu Hause arbeiten, nutzen Homeoffice wahrscheinlich eher um Arbeit nachzuholen oder vorzubereiten”, schreibt Lott. Bedenklich sei dabei, dass nur 15 Prozent der Beschäftigten ganze Tage zu Hause arbeiten und lediglich 22 Prozent innerhalb der normalen Arbeitszeit arbeiten.

    Daneben spielt die Formalisierung eine Rolle: Ist Homeoffice vertraglich geregelt, machen 46 Prozent der Arbeitnehmer durchweg gute Erfahrungen, ohne vertragliche Regelung – etwa bei informellen Absprachen – sind es 32 Prozent. Allerdings arbeiten bisher nur 17 Prozent der Beschäftigten im Homeoffice auf Basis einer vertraglichen Regelung.

    “Die bisherige Forschung zeigt, dass Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten, einsatzbereiter und zufriedener mit ihrem Job sind”, lautet das Fazit der Wissenschaftlerin. Bereits die Möglichkeit, zu Hause arbeiten zu können, erhöhe Zufriedenheit und Produktivität, da durch das Angebot das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten gestärkt werde. Allerdings komme es stark auf die betrieblichen Rahmenbedingungen an.

    Führungskräfte sollten für ein Arbeitsumfeld sorgen, das von Fairness geprägt ist. Sie sollten Beschäftigte, die ihre Arbeitszeiten an außerberufliche Bedarfe anpassen, als gleichwertige Mitarbeiter anerkennen. Was selbstverständlich klingt, ist in der Praxis nach wie vor oft ein Problem: Vorgesetzte beurteilten Beschäftigte im Homeoffice häufig nicht nach ihrer tatsächlich erbrachten Leistung. Wer zu Hause arbeitet, werde oft als “Minderleister” stigmatisiert und müsse negative Bewertungen fürchten – häufig seien davon Frauen betroffen, schreibt Lott. Wichtig sei daher, dass für alle Beschäftigten innerhalb eines Betriebs – egal ob vor Ort oder im Homeoffice – allgemeingültige Kriterien gelten, nach denen die Arbeit beurteilt wird. Betriebsvereinbarungen und ein gesetzliches Recht auf Homeoffice könnten dabei helfen, die Akzeptanz zu steigern – und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass Beschäftigte eine bessere Work-Life-Balance erleben.

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  • Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin liegt im Januar bei knapp 93 Punkten und signalisiert für das erste Quartal eine Erholung der deutschen Wirtschaft – auch wenn die Wirtschaftsleistung nach wie vor nur unterdurchschnittlich steigt.

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 29.01.2020

    Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) liegt im Januar bei knapp 93 Punkten und signalisiert für das erste Quartal eine Erholung der deutschen Wirtschaft – auch wenn die Wirtschaftsleistung nach wie vor nur unterdurchschnittlich steigt. “Die Industrie schätzt die Lage endlich wieder zuversichtlicher ein. Nach der Flaute im vergangenen Jahr dürfte es dort bergauf gehen, allerdings nach wie vor mit untertouriger Drehzahl”, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Für die deutsche Wirtschaft insgesamt reicht es damit im ersten Quartal 2020 voraussichtlich zu einem viertel Prozent Wachstum. Noch im Schlussquartal hatte das verarbeitende Gewerbe die Wertschöpfung erneut spürbar gedrosselt und damit das Bruttoinlandsprodukt im Vorquartalsvergleich sogar sinken lassen – das Minus dürfte bei 0,1 Prozent gelegen haben.

    Zu erwarten sind allerdings wieder positivere Nachrichten: “Das Auslandsgeschäft läuft wieder besser und wird die Produktion in der Industrie wohl anschieben”, so Simon Junker, Experte für die deutsche Wirtschaft. “Zudem steigen die Einkommen der privaten Haushalte spürbar, was die Umsätze der konsumnahen Dienstleister weiter ankurbeln dürfte.”

    Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am 26.02.2020.

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  • Mittlerweile können sich viele Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen. Durch den Fachkräftemangel werden sie immer begehrter bei den Unternehmen. Die IW-Engpassquote zeigt, in welchen deutschen Regionen der Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte besonders intensiv ist.

    IW Köln, Pressemitteilung vom 27.01.2020

    Mittlerweile können sich viele Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen. Durch den Fachkräftemangel werden sie immer begehrter bei den Unternehmen. Die IW-Engpassquote zeigt, in welchen deutschen Regionen der Kampf um qualifizierte Arbeitskräfte besonders intensiv ist.

    Mitte 2019 waren 79 Prozent der offenen Stellen in Deutschland in Engpassberufen ausgeschrieben. Diese Quote zeigt, dass Unternehmen immer häufiger Mitarbeiter suchen, die einen Engpassberuf gelernt haben. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich zunehmend zu einem Bewerbermarkt, auf dem sich die Fachkräfte ihren Arbeitgeber aussuchen können. Früher war das anders: 2010 betrug die sog. Engpassquote deutschlandweit noch 25 Prozent. Fünf Jahre später waren es bereits 48 Prozent. Im vergangenen Jahr hat sie ihren Höchststand erreicht.

    Süden Deutschlands sucht händeringend

    Besonders deutlich spüren diese Entwicklung Baden-Württemberg und Bayern. Die Region um Schwäbisch Hall/Tauberbischofsheim verzeichnet mit einer Engpassquote von 93 Prozent den höchsten Wert in der ganzen Bundesrepublik. Im Osten des Landes war die Lage über viele Jahre hinweg entspannter, doch auch hier wird der Fachkräftemangel zunehmend zu einem Problem. Die geringsten Engpässe weist unterdessen die Hauptstadt auf: Im Berliner Süden beträgt die Engpassquote lediglich 35 Prozent. Doch nicht nur regional gibt es große Unterschiede, sondern auch nach Berufen: Bei Spezialisten in Gesundheitsberufen, zu denen etwa Fachkrankenpfleger und Physiotherapeuten gehören, liegt die Engpassquote in 152 von 156 untersuchten Regionen bei über 90 Prozent. Sucht ein Unternehmen hingegen Bürokaufleute, wird es in der Regel schnell fündig: Die Engpassquote liegt in den meisten Regionen unter 30 Prozent.

    Employer Branding wichtiger denn je

    Um trotzdem Fachkräfte für das eigene Unternehmen gewinnen zu können, müssen Betriebe eine attraktive Arbeitgebermarke aufbauen. Wer seine Stärken und Schwächen kennt, kann das Arbeitsklima verbessern und glaubwürdiger auf dem Arbeitsmarkt auftreten. Eine passgenaue Ansprache verschiedener Zielgruppen ist besonders wichtig. “Einer Pflegekraft ist es wichtig, an der Schichtplanung beteiligt zu sein. Für einen Softwareentwickler hingegen spielt das keine Rolle. Er möchte eher Arbeitszeit- und Ort variieren”, sagt Studienautor Alexander Burstedde. Auch der Blick auf den überregionalen Arbeitsmarkt kann sich lohnen, denn in vielen Berufen liegen nur regionale Engpässe vor.

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  • Die Inflationsrate in Deutschland wird im Januar 2020 voraussichtlich 1,7 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Dezember 2019 voraussichtlich um 0,6 %.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 30.01.2020

    Verbraucherpreisindex, Januar 2020:

    • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
    • -0,6 % zum Vormonat (vorläufig)

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Januar 2020:

    • +1,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
    • -0,8 % zum Vormonat (vorläufig)

    Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im Januar 2020 voraussichtlich 1,7 % betragen. Wie das Statistische Bundesamt nach bisher vorliegenden Ergebnissen weiter mitteilt, sinken die Verbraucherpreise gegenüber Dezember 2019 voraussichtlich um 0,6 %.

    Die endgültigen Ergebnisse für Januar 2020 werden am 13.02.2020 veröffentlicht.

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  • In diesem Jahr wächst die deutsche Wirtschaft voraussichtlich um 1,1 Prozent – und damit wieder stärker als im vergangenen Jahr. Davon geht die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht aus. Für die Menschen in Deutschland bedeutet das: stabile Beschäftigung, höhere Einkommen und steuerliche Entlastungen.

    Bundesregierung, Pressemitteilung vom 29.01.2020

    In diesem Jahr wächst die deutsche Wirtschaft voraussichtlich um 1,1 Prozent – und damit wieder stärker als im vergangenen Jahr. Davon geht die Bundesregierung in ihrem Jahreswirtschaftsbericht aus. Für die Menschen in Deutschland bedeutet das: stabile Beschäftigung, höhere Einkommen und steuerliche Entlastungen.

    Wie entwickelt sich die Wirtschaft in diesem Jahr?

    Im Vergleich zum Vorjahr dürfte die deutsche Wirtschaft 2020 wieder etwas an Fahrt aufnehmen. Nach den Erwartungen des Jahreswirtschaftsberichts steigt das Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt um 1,1 Prozent. Die Arbeitslosenquote bleibt voraussichtlich stabil bei 5,0 Prozent; die Zahl der Beschäftigten wächst weiter auf 45,4 Millionen.

    In der Folge dürften auch die privaten Einkommen weiter spürbar zulegen. Hinzu kommen steigende Löhne sowie staatliche Entlastungen im Bereich der Sozialversicherungen und der Einkommensteuer. Damit bleibt die Binnenwirtschaft die wichtigste Stütze der Konjunktur.

    Was bedeutet das für die Haushaltspolitik?

    Die öffentlichen Finanzen haben sich in den letzten Jahren stetig verbessert. Die gesamtstaatliche Schuldenquote ist im Jahr 2019 auf rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken. Damit unterschreitet Deutschland erstmals seit 2002 wieder die europäische Schulden-Obergrenze.

    Ihre solide, wachstumsorientierte Haushaltspolitik setzt die Bundesregierung auch in den kommenden Jahren fort. Im Zeitraum 2020 bis 2023 gibt sie 162,4 Milliarden Euro für Investitionen aus.

    Wie entlastet die Bundesregierung Unternehmen und Steuerzahler?

    Die Bundesregierung setzt Anreize für private Investitionen und sichert wachstumsfreundliche, faire Rahmenbedingungen für Unternehmen. Die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung war dazu ein wichtiger Schritt. Vor allem mit Blick auf kleinere und mittlere Unternehmen prüft die Bundesregierung das Unternehmenssteuerrecht laufend auf Anpassungsbedarf an veränderte nationale und internationale Rahmenbedingungen.

    Ab 2021 entfällt außerdem der Solidaritätszuschlag für rund 90 Prozent aller Soli-Zahler vollständig und für weitere 6,5 Prozent teilweise. Dadurch werden rund 35,5 Millionen Bürgerinnen und Bürger mehr Geld zu Verfügung haben – insgesamt pro Jahr fast elf Milliarden Euro.

    Wie geht der Ausbau der digitalen Infrastruktur voran?

    Die Chancen der Digitalisierung sollen alle Menschen nutzen können. Die Bundesregierung treibt deshalb den Ausbau einer zukunftsfähigen Infrastruktur im Digital- und Verkehrsbereich voran. Möglichst alle Haushalte und Unternehmen sollen bis 2025 Zugang zu gigabitfähigen Datennetzen und flächendeckendem Mobilfunk haben.

    Die Bundesregierung setzt sich für fairen Wettbewerb in digitalen Märkten ein und treibt auch auf europäischer Ebene die Modernisierung des Wettbewerbsrechts voran. Auch die Umsetzungsstrategie “Digitalisierung gestalten” entwickelt sie kontinuierlich weiter.

    Was setzt die Bundesregierung dem Fachkräftemangel entgegen?

    Digitalisierung und Strukturwandel in der Arbeitswelt verändern die Anforderungen an Beschäftigte. Um Fachkräfte fit zu machen, unterstützt die Bundesregierung ihre Qualifizierung – unter anderem mit dem Qualifizierungschancengesetz. Mit einem Fachkräfteeinwanderungsgesetz hat die Bundesregierung darüber hinaus den rechtlichen Rahmen verbessert, um Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.

    Wie geht es weiter bei Klimaschutz und Energiewende?

    Die Energiewende leistet einen wichtigen Beitrag, um nationale, europäische und internationale Klimaschutzziele zu erreichen. Versorgungssicherheit, Umweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit – das bleibt Richtschnur der Energiepolitik. Die Bundesregierung treibt den effizienten Ausbau erneuerbarer Energien und der Stromnetze weiter voran. Sie wird außerdem einen Vorschlag für einen gesetzlichen Fahrplan unterbreiten, mit dem der empfohlene Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens zum Jahr 2038 erfolgen soll.

    Was wollen wir in Europa und der Welt erreichen?

    Deutschland profitiert von einem wirtschaftlich starken Europa. Um den Binnenmarkt weiterzuentwickeln, verfolgt die Bundesregierung deshalb einen umfassenden Ansatz, der Digitalisierung, Dienstleistungen, Industriepolitik und Klimaschutz verknüpft.

    Die Bundesregierung setzt sich außerdem für einen verbesserten Marktzugang für deutsche Unternehmen im Ausland, den Abbau von Handels- und Investitionshemmnissen und einen modernisierten Investitionsschutz sowie für eine Stärkung und Modernisierung der WTO ein.

    Die Bundesregierung legt dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat zu Beginn jeden Jahres einen Jahreswirtschaftsbericht vor. Dazu ist sie gem. § 2 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (StabG) verpflichtet. Im Bericht stellt die Bundesregierung zentrale wirtschafts- und finanzpolitische Themenschwerpunkte vor und gibt einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im laufenden Jahr. Der Jahreswirtschaftsbericht 2020 trägt den Titel “Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Produktivität stärken – in Deutschland und Europa”.

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  • Die Einfuhrpreise waren im Dezember 2019 um 0,7 % niedriger als im Dezember 2018. Im November 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei -2,1 % gelegen, im Oktober 2019 bei -3,5 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Importpreise im Dezember 2019 gegenüber November 2019 um 0,2 %.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 29.01.2020

    Importpreise, Dezember 2019 und Jahr 2019

    • +0,2 % zum Vormonat
    • -0,7 % zum Vorjahresmonat
    • -1,0 % Jahresdurchschnitt 2019 gegenüber 2018

    Ausfuhrpreise, Dezember 2019 und Jahr 2019

    • +0,1 % zum Vormonat
    • +0,4 % zum Vorjahresmonat
    • +0,5 % Jahresdurchschnitt 2019 gegenüber 2018

    Die Einfuhrpreise waren im Dezember 2019 um 0,7 % niedriger als im Dezember 2018. Im November 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei -2,1 % gelegen, im Oktober 2019 bei -3,5 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Importpreise im Dezember 2019 gegenüber November 2019 um 0,2 %.

    Der Rückgang der Importpreise gegenüber Dezember 2018 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Dezember 2019 um 3,8 % billiger als im Dezember 2018 (+1,5 % gegenüber November 2019). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 29,3 %. Dagegen lagen die Preise für Erdöl mit +17,6 % und für Mineralölerzeugnisse mit +8,2 % über denen von Dezember 2018.

    Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im Dezember 2019 um 0,4 % niedriger als im Dezember 2018 (unverändert gegenüber November 2019). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse unberücksichtigt, lag der Einfuhrpreisindex um 1,9 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,2 % gegenüber November 2019).

    Die Preise für importierte Vorleistungsgüter sanken im Dezember 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,0 % und gegenüber dem Vormonat um 0,3 %. Im Vergleich zu Dezember 2018 verbilligten sich unter anderem elektronische Bauelemente (-12,1 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-8,9 %). Dagegen lagen die Preise für Edelmetalle und Halbzeug daraus (+32,9 %) sowie für Eisenerze (+19,7 %) erheblich über dem Niveau des Vorjahresmonats.

    Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Dezember 2019 um 0,4 % unter denen von Dezember 2018 und blieben gegenüber dem Vormonat November 2019 unverändert. Während unter anderem Tablets (-9,9 %) und Smartphones (-9,1 %) billiger waren, wurden Maschinen (+1,3 %) zu höheren Preisen als im Dezember 2018 importiert.

    Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr 1,8 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen leicht um 0,1 %.

    Die Preise für landwirtschaftliche Güter lagen 6,5 % höher als im Dezember 2018 (+2,0 % gegenüber dem Vormonat). Während sich insbesondere lebende Schweine (+69,0 %) und Rohkaffee (+11,6 %) stark verteuerten, wurden vor allem Getreide (-7,2 %) und Eier (-5,8 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

    Veränderungen der Einfuhrpreisindizes 2019 im Vergleich zu 2018

    Im Jahresdurchschnitt 2019 waren die Einfuhrpreise 1,0 % niedriger als 2018 (2018: +2,6 % gegenüber 2017).

    Vor allem die Preisentwicklung bei importierten Energieträgern beeinflusste mit einem Minus von 8,5 % gegenüber 2018 die Veränderungsrate der Einfuhrpreise. Besonders stark fielen die Preise für Erdgas (-20,6 %) und für elektrischen Strom (-15,5 %). Der Einfuhrpreisindex ohne Energie lag im Jahresdurchschnitt 2019 um 0,2 % über dem Stand des Vorjahres. Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse unberücksichtigt, waren die Einfuhrpreise 0,8 % niedriger als 2018.

    Vorleistungsgüter waren 2019 um 0,7 % preiswerter als im Jahr 2018. Die Einfuhrpreise für elektronische Bauelemente lagen 8,8 % unter dem Vorjahresniveau. Für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen wurde im Jahresdurchschnitt 5,1 % weniger bezahlt als ein Jahr zuvor. Dagegen verteuerten sich insbesondere Eisenerze um 28,4 % und Edelmetalle und Halbzeug daraus um 21,6 %.

    Bei den Investitionsgütern mit einem Preisanstieg gegenüber 2018 um durchschnittlich 0,1 % waren insbesondere Maschinen (+1,6 %) teurer, während unter anderem Smartphones (-10,4 %) günstiger waren als ein Jahr zuvor.

    Verbrauchsgüter waren 1,4 % teurer als im Jahr 2018. Besonders Schweinefleisch war hier wegen der Angebotsverknappung infolge der Schweinepest erheblich teurer (+19,8 %).

    Die Preise für importierte Gebrauchsgüter lagen durchschnittlich um 0,7 % über denen des Jahres 2018.

    Die Preise für importierte landwirtschaftliche Güter stiegen gegenüber 2018 um 2,7 %. Insbesondere lebende Schweine (+31,7 %) – auch hier wegen der Angebotsverknappung infolge der Schweinepest – waren 2019 teurer als vor einem Jahr, während Äpfel (-13,0 %) und Eier (-10,9 %) billiger waren.

    Veränderungen der Ausfuhrpreisindizes Dezember 2019

    Der Index der Ausfuhrpreise lag im Dezember 2019 um 0,4 % über dem Stand von Dezember 2018. Im November 2019 hatte die Jahresveränderungsrate bei -0,1 % und im Oktober 2019 bei -0,2 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat November 2019 stiegen die Ausfuhrpreise im Durchschnitt leicht um 0,1 %.

    Veränderungen der Ausfuhrpreisindizes 2019 im Vergleich zu 2018

    Im Jahresdurchschnitt 2019 lagen die Ausfuhrpreise 0,5 % über denen des Vorjahres (2018 gegenüber 2017: +1,2 %). Bei den Ausfuhrpreisen beeinflusste der Preisanstieg der Investitionsgüter (+1,2 %) maßgeblich die Jahresveränderungsrate. Der Preisrückgang exportierter Energieprodukte (-9,3 %) wirkte sich wegen des geringeren Wägungsanteils am Gesamtindex der Ausfuhrpreise vergleichsweise moderat aus.

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  • Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich zu Jahresbeginn wieder etwas optimistischer. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung gewinnen hinzu. GfK prognostiziert für Februar 2020 einen Wert von 9,9 Punkten und damit 0,2 Zähler mehr als im Januar dieses Jahres (revidiert 9,7 Punkte). Für das gesamte Jahr 2020 prognostiziert GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Deutschland in Höhe von einem Prozent. Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Januar 2020.

    GfK, Pressemitteilung vom 29.01.2020

    Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich zu Jahresbeginn wieder etwas optimistischer. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung gewinnen hinzu. GfK prognostiziert für Februar 2020 einen Wert von 9,9 Punkten und damit 0,2 Zähler mehr als im Januar dieses Jahres (revidiert 9,7 Punkte). Für das gesamte Jahr 2020 prognostiziert GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Deutschland in Höhe von einem Prozent. Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Januar 2020.

    Vor allem der Anstieg der Einkommenserwartung und der Anschaffungsneigung zu Beginn dieses Jahres sorgt dafür, dass das Konsumklima wieder zulegen kann.

    “Eine erste Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sorgt auch in Deutschland für Erleichterung. Denn als Exportnation ist man gerade hierzulande auf einen freien und ungehinderten Warenaustausch angewiesen” erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. “Der positive Start des Konsumklimas in das Jahr 2020 bestärkt uns in der Einschätzung, dass der private Konsum auch in diesem Jahr eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur sein wird. Für das Gesamtjahr prognostiziert GfK einen realen Zuwachs der privaten Konsumausgaben in Deutschland in Höhe von einem Prozent.”

    Konjunkturerwartung mit leichtem Anstieg

    Nach dem Rückschlag im Vormonat stabilisieren sich die Konjunkturaussichten im Januar wieder. Der Indikator gewinnt 0,7 Zähler hinzu und liegt nun bei -3,7 Punkten. Damit scheint er die Talsohle vom Herbst 2019 zunächst hinter sich zu lassen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus aber immer noch gut zwölf Punkte.

    Sicherlich hat die erste Einigung von USA und China im Handelsstreit ein weiteres Absinken des Konjunkturindikators verhindert. Zudem verstärken sich die Signale, dass es nicht zu einer Rezession kommen wird und sich die Konjunktur in Deutschland stabilisieren kann. Allerdings wird die Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr mit etwa einem Prozent moderat sein, aber etwas höher ausfallen als letztes Jahr. Für 2019 wird das Wirtschaftswachstum auf 0,6 Prozent geschätzt. Für eine nachhaltige Erholung wird es jedoch notwendig sein, dass die Deeskalation im Handelsstreit fortgesetzt wird. Zudem sollten sich Krisen, wie z. B. zwischen den USA und Iran nach dem Angriff auf einen hohen iranischen General, nicht weiter zuspitzen.

    Einkommensoptimismus legt spürbar zu

    Unter dem Eindruck stabilerer Konjunkturaussichten gewinnen auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher deutlich hinzu. Mit einem Plus von 9,6 Zählern werden die Verluste des Indikators aus dem Vormonat fast vollständig wettgemacht. Aktuell weist er einen Wert von 44,6 Punkten auf. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus knapp 13 Punkte.

    Nach wie vor profitiert der Einkommensindikator von der überaus guten Beschäftigungslage in Deutschland. Allerdings hat deren Dynamik zuletzt spürbar nachgelassen. So kommen auf die Automobilindustrie und deren Zulieferer im Zuge des Umstieges auf die Elektromobilität schwierige Zeiten zu. Diese werden mit Personalanpassungen verbunden sein. Inwieweit die Einkommenserwartungen davon betroffen sein werden, hängt auch davon ab, über welchen Zeitraum diese Anpassungen vorgenommen werden.

    Konsumneigung klettert auf 12-Monats-Hoch

    Von steigendem Konjunktur- und Einkommensoptimismus profitiert auch die Anschaffungsneigung. Der Indikator klettert nach einem Plus von 3,3 Zählern auf 55,5 Punkte. Das ist der höchste Wert seit einem Jahr. Im Januar 2019 wurden 57,5 Punkte gemessen. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres zeigt sich nur ein kleines Minus von 1,6 Punkten.

    Die Konsumlaune bleibt zu Beginn des Jahres 2020 bei den deutschen Verbrauchern ungebrochen. Anhaltend stabile Beschäftigungsverhältnisse und reale Einkommenszuwächse sind wesentliche Stützen des Indikators. Zusätzliche Impulse erhält die Konsumneigung zudem durch die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Trotz des Anstiegs im Januar verharrt die Sparneigung auf niedrigem Niveau. Somit bleibt das Sparen als Alternative zum Konsum weiterhin nicht sehr attraktiv. Da nun mehr und mehr Banken auch bei Privatanlegern Strafzinsen verlangen, dürfte dies der Konsumlaune zusätzliche Impulse verleihen.

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  • Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat zum Jahresbeginn einen Rückschlag erlitten. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Januar von 2,0 auf 0,9 Punkte gefallen. Die zuletzt abnehmenden Unsicherheiten auf den Weltmärkten schlagen sich noch nicht in einer besseren Auftragslage deutscher Exporteure nieder.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.01.2020

    Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat zum Jahresbeginn einen Rückschlag erlitten. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Januar von 2,0 (saisonbereinigt korrigiert) auf 0,9 Punkte gefallen. Die zuletzt abnehmenden Unsicherheiten auf den Weltmärkten schlagen sich noch nicht in einer besseren Auftragslage deutscher Exporteure nieder.

    Einen deutlichen Dämpfer mussten die Hersteller von Datenverarbeitungs- und optischen Geräten verkraften. Ihre Exporte entwickeln sich etwas weniger dynamisch. Gleiches gilt für die Pharmaindustrie und die Hersteller von Nahrungs- und Genussmitteln. In der Autobranche stieg die Skepsis, den Auslandsabsatz zu steigern. Bei den Unternehmen der Chemischen Industrie meldeten hingegen mehr und mehr Unternehmen zusätzliche Aufträge aus dem Ausland. Gleiches gilt für die Möbelindustrie.

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  • Für die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung setzen viele Unternehmen auf technische Unterstützung. Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) hat für die Umsetzung spezielle Softwaretools genutzt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Bitkom-Befragung.

    Bitkom, Pressemitteilung vom 27.01.2020

    • Jedes zweite Unternehmen hat Softwaretools für DSGVO im Einsatz
    • Am 28. Januar ist Europäischer Datenschutztag

    Für die Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung setzen viele Unternehmen auf technische Unterstützung. Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent) hat für die Umsetzung spezielle Softwaretools genutzt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 500 Unternehmen aus Deutschland. Der Großteil hat dafür auf am Markt verfügbare Software zurückgegriffen, die für das jeweilige Unternehmen angepasst wurden. Gut ein Drittel (36 Prozent) gibt dies an. Weitere 11 Prozent haben marktübliche Softwaretools ohne individuelle Anpassung eingesetzt und 3 Prozent der Unternehmen haben Softwarelösungen für sich entwickeln lassen. Nur 1 Prozent hat für diesen Zweck selbst neue Software entwickelt. “Die umfangreichen Dokumentations- und Informationspflichten der DSGVO erzeugen hohe Aufwände in Unternehmen”, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung. “Softwarelösungen helfen dabei, das gesamte Datenschutzmanagement effizient zu steuern und aktuell zu halten.”

    Überprüfung der DSGVO in 2020

    Im vergangenen September hatte erst jedes vierte Unternehmen (25 Prozent) die Umsetzung der DSGVO vollständig abgeschlossen. Für das laufende Jahr hatte die EU-Kommission eine grundsätzliche Überprüfung der neuen Datenschutzregeln geplant. Aus Bitkom-Sicht braucht es vor allem mehr Klarheit und Vereinheitlichung der Auslegung in Europa und eine risikoorientierte Abstufung der Pflichten. “Die DSGVO hat einen grundsätzlichen Geburtsfehler: Sie unterscheidet nicht zwischen Vereinen, Startups oder Großkonzernen und nicht ausreichend zwischen den verschiedensten Datenverarbeitungsprozessen”, so Dehmel. Statt alle über einen regulatorischen Kamm zu scheren, sollten Art und Umfang der Datenverarbeitungen ausschlaggebend für die Regelanwendung sein. Außerdem sollte die Datennutzung im Forschungsumfeld besser möglich sein. “Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz dürfen nicht durch starre Gesetze ausgebremst werden. Gleichzeitig muss die Privatsphäre auch bei der Nutzung dieser Technologien sicher gewährleistet werden. Dafür müssen wir noch stärker technische Ansätze wie die Pseudonymisierung und Anonymisierung von Daten fördern. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland wird künftig entscheidend sein, wie wir Daten nutzbar machen”, so Dehmel.

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  • Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist zum Jahresstart leicht gesunken. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 95,9 Punkte gefallen, nach 96,3 Punkten im Dezember. Dies war auf pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Der Indikator zur aktuellen Lage ist hingegen leicht gestiegen. Die deutsche Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.01.2020

    Die Stimmung in den deutschen Chefetagen ist zum Jahresstart leicht gesunken. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Januar auf 95,9 Punkte gefallen, nach 96,3 Punkten im Dezember. Dies war auf pessimistischere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Der Indikator zur aktuellen Lage ist hingegen leicht gestiegen. Die deutsche Wirtschaft startet verhalten ins neue Jahr.

    Das Verarbeitende Gewerbe zeigt Zeichen der Erholung. Das Geschäftsklima hat sich merklich verbessert. Insbesondere der Index zur aktuellen Lage legte deutlich zu. Ein stärkerer Anstieg war zuletzt im Februar 2017 zu beobachten. Zudem nahm der Pessimismus der Unternehmer mit Blick auf die kommenden Monate erneut ab. Die Kapazitätsauslastung stieg von 82,6 auf 83,1 Prozent.

    Im Dienstleistungssektor ist der Indikator spürbar gefallen. Dies war auf merklich zurückhaltendere Erwartungen der Unternehmen zurückzuführen. Mit ihrer aktuellen Lage waren sie hingegen etwas zufriedener.

    Im Handel hat sich das Geschäftsklima verbessert. Die Indikatoren zur aktuellen Lage und zu den Erwartungen lagen höher als im Vormonat. Dies war aber nur auf den Großhandel zurückzuführen. Die Einzelhändler äußerten sich zurückhaltender.

    Im Bauhauptgewerbe hat der Index nachgegeben. Die Einschätzungen zur aktuellen Lage fielen auf den niedrigsten Stand seit Juni 2018. Zudem nahm die Skepsis mit Blick auf die kommenden Monate erneut zu.

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  • Die Frauenanteile in den Vorständen großer Unternehmen in Deutschland sind im vergangenen Jahr etwas stärker gestiegen als in den Jahren zuvor. Das geht aus dem neuesten Managerinnen-Barometer des DIW Berlin hervor.

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 22.01.2020

    • Anteil der Vorständinnen im vergangenen Jahr etwas stärker gestiegen als zuvor
    • Anzeichen dafür, dass Geschlechterquote für Aufsichtsräte auch Frauenanteil in Vorständen erhöht
    • Geschlechterparität bleibt aber in weiter Ferne
    • Neue Formen der Arbeitsorganisation und Abbau von Geschlechterstereotypen nötig

    Die Frauenanteile in den Vorständen großer Unternehmen in Deutschland sind im vergangenen Jahr etwas stärker gestiegen als in den Jahren zuvor. Das geht aus dem neuesten Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hervor. Demnach knackten die 200 umsatzstärksten Unternehmen erstmals die Zehn-Prozent-Marke: 94 von 907 Vorstandsposten hatten Frauen inne, das entspricht einem Anteil von 10,4 Prozent. Im Jahr zuvor waren es neun Prozent, damals lag der Anstieg bei weniger als einem Prozentpunkt. Auch bei den größten börsennotierten und bei den Unternehmen mit Bundesbeteiligung war die Entwicklung im Vorstand etwas dynamischer als in vorangegangenen Jahren. Bei Banken und Versicherungen war das ebenfalls der Fall. In den Aufsichtsräten ging es hingegen, anders als in den meisten Jahren zuvor, im Vergleich zu den Vorständen langsamer nach oben.

    In der größten Auswertung dieser Art haben Katharina Wrohlich vom DIW Berlin und Anja Kirsch von der Freien Universität Berlin erneut über 500 Unternehmen unter die Lupe genommen und ausgewertet, inwieweit Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten vertreten sind. Die Zahlen wurden im Herbst 2019 erhoben, unter anderem auf Basis von Angaben der Unternehmen im Internet, des Bundesanzeigers, von Geschäftsberichten und Anfragen der Autorinnen bei den Unternehmen.

    “Trotz der zuletzt positiven Entwicklung in den Vorständen kann noch keine Rede davon sein, dass in sämtlichen Chefetagen das Umdenken begonnen hätte”, sagt Wrohlich, Leiterin der Forschungsgruppe Gender Economics am DIW Berlin. “Bei genauerem Hinsehen vollzieht sich die Entwicklung in den Chefetagen nach wie vor auf einem extrem niedrigen Niveau, vor allem, wenn man mehrjährige Zeiträume betrachtet. Geschlechterparität in den Vorständen der größten Unternehmen in Deutschland ist nach wie vor in weiter Ferne”, so Wrohlich.

    Unternehmen mit Geschlechterquote im Aufsichtsrat haben nun mehr Vorständinnen

    Dennoch könnte sich 2019 im Nachhinein als das Jahr herausstellen, in dem eine nachhaltig höhere Dynamik auf dem Weg zu mehr Frauen in Führungspositionen einsetzte. Mit dem Softwarekonzern SAP hat erstmals ein DAX-30-Unternehmen eine Frau (Jennifer Morgan) an seine Vorstandsspitze berufen. Außerhalb der Unternehmenswelt gab es mit Ursula von der Leyen als neuer EU-Kommissionspräsidentin und Christine Lagarde als neuer Präsidenten der Europäischen Zentralbank weitere prominente Beispiele, in denen es Frauen nach ganz oben schafften. Das DIW Managerinnen-Barometer bestätigt, dass abseits solcher Schlaglichter die Frauenanteile in den Spitzengremien der Wirtschaft auch in der Breite zugenommen haben.

    So verdichten sich die Anzeichen dafür, dass die gesetzliche Geschlechterquote für Aufsichtsräte, an die gut 100 Unternehmen in Deutschland seit dem Jahr 2016 gebunden sind, mehr und mehr auf die Vorstände ausstrahlt: Unter den Top-200-Unternehmen ist der Frauenanteil im Vorstand jener Unternehmen, die der Quotenregelung für Aufsichtsräte unterliegen, im vergangenen Jahr deutlich gestiegen (von 8,0 auf 12,3 Prozent) und liegt nun höher als bei jenen Unternehmen innerhalb der Top-200-Gruppe, die nicht an die Quote gebunden sind. Dort stagnierte der Anteil der Vorständinnen im vergangenen Jahr bei gut neun Prozent.

    Katharina Wrohlich: “Trotz der zuletzt positiven Entwicklung in den Vorständen kann noch keine Rede davon sein, dass in sämtlichen Chefetagen das Umdenken begonnen hätte.”

    Weitergehende Berechnungen im Rahmen des Managerinnen-Barometers belegen, dass der Frauenanteil im Aufsichtsrat eines Unternehmens positiv mit dem Frauenanteil in dessen Vorstand einige Jahre später zusammenhängt. Ob die Geschlechterquote für Aufsichtsräte tatsächlich die Ursache für den Anstieg des Frauenanteils im Vorstand ist, lässt sich auf Basis des aktuellen Forschungsstandes noch nicht sicher sagen. Vermutlich haben auch öffentliche Diskussionen und Medienberichterstattungen den Druck erhöht: beispielsweise rund um das Thema “Zielgröße Null”, die sich viele Unternehmen bezüglich des Frauenanteils im Vorstand gesetzt haben.

    Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte könnten mehr Einfluss auf Personalentscheidungen nehmen

    Die Antworten aus Interviews mit insgesamt 60 Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräten, die im Rahmen eines Forschungsprojekts der Freien Universität Berlin geführt wurden, zeigen, dass Aufsichtsratsmitglieder in vielerlei Hinsicht die Besetzung von Vorstandsposten beeinflussen können. Sie sind beispielsweise direkt an Personalentscheidungen beteiligt oder legen Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorständen fest. “Vielerorts schöpfen Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte ihre Möglichkeiten aber (noch) nicht vollends aus. Weiterer politischer und gesellschaftlicher Druck könnte ihnen den Rücken stärken und sie zu weitergehenden Maßnahmen ermuntern”, sagt Anja Kirsch, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Professur für Personalpolitik an der Freien Universität Berlin.

    Darüber hinaus sind nach Ansicht der Autorinnen auch neue Formen der Arbeitsorganisation nötig, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Vor allem die Erwartungen gegenüber Personen in hohen Führungspositionen gehörten auf den Prüfstand. “Ist es wirklich notwendig, dass diese Stellen mit einer so enormen Arbeits- und zeitlichen Belastung einhergehen? Oder ließe sich das auch anders organisieren? Wenn sich hier etwas verändert, dann würde vermutlich der Frauenanteil in diesen Positionen nachhaltig steigen”, so Wrohlich. “In eigenem Interesse, etwa um einer gesetzlichen Quote für Vorstände zuvorzukommen und um den künftigen Bedarf an Fachkräften zu sichern, sollten die Unternehmen hier ansetzen.”

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