Wirtschaft

  • Nach einer überraschend starken Entwicklung der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal deuten die aktuellen Konjunkturindikatoren auf eine verhaltene Entwicklung im zweiten Vierteljahr hin. Die Signale aus dem Dienstleistungssektor legen lt. BMWi nahe, dass das starke Wachstum zum Jahresauftakt im zweiten Quartal etwas nachlassen dürfte.

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juli 2019

    BMWi, Pressemitteilung vom 15.07.2019

    • Die Industriekonjunktur entwickelt sich weiterhin schleppend; der Gegenwind von der Auslandsnachfrage bleibt spürbar. Die aktuelle Datenlage lässt auch eine ruhigere Gangart im Dienstleistungsbereich erwarten. Damit deutet sich für das zweite Quartal eine schwache konjunkturelle Grundtendenz an.
    • Die Produktion in der Industrie ist im Mai moderat gestiegen, während die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe kräftig gesunken sind. Das Baugewerbe verzeichnete ebenfalls spürbare Einbußen.
    • Stützend wirken die steigenden Einkommen der privaten Haushalte und die fiskalpolitischen Impulse.
    • Am Arbeitsmarkt macht sich die schwächere Konjunktur allmählich bemerkbar: Der Beschäftigungsaufbau setzt sich mit gedrosselter Dynamik fort. Die Arbeitslosigkeit stagnierte im Juni.

    Nach einer überraschend starken Entwicklung der deutschen Wirtschaft im ersten Quartal deuten die aktuellen Konjunkturindikatoren auf eine verhaltene Entwicklung im zweiten Vierteljahr hin. Die Signale aus dem Dienstleistungssektor legen nahe, dass das starke Wachstum zum Jahresauftakt im zweiten Quartal etwas nachlassen dürfte. Zudem hält die industrielle Schwächephase weiter an. Die Industrieproduktion hat sich zuletzt zwar auf niedrigem Niveau etwas erholt, zeigt aber schon seit dem Jahreswechsel 2017/18 eine abwärtsgerichtete Tendenz. Die schwache Auftragslage und das eingetrübte Geschäftsklima signalisieren, dass die deutlich gedämpfte Industriekonjunktur anhalten dürfte. Zuletzt verzeichnete das Baugewerbe ebenfalls kräftige Produktionsrückgänge, allerdings von einem sehr hohen Niveau aus. Auch wenn die Dynamik am Arbeitsmarkt im Zuge der konjunkturellen Abschwächung inzwischen nachlässt, kommen von ihm nach wie vor merkliche binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte. Die Beschäftigung nimmt weiter zu, wenn auch verlangsamt, und Einkommenszuwächse stimulieren den privaten Konsum. Der Staat sorgt für fiskalische Impulse und fördert damit neben dem privaten Konsum auch die staatlichen Konsum- und Investitionsausgaben. Nach der sich abzeichnenden verhaltenen Entwicklung im zweiten Vierteljahr könnten die Auftriebskräfte wieder stärker zum Tragen kommen, wenn sich das außenwirtschaftliche Umfeld wieder beruhigen würde. Derzeit bestehen jedoch erhebliche Abwärtsrisiken, nicht zuletzt durch die Handelskonflikte, den Brexitprozess und geopolitische Spannungen.

    Die Weltkonjunktur befindet sich angesichts der genannten Risiken derzeit in einer Schwächephase. Im April waren sowohl bei der globalen Industrieproduktion als auch beim Welthandel rückläufige Entwicklungen zu beobachten. Die industrielle Erzeugung verlief dabei in den entwickelten Volkswirtschaften und in den Schwellenländern schwach. Der Stimmungsindikator IHS Markit PMI für die globale Industrie ging im Juni erneut zurück und lag unter seiner Wachstumsschwelle. Das ifo Weltwirtschaftsklima hat sich, nachdem es zuvor viermal in Folge zurückgegangen war, im zweiten Quartal zwar leicht erholt, blieb aber weiterhin unterkühlt. Vor dem Hintergrund dieser Indikatorenlage und der Ballung globaler Risiken gehen die internationalen Organisationen von einer weniger dynamischen, aber weiterhin aufwärtsgerichteten weltwirtschaftlichen Entwicklung aus.

    Die gedämpften Impulse aus dem weltwirtschaftlichen Umfeld spiegelten sich zuletzt in den deutschen Ausfuhren wider. So nahmen die Exporte von Waren und Dienstleistungen im Mai saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen um 0,3 % ab. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März ergab sich ein noch deutlicheres Minus von 1,8 %. Aufgrund konstanter Ausfuhrpreise dürfte es in realer Rechnung in etwa genauso hoch ausfallen. Die Unternehmen gehen laut den ifo Exporterwartungen, die im Juni weiter gesunken sind, für die kommenden Monate von keinem Exportzuwachs mehr aus. Die Importe von Waren und Dienstleistungen sanken im Mai saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen um 1,4 %. Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein Minus von 0,7 %. Die Einfuhrpreise sind jedoch etwas gestiegen, sodass die Importe preisbereinigt deutlicher zurückgegangen sein dürften. Der Leistungsbilanzüberschuss fiel in den ersten fünf Monaten des Jahres 2019 mit 106,4 Mrd. Euro um 0,6 Mrd. Euro höher aus als im Vorjahreszeitraum.

    Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im Mai leicht ausgeweitet (+0,3 %), nachdem im April eine kräftige Abnahme verzeichnet worden war. Die rückläufige Tendenz in den letzten Monaten spiegelt die Auftragsflaute und die weltwirtschaftliche Schwächephase wider. Innerhalb des Produzierenden Gewerbes waren zuletzt zwei gegenläufige Entwicklungen zu beobachten: Während der Bausektor im Mai einen deutlichen Rückgang hinnehmen musste, konnte die industrielle Produktion einen moderaten Zuwachs verzeichnen. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März verbuchte auch die Industrie einen Produktionsrückgang von 1,2 %. Das Baugewerbe verzeichnete einen noch deutlicheren Rückgang von 3,0 %. Innerhalb der Industrie wuchs im Gegensatz zum April der Kfz-Bereich kräftig um 7,4 % und der Maschinenbau meldete ein leichtes Minus von -0,3 %. Die Entwicklung von Auftragseingangs- und Stimmungsindikatoren spricht dafür, dass die Industriekonjunktur in den kommenden Monaten gedämpft bleibt. Nach einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau in den Monaten März und April haben die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai mit -2,2 % gegenüber dem Vormonat noch einmal deutlich abgenommen. Damit liegen sie nunmehr etwa 9 % unter ihrem durchschnittlichen Monatswert aus dem Jahre 2018. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe zeigt bereits seit dem Jahreswechsel 2017/18 einen spürbaren Abwärtstrend und trübte sich im Juni nochmals etwas ein.

    Die privaten Konsumausgaben nahmen im ersten Quartal 2019 überraschend kräftig um 1,2 % gegenüber dem Vorquartal zu. Einen vergleichbar großen Zuwachs hatte es zuletzt im dritten Quartal 2011 gegeben. Die Indikatoren am aktuellen Rand deuten darauf hin, dass sich diese starke Entwicklung im zweiten Quartal nicht fortsetzen wird: Die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) haben sich im Mai im Vergleich zum Vormonat um 0,6 % verringert. Die Neuzulassungen von Pkw bei privaten Haltergruppen konnten sich im Juni wieder etwas erholen (+1,3 %). Im gesamten zweiten Quartal 2019 gingen die Neuzulassungen allerdings deutlich um 2,1 % zurück.

    Der Beschäftigungsaufbau hat sich im Mai mit deutlich gedrosselter Dynamik fortgesetzt. Der saisonbereinigte Zuwachs der Erwerbstätigkeit lag zuletzt bei 21.000 Personen, im ersten Quartal waren es im Monatsdurchschnitt noch 45.000 Personen. In den Ursprungszahlen wurden im Mai 45,3 Mio. Erwerbstätige ausgewiesen. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg im April langsamer als im Durchschnitt der letzten Monate. Die Arbeitslosigkeit stagnierte im Juni saisonbereinigt, in Ursprungszahlen ging sie um 20.000 Personen auf 2,2 Mio. zurück. Sondereffekte durch die präzisere Erfassung von Betroffenen dürfte es nach einer starken Korrektur im Mai in diesem Monat nicht mehr gegeben haben. Jedoch ist die Unterbeschäftigung im Juni zum dritten Mal in Folge gestiegen (+6.000 saisonbereinigt), was darauf hindeutet, dass sich die konjunkturelle Abkühlung allmählich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar macht. Die Frühindikatoren lassen erwarten, dass dieser Trend in den kommenden Monaten weiter anhält. Die Wirtschaftskraft strukturschwacher Regionen zu stärken, bleibt eine Herausforderung.

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  • Im April 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.689 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2,3 % weniger als im April 2018.

    April 2019: 2,3 % weniger Unternehmensinsolvenzen als im April 2018

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.07.2019

    Im April 2019 meldeten die deutschen Amtsgerichte 1.689 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2,3 % weniger als im April 2018.Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im April 2019 mit 284 Fällen (April 2018: 307) im Wirtschaftsbereich Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Unternehmen des Baugewerbes stellten 280 Insolvenzanträge (April 2018: 313). Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 194 (April 2018: 188) und im Gastgewerbe 189 (April 2018: 182) Insolvenzanträge gemeldet.Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für April 2019 auf knapp 1,7 Milliarden Euro. Im April 2018 hatten sie bei 1,8 Milliarden Euro gelegen.

    Zusätzlich zu den Unternehmensinsolvenzen meldeten 7.381 übrige Schuldner im April 2019 Insolvenz an (-2,6 % gegenüber dem Vorjahresmonat). Darunter waren 5.478 Insolvenzanträge von Verbraucherinnen und Verbrauchern sowie 1.538 Insolvenzanträge von ehemals selbständig Tätigen, die ein Verbraucher- bzw. ein Regelinsolvenzverfahren durchlaufen.

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  • Nach Schätzungen des IfM Bonn stehen bis 2022 jährlich rund 30.000 Unternehmen vor der Frage, wie sie ihre Nachfolge regeln. In rund jedem zweiten mittelständischen Unternehmen wollen oder können Familienmitglieder nicht die Nachfolge antreten. Ist es daher sinnvoll, Unternehmensnachfolgen durch Mitarbeiter zu fördern. Das IfM Bonn hat ausführlich die Chancen und Risiken einer solchen Nachfolge beleuchtet.

    Von der Führungskraft zum Unternehmer

    IfM Bonn, Pressemitteilung vom 11.07.2019

    Nach Schätzungen des IfM Bonn stehen bis 2022 jährlich rund 30.000 Unternehmen vor der Frage, wie sie ihre Nachfolge regeln. In rund jedem zweiten mittelständischen Unternehmen wollen oder können Familienmitglieder nicht die Nachfolge antreten. Unternehmensinterne und -externe Alternativen sind daher gefragt, wenn es aufgrund fehlender familieninterner Nachfolge nicht zur Unternehmenaufgabe kommen soll.

    Grundsätzlich gibt es für Unternehmer und Unternehmerinnen, die in der Familie keinen Nachfolger oder keine Nachfolgerin finden, drei Möglichkeiten: Entweder sie bauen hierfür jemanden aus der Unternehmensbelegschaft auf oder sie kontaktieren Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen anderer Unternehmen, die sie hierfür geeignet sehen. Alternativ können sie ihr Unternehmen aber auch an andere Unternehmer und Unternehmerinnen verkaufen. Letzteres geschieht in knapp einem Drittel der Unternehmen, während knapp jedes fünfte Unternehmen in die Hände von Belegschaftsangehörigen übergeht.

    Wann sich eine unternehmensinterne Nachfolge eignet

    Um den Anteil der Mitarbeiternachfolgen zu steigern, setzen sich Abgeordnete verschiedener Landesparlamente für deren stärkere Förderung ein. „Unsere Analysen zeigen allerdings, dass es sowohl auf Seiten der Übergebenden als auch auf der der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine Reihe von Gründen gibt, diese Nachfolgelösung nicht zu wählen. Eine Förderung könnte daher zu unerwünschten Ergebnissen führen“, berichtet Dr. Nadine Schlömer-Laufen. „So können die Inhaber und Inhaberinnen nur dann den höchsten Verkaufspreis erzielen, wenn sie ihr Unternehmen an jemanden verkaufen, der hierdurch Wettbewerbsvorteile erzielt. Dies sind in der Regel andere Unternehmen, für die sich durch den Unternehmenskauf die Möglichkeit zum schnelleren Markteintritt oder Zugang zu spezifischem Wissen ergibt. Aus ökonomischer Sicht sollte diese Nachfolgeform daher die erste Wahl für alle Alteigentümer und Alteigentümerinnen sein.“

    Auf Seiten der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen fehlt häufig der Wunsch, überhaupt unternehmerisch tätig zu sein – schließlich ist dies mit Kapitalverlust- und Haftungsrisiken verbunden.

    Arbeitnehmernachfolgen sind daher vor allem dann chancenreich, wenn kein anderes Unternehmen am Kauf interessiert ist oder der Alteigentümer oder die Alteigentümerin ihr Lebenswerk und die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter langfristig gewahrt sehen wollen. Ein Verkauf an ein anderes Unternehmen kommt für sie dann nicht in Frage. „Von allen Arbeitnehmernachfolge-Konstellationen, die wir analysiert haben, ist die Nachfolge durch eine Führungskraft aus dem eigenen Unternehmen für beide Parteien am chancenreichsten“, berichtet die Projektleiterin. Der Grund: Die interne Führungskraft kennt meist seit vielen Jahren das Unternehmen, dessen Entwicklung und Finanzsituation. Entsprechend kann sie das Arbeitsplatz- und Kapitalverlustrisiko, das mit dem Schritt in die Selbstständigkeit verbunden ist, am besten einschätzen. Auch ist sie aufgrund ihrer detaillierten Unternehmenskenntnis eher bereit, einen Kaufpreis zu zahlen, der dem Unternehmen angemessen ist.

    Für die Altinhaber und Alteigentümerinnen bietet diese Nachfolgevariante die Chance, einen vergleichsweise guten Preis für das eigene Unternehmen zu erzielen. Hinzu kommt, dass die Übergabe abseits der Öffentlichkeit vorbereitet werden kann. Hierdurch mindert sich die Gefahr, dass Belegschaft, Kunden und Lieferanten in der Phase des ungeklärten Nachfolgeprozesses verunsichert werden. Auch sind die Alteigentümer und Alteigentümerinnen – im Gegensatz zu einem Verkauf an externe Führungskräfte, Mitbewerber oder Finanzinvestoren – nicht gezwungen, Fremden einen detaillierten Einblick in ihre Bücher zu gewähren. „Sind interne Führungskräfte nicht verfügbar, bietet sich aufgrund der Berufs- und Führungserfahrung sowie des finanziellen Backgrounds der Verkauf an externe Manager und Managerinnen als nächstbeste Lösung an“, resümiert die Projektleiterin.

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  • Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Juni 2019 um 1,6 % höher als im Juni 2018. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, zog damit die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – leicht an.

    Verbraucherpreise Juni 2019: +1,6 % gegenüber Juni 2018

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.07.2019

    Verbraucherpreisindex, Juni 2019

    +1,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    +0,3 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Juni 2019

    +1,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis: +1,3 %)

    +0,3 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis: +0,1 %)

    Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Juni 2019 um 1,6 % höher als im Juni 2018. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, zog damit die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex (VPI) – leicht an. Im Mai 2019 hatte sie bei +1,4 % gelegen. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2019 stieg der Verbraucherpreisindex im Juni 2019 um 0,3 %. Das Statistische Bundesamt bestätigt damit seine vorläufigen Gesamtergebnisse für den VPI. Die vorläufigen Ergebnisse für den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) vom 27. Juni 2019 werden durch die endgültigen Ergebnisse nach oben korrigiert.

    Energieprodukte verteuerten sich von Juni 2018 bis Juni 2019 um 2,5 %. Der Preisauftrieb bei Energie ist damit schwächer im Mai 2019 (+4,2 %). Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren Fernwärme (+5,6 %), Erdgas (+4,1 %) und Strom (+3,4 %). Auch die Preise für Kraftstoffe erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr (+1,2 %). Dem gegenüber gingen die Preise für leichtes Heizöl deutlich zurück (-3,5 %). Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Juni 2019 ebenfalls bei +1,6 % gelegen.

    Die höhere Inflationsrate für Juni 2019 wurde vor allem durch den erneuten Preisauftrieb bei Pauschalreisen (+6,1 %; Mai 2019: -9,0 %) beeinflusst. Dies ist in erster Linie auf den Kalendereffekt zurückzuführen. Verantwortlich hierfür ist die im Vergleich zum Vorjahr späte Lage von Pfingsten.

    Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich von Juni 2018 bis Juni 2019 mit +1,2 % unterdurchschnittlich. Der Preisauftrieb hat sich jedoch gegenüber dem Vormonat etwas verstärkt (Mai 2019: +0,9 %). Erheblich teurer als ein Jahr zuvor war im Juni 2019 Gemüse (+9,6 %). Weitere Preiserhöhungen gab es unter anderem bei Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchten (+3,0 %), Fleisch und Fleischwaren (+2,8 %) sowie Brot und Getreideerzeugnissen (+2,2 %). Diesen Preisanstiegen standen starke Preisrückgänge bei Speiseölen und Speisefetten (-9,3 %) sowie bei Obst (-6,1 %) gegenüber.

    Die Preise für Waren insgesamt lagen im Juni 2019 um 1,5 % höher als im entsprechenden Vorjahresmonat. Neben den Preiserhöhungen bei den Energieprodukten (+2,5 %) und Nahrungsmitteln (+1,2 %) verteuerten sich auch einige Waren deutlicher (zum Beispiel Zeitungen und Zeitschriften: +4,6 %; Tabakwaren: +3,4 %). Andere Waren wurden hingegen günstiger, insbesondere Telefone (-6,9 %) und Geräte der Unterhaltungselektronik (-6,1 %).

    Im Vergleich zu den Waren erhöhten sich die Preise für Dienstleistungen im Juni 2019 binnen Jahresfrist mit +1,9 % stärker. Neben der deutlichen Preiserhöhung bei den Pauschalreisen (+6,1 %) verteuerten sich unter anderem Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+5,2 %), Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+4,7 %) sowie Bahntickets (+3,6 %) deutlich. Bedeutsam für die Preisentwicklung der Dienstleistungen war auch die Preiserhöhung bei Nettokaltmieten (+1,4 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Auffällig stark war hingegen der Preisrückgang von Bildungsdienstleistungen des Elementarbereichs (-12,2 %), insbesondere durch die Reduzierung der Kinderbetreuungskosten in einigen Bundesländern.

    Veränderung im Juni 2019 gegenüber dem Vormonat Mai 2019

    Im Vergleich zum Mai 2019 stieg der Verbraucherpreisindex im Juni 2019 um 0,3 %. Im Vormonatsvergleich stiegen vor allem die Preise für Pauschalreisen (+18,6 %) an. Auch die Preise für Flugtickets (+2,6 %, darunter internationale Flüge: +2,9 %), Bahn (+1,6 %) und Übernachtungen (+0,9 %) zogen mit dem Beginn der Reisesommerzeit und infolge von Pfingsten an.

    Die Preise für Nahrungsmittel blieben fast unverändert (+0,1 %). Energieprodukte insgesamt verbilligten sich hingegen im Vergleich zum Vormonat um 1,1 %. Insbesondere gingen die Preise für leichtes Heizöl (-7,3 %) und Kraftstoffe (-1,9 %) zurück. Günstiger für die Verbraucherinnen und Verbraucher waren auch Bekleidung und Schuhe (-1,7 %) teilweise bedingt durch erste Rabatte auf die Frühjahrs- und Sommerware.

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex für Deutschland

    Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im Juni 2019 um 1,5 % über dem Stand von Juni 2018. Im Vergleich zum Mai 2019 stieg der HVPI im Juni 2019 um 0,3 %.

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  • Die kurzfristigen Aussichten für die europäische Wirtschaft werden von externen Faktoren wie weltweiten Handelsspannungen und erheblicher politischer Unsicherheit überschattet. Diese Situation belastet nach wie vor das Unternehmervertrauen im verarbeitenden Gewerbe, das von der Entwicklung des Welthandels am stärksten abhängig ist, und dürfte die Wachstumsaussichten für das verbleibende Jahr schwächen. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Kommission in ihrer Wirtschaftsprognose für den Sommer 2019.

    Sommerprognose 2019: Wachstumshemmnisse durch externe Faktoren

    EU-Kommission, Pressemitteilung vom 10.07.2019

    Die kurzfristigen Aussichten für die europäische Wirtschaft werden von externen Faktoren wie weltweiten Handelsspannungen und erheblicher politischer Unsicherheit überschattet. Diese Situation belastet nach wie vor das Unternehmervertrauen im verarbeitenden Gewerbe, das von der Entwicklung des Welthandels am stärksten abhängig ist, und dürfte die Wachstumsaussichten für das verbleibende Jahr schwächen. Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Kommission in ihrer am 10.07.2019 vorgestellten Wirtschaftsprognose für den Sommer 2019. Dennoch ist für die Wirtschaft in Europa im Jahr 2019 zum siebten Mal in Folge mit einem Zuwachs zu rechnen, was auf sämtliche Mitgliedstaaten zutreffen dürfte.

    Im ersten Quartal des Jahres fiel das Wachstum im Euro-Währungsgebiet stärker als erwartet aus. Dies war auf eine Reihe temporärer Faktoren zurückzuführen, beispielsweise den milden Winter und eine Erholung bei den Automobilverkäufen. Wachstumsfördernd waren auch haushaltspolitische Maßnahmen, durch die das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in mehreren Mitgliedstaaten anstieg.

    Die Prognose für das BIP-Wachstum im Euro-Währungsgebiet im Jahr 2019 liegt unverändert bei 1,2 Prozent, während die Prognose für 2020 angesichts des für die restlichen Monate dieses Jahres erwarteten moderateren Tempos leicht auf 1,4 Prozent gesenkt wurde (Frühjahrsprognose: 1,5 Prozent). Die BIP-Prognose für die EU insgesamt bleibt mit 1,4 Prozent im Jahr 2019 und 1,6 Prozent im Jahr 2020 unverändert.

    Valdis Dombrovskis, Vizepräsident der Kommission, zuständig für den Euro und den sozialen Dialog sowie für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion erklärte dazu: „Alle Volkswirtschaften in der EU dürften in diesem und dem nächsten Jahr weiter wachsen, auch wenn der kräftigen Expansion in Mittel- und Osteuropa eine Konjunkturverlangsamung in Deutschland und Italien gegenübersteht. Eine anhaltende Schwäche im verarbeitenden Gewerbe, die auf handelspolitische Spannungen und politische Ungewissheit zurückzuführen ist, stellt die Widerstandsfähigkeit unserer Volkswirtschaften auf die Probe. In der Binnenperspektive birgt ein Brexit ohne Abkommen nach wie vor erhebliche Risiken.“

    „Die europäische Wirtschaft setzt ihre Expansion in einem schwierigen globalen Kontext fort. Alle EU-Länder dürften sowohl 2019 als auch 2020 wieder ein Wachstum verzeichnen; der robuste Arbeitsmarkt stützt dabei die Nachfrage. Angesichts der zahlreichen Risiken, mit denen die Prognose behaftet ist, müssen wir unsere Anstrengungen zur Stärkung der Widerstandskraft unserer Volkswirtschaften und des Euroraums insgesamt intensivieren“, ergänzte Pierre Moscovici , EU-Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll, der die Sommerprognose heute in Brüssel im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt hat.

    Binnennachfrage als Wachstumsmotor in der EU

    Während das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr zunächst von verschiedenen vorübergehenden Faktoren profitierte, fallen die Aussichten für das restliche Jahr schwächer aus. Eine rasche Erholung in der Fertigung weltweit und beim globalen Handel ist nämlich unwahrscheinlicher geworden. Für 2020 wird ein kräftigeres BIP-Wachstum prognostiziert, was zum Teil auf eine höhere Zahl von Arbeitstagen zurückzuführen ist. Die Binnennachfrage, insbesondere der Konsum der privaten Haushalte, ist weiterhin ein Motor für das Wachstum in Europa, der durch die anhaltende Robustheit des Arbeitsmarkts zusätzlich angetrieben wird. Das BIP wird den Prognosen zufolge in diesem und im nächsten Jahr in allen EU-Mitgliedstaaten zunehmen. In einigen Gebieten (wie in Mittel- und Osteuropa, Malta und Irland) dürfte das Wachstum allerdings bedeutend stärker ausfallen als beispielsweise in Italien und Deutschland.

    Bei sinkenden Ölpreisen geringere Inflation erwartet

    Die Inflationsprognosen für das Euro-Währungsgebiet und die EU wurden für dieses und das nächste Jahr um 0,1 Prozentpunkte gesenkt. Dies ist in erster Linie den niedrigeren Ölpreisen und den etwas schwächeren Wirtschaftsaussichten geschuldet. Gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex wird nun sowohl für 2019 als auch für 2020 mit einer Teuerung im Eurogebiet von durchschnittlich 1,3 Prozent gerechnet (Frühjahrsprognose: 1,4 Prozent für 2019 und 2020). Für die EU wird für 2019 eine Inflation von durchschnittlich 1,5 Prozent und für 2020 von 1,6 Prozent vorhergesagt (Frühjahrsprognose: 1,6 Prozent für 2019 und 1,7 Prozent für 2020).

    Abwärtsrisiken nehmen zu

    Die Risiken, mit denen die weltweiten Wirtschaftsaussichten behaftet sind, bleiben stark miteinander verknüpft und weisen hauptsächlich nach unten. Wenn sich die wirtschaftspolitische Konfrontation zwischen den Vereinigten Staaten und China ausweitet, könnte sich bei der mit großen Unsicherheiten verbundenen US-Handelspolitik der derzeitige Abwärtstrend im Welthandel und im verarbeitenden Gewerbe weltweit fortsetzen und auf andere Regionen und Sektoren durchschlagen. Dies könnte sich negativ auf die Weltwirtschaft auswirken und auch zu Störungen am Finanzmarkt führen. Zusätzlich erhöhen Spannungen im Nahen und Mittleren Osten das Potenzial für erhebliche Ölpreissteigerungen. Innerhalb der EU ist ein Brexit ohne Abkommen nach wie vor ein erheblicher Unsicherheitsfaktor. Schließlich unterliegen auch die Triebkräfte des kurzfristigen Wachstums und die wirtschaftliche Dynamik im Euro-Währungsgebiet großen Risiken. Sollte die Schwäche im verarbeitenden Gewerbe anhalten, könnte sie zusammen mit dem geringen Unternehmervertrauen auf andere Sektoren übergreifen und die Arbeitsmarktbedingungen sowie den privaten Konsum und letztlich das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen.

    Rein technische Annahme für das Vereinigte Königreich

    Mit Blick auf den Prozess des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU stützen sich die Prognosen für 2019 und 2020 erneut auf eine rein technische Annahme des Status quo bezüglich der Handelsströme zwischen der EU-27 und dem Vereinigten Königreich. Diese Annahme dient ausschließlich Prognosezwecken und hat keinen Einfluss auf künftige Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich.

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  • Die OECD hat ihren SME and Entrepreneurship Outlook für 2019 veröffentlicht, der einen Überblick über die Geschäftsbedingungen und den politischen Rahmen für KMU bietet. Der Bericht stellt fest, dass KMU, die im ITK-Bereich aktiv sind, besonders von der Digitalisierung profitieren.

    OECD-SME and Entrepreneurship Outlook: KMU müssen Vorteile bei Digitalisierung und Globalisierung besser nutzen

    Die OECD hat ihren SME and Entrepreneurship Outlook für 2019 veröffentlicht, der einen Überblick über die Geschäftsbedingungen und den politischen Rahmen für KMU bietet.

    Im OECD-Raum entfallen rund 60 % der Beschäftigung und 50-60 % der Wertschöpfung auf KMU. Die Zahl der Unternehmensgründungen ist gestiegen, insb. im Dienstleistungsbereich. Jedoch wurden die meisten neuen Stellen im Niedriglohnsektor geschaffen, so z. B. in Frankreich (zwischen 2010 und 2016 knapp 90 % der neuen Stellen) in Deutschland betrifft es 2/3 der neu geschaffenen Stellen.

    Die Marktbedingungen für KMU haben sich verbessert, jedoch gibt es Anzeichen, dass das Wachstum seinen Höhepunkt erreicht hat. Insbesondere Handelsspannungen können ihr globales agieren einschränken. In der Vergangenheit haben KMU von der Fragmentierung der weltweiten Produktion profitiert, um sich in spezialisierten Segmenten der globalen Wertschöpfungsketten dem Wettbewerb zu stellen und ihre Aktivitäten auf ausländische Märkten auszuweiten. Laut OECD haben die globale Wertschöpfungsketten an Dynamik verloren, ausländische Direktinvestitionen haben das niedrigste Niveau seit 2013 erreicht. Automatisierung und neue Technologien können dazu führen, dass multinationale Unternehmen ihre Produktionsprozesse weniger stark fragmentieren.

    Digitalisierung

    Es wird festgestellt, dass KMU bei der Digitalisierung Aufholbedarf haben, v. a. kleinen Unternehmen. Sie investieren z. B. weniger in Schlüsseltechnologien wie Cloud-Computing-Dienste, was u. a. auch mit dem Breitbandausbau begründet wird. Zudem wird KMU ein weniger proaktiver Ansatz beim Schutz ihrer Daten attestiert und sie sind anfälliger für Cyberbedrohungen. Als weiteres Problem wird der Fachkräftemangel identifiziert. Häufig fehlen die für die Bewältigung der digitalen Transformation benötigte Kompetenzen, nur wenige bieten IKT-Fortbildungen für ihre Beschäftigte an.

    Im Gegensatz dazu stellt der Bericht fest, dass KMU, die im ITK-Bereich aktiv sind, besonders von der Digitalisierung profitieren. Laut OECD ist ihr Anteil an der Wertschöpfung in dem Zeitraum von 2010 -2016 in fast allen OECD-Ländern gestiegen (z. B. 10 % in Finnland bei der Computerprogrammierung). Spezialisierte, hochqualifizierte KMU sind sogar produktiver als große Unternehmen, z. B. in Frankreich, Schweden oder dem Vereinigten Königreich im Bereich der Unternehmens- oder technischen Dienstleistungen.

    Die Politikansätze der OECD-Länder sind sehr unterschiedlich. Einige Länder sind bemüht, KMU-bezogene Gesichtspunkte systematisch in andere Politikbereiche zu integrieren, wohingegen andere Länder maßgeschneiderte Politikinstrumente für KMU entwickeln, die oft mit verschiedenen standort- oder sektorspezifischen Maßnahmen kombiniert werden. Innovationsfördernde Maßnahmen wurden überarbeitet, so z. B. bei der FuE-Förderung, die in den meisten OECD-Ländern im Verhältnis höher ist als ihre tatsächliche FuE-Aufwendungen. In einigen Ländern wurde die KMU-Förderung in der nationalen Exportstrategie (z. B. in Norwegen) oder Industriepolitik (z. B. in Italien) verankert, um global agierende KMU zu unterstützen.

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  • Der Anteil der innovativen mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist aktuell um 4 Prozentpunkte auf 23 % gesunken. Die Anzahl der innovativen Mittelständler nahm um 150.000 auf rund 850.000 Unternehmen ab. Dies zeigt der aktuelle KfW-Innovationsbericht.

    Weniger Mittelständler setzen auf Innovationen

    KfW, Pressemitteilung vom 09.07.2019

    • Innovatorenquote sinkt um 4 Prozentpunkte auf 23 %
    • Innovationsausgaben im Mittelstand gehen weiter zurück auf 30,7 Mrd. Euro
    • Prozessinnovationen entwickeln sich gegen den Trend positiv – Digitalisierung dürfte hier ein Schwerpunkt sein

    Der Anteil der innovativen mittelständischen Unternehmen in Deutschland ist wieder gesunken: Die Innovatorenquote für die Jahre 2015/2017 liegt bei 23 % und damit um 4 % niedriger als in der zuvor untersuchten Periode 2014/2016. Dies zeigt der aktuelle KfW-Innovationsbericht . Das heißt: Nur noch 850.000 kleine und mittlere Firmen hierzulande investierten zuletzt in innovative Produkte oder Prozesse – 150.000 weniger als 2014/2016. Nach einem kurzen Zwischenhoch schwenkt die Innovationstätigkeit im Mittelstand damit wieder auf ihren langjährigen Abwärtskurs ein. Seit ihrem Höchststand von 43 % aus den Jahren 2004/2006 hat sich die mittelständische Innovatorenquote nahezu halbiert. Die Summe, die der Mittelstand für Innovationen ausgibt, entwickelt sich seit 2014 ebenfalls rückläufig – und ging 2017 nochmals zurück auf nun 30,7 Mrd. Euro (2016: 32,2 Mrd Euro).

    Der aktuelle Rückgang der Innovatorenquote ist ausschließlich auf die Entwicklung bei den Produktinnovatoren zurückzuführen. Der Anteil der Unternehmen, die neue bzw. verbesserte Produkte auf den Markt brachten, nahm gegenüber der Vorperiode um 4 Prozentpunkte ab. Er liegt mit aktuell 15 % auf dem niedrigsten Wert seit der Aufnahme des KfW-Mittelstandspanels im Jahr 2002. Dagegen nahm die Prozessinnovatorenquote zum zweiten Mal in Folge auf nun 17 % zu, die somit erstmalig höher ausfällt als die der Produktinnovatoren. Ein Grund hierfür dürfte in der zunehmenden Digitalisierung im Mittelstand liegen, die eine Modernisierung von Herstellungsprozessen und Abläufen in der Verwaltung befördert.

    Blickt man auf die Innovationstätigkeit nach Unternehmensgröße, so sind aktuell in allen Größenklassen Rückgänge in der Größe von minus 3 bis minus 6 Prozentpunkte zu konstatieren. Im langfristigen Vergleich wird jedoch offensichtlich, dass vor allem die kleinen Mittelständler mit weniger als 5 Beschäftigten sich immer mehr aus der Innovationstätigkeit verabschieden. Rund 80 % aller mittelständischen Firmen fallen in diese Größenklasse, binnen 11 Jahren sank der Anteil von Innovatoren hier um deutlich über die Hälfte. Bei den großen Mittelständlern mit mehr als 50 Beschäftigten ging der Anteil innovativer Firmen im gleichen Zeitraum zwar ebenfalls deutlich zurück, allerdings nur um gut ein Viertel. Für den Rückgang der Innovationstätigkeit seit Mitte der 2000er-Jahre dürfte ein Bündel von Faktoren ausschlaggebend gewesen sein. Dazu zählen der gestiegene Fachkräftemangel, die demografisch bedingte Alterung der Beschäftigten, die Zunahme von Finanzierungshemmnissen bei Innovationen oder das Ausbleiben eines Technologieschubs.

    Eine besondere Bedeutung kommt darüber hinaus Unternehmen zu, bei denen Forschung und Entwicklung (FuE) fest im Geschäftsmodell verankert sind: Diese mit aktuell 8 % der Mittelständler vergleichsweise kleine Gruppe bringt kontinuierlich Innovationen mit einem hohen Neuigkeitsgrad hervor. 9 von 10 FuE-aktiven Unternehmen schließen innerhalb eines Dreijahreszeitraums mindestens ein Innovationsvorhaben ab.

    „Der Rückgang der Innovationstätigkeit im Mittelstand setzt sich fort“, sagt Dr. Volker Zimmermann, Innovationsexperte bei KfW Research. „Für die deutsche Wirtschaft und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sind dies keine guten Nachrichten – schließlich spielen Innovationen eine große Rolle für Beschäftigung, Rendite, Umsatz und Produktivität“. Um dem Rückgang der Innovatorenquote entgegenzuwirken, gilt es, die Innovationsaktivitäten in der Breite der vorwiegend nachahmenden Mittelständler zu stärken, etwa über Unterstützung im organisatorisch-personellen Bereich. „Diese Innovatoren sind von Bedeutung, da sie für die Diffusion neuer Technologien in der Wirtschaft sorgen. Gesamtwirtschaftliche Effekte von Innovationen, wie zusätzliches Wirtschaftswachstum und der erhoffte Wiederanstieg der Produktivitätsentwicklung werden sich nur dann einstellen, wenn ein technologischer Fortschritt in der Breite der Wirtschaft realisiert wird“, so Zimmermann. Auf der anderen Seite ist es notwendig, die Entwicklung neuer Technologien und die Unterstützung von Vorreiterunternehmen weiterhin zu stärken. „Die deutsche Wirtschaft muss ihren technologischen Vorsprung sichern und neue Technologiefelder besetzen. Angesichts der ambitionierten Innovationsstrategien im Ausland sind dazu erhöhte Innovationsanstrengungen hierzulande notwendig. Dies gilt gerade auch vor dem Hintergrund der aktuellen konjunkturellen Entwicklung, von der eine bremsende Wirkung auf die Innovationstätigkeit droht.“ Dass sich die Politik zum Erreichen des 3,5 %-Ziels für die Höhe der FuE-Ausgaben bezogen auf das BIP bis zum Jahr 2025 bekannt habe, sei ein wichtiges Signal. „Die Ausstattung der Initiativen und Fördermaßnahmen mit ausreichend finanziellen Mitteln wird mitentscheidend dafür sein, ob dieses Ziel auch erreicht wird.“

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  • Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai im Vergleich zum Vormonat um 0,3 % gestiegen.

    Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Mai 2019

    BMWi, Pressemitteilung vom 08.07.2019

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Mai im Vergleich zum Vormonat um 0,3 % gestiegen. Während die Erzeugung in der Industrie um 0,9 % zunahm, ging die Produktion im Baugewerbe um 2,4 % zurück. Innerhalb der Industrie fiel der Anstieg bei der Erzeugung von Investitions- und Gebrauchsgütern mit 2,0 % und 2,7 % am stärksten aus.

    Im Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März ergab sich eine Einschränkung der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 1,6 %. Sowohl das Baugewerbe (-3,0 %) als auch die Industrie (-1,2 %) verzeichneten hier deutliche Abnahmen. Die Kfz-Industrie meldete einen Produktionsrückgang um 2,9 %.

    Nach einem schwachen April stabilisierte sich die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Mai auf niedrigem Niveau. Ein deutlicher Rückgang im Baugewerbe wurde hierbei von moderaten Zuwächsen in der Industrie ausgeglichen. Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich zeigt sich jedoch eine deutlich gedämpfte Industriekonjunktur, die angesichts schwacher Auftragseingänge und des eingetrübten Geschäftsklimas in den kommenden Monaten anhalten dürfte.

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  • Im Mai 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 113,9 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 93,4 Mrd. Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Mai 2019 um 4,5 % und die Importe um 4,9 % höher als im Mai 2018.

    Deutsche Exporte im Mai 2019: +4,5 % zum Mai 2018

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 08.07.2019

    Exporte, Mai 2019

    • 113,9 Milliarden Euro
    • +1,1 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
    • +4,5 % zum Vorjahresmonat

    Importe, Mai 2019

    • 93,4 Milliarden Euro
    • -0,5 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
    • +4,9 % zum Vorjahresmonat

    Außenhandelsbilanz, Mai 2019

    • 20,6 Milliarden Euro
    • 18,7 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

    Leistungsbilanz nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank, Mai 2019

    • 16,5 Milliarden Euro

    Im Mai 2019 wurden von Deutschland Waren im Wert von 113,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 93,4 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Mai 2019 um 4,5 % und die Importe um 4,9 % höher als im Mai 2018. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat April 2019 um 1,1 % zu, die Importe sanken um 0,5 %.

    Die Außenhandelsbilanz schloss im Mai 2019 mit einem Überschuss von 20,6 Milliarden Euro ab. Im Mai 2018 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +20,0 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Überschuss der Außenhandelsbilanz im Mai 2019 bei 18,7 Milliarden Euro.

    Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+21,3 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-1,1 Milliarden Euro), Primäreinkommen (-4,2 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (+0,5 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Mai 2019 mit einem Überschuss von 16,5 Milliarden Euro ab. Im Mai 2018 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 13,0 Milliarden Euro ausgewiesen.

    In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Mai 2019 Waren im Wert von 66,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 54,2 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Mai 2018 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 0,6 % und die Importe aus diesen Ländern um 4,7 %. In die Länder der Eurozone wurden im Mai 2019 Waren im Wert von 42,3 Milliarden Euro (+3,8 %) exportiert und Waren im Wert von 35,8 Milliarden Euro (+8,7 %) aus diesen Ländern importiert. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Mai 2019 Waren im Wert von 23,8 Milliarden Euro (-4,8 %) exportiert und Waren im Wert von 18,4 Milliarden Euro (-2,3 %) von dort importiert.

    In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Mai 2019 Waren im Wert von 47,9 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 39,2 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Mai 2018 nahmen die Exporte in die Drittländer um 10,4 % zu, die Importe von dort stiegen um 5,1 %.

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  • Wie das BMWi mitteilt, sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai gegenüber dem Vormonat um 2,2 % zurückgegangen.

    Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2019

    BMWi, Pressemitteilung vom 05.07.2019

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai gegenüber dem Vormonat um 2,2 % zurückgegangen. Die Inlandsaufträge nahmen im Mai um 0,7 % zu. Die Bestellungen aus dem Euroraum verringerten sich um 1,7 % und aus dem Nicht-Euroraum um 5,7 %.

    Im Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März ergab sich ein Rückgang der Auftragseingänge für das Verarbeitende Gewerbe um 0,4 %. Dem Plus von 2,7 % bei Konsumgütern standen Abnahmen um 1,8 % bzw. 0,1 % bei Vorleistungs- und Investitionsgütern gegenüber. Die Bestellungen aus dem Inland und aus dem Euroraum gingen um 2,8 % bzw. 3,8 % zurück. Aus dem Nicht-Euroraum war ein Orderzuwachs um 4,5 % zu verzeichnen.

    Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich im Mai wieder spürbar verringert, nachdem sie sich in den beiden letzten Monaten auf niedrigem Niveau stabilisiert hatten. Zuletzt lagen sie etwa 7 % unter ihrem durchschnittlichen Monatswert im Jahr 2018. Die gewichtige Kfz-Industrie verbuchte im Mai sowohl im In- als auch im Ausland Auftragsrückgänge (-1,6 % bzw. -5,0 %). Es ist somit von einer weiterhin schwachen Industriekonjunktur in den kommenden Monaten auszugehen.

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  • Nach einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung rangiert Deutschland bei den Arbeitskosten für die private Wirtschaft trotz des langjährigen wirtschaftlichen Booms weiterhin lediglich im oberen Mittelfeld Westeuropas. 2018 sind die deutschen Arbeitskosten nominal um 2,3 Prozent gestiegen. Das entspricht dem Durchschnitt des Euroraums und liegt einen halben Prozentpunkt niedriger als im Mittel der EU.

    Arbeitskosten: Deutschland weiter im westeuropäischen Mittelfeld, Anstieg zuletzt unter dem EU-Durchschnitt

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 03.07.2019

    Trotz des langjährigen wirtschaftlichen Booms rangiert Deutschland bei den Arbeitskosten für die private Wirtschaft weiterhin lediglich im oberen Mittelfeld Westeuropas. 2018 sind die deutschen Arbeitskosten nominal um 2,3 Prozent gestiegen. Das entspricht dem Durchschnitt des Euroraums und liegt einen halben Prozentpunkt niedriger als im Mittel der EU. Zudem sind die Effekte einer langen Schwächephase in den 2000er-Jahren längst noch nicht ausgeglichen: Schaut man auf den gesamten Zeitraum von 2001 bis Ende 2018, verzeichnete die Bundesrepublik den drittgeringsten Anstieg bei den Arbeitskosten in der EU. Mit Arbeitskosten von 35 Euro pro Stunde lag die Bundesrepublik 2018 wie im Jahr zuvor an sechster Stelle unter den EU-Ländern hinter Dänemark, Luxemburg, Belgien, Schweden und Frankreich. Die Niederlande, Finnland und Österreich haben mit 34,70 bis 34,30 Euro pro Stunde fast die gleichen Arbeitskosten wie Deutschland. Zu diesen Ergebnissen kommt der neue Arbeits- und Lohnstückkostenreport, den das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung am 03.07.2019 auf einer Pressekonferenz in Berlin vorstellt. Die Studie zeigt auch, dass Staat und Unternehmen künftig deutlich mehr investieren müssen, um längerfristig ein befriedigendes Wachstum der Produktivität sicherzustellen.

    Da die Löhne in den vergangenen Jahren wieder etwas stärker gestiegen sind, habe sich die Entwicklung der Arbeitskosten „normalisiert“, konstatiert das IMK. Trotzdem weist Deutschland im Gesamtzeitraum seit 2001 mit 2,1 Prozent im Jahresmittel zusammen mit Italien den drittniedrigsten Anstieg nach den Euro-Krisenländern Griechenland und Portugal auf. Es bestehe deshalb „weiterhin noch Spielraum nach oben“, schreiben die Studienautoren Prof. Dr. Alexander Herzog-Stein, Dr. Ulrike Stein und Dr. Rudolf Zwiener. Ähnlich sehe es bei der für die internationale Wettbewerbsfähigkeit wichtigeren Entwicklung der Lohnstückkosten aus. Auch die seit der Jahrtausendwende aufgelaufenen Ungleichgewichte bei der Entwicklung von Binnennachfrage und Exporten sind laut der IMK-Analyse längst noch nicht ausgeglichen: Während die Inlandsnachfrage in Deutschland seit der Jahrtausendwende real um 18 Prozent zugelegt hat, expandierten die Ausfuhren um mehr als 120 Prozent. Deutschland wird in diesem Jahr zum neunten Mal in Folge die von der EU gezogene Stabilitäts-Obergrenze für Überschüsse in der Leistungsbilanz deutlich überschreiten, so die Ökonomen.

    Steigende Reallöhne stützen deutsche Wirtschaft in konjunkturell schwieriger Situation

    „Die Rückkehr zu normalen Lohnerhöhungen in den vergangenen Jahren erweist sich derzeit als wichtiger Stabilitätsanker für die deutsche Wirtschaft“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. „Derzeit stützt vor allem die Konsumnachfrage der privaten Haushalte die deutsche Konjunktur. Aufgrund des schwierigen außenwirtschaftlichen Umfelds hat die deutsche Industrie zuletzt massiv an Dynamik verloren. Hätten wir nun ein Konsumwachstum so schwach wie Mitte der 2000er-Jahre, wäre die deutsche Wirtschaft schon längst wieder in der Rezession. Und diese starke Konsumnachfrage wäre ohne die robusten Lohnerhöhungen der vergangenen Jahre nicht denkbar.“ Grund ist laut Dullien eine Trendwende in den Lohnerhöhungen etwa seit kurz nach der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. „Von 2001 bis 2010 stiegen die deutschen Arbeitskosten im Schnitt um 1,7 Prozent pro Jahr. Weil die Inflation damals fast ebenso hoch war, stagnierten die realen Einkommen. Der Konsum konnte die Konjunktur nicht stützen. Seit 2010 sind die Arbeitskosten im Schnitt um 2,5 Prozent gestiegen, während die Inflation unter 1,5 Prozent lag. Dieser reale Lohnanstieg finanziert nun den Konsum.“

    Sorgen um die preisliche internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen müsse man sich trotzdem derzeit nicht machen, so Dullien. „Die deutschen Unternehmen sind von ihren Arbeitskosten her weiter sehr wettbewerbsfähig. Allerdings kämpfen die Betriebe mit anderen Problemen – wie der zunehmend maroden öffentlichen Infrastruktur. Inzwischen geben in Umfragen rund zwei Drittel der deutschen Unternehmen an, durch Infrastrukturmängel regelmäßig in ihrer Geschäftstätigkeit behindert zu werden.“ Dies erkläre auch, warum sich die deutschen Unternehmen trotz anhaltend hoher Gewinne, niedriger Schuldenstände und günstigen Finanzierungsbedingungen in den vergangenen Jahren mit Investitionen zurückgehalten hätten. „Wenn der Service-Mitarbeiter wegen gesperrter Brücken auf der Autobahn im Stau steht, ist er nicht produktiv, verursacht aber trotzdem Kosten. Um die Unternehmen wieder zu mehr Investitionen zu bringen, muss die öffentliche Hand sich auch endlich wieder um die öffentliche Infrastruktur kümmern – und das heißt: Wir brauchen mehr staatliche Investitionen“, so Dullien.

    Lohnstückkostenentwicklung: Fast 7 Prozentpunkte unter dem Mittel des Euroraums

    Auch bei den Lohnstückkosten, die die Arbeitskosten ins Verhältnis zum Produktivitätsfortschritt setzen, weist Deutschland für den Zeitraum von 2000 bis Ende 2018 weiterhin eine moderate Tendenz auf. Trotz einer ebenfalls stärkeren Steigerung in den vergangenen Jahren sind sie seit Beginn der Währungsunion deutlich schwächer gestiegen als in fast allen anderen Mitgliedstaaten des Euroraums – und schwächer, als mit dem Inflationsziel der EZB vereinbar ist. Die deutsche Lohnstückkostenentwicklung lag zuletzt laut IMK immer noch um kumuliert knapp 7 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt des Euroraums und gut 10 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt des Euroraums ohne Deutschland. Das langjährige extrem schwache Wachstum der deutschen Lohnstückkosten trug zu den ausgeprägten wirtschaftlichen Ungleichgewichten im Euroraum bei.

    Eine langfristig „stabilitätskonforme“ Wachstumsrate der Lohnstückkosten liegt nach Analyse des IMK bei knapp zwei Prozent pro Jahr – der EZB-Zielinflationsrate. Dieser Wert ist im Jahr 2018 im Euroraum mit 1,9 Prozent erreicht worden. In Deutschland lag die Rate 2018 bei 2,8 Prozent, da der Produktivitätsfortschritt aufgrund der konjunkturellen Abschwächung des Wirtschaftswachstums im Jahresverlauf faktisch zum Stillstand kam. Im längerfristigen Durchschnitt seit 2000 nahmen die deutschen Lohnstückkosten aber nur um 1,1 Prozent im Jahr zu.

    Mangelnde Investitionen drücken auf die Produktivität

    Um Deutschland und den EU-Staaten ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, empfehlen die Ökonomen eine makroökonomisch ausgerichtete Lohnpolitik, die sich an der Summe aus EZB-Zielinflation und dem längerfristigen Trend des Produktivitätszuwachses orientiert. Diese Marke sei in den 2000er-Jahren deutlich unterschritten worden, wobei insbesondere die mittleren und niedrigeren Löhne deutlich hinter der durchschnittlichen Produktivität zurückgeblieben sind, zeigen die Forscher. Die stärkeren Zuwächse seit Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise hätten den Rückstand lediglich „zum Teil etwas korrigiert“.

    Ein wichtiger Faktor für eine wachstumsorientierte Lohnentwicklung in der Zukunft sind deutlich stärkere Investitionen als in den vergangenen Jahren, zeigen die Experten. Denn wie in anderen Industrieländern auch hat sich der Produktivitätsfortschritt in Deutschland im Vergleich zu den 1990er-Jahren spürbar verlangsamt. Eine gängige Erklärung für dieses Phänomen ist, dass der technische Fortschritt trotz zunehmender Digitalisierung die messbare Produktivität zuletzt weniger stark angetrieben hat. In der Folge lahme die so genannte „Totale Faktorproduktivität“ (TFP).

    Allerdings erklärt dieses Phänomen nach Analyse des IMK die geringere Produktivität nur zum Teil, zumal die TFP seit 2010 auch wieder stärker steige. Entscheidend sei daher etwas anderes, betonen die Forscher: „Vielmehr hat sich, beginnend seit Mitte der 1990er-Jahre, der Prozess der Kapitalvertiefung – der Zuwachsrate der Kapitalintensität je geleisteter Arbeitsstunde, die getrieben wird von den Investitionen – im Trend merklich verlangsamt. Die Investitionszurückhaltung, die deutsche Unternehmen trotz guter Gewinnsituation in den vergangenen Jahren praktizierten, erkläre rund die Hälfte der Verlangsamung bei der Produktivität.

    „Die Zahlen aus dem IMK-Report belegen, dass die Investitionsschwäche zunehmend den deutschen Wohlstand gefährdet. In den 1990er-Jahren hat noch die Anschaffung neuer Kapitalgüter in den Betrieben spürbar zur Produktivitätssteigerung beigetragen. Inzwischen ist davon in den Zahlen nichts mehr zu sehen. Zuletzt ist sogar der Kapitalstock pro geleisteter Arbeitsstunde leicht zurückgegangen und hat so die Produktivität gebremst“, sagt Sebastian Dullien. „Das ist auch problematisch, weil langfristig das Produktivitätswachstum den Verteilungsspielraum bestimmt. Weniger Produktivität bedeutet dann am Ende: Niedrigeres Lohnwachstum, weniger Gewinne und für alle weniger Einkommen.“

    Arbeitskosten 2018: 35,00 Euro pro Stunde

    Zu den Arbeitskosten zählen neben dem Brutto-Lohn die Arbeitgeberanteile an den Sozialbeiträgen, Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung sowie als Arbeitskosten geltende Steuern. Das IMK nutzt für seine Studie die neuesten verfügbaren Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

    2018 mussten deutsche Arbeitgeber in der Privatwirtschaft (Industrie und privater Dienstleistungsbereich) 35,00 Euro pro geleistete Arbeitsstunde aufwenden. Höher liegen die Arbeitskosten in fünf Ländern: In Dänemark, Luxemburg, Belgien, Schweden und Frankreich müssen zwischen 44,70 und 36,50 Euro pro Stunde ausgegeben werden. Fast gleichauf mit den Deutschen sind die Arbeitskosten in den Niederlanden, Finnland und Österreich. Der Durchschnitt des Euroraums liegt bei 30,60 Euro. Nur geringfügig niedriger sind die Arbeitskosten in Irland (30,50 Euro). Die Arbeitskosten in Großbritannien (26,30 Euro) sind in Euro gerechnet um 2,3 Prozent gestiegen, auf Pfundbasis um 3,3 Prozent.

    Italien weist mit 27,20 Euro die höchsten Arbeitskosten in Südeuropa auf und liegt knapp über dem EU-Mittel von 27,00 Euro. In den übrigen südlichen EU-Staaten betragen die Arbeitskosten zwischen 21,10 Euro (Spanien) und 13,30 Euro (Portugal). Die „alten“ EU-Länder Griechenland und Portugal liegen mittlerweile deutlich hinter dem EU-Beitrittsland Slowenien mit 18,30 Euro. In der Tschechischen Republik, Estland, der Slowakei, Kroatien, Ungarn, Polen, Lettland und Litauen betragen die Stundenwerte zwischen 12,70 und 9,20 Euro. In diesen Ländern waren die Steigerungsraten mit knapp sechs bis gut 12 Prozent im vergangenen Jahr erneut überdurchschnittlich. Schlusslichter sind Rumänien und Bulgarien mit Arbeitskosten von 6,50 bzw. 5,30 Euro pro Stunde, allerdings bei Zuwächsen von 8,5 und 6,5 Prozent.

    Arbeitskosten in der Industrie und im Dienstleistungsbereich

    Im Verarbeitenden Gewerbe betrugen 2018 die Arbeitskosten in Deutschland 40,00 Euro pro Arbeitsstunde. Im EU-Vergleich steht die Bundesrepublik damit wie in den Vorjahren an vierter Stelle als Teil einer größeren Gruppe von Industrieländern, die deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt von 32,90 Euro liegen. Dazu zählen auch Dänemark mit industriellen Arbeitskosten von 45,30 Euro, Belgien (42,60 Euro), Schweden (40,70 Euro) sowie Frankreich (37,60 Euro), Österreich (37,20 Euro) und Finnland (36,80 Euro). Dabei ist nicht berücksichtigt, dass das Verarbeitende Gewerbe in der Bundesrepublik stärker als in jedem anderen EU-Land von günstigeren Vorleistungen aus dem Dienstleistungsbereich profitiert (siehe folgenden Abschnitt). 2018 stiegen die industriellen Arbeitskosten in Deutschland um 1,9 Prozent und damit schwächer als im Durchschnitt von EU (2,6 Prozent) und Euroraum (2,1 Prozent).

    Im privaten Dienstleistungssektor lagen die deutschen Arbeitskosten 2018 mit 32,50 Euro weiterhin an neunter Stelle nach den nordischen EU-Staaten, den Benelux-Ländern, Frankreich und Österreich. Den höchsten Wert wies Dänemark mit 44,90 Euro aus, der Durchschnitt im Euroraum beträgt 29,60 Euro, in der gesamten EU 27,00 Euro. 2018 stiegen die Arbeitskosten im deutschen Dienstleistungssektor um 2,6 Prozent. Damit lag der Zuwachs geringfügig unter dem Durchschnitt in der EU (2,7 Prozent) und geringfügig über dem im Euroraum (2,5 Prozent).

    Industrie kann Vorleistungen günstiger einkaufen

    In Deutschland ist der Abstand der Arbeitskosten zwischen Verarbeitendem Gewerbe und Dienstleistungssektor weiterhin größer als in jedem anderen EU-Land, so das IMK. Er betrug Ende 2018 knapp 19 Prozent. Vom vergleichsweise niedrigen Arbeitskostenniveau in den deutschen Dienstleistungsbranchen profitiert auch die Industrie, die dort Vorleistungen nachfragt. Dadurch entsteht nach Berechnungen des IMK eine Kosteneinsparung für die Industrie von rund 4 Euro pro Stunde. Während der Dienstleistungssektor die Industrie hierzulande deutlich entlaste, sei es insbesondere in den mittel- und osteuropäischen EU-Ländern umgekehrt, so die Forscher.

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  • 8,5 Prozent der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit. Das geht aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts hervor.

    Industrie erwartet Anstieg der Kurzarbeit

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 04.07.2019

    Die deutsche Industrie rechnet mit einem Anstieg der Kurzarbeit. Das geht aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts hervor. Demnach erwarten 8,5 Prozent der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe Kurzarbeit in den kommenden drei Monaten. Das ist der höchste Wert seit Anfang 2013. Vor einem Jahr waren es noch 2,6 Prozent.„Die konjunkturelle Abschwächung hinterlässt allmählich ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der ifo Konjunkturprognosen. „Die deutsche Industrie befindet sich seit Mitte vergangenen Jahres in einer Rezession. Kurzarbeit ist ein Mittel der Wahl, wenn Unternehmen trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten ihre Fachkräfte halten wollen.“

    Der ifo-Umfrage zufolge fahren derzeit bereits 3,8 Prozent der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe Kurzarbeit. Das ist der höchste Wert seit Mitte 2013. Auf seinem letzten Tiefstand Ende 2017 hatte der Anteil nur 0,4 Prozent betragen. Seitdem steigt er fast kontinuierlich an.

    Auch die ersten Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit deuten darauf hin, dass die konjunkturbedingte Kurzarbeit gestiegen ist – auf knapp 44.000 Personen im April 2019. Ein Jahr zuvor waren gerade einmal 13.000 Arbeitnehmer betroffen. Für die Monate Mai bis Juli 2019 geht die Bundesagentur aktuell von einem Rückgang der Kurzarbeiterzahlen aus. Allerdings beruhen diese Schätzungen lediglich auf bereits bewilligten Anzeigen über Kurzarbeit. „Die tatsächlich realisierten Kurzarbeiterzahlen werden erst deutlich später vorliegen,“ erläutert Wollmershäuser. „Da jedoch zwischen ihnen und den ifo-Erwartungen ein enger statistischer Zusammenhang besteht, dürften die Vorausschätzungen der Bundesagentur in den kommenden Monaten nach oben revidiert werden.“

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  • Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen sinkt lt. KfW im Juni auf den tiefsten Stand seit dem Sommer 2016. Der bereits seit Dezember pessimistische Blick in die Zukunft zeugt von anhaltender Besorgnis in den Unternehmen angesichts der langen Liste von Abwärtsrisiken, die im Juni mit den zunehmenden Spannungen am Persischen Golf sogar noch länger geworden ist.

    Geschäftsklima KMU: Immer mehr Risse in den tragenden Säulen der Konjunktur

    KfW, Pressemitteilung vom 03.07.2019

    • Mittelständisches Geschäftsklima sinkt auf Dreijahrestief
    • Stimmung in den Großunternehmen bleibt im Keller
    • Eintrübungen erfassen inzwischen auch größere Teile der Binnenwirtschaft
    • Erwartete Konjunkturerholung zunehmend unsicher

    Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen trübt sich weiter ein und fällt im Juni auf 4,7 Saldenpunkte (-1,1 Zähler). Zu diesem Rückgang tragen beide Komponenten des Indikators bei: So verringert sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage um 0,8 Zähler auf 16,7 Saldenpunkte. Gleichzeitig sinken die Geschäftserwartungen um 1,4 Zähler auf -6,4 Saldenpunkte. Der bereits seit Dezember pessimistische Blick in die Zukunft zeugt von anhaltender Besorgnis in den Unternehmen angesichts der langen Liste von Abwärtsrisiken, die im Juni mit den zunehmenden Spannungen am Persischen Golf sogar noch länger geworden ist.

    In den Großunternehmen bleibt die Stimmung im Juni unverändert schlecht. Das praktisch stagnierende Geschäftsklima (-0,1 Zähler auf -5,1 Saldenpunkte) resultiert aus gegenläufigen Bewegungen der beiden Komponenten: Während die Geschäftserwartungen der großen Unternehmen um 0,8 Zähler auf -10,4 Saldenpunkte sinken, steigen die Lageurteile um 0,6 Zähler auf bescheidene 0,5 Saldenpunkte.

    Die erneuten Klimarückgänge im Verarbeitenden Gewerbe sind angesichts flauer Weltkonjunktur, schwelender Handelskonflikte, der nach wie vor ungelösten Brexit-Frage und wachsender geopolitischer Risiken kaum überraschend. Die allgemeine Stimmung wie auch die Exporterwartungen des Verarbeitenden Gewerbes notieren nach weiteren Rückgängen im Juni in beiden Unternehmensklassen inzwischen deutlich im roten Bereich. „Vor diesem Hintergrund sehen wir mit zunehmender Sorge, dass auch die bislang tragenden binnenwirtschaftlichen Säulen der Konjunktur immer mehr Risse bekommen“, sagt Dr. Klaus Borger, Konjunktur- und Deutschlandexperte bei KfW Research.

    In der Baubranche bekommt die lange Zeit euphorische Stimmung erste Kratzer ab (Mittelständler: -1,5 Zähler auf 29,6 Saldenpunkte; Großunternehmen: -2,5 Zähler auf 29,1 Saldenpunkte). Bei den Dienstleistungen trübt sich das Geschäftsklima schon seit einiger Zeit schleichend ein, genauso wie im Großhandel, wo es inzwischen sogar leicht ins Negative gekippt ist. Die positive Ausnahme in der allgemein gedrückten Stimmung zu Sommerbeginn ist der Einzelhandel. Das mittelständische Einzelhandelsklima verbessert sich um deutliche 3,1 Zähler auf 14,5 Saldenpunkte und bei den großen Einzelhändlern macht die Stimmung sogar einen regelrechten Sprung nach oben (+7,3 Zähler auf 12,2 Saldenpunkte). Zumindest kurzfristig ist die Rolle des Konsums als Stütze der Konjunktur nicht in Gefahr. Dennoch ist fraglich, ob sich das Einzelhandelsklima perspektivisch auf diesem guten Niveau halten kann, denn der lange verlässlich kräftige Rückenwind vom Arbeitsmarkt für die Konsumnachfrage flaut zusehends ab.

    „Die Botschaft des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers im Juni ist alles in allem ernüchternd. Hinter die auch von uns erwartete moderate Konjunkturerholung ist ein immer größeres Fragezeichen zu setzen“, sagt Borger. „Angesichts der zahlreichen außenwirtschaftlichen Belastungsfaktoren sind die negativen Erwartungen in den Unternehmen verständlich und dürften nicht zuletzt die Investitionsbereitschaft schmälern. Bisher schafft die Binnennachfrage ein Gegengewicht, weswegen wir unsere Hoffnung auf eine moderate Konjunkturerholung ab dem zweiten Halbjahr noch nicht aufgeben wollen. Entscheidend wird dabei allerdings sein, dass sich die globale Risikosituation zumindest teilweise entspannt, die Weltwirtschaft wieder etwas mehr Fahrt aufnimmt und die Industrierezession endet, bevor sie den Arbeitsmarkt und die Binnenbranchen noch stärker infiziert.“

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  • Die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland ist weiterhin außerordentlich positiv. In der diesjährigen KfW-Unternehmensbefragung ist der Anteil der Unternehmen, die über Schwierigkeiten beim Kreditzugang berichten, gegenüber 2012 um ein Drittel gesunken.

    Finanzierungsklima trotz konjunktureller Abkühlung weiter auf Allzeithoch

    KfW, Pressemitteilung vom 02.07.2019

    • Anteil der Unternehmen, die über Schwierigkeiten beim Kreditzugang berichten, ist gegenüber 2012 um ein Drittel gesunken.
    • Kleine Unternehmen nach wie vor mit deutlich größeren Schwierigkeiten beim Kreditzugang.
    • Persönliche Ansprechpartner und deren Kontinuität stehen bei Unternehmen trotz des Trends zur Digitalisierung hoch im Kurs; der Anteil der Unternehmen, der Online-Angebote wertschätzt, nimmt jedoch stark zu.

    Die Finanzierungssituation der Unternehmen in Deutschland ist weiterhin außerordentlich positiv. Die Unternehmen verfügen über eine hohe Innenfinanzierungskraft, treffen auf ein niedriges Zinsniveau bei Krediten sowie gelockerte Kreditrichtlinien der deutschen Banken. In der diesjährigen Unternehmensbefragung , die die KfW jährlich gemeinsam mit Spitzenverbänden sowie Fach- und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchführt, beträgt der Anteil derjenigen Unternehmen, die von Schwierigkeiten beim Kreditzugang berichten, jetzt 8,9 %. Seit 2012 ist dieser Wert um rund ein Drittel gesunken. Demgegenüber geben 60,6 % der Unternehmen an, dass der Kreditzugang „leicht“ sei.

    Die Ratingnoten der Unternehmen haben sich erneut auf breiter Front verbessert. 34,5 % der Unternehmen melden Verbesserungen der Ratingnote gegenüber 8,1 %, bei denen sich die Ratingnote verschlechtert hat.

    Allerdings sind kleine Unternehmen weiterhin deutlich häufiger von Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme betroffen als große Unternehmen. Immerhin 19,4 % der kleinen Unternehmen (bis 1 Mio. Euro Jahresumsatz) bezeichnen ihren Kreditzugang als schwierig. Da kleine Firmen strukturell bedingt meist über niedrigere Bonitäten verfügen und Probleme haben, ausreichend Sicherheiten zu stellen, werden ihre Kreditanträge häufiger abgelehnt oder sie erhalten weniger vorteilhafte Konditionen als große Unternehmen.

    Bankkredite bleiben eine wichtige Finanzierungsquelle: 53,9 % der Unternehmen haben im letzten Jahr Kreditverhandlungen geführt. Allerdings hat sich dieser Anteil in den zurückliegenden Jahren verringert. Der Grund hierfür liegt in erster Linie in der derzeit hohen Innenfinanzierungskraft der Unternehmen.

    Der Anteil der Unternehmen, die von gescheiterten Kreditverhandlungen berichten, bewegt sich je nach Laufzeit des Kredits zwischen 9,7 % und 6,9 %. Unternehmen bis 10 Mio. Euro Umsatz berichten je nach Laufzeit zwischen zwei- und viermal häufiger vom Scheitern aller Kreditverhandlungen als Unternehmen mit einem Umsatz von über 10 Mio. Euro.

    Entgegen des Trends zur Digitalisierung und zur Schließung von Filialen erwarten Unternehmen von ihren Banken vor allem persönliche Ansprechpartner vor Ort und deren Kontinuität (86,2 % bzw.76,3 %). Allerdings ist der Anteil der Unternehmen, der darüber hinaus Online-Informationen zu Produkten und Dienstleistungen sowie eine einfach zu handhabende Online-Abwicklung von Bankgeschäften erwartet, seit dem Jahr 2013 deutlich gestiegen.

    Dr. Volker Zimmermann, Experte für Unternehmensfinanzierung bei KfW Research: „Die gedämpfte konjunkturelle Entwicklung hat sich bislang nicht negativ auf das Finanzierungsklima ausgewirkt. Sollte sich die Konjunktur aufgrund der geopolitischen Risiken jedoch weiter eintrüben, dürfte sich dies negativ auf die Entwicklung der Ratingnoten und in der Folge auch auf den Kreditzugang auswirken.“

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  • Der Bundestag hat das zweite Datenschutzanpassungs- und Umsetzungsgesetz beschlossen, wonach u. a. Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern künftig nicht mehr verpflichtet sind, einen Datenschutzbeauftragten stellen zu müssen. Bitkom nimmt dazu Stellung.

    Bitkom zur jüngsten Anpassung im Datenschutzrecht

    Bitkom, Pressemitteilung vom 28.06.2019

    Der Bundestag hat am 28.06.2019 das zweite Datenschutzanpassungs- und Umsetzungsgesetz beschlossen, wonach u. a. Unternehmen mit weniger als 20 Mitarbeitern künftig nicht mehr verpflichtet sind, einen Datenschutzbeauftragten stellen zu müssen.Dazu erklärt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsleitung für Sicherheit und Recht:

    „Für kleine Unternehmen ist die angepasste Pflicht eines Datenschutzbeauftragten zunächst eine Erleichterung. Aber auch Kleinstbetriebe werden weiterhin mit den immer noch bestehenden Rechtsunsicherheiten der Datenschutz-Grundverordnung kämpfen müssen. Das grundsätzliche Problem bleibt: Auch ohne einen bestellten Datenschutzbeauftragten müssen doch alle Vorgaben bewältigt und eingehalten werden. In der anstehenden Evaluierung der DS-GVO muss die Politik deshalb nachbessern. Was wir brauchen, ist eine Abkehr vom One-Size-fits-All Ansatz der DS-GVO. Startups oder Vereine müssen anders reguliert werden als große Konzerne. Die Art und der Umfang der Datenverarbeitungen sollten dabei dann ausschlaggebend sein.“

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  • Die Konjunktur im Euroraum wird im zweiten Quartal des Jahres eine leichte Delle erleben. Das Wachstum dürfte auf 0,3 Prozent zurückgehen, von 0,4 Prozent im ersten Quartal. Das erwarten die Forschungsinstitute ifo Institut, KOF und Istat. Für das dritte und vierten Quartal rechnen sie dann jeweils wieder mit 0,4 Prozent Wachstum.

    BIP im Euroraum in 1. Quartal 2019

    Schwache Industrie schlägt leichte Delle in Konjunktur des Euroraums

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.06.2019

    Die Konjunktur im Euroraum wird im zweiten Quartal des Jahres eine leichte Delle erleben. Das Wachstum dürfte auf 0,3 Prozent zurückgehen, von 0,4 Prozent im ersten Quartal. Das erwarten die Forschungsinstitute ifo Institut aus München, KOF aus Zürich und Istat aus Rom. Für das dritte und vierten Quartal rechnen sie dann jeweils wieder mit 0,4 Prozent Wachstum.

    Ursache für die vorübergehende Abschwächung im zweiten Quartal ist die Industrieproduktion. Dort erwarten die Institute einen Rückgang um 0,3 Prozent, nach einem überraschend starken Plus von 0,9 Prozent im ersten Quartal. Für das dritte und vierte Quartal sehen sie wieder einen Produktionszuwachs von jeweils 0,3 Prozent in der Industrie.

    Die Investitionen dürften im zweiten Quartal um 0,3 Prozent steigen, im dritten und vierten um je 0,5 Prozent. Getragen wird die Konjunktur aber auch vom privaten Konsum, der in den Quartalen um jeweils 0,3 Prozent, 0,4 Prozent und 0,4 Prozent wachsen wird.

    Für das Gesamtjahr 2019 bedeutet dies ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent, der Investitionen um 3,5 Prozent und des privaten Konsums um 1,4 Prozent. Die Inflation dürfte in den betrachteten Quartalen bei 1,4 Prozent, 1,1 Prozent und 1,3 Prozent und im Gesamtjahr bei 1,3 Prozent liegen und damit jeweils deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank von 2,0 Prozent. Die Prognose basiert auf den Annahmen, dass Öl der Sorte Brent 63 US-Dollar pro Fass kostet und der Euro 1,12 US-Dollar.

    Die Prognose unterliegt erheblichen Risiken im Herbst. Einerseits nähert sich dann der neuerliche Termin für den Brexit. Auch werden die USA über die Einführung von zusätzlichen Zöllen auf Pkw-Importe aus der EU und Japan entscheiden. Derartige Zölle könnten erheblich negative Auswirkungen auf die Produktion im Euroraum haben.

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  • Die Importpreise waren im Mai 2019 um 0,2 % niedriger als im Mai 2018. Im April 2019 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +1,4 % gelegen, im März 2019 bei +1,7 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Importpreise im Mai 2019 gegenüber April 2019 im Durchschnitt leicht um 0,1 %.

    Außenhandel

    Importpreise im Mai 2019: -0,2 % gegenüber Mai 2018

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.06.2019

    Importpreise, Mai 2019

    • -0,1 % zum Vormonat
    • -0,2 % zum Vorjahresmonat

    Exportpreise, Mai 2019

    • -0,1 zum Vormonat
    • +0,7 % zum Vorjahresmonat

    Die Importpreise waren im Mai 2019 um 0,2 % niedriger als im Mai 2018. Im April 2019 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +1,4 % gelegen, im März 2019 bei +1,7 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, sanken die Importpreise im Mai 2019 gegenüber April 2019 im Durchschnitt leicht um 0,1 %.

    Der Rückgang der Importpreise gegenüber Mai 2018 war vor allem durch die Entwicklung der Importpreise für Energie beeinflusst. Sie lagen im Durchschnitt um 4,1 % unter dem Stand des Vorjahresmonats (+0,1 % gegenüber dem Vormonat). Den größten Einfluss auf die Veränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 16,4 %. Auch Steinkohle (-10,3 %) war im Mai 2019 preiswerter als im Mai 2018. Dagegen war Erdöl um 2,7 % teurer als vor einem Jahr. Der Importpreisindex ohne Energie war im Mai 2019 um 0,3 % höher als im Mai 2018 (-0,1 % gegenüber April 2019). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex aber um 0,3 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,2 % gegenüber April 2019).

    Die Preise für importierte Vorleistungsgüter lagen im Durchschnitt um 0,3 % unter dem Stand von Mai 2018 (-0,4 % gegenüber dem Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbilligten sich unter anderem elektronische Bauelemente (-7,8 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-3,9 %). Dagegen lagen die Preise für Eisenerze (+28,1 %) sowie für Edelmetalle und Halbzeug daraus (+9,6 %) über dem Niveau von Mai 2018.

    Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt um 1,8 % teurer als im Vorjahr (+0,2 % gegenüber dem Vormonat). Während sich lebende Schweine (+31,7 %) und Kartoffeln (+27,9 %) gegenüber Mai 2018 deutlich verteuerten, wurden Äpfel (-17,2 %) und Rohkaffee (-6,9 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

    Die Preise für importierte Investitionsgüter waren im Mai 2019 um 0,3 % höher als im Mai 2018. Gegenüber dem Vormonat veränderten sie sich nicht. Während Maschinen (+1,5 %) sowie Kraftwagen und deren Teile (+0,6 %) im Vorjahresvergleich teurer waren, wurden Smartphones (-9,6 %) und Tablets (-7,5 %) günstiger importiert als im Mai 2018.

    Die Importpreise für Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) erhöhten sich im Mai 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,1 % (+0,1 % gegenüber dem Vormonat). Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen im Durchschnitt um 0,7 %.

    Der Index der Exportpreise lag im Mai 2019 um 0,7 % über dem Stand von Mai 2018. Im April 2019 und im März 2019 hatte die Jahresveränderungsrate jeweils bei +1,3 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat April 2019 fielen die Exportpreise im Durchschnitt leicht um 0,1 %.

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  • Die Signale aus der Industrie sprechen für ein schwaches Wachstum der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal: Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin gibt im Juni weiter nach und liegt mit 96 Punkten nunmehr klar unter der 100-Punkte-Marke, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht.

    DIW Konjunkturbarometer Juni 2019

    Industrieflaute bremst deutsche Wirtschaft

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 26.06.2019

    Die Signale aus der Industrie sprechen für ein schwaches Wachstum der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal: Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gibt im Juni weiter nach und liegt mit 96 Punkten nunmehr klar unter der 100-Punkte-Marke, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht. Demnach dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zu den ersten drei Monaten dieses Jahres um lediglich 0,1 Prozent und damit kaum zunehmen. „Die deutsche Wirtschaft legt im Frühsommer eine Verschnaufpause ein“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Dafür gibt es aber Gründe: Die Beschäftigten haben Ende April mehr Urlaub genommen als üblich und entsprechend weniger produziert.“ Aktuell schätzen die Industrieunternehmen die laufende Produktion schon wieder deutlich besser ein. Auch die Auftragsbücher sind weiterhin sehr gut gefüllt.

    Der Abwärtstrend bei den Auftragseingängen hat sich jüngst zwar etwas abgeflacht, die Geschäftserwartungen der Industrieunternehmen kühlen sich aber weiter ab und auch die Stimmung bei den Dienstleistern trübt sich mittlerweile etwas ein. „Vor allem aufgrund der schwachen Industrie wird die deutsche Wirtschaft im weiteren Verlauf zwar unterdurchschnittlich zulegen, damit normalisiert sich jedoch nur der bis zuletzt hohe Auslastungsgrad der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten“, sagt der DIW-Ökonom Simon Junker, Experte für die deutsche Wirtschaft. Die Abschwächung dürfte nicht zuletzt auf die anhaltend hohen Risiken zurückgehen – etwa mit Blick auf die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten, die insbesondere die deutsche Exportwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen.

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  • Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Juni 2019 ein sehr uneinheitliches Bild. Die Anschaffungsneigung legt wieder zu, während die Einkommenserwartung deutliche Rückgänge verzeichnet. Die Konjunkturerwartung hat ihre Talfahrt, zumindest für diesen Moment, beendet. Für Juli prognostiziert GfK für das Konsumklima einen Wert von 9,8 Punkten nach 10,1 Punkten im Juni.

    Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juni 2019

    Einkommensaussichten erleiden Rückschlag

    GfK, Pressemitteilung vom 26.06.2019

    Die Stimmung der Verbraucher zeigt im Juni 2019 ein sehr uneinheitliches Bild. Die Anschaffungsneigung legt wieder zu, während die Einkommenserwartung deutliche Rückgänge verzeichnet. Die Konjunkturerwartung hat ihre Talfahrt, zumindest für diesen Moment, beendet. Für Juli prognostiziert GfK für das Konsumklima einen Wert von 9,8 Punkten nach 10,1 Punkten im Juni.

    Bereits zum zweiten Mal in Folge verzeichnet das Konsumklima Verluste. Wesentlicher Grund ist der spürbare Rückgang des Einkommensindikators in diesem Monat. Dagegen kann die Anschaffungsneigung ihre im Vormonat erlittenen Einbußen mehr als wettmachen und zeigt eine im Großen und Ganzen stabile Entwicklung. Die Konjunkturerwartung geht aktuell nicht weiter zurück.

    Konjunkturerwartung stabilisiert sich

    Die Talfahrt der Konjunkturerwartung, die bereits Anfang 2018 begann, ist zumindest für den Moment Juni gestoppt. Der Indikator gewinnt 0,7 Zähler und weist nun 2,4 Punkte auf. Damit stabilisiert sich die Konjunkturstimmung auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres beträgt das Minus nun 17 Zähler.

    Nach wie vor belasten die globale Konjunkturabkühlung, die anhaltenden Diskussionen um den Brexit sowie der Handelskonflikt mit den USA den Konjunkturindikator. Diese Faktoren belasten gerade die Exportnation Deutschland. Das gilt insbesondere für den Handelskonflikt mit den USA. Folglich wurden auch die Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft spürbar zurückgenommen. Momentan erwarten die Experten einen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von etwa einem halben Prozent.

    Einkommenserwartung bricht ein

    Nachdem sich die Einkommensstimmung zuletzt überaus stabil gezeigt hat, muss sie im Juni einen herben Rückschlag hinnehmen. Der Indikator verliert 12,2 Punkte und fällt damit auf 45,5 Zähler. Das ist der niedrigste Wert seit März 2017. Damals wurde 41,6 Punkte gemessen. Auch im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht nun ein Minus von knapp 12 Punkten zu Buche.

    Bislang hat der Einkommensindikator von der exzellenten Arbeitsmarktentwicklung in Deutschland profitieren können. Doch nun mehren sich die Stimmen, die von einem Ende des Beschäftigungsbooms sprechen. Folglich ist die Furcht vor Jobverlust bei einer Reihe von Arbeitnehmern gestiegen, was auch die GfK-Studie zeigt. Der Anteil der Verbraucher, die davon ausgehen, dass die Erwerbslosigkeit wieder etwas steigen könnte, nimmt im Juni zu.

    Vor allem die Beschäftigten in der Automobilindustrie und bei deren Zulieferern dürfte diese Furcht in erster Linie befallen. Neben dem Handelskonflikt mit den USA sowie der weltweiten Konjunkturabschwächung ist diese Branche auch durch die Transformation vom Verbrennungsmotor hin zur E-Mobilität geprägt. Offenbar befürchten nicht wenige, dass für die Herstellung der Elektrofahrzeuge künftig deutlich weniger Arbeitskräfte benötigt werden.

    Ob es sich bei diesem Einbruch um einen einmaligen Ausreißer nach unten handelt oder dass der Beginn einer Trendwende für den Indikator ist, werden die kommenden Monate zeigen.

    Anschaffungsneigung trotzt den sinkenden Einkommensaussichten

    Im Gegensatz zu den Einkommensaussichten kann die Anschaffungsneigung im Juni Zugewinne verzeichnen. Der Indikator gewinnt 3,2 Zähler und steigt auf 53,7 Punkte. Damit macht er die Verluste aus dem Vormonat in Höhe von 2,6 Punkte mehr als wett. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Minus von 1,4 Punkten.

    Damit stemmt sich die Konsumneigung in diesem Monat erfolgreich gegen die eingebrochenen Einkommensaussichten. Obwohl eine Reihe von Beschäftigten zunehmend Zweifel an ihrer Jobsicherheit haben, bleibt die Konsumlaune bislang ungebrochen. Ob das so bleibt, hängt sehr stark davon ab, wie sich die Einkommensaussichten in den kommenden Monaten entwickeln werden. Sollte sich der deutliche Rückgang des Indikators im Monat Juni zu einem anhaltenden Abwärtstrend entwickeln, wird es auch die Anschaffungsneigung schwer, ihr gegenwärtig exzellentes Niveau zu halten.

    Konsumklima mit zweitem Rückgang in Folge

    Für Juli zeigt das Konsumklima einen Wert von 9,8 Punkten und damit 0,3 Punkte weniger als im Juni. Damit sinkt das Konsumklima zum zweiten Mal in Folge. Die Binnennachfrage bleibt dennoch eine wichtige Stütze der deutschen Konjunktur. Damit das so bleibt, muss der Verunsicherung um die Jobsicherheit, die auch durch den Handelskonflikt mit den USA gewachsen ist, möglichst schnell begegnet werden. Sollte das in den Augen der Beschäftigten nicht gelingen, würde es das Konsumklima noch stärker belasten. Auch die GfK-Konsumprognose von 1,5 Prozent für dieses Jahr wäre dann sicherlich nicht zu halten.

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  • Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz reagiert die Bundesregierung auf die zunehmenden Personalengpässe in den Unternehmen. Dass bei der Zuwanderung beruflich Qualifizierter aus Drittstaaten die Beschränkung auf einige Engpassberufe aufgehoben wird, bewertet der DIHK als grundsätzlich gut für die Betriebe. Gleiches gilt für die Möglichkeit, zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland kommen zu können, allerdings bestünden hier hohe Hürden.

    Fachkräfteeinwanderungsgesetz

    Neues Fachkräfteeinwanderungsgesetz – Licht und Schatten

    DIHK, Mitteilung vom 20.06.2019

    Der Bundestag hat das Fachkräfteeinwanderungsgesetz beschlossen. Mit der Neuregelung reagiert die Bundesregierung nach langer und intensiver Diskussion auf zunehmende Personalengpässe in den Unternehmen. Ziel ist es, die Fachkräftesicherung durch eine gezielte Zuwanderung aus Drittstatten zu flankieren.Fast 60 Prozent der Unternehmen sehen laut aktueller DIHK-Konjunkturumfrage im Fachkräftemangel ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung. Besonders gesucht sind Mitarbeiter mit beruflicher Ausbildung. Zur Fachkräftesicherung in den Unternehmen müssen die Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen und Ältere noch weiter verbessert werden. Allein dies dürfte jedoch perspektivisch nicht ausreichen – gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung. Daher gehört die Zuwanderung, auch aus Nicht-EU-Staaten, in ein schlüssiges Gesamtkonzept.Hier setzt das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz an, das die Zuwanderung von beruflich Qualifizierten zu Recht in den Fokus rückt. Die bislang geltende Beschränkung auf einige Engpassberufe wird aufgehoben. Für die Unternehmen ist dieser Schritt grundsätzlich gut, denn bei der bisherigen Betrachtung anhand einer Positivliste konnten nicht alle Berufe erfasst und berücksichtigt werden, bei denen in den Betrieben tatsächlich Engpässe bestehen.

    Ein konkretes Arbeitsplatzangebot bleibt eine wesentliche Voraussetzung für die Zuwanderung und stellt ein Kriterium dar, das sich am Bedarf der Unternehmen orientiert. Ergänzend wird nun die Möglichkeit eröffnet, befristet für sechs Monate zur Arbeitsplatzsuche nach Deutschland zu kommen, was bisher nur Hochschulabsolventen vorbehalten war. Die Ausweitung dieser Regelung auf beruflich Qualifizierte ist im Kern sinnvoll, denn gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ist es oftmals schwierig und aufwendig, im Ausland passende Kandidaten zu suchen. Allerdings legt der Gesetzgeber hier hohe Hürden fest. So ist zum Beispiel eine vollständig gleichwertige Berufsqualifikation nötig – über die nicht alle Interessierte verfügen dürften, schließlich ist die deutsche duale Ausbildung international nahezu einzigartig. Um das neue Instrument für Betriebe und Fachkräfte breiter nutzbar zu machen, sollte aus DIHK-Sicht eine teilweise Gleichwertigkeit der Qualifikation ausreichen. Denn nach einer Beschäftigungsaufnahme lassen sich berufsbegleitend fehlende Kenntnisse nachholen.

    Für Zuwanderer, die ein konkretes Arbeitsplatzangebot vorliegen haben, bringt das Gesetz an dieser Stelle einen Fortschritt: Sie können bereits mit teilweiser Gleichwertigkeit der Berufsqualifikation hierzulande einer Beschäftigung nachgehen und die Unterschiede zeitnah ausgleichen. Zu diesem Ausgleich muss sich das Unternehmen verpflichten. Um diese Regelung in der Praxis mit Leben zu füllen, ist eine unbürokratische und bundeseinheitliche Umsetzung erforderlich. Dies gilt vor allem mit Blick auf die Beurteilung der Ausgleichsmaßnahmen im Unternehmen.

    Damit die neuen Möglichkeiten insgesamt genutzt werden und einen Beitrag zur betrieblichen Fachkräftesicherung leisten können, sind Begleitmaßnahmen im In- und Ausland sinnvoll. Hierzu zählen unter anderem die Förderung des Spracherwerbs, Informations- und Marketingaktivitäten zugunsten des Arbeitsortes Deutschland sowie die Beratung bei der Berufsanerkennung im Ausland.

    Gerade für KMU im Inland kann die Unterstützung im gesamten Prozess der Einstellung hilfreich sein – von der Bewerbersuche im Ausland über das administrative Zuwanderungsverfahren bis hin zur Integration im Betrieb.

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  • Immer mehr Menschen in Deutschland gehen gleichzeitig einer abhängigen und einer selbständigen Erwerbstätigkeit („Hybride Selbständigkeit“) nach: Ihre Anzahl hat sich seit 1996 mehr als verdoppelt, ihr Anteil an den Selbständigen ist von 10 % auf fast 17 % gestiegen.

    Hybride Selbständigkeit

    Selbständig – und zugleich abhängig beschäftigt

    IfM Bonn, Pressemitteilung vom 24.06.2019

    Immer mehr Menschen in Deutschland gehen gleichzeitig einer abhängigen und einer selbständigen Erwerbstätigkeit („Hybride Selbständigkeit“) nach: Ihre Anzahl hat sich seit 1996 mehr als verdoppelt, ihr Anteil an den Selbständigen ist von 10 % auf fast 17 % gestiegen. So waren laut Mikrozensus im Jahr 2017 fast 700.000 Personen neben einer abhängigen Beschäftigung selbständig. Im Haupterwerb selbständig – und daneben abhängig beschäftigt, waren hingegen nur rund 105.000 von ihnen.“Im Durchschnitt besitzen die hybriden Selbständigen einen etwas höheren Bildungsabschluss als die ‚Nur‘-Selbständigen. Auffallend ist auch, dass rund jeder dritte hybride Selbständige in den Bereichen Erziehung und Unterricht, Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen sowie im Gesundheits- und Sozialwesen zu finden ist“, berichtet Dr. Rosemarie Kay.Rund die Hälfte der Selbständigen, die zugleich abhängig beschäftigt sind, ist auf Dauer in dieser hybriden Form erwerbstätig. Dagegen gibt etwa ein Viertel von ihnen die Selbständigkeit nach einer Weile wieder auf – nur etwa ein Achtel beendet stattdessen die abhängige Beschäftigung und wechselt komplett in die Selbständigkeit. Ein weiteres Achtel unter den hybriden Selbständigen behält zwar die Selbständigkeit bei, wechselt jedoch von der abhängigen Beschäftigung in einen anderen Erwerbsstatus wie Elternzeit oder Ausbildung.“Werden nur geringe Einkünfte aus einer abhängigen Beschäftigung erzielt und sorgen die hybriden Selbständigen nicht ausreichend privat oder gesetzlich vor, kann es zu einer Unterversorgung im Alter oder bei Erwerbsminderung kommen“, befürchtet Dr. Rosemarie Kay. Statt der bestehenden strikten Trennung zwischen Selbständigen und abhängig Beschäftigten in den sozialen Sicherungssystemen empfehlen die Wissenschaftler des IfM Bonn daher eine Erwerbstätigenversicherung, in der sowohl abhängig Beschäftigte als auch Selbständige gesetzlich versichert sind.

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  • Mobiles Arbeiten hat in den vergangenen Jahren zwar stetig zugenommen, verbreitet sich aber nur langsam. So haben 26 Prozent aller Betriebe in Deutschland im Jahr 2018 zumindest einem Teil ihrer Beschäftigten die Möglichkeit geboten, mobil zu arbeiten. Das ZEW und das IAB haben gemeinsam eine Kurzexpertise zu mobilen Arbeitsformen durchgeführt.

    ZEW-IAB-Kurzexpertise zu mobilen Arbeitsformen

    Homeoffice bietet beachtliche Vorteile, hat aber auch Tücken

    ZEW, Pressemitteilung vom 24.06.2019

    Mobiles Arbeiten hat in den vergangenen Jahren zwar stetig zugenommen, verbreitet sich aber nur langsam. So haben 26 Prozent aller Betriebe in Deutschland im Jahr 2018 zumindest einem Teil ihrer Beschäftigten die Möglichkeit geboten, mobil zu arbeiten – also von zu Hause aus im sogenannten Homeoffice oder von unterwegs. Produktivitätsgewinne und bessere Erreichbarkeit der Beschäftigten sind für Betriebe wichtige Vorteile des mobilen Arbeitens. Beschäftigte nennen als wichtigsten beruflichen Vorteil, dass sie zu Hause manche Tätigkeiten besser ausüben können. Für Arbeitgeber wie auch ihre Beschäftigten überwiegen jedoch die persönlichen Vorteile, wie eine höhere Flexibilität der Beschäftigten und bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die Ersparnis von Pendelzeiten ist ein wichtiger Vorteil aus Sicht der Beschäftigten.Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt eine Kurzexpertise, die das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim und das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg gemeinsam durchgeführt haben. Dafür wurde das Arbeitsmodell Homeoffice auf der Grundlage der Betriebs- und Beschäftigtenbefragung „Linked Personnel Panel (LPP)“ für privatwirtschaftliche Betriebe mit mindestens 50 Mitarbeitern/-innen einer genaueren Analyse unterzogen.Obwohl die Vorteile zu überwiegen scheinen, sind es derzeit nur zwölf Prozent der Beschäftigten in privatwirtschaftlichen Betrieben mit mindestens 50 Mitarbeitern/-innen in Deutschland, die zumindest gelegentlich von zu Hause arbeiten. Die fehlende Eignung der Tätigkeiten ist der Hauptgrund, warum der Anteil nicht höher ist. Etwa wird in der Produktion häufig an Maschinen gearbeitet, die mobiles Arbeiten ausschließen. 90 Prozent der Betriebe, die kein mobiles Arbeiten anbieten, nennen die Tätigkeiten ihrer Beschäftigten als Hinderungsgrund. 75 Prozent der Beschäftigten, die kein Homeoffice machen, bestätigen dies. An zweiter Stelle der Gründe gegen mobiles Arbeiten aus Sicht der Betriebe steht die schwierige Zusammenarbeit unter Kollegen (22 Prozent), an dritter Stelle stehen Datenschutzbedenken (16 Prozent).Aus Sicht der Beschäftigten, haben die direkten Vorgesetzten ein gewichtiges Wort mitzureden, wenn es um die Möglichkeit geht, im Homeoffice zu arbeiten. Gut zwei Drittel der Beschäftigten nennen die Präferenzen des Vorgesetzten für die Anwesenheit der Mitarbeiter/-innen als Grund, nicht von zu Hause aus zu arbeiten.

    Die Vorteile von Homeoffice haben auch eine Kehrseite

    „Viele der wahrgenommenen Vorteile von Homeoffice haben mit einer Erleichterung bei der Strukturierung des Arbeitsalltags zu tun. Weniger Pendelzeit ermöglicht mehr zeitliche Spielräume, die häufig für Arbeitszwecke genutzt werden. Und die Einteilung der Tätigkeiten und der Abläufe lässt sich besser mit den privaten Wünschen und Anforderungen vereinbaren“, fasst Jun.-Prof. Dr. Susanne Steffes, ZEW-Wissenschaftlerin sowie Mitautorin der ZEW-IAB-Kurzexpertise, die Ergebnisse der Untersuchung zusammen. „Diese Vorteile haben allerdings auch eine Kehrseite, denn eine stärkere Vermischung von Arbeits- und Privatleben kann auch zu Konflikten und psychischen Belastungen führen.“

    So nennen 40 Prozent der Beschäftigten, die ausschließlich während der Arbeitszeit arbeiten, und 50 Prozent derjenigen, die auch oder ausschließlich außerhalb der normalen Arbeitszeit zu Hause arbeiten, die Vermischung von Privatem und Beruflichem als eine Konsequenz. „Wir beobachten eine niedrigere Arbeitszufriedenheit bei Beschäftigten, die gerne Homeoffice machen möchten, die Möglichkeit dazu aber nicht haben und die in Betrieben arbeiten, in denen andere Homeoffice machen können. Zusätzlich schätzen diese Personen die gerechte Behandlung durch den Vorgesetzten niedriger ein“, sagt Steffes. Wenn es in einem Betrieb Beschäftigte mit und ohne Homeoffice-Möglichkeiten gibt, könnten also Begehrlichkeiten geweckt werden, die für einen Teil der Belegschaft nicht zu befriedigen sind. Dies ist eine weitere Kehrseite der Medaille.

    „Es ist daher eine große Herausforderung für das Personalmanagement, die Balance zwischen den Beschäftigten mit und ohne Homeoffice-Möglichkeiten zu bewahren.“

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  • Die Zahl der atypischen Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland verharrt auf hohem Niveau. Besonders stark betroffen sind nach wie vor Frauen in Westdeutschland. Dementsprechend unterscheiden sich die Quoten in Ost- und Westdeutschland erheblich, und sie haben sich in den vergangenen Jahren noch auseinanderentwickelt. Das zeigt eine neue Auswertung der Hans-Böckler-Stiftung.

    Neue Auswertung mit Daten für alle Bundesländer

    Atypische Beschäftigung verharrt auf hohem Niveau

    Quote in westdeutschen Ländern um bis zu 12 Prozentpunkte höher als im Osten

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 24.06.2019

    Die Zahl der atypischen Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland verharrt auf hohem Niveau. Besonders stark betroffen sind nach wie vor Frauen in Westdeutschland, die aus familiären Gründen oft in Teilzeit oder Minijobs arbeiten, zudem jüngere Beschäftigte, geringer Qualifizierte und Beschäftigte ohne deutschen Pass. Dementsprechend unterscheiden sich die Quoten in Ost- und Westdeutschland erheblich, und sie haben sich in den vergangenen Jahren noch auseinanderentwickelt: In den ostdeutschen Bundesländern liegt der Anteil atypisch Beschäftigter nach den aktuellen Zahlen überall unter 18 Prozent, in Brandenburg sogar unter 15 Prozent. Im Westen reicht sie von knapp 18 Prozent in Hamburg bis 23 Prozent und mehr in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Bremen. Das zeigt eine neue Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.Teilzeit, Befristung und Leiharbeit waren von Anfang der 1990er-Jahre bis zur Finanzkrise auf dem Vormarsch. Seit 2010 ist der Anteil dieser atypischen Arbeitsverhältnisse an der sogenannten Kernerwerbstätigkeit – darin sind etwa Auszubildende, Schüler, Studierende oder jobbende Rentner nicht enthalten – wieder ein wenig gesunken und verharrte zuletzt bei rund 21 Prozent. 1991 waren es erst knapp 13 Prozent, auf dem Höhepunkt 2007 22,6 Prozent, geht aus der neuen WSI-Analyse hervor. Bei ihrer Untersuchung stützen sich Dr. Eric Seils und Dr. Helge Baumann auf Sonderauswertungen des Statistischen Bundesamtes. Auf dieser Basis haben die Forscher detaillierte Werte für 2017 berechnet – dem aktuellsten Jahr, für das derzeit Daten vorliegen.

    Die WSI-Studie zeigt: Atypische Beschäftigung verteilt sich keineswegs gleichmäßig auf Bevölkerungsgruppen und Regionen. Zwei Drittel des Zuwachses seit der Wiedervereinigung geht auf die Ausweitung der Teilzeitbeschäftigung unter Frauen in Westdeutschland zurück. Dementsprechend sind bundesweit 30,5 Prozent aller kernerwerbstätigen Frauen atypisch beschäftigt, wobei Minijobs und Teilzeitarbeit dominieren. Unter den Männern haben 12,2 Prozent einen atypischen Job. Bei ihnen spielen Leiharbeit und befristete Beschäftigung eine vergleichsweise große Rolle. Das ergibt insgesamt eine durchschnittliche Quote von 20,8 Prozent im Jahr 2017 (siehe auch die Grafiken in der Studie; Link unten).

    Schaut man auf den Durchschnitt beider Geschlechter, stecken vor allem jüngere Beschäftigte in atypischen Jobs. Unter den 15-24-Jährigen gilt dies für 30,9 Prozent. Wesentlicher Grund: Berufsanfänger erhalten häufig erst einmal nur einen befristeten Vertrag. Die Quote geht dann in der Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren auf 22 Prozent zurück, sinkt danach weiter leicht, um in der Altersgruppe 55 Plus wieder etwas anzusteigen. Allerdings sind die Trends unter Männern und Frauen zeitweilig unterschiedlich: Bei weiblichen Beschäftigten steigt die Quote in der Phase der Familiengründung zwischen 35 und 44 Jahren zunächst wieder kräftig an.

    Überdurchschnittlich häufig atypisch beschäftigt sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne deutschen Pass. Der Anteil reicht von 25,3 Prozent unter Ausländerinnen und Ausländern aus den „alten“ EU-15-Ländern bis zu 35,3 Prozent unter Menschen, die aus Staaten außerhalb der EU stammen. Während die Zahl atypisch Beschäftigter ohne deutsche Staatsangehörigkeit in den vergangenen Jahre um knapp 500.000 zugenommen hat, ging sie unter deutschen Frauen (-447.000) und Männern (-183.000) um insgesamt 630.000 zurück.

    Auch der Bildungs- und Berufsabschluss beeinflusst die Wahrscheinlichkeit, atypisch beschäftigt zu sein. Während 36,6 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ohne anerkannte Berufsausbildung befristet, in Teilzeit oder Leiharbeit tätig sind, liegt die Quote bei Beschäftigten mit abgeschlossener Lehre oder Berufsfachschule bei 20,7 Prozent. Am niedrigsten ist sie unter Menschen mit Hochschulabschluss: 14,3 Prozent.

    Regional steht das Bundesland Bremen mit gut 26 Prozent atypischer Beschäftigung an der Spitze. Es folgen das Saarland, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit Quoten zwischen knapp 23 und 24 Prozent. Niedersachsen und Hessen verzeichnen Anteile von rund 22 Prozent, Bayern knapp 20 Prozent. Interessant: Sowohl in Bremen als auch in Bayern geben männliche Beschäftigte den Ausschlag: Ihre Quote atypischer Beschäftigung ist in dem norddeutschen Stadtstaat weit überdurchschnittlich (20,4 Prozent), während sie im Freistaat bei lediglich knapp neun Prozent liegt.

    Generell deutlich niedriger sind die Quoten in Ostdeutschland, wo Frauen seit langem weitaus häufiger in Vollzeit arbeiten und die öffentliche Kinderbetreuung stärker ausgebaut ist. Den bundesweit niedrigsten Wert weist Brandenburg mit 14 Prozent auf. Zudem ist die atypische Beschäftigung zuletzt im Osten spürbar gesunken, während sich im Westen nur wenig verändert hat. Daher ist die Differenz zwischen ostdeutschen (durchschnittliche Quote 16,3 Prozent 2017) und westdeutschen (21,8 Prozent) Bundesländern mit aktuell 5,5 Prozentpunkten deutlich größer als Mitte der 1990er (gut 1 Prozentpunkt) oder 2000er (rund 3,5 Prozentpunkte) Jahre.

    Dass die atypische Beschäftigung im gesamtdeutschen Durchschnitt in den letzten Jahren zumindest leicht zurückgegangen ist, führen die WSI-Wissenschaftler auf die vergleichsweise gute Konjunktur zurück, die wieder vermehrt Normalarbeitsverhältnisse entstehen ließ. Zudem gehen Frauen in jüngster Zeit etwas seltener Teilzeitbeschäftigungen mit sehr geringer Stundenzahl nach. Dennoch betonen Seils und Baumann, dass das aktuelle Niveau der atypischen Beschäftigung weiterhin hoch sei. Daher raten sie, „den Trend zu längeren Arbeitszeiten teilzeitbeschäftigter Frauen durch politische Maßnahmen zu flankieren“ Ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung sei ein Baustein dazu. Wenn mehr Frauen ihre Arbeitszeit ausweiteten, vergrößere das zum einen ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit, auch im Rentenalter. Zum anderen ließe sich damit auch die prognostizierte Verknappung von Arbeitskräften dämpfen.

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  • Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich weiter abgekühlt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni von 97,9 auf 97,4 Punkte gefallen. Die Unternehmen blickten zunehmend pessimistisch auf die kommenden Monate.

    Beurteilung der Geschäftslage und Geschäftserwartungen

    ifo Geschäftsklimaindex Juni 2019 sinkt

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.06.2019

    Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich weiter abgekühlt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni von 97,9 auf 97,4 Punkte gefallen. Das ist der niedrigste Wert seit November 2014. Die Unternehmen blickten zunehmend pessimistisch auf die kommenden Monate. Ihre aktuelle Lage schätzten sie hingegen minimal besser ein. Die deutsche Konjunktur flaut weiter ab.

    Im Verarbeitenden Gewerbe war der Geschäftsklimaindikator erneut rückläufig. Der Lageindex liegt zwar immer noch über seinem langfristigen Mittelwert, sinkt nun aber seit mehr als einem Jahr. Der Lichtblick bei den Erwartungen aus dem Vormonat ist verschwunden. Der Pessimismus unter den Industriefirmen nahm wieder zu. Dies ist vor allem einem sinkenden Auftragsbestand geschuldet.

    Im Dienstleistungssektor hat sich das Geschäftsklima verschlechtert. Dies war auf merklich weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Ihre aktuelle Lage beurteilten die Dienstleister hingegen wieder besser.

    Im Handel ist der Index gestiegen. Die Unternehmen waren mit ihrer aktuellen Lage zufriedener. Zudem blickten sie zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Während im Großhandel vor allem der Erwartungsindex stieg, war es im Einzelhandel der Lageindikator.

    Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex gefallen, bleibt aber auf hohem Niveau. Die Baufirmen schätzten ihre aktuelle Lage schlechter ein. Auch die Erwartungen für die nächsten sechs Monate gaben nach.

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  • Der Nominallohnindex in Deutschland ist im 1. Quartal 2019 um gut 2,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, legten die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um knapp 1,4 % zu.

    Entwicklung der Kaufkraft der Arbeitnehmer

    1. Quartal 2019: Reallöhne um 1,2 % höher als im Vorjahresquartal

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 24.06.2019

    Der Nominallohnindex in Deutschland ist im 1. Quartal 2019 um gut 2,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, legten die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um knapp 1,4 % zu. Dies ergibt einen realen (preisbereinigten) Verdienstzuwachs von 1,2 %.

    Überdurchschnittlich stark gestiegen sind die Nominallöhne (Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen) in den Bereichen Grundstücks- und Wohnungswesen sowie Information und Kommunikation (jeweils +5,0 %), Kunst, Unterhaltung und Erholung (+4,3 %) und Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+3,9 %). Unterdurchschnittlich stiegen die nominalen Verdienste im Bereich Erziehung und Unterricht (+1,3 %) und bei der Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+0,9 %).

    Die Nominallöhne sind in den vergangenen 10 Jahren insgesamt um +25,8 % gestiegen. Eine besonders hohe Verdienststeigerung gab es in den neuen Ländern mit + 31,0 %. Im früheren Bundesgebiet waren es +25,2 %. Die Verdienste von Frauen stiegen in diesem Zeitraum um +28,2 %, die der Männer +24,7 %. Geringfügig Beschäftigte konnten einen überdurchschnittlichen Verdienstzuwachs von +31,7% verzeichnen (Vollzeitbeschäftigte + 25,2%).

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  • Deutschlands Wirtschaft wird in den kommenden 15 Jahren deutlich langsamer wachsen als in der Vergangenheit. Grund hierfür ist der sich verschärfende Mangel an Arbeitskräften aufgrund des demografischen Wandels. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des ifo Instituts.

    Wachstum und Produktivität 2035

    Arbeitskräfte-Mangel wird Wachstum in Deutschland künftig stark bremsen

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 21.06.2019

    Deutschlands Wirtschaft wird in den kommenden 15 Jahren deutlich langsamer wachsen als in der Vergangenheit. Grund hierfür ist der sich verschärfende Mangel an Arbeitskräften aufgrund des demografischen Wandels. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie des ifo Instituts für die Bertelsmann Stiftung.

    „Besonders schlecht abschneiden dürften strukturschwache Bundesländer wie das Saarland, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Joachim Ragnitz, stellvertretender Geschäftsführer der Niederlassung Dresden des ifo Instituts. „Ganz vorn erwarten wir beim Wirtschaftswachstum bis 2035 die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sowie Baden-Württemberg und Bayern. Die regionalen Unterschiede bei der Wirtschaftskraft sowie beim Lebensstandard werden in den kommenden Jahren somit deutlich zunehmen“, fügt Ragnitz an. „Man muss sich von der Vorstellung verabschieden, dass regionale Wohlstandsunterschiede in überschaubarer Zeit abgebaut werden können. Auch die Schere zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland wird sich deswegen nicht weiter schließen.“

    Robert Lehmann, einer der Autoren der Studie, sagt weiter: „Selbst, wenn die ostdeutschen Flächenländer lediglich bis zu den strukturschwachen westdeutschen Ländern aufholen wollten, bräuchten sie Produktivitätssteigerungen, die in einigen Ländern zwei- bis dreimal so hoch ausfallen müssten, wie in den vergangenen zehn Jahren. Das ist wohl als nicht realistisch einzuschätzen. Erforderlich wäre auch langfristig eine deutlich stärkere Ausrichtung der Politik auf die Stärkung des Wachstums, insbesondere durch vermehrte Innovationen. Ob die Politik hierfür die Kraft aufbringen kann, ist allerdings fraglich.“

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  • Die EU-Kommission hat am 18.06.2019 drei Berichte der Expertengruppe zur nachhaltigen Finanzierung veröffentlicht.

    EU-Recht

    Expertenberichte zur nachhaltigen Finanzierung

    • Der erste Bericht betrifft ein EU-Klassifizierungssystem (Taxonomie) für ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten. Ziel ist es, Wirtschaftsteilnehmer und Investoren bei Investitionsentscheidungen zu unterstützen, die zur Erreichung einer klimaneutralen Wirtschaft beitragen. Folgende Sektoren wurden von der Expertengruppe für die Taxonomie identifiziert: IKT, Land-/Forstwirtschaft, Fertigung, Energie, Wasser, Verkehr und Gebäude. Die EU-Kommission hatte im Mai 2018 einen Verordnungsvorschlag zu einem einheitlichen EU-Klassifizierungssystem vorgelegt. Das EU-Parlament hat sich bereits im März 2019 dazu positioniert , die Beratungen im Rat dauern derzeit noch an.
    • Der zweite Bericht zu einem EU-Grüne Anleihe Standard beinhaltet klare und vergleichbare Kriterien für die Emission von Green Bonds. Insbesondere sollen durch die Verknüpfung mit der Taxonomie festgelegt werden, welche klima- und umweltfreundlichen Aktivitäten über eine EU-Grüne Anleihe förderfähig ist.
    • Der dritte Bericht bezieht sich auf Benchmarks für CO2-arme Investitionen und die Offenlegung von Informationen über nachhaltige Investitionen und Nachhaltigkeitsrisiken . Der Verordnungsvorschlag zu Benchmarks für CO2-arme Investitionen wurde kürzlich verabschiedet.

    Weiterführende Informationen stehen auf der Webseite der Expertengruppe zur Verfügung.

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  • Die EU-Kommission hat ihren jährlichen Bericht über Handels- und Investitionshindernisse veröffentlicht. Er beruht auf Meldungen von EU-Unternehmen und zeigt, dass sie auf ausländischen Märkten immer mehr Handelshemmnisse vorfinden.

    EU-Recht

    Handels- und Investionshemmnisse für EU-Unternehmen auf ausländischen Märkten: Bericht der EU-Kommission

    Die EU-Kommission hat am 17.06.19 ihren jährlichen Bericht über Handels- und Investitionshindernisse veröffentlicht. Er beruht auf Meldungen von EU-Unternehmen und zeigt, dass sie auf ausländischen Märkten immer mehr Handelshemmnisse vorfinden. Laut Bericht wurden in 2018 45 neue Handelshemmnisse in Ländern außerhalb der EU geschaffen, so dass ihre Zahl auf insgesamt 425 solcher Maßnahmen angestiegen ist. Diese kosten EU-Unternehmen jährlich Milliarden von Euro.

    Russland und China führen mit 37 bzw. 34 problematischen Handelsmaßnahmen die Gesamtliste an. Am stärksten sind EU-Ausfuhren von Maßnahmen Chinas, der Vereinigten Staaten, Indiens und Algeriens betroffen. Sie konzentrieren sich v. a. auf die Sektoren Stahl, Aluminium sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT).

    Seit Amtsantritt der Juncker-Kommission in 2014 wurden insgesamt 123 Handelshemmnisse beseitigt.

    Weiterführende Informationen sind hier zu entnehmen.

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  • Lediglich 3,9 Prozent der Unternehmen in Deutschland setzen digitale Werkzeuge bei der Personalsuche ein, obwohl fast die Hälfte dies für sinnvoll halten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Randstad-ifo-Personalleiterbefragung.

    Randstad-ifo-Personalleiterbefragung

    Personal-Rekrutierung im analogen Dornröschenschlaf

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 14.06.2019

    Lediglich 3,9 Prozent der Unternehmen in Deutschland setzen digitale Werkzeuge bei der Personalsuche ein, obwohl fast die Hälfte dies für sinnvoll halten. Das ist das Ergebnis der aktuellen Randstad-ifo-Personalleiterbefragung. Automatische Filter von Bewerbungsunterlagen oder andere Werkzeuge können Personalabteilungen heute bereits nutzen. Allerdings verwenden nur 37 der 951 befragten Unternehmen mindestens eine Methode davon, also nur 3,9 Prozent. Gleichzeitig aber geben 44 Prozent der Befragten an, derartige Methoden seien eine sinnvolle Ergänzung zu den klassischen Verfahren.

    Zur Begründung hieß es bei 35 Prozent der Befragten, sie hätten keine Verwendung für diese Methoden. 26 Prozent räumten mangelndes Wissen über die Techniken ein, 21 Prozent eine mangelnde Kenntnis von Angeboten, 21 Prozent fanden den Nutzen zu gering und 21 Prozent den Aufwand zu hoch. 14 Prozent scheuen die Kosten, 14 sehen eine geringe Akzeptanz bei den Bewerbern, 8 Prozent halten dies noch nicht für ausgereift.

    Laut Berechnungen des Job-Futuromats, eines gemeinsamen Projektes des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Bundesanstalt für Arbeit, könnten heute bereits 50 Prozent der Tätigkeiten eines Personalreferenten von Maschinen oder Computern übernommen werden – zumindest technisch betrachtet.

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  • Von insgesamt 21,2 Millionen Personen, die im Jahr 2015 in Deutschland Leistungen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Rente erhielten, mussten 27 % (5,8 Millionen Personen) Einkommensteuer auf ihre Renteneinkünfte zahlen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, lag das Gesamtvolumen der Rentenleistungen 2015 bei rund 278 Milliarden Euro. Davon wurden 43,4 Milliarden Euro oder 16 % tatsächlich besteuert.

    Besteuerung der Alterseinkünfte

    27 % der Rentenempfänger zahlten 2015 Einkommensteuer

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 12.06.2019

    Von insgesamt 21,2 Millionen Personen, die im Jahr 2015 in Deutschland Leistungen aus gesetzlicher, privater und betrieblicher Rente erhielten, mussten 27 % (5,8 Millionen Personen) Einkommensteuer auf ihre Renteneinkünfte zahlen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, lag das Gesamtvolumen der Rentenleistungen 2015 bei rund 278 Milliarden Euro. Davon wurden 43,4 Milliarden Euro oder 16 % tatsächlich besteuert.

    Die Besteuerung von Alterseinkünften wurde 2005 im Alterseinkünftegesetz neu geregelt. Kernelement der Neuregelung ist der Übergang von einer vorgelagerten zu einer nachgelagerten Besteuerung der gesetzlichen Renten bis zum Jahr 2040. Demnach werden die Aufwendungen zur Alterssicherung in der Ansparphase schrittweise steuerfrei gestellt und die Leistungen erst in der Auszahlungsphase steuerlich belastet. Welcher Anteil der Renteneinkünfte versteuert wird, richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns: Je später der Rentenbeginn, desto höher ist der besteuerte Anteil der Renteneinkünfte.

    Die obigen Angaben stammen aus der Statistik der Rentenbezugsmitteilungen und der Lohn- und Einkommensteuerstatistik. Die Statistik der Rentenbezugsmitteilungen ist erstmalig für das Veranlagungsjahr 2015 verfügbar und wird zukünftig jährlich veröffentlicht. Ergebnisse der Lohn- und Einkommensteuerstatistik sind aufgrund der langen Fristen zur Steuerveranlagung erst etwa dreieinhalb Jahre nach Ende des Veranlagungsjahres verfügbar.

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