Wirtschaft

  • Der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die ihre technologischen Prozesse durch Innovationen verbessert haben, ist in den vergangenen Jahren lt. IfM Bonn gestiegen: Optimierten in 2014 rund 22 % der KMU ihre unternehmensinternen technologischen Abläufe, so waren es 2016 bereits knapp 26 %. Zugleich sank der Anteil der KMU (2014: 33 %, 2016: 30 %), die Innovationen ihrer Produkte und Dienstleistungen auf den Markt brachten.

    Weniger Ressourcen – weniger Innovationen: Kleinere und mittlere Unternehmen optimieren zunehmend ihre technologischen Prozesse

    IfM Bonn, Pressemitteilung vom 20.03.2018

    Der Anteil kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU), die ihre technologischen Prozesse durch Innovationen verbessert haben, ist in den vergangenen Jahren gestiegen: Optimierten in 2014 rund 22 % der KMU ihre unternehmensinternen technologischen Abläufe, so waren es 2016 bereits knapp 26 %. Zugleich sank der Anteil der KMU (2014: 33 %, 2016: 30 %), die Innovationen ihrer Produkte und Dienstleistungen auf den Markt brachten.Der Grund für diese Entwicklung dürfte in den Digitalisierungsmöglichkeiten liegen, mit deren Hilfe die KMU im Produzierenden Gewerbe ihre Produktionsabläufe auf „Industrie 4.0“ trimmen. Dies scheint aber einen Großteil der personellen und finanziellen Ressourcen zu binden, die KMU für Innovationsaktivitäten einsetzen können.

    Insgesamt zeigt sich, dass die kleinen Unternehmen (bis zu 49 Beschäftigten) ihre Innovationsaktivitäten eher zurückfahren und die mittelgroßen Unternehmen (50 bis 249 Beschäftigte) diese ausweiten. Auch konzentrieren die kleinen Unternehmen ihre Aktivitäten tendenziell eher auf eine der beiden Innovationskategorien – auf technologische Innovationen (von Produkten, Dienstleistungen oder Prozessen) oder auf nicht-technologische Innovationen (in den Bereichen Organisation und Marketing). Demgegenüber ist es mittelgroßen und großen Unternehmen aufgrund ihrer besseren Ressourcenausstattung eher möglich, sowohl technologische als auch nicht-technologische Innovationen hervorzubringen.

    Je größer die Unternehmen sind, desto eher initiieren sie zudem völlig neuartige Produkte oder Dienstleistungen, mit denen sie als Pioniere den Markt betreten. Kleine und mittlere Unternehmen konzentrieren sich hingegen zunächst mehr auf die Weiterentwicklung bzw. das Imitat von bestehenden Produkten.

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  • Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im März 2019 um 9,8 Punkte deutlich an. Der neue Wert der ZEW-Konjunkturerwartungen liegt nun bei minus 3,6 Punkten. Die Konjunkturerwartungen bleiben zwar weiterhin unterhalb des langfristigen Durchschnitts von 22,2 Punkten, die Einschätzungen zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung sind jedoch inzwischen weniger pessimistisch als noch vor ein oder zwei Monaten.

    Konjunkturerwartungen steigen deutlich an

    ZEW, Pressemitteilung vom 19.03.2019

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im März 2019 um 9,8 Punkte deutlich an. Der neue Wert der ZEW-Konjunkturerwartungen liegt nun bei minus 3,6 Punkten. Die Konjunkturerwartungen bleiben zwar weiterhin unterhalb des langfristigen Durchschnitts von 22,2 Punkten, die Einschätzungen zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung sind jedoch inzwischen weniger pessimistisch als noch vor ein oder zwei Monaten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich im März erneut verschlechtert. Sie beträgt aktuell 11,1 Punkte, 3,9 Punkte unterhalb des Wertes vom Vormonat.„Der deutliche Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen zeigt, dass wichtige konjunkturelle Risiken weniger dramatisch eingeschätzt werden. Die mögliche Verschiebung des Brexit und die wieder aufkeimende Hoffnung auf einen vertraglich geregelten Austritt Großbritanniens haben die Finanzmarktexperten offenbar optimistischer gestimmt. Auch Fortschritte bei den Verhandlungen zwischen China und den USA zur Beendigung des Handelskrieges können dazu beigetragen haben. Gleichwohl zeigen die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland ein relativ schwaches Wachstum im ersten Halbjahr 2019 an“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

    Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen ebenfalls kräftig an. Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt im März bei minus 2,5 Punkten, 14,1 Punkte höher als im Februar. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet sinkt hingegen abermals. Der aktuelle Wert der Lageeinschätzung beträgt minus 6,6 Punkte und liegt damit um 3,6 Punkte unterhalb des Wertes vom Vormonat.

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  • Die deutsche Wirtschaft ist verhalten in das Jahr 2019 gestartet. Dies gilt insbesondere für die Industrie, deren Produktion sich im Januar deutlich verringerte. Auch die Auftragseingänge und Stimmungsindikatoren für die Industrie sind rückläufig. In den übrigen Wirtschaftsbereichen, insbesondere in den meisten Dienstleistungsbereichen, dürfte sich das Wachstum hingegen fortsetzen. Das BMWi gibt hierzu einen Überblick.

    Wirtschaftliche Entwicklung

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2019

    BMWi, Pressemitteilung vom 14.03.2019

    • Die deutsche Wirtschaft ist verhalten in das Jahr 2019 gestartet. Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist aufgrund höherer Risiken und Unwägbarkeiten im außenwirtschaftlichen Umfeld in unruhigeres Fahrwasser geraten.
    • Die vorausschauenden Konjunkturinkatoren bleiben zurückhaltend. Solide binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte und fiskalische Impulse sorgen aber zu Jahresbeginn für Schub.
    • Das Baugewerbe produziert nach wie vor mit überdurchschnittlicher Auslastung. Die Industrie hat ihre Produktion zu Jahresbeginn gedrosselt, auch die Auftragseingänge, nicht zuletzt aus dem Ausland, entwickelten sich schwach.
    • Die Einkommen steigen, unterstützt durch die Fiskalpolitik, kräftig und sorgen für eine rege Konsumnachfrage der privaten Haushalte.
    • Die Erwerbstätigkeit nimmt weiter zu, die Dynamik beim Rückgang der Arbeitslosigkeit dürfte nachlassen.

    Die deutsche Wirtschaft ist verhalten in das Jahr 2019 gestartet. Dies gilt insbesondere für die Industrie, deren Produktion sich im Januar deutlich verringerte. Auch die Auftragseingänge und Stimmungsindikatoren für die Industrie sind rückläufig. Insofern dürfte sich die Schwächephase in der Industrie angesichts einer schleppenden Auslandsnachfrage fortsetzen. In den übrigen Wirtschaftsbereichen, insbesondere in den meisten Dienstleistungsbereichen, dürfte sich das Wachstum hingegen fortsetzen. Dies wurde durch die bis zuletzt deutliche Zunahme der Beschäftigung insbesondere in den Dienstleistungszweigen unterstrichen. Die deutsche Wirtschaft wird sich weiter in dem Spannungsfeld zwischen einer schwachen Industriekonjunktur und prosperierenden Dienstleistern bewegen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte daher im ersten Quartal allenfalls moderat zunehmen. Im zweiten Halbjahr 2018 hatte sich die deutsche Wirtschaft mehr oder weniger seitwärts bewegt. Die inländische Nachfrage hatte nur verhalten expandiert. Das Wachstum wurde zusätzlich durch die negativen Vorratsinvestitionen belastet. Die Exporte hatten sich im vierten Quartal etwas erholt, aufgrund der ebenfalls deutlich steigenden Importe ergaben sich von der Außenwirtschaft aber keine Wachstumsimpulse.

    Die weltwirtschaftlichen Impulse fallen derzeit gedämpft aus. Sowohl bei der industriellen Erzeugung als auch beim Welthandel war zum Jahresende eine verlangsamte Entwicklung zu beobachten. Zuletzt, Stand Dezember 2018, gingen sie sogar etwas zurück. Der Stimmungsindikator IHS Markit PMI für die globale Industrie lag im Februar 2019 auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2016. Auch der ifo Index zum Weltwirtschaftsklima gab für das erste Quartal 2019 eine eingetrübte Stimmung insbesondere für die entwickelten Volkswirtschaften wieder. Angesichts der Indikatoren und der derzeitigen Ballung globaler Risiken gehen die internationalen Organisationen in ihren letzten Prognosen von einer weniger dynamischen, aber weiterhin aufwärtsgerichteten Entwicklung der globalen Wirtschaft aus.

    Dies zeigt sich auch in den deutschen Ausfuhren von Waren. So stagnierten die Exporte im Januar saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen (+/-0,0 %). Im Zweimonatsvergleich haben die Ausfuhren jedoch zugenommen (+1,5 %). Preisbereinigt dürfte diese Steigerung etwas höher ausfallen. Die Unternehmen gehen aber aktuell nicht von einer deutlichen Belebung aus. Die ifo Exporterwartungen spiegeln trotz Besserung weiterhin eine niedrige Erwartung wider. Insgesamt deuten die Indikatoren auf eine verhaltene Entwicklung der Ausfuhren in den kommenden Monaten hin. Die nominalen Importe von Waren stiegen im Januar saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen um 1,5 %. Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein schwächeres Plus von 0,7 %. Bei sinkenden Importpreisen dürfte sich preisbereinigt ein höherer Anstieg ergeben.

    Die Produktion im Produzierenden Gewerbe wurde im Januar zurückgefahren. Insbesondere die Industrie hat ihren Produktionsausstoß verringert (-1,2 %), obwohl die WLTP-Problematik – der Stau bei den Pkw-Typenzulassungen – weitestgehend überwunden sein sollte. Das Baugewerbe konnte hingegen einen leichten Zuwachs verbuchen (+0,2 %). Allerdings wurden die Ergebnisse für Dezember sowohl für die Industrie als auch für das Baugewerbe sehr kräftig aufwärts revidiert. Insgesamt zeigt sich im Zweimonatsvergleich dennoch eine leicht abwärtsgerichteten Entwicklung in der Industrie. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe verringerten sich im Januar ebenfalls kräftig um 2,6 %, zugleich wurden auch die Daten für Dezember stark aufwärts revidiert. Die Aufträge in der Kfz-Industrie (-6,1 %) schwächten sich erneut merklich ab, nachdem im vierten Quartal die Einbrüche aus dem schwachen dritten Quartal zunächst wettgemacht werden konnten. Besonders deutlich gingen im Januar die Bestellungen aus dem Ausland zurück, so dass auch in der Zweimonatsbetrachtung insgesamt rückläufige Auftragseingänge zu Buche stehen. Auch das Geschäftsklima schwächte sich im Februar weiter ab. Zwar ist zum Jahreswechsel das Auftragspolster weiter sehr hoch, die Industriekonjunktur dürfte aber angesichts der schwachen internationalen Nachfrage und hoher externer Risiken weiterhin gedämpft verlaufen. Der Bauboom wird nach den deutlich gestiegenen Aufträgen im Jahresendquartal 2018 anhalten.

    Im vierten Quartal sind die privaten Konsumausgaben um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal gestiegen und haben sich somit von dem Rückgang im dritten Quartal erholt.

    Im laufenden Quartal dürften die privaten Konsumausgaben erneut zunehmen. So sind im Januar die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kfz) kräftig um 3,3 % gestiegen. Im Februar 2019 setzte sich die positive Entwicklung der Neuzulassungen von Pkw bei privaten Haltergruppen fort (+3,5 %). Damit sind die privaten Kfz-Zulassungen seit dem Tiefpunkt im September, unmittelbar nach der Einführung des WLTP-Standards, um 56 % gestiegen.

    Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich trotz der konjunkturellen Abschwächung fort. Die Zunahme der Erwerbstätigkeit fiel nach den aktuellen Zahlen im Januar mit 79.000 Personen sogar deutlich stärker aus als in den Monaten zuvor, dabei ist aber mit Aufwärtsrevisionen der Vormonate zu rechnen. Jahreszeitlich üblich war die Beschäftigung nach den Ursprungszahlen mit 44,8 Mio. Personen niedriger als im Vormonat. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm im Dezember saisonbereinigt erneut kräftig zu. Die schwächere Konjunktur dürfte sich allmählich auf die Personalsuche der Unternehmen auswirken und in den kommenden Monaten zu einem verlangsamten Rückgang der Arbeitslosigkeit führen. Zuletzt im Februar verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt um 21.000 Personen; in Ursprungszahlen sank sie auf knapp unter 2,4 Mio. Personen. Die Arbeitslosenquote blieb damit unverändert bei 5,3 %. Die Langzeitarbeitslosigkeit nimmt im Trend spürbar ab; der Vorjahresstand wurde um knapp 12 % unterschritten. Die Wirtschaftskraft strukturschwacher Regionen bleibt eine Herausforderung.

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  • Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im Februar 2019 um 1,6 % höher als im Februar 2018. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte der Anstieg gegenüber dem Vorjahr im Januar 2019 bei +1,1 % und im Dezember 2018 bei +2,5 % gelegen.

    Großhandelspreise im Februar 2019: +1,6 % gegenüber Februar 2018

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 15.03.2019

    Großhandelsverkaufspreise, Februar 2019

    • +0,3 % zum Vormonat
    • +1,6 % zum Vorjahresmonat

    Die Verkaufspreise im Großhandel lagen im Februar 2019 um 1,6 % höher als im Februar 2018. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte der Anstieg gegenüber dem Vorjahr im Januar 2019 bei +1,1 % und im Dezember 2018 bei +2,5 % gelegen. Im Vormonatsvergleich waren die Preise für die auf Großhandelsebene verkauften Waren im Februar 2019 um 0,3 % höher.

    Besonderen Einfluss auf die Gesamtentwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat hatte im Februar 2019 die Preissteigerung im Großhandel mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln mit einem Plus von 16,5 % (-0,5 % gegenüber Januar 2019).

    Ebenfalls überdurchschnittlich gestiegen sind gegenüber Januar 2018 die Preise im Großhandel mit Obst, Gemüse und Kartoffeln (+7,8 %). Darüber hinaus trug der Preisanstieg von 2,8 % bei Mineralölerzeugnissen gegenüber dem Vorjahresmonat wegen seines hohen Gewichtes wesentlich zur Gesamtentwicklung bei.

    Dagegen waren insbesondere die Preise für Altmaterial und Reststoffe (-5,4 %) sowie für Datenverarbeitungsgeräte, periphere Geräte und Software (-3,5 %) auf Großhandelsebene niedriger als im Februar 2018.

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  • Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des DIW Berlin in diesem und im kommenden Jahr mit soliden Wachstumsraten aufwarten. Zwar korrigieren die Berliner KonjunkturforscherInnen ihre Prognose für dieses Jahr im Vergleich zum Winter um 0,6 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent nach unten – im Vergleich zu den meisten anderen Prognosen ist der Ausblick aber optimistisch. Die Prognose für das kommende Jahr bleibt unverändert bei einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent.

    DIW Berlin korrigiert Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten, bleibt aber optimistisch

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 14.03.2019

    Bruttoinlandsprodukt steigt dieses Jahr um voraussichtlich 1,0 Prozent und 2020 um 1,8 Prozent – Abschwächung der Weltwirtschaft belastet deutsche Exportindustrie in besonderem Maße – Beschäftigungsaufbau geht weiter, privater Konsum bleibt stark, Bauwirtschaft brummt – Überschüsse in öffentlichen Haushalten und niedriges Zinsniveau sollten für Zukunftsinvestitionen genutzt werden

    Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in diesem und im kommenden Jahr mit soliden Wachstumsraten aufwarten. Zwar korrigieren die Berliner KonjunkturforscherInnen ihre Prognose für dieses Jahr im Vergleich zum Winter um 0,6 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent nach unten – im Vergleich zu den meisten anderen Prognosen ist der Ausblick aber optimistisch. Die Prognose für das kommende Jahr bleibt unverändert bei einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent.

    In erster Linie ist die Weltwirtschaft dafür verantwortlich, dass die Konjunktur hierzulande in diesem Jahr deutlich abkühlt. Die Weltwirtschaft wird unter anderem durch die konjunkturelle Schwäche Chinas belastet, aber auch durch die Handelskonflikte zwischen den USA, China und der Europäischen Union sowie durch die Unsicherheit um den Fortgang des Brexit. All das trifft in besonderem Maße die auf den Investitionsgüterexport spezialisierte deutsche Wirtschaft. Hinzu kommt, dass die Wachstumsdynamik vielerorts zunehmend vom Konsum statt von Investitionen getragen wird. Deswegen fällt die deutsche Exportdynamik sogar noch hinter das Tempo der schwächelnden Weltwirtschaft zurück.

    Binnenwirtschaft stützt die deutsche Wirtschaft

    Kurzfristig wird die deutsche Wirtschaft noch durch Sondereffekte geprägt: Die hiesigen Autobauer hatten bis zuletzt mit den Folgen der schleppenden Zertifizierung ihrer Fahrzeugflotte nach dem neuen EU-Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP zu kämpfen – zeitweise musste die Produktion erheblich gedrosselt werden. Zudem haben die niedrigen Pegelstände des Rheins im vergangenen Herbst die Wertschöpfungsketten zeitweilig unterbrochen – in der Folge blieben viele Produktionsstätten unterausgelastet. Mittlerweile gibt es Anzeichen, dass allmählich wieder eine weitgehend störungsfreie Produktion aufgenommen wird.

    Davon unbeeindruckt stützt die Binnenwirtschaft das Wachstum auch in diesem Jahr. Nicht zuletzt die Beschlüsse der Großen Koalition kurbeln den privaten Konsum an, denn durch die wieder hergestellte paritätische Finanzierung der Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seit Anfang des Jahres spürbar mehr Geld im Portemonnaie. Der Arbeitsmarkt entwickelt sich ohnehin schon prächtig: Der Beschäftigungsaufbau geht nahezu ungebremst weiter, die Arbeitslosenquote dürfte dieses Jahr erstmals seit der Wiedervereinigung unter die Fünf-Prozent-Marke fallen und die Reallöhne steigen auch dank einer wieder geringeren Inflation – in diesem Jahr wird sie voraussichtlich 1,5 Prozent betragen – recht kräftig.

    Auch die Bauwirtschaft steht nach wie vor glänzend da, die Nachfrage nach neu gebautem Wohnraum ist ungebrochen. Und selbst die Unternehmen in Deutschland haben trotz aller Unwägbarkeiten bis zuletzt weiter moderat in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten investiert.

    Investitionen in Zukunftsbereiche würden kurz- und langfristig helfen

    Bei alldem darf aber nicht übersehen werden, dass die Lage vergleichsweise fragil ist und der Wind schnell drehen kann. In Europa bereitet vor allem die italienische Wirtschaft Sorgen. Auch China zeigte sich zuletzt eher schwach und es ist unklar, wie schnell die umfangreichen Konjunkturpakete der chinesischen Regierung wirken werden. Ungemach zeichnet sich in Form eines neuerlichen Aufflammens des Konflikts zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten um Automobilexporte in die USA ab. Auch die Turbulenzen rund um den Brexit helfen der deutschen Wirtschaft nicht. Sollte global die Schwäche der Industrie auch auf die Dienstleistungssektoren überspringen, könnte die weltweite Nachfrage weiter an Schwung verlieren. Zudem steht die Automobilindustrie vor strukturellen Veränderungen: Viele umsatzstarke Modelle werden überwiegend nicht in Deutschland gebaut. Und angesichts der anhaltenden Diskussion um Dieselfahrzeuge gerät deren Produktion zunehmend ins Stocken.

    Umso wichtiger wäre es nach Ansicht der KonjunkturforscherInnen des DIW Berlin, jetzt endlich verstärkt in die Zukunft zu investieren, in Infrastruktur und vor allem in die Digitalisierung sowie Forschung und Entwicklung, um das künftige Wachstumspotential und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu fördern. Die Überschüsse in den öffentlichen Haushalten, die zwar von 58 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf gut 37 Milliarden Euro im kommenden Jahr zurückgehen, aber hoch bleiben werden, würden dies ermöglichen.

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  • Mit seinem kürzlich veröffentlichten Beitrag zu einer Nationalen Industriestrategie hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zur rechten Zeit eine wichtige Debatte entfacht. Für den DIHK ist klar: Ansatzpunkte für eine lösungsorientierte Industriepolitik liegen in besseren Standortfaktoren und in der Sicherung fairen Wettbewerbs – nicht aber in staatlicher Definition förderwürdiger industrieller Schlüsselbereiche.

    Industriestrategie 2030: Turbo oder Bremse?

    DIHK, Mitteilung vom 14.03.2019

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat mit seinem kürzlich veröffentlichten Beitrag zu einer Nationalen Industriestrategie eine wichtige Debatte zur Zukunft des Industriestandortes Deutschland entfacht. Der Wettbewerb mit Staaten, die verstärkt auf Protektionismus und Subventionen setzen, steigende Anforderungen durch die Digitalisierung und der demografische Wandel stellen die hiesigen Unternehmen vor neue Herausforderungen. Die Diskussion über eine zukünftige Industriepolitik für Deutschland und Europa kommt also zum richtigen Zeitpunkt.

    Noch läuft es in der Industrie rund

    Der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung soll nach Vorstellungen des Bundeswirtschaftsministers bis 2030 in Deutschland auf 25 Prozent steigen – in der EU auf 20 Prozent. Hierzulande erwirtschaftet die Industrie aktuell gut 23 Prozent – deutlich mehr als Frankreich mit 11 Prozent oder UK mit 10 Prozent. Allerdings ist das kein Selbstläufer – so auch das Ergebnis der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage: Die Geschäftserwartungen der Industrieunternehmen haben sich zu Jahresbeginn deutlich eingetrübt und liegen nur noch knapp über dem langjährigen Durchschnitt. Sorgen bereiten nicht nur globale Unsicherheiten wie der Handelsstreit zwischen den USA und China, sondern auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Dazu gehören vor allem hohe Energiepreise sowie steigende Bürokratie- und Steuerlasten. Hier zeigen sich Ansatzpunkte für eine lösungsorientierte Industriepolitik: Standortfaktoren verbessern und einen fairen Wettbewerb sicherstellen.

    „Picking Winners“ bremst eher

    Die Industrie-Strategie zielt darauf ab, strategisch wichtige Bereiche zu schützen und innovative Technologien zukünftig stärker zu fördern. Dazu zählt zum Beispiel die Automobilindustrie. Um die Wertschöpfungskette in dieser Branche auszubauen, stellt der Bundeswirtschaftsminister interessierten Konsortien eine Milliarde Euro zur Produktion einer eigenen Batteriezellfertigung in Aussicht. Eine solche Industriepolitik, die förderwürdige industrielle Schlüsselbereiche definiert, trifft damit eine gewagte Auswahlentscheidung. Am Ende entscheiden aber die Käufer weltweit, welche Produkte am Markt erfolgreich sind. Auch der Schutz bestimmter Technologien lässt außer Acht, dass sich diese dann weniger intensiv im Wettbewerb behaupten müssen. Kurzum: Der Staat sollte vielmehr seine Gestaltungsmöglichkeiten nutzen und Standortfaktoren verbessern, von denen alle Unternehmen profitieren. Dazu gehören vor allem eine leistungsfähige digitale Infrastruktur, bezahlbare und sichere Energieversorgung, ein wettbewerbsfähiges Steuersystem, bürokratische Entlastungen sowie die öffentliche Förderung von Forschung und Innovationen.

    Europäische Champions als Beschleuniger?

    Die im Zuge der Digitalisierung entstehenden Geschäftsmodelle können schnell auf andere Märkte übertragen werden. So begünstigen sie das Entstehen von wenigen großen Unternehmen mit globaler Reichweite. Hinzu kommt, dass anderswo durch eine strategische Industriepolitik aktionsfähige Wettbewerber entstehen, die als Schwergewichte Märkte dominieren können. Größe bedeutet allerdings nicht automatisch mehr Wettbewerbsfähigkeit – das zeigen hierzulande unsere vielen „Hidden Champions“. Damit deutsche und europäische Unternehmen im globalen Markt bestehen können, setzt sich der Wirtschaftsminister richtigerweise dafür ein, das Wettbewerbsrecht anzupassen. Darüber werden die Staats- und Regierungschefs beim EU-Gipfel am 21./22. März diskutieren. Aus Sicht der Wirtschaft sollte dieses Treffen den Startschuss geben, die bisherigen Regeln des Wettbewerbsrechtes auf den Prüfstand zu stellen und sie so zu gestalten, dass gleiche und faire Wettbewerbsbedingungen hergestellt werden. Allerdings ist das Wettbewerbsrecht nicht das probate Instrument, um Europäische Champions zu schaffen. Diese beruhen vor allem auf dem Erfolg unternehmerischer Initiativen, die sich auf gute Rahmenbedingungen verlassen können.

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  • Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose von 1,1 Prozent für 2019 auf 0,6 Prozent gekappt, aber für 2020 von 1,6 auf 1,8 Prozent erhöht.

    ifo kappt Wachstumsprognose für 2019 auf 0,6 Prozent

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 14.03.2019

    Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose von 1,1 Prozent für 2019 auf 0,6 Prozent gekappt, aber für 2020 von 1,6 auf 1,8 Prozent erhöht.

    „Die gegenwärtigen Produktionsschwierigkeiten der deutschen Industrie dürften erst allmählich überwunden werden. Die Industrie wird 2019 als Konjunkturmotor weitgehend ausfallen. Die weltweite Nachfrage nach deutschen Produkten ist schwach, da die internationale Konjunktur weiter an Dynamik verliert“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. „Aber die binnenwirtschaftlichen Antriebskräfte sind weiterhin intakt.“ Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte weiter steigen, von 44,8 Millionen im vergangenen Jahr auf 45,2 Millionen in diesem und 45,5 Millionen im nächsten Jahr. Im Einklang mit der Abschwächung der Konjunktur verlangsamt sich damit das Tempo des Beschäftigungsaufbaus. Auch der Rückgang der Arbeitslosigkeit verlangsamt sich, von 2,34 Millionen über 2,21 auf 2,12 Millionen Personen im kommenden Jahr. Entsprechend sinkt die Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent über 4,9 auf 4,7 Prozent.

    Wollmershäuser ergänzte: „In diesem Jahr dürften kräftige Lohnsteigerungen, eine niedrige Inflationsrate, Steuer- und Abgaben-Entlastungen sowie eine Ausweitung der Transfers für ein dickes Plus bei den Realeinkommen der Haushalte sorgen. Dies befördert den privaten Konsum und die Baukonjunktur.“ Auch die Staatsausgaben nehmen insbesondere 2019 zu, von 1,0 Prozent im vergangenen Jahr über 2,6 Prozent in diesem auf 1,6 Prozent im kommenden.

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  • Die Flaute vom letzten Halbjahr wirkt nach. Die Konjunkturforscher des IfW Kiel revidieren ihre Vorhersage für die Zuwachsrate des deutschen BIP für 2019 von bislang 1,8 Prozent auf 1,0 Prozent. Für 2020 rechnen sie unverändert mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung bleibt jedoch trotz konjunktureller Abkühlung überdurchschnittlich hoch. Die Überschüsse der öffentlichen Haushalte dürften deutlich sinken.

    Konjunktur kühlt ab, aber Krise noch nicht in Sicht

    IfW Kiel, Pressemitteilung vom 13.03.2019

    Die Flaute vom letzten Halbjahr wirkt nach. Die Konjunkturforscher des IfW Kiel revidieren ihre Vorhersage für die Zuwachsrate des deutschen BIP für 2019 von bislang 1,8 Prozent auf 1,0 Prozent. Für 2020 rechnen sie unverändert mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent. Die gesamtwirtschaftliche Kapazitätsauslastung bleibt jedoch trotz konjunktureller Abkühlung überdurchschnittlich hoch. Die Überschüsse der öffentlichen Haushalte dürften deutlich sinken.

    In ihrer aktuellen Konjunkturprognose rechnen die Forscher des Instituts für Weltwirtschaft (IfW Kiel) in der ersten Jahreshälfte zwar mit Aufholeffekten nach den Produktionsausfällen im letzten Jahr durch das Niedrigwasser und den neuen Pkw-Prüfstandard WLTP. Dennoch revidieren sie ihre Prognose für den Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf Jahressicht um 0,8 Prozentpunkte deutlich nach unten auf nunmehr 1,0 Prozent.

    Maßgeblich dafür ist auch der schwache Jahresauftakt in der Industrie. Außerdem belasten politische Unsicherheiten, Handelskonflikte und die Unklarheit über den wirtschaftlichen Zustand Chinas den Ausblick. Auch die Stagnationsphase der vergangenen zwei Quartale wirkt nach und drückt den jahresdurchschnittlichen Zuwachs, ohne diesen statistischen Effekt wäre die Rate höher.

    „Die deutsche Konjunktur zeigt deutliche Bremssignale, die sich auch in den öffentlichen Haushalten bemerkbar machen werden. Aber derzeit spricht nichts für einen abrupten Einbruch der Konjunktur oder gar eine Rezession. Deshalb bleibt auch die Beschäftigungssituation stabil“, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

    Für 2020 rechnen die Experten unverändert mit einem Zuwachs von 1,8 Prozent, der relativ hohe Wert rührt auch von der hohen Anzahl an Werktagen, die rechnerisch 0,4 Prozent ausmachen. „Das reine Zahlenwerk stellt die konjunkturelle Dynamik in diesem Jahr schlechter, im kommenden Jahr besser dar, als sie eigentlich ist“, sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW Kiel. „Die deutsche Wirtschaft kühlt ab, aber sie friert noch nicht. Die Überauslastung der Kapazitäten bildet sich zurück, aber die Normalauslastung wird nach derzeitigem Stand auch im nächsten Jahr nicht unterschritten.“

    Die Ausfuhren legen nur moderat zu, auch wenn die Zuwachsrate mit 2,8 Prozent den schwachen Wert des Vorjahres (+ 2 Prozent) übertrifft. Die Investitionsdynamik dürfte im Einklang mit der schwächeren Konjunktur etwas nachgeben, aber nicht einbrechen. Der Beschäftigungsaufbau nimmt zwar weiter zu, verlangsamt sich aber deutlich. Die Zahl der Beschäftigten steigt um 450.000 in diesem und 330.000 im kommenden Jahr (nach einem Plus von 570.000 im Jahr 2018). Die Arbeitslosenquote sinkt auf 4,8 Prozent (2019) bzw. 4,6 Prozent (2020).

    Konsumausgaben wirken stimulierend, Rezession droht nicht

    Stimulierend für die Konjunktur wirken vor allem die privaten und öffentlichen Konsumausgaben. Ursächlich hierfür sind stark steigende Löhne und Gehälter sowie zahlreiche Abgabensenkungen und Leistungsausweitungen des Staates. Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte legen in beiden Prognosejahren weiterhin kräftig um jeweils fast 3,5 Prozent zu. Hinzu kommen Maßnahmenpakete der öffentlichen Hand wie die Umsetzung des Digitalpakts, Anschaffungen für Verteidigung oder Investitionen etwa in den Breitbandausbau. Weiterhin hoch bleibt die Bautätigkeit mit jährlichen Zuwachsraten von 2,8 Prozent (2019) und 3,2 Prozent (2020), wobei die Baupreise mit Raten um die 5 Prozent weiter kräftig anziehen dürften.

    Die Überschüsse der öffentlichen Haushalte gehen aufgrund umfangreicher Maßnahmenpakete zurück. Nach dem Rekordüberschuss von 58 Mrd. Euro 2018 dürften sie in diesem und nächsten Jahr nur noch bei 41 bzw. 26 Mrd. Euro liegen. Der Leistungsbilanzsaldo in Relation zum BIP wird im Prognosezeitraum wohl auf einem Niveau von über 7 Prozent verbleiben.

    „Die Abkühlung der deutschen Konjunktur ist stabilitätspolitisch unbedenklich, da zunächst nur die Überauslastung der Kapazitäten nachlässt. Eine Rezession droht noch nicht, diese geht typischerweise mit einem abrupten Einbruch der unternehmerischen Investitionstätigkeit einher, die sich bislang aber nicht abzeichnet. Möglicherweise fällt nach dem langgestreckten Aufschwung jetzt auch der Abschwung weniger spektakulär aus“, sagte Kooths.

    Euroraum und Weltwirtschaft leicht gedämpft

    Auch für die Konjunktur im Euroraum und die Weltkonjunktur erwarten die Forscher nun geringere Zuwächse als bislang. Das BIP im Euroraum wird 2019 wohl um 1,2 Prozent zulegen, bislang erwarteten die Experten 1,7 Prozent. 2020 erwarten sie unverändert, dass sich der Produktionsanstieg leicht um 1,5 Prozent erhöht. Trotz der Eintrübung bleibt die Arbeitslosenquote rückläufig und dürfte nächstes Jahr den historischen Tiefstand von vor der globalen Finanzkrise unterschreiten. Die Verbraucherpreise dürften mit 1,3 Prozent im laufenden und 1,5 Prozent im kommenden Jahr weiter nur moderat zulegen, so dass frühestens im Jahr 2020 mit einer ersten Zinserhöhung seitens der Europäischen Zentralbank zu rechnen ist.

    Das weltwirtschaftliche Expansionstempo dürfte sich im Vergleich zu den beiden Vorjahren deutlich verringern, mit einem Einbruch rechnen die Experten angesichts einer insgesamt expansiven Geld- und Fiskalpolitik aber nicht. Für 2019 und 2020 revidieren die Forscher ihre Vorhersage um 0,1 Prozentpunkte nach unten und gehen nun von einem Zuwachs der Weltproduktion von jeweils 3,3 Prozent aus, nach 3,7 Prozent im Jahr 2018.

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  • Die neue Agentur SprinD soll Innovationen auf den Weg bringen, die technologisch radikal neu sind und ein hohes Potenzial für eine marktverändernde Wirkung mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Wertschöpfungsketten enthalten. Das BMBF wird zur Vorbereitung der Agenturgründung die erste Bekanntmachung für einen Pilotwettbewerb im Bereich KI-Elektronik auf den Weg bringen.

    Innovationsförderung

    Bundesregierung setzt Gründungskommission für die Agentur für Sprunginnovationen ein

    BMWi, Pressemitteilung vom 12.03.2019

    Anja Karliczek und Peter Altmaier haben am 12.03.2019 Prof. Dietmar Harhoff zum Vorsitzenden der Gründungskommission der Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen (SprinD) berufen. Die Gründungskommission berät die Bundesregierung beim Auswahlprozess der Geschäftsführung und der Standortsuche für die SprinD. Sie wird den Aufbau der Agentur bis zur formalen Gründung begleiten.

    „Mit der Einrichtung der Gründungskommission setzen wir einen entscheidenden Baustein für den Aufbau der Agentur für Sprunginnovationen. Wir holen Expertinnen und Experten aus Innovation, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu uns an den Tisch“, betont Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. „Gemeinsam werden wir daran arbeiten, in Deutschland Ideen mit Sprunginnovationspotenzial erfolgreich in den Markt zu bringen.“

    In der Gründungskommission wirken innovationserfahrene Persönlichkeiten der Wissenschaft und Wirtschaft sowie aus Mitgliedern des Deutschen Bundestages mit. Der Vorsitzende Prof. Harhoff ist ein international ausgewiesener Experte für Innovation, Entrepreneurship, Strategische Unternehmensführung und Industrieökonomik.

    Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Es freut mich sehr, dass wir Professor Harhoff dafür gewinnen konnten, die Gründungskommission zu leiten. Nachdem er zwölf Jahre lang den Vorsitz der Expertenkommission Forschung und Entwicklung innehatte, ist er wie kaum ein anderer im deutschen Innovationssystem zuhause. Mit seiner Erfahrung wird er die Agentur von Anfang an auf das richtige Gleis setzen, hin zu mehr erfolgreichen Sprunginnovationen „made in Germany“.

    Das Bundeskabinett hat im letzten Jahr die Gründung einer »Agentur zur Förderung von Sprunginnovationen« unter Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie beschlossen.

    Die neue Agentur SprinD soll Innovationen auf den Weg bringen, die technologisch radikal neu sind und ein hohes Potenzial für eine marktverändernde Wirkung mit neuen Produkten, Dienstleistungen und Wertschöpfungsketten enthalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird zur Vorbereitung der Agenturgründung in diesem Monat die erste Bekanntmachung für einen Pilotwettbewerb im Bereich KI-Elektronik auf den Weg bringen.

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  • Durch die im Entwurf des Starke-Familien-Gesetzes geplanten Verbesserungen beim Kinderzuschlag lohnt sich Erwerbsarbeit für Familien mit kleinem Einkommen in Deutschland mehr als bisher. Die Beschäftigung könnte dadurch in Vollzeiteinheiten gerechnet um rund 3.000 Stellen steigen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Studie des ZEW und des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit im Auftrag des BMWi.

    Starke-Familien-Gesetz stärkt Beschäftigung

    ZEW, Pressemitteilung vom 11.03.2019

    Durch die im Entwurf des Starke-Familien-Gesetzes geplanten Verbesserungen beim Kinderzuschlag lohnt sich Erwerbsarbeit für Familien mit kleinem Einkommen in Deutschland mehr als bisher. Die Beschäftigung könnte dadurch in Vollzeiteinheiten gerechnet um rund 3.000 Stellen steigen. Derzeit erhalten rund 90.000 Haushalte den Kinderzuschlag. Durch die Reformen hätten weitere 80.000 Familien einen Anspruch auf die Leistung; 18.000 Haushalte könnten den Bezug von Hartz-IV-Leistungen vermeiden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine gemeinsame Studie des ZEW-Leibniz Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim und des Bonner Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

    Die Berechnungen der Forscher beruhen auf den Daten des Sozio-oekonomische Panels (SOEP), die die finanziellen Verhältnisse und das Arbeitsangebotsverhalten der Haushalte in Deutschland repräsentativ abbilden.

    Die Reformen beim Kinderzuschlag sind Teil des Starke-Familien-Gesetzes, das im Familienausschuss des Bundestags debattiert wurde. Geplant sind eine Erhöhung des Kinderzuschlags von derzeit maximal 170 Euro auf 185 Euro monatlich, eine Abschaffung der Höchsteinkommensgrenze und eine großzügigere Anrechnung von Eltern- und Kindeseinkommen.

    „Die Reformvorschläge gehen in die richtige Richtung. Lange bekannte Schwachstellen bei der Ausgestaltung des Kinderzuschlags werden beseitigt“, erklärt Dr. Holger Stichnoth, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Soziale Sicherung und Verteilung“ sowie Coautor der Studie. „Allerdings bleibt das System der Sozialleistungen für einkommensarme Familien mit Hartz IV, Kinderzuschlag und Wohngeld komplex. Der große Wurf, ein einfaches Sicherungssystem für Kinder aus einem Guss, steht noch aus.“

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  • Wie das BMWi mitteilit, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,8 % zurückgegangen.

    Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar 2019

    BMWi, Pressemitteilung vom 11.03.2019

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar im Vergleich zum Vormonat um 0,8 % zurückgegangen. Die Ergebnisse des Vormonats wurden kräftig um 1,2 Indexpunkte nach oben revidiert. Die Industrieproduktion nahm im Januar um 1,2 % ab, wozu insbesondere die Kfz-Industrie beitrug (-9,2 %). Die Produktion im Baugewerbe wurde hingegen um 0,2 % gesteigert.

    Im Zweimonatsvergleich Dezember/Januar gegenüber Oktober/November ergab sich eine Einschränkung der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,3 %. Dabei verzeichneten sowohl die Industrie als auch das Baugewerbe einen Rückgang (-0,4 % bzw. -0,2 %).

    Angesichts der gesunkenen Produktion im Januar und der schwachen Frühindikatoren ist weiterhin von einer gedämpften Industriekonjunktur auszugehen. Um einen positiven Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum im ersten Quartal zu leisten, müsste die Industrieproduktion in den kommenden zwei Monaten um jeweils mindestens 1,1 % zunehmen. Zu dem starken Rückgang der Januarproduktion im Kfz-Bereich trugen allerdings auch Produktionsstillstände aufgrund von Modellwechseln sowie Streiks bei Zulieferern und damit erneut Sondereffekte bei.

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  • Das BMWi teilt mit, dass sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,6 % verringert haben. Die Bestellungen aus dem Inland gingen im Januar um 1,2 % zurück. Die Aufträge aus dem Ausland nahmen um 3,6 % gegenüber dem Vormonat ab. Der Anteil an Großaufträgen war durchschnittlich.

    Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe Berichtsmonat Januar 2019

    BMWi, Pressemitteilung vom 08.03.2019

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Januar gegenüber dem Vormonat um 2,6 % verringert. Die Bestellungen aus dem Inland gingen im Januar um 1,2 % zurück. Die Aufträge aus dem Ausland nahmen um 3,6 % gegenüber dem Vormonat ab. Der Anteil an Großaufträgen war durchschnittlich.Im Zweimonatsvergleich Dezember/Januar gegenüber Oktober/November ergab sich ein Orderminus von 0,5 %. Die Vorleistungsgüterproduzenten verzeichneten einen Rückgang um 2,2 %. Bei den Konsum- und Investitionsgütern waren Zuwächse von 2,0 % bzw. 0,3 % zu beobachten. Während die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe aus dem Inland um 1,4 % zunahmen, fielen die Aufträge aus dem Euroraum und dem Nicht-Euroraum um 2,7 % bzw. 0,9 %.

    Der Rückgang der Auftragseingänge im Januar war auch Folge der starken Aufwärtsrevision der Aufträge für den Monat Dezember um 2,7 Indexpunkte. Im Jahresschlussquartal erhöhten sich dadurch die Auftragseingänge nunmehr um 1,1 % (erste Meldung: +0,3 %). Dennoch zeichnet sich mit dem aktuellen Orderrückgang eine weiter anhaltende konjunkturelle Abkühlung in der Industrie zum Jahresbeginn ab.

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  • Die EU-Kommission hat am 27.02.2019 ihre Analyse zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in den 28 EU-Mitgliedstaaten (sog. Länderberichte) veröffentlicht. Deutschland hat nur begrenzte Fortschritte erzielt.

    Länderbericht Deutschland 2019

    Deutschland performt mittelmäßig bei Unternehmensdienstleistungen, Steuern und Digitalisierung

    Die EU-Kommission hat am 27.02.2019 ihre Analyse zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in den 28 EU-Mitgliedstaaten (sog. Länderberichte) veröffentlicht. Deutschland hat nur begrenzte Fortschritte erzielt.

    Freiberufliche Dienstleistungen

    Deutschland wird bei der Weiterentwicklung des Binnenmarkts eine wichtige Rolle zugeschrieben. Jedoch bestehen immer noch einige Hindernisse, wie bereits der in der Vergangenheit viel kritisierte fehlende Wettbewerb bei Unternehmensdienstleistungen. Hier werden insb. die Bereiche der Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung sowie Architektur- und Ingenieurwesen genannt. Laut EU-Kommission sind freiberufliche Dienstleistungen nach wie vor überreguliert, wobei als Wettbewerbshindernisse Vorbehaltsaufgaben, die Pflichtmitgliedschaft in einer Kammer und die Regulierung von Preisen und Gebühren genannt werden. Mit Ausnahme geringfügiger Maßnahmen infolge von Gerichtsentscheidungen (z. B. Anpassung Gebührenordnung der Steuerberater) sind keine politischen Maßnahmen zur Förderung des Wettbewerbs bei Unternehmensdienstleistungen und reglementierten Berufen zu verzeichnen.

    Steuern

    Die Effizienz und Investitionsfreundlichkeit des Steuersystems sei verbesserungswürdig. Obwohl einige Verbesserungsmaßnahmen umgesetzt wurden, wird das deutsche Steuersystem als zu komplex eingestuft. Wie auch in der Vergangenheit, wird die hohe Steuer- und Abgabenbelastung, insbesondere für Geringverdiener, oder Fehlanreize für Zweitverdiener kritisiert, die die Aufnahme einer Beschäftigung verhindern. Im Gegensatz zur hohen Steuerbelastung auf das Erwerbseinkommen liegen Einnahmen aus Verbrauch- und Umweltsteuern im EU-Durchschnitt gesehen darunter. Der gesetzliche Körperschaftsteuersatz und der effektive Durchschnittssteuersatz sind hoch. Das Steuersystem bleibt komplex und verursacht vergleichsweise hohe Befolgungskosten. Der effektive Erbschaft- und Schenkungssteuersatz ist mit etwa 2 % niedrig und begünstigt eine ungleiche Vermögensverteilung in Deutschland.

    Der Länderbericht regt daher eine Steuerumschichtung weg von Arbeit hin zu Erbschaften und Schenkungen an (S. 39 ff).

    Digitalisierung

    Deutschland hat bei der Integration der Digitaltechnik in Unternehmen einige Fortschritte erzielt. Jedoch werden digitale Technologien von KMU nur langsam übernommen. Laut Fortschrittsanzeiger für die Digitale Agenda nutzen deutsche Unternehmen zunehmend den Online-Handel für den grenzüberschreitenden Verkauf von Waren und Dienstleistungen.

    Deutschland ist bei den digitalen öffentlichen Diensten im Rückstand. Im EU-Vergleich gehört es zu den Ländern mit der geringsten Online-Interaktion zwischen Behörden und Bürgern. Elektronische Behördendienste sind fragmentiert und nicht immer besonders benutzerfreundlich. Größere Fortschritte zur Verbesserung der Situation werden durch das Onlinezugangsgesetz oder den Portalverbund erwartet.

    Auch der flächendeckende Ausbau der Hochleistungs-Breitbandinfrastruktur kommt trotz vielversprechender Ankündigungen laut EU-Kommission nur langsam voran. Beim Hochleistungs-Breitbandausbau auf nationaler Ebene und insb. in ländlichen Regionen hinkt Deutschland hinterher.

    Laut EU-Kommission muss in künstliche Intelligenz und Cybersicherheit investiert werden, wenn Deutschland weltweit wettbewerbsfähig bleiben und seine digitale Souveränität wahren will.

    Arbeit und Soziales

    Des Weiteren stellt die EU-Kommission fest, dass nur wenige Maßnahmen ergriffen wurden, um z. B. einen längeren Verbleib im Erwerbsleben zu fördern. Gezielte Maßnahmen zur Förderung der Beteiligung von Arbeitnehmern an der Erwachsenenbildung würden dazu beitragen, den Arbeitskräftemangel anzugehen, und Anreize für ein längeres Erwerbsleben setzen. Außerdem muss Deutschland mehr in Bildung investieren, da u. a. das Angebot im Bereich der digitalen Bildung seinem Anspruch als Technologieführer auf allen Ebenen hinterherhinkt.

    Hintergrund

    Die Länderberichte sind Teil des sog. Europäischen Semesters, das der Koordinierung der Wirtschaftspolitik auf EU-Ebene dient. Die Berichte bilden die Grundlage für die nationalen Programme, die die EU-Mitgliedstaaten im April bei der EU-Kommission einreichen, und später in die jährlichen länderspezifischen Empfehlungen münden.

    Deutschland hat seit Einführung des Europäischen Semesters in 2011 im Hinblick auf die Umsetzung bei 51 % der Empfehlungen einige Fortschritte erzielt, bei den verbleibenden 49 % waren begrenzte oder keine Fortschritte festzustellen.

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  • Befristete Arbeitsverträge stehen in der Kritik, weil sie den Beschäftigten angeblich keine Sicherheit bieten. Eine Studie des IW Köln zeigt aber, dass Befristungen jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Über die Hälfte der befristet Beschäftigten wechselt innerhalb von drei Jahren sogar auf eine unbefristete Stelle.

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  • Flexibles Arbeiten hilft zwar bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, es kann zugleich aber auch die klassische Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern festigen oder sogar verstärken. Dagegen helfen könnten klarere Regelungen, etwa eine Zeiterfassung im Homeoffice, und stärkere Anreize für Väter, sich ausführlicher um ihre Kinder zu kümmern. Mehr Freizeit haben weder Mütter noch Väter durch flexible Arbeitszeiten. Das zeigt eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung.

    Weniger Arbeit, mehr Freizeit? Wofür Mütter und Väter flexible Arbeitsarrangements nutzen

    Homeoffice und flexible Arbeitszeiten: Väter machen Überstunden, Mütter auch – und kümmern sich zusätzlich mehr um die Kinder

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 05.03.2019

    Frauen und Männer mit Kindern nutzen flexible Arbeitsmodelle wie Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice unterschiedlich: Während die Väter sehr viel mehr Zeit in den Job stecken, machen Mütter etwas mehr Überstunden, vor allem nehmen sie sich aber deutlich mehr Zeit für die Kinderbetreuung. Damit hilft flexibles Arbeiten zwar bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, es kann zugleich aber auch die klassische Rollenverteilung zwischen Frauen und Männern festigen oder sogar verstärken. Dagegen helfen könnten klarere Regelungen, etwa eine Zeiterfassung im Homeoffice, und stärkere Anreize für Väter, sich ausführlicher um ihre Kinder zu kümmern. Mehr Freizeit haben weder Mütter noch Väter durch flexible Arbeitszeiten. Das zeigt eine Studie von Dr. Yvonne Lott, Gender- und Arbeitszeitforscherin am Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.Wer nicht um Punkt sieben Uhr auf der Matte stehen muss, sondern seinen Arbeitsbeginn selbst bestimmen kann, hat es leichter – wenn der Nachwuchs morgens zu lange trödelt, wird die verlorene Zeit eben nachmittags aufgeholt. Noch flexibler können Beschäftigte die Arbeitszeit handhaben, wenn sie von Zuhause arbeiten dürfen. Anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels, einer ausführlichen Befragung, an der mehrere tausend Haushalte teilnehmen, hat WSI-Wissenschaftlerin Lott ermittelt, wie viel Zeit am Ende auf Erwerbsarbeit, Kinderbetreuung und andere Aktivitäten entfällt.

    Homeoffice: Mütter, die im Homeoffice arbeiten, kommen demnach in der Woche auf drei Stunden mehr Betreuungszeit für die Kinder als Mütter, die nicht von Zuhause arbeiten können. Zugleich machen sie eine zusätzliche Überstunde im Job. Bei Vätern sieht es anders aus: Sie machen im Homeoffice mehr Überstunden – wöchentlich zwei mehr als Väter ohne Heimarbeit -, nehmen sich aber nicht mehr Zeit für die Kinder.

    Selbstbestimmte Arbeitszeiten: Noch mehr zusätzliche Überstunden, nämlich wöchentlich vier, machen Väter, die völlig frei über ihre Arbeitszeiten entscheiden können. Bezahlt wird davon nur ein relativ kleiner Teil, die sichtbare Präsenz dürfte sich aber positiv auf Karrierechancen auswirken, vermutet die Wissenschaftlerin. Um die Kinder kümmern sich Väter mit derartiger „Vertrauensarbeitszeit“ hingegen sogar geringfügig weniger lang als Männer mit Kindern und festen Arbeitszeiten. Haben Mütter selbstbestimmte Arbeitszeiten, widmen sie der Erwerbsarbeit wöchentlich eine knappe Stunde mehr als Mütter mit festen Arbeitsstunden. In die Zeit mit Kindern fließen bei ihnen anderthalb Stunden zusätzlich.

    Zusätzliche Erholungszeit, also etwa für mehr Schlaf, individuell gestaltete Freizeit oder Sport, haben Beschäftigte mit Kindern im Haushalt durch flexible Arbeitszeiten generell nicht. Lotts Fazit ist eindeutig: „Einen Freizeitgewinn mit flexiblen Arbeitsarrangements gibt es weder für Mütter noch für Väter.“

    Grundsätzlich führen flexible Modelle also bei beiden Geschlechtern im Schnitt zu längeren Arbeitszeiten im Job, zeigt Lott. Bei Männern sei dieser Effekt deutlicher ausgeprägt als bei Frauen. Wobei Letztere gleichzeitig mehr Zeit für die Kinder aufwenden und so häufig doppelt belastet sind. Der Abstand bei den Zeiten, die Mütter und Väter jeweils mit Erwerbstätigkeit und mit Kinderbetreuung verbringen, wächst mit der Flexibilität der Arbeit. Flexibles Arbeiten, das als wichtige Hilfe bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gilt, hat damit durchaus eine Schattenseite, warnt die Forscherin: Ohne bessere Leitplanken als es sie heute in vielen Unternehmen gibt, kann es die traditionelle Rollenverteilung befördern.

    Um die Gleichstellung zu fördern und die zeitliche Belastung von Eltern zu reduzieren, gäbe es der Forscherin zufolge eine Reihe politischer Maßnahmen: Die Zahl der Partner-Monate beim Elterngeld könnte von zwei auf sechs erhöht werden, um Anreize für Väter zu schaffen, sich stärker in der Kinderbetreuung zu arrangieren. Hinzukommen sollte ein Recht auf Familienarbeitszeit, das Männern die Teilzeitarbeit schmackhaft macht. Da das Ehegattensplitting offensichtlich eine ungleiche Verteilung zwischen den Partnern fördert, sollte es abgeschafft werden. Zudem hält Lott ein Recht auf Homeoffice für sinnvoll.

    Doch auch die Sozialpartner sind gefragt: Eine „lebenslauforientierte Personalpolitik“ würde Beschäftigten in privat besonders belastenden Phasen mehr Luft verschaffen. Führungskräfte sollten überkommene Rollenbilder und die Vorstellung infrage stellen, lange Präsenz im Betrieb sei gleichbedeutend mit hoher Motivation. Dafür könnten Unternehmen Schulungen anbieten. Schließlich sollten klarere Regeln für Homeoffice und selbstbestimmte Arbeitszeiten geschaffen werden, um Selbstausbeutung zu verhindern, rät Lott. Da, wo völlig autonom oder zu Hause gearbeitet wird, kann auch eine Zeiterfassung helfen, die Überstunden begrenzt. In Betrieben mit Betriebsrat könnten die Arbeitervertreter dazu Regeln aushandeln, die für alle gelten.

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  • Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2019/2020 überarbeitet. Trotz rezessiver zweiter Jahreshälfte betrug das Wirtschaftswachstum für 2018 noch 1,4 Prozent. Für 2019 erwartet das HWWI nunmehr ein Wachstum von knapp 1 Prozent und für 2020 – auch dank von mehr Arbeitstagen – von 1,7 Prozent.

    Aktuelle HWWI-Konjunkturprognose

    Politische Unsicherheiten belasten Konjunktur

    HWWI, Pressemitteilung vom 01.03.2019

    • Abschwächung des Wachstums im Jahr 2019 auf rund 1 Prozent
    • Fortsetzung eines gemäßigten Konjunkturanstiegs ist möglich, wenn die Politik ihre Hausaufgaben macht

    Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2019/2020 überarbeitet. Trotz rezessiver zweiter Jahreshälfte betrug das Wirtschaftswachstum für 2018 noch 1,4 Prozent. Für 2019 erwartet das HWWI nunmehr ein Wachstum von knapp 1 Prozent und für 2020 – auch dank von mehr Arbeitstagen – von 1,7 Prozent. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt würde sich damit zwar verlangsamen, aber im Grundsatz fortsetzen. Die hohe Auslastung der personellen Kapazitäten stellt bereits heute einen wesentlichen limitierenden Faktor für das Wachstum dar. Der Anstieg der Verbraucherpreise, der zeitweilig die 2-Prozent-Marke überschritten hatte, ist mittlerweile wieder deutlich darunter gefallen – teils wegen des Ölpreisrückgangs, teils durch die Revision des Verbraucherpreisindex, die das aktuellere Konsumentenverhalten berücksichtigt.

    Im Detail

    Die Konjunktur in Deutschland, die sich bis Sommer letzten Jahres in einem lang andauernden Aufschwung befand, ist danach ins Stocken geraten; in der zweiten Jahreshälfte ist das reale Bruttoinlandsprodukt, teils wegen Sondereffekten (infolge von durch Änderungen der Abgas-Prüfstandards in der Autoindustrie verursachten Produktionskürzungen und Zulassungsstaus) sogar gesunken. Während die Binnennachfrage aber noch zunahm, war der außenwirtschaftliche Gesamtimpuls negativ. Zur Verschlechterung des Konjunkturklimas haben nicht zuletzt politische Verunsicherungen, wie die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten, die Brexit-Querelen oder der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU beigetragen. Die Beschäftigung hat gleichwohl weiter zugenommen; die Zahl der Arbeitslosen ist weiter gesunken. Die Verbraucherpreise haben in den vergangenen Monaten relativ stark geschwankt. Mit wieder gesunkenen Ölpreisen sank die Inflationsrate zu Beginn dieses Jahres wieder deutlich unter 2 Prozent. Aber auch die Revision des Verbraucherpreisindex – regelmäßige Anpassung der Wägungsschemata an verändertes Käuferverhalten – hat die Inflationsrate etwas gedämpft.

    Die weiteren Konjunkturperspektiven werden durch recht divergierende, zum Teil sich überlagernde Einflüsse bestimmt; das sorgt für eine gewisse Unsicherheit. Die politischen Risiken gewinnen vor dem Hintergrund einer sich weltweit abkühlenden Konjunktur an Einfluss auf Investitions- und Konsumentscheidungen. Die binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind für sich gesehen jedoch weiter relativ günstig. Geld- und Finanzpolitik sind neutral bis expansiv ausgerichtet und der Preis- und Lohnanstieg sind moderat. Bei weiter zunehmender Beschäftigung steigt so die Kaufkraft und damit auch die Binnennachfrage. Hinzu kommt, dass sich die Lage in der Autoindustrie, die in der zweiten Jahreshälfte vergangenen Jahres teilweise durch Produktionsausfälle betroffen war, wieder „normalisieren“ dürfte, was für sich gesehen erst mal produktionserhöhend wirkt.

    Belastend für die deutsche Wirtschaft wirken allerdings verschiedene Einflüsse von außen. Der Brexit rückt immer näher – formaler Stichtag ist der 29. März – und eine Austrittsregelung ist bislang nicht zustande gekommen. Ein ungeregelter Ausstieg Großbritanniens hätte direkte, aber auch indirekte dämpfende Wirkungen auf den zwischenstaatlichen Handel und die davon betroffenen Wirtschaftszweige. Die weiter drohende Möglichkeit von US-Strafzöllen nicht zuletzt für deutsche PKW-Importe würde die deutsche Autoindustrie erheblich treffen. Und über die unmittelbaren Auswirkungen dieser externen Belastungen hinaus würden in der Folge auch die Binnennachfrage, insbesondere Investitionen und privater Konsum, beeinträchtigt.

    Konjunkturelle Vorausschätzungen sind immer bedingte Prognosen. Unter der Bedingung, dass es zu einem geordneten Ausstieg Großbritanniens aus der EU oder einer weiteren Aufschiebung kommt, die US-Importzölle, insbesondere gegen die deutsche Autoindustrie, abgewendet werden können, sowie die EU-internen Probleme begrenzt werden können, werden weiterhin die positiven binnenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen die weitere Wirtschaftsentwicklung dominieren.

    Der bis Jahresmitte 2018 zu verzeichnende Aufschwung könnte sich dann in moderatem Tempo fortsetzen. Ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts im Laufe dieses Jahres entsprechend des Potentialpfades von 1 ½ Prozent wäre unter diesen Bedingungen möglich. Im Jahresdurchschnitt 2019 würde die deutsche Wirtschaft dann um knapp 1 Prozent wachsen. Der Arbeitsmarkt würde sich weiter leicht verbessern. Die jahresdurchschnittliche Teuerungsrate wird, nachdem sich die Entwicklung der Ölpreise wieder beruhigt hat, etwa 1 3/4 Prozent betragen. Für die Konjunkturperspektiven für das Jahr 2020 gilt unter den vorgenannten Bedingungen ähnliches wie für 2019. Ohne neue Belastungen könnte sich dann der Konjunkturanstieg in gemäßigtem Tempo fortsetzen. Die deutsche Wirtschaft würde dann kalenderbereinigt erneut um annähernd 1 1/2 Prozent (unbereinigt, wegen mehr Arbeitstagen, sogar um 1,7 Prozent) wachsen. Die Arbeitsmarktsituation würde sich kontinuierlich leicht verbessern. Die Inflationsrate der Verbraucherpreise könnte sich auf 2 Prozent zubewegen.

    Im Falle, dass die vorgenannten politischen Risiken, speziell Brexit und US-Strafzölle, virulent werden, würden sich die konjunkturellen Perspektiven merklich eintrüben. Dies gilt umso mehr, wenn diese Risiken in summarum virulent würden. Von deren Auswirkungen wäre die Entwicklung im Jahr 2019 dann teilweise betroffen, das Jahr 2020 aber von den direkten und indirekten Auswirkungen umso heftiger. Eine Beeinträchtigung der Exporte würde zu vorsichtigeren Dispositionen bei Unternehmensinvestitionen und Beschäftigung und damit auch zu einem geringeren Anstieg der Einkommen und des privaten Konsums und anderer Ausgaben führen. Wie stark die Dämpfung der Konjunkturdynamik ausfiele, hinge von der jeweiligen Konstellation der Ereignisse ab. Im ungünstigsten Fall – ungeordneter Brexit und US-Strafzölle auf europäische Autos – wäre zudem mit zusätzlicher abwartender Zurückhaltung der Unternehmen in ihren Dispositionen zu rechnen, die die unmittelbaren Effekte zunächst noch verstärken würden. Eine rezessive Entwicklung wäre dann nicht auszuschließen.

    Eine mögliche Eintrübung der globalen Konjunktur träfe auf eine geld- und fiskalpolitische ungünstige Konstellation. Die Spielräume für eine noch expansivere und stärker koordinierte Politik sind sehr begrenzt. Dieser Umstand stellt einen weiteren Risikofaktor in diesem und im nächsten Jahr dar.

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  • Zwei neue EU-Verordnungen sehen für Medizinprodukte Regulierungen vor, die zusätzliche Bürokratie bewirken und vor allem kleineren Anbietern den Marktzugang erschweren. Eine aktuelle Umfrage lässt befürchten, dass die Innovationskraft der Branche leiden könnte. Der DIHK mahnt deshalb auch im Interesse der Patientenversorgung praktikablere Übergangsphasen, einen Bestandsschutz für bewährte Altprodukte und Sonderregelungen für Nischenprodukte an. Die Betriebe benötigten Freiheiten, gleichzeitig aber auch Rechtssicherheit.

    Neue EU-Verordnungen

    Patientenversorgung mit innovativen Medizinprodukten in Gefahr

    DIHK, Mitteilung vom 28.02.2019

    Die Versorgung der Patienten mit innovativen Medizinprodukten ist in Deutschland zunehmend gefährdet. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages und des Industrieverbandes SPECTARIS hervor, an der sich bundesweit 320 Unternehmen beteiligt haben. Grund für die Sorge ist der Einführungsfahrplan für die neue EU-Verordnung zu Medizinprodukten (MDR), die ab Mai 2020 gilt, sowie die EU-Verordnung zur In-vitro-Diagnostik (IVDR) mit einer Übergangsfrist bis Mai 2022. Diese Vorschriften sehen neue Regulierungen von Medizinprodukten vor, die für zusätzliche Bürokratie sorgen und den Marktzugang vor allem für kleine und mittlere Anbieter erschweren. Betroffen ist eine breite Palette von Erzeugnissen: Sie reicht von implantierbaren Produkten wie Herzschrittmachern und Hüftprothesen über medizinische Software oder chirurgische Instrumente bis hin zu Verbrauchsmaterial, etwa Spritzen, Pflastern und Verbänden.

    Negative Auswirkungen auf die Innovationskraft der Branche befürchtet

    Das Ziel der EU-Verordnungen, für sichere und verlässliche Medizinprodukte zu sorgen, ist zwar richtig und wichtig. Schärfere Verordnungen dürfen aber nicht den medizinischen Fortschritt im Interesse der Patienten gefährden. Der DIHK-SPECTARIS-Umfrage zufolge rechnen 79 Prozent der Unternehmen in der mittelständisch geprägten Branche mit erheblichen Schwierigkeiten, Innovationen zukünftig auf den Markt zu bringen. Fast drei Viertel der Betriebe sehen Kostensteigerungen beim Marktzugang mit großer oder sehr großer Sorge; jedes dritte Unternehmen schätzt sogar die eigene Existenz als gefährdet ein. Viele Befragte planen auch, Produkte vom europäischen Markt zu nehmen, womit sie der Gesundheitsversorgung nicht mehr zur Verfügung stünden. Betroffen wären bewährte Produkte wie zum Beispiel wiederverwendbare chirurgische Instrumente. Kommen die neuen EU-Verordnungen zur Anwendung, könnten zudem lebenswichtige Nischenprodukte – wie etwa Herzschrittmacher für Kinder – womöglich nicht mehr wirtschaftlich produziert werden.

    Zu wenige „Benannte Stellen“

    Für die Zertifizierung von Medizinprodukten sind die sog. „Benannten Stellen“ wie zum Beispiel der TÜV Süd zuständig. Diese Zulassungsstellen müssen zunächst ein nationales Notifizierungsverfahren nach neuer Rechtslage durchlaufen, das sie von staatlicher Seite aus autorisiert. Wegen der neuen EU-Verordnungen müssen jedoch künftig mehr Unternehmen bei einer Benannten Stelle eine Zulassung für ihre Medizinprodukte beantragen. Es besteht die berechtigte Sorge, dass nicht rechtzeitig eine ausreichende Zahl solcher Zulassungsstellen zur Verfügung stehen wird, um Medizinprodukte nach den neuen Regeln zu prüfen. Die Benannten Stellen werden somit zunehmend zum Flaschenhals. Dabei klagen schon heute 75 Prozent der Unternehmen u. a. über zu lange Wartezeiten von der Antragstellung bis zur Zertifizierung.

    Unterstützung der Politik notwendig

    Was die vielen mittelständischen Firmen jetzt brauchen, ist die Zuversicht, auch in Zukunft ihre Produkte auf den Markt bringen zu können. Dafür ist die Unterstützung der Politik notwendig. Der Gesetzgeber sollte deshalb praktikablere Übergangsphasen, einen Bestandsschutz für bewährte Altprodukte und Sonderregelungen für Nischenprodukte umsetzen, wie sie beispielsweise in den USA bestehen. Für die Entwicklung und Vermarktung innovativer Produkte benötigen die Betriebe zudem einen Rechtsrahmen, der nicht nur die erforderlichen Freiheiten gewährt, sondern gleichzeitig Rechtssicherheit bietet – um die Innovationskraft der Industrie zu sichern, aber vor allem zur besseren Versorgung der Patienten.

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  • In den Chefetagen des deutschen Mittelstands befindet sich der Frauenanteil weiter im Sinkflug. Im Jahr 2017 wurden nur noch 15,4 % der insgesamt rund 3,76 Mio. kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande von Chefinnen geführt, wie eine aktuelle Sonderauswertung von KfW Research zeigt.

    Sonderauswertung zu Frauen in Führungspositionen

    Frauenanteil in den Chefetagen des deutschen Mittelstands weiter im Sinkflug

    KfW, Pressemitteilung vom 28.02.2019

    • Rückläufiger Trend: Nur noch 15,4 % der deutschen Mittelständler unter weiblicher Führung
    • Gute Lage am Arbeitsmarkt bremst Interesse an Selbständigkeit
    • Auch in der Gesamtwirtschaft sind Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert
    • Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland hinterher

    In den Chefetagen des deutschen Mittelstands befindet sich der Frauenanteil weiter im Sinkflug. Im Jahr 2017 wurden nur noch 15,4 % der insgesamt rund 3,76 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande von Chefinnen geführt, wie eine aktuelle Sonderauswertung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März zeigt. Im Jahr zuvor hatte der Anteil noch 16,4 % betragen, auf seinem Höchststand im Jahr 2013 sogar 19,4 %. Die Anzahl frauengeführter Mittelständler sank damit zwischen 2013 und 2017 um 100.000 auf aktuell noch 580.000 Unternehmen.

    Der Rückgang bei den Chefinnen ist auch Folge eines sinkenden Frauenanteils unter den Existenzgründern. Nur 206.000 Frauen wagten im Jahr 2017 den Schritt in die Selbständigkeit (-23 % gegenüber 2016). Der Anteil an allen Gründern sank zuletzt um 3 Prozentpunkte und liegt gegenwärtig bei 37 %. Vor allem bei Vollerwerbsgründungen ist die Beteiligung von Frauen zurückgegangen. Mit zeitlicher Verzögerung bremst diese Entwicklung auch den Anstieg der frauengeführten Mittelständler. Eine Ursache für die sinkenden Gründerinnenzahlen ist die nach wie vor sehr gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt: Erwerbstätigkeit ist für immer mehr Frauen attraktiv, Karriereentscheidungen fallen daher immer häufiger gegen die Selbständigkeit aus.

    „Beim Thema Frauen in Führungspositionen hinkt Deutschland hinterher. Nicht nur die Chefsessel im Mittelstand sind wieder zunehmend männlich besetzt, auch im mittleren und höheren Management in der Wirtschaft gibt es im internationalen Maßstab deutlichen Nachholbedarf,“ sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. So sind in Deutschland nur 28 % der mittleren und höheren Führungspositionen von Frauen besetzt. Der EU-Durchschnitt liegt bei über 31 %. Länder wie Schweden oder die USA kommen auf rund 40 %. Selbst in Schwellenländern wie Russland, Brasilien oder Mexiko ist der Anteil von Frauen im Management deutlich höher als hierzulande. Tendenziell gilt: Je höher die Führungsebene und je größer das Unternehmen, desto geringer der Frauenanteil. Von den größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland hatte im vergangenen Jahr kein einziges einen weiblichen CEO.

    „Wie stark Frauen im Management vertreten sind, hängt wesentlich von den Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab. Deutschland hat in den vergangenen Jahren hier einiges auf den Weg gebracht – aber es ist noch Luft nach oben. Um den Anteil von Frauen in Führung zu stärken, braucht es darüber hinaus aber auch einen Wandel in gesellschaftlichen Rollenbildern und in den Unternehmenskulturen. Hierfür braucht man einen langen Atem, aber es ist unerlässlich, dass wir diesen langfristigen Prozess aktiv angehen – auf das Potenzial von Frauen in Führung werden wir zukünftig nicht verzichten können“, so Dr. Jörg Zeuner.

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  • Die geburtenschwachen Jahrgänge machen sich zunehmend bemerkbar bei den Auszubildenden: In 68 Prozent der Unternehmen gingen in den vergangenen fünf Jahren weniger Bewerbungen ein, nur in 10 Prozent erhöhte sich die Anzahl, in 18 Prozent der Firmen blieb sie unverändert. Das ist das Ergebnis der neuesten ifo-Randstad-Personalleiter-Befragung.

    Immer weniger Bewerber für Ausbildungsplätze

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.02.2019

    Die geburtenschwachen Jahrgänge machen sich zunehmend bemerkbar bei den Auszubildenden: In 68 Prozent der Unternehmen gingen in den vergangenen fünf Jahren weniger Bewerbungen ein, nur in 10 Prozent erhöhte sich die Anzahl, in 18 Prozent der Firmen blieb sie unverändert. Das ist das Ergebnis der neuesten ifo-Randstad-Personalleiter-Befragung. Zwei Drittel der Firmen gaben aber an, dass die Zahl der Auszubildenden bei ihnen dem Ziel entspricht, doch immerhin ein Drittel wünscht sich, mehr Jugendliche auszubilden. Die Auszubildenden bringen heutzutage meist die Mittlere Reife mit (56 Prozent), gefolgt vom Hauptschulabschluss (34 Prozent) und dem Abitur (30 Prozent); Mehrfachnennungen waren möglich. Mittlere Reife und Hauptschul-Abschluss sind vor allem in der Industrie und im Handel verbreitet, während Abiturienten besonders häufig in der Industrie und bei Dienstleistern beschäftigt sind. Abitur und Fachabitur spielen in Großunternehmen eine überdurchschnittlich wichtige Rolle.

    Knapp zwei Drittel der Personalleiter beklagen derweil eine nachlassende Qualität der Bewerber. Dem gegenüber stehen nur 4 Prozent, die von einer Verbesserung sprechen; 28 Prozent können keinen Unterschied feststellen. Mit den eigenen Auszubildenden sind die Personalleiter indes zufriedener: 76 Prozent der Personalleiter bewerten ihre eigenen Auszubildenden als gut, 11 Prozent sogar als sehr gut. Nur 13 Prozent sind nicht zufrieden.

    Auf die Frage nach der Qualität der Ausbildung von Hochschulabsolventen reagieren die Personalleiter zurückhaltend: Nur 2 Prozent sind sehr zufrieden, 46 Prozent sind zufrieden, 11 Prozent unzufrieden, 1 Prozent ist sehr unzufrieden, aber 41 Prozent machten keine Angabe dazu. Am höchsten ist die Zufriedenheit in der Industrie (57 Prozent), gefolgt von den Dienstleistern (47 Prozent). Am wenigsten zufrieden sind die Händler (42 Prozent).

    Bei der Bewertung der digitalen Fähigkeiten von Auszubildenden zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Sie werden von knapp zwei Drittel der Personalleiter als sehr gut oder gut eingeschätzt; ein Drittel bewertet sie als weniger gut, nur 4 Prozent als ungenügend. Mit den digitalen Fähigkeiten von Hochschulabsolventen zeigen sich die Personalleiter noch zufriedener: 87 Prozent bewerten sie als gut oder sehr gut (24 Prozent sehr gut, 63 Prozent gut).

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  • Die Importpreise waren im Januar 2019 um 0,8 % höher als im Januar 2018. Im Dezember 2018 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +1,6 % gelegen, im November 2018 bei +3,1 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Importpreise im Januar 2019 gegenüber Dezember 2018 um 0,2 %.

    Importpreise im Januar 2019: +0,8 % gegenüber Januar 2018

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 28.02.2019

    Importpreise, Januar 2019

    • -0,2 % zum Vormonat
    • +0,8 % zum Vorjahresmonat

    Exportpreise, Januar 2019

    • +0,1 % zum Vormonat
    • +1,1 % zum Vorjahresmonat

    Die Importpreise waren im Januar 2019 um 0,8 % höher als im Januar 2018. Im Dezember 2018 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei +1,6 % gelegen, im November 2018 bei +3,1 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, fielen die Importpreise im Januar 2019 gegenüber Dezember 2018 um 0,2 %.

    Der Anstieg der Importpreise gegenüber Januar 2018 war vor allem durch die Entwicklung der Importpreise für Konsumgüter (Gebrauchs- und Verbrauchsgüter) beeinflusst. Sie lagen im Durchschnitt um 1,2 % über dem Stand des Vorjahresmonats (+0,2 % gegenüber dem Vormonat). Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen im Durchschnitt um 0,8 %.

    Auch die Entwicklung der Importpreise für Energie trug wesentlich zum Anstieg des Importpreisindex gegenüber dem Vorjahr bei. Energieeinfuhren waren im Januar 2019 um 1,4 % teurer als im Januar 2018 (-1,7 % gegenüber Dezember 2018). Den größten Einfluss auf die Teuerungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Plus von 11,3 %. Die Preise für Erdöl lagen dagegen um 6,0 % unter denen im Januar 2018.

    Der Importpreisindex ohne Energie war im Januar 2019 um 0,7 % höher als im Januar 2018 (unverändert gegenüber Dezember 2018). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex um 1,1 % über dem Stand des Vorjahres (-0,3 % gegenüber Dezember 2018).

    Die Preise für importierte Vorleistungsgüter (Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden) erhöhten sich im Januar 2019 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,7 %. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise um 0,3 %. Im Vergleich zu Januar 2018 verteuerten sich besonders stark Eisenerze (+15,6 %) sowie Holz- und Zellstoff (+11,5 %). Dagegen lagen die Preise für Rohkupfer (-10,1 %) und für elektronische Bauelemente (-5,8 %) unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

    Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Januar 2019 um 0,5 % über denen von Januar 2018 und stiegen gegenüber dem Vormonat um 0,2 %. Während Maschinen (+1,5 %) sowie Kraftwagen und deren Teile (+1,3 %) teurer waren, wurden insbesondere Smartphones (-12,2 %) sowie Speichereinheiten und andere Datenspeicher (-6,8 %) günstiger importiert als im Januar 2018.

    Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Durchschnitt um 0,3 % teurer als im Januar 2018 (+1,7 % gegenüber dem Vormonat). Während sich Kartoffeln (+12,1 %) und Getreide (+10,3 %) verteuerten, wurden insbesondere Eier (-27,0 %) und Rohkaffee (-6,3 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

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  • Im Februar hat sich das Konjunkturbarometer des DIW Berlin spürbar erholt, bleibt mit etwa 99 Punkten aber noch knapp unter der 100-Punkte-Schwelle, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht.

    Industrie überwindet Flaute, Rezession droht nicht

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 27.02.2019

    Im Februar hat sich das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) spürbar erholt, bleibt mit etwa 99 Punkten aber noch knapp unter der 100-Punkte-Schwelle, die für einen durchschnittlichen Anstieg der Wirtschaftsleistung steht. „Das konjunkturelle Bild ist nicht so trüb, wie es zuletzt häufig gezeichnet wurde“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Eine Rezession droht nicht. Schon allein wegen der Einkommensspritze, die die Regierung den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Jahresbeginn verpasst hat, dürfte der Jahresauftakt kräftig ausfallen.“ Die Zeiten der Hochkonjunktur seien jedoch vorbei, künftig werde sich die Wirtschaft etwas gemächlicher entwickeln. Im ersten Vierteljahr dürfte die deutsche Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal um ein halbes Prozent wachsen, angesichts vieler globaler Risiken – etwa die mit dem Brexit und drohenden Handelskonflikten verbundenen Unsicherheiten – und einer sich graduell abschwächenden Auslandsnachfrage dann aber an Fahrt verlieren.

    Die Produktion der deutschen Industrie legt im ersten Quartal wohl kräftig zu. „Die Umsätze sind in wichtigen Bereichen zuletzt in die Höhe geschnellt – in der Automobilindustrie, die aufgrund von Zertifizierungsproblemen in der zweiten Jahreshälfte 2018 ins Schleudern geraten war, wie auch in der Chemie- und Pharmabranche, deren Produktionsketten durch die niedrigen Rheinpegel zeitweilig stockten“, sagt DIW-Ökonom Simon Junker. Das Nachholen ausgefallener Produktion wird die deutsche Wirtschaft wohl insgesamt in der ersten Jahreshälfte deutlich anschieben.

    Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am 27. März 2019.

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  • Die deutschen Unternehmen werden etwas zurückhaltender bei der Mitarbeitersuche. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Februar auf 102,9 Punkte gefallen, nach 103,0 Punkten im Januar.

    ifo Beschäftigungsbarometer sinkt leicht

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.02.2019

    Die deutschen Unternehmen werden etwas zurückhaltender bei der Mitarbeitersuche. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Februar auf 102,9 Punkte gefallen, nach 103,0 Punkten im Januar. Trotz abkühlender Konjunktur ist der deutsche Arbeitsmarkt weiterhin intakt. Die Zahl der Beschäftigten wird weiter steigen.Verantwortlich für den Rückgang des Beschäftigungsbarometers waren der Handel und das Verarbeitende Gewerbe. Hier hat sich in den letzten Monaten die Dynamik abgeflacht. Der Anteil der Unternehmen, die neue Mitarbeiter einstellen wollen, hat kontinuierlich abgenommen. Im Bauhauptgewerbe und dem Dienstleistungssektor ist das Beschäftigungsbarometer hingegen gestiegen. Dies gilt auch für die längerfristige Perspektive. Im Durchschnitt der letzten drei Jahre hat die Beschäftigungsdynamik kontinuierlich zugenommen.

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  • Immer noch beobachten und bewerten KMU zu selten neu aufkommende Technologien und Geschäftsmodelle. Dadurch setzen sie sich der Gefahr aus, Marktanteile an Mitbewerber oder branchenfremde Unternehmen zu verlieren oder gar aus dem Markt gedrängt zu werden. Dies zeigen aktuelle Forschungsergebnisse des IfM Bonn.

    Herausforderung Disruption

    IfM Bonn, Pressemitteilung vom 26.02.2019

    Immer noch beobachten und bewerten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu selten neu aufkommende Technologien und Geschäftsmodelle. Dadurch setzen sie sich der Gefahr aus, Marktanteile an Mitbewerber oder branchenfremde Unternehmen zu verlieren oder gar aus dem Markt gedrängt zu werden. Dies zeigen aktuelle Forschungsergebnisse des IfM Bonn. Angesichts der zunehmenden Digitalisierung – derzeit der technologische Trend schlechthin – sollten mittelständische Unternehmen daher regelmäßig prüfen, inwieweit ihr eigenes Geschäftsmodell digital angreifbar ist.

    So weisen beispielsweise die Autoren der Studie „SMEs‘ Responses to Potentially Disruptive Innovations: Does Strategic Entrepreneurship provide an Explanation?“ Dr. Rosemarie Kay, Dr. Sebastian Nielen und Dr. Christian Schröder empirisch nach, dass kleine und mittlere Unternehmen, die regelmäßig die Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle auch jenseits der eigenen Branche beobachten, Wettbewerbsvorteile besitzen: Sie können nicht nur frühzeitig disruptive Trends identifizieren, sondern sie erkennen deutlich häufiger, dass sich daraus neue Geschäftschancen ergeben. Zugleich versuchen sie, diese Geschäftschancen durch strategische Maßnahmen gezielt zu nutzen.

    Allerdings setzen die regelmäßige Beobachtung und Bewertung der digitalen Möglichkeiten voraus, dass die Entscheider die technologischen Entwicklungen verstehen. Dabei stellen nicht nur die Dynamik und Komplexität neuer digitaler Technologien die Führungskräfte vor Herausforderungen, sondern auch die rechtlichen Vorschriften im Hinblick auf den Datenschutz und die IT-Sicherheit. Zudem geben die Autoren des IfM-Denkpapiers „Digitale Geschäftsmodelle – Chancen und Herausforderungen für den Mittelstand“ Dr. Teita Bijedić und Marina Hoffmann zu bedenken, dass im Vorfeld einer strategischen Veränderung auch deren Folgen im Auge behalten werden müssen: So dürfen weder die notwendigen Veränderungen im Organisationsprozess außer Acht gelassen werden, die in der Regel im laufenden Betrieb stattfinden, noch der Weiterbildungsbedarf bei den Mitarbeitern. All dies verweist auf die Bedeutung der Unternehmensführung in diesem Prozess.

    Im Rahmen ihrer Studie „Digitalisierungskompetenzen in der Führungsebene im Mittelstand“ befassten sich die IfM-Wissenschaftler Dr. Teita Bijedic, Max Paschke (Universität Siegen), Philipp Pasing, Dr. Christian Schröder zudem mit dem Vorgehen von Führungskräften im Zuge der Digitalisierung. Sie haben dabei verschiedene Führungstypen identifiziert: So haben Führungskräfte in größeren managementgeführten Unternehmen aufgrund ihrer spezialisierten Position (z. B. Chief Digital Officer) ein ganzheitliches Verständnis von der Digitalisierung als Führungsaufgabe. Ihnen ist klar, dass die Digitalisierung in ihrem Unternehmen nur gelingt, wenn auch die Belegschaft vom Nutzen der neuen Technologien überzeugt ist. Entsprechend sind für sie neben den fachlichen Kompetenzen auch beispielsweise Sozial- und Methodenkompetenz wichtig, um die Veränderungsprozesse professionell managen und um möglichen Bedenken der Mitarbeiter angemessen begegnen zu können. Inhaber von kleineren mittelständischen Unternehmen halten zwar teilweise ebenfalls ein Kompetenzbündel für bedeutsam – gleichwohl verlassen sie sich bei der Initiierung und Umsetzung neuer Digitalisierungsprojekte oftmals auf die Expertise interner und externer Fachkräfte. Inhaber von Handwerksbetrieben verstehen sich hingegen selbst als die Gestalter der Digitalisierung in ihrem Unternehmen – was auf ein ausgeprägtes aufgabenorientiertes Führungsverständnis zurückzuführen ist.

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  • Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich etwas aufgehellt. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Februar auf 7,2 Saldenpunkte gestiegen, von 6,0 Saldenpunkten im Januar. Die deutsche Industrie behauptet sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld.

    ifo Exporterwartungen leicht gestiegen

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.02.2019

    Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich etwas aufgehellt. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Februar auf 7,2 Saldenpunkte gestiegen, von 6,0 Saldenpunkten im Januar. Die deutsche Industrie behauptet sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld.

    Die Zolldrohungen der US-Regierung haben im Moment keine negativen Auswirkungen auf die Exporterwartungen der Automobilindustrie. Es zeigt sich jedoch eine deutliche Zurückhaltung bei der Einschätzung der Lage. Im Moment wird weder ein Anstieg noch ein Fallen der Exporte erwartet. Mit deutlichen Zuwächsen im Auslandsgeschäft rechnet die Nahrungs- und Genussmittel-Industrie. Dagegen hat sich die Dynamik im Maschinenbau in den letzten Monaten deutlich abgeflacht. Es werden kaum noch zusätzliche Aufträge aus dem Ausland erwartet.

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  • Da die konjunkturelle Schwächephase in Deutschland und in der Eurozone anhält, revidiert KfW Research seine Konjunkturprognosen 2019 für Deutschland auf 0,8 % (Vorprognose: 1,6 %) und für den Euroraum auf 1,1 % (Vorprognose: 1,6 %) deutlich nach unten.

    Konjunktur in Deutschland und Eurozone legt 2019 Atempause ein

    KfW, Pressemitteilung vom 22.02.2019

    • KfW Research revidiert Wachstumsprognose 2019 für Deutschland auf 0,8 % nach unten, 2020 Erholung auf 1,8 % erwartet
    • Wachstum im Euroraum 2019 nun bei 1,1 %, 2020 bei 1,5 %
    • Binnenwirtschaft stabil, Negativrisiken aus internationalem Umfeld bestimmen Konjunkturbild

    Die konjunkturelle Schwächephase in Deutschland und in der Eurozone hält an, die Stimmung in den Unternehmen hat sich nach dem Jahreswechsel weiter eingetrübt. Bei stabil guter Binnennachfrage dominieren große internationale Risiken das Konjunkturbild – allen voran die Befürchtung eines „no-deal“-Brexit, die unsicheren wirtschaftlichen Aussichten für globale Schwergewichte wie China sowie die nicht abreißenden Spannungen in den Handelsbeziehungen. KfW Research revidiert infolgedessen seine Konjunkturprognosen 2019 für Deutschland auf 0,8 % (Vorprognose: 1,6 %) und für den Euroraum auf 1,1 % (Vorprognose: 1,6 %) deutlich nach unten.

    „Die Konjunktur legt 2019 eine Atempause ein“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. „In Deutschland dürfte das Wachstum mit 0,8 % erstmals seit 2013 wieder deutlich unterhalb der Potenzialrate liegen, auch im gesamten Euroraum schwenkt die Wirtschaft auf einen flacheren Wachstumspfad ein. Auf das schwache zweite Halbjahr 2018 dürfte ein nochmals schwaches erstes Quartal 2019 folgen. Im Jahresverlauf ist jedoch Besserung für die deutsche und europäische Wirtschaft in Sicht.“ Voraussetzung hierfür sei allerdings, dass sich ein harter Austritt Großbritanniens aus der EU Ende März vermeiden lasse.

    Insgesamt bleibt 2019 vor allem die Binnenwirtschaft als Stütze für das Wachstum in Deutschland und Europa gefordert. Die fundamentale Ausgangslage dafür ist grundsätzlich gut. Eine niedrige Arbeitslosenquote, aufwärts gerichtete Reallöhne, eine hohe Kapazitätsauslastung und ein merklicher fiskalischer Impuls geben der Konjunktur Rückhalt. 2020 sind wieder höhere Wachstumsraten möglich. KfW Research erwartet im kommenden Jahr für Deutschland ein BIP-Plus von 1,8 %. Ein erheblicher Teil der Wachstumsbeschleunigung ist allerdings allein der veränderten Feiertagslage zu verdanken (Kalendereffekt): Die Erwerbstätigen werden im kommenden Jahr fast vier Tage länger arbeiten als 2019 und so die Produktion zusätzlich anschieben. Bereinigt um den Kalendereffekt wächst die deutsche Wirtschaft 2020 lediglich um 1,4 %. Für die Eurozone prognostiziert KfW Research im kommenden Jahr ein kalenderbereinigtes Wachstum von 1,5 %.

    „Alles in allem erwarte ich eine ausgeprägte Wachstumsdelle, aber keine Rezession“, fasst Zeuner zusammen. Die Abwärtsrisiken blieben allerdings hoch. „Ein ungeordneter Brexit, ein globaler Handelskrieg, Autozölle und Konjunktursorgen in China – all das ist nicht vom Tisch. Sollten die Risiken schlagend werden, könnte die Konjunktur in Deutschland und Europa vollends kippen.“

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  • Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, lagen die Verbraucherpreise in Deutschland im Januar 2019 um 1,4 % höher als im Januar 2018. Damit hat sich die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – abgeschwächt.

    Verbraucherpreise Januar 2019: +1,4 % gegenüber Januar 2018

    Inflationsrate weiter abgeschwächt

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21.02.2019

    Verbraucherpreisindex, Januar 2019

    • +1,4 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • -0,8 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Januar 2019

    • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • -1,0 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Die Verbraucherpreise in Deutschland lagen im Januar 2019 um 1,4 % höher als im Januar 2018. Damit hat sich die Inflationsrate – gemessen am Verbraucherpreisindex – abgeschwächt (Dezember 2018: +1,6 %). Im Vergleich zum Vormonat Dezember 2018 sank der Verbraucherpreisindex im Januar 2019 deutlich um 0,8 %.

    Maßgeblich verantwortlich für die im Vergleich zum Vormonat geringere Inflationsrate war die Preisentwicklung bei Energieprodukten. Die Energiepreise lagen im Januar 2019 um 2,3 % höher als im Januar 2018. Der Preisanstieg der Energie hat sich damit weiter verringert (Dezember 2018: +4,9 %; November 2018: +8,7 %). Betrachtet man die einzelnen Energieprodukte, so verteuerten sich Strom, Gas und andere Brennstoffe von Januar 2018 bis Januar 2019 um 3,3 %. Die Preise für Kraftstoffe erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 0,3 %. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise hätte die Inflationsrate im Januar 2019 bei +1,3 % gelegen.

    Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich von Januar 2018 bis Januar 2019 um 0,8 %. Der Preisanstieg bei Nahrungsmitteln lag damit unterhalb der Gesamtteuerung. Teurer binnen Jahresfrist wurde vor allem Gemüse (+6,3 %). Auch für einige andere Nahrungsmittelgruppen mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher mehr bezahlen (zum Beispiel Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte: +2,4 %; Brot und Getreideerzeugnisse: +1,7 %). Günstiger waren im Januar 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat insbesondere Obst (-5,1 %) sowie Molkereiprodukte (-1,3 %).

    Die Preise für Waren insgesamt erhöhten sich im Januar 2019 gegenüber dem Vorjahresmonat um 1,3 %. Die Preise für Dienstleistungen insgesamt stiegen mit 1,4 % im gleichen Zeitraum etwas stärker. Unter den Waren verteuerten sich neben der Energie (+2,3 %) und den Nahrungsmitteln (+0,8 %) unter anderem Zeitungen und Zeitschriften (+4,9 %) sowie Bier und Tabakwaren (jeweils: +3,0 %). Andere Waren wurden hingegen günstiger, zum Beispiel Telefone (-8,3 %), Geräte der Unterhaltungselektronik (-5,9 %) und Informationsverarbeitungsgeräte (-5,3 %). Bedeutsam für die Preisentwicklung der Dienstleistungen war die Preiserhöhung bei Nettokaltmieten (+1,5 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Stärker verteuerten sich zum Beispiel Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+4,4 %), Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,0 %) sowie Gaststättendienstleistungen in Restaurants, Cafés und Straßenverkauf (+2,2 %).

    Veränderung im Januar 2019 gegenüber dem Vormonat Dezember 2018

    Der Preisrückgang im Januar 2019 um 0,8 % im Vergleich zum Dezember 2018 war zu einem erheblichen Teil saisonbedingt: So lagen vor allem die Preise für Pauschalreisen im Januar 2019 unter dem Niveau des Urlaubsmonats Dezember (-24,6 %). Zudem sanken gegenüber dem Vormonat die Preise für Bekleidungsartikel (-6,0 %) sowie für Schuhe und Schuhzubehör (-3,1 %) deutlich, insbesondere aufgrund der Rabatte bei Winterwaren.

    Auch die Preise für Energie insgesamt sanken im Januar 2019 gegenüber dem Vormonat (-2,0 %). Insbesondere gingen die Preise für Kraftstoffe (-7,3 %) und leichtes Heizöl (-5,2 %) spürbar zurück. Teurer binnen Monatsfrist wurden hingegen Nahrungsmittel (+0,6 %), vor allem stiegen die Preise für Gemüse (+2,7 %).

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  • Wie die Hans-Böckler-Stiftung mitteilt, boomt das Geschäft von Finanzinvestoren in Deutschland. Private-Equity-Gesellschaften (PE) haben 2017 insgesamt 274 Unternehmen übernommen – rund 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gemessen an der Zahl der Käufe ist das der höchste Wert seit dem Rekordjahr 2007.

    Private-Equity-Gesellschaften kauften 2017 mehr als 270 Unternehmen

    Einstiege in Gesundheitsbranche wachsen stark – Mehrheit der Fonds an Offshore-Standorten

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 20.02.2019

    Das Geschäft von Finanzinvestoren in Deutschland boomt. Private-Equity-Gesellschaften (PE) haben 2017 insgesamt 274 Unternehmen übernommen – rund 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Gemessen an der Zahl der Käufe ist das der höchste Wert seit dem Rekordjahr 2007 – unmittelbar vor der Finanz- und Wirtschaftskrise. Auch das Transaktionsvolumen erreichte mit bis zu 24,5 Milliarden Euro einen Höchststand. Von den 131 PE-Fonds, die 2017 in Deutschland Unternehmen kauften und identifizierbar waren, hatten 63 Prozent ihren Rechtssitz an einem Offshore-Standort. Besonders aktiv waren die Investoren in der Gesundheitsbranche. Für Beschäftigte und Arbeitnehmervertreter ist der Umgang mit den neuen Eigentümern oft nicht einfach, zudem könnte der verstärkte Einstieg von stark renditeorientierten Firmenhändlern den Sozial- und Gesundheitssektor drastisch verändern. Das ergibt der aktuelle „Private Equity Monitor“, den Dr. Christoph Scheuplein vom Institut Arbeit und Technik (IAT), gefördert vom Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung, erstellt hat. Die jährliche Auswertung stellt die einzige regelmäßig erscheinende wissenschaftliche Berichterstattung zu den Aktivitäten von Private Equity in Deutschland dar. Ende Februar trifft sich die PE-Branche zur „SuperReturn“-Konferenz in Berlin.

    Private Beteiligungsgesellschaften gelten als besonders aktive Finanzinvestoren, ihr Geschäftsmodell besteht im Kaufen und Verkaufen von Unternehmen. Auffällig ist, dass sie 2017 verstärkt kleine und mittlere Unternehmen erwarben. Nur in zwei Fällen wurden Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten aufgekauft, im Schnitt hatten die übernommenen Firmen 340 Mitarbeiter. Die Zahl der insgesamt von Übernahmen betroffenen Arbeitnehmer sank gegenüber 2016 um 13 Prozent auf 93.200, obwohl es deutlich mehr Transaktionen gab. „Der Boom an Übernahmen von Unternehmen durch Private-Equity-Gesellschaften zeigt, dass immer mehr Unternehmen und inzwischen auch die mittleren und kleinen Unternehmen in den Einflussbereich der Finanzinvestoren geraten“, schreibt IAT-Experte Scheuplein.

    Verkäufe zu knapp 60 Prozent von einer PE-Gesellschaft an die nächste

    Auch die Zahl der Verkäufe, an denen Private-Equity-Gesellschaften beteiligt waren, stieg 2017 – um neun Prozent auf 110. Dabei fehlten jedoch ebenso umsatz- und beschäftigungsstarke Firmen: Nur ein Unternehmen mit mehr als 5.000 Beschäftigten wurde verkauft. Aus diesem Grund ging die Zahl der betroffenen Beschäftigten um mehr als ein Drittel auf 64.000 zurück. In knapp 60 Prozent der Fälle verkauften Finanzinvestoren an andere Finanzinvestoren, was als „Secondary Buyout“ bezeichnet wird. Außerdem haben sich Private-Equity-Gesellschaften in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Verkaufspartner für chinesische Unternehmen entwickelt: Von den 182 Unternehmen, die Chinas Investoren in den Jahren 2011 bis 2017 in Deutschland erwarben, stammten insgesamt 43 Unternehmen aus dem Eigentum eines Finanzinvestors.

    Das Engagement von Private-Equity-Investoren ist häufig kurzfristig angelegt. Im Schnitt waren die Beteiligungsgesellschaften, die 2017 ein Unternehmen aus Deutschland verkauften, erst fünf Jahre zuvor eingestiegen. Ein Grund: Die Gesellschaften beschaffen Kapital überwiegend über Fonds, in denen institutionelle Investoren und vermögende Privatpersonen ihr Geld anlegen. Die Laufzeit dieser Fonds ist in der Regel begrenzt, in dieser Zeit muss eine möglichst hohe Rendite erzielt werden. Aus Sicht der Investoren ergebe es Sinn, so Scheuplein, den schnellen Erfolg zu suchen: durch die Veräußerung von Vermögenswerten, das Abstoßen von vermeintlichen Randbereichen, Outsourcing, Aufspaltung, Stellenabbau. Neue Produkte zu entwickeln oder Zukunftsmärkte zu erschließen, komme hingegen zu kurz. Und wenn ein Finanzinvestor nach wenigen Jahren aussteigt, stehe ein weiterer Eigentümerwechsel an – mit erneuten Veränderungen von Unternehmensstrategien, Geschäftsfeldern und Standorten. Die Beschäftigten erlebten diese Wechsel häufig als eine Zeit der jahrelangen Unsicherheit. Insbesondere, wenn der nächste Eigner wiederum ein Private-Equity-Fonds ist.

    Mitbestimmung kann Kontinuität fördern, wird aber oft verwehrt

    Die Mitbestimmung im Aufsichtsrat könne ein gewisses Gegengewicht zu kurzatmigen Strategiewechseln bilden, betont der Wissenschaftler. Sie bleibt allerdings vielen Arbeitnehmern vorenthalten: Dem „Private Equity Monitor“ zufolge hatten 39 Unternehmen, die im Jahr 2017 im Besitz einer Beteiligungsgesellschaft waren, mehr als 2.000 Beschäftigte in Deutschland. Sie müssten laut Gesetz paritätisch mitbestimmt sein. Tatsächlich war das aber nur in der Hälfte der Unternehmen der Fall, wobei 18 Unternehmen die gesetzlichen Vorgaben ignorierten und in drei weiteren Unternehmen die Mitbestimmung aktiv vermieden wurde, etwa durch die Einschaltung einer Holding in der Rechtsform einer Societas Europaea.

    In den Unternehmen mit 500 bis 1.999 Beschäftigten, bei denen das Gesetz ein Drittel der Aufsichtsratssitze für Arbeitnehmer vorsieht, fiel die Vermeidungsquote noch höher aus. Von allen im Jahr 2017 übernommenen Unternehmen waren fast 90 Prozent nicht drittelparitätisch mitbestimmt, konstatiert der IAT-Forscher. Firmen im Eigentum von Private Equity ignorierten oder verwehrten Mitbestimmungsrechte häufiger, als das im Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen vorkomme.

    „Vermeidung und Ignorierung von Mitbestimmung sind nicht nur ein Verstoß gegen geltende Gesetze. Sie zeigen vor allem auch, dass den Investoren das Interesse an einer langfristigen Entwicklungsperspektive im Sinne aller Beteiligten fehlt“, sagt Alexander Sekanina“, I.M.U.-Experte für Finanzinvestoren. „Das Unternehmen wird einzig den Renditeinteressen der Investoren unterworfen, während die Arbeitnehmer die Folgen entgegenzunehmen haben, ohne mitreden zu können“, erklärt der Ökonom.

    Auch auf Ebene der betrieblichen Mitbestimmung signalisiert der „Private-Equity-Monitor“ Probleme: Wenn sich Finanzinvestoren ins operative Geschäft einmischen, verringert sich der Entscheidungsspielraum der Geschäftsführung vor Ort. Damit kann den Betriebsräten ihr Gesprächs- und Verhandlungspartner verloren gehen – erst recht, wenn es sich bei den neuen Eigentümern um Investoren handelt, die ihren Sitz im Ausland haben.

    Gut 60 Prozent der Fonds in „Steueroasen“

    Während die in Deutschland ansässigen Private-Equity-Gesellschaften in früheren Jahren die Mehrheit der Buyouts tätigten, ist ihr Anteil 2017 auf 38 Prozent gefallen. Auf Gesellschaften aus Großbritannien und den USA entfielen rund 31 Prozent der Käufe. Die Finanzinvestoren mit einem Sitz in Frankreich oder Benelux, die 2016 einen starken Anstieg erlebten, konnten ihre Position halten mit einem Anteil von 16 Prozent. Bemerkenswert waren einige große Transaktionen schwedischer Investoren. Sie hatten zwar nur einen Anteil von 5 Prozent an allen Buyouts, davon betroffen war allerdings ein Fünftel der Beschäftigten von allen übernommenen Firmen. Die in Deutschland aktiven Fonds zahlten ihren Anlegern 2017 im Schnitt eine Verzinsung von 18,6 Prozent – fast fünf Prozentpunkte mehr als die Fonds, die im Vorjahr in Deutschland aktiv gewesen sind. Diese außerordentliche Rendite könne auch deshalb erzielt werden, so der Wissenschaftler, weil 63 Prozent der 2017 als Käufer identifizierbaren Fonds ihre Gewinne in „Steueroasen“ wie Guernsey und Jersey, den Kaimaninseln oder Luxemburg versteuern.

    Vermehrt Interesse an Pflegeheimen und Praxen

    Die Gesundheitsbranche erlebte einen starken Anstieg an Übernahmen und nahm mit einem Anteil von 15 Prozent – gleichauf mit der Software- und Internetbranche – erstmals den ersten Rang ein. Gemessen an der Zahl der Beschäftigten lag die Gesundheitsbranche mit einem Anteil von mehr als einem Drittel unangefochten auf dem ersten Platz. Ausschlaggebend dafür war zum einen die Übernahme mehrerer großer Pflegeheimbetreiber. Zum anderen haben Investoren eine Reihe von Arztpraxen übernommen, mit dem Ziel, diese zu international aufgestellten Unternehmensgruppen zusammenschließen.

    Das Aufkaufen kleinerer Betriebe und deren anschließende Zusammenlegung ist eine beliebte Strategie von Finanzinvestoren, bekannt unter dem Namen „Buy and Build“. Dass sie auch im deutschen Gesundheitssektor zum Einsatz kommt, ist durch regulatorische Veränderungen möglich geworden. Erst seit 2015 dürfen beispielsweise einzelne Zahnarztpraxen durch einen nicht-medizinischen Investor übernommen werden. „Das rasante Größenwachstum der neuen Pflegekonzerne und Facharztketten macht deutlich, dass es hier um eine Neuordnung der Branchen- und Wertschöpfungsstrukturen geht“, schreibt Scheuplein. Bei dieser Entwicklung handele es sich um eine „neue Dimension der Privatisierung und Finanzialisierung von Einrichtungen der öffentlichen Daseinsvorsorge“. Wenn die Marktanteile in einigen Jahren neu verteilt sind, werde die Solidargemeinschaft mit neuen, handlungsstarken Akteuren konfrontiert sein. Die Leidtragenden könnten Patienten und Beschäftigte sein, warnt der Experte. „Es erscheint dringend erforderlich, den aktuellen Eingriff von Finanzinvestoren in den Gesundheitssektor wieder zu unterbinden.“

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  • Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im Februar 2019 um 1,6 Punkte auf einen neuen Wert von minus 13,4 Punkten an. Der Indikator hat sich damit zwar geringfügig verbessert, befindet sich aber nach wie vor sehr deutlich im negativen Bereich.

    Erwartungen nahezu unverändert bei schwächelnder Konjunktur

    ZEW, Pressemitteilung vom 19.02.2019

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im Februar 2019 um 1,6 Punkte auf einen neuen Wert von minus 13,4 Punkten an. Der Indikator hat sich damit zwar geringfügig verbessert, befindet sich aber nach wie vor sehr deutlich im negativen Bereich und unterhalb des langfristigen Durchschnitts von 22,4 Punkten. Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich im Februar weiter deutlich verschlechtert. Sie fällt um 12,6 Punkte auf einen Wert von 15,0 Punkten.

    „Eine schnelle Korrektur der schwächelnden Wirtschaftsentwicklung wird aktuell nicht erwartet. Die konjunkturelle Lage in Deutschland hat sich vor allem im produzierenden Gewerbe enttäuschend entwickelt. Die Industrieproduktion ist erneut gesunken, die Auftragseingänge stocken und vom Außenhandel kommen derzeit keine neuen Impulse. Dies spiegelt sich im starken Rückgang der Lageeinschätzung wider. Für die kommenden sechs Monate erwarten die Finanzmarktexperten/-innen unserer Umfrage auch keine Verbesserung“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

    Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen um 4,3 Punkte auf einen neuen Wert von minus 16,6 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet sinkt hingegen erneut deutlich. Der aktuelle Wert der Lageeinschätzung beträgt minus 3,0 Punkte und liegt damit 8,3 Punkte unterhalb des Wertes vom Vormonat.

    Die Einschätzungen zu zukünftigen kurzfristigen Zinsen gehen entsprechend ebenfalls stark zurück. Die Erwartungen für kurzfristige Zinsen für das Eurogebiet sinken um 5,3 Punkte auf einen neuen Wert von 6,8 Punkten.

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