Wirtschaft

  • Das solide Wachstum der deutschen Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der Bundesbank trotz des Dämpfers im dritten Quartal 2018 vorerst weiterhin anhalten. Der leichte Rückgang der Wirtschaftsleistung im vergangenen Quartal sei vor allem auf vorübergehende angebotsseitige Schwierigkeiten in der Automobilindustrie zurückzuführen und sollte rasch überwunden werden, heißt es in ihrer Herbstprognose.

    Deutsche Wirtschaft bleibt auf solidem Wachstumskurs

    Deutsche Bundesbank, Pressemitteilung vom 14.12.2018

    Das solide Wachstum der deutschen Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der Bundesbank trotz des Dämpfers im dritten Quartal 2018 vorerst weiterhin anhalten. Der leichte Rückgang der Wirtschaftsleistung im vergangenen Quartal sei vor allem auf vorübergehende angebotsseitige Schwierigkeiten in der Automobilindustrie zurückzuführen und sollte rasch überwunden werden, heißt es in ihrer jüngst veröffentlichten Herbstprognose. Die Bundesbank rechnet mit einem kalenderbereinigten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das laufende Jahr von 1,5 Prozent und mit jeweils 1,6 Prozent für 2019 und 2020. Im Jahr 2021 könnte es um 1,5 Prozent zulegen. „Im Vergleich zur Projektion vom Juni 2018 wird nun für das kommende Jahr erwartet, dass die deutsche Wirtschaft nur geringfügig stärker wächst als das Produktionspotenzial“, kommentierte Bundesbankpräsident Jens Weidmann die neuen Schätzungen. Die bereits hohe Auslastung der Wirtschaft wird sich der Prognose zufolge damit in den kommenden Jahren wohl nur noch leicht erhöhen.

    Konsum treibt die Binnennachfrage

    Ein prägender Faktor für die nächsten Jahre ist laut Weidmann die zunehmende Alterung der Gesellschaft, die zu zunehmenden Engpässen am Arbeitsmarkt führt und die Wachstumsmöglichkeiten bremst. Außerdem dämpft sie den Bedarf an Wohnraum und die Investitionsneigung der Unternehmen. Dass die Binnennachfrage dennoch lebhaft ausfällt, ist den Bundesbank-Ökonominnen und Ökonomen zufolge dem privaten Konsum zu verdanken. Die gute Konjunktur und die angespannte Lage am Arbeitsmarkt führten zu kräftigen Lohnsteigerungen, was wiederum den privaten Konsum antreibe. Insbesondere 2019 wird die Binnennachfrage den Bundesbank-Fachleuten zufolge zusätzlich von der expansiven Fiskalpolitik gestützt. Vor allem in den Bereichen Rente, Gesundheit und Pflege sowie für Bildung, Verkehrsinfrastruktur, innere Sicherheit und Verteidigung seien Mehrausgaben geplant. Neben der guten Binnenkonjunktur sorgten die Exporte für positive Wachstumsaussichten.

    Inflationsrate 2019 vorübergehend gedrückt

    Die Inflationsrate – gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) – wird nach Einschätzung der Bundesbank-Ökonominnen und Ökonomen zunächst von 1,9 Prozent im laufenden Jahr auf 1,4 Prozent im Jahr 2019 sinken, bevor sie 2020 und 2021 wieder jeweils 1,8 Prozent erreicht. Ausschlaggebend für den Umschwung von 2018 auf 2019 seien die Preise für Energie und Nahrungsmittel. „Während sie im laufenden Jahr kräftig steigen, legen sie 2019 nur wenig zu“, sagte Weidmann. „Dadurch wird verdeckt, dass sich andere Waren und Dienstleistungen vor dem Hintergrund des hohen gesamtwirtschaftlichen Auslastungsgrades und erheblich steigender Lohnstückkosten zunehmend stärker verteuern“, erläuterte er. Ohne Energie und Nahrungsmittel gerechnet dürfte die Preissteigerungsrate den Bundesbank-Expertinnen und Experten zufolge von 1,2 Prozent im laufenden Jahr auf 1,8 Prozent im Jahr 2020 anziehen. 2021 könnte diese Kernrate der Inflation 2,0 Prozent erreichen.

    Risikobeurteilung

    Insgesamt hat sich die Unsicherheit für den gesamtwirtschaftlichen Ausblick nach Auffassung der Fachleute der Bundesbank im Vergleich zur Juni-Projektion etwas verringert, bleibt aber dennoch hoch. Abweichungen von der Prognose könnten sich beispielsweise durch unvorhergesehene Entwicklungen bei den zukünftigen internationalen Handelsbeziehungen oder im Falle eines ungeordneten Brexit ergeben, heißt es dazu.

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  • Das ifo Institut erwartet eine Abkühlung der Konjunktur für 2019, aber keine Rezession. Der ifo Winterprognose 2018 zufolge wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,5 Prozent in diesem Jahr auf 1,1 Prozent im kommenden Jahr zurückgehen. Für 2020 erwartet das ifo Institut dann ein Anziehen auf 1,6 Prozent, weil es deutlich mehr Arbeitstage gibt.

    ifo Institut erwartet Abkühlung, aber keine Rezession

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 13.12.2018

    Das ifo Institut erwartet eine Abkühlung der Konjunktur für 2019, aber keine Rezession. Der ifo Winterprognose 2018 zufolge wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland von 1,5 Prozent in diesem Jahr auf 1,1 Prozent im kommenden Jahr zurückgehen. Für 2020 erwartet das ifo Institut dann ein Anziehen auf 1,6 Prozent, weil es deutlich mehr Arbeitstage gibt. Im Herbst hatte das ifo Institut noch mit 1,9 Prozent für 2018 und 2019 gerechnet und mit 1,7 Prozent für 2020. „Die durch die Auto-Industrie ausgelöste Schwächeperiode zieht sich noch bis 2019 hin. Zudem dämpfen mannigfache Unsicherheiten die Weltkonjunktur, vor allem Brexit, Italien und die US-Handelspolitik“, sagte ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser.

    Damit wird sich der Beschäftigungsanstieg verlangsamen. Die Zahl der Erwerbstätigen wird von 44,8 Millionen in diesem Jahr auf 45,2 im nächsten und 45,5 im übernächsten Jahr steigen. Die Zahl der Arbeitslosen sinkt parallel dazu von 2,3 Millionen über 2,2 auf 2,1 Millionen. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent 2018, 4,9 Prozent 2019 und 4,7 Prozent 2020. Die Verbraucherpreise werden steigen um 1,9 Prozent in diesem Jahr, 2,2 Prozent im nächsten und 1,8 Prozent 2020. Der finanzielle Überschuss des Staates sinkt vom Rekordwert 53,8 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 32,5 Milliarden im kommenden Jahr und dann auf 26,8 Milliarden Euro 2020. Neben der konjunkturellen Abkühlung tragen bei zum Rückgang auch Entlastungen bei Steuern und Abgaben sowie höhere Ausgaben der öffentlichen Hand, insbesondere im kommenden Jahr.

    Der international viel kritisierte Überschuss der deutschen Leistungsbilanz sinkt von 7,4 Prozent der Wirtschaftsleistung (251,4 Milliarden Euro) in diesem Jahr auf 6,8 Prozent (247,7 Milliarden Euro) im Jahre 2020.

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  • Die deutsche Wirtschaft bewegt sich weiter auf einem Wachstumspfad. Die Konjunktur wird allerdings durch ein schwieriges außenwirtschaftliches Umfeld und zusätzlich durch temporäre Sondereffekte in der Automobilindustrie gedämpft. Die Einkommen steigen weiter, während sich die Konsumnachfrage der privaten Haushalte leicht abschwächt. Der Arbeitsmarkt ist weiter robust. Das BMWi stellt die Fakten zur wirtschaftliche Entwicklung des Monats Dezember in Deutschland zusammen.

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Dezember 2018

    BMWi, Pressemitteilung vom 13.12.2018

    • Die deutsche Wirtschaft bewegt sich weiter auf einem Wachstumspfad. Die Konjunktur wird allerdings durch ein schwieriges außenwirtschaftliches Umfeld und zusätzlich durch temporäre Sondereffekte in der Automobilindustrie gedämpft.
    • Die Sondereffekte laufen aber allmählich aus. Ab dem Jahreswechsel ist mit zusätzlichen Impulsen durch die Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen zu rechnen.
    • Die Erzeugung des Produzierenden Gewerbes war im Oktober nach einem leichten Plus in den beiden Vormonaten wieder schwächer. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe stiegen jedoch an. Der Auftragsbestand ist weiterhin sehr hoch. Das Baugewerbe befindet sich in der Hochkonjunktur.
    • Die Einkommen steigen weiter, während sich die Konsumnachfrage der privaten Haushalte leicht abschwächt. Die Stimmung im Handel ist gemischt.
    • Der Arbeitsmarkt ist weiter robust. Die Erwerbstätigkeit erreicht einen neuen Höchststand und die Arbeitslosigkeit sinkt unter 2,2 Millionen Personen. Strukturelle Herausforderungen am Arbeitsmarkt bestehen dennoch fort.

    Die deutsche Wirtschaft fasst langsam wieder Tritt. Der leichte Rückgang der Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2018 um 0,2 Prozent war wesentlich auf den Sondereffekt der WLTP-Problematik in der Kfz-Industrie zurückzuführen. Dieser temporäre Sondereffekt wächst sich allmählich aus, ist zu Beginn des vierten Quartals in den Produktionsdaten aber noch deutlich spürbar. Unabhängig davon hat der Gegenwind aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld im Verlauf des Jahres 2018 merklich zugenommen. Die Handelskonflikte, Währungsturbulenzen von Schwellenländern sowie geopolitische Konflikte belasten die Weltwirtschaft und haben die allgemeine Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung erhöht. Durch die Verschiebung der Abstimmung des britischen Parlaments zum Brexit-Abkommen ist das Risiko eines ungeordneten Austritts des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union bis auf Weiteres nicht abgewendet. Andererseits wirken ab dem Jahreswechsel zusätzliche konjunkturelle Impulse durch die Umsetzung der Koalitionsvereinbarungen, wie etwa die steuerlichen Entlastungen durch die Erhöhung des Grundfreibetrags und den Ausgleich der kalten Progression, die Erhöhung des Kindergelds oder das „Starke-Familien-Gesetz“. Alles in allem dürfte sich die deutsche Wirtschaft in diesem schwierigeren Umfeld insgesamt gut behaupten. Ihre konjunkturelle Grunddynamik bleibt aufwärtsgerichtet, wenngleich abgeschwächt.

    Vom weltwirtschaftlichen Umfeld gehen gedämpfte Impulse aus. Sowohl die industrielle Erzeugung als auch der Welthandel schlossen das dritte Quartal 2018 schwach ab. Der IHS Markit PMI für die globale Industrie lag im November 2018 auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Auch der ifo Index zum Weltwirtschaftsklima gibt für das vierte Quartal 2018 eine verhaltene Stimmung wieder. Aus den Vereinigten Staaten kommen ebenfalls Signale für einen weniger dynamischen Verlauf. Die derzeitige Ballung globaler Risiken belastet in der Summe anscheinend die Wirtschaftsentwicklung. Die internationalen Organisationen gehen in ihren Herbstprognosen von einer gegenüber früheren Einschätzungen abgeschwächten, aber weiterhin merklich aufwärtsgerichteten Entwicklung der Weltwirtschaft aus.

    Die gegenwärtig eher gedämpften Signale der Weltwirtschaft spiegeln sich auch in den Zahlen zu den deutschen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen wider. Im Oktober nahmen die Exporte saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen leicht um 1,1 Prozent zu. Im Dreimonatsvergleich sind die Ausfuhren nominal unverändert geblieben. Preisbereinigt könnte es zu einem Rückgang gekommen sein. Die ifo Exporterwartungen haben sich im November zwar leicht verbessert, deuten mit ihrem unterdurchschnittlichen Niveau jedoch nicht auf eine deutliche Belebung der Ausfuhren hin. Die nominalen Importe von Waren und Dienstleistungen erhöhten sich im Oktober saisonbereinigt um 1,9 Prozent. Im Dreimonatsvergleich ergab sich ein Plus von 1,6 Prozent. Auch preisbereinigt dürften sie sich trotz steigender Importpreise noch positiv entwickelt haben. Insgesamt deuten die Indikatoren auf eine verhalten positive Entwicklung der Ausfuhren in den kommenden Monaten hin.

    Im Produzierenden Gewerbe ist die Produktion im Oktober nach leichten Anstiegen in den beiden Vormonaten wieder etwas zurückgegangen. Die Erzeugung in der Industrie nahm im Oktober um 0,4 Prozent ab, im Zweimonatsvergleich September/Oktober gegenüber Juli/August stagnierte der Produktionsausstoß. Auch die Produktion im Baugewerbe wurde im Oktober eingeschränkt (-0,3 Prozent), im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich gab es jedoch ein kräftiges Plus von 2,2 Prozent. Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nahmen im Oktober um 0,3 Prozent zu, im Zweimonatsvergleich ergab sich ein kräftigeres Plus von 1,4 Prozent. Die in der Tendenz seitwärtsgerichtete Industrieproduktion deutet darauf hin, dass sich die Probleme in der Kfz-Branche bei der Umstellung auf den neuen Testzyklus (WLTP) erst allmählich auflösen. Positive Auftragseingänge, vor allem in der Automobilindustrie, und die wachsende Zahl der nach der neuen Norm zugelassenen Pkw-Typen signalisieren allerdings, dass das Expansionstempo der deutschen Industrie wieder Fahrt aufnehmen wird. Das sehr gute Auftragspolster im Verarbeitenden Gewerbe mit einer Reichweite von 5,6 Monaten gibt Sicherheit. Das Baugewerbe arbeitet nahe seiner Kapazitätsgrenzen, sein Boom dürfte anhalten.

    Die gute Entwicklung des Arbeitsmarkts und kräftige Lohnzuwächse sorgen für günstige Rahmenbedingungen für den privaten Konsum. Allerdings ist nach den Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes die Sparquote der privaten Haushalte in den ersten drei Quartalen 2018 um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr angestiegen, was im Gegenzug die Konsumausgaben vor allem im dritten Quartal dämpfte. Auch der Start ins vierte Quartal verlief schleppend, mit Umsatzeinbußen im Einzelhandel von 0,3 Prozent im Oktober. Vor dem Hintergrund der WLTP-Problematik waren die Neuzulassungen von Pkw bei privaten Haltergruppen im dritten Quartal niedriger als in den Vorquartalen. Hier ist aber eine Trendwende eingetreten. Im November nahmen die Neuzulassungen privater Kfz nach dem deutlichen Zuwachs im Oktober (+20,4 Prozent) um weitere 7,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu. Für eine positive Entwicklung des privaten Konsums in den kommenden Monaten spricht außerdem der Anstieg der Einkommen. Auch die Stimmungsindikatoren zeichnen ein positives Bild.

    Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiterhin positiv. Die Erwerbstätigkeit überschritt im Oktober den Höchstwert von 45,2 Millionen Personen. Saisonbereinigt lag der Zuwachs zum Vormonat mit 37.000 Personen in der Größenordnung der letzten Monate. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm jedoch, anders als in den drei Vormonaten, nur schwach zu. Die Nachfrage der Unternehmen nach Arbeitskräften bleibt in vielen Sektoren sehr hoch, es gibt aber Anzeichen für eine etwas ruhigere Gangart. Die Zahl der Arbeitslosen nahm im November saisonbereinigt um 16.000 Personen ab; in Ursprungszahlen unterschritt sie die Marke von 2,2 Millionen Personen. Damit verringerte sich die Arbeitslosenquote auf 4,8 Prozent. Die Langzeitarbeitslosigkeit geht kontinuierlich zurück, der Vorjahresstand wurde um 11 Prozent unterschritten. Die Stärkung der Wirtschaftskraft strukturschwacher Regionen bleibt eine Herausforderung.

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  • Die Zeiten der Hochkonjunktur in Deutschland sind vorbei: Nach einer bis in das Frühjahr 2018 anhaltenden außerordentlich starken Entwicklung normalisiert sich die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft. Sie wird in diesem und in den kommenden beiden Jahren aber weiter spürbar wachsen und sich der Normalauslastung nähern. Das DIW Berlin korrigiert seine Prognose für das Wachstum der hiesigen Wirtschaftsleistung nach unten: auf 1,5 Prozent für dieses Jahr und 1,6 Prozent für das kommende Jahr.

    Deutsche Wirtschaft: Hochkonjunktur vorbei, Rezessionsgefahr gering

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 12.12.2018

    DIW Berlin korrigiert Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft nach unten – Ende der Hochkonjunktur nach Periode des überdurchschnittlichen Wachstums, unter dem Strich steht deutsche Wirtschaft aber nach wie vor vergleichsweise gut da – Große Unsicherheit über Fortgang des Brexit, ungeregelter EU-Austritt aber unwahrscheinlich

    Die Zeiten der Hochkonjunktur in Deutschland sind vorbei: Nach einer bis in das Frühjahr 2018 anhaltenden außerordentlich starken Entwicklung normalisiert sich die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft. Sie wird in diesem und in den kommenden beiden Jahren aber weiter spürbar wachsen und sich der Normalauslastung nähern. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) korrigiert seine Prognose für das Wachstum der hiesigen Wirtschaftsleistung nach unten: auf 1,5 Prozent für dieses Jahr (0,3 Prozentpunkte weniger im Vergleich zur Herbstprognose) und 1,6 Prozent für das kommende Jahr (0,1 Prozentpunkte weniger als im Herbst). „Obwohl das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal dieses Jahres sogar erstmals seit langer Zeit gesunken war, ist die Gefahr einer Rezession gering“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. „Denn der Rückschlag im Sommer hatte seine Ursache vor allem in der Automobilindustrie.“ Wegen Problemen bei der Zertifizierung nach den neuen Abgas- und Verbrauchsnormen der EU konnten die Hersteller nicht so viele Autos wie gedacht absetzen und drosselten daraufhin ihre Produktion. Das setzte auch die Investitionen unter Druck. Die Produktionsausfälle dürften jedoch im Winter zumindest teilweise nachgeholt werden.

    Stabile Auslandsnachfrage und starker privater Konsum stützen die Konjunktur

    Auch einige andere Aspekte sprechen für eine, wenn auch abgeschwächte, Fortsetzung des Aufwärtstrends der deutschen Wirtschaft – neben der brummenden Bauwirtschaft nicht zuletzt die stabile Arbeitsmarktlage: Die Beschäftigung steigt ungeachtet der Sonderentwicklungen weiter. „Das macht sich zunehmend in den Portemonnaies der ArbeitnehmerInnen bemerkbar: Die Löhne steigen auch nach Abzug der Inflation, die in den kommenden Jahren bei etwa zwei Prozent liegen dürfte, um voraussichtlich mehr als ein Prozent pro Jahr. Davon profitiert der private Konsum“, sagt Simon Junker, Experte für die deutsche Konjunktur. Einen merklichen Einkommensschub beschert den privaten Haushalten, dass der Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ab Jahresbeginn 2019 wieder hälftig von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite zu tragen ist. Zudem zeigt sich der Staat großzügig – so sinkt der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung, Grund- und Kinderfreibeträge werden angehoben und die Mütterrente steigt.

    Obwohl die Weltkonjunktur ihren Höhepunkt bereits im Frühjahr überschritten hat, wird wohl auch das Auslandsgeschäft weiter gut laufen – sofern die schwelenden Handelskonflikte, etwa zwischen den USA und China, die Brexit-Situation und der Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien nicht eskalieren. Die Unternehmen investieren zwar zunehmend in Maschinen und Anlagen, die ganz große Investitionsoffensive bleibt auch angesichts der diversen Unsicherheiten aber aus.

    Unter dem Strich deutet viel darauf hin, dass sich das Tempo der deutschen Wirtschaft nach Jahren des überdurchschnittlichen Wachstums normalisiert. Das spiegelt sich auch in den öffentlichen Haushalten wider, die nach wie vor mit satten, über die Jahre aber rückläufigen Überschüssen abschließen werden: in diesem Jahr in Höhe von rund 56 Milliarden Euro, im Jahr 2020 dann noch in Höhe von 38 Milliarden Euro.

    Brexit-Verschiebung oder neues Referendum wahrscheinlicher als ungeregelter EU-Austritt

    Derzeit ist das konjunkturelle Bild jedoch außergewöhnlich unscharf: Dazu trägt nicht zuletzt die große Unsicherheit über den Fortgang des Brexit bei. Nachdem die Abstimmung im britischen Unterhaus über den zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich ausgehandelten Brexit-Vertrag verschoben wurde, ist vorerst auch nicht mit mehr Klarheit zu rechnen. Sollte es doch noch zu einem „harten“ Brexit kommen, also einem Austritt ohne Vereinbarungen mit Blick auf die künftigen Handelsbeziehungen, würde die äußerst exportorientierte deutsche Wirtschaft hart getroffen werden.

    Allerdings dürfte es nach wie vor das Interesse sowohl Großbritanniens als auch der EU sein, ein solches Szenario zu vermeiden. Sollten die nun von britischer Seite angestrebten Nachbesserungen am Brexit-Vertrag und letztlich die Abstimmung im britischen Parlament nicht rechtzeitig über die Bühne gehen, sind eine Verschiebung des eigentlich für Ende März nächsten Jahres geplanten Brexit oder ein erneutes Referendum wahrscheinlicher als ein ungeordneter Austritt – insbesondere, wenn es im Zuge der politischen Turbulenzen zu Neuwahlen im Vereinigten Königreich kommen sollte. „In diesem unsicheren Umfeld werden sich Unternehmen wie auch VerbraucherInnen mit größeren Ausgaben vorerst weiterhin zurückhalten“, sagt Stefan Gebauer, Experte für die Wirtschaft des Vereinigten Königreichs und des Euroraums.

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  • Von Januar bis September 2018 meldeten die deutschen Amtsgerichte 14.715 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3,0 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag im Zeitraum Januar bis September 2018 mit 51.201 Fällen um 5,1 % niedriger als in den ersten neun Monaten 2017.

    Januar bis September 2018: 3,0 % weniger Unternehmensinsolvenzen als in den ersten 9 Monaten 2017

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 11.12.2018

    Von Januar bis September 2018 meldeten die deutschen Amtsgerichte 14.715 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 3,0 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen lag im Zeitraum Januar bis September 2018 mit 51.201 Fällen um 5,1 % niedriger als in den ersten neun Monaten 2017. Zusammen mit den Insolvenzen von anderen privaten Schuldnern und Nachlässen betrug die Gesamtzahl der Insolvenzen 83.195 Fälle, das waren 4,3 % weniger als von Januar bis September 2017.

    Im Baugewerbe gab es von Januar bis September 2018 mit 2.555 Fällen die meisten Unternehmensinsolvenzen. 2.525 Insolvenzanträge stellten Unternehmen des Wirtschaftsbereichs Handel (einschließlich Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen). Im Gastgewerbe wurden 1.714 und im Wirtschaftsbereich Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen 1.503 Insolvenzanträge gemeldet.

    Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für den Zeitraum Januar bis September 2018 auf rund 17,6 Milliarden Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatten sie bei rund 17,9 Milliarden Euro gelegen.

    Im September 2018 wurden 1.490 Insolvenzen von Unternehmen (-8,1 % gegenüber September 2017) und 5.212 Insolvenzen von Verbrauchern (-6,6 %) gemeldet. Insgesamt registrierten die Gerichte 8.307 Insolvenzen, das waren 8,6 % weniger als im September 2017.

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  • Im Oktober 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 117,2 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 98,9 Mrd. Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Oktober 2018 um 8,5 % und die Importe um 11,3 % höher als im Oktober 2017.

    Außenhandel

    Deutsche Exporte im Oktober 2018: +8,5 % zum Oktober 2017

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.12.2018

    Exporte, Oktober 2018

    • 117,2 Milliarden Euro
    • +0,7 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
    • +8,5 % zum Vorjahresmonat

    Importe, Oktober 2018

    • 98,9 Milliarden Euro
    • +1,3 % zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
    • +11,3 % zum Vorjahresmonat

    Außenhandelsbilanz, Oktober 2018

    • 18,3 Milliarden Euro
    • 17,3 Milliarden Euro (kalender- und saisonbereinigt)

    Leistungsbilanz der Deutschen Bundesbank, Oktober 2018

    • 15,9 Milliarden Euro

    Im Oktober 2018 wurden von Deutschland Waren im Wert von 117,2 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 98,9 Milliarden Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse weiter mitteilt, waren damit die deutschen Exporte im Oktober 2018 um 8,5 % und die Importe um 11,3 % höher als im Oktober 2017. Kalender- und saisonbereinigt nahmen die Exporte gegenüber dem Vormonat September 2018 um 0,7 % zu, die Importe stiegen um 1,3 %.

    Die Außenhandelsbilanz schloss im Oktober 2018 mit einem Überschuss von 18,3 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2017 hatte der Saldo in der Außenhandelsbilanz +19,1 Milliarden Euro betragen. Kalender- und saisonbereinigt lag der Außenhandelsbilanzüberschuss im Oktober 2018 bei 17,3 Milliarden Euro.

    Unter Berücksichtigung der Salden für Warenhandel einschließlich Ergänzungen zum Außenhandel (+19,2 Milliarden Euro), Dienstleistungen (-3,5 Milliarden Euro), Primäreinkommen (+6,7 Milliarden Euro) und Sekundäreinkommen (-6,4 Milliarden Euro) schloss – nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank – die Leistungsbilanz im Oktober 2018 mit einem Überschuss von 15,9 Milliarden Euro ab. Im Oktober 2017 hatte die deutsche Leistungsbilanz einen Aktivsaldo von 19,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

    In die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) wurden im Oktober 2018 Waren im Wert von 69,8 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 55,1 Milliarden Euro von dort importiert. Gegenüber Oktober 2017 stiegen die Exporte in die EU-Länder um 8,1 % und die Importe aus diesen Ländern um 7,5 %. In die Länder der Eurozone wurden im Oktober 2018 Waren im Wert von 44,0 Milliarden Euro (+8,9 %) geliefert und Waren im Wert von 35,3 Milliarden Euro (+7,1 %) aus diesen Ländern bezogen. In die EU-Länder, die nicht der Eurozone angehören, wurden im Oktober 2018 Waren im Wert von 25,8 Milliarden Euro (+6,9 %) exportiert und Waren im Wert von 19,7 Milliarden Euro (+8,3 %) von dort importiert.

    In die Länder außerhalb der Europäischen Union (Drittländer) wurden im Oktober 2018 Waren im Wert von 47,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 43,8 Milliarden Euro aus diesen Ländern importiert. Gegenüber Oktober 2017 nahmen die Exporte in die Drittländer um 9,2 % zu, die Importe von dort stiegen um 16,4 %.

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  • Get Started, die Startup-Initiative des Bitkom, hat deshalb erstmals eine umfassende Übersicht über die staatlichen Startup-Programme aller Bundesländer erstellt.

    Startup-Initiativen

    Was die Bundesländer alles für Startups tun

    Bitkom, Pressemitteilung vom 07.12.2018

    • Bitkom veröffentlicht Übersicht über Startup-Initiativen der Bundesländer
    • Interaktive Landkarte zeigt erstmals alle Finanzierungs- und Beratungsangebote

    Von wem gibt es finanzielle Unterstützung für mein Startup? Wer berät Gründer über die besten Fördermöglichkeiten? Wo kann ich mich mit anderen Startups oder mit etablierten Unternehmen aus der Umgebung vernetzen? Vor diesen Fragen stehen fast alle Gründer. Get Started, die Startup-Initiative des Bitkom, hat deshalb erstmals eine umfassende Übersicht über die staatlichen Startup-Programme aller Bundesländer erstellt, die online unter www.startup-land.de aufrufbar ist. „Ob Silicon Valley, Berlin oder London: Startup-Ökosysteme sind regional begrenzt. Neben der Bundes- und EU-Ebene sind deshalb insbesondere die Rahmenbedingungen auf Bundesländerebene für Startups entscheidend. Das regionale Netzwerk an Talenten, Unternehmen, Mentoren, Forschungseinrichtungen und Kapital ist der Nährboden, auf dem erfolgreiche und innovative Gründungen entstehen“, sagt Patrick Hansen, Referent Startups beim Bitkom. „Die Rahmenbedingungen auf Bundesländerebene sind für Startups deshalb ebenso wichtig wie die EU- und Bundesebene.“

    Die meisten Landesregierungen haben inzwischen erkannt, dass nicht nur Startups von großer Bedeutung für den Wirtschaftsstandort sind, sondern umgekehrt auch die Landespolitik bedeutend für den Erfolg der Startups sein kann. Die Folge ist eine Vielzahl von Förderprogrammen für die Gründerszene, die von Beteiligungsfonds über Vernetzungsangeboten bis zu Gründerstipendien reichen. Die Übersicht unter www.startup-land.de stellt für jedes Bundesland sowohl die Finanzierungs-Programme als auch sonstige Beratungs- und Vernetzungsangebote vor. Abrufbar sind die Informationen, die mit Unterstützung der Wirtschaftsministerien der Bundesländer zusammengestellt wurden, über eine interaktive Landkarte. Die Karte bietet dabei nicht nur Startups die Möglichkeit, sich über Finanzierungs-, Beratungs- und Vernetzungsangebote in ihrem oder in anderen Bundesländern zu informieren. Auch die Landesregierungen haben so die Möglichkeit, ihr Angebot mit dem anderer Bundesländer zu vergleichen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. „Die öffentliche Unterstützungslandschaft für Startups ist stark fragmentiert und dadurch auch unübersichtlich, gerade auf regionaler Ebene“, so Hansen. „Fast die Hälfte aller Gründer, die keine staatliche Förderung in Betracht ziehen, gibt an, keinen Überblick über passende Förderprogramme zu haben. Mit Startup-Land bieten wir zumindest auf Länderebene erstmal für den richtigen Durchblick.“

    Get Started setzt sich auch auf Bundesländerebene für bessere Rahmenbedingungen für Startups ein. Im Vordergrund stehen dabei vor allem die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten junger Wachstumsunternehmen, der Bürokratieabbau bei Unternehmensgründungen sowie die Stärkung des Ökosystems für Startups. Mehrmals im Jahr veranstaltet die Startup-Initiative des Bitkoms beispielsweise politische Gründerfrühstücke mit Ministerpräsidenten, die den Dialog zwischen Gründern und der Politik fördern sollen. Zudem werden regelmäßig Wahlprüfsteine zu Landtagswahlen veröffentlicht. Get Started setzt sich darüber hinaus auf allen Ebenen – in den Ländern, im Bund und in der EU – für die Interessen der Gründerszene ein und bietet Plattformen, die gezielt den Austausch zwischen Politik und Startups fördern.

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  • Wie das BMWi mitteilt, ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 0,5 % zurückgegangen.

    Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober 2018

    BMWi, Pressemitteilung vom 07.12.2018

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 0,5 % zurückgegangen. Die Industrieproduktion schwächte sich um 0,4 % und die Bauproduktion um 0,3 % ab. Innerhalb der Industrie standen Zuwächse von 0,3 % bzw. 0,2 % in den Bereichen der Investitions- und Vorleistungsgüter einer Abschwächung bei den Konsumgütern um 3,2 % gegenüber. Die Produktion in der Kfz-Industrie wurde nach einer starken Erholung im September um 0,5 % eingeschränkt.

    Im Zweimonatsvergleich ergab sich im Zeitraum September/Oktober gegenüber Juli/August ein leichtes Plus der Produktion im Produzierenden Gewerbe von 0,1 %. Während die Industrieproduktion stagnierte, gab es im Baugewerbe eine kräftige Zunahme von 2,2 %.

    Die Industrieproduktion ist schwach ins vierte Quartal gestartet. Der Rückgang der Produktion in der Kfz-Industrie deutet darauf hin, dass sich die Probleme mit der Umstellung auf den neuen Testzyklus (WLTP) erst allmählich auflösen. Starke Auftragseingänge in der Automobilindustrie und eine größere Vielfalt von nach der neuen Norm zugelassenen Pkw-Typen deuten aber darauf hin, dass das Expansionstempo der deutschen Industrie im Verlauf des Jahresendquartals wieder Fahrt aufnehmen wird.

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  • Die Stimmung der deutschen Mittelständler kühlt lt. KfW im November merklich ab, nachdem sie sich im Oktober noch überraschend stabil präsentiert hatte. Damit vollziehen die kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Monat Verzögerung – und in gedämpftem Ausmaß – den vor allem erwartungsgetriebenen, kräftigen Geschäftsklimaverfall bei den Großunternehmen nach, die sich ihrerseits im November wieder geringfügig erholt haben.

    Herbstblues im Mittelstand

    KfW, Pressemitteilung vom 03.12.2018

    • Mittelständisches Geschäftsklima gibt auf hohem Niveau spürbar nach
    • Lageurteile trotz Rückgangs weiterhin sehr gut, Erwartungen weniger optimistisch
    • Zaghafte Stimmungsaufhellung bei Großunternehmen
    • Deutscher Aufschwung geht unaufgeregt weiter

    Die Stimmung der deutschen Mittelständler kühlt im November merklich ab, nachdem sie sich im Oktober noch überraschend stabil präsentiert hatte. Damit vollziehen die kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Monat Verzögerung – und in gedämpftem Ausmaß – den vor allem erwartungsgetriebenen, kräftigen Geschäftsklimaverfall bei den Großunternehmen nach, die sich ihrerseits im November wieder geringfügig erholt haben. Konkret fällt das Geschäftsklima im Mittelstand um 3,4 Zähler auf jetzt 14,5 Saldenpunkte, wie das aktuelle KfW-ifo-Mittelstandsbarometer anzeigt.

    Im langfristigen Vergleich ist dies noch immer ein sehr gutes Ergebnis, vor allem dank der Lagekomponente: Zwar beurteilen die Mittelständler ihre aktuelle Geschäftslage um 2,6 Zähler schlechter als im Oktober. Das aktuelle Niveau von 26,5 Saldenpunkten zählt aber noch immer zu den Top-10-Prozent der Lageurteile seit Beginn der Zeitreihe im Januar 2005. Die Geschäftserwartungen der Mittelständler fallen um deutliche 4,0 Zähler, halten sich aber mit 3,4 Saldenpunkten nach wie vor klar oberhalb der Nulllinie, die dem langfristigen Durchschnitt entspricht.

    Bei den Großunternehmen zeigt das Geschäftsklima im November zaghafte Ansätze einer Erholung, nachdem es im Vormonat deutlich nach unten gerauscht war. Die Lageurteile verbessern sich minimal um 0,2 Zähler auf 16,9 Saldenpunkte. Gleichzeitig hellen sich die Erwartungen um bescheidene 0,6 Zähler auf nun -1,4 Saldenpunkte auf. Insgesamt zieht das Geschäftsklima der großen Firmen dadurch geringfügig um 0,4 Zähler auf 7,3 Saldenpunkte an. Das ist an sich kein schlechtes Resultat, aber deutlich weniger als im Mittelstand. An der weit geöffneten Stimmungsschere, die sich seit dem vergangenen Frühling zulasten der großen exportorientierten Unternehmen aufgetan hat, wird deutlich, dass es die etwas ins Stottern geratene Weltkonjunktur und vor allem die zahlreichen internationalen Unwägbarkeiten wie US-Protektionismus, Brexit und der Haushaltsstreit Italiens mit der EU sind, die zurzeit die wirtschaftliche Entwicklung belasten. Die Großunternehmen mit ihrer stärkeren Ausrichtung auf ausländische Märkte sind hier besonders sensitiv und spüren solche Einflüsse frühzeitig. Die Mittelständler, die häufig eher indirekt über Liefer- und Leistungsverflechtungen sowie über Nachfrageeffekte von außenwirtschaftlichen Entwicklungen betroffen sind, regieren mit entsprechender Verzögerung.

    „Der gegenüber den großen Firmen leicht verzögert im Herbst einsetzende Blues im Mittelstand mag für die Jahreszeit typisch sein. Als Vorbote eines langen und frostigen Konjunkturwinters taugt er jedoch nicht“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW. Dafür seien die Niveaus nahezu aller Indikatoren des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers viel zu gut und auch andere harte monatliche Konjunkturindikatoren wie die Auftragseingänge in der Industrie und die Autoproduktion starteten mit Rückenwind in das vierte Quartal. „Die fetten Jahre mit Realwachstumsraten von 2 % oder mehr wie noch 2017 sind zwar erst einmal vorbei. Deutschland dürfte aber noch immer im Tempo seines Wachstumspotenzials und somit ziemlich unaufgeregt weiter wachsen – zumindest wenn die vielen Risiken im europäischen und internationalen Umfeld halbwegs beherrschbar bleiben.“ KfW Research prognostiziert für das laufende Jahr und auch für 2019 ein Wirtschaftswachstum von 1,6 %.

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  • Wie das BMWi mitteilt, haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,3 % erhöht. Die Bestellungen aus dem Ausland und insbesondere dem Euroraum sind deutlich um 2,9 % bzw. 7,3 % gestiegen.

    Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober 2018

    BMWi, Pressemitteilung vom 06.12.2018

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes haben sich die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,3 % erhöht. Die Bestellungen aus dem Ausland und insbesondere dem Euroraum sind deutlich um 2,9 % bzw. 7,3 % gestiegen. Bei den Aufträgen aus dem Inland kam es zu einem Rückgang von 3,2 %. Der Anteil an Großaufträgen war in etwa durchschnittlich.

    Im Zweimonatsvergleich September/Oktober gegenüber Juli/August ergab sich ein Orderplus von 1,4 %. Zuwächse wurden bei den Investitionsgütern (+2,9 %) und den Konsumgütern (+1,4 %) gemeldet. Vorleistungsproduzenten verzeichneten einen Rückgang von 1,0 %. Während sich die Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe aus dem Inland nahezu unverändert zeigten (+0,1 %), stiegen die Aufträge aus dem Ausland (+2,2 %) vor allem aufgrund der Orders aus dem Euroraum (+4,8 %) deutlich an.

    Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe haben sich nun drei Monate in Folge erholt. Der Sondereffekt der WLTP-Problematik in der Automobilindustrie ist allerdings auch zu Beginn des vierten Quartals noch deutlich spürbar. Es sind aber Fortschritte erkennbar. Die Auftragseingänge in der Kfz-Industrie haben sich seit ihrem Tiefpunkt im Juli merklich belebt und der Zulassungsstau löst sich allmählich auf.

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  • Weniger Auslandsaufträge und Zulassungsstockungen in der Automobilindustrie haben die deutsche Wirtschaft auf Talfahrt geschickt: Das deutsche BIP ist im dritten Quartal 2018 preisbereinigt um 0,2 Prozent geschrumpft. Da auch die Weltwirtschaft weniger dynamisch ist, rechnet das IW Köln für das Jahr 2019 mit einem verhaltenen Wachstum von nur noch 1,2 Prozent – nach 1,5 Prozent in diesem Jahr.

    Die Konjunktur schwächelt

    IW Köln, Pressemitteilung vom 03.12.2018

    Weniger Auslandsaufträge und Zulassungsstockungen in der Automobilindustrie haben die deutsche Wirtschaft auf Talfahrt geschickt: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist im dritten Quartal 2018 preisbereinigt um 0,2 Prozent geschrumpft. Da auch die Weltwirtschaft weniger dynamisch ist, rechnet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) für das Jahr 2019 mit einem verhaltenen Wachstum von nur noch 1,2 Prozent – nach 1,5 Prozent in diesem Jahr.

    Das Wachstumstempo hat in diesem Jahr spürbar nachgelassen. Bei den Unternehmen gingen weniger Aufträge ein, vor allem die globale Nachfrage nach Investitionsgütern ging zurück. Zudem machte sich ein Minus in der Automobilindustrie bemerkbar: Neuwagen müssen ein neues Prüfverfahren durchlaufen, dadurch verzögert sich die Zulassung und die Produktion stockt. International droht weiterhin Ungemach: Der drohende Handelskonflikt, den die USA befeuern, und der Brexit bremsen die deutsche Konjunktur.

    Das trübt die Aussichten für 2019, zeigt die IW-Konjunkturumfrage vom Herbst 2018. Nur noch 23 Prozent der mehr als 2.250 befragten Unternehmen gehen im Exportgeschäft von einem Zuwachs aus, acht Prozentpunkte weniger als noch im Frühjahr 2018. Diese gedämpfte Zuversicht springt auch auf die Inlandskonjunktur über. Die Investitions- und Beschäftigungserwartungen haben sich ebenfalls merklich eingetrübt. Eine Stagnation droht nicht, aber die gesamtwirtschaftliche Produktion verliert an Schwung: Gut 38 Prozent der Firmen erwarten für 2019 ein Produktionsplus, dagegen rechnen 14 Prozent mit einem Minus. Die Spanne zwischen Optimisten und Pessimisten hat sich seit dem Frühjahr erheblich verkürzt.

    Das schwächelnde Wachstum wird auch auf dem Arbeitsmarkt spürbar sein. Zwar steigt die Beschäftigung weiter an und die Arbeitslosigkeit sinkt, allerdings wird der Rückgang der Arbeitslosigkeit schwächer ausfallen als in diesem Jahr. Die Zwei-Millionen-Schwelle wird 2019 nicht unterschritten. Die Arbeitslosenquote sollte durchschnittlich bei fünf Prozent liegen.

    Die positive Nachricht: Die öffentlichen Kassen sind gut gefüllt. Allerdings halbiert sich der Haushaltsüberschuss im kommenden Jahr, weil die Steuereinnahmen langsamer wachsen als die Staatsausgaben. Die IW-Ökonomen warnen deshalb davor, die öffentlichen Haushalte etwa durch stark steigende Sozialausgaben unnötig zu belasten: „Ein effizienter Umgang mit öffentlichen Mitteln ist in Schwächephasen wichtig für die konjunkturelle Vorsorge“, sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling.

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  • Im Jahr 2018 nutzt im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes nahezu jedes sechste Unternehmen (16 %) in Deutschland mit mindestens 10 Beschäftigten Industrie- oder Serviceroboter. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, setzen große Industrieunternehmen häufiger Roboter ein als kleinere Unternehmen.

    Industrie 4.0: Roboter in 16 % der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 03.12.2018

    Im Jahr 2018 nutzt im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes nahezu jedes sechste Unternehmen (16 %) in Deutschland mit mindestens 10 Beschäftigten Industrie- oder Serviceroboter. Wie das Statistische Bundesamt anlässlich des am 3. und 4. Dezember in Nürnberg stattfindenden Digital-Gipfels weiter mitteilt, setzen große Industrieunternehmen häufiger Roboter ein als kleinere Unternehmen. Bei Großunternehmen mit mindestens 250 Beschäftigten liegt der Anteil bei 53 %. Bei mittelgroßen Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten beträgt er 24 %. Kleine Unternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten verwenden Robotertechnologie mit einem Anteil von 10 % deutlich seltener. Industrieroboter werden beispielsweise für Schweißarbeiten, Laserschneiden und Speziallackierung genutzt. Serviceroboter werden etwa für Überwachung, Transport und Reinigung eingesetzt.

    3D-Druck nutzte im Jahr 2017 im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes etwa jedes achte Unternehmen (13 %) mit mindestens 10 Beschäftigten. Dabei wird 3D-Druck mittels firmeneigener, gemieteter oder geleaster 3D-Drucker und Druckleistungen anderer Unternehmen berücksichtigt. Auch diese Technologie setzten große Industrieunternehmen häufiger ein als kleine Unternehmen: Bei Großunternehmen lag der Anteil bei 35 %, bei mittelgroßen Unternehmen betrug er 19 %. 3D-Druck nutzten 9 % der kleinen Unternehmen.

    Das Statistische Bundesamt hat in der jährlichen Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien in Unternehmen im Jahr 2018 erstmals die Nutzung von Robotern im gleichen Jahr sowie von 3D-Druck im Vorjahr (das heißt 2017) erhoben.

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  • Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin signalisiert für das Schlussquartal mit einem Indexstand von 102 Punkten ein überdurchschnittliches Wachstum: Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal sogar gesunken war, dürfte die deutsche Wirtschaft zum Jahresausklang wieder spürbar um 0,4 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal zulegen.

    Deutsche Wirtschaft wächst – trotz Rückschlag im dritten Quartal – 2018 deutlich

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 28.11.2018

    Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) signalisiert für das Schlussquartal mit einem Indexstand von 102 Punkten ein überdurchschnittliches Wachstum: Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal sogar gesunken war, dürfte die deutsche Wirtschaft zum Jahresausklang wieder spürbar um 0,4 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal zulegen. „Die deutsche Konjunktur kühlt insgesamt zwar etwas ab, eine Rezession steht aber nicht bevor“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Die Wachstumsrate für das gesamte Jahr 2018 dürfte letztlich zwischen 1,4 und 1,6 Prozent liegen – genaueren Aufschluss werden noch ausstehende Produktionszahlen aus der deutschen Industrie liefern, die derzeit für ungewöhnliche Unklarheit sorgen. „Unter dem Strich wird aber so oder so eine ordentliche Wachstumsrate stehen, auch wenn wir zu Beginn des Jahres noch von einer höheren ausgegangen waren“, so Michelsen.

    Engpässe beim neuen Modell-Zertifizierungsverfahren hatten die Fahrzeugproduktion im Sommer belastet. „Die ausgefallene Produktion und der Verkauf der Autos dürften im Winter teilweise nachgeholt werden“, so DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. „Diese Nachholeffekte werden den – auch aufgrund der Lieferprobleme zuletzt rückläufigen – Exporten und dem privaten Konsum zusätzliche Impulse geben.“ Aber auch ohne diese Effekte blieben die Ausfuhren aufwärtsgerichtet, wenngleich sich die weltwirtschaftliche Entwicklung nach dem Boomjahr 2017 allmählich normalisiert. Und auch der Verbrauch der privaten Haushalte wird weiter spürbar zunehmen: Der Arbeitsmarkt brummt nach wie vor, die Einkommen steigen merklich und zum Jahresauftakt werden die von der Bundesregierung beschlossenen Entlastungen bei den Sozialversicherungsbeiträgen in Kraft treten.

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  • Die deutsche Wirtschaft stellt weiter ein, aber weniger kräftig als zuletzt. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 103,5 Punkte gefallen, nach 104,6 Punkten im Oktober.

    Deutlicher Rückgang beim ifo Beschäftigungsbarometer

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 28.11.2018

    Die deutsche Wirtschaft stellt weiter ein, aber weniger kräftig als zuletzt. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im November auf 103,5 Punkte gefallen, nach 104,6 Punkten im Oktober. Die Zahl der Arbeitnehmer in Deutschland wird weiter wachsen, wenn auch langsamer.

    Am deutlichsten ist das Beschäftigungsbarometer im Dienstleistungssektor gesunken. Dort wollen sich mehr Unternehmen mit Neueinstellungen zurückhalten, insbesondere im Bereich Transport und Logistik. Im Handel und der Industrie gab das Barometer nur leicht nach. In beiden Sektoren werden weiterhin Mitarbeiter gesucht. Im Bauhauptgewerbe konnte der Rekord vom Vormonat nochmals überboten werden. Insbesondere der Tiefbau beklagt jedoch einen starken Arbeitskräftemangel.

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  • Am 23.11.2018 wurde die „Europäische Cloud für offene Wissenschaft“ (European Open Science Cloud, EOSC) vorgestellt. Sie soll der Wissenschaft in einer zuverlässigen und offenen Umgebung die Speicherung, Verwaltung, gemeinsame Nutzung und Wiederverwendung von Daten und Ergebnissen ermöglichen.

    European Open Science Cloud für offene Wissenschaft vorgestellt

    Am 23.11.2018 wurde die „Europäische Cloud für offene Wissenschaft“ (European Open Science Cloud, EOSC) vorgestellt.

    Die Cloud, die auf Initiative der EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und der Wissenschaftsgemeinschaft entwickelt wurde, soll der Wissenschaft in einer zuverlässigen und offenen Umgebung die Speicherung, Verwaltung, gemeinsame Nutzung und Wiederverwendung von Daten und Ergebnissen ermöglichen. Daten von rund 1,7 Millionen Forschern und 70 Millionen Experten in den Bereichen der Wissenschaft, Technologie und Geistes- und Sozialwissenschaften sollen für Forschungs-, Innovations- und Bildungszwecke grenzüberschreitend, interdisziplinär und kostenfrei genutzt werden können.

    Um die Cloud bis 2020 aufzubauen (1. Phase), wurden 600 Millionen Euro aus dem Forschungs- und Innovationsprogramm „ Horizon 2020 “ bereitgestellt (2. Phase: EOSC-Weiterentwicklung nach 2020).

    Perspektivisch sollen die Europäische Cloud für offene Wissenschaften und die Europäische Dateninfrastruktur auch für Nutzer aus der Industrie (schrittweise) geöffnet werden. Unternehmen (einschließlich KMU) würden dann zum einen von den öffentlichen Daten als auch von einem kosteneffizienten und leichten Zugang zu Datenspeichern, Datendiensten und modernen Rechenleistungen profitieren.

    Für die Steuerung des Projekts ( Implementation Roadmap for the European Open Science Cloud ) sind das Governance Board (Vertreter der Kommission, der Mitgliedstaaten und der assoziierten Länder), das Executive Board (Expertengruppe aus Vertretern der Interessengruppen) und ein Forum der Interessenvertreter zuständig.

    Parallel wird – wie EOSC auch als Teil der Europäischen Cloud-Initiative aus 2016 – der Aufbau einer Europäische Dateninfrastruktur unter Nutzung von Superrechner-Kapazitäten, Hochleistungs-Internetverbindungen und Großspeichereinrichtungen (HPC) vorangetrieben.

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  • Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt im November ein im Großen und Ganzen moderateres Bild. Während die Anschaffungsneigung ihr ohnehin sehr gutes Niveau sogar noch verbessern kann, müssen sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung leichte Einbußen hinnehmen. Da auch die Sparneigung deutlich zunimmt, prognostiziert GfK für Dezember einen Rückgang des Konsumklimas um 0,2 Zähler auf 10,4 Punkte.

    Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für November 2018

    Konsumklima schließt Jahr mit Einbußen ab

    GfK, Pressemitteilung vom 28.11.2018

    Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt im November ein im Großen und Ganzen moderateres Bild. Während die Anschaffungsneigung ihr ohnehin sehr gutes Niveau sogar noch verbessern kann, müssen sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommenserwartung leichte Einbußen hinnehmen. Da auch die Sparneigung deutlich zunimmt, prognostiziert GfK für Dezember einen Rückgang des Konsumklimas um 0,2 Zähler auf 10,4 Punkte.Die konjunkturelle Schwächephase hinterlässt im November auch bei der Stimmung der Verbraucher Spuren. Sowohl die Konjunktur- als auch die Einkommensaussichten können ihr Niveau des Vormonats nicht ganz behaupten und gehen leicht zurück. Dagegen zeigt sich die Anschaffungsneigung davon bislang unbeeindruckt. Sie kann ihr ohnehin exzellentes Niveau noch einmal geringfügig verbessern. Da zudem die Sparneigung im November einen Sprung nach oben macht, erleidet das Konsumklima zum Jahresende Verluste.

    Konjunkturerwartung: zweiter Rückgang in Folge

    Die etwas schwächere Entwicklung der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal bleibt nicht ohne Wirkung bei den Konjunkturerwartungen der Konsumenten. Der Indikator verliert 1,6 Zähler und sinkt damit auf 17,4 Punkte. Dies ist der zweite Rückgang in Folge. Gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres steht sogar ein Minus von knapp 27 Punkten zu Buche.

    Weltwirtschaftliche Turbulenzen, wie der Handelskonflikt der USA mit China und der EU oder der Brexit, verunsichern zunehmend die deutschen Verbraucher. Sie sehen eine schwächer werdende Konjunkturdynamik und erste dunkle Wolken am Konjunkturhimmel.

    Diese Wahrnehmung zeigt sich inzwischen auch in den realen Zahlen. So sank nach ersten vorläufigen Berechnungen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal gegenüber der Vorperiode um 0,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich wurde ein Plus von 1,1 Prozent ermittelt (Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 440 vom 14.11.2018). Der leichte Rückgang ist nach Meinung der Statistikbehörde vor allem auf rückläufige Exporte zurückzuführen.

    Darüber hinaus ist der Handelskonflikt der EU mit den USA noch nicht abschließend gelöst. Hier drohen nach wie vor höhere Zölle für wichtige Exportgüter in die USA. Schließlich dürfte der bevorstehende Brexit ebenfalls für Verunsicherung sorgen, da noch nicht klar ist, ob der Ausstieg Großbritanniens aus der EU mit oder ohne Vereinbarung vollzogen wird.

    Einkommenserwartung: im Sog schwächerer Konjunkturaussichten

    Zurückgehende Konjunkturerwartungen lassen im November auch die Einkommenserwartung sinken. Mit einem Minus von 4,2 Zählern sinkt der Einkommensindikator auf 50,2 Punkte. Dies ist der niedrigste Wert im aktuellen Jahr, aber immerhin noch gut zwei Zähler mehr als im November 2017. Mit rund 50 Punkten zeigt sich die Einkommenserwartung aber weiterhin überaus positiv.

    Steigende Beschäftigung und damit auch zunehmende Einkommen sind die Grundlage für das sehr gute Niveau des Indikators. Allerdings trüben steigende Preise, vor allem bei Energie, das positive Bild. Benzin und Heizöl sind zuletzt spürbar teurer geworden und haben die Inflation in Deutschland angeheizt. So betrug die Preissteigerung im Oktober im Vergleich zum Vorjahr 2,5 Prozent, der höchste Wert seit mehr als zehn Jahren. Dies knabbert an der Kaufkraft der Konsumenten. Wenn mehr Geld an den Zapfsäulen zu bezahlen ist, fehlt dieses für andere Anschaffungen.

    Anschaffungsneigung trotzt schwierigem Umfeld

    Trotz des insgesamt schwieriger gewordenen Umfeldes behauptet sich die Anschaffungsneigung im November. Sie legt sogar noch einmal leicht zu. Mit einem Plus von 1,6 Zählern klettert der Indikator auf 57,5 Punkte. Dies ist der zweite Anstieg in Folge. Ein höherer Wert wurde mit 60 Punkten zuletzt im April dieses Jahres gemessen.

    Damit stemmt sich die Konsumneigung weiter gegen das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld. Handelskonflikt und Brexit scheinen der Kauflust bislang nicht zu schaden. Und auch die höhere Inflation zeigt noch keine Wirkung. Offenbar dominieren die exzellenten inländischen Rahmenbedingungen. Steigende Erwerbstätigenzahlen dämpfen die Angst vor Jobverlust und sorgen für ansehnliche Einkommenszuwächse. Durch die Kopplung der Renten an die allgemeine Lohnentwicklung werden auch die gesetzlichen Altersbezüge profitieren.

    Konsumklima mit Verlusten

    Als Folge der im Großen und Ganzen moderateren Stimmungsentwicklung und der steigenden Sparneigung sinkt das Konsumklima von 10,6 Punkten im November auf 10,4 Punkte zum Jahresende. Damit muss der Indikator etwas von seinem guten Niveau abgeben. Vor allem höhere Inflationsraten setzen momentan neben der weltwirtschaftlichen Verunsicherung dem Konsumklima etwas zu. GfK bestätigt trotz der Risiken ihre Konsumprognose, wonach die realen privaten Konsumausgaben in diesem Jahr um etwa 1,5 Prozent steigen werden. Damit wird die Binnenkonjunktur 2018 einen wichtigen Beitrag zum Wachstum in Deutschland beitragen.

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  • Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich etwas erholt. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im November auf 12,2 Saldenpunkte gestiegen, von 11,7 Saldenpunkten im Oktober. Die Exporteure behaupten sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld.

    ifo Exporterwartungen gestiegen

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.11.2018

    Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich etwas erholt. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im November auf 12,2 Saldenpunkte gestiegen, von 11,7 Saldenpunkten im Oktober. Die Exporteure behaupten sich in einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld.Für den Anstieg sind vor allem die Chemische Industrie sowie die Nahrungs- und Genussmittelhersteller verantwortlich. Auch die Textilindustrie erwartet steigende Umsätze im Ausland. Merkliche Dämpfer mussten hingegen die Unternehmen aus dem Maschinenbau und der Elektrobranche verkraften. Sie erwarten geringere Zuwachsraten mit Blick auf die kommenden Monate. In der Autoindustrie gibt es gegenwärtig weder eine Auf- noch eine Abwärtstendenz.

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  • Die Stimmung unter den deutschen Firmenchefs sinkt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 102,0 Punkte gefallen, nach 102,9 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Oktober. Dies ist der dritte Rückgang in Folge.

    ifo Geschäftsklimaindex sinkt im November

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.11.2018

    Die Stimmung unter den deutschen Firmenchefs sinkt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im November auf 102,0 Punkte gefallen, nach 102,9 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Oktober. Dies ist der dritte Rückgang in Folge. Die Unternehmen schätzten die aktuelle Lage schlechter ein, wenn auch ausgehend von einem noch hohen Niveau. Ihre Erwartungen trübten sich ebenfalls ein. Dies deutet zusammen mit anderen Indikatoren auf ein Wirtschaftswachstum von allenfalls 0,3 Prozent im vierten Quartal hin. Die deutsche Konjunktur kühlt ab.Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Klima erneut verschlechtert. Treiber dieser Entwicklung waren merklich weniger gute Lagebeurteilungen. Auch die Erwartungen wurden zurückgenommen. Nur noch wenige Industriefirmen erwarten eine Verbesserung in den kommenden sechs Monaten. Die Preise sollen dennoch verstärkt angehoben werden.

    Im Dienstleistungssektor ist der Index gesunken. Dies war auf weniger optimistische Erwartungen zurückzuführen. Die Lageurteile wurden hingegen wieder leicht nach oben korrigiert.

    Auch im Handel fiel der Index. Beide Klimakomponenten gaben im Vergleich zum Vormonat nach. In den Handelssparten verlief die Entwicklung unterschiedlich. Während sich im Einzelhandel das Geschäftsklima deutlich verbesserte, verschlechterte es sich im Großhandel.

    Das Bauhauptgewerbe konnte seine Rekordjagd nicht fortsetzen. Nach zuletzt vier Anstiegen in Folge sank der Index erstmals wieder merklich. Dies war auf deutlich weniger optimistische Geschäftserwartungen zurückzuführen. Auch die Geschäftslage wurde nach unten korrigiert.

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  • Nach einer herben Enttäuschung mit einer sogar leicht negativen Wachstumsrate von -0,2 % im dritten Quartal erwartet KfW Research, dass sich die deutsche Wirtschaft zum Jahresende kurzfristig kräftig erholt. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im vierten Quartal um starke 0,8 % zulegen. Doch selbst mit solch einem Jahresendspurt wird das Realwachstum im Gesamtjahr 2018 nicht über die Potenzialrate hinauskommen.

    Deutsche Konjunktur: nur noch Potenzialwachstum, viele Abwärtsrisiken

    KfW, Pressemitteilung vom 23.11.2018

    • KfW Research erwartet nach herber Enttäuschung im dritten Quartal spürbare Erholung des Wirtschaftswachstums zum Jahresende
    • Jahreswachstumsrate kommt jedoch nicht mehr über Potenzialwachstum hinaus
    • KfW Research revidiert Konjunkturprognose für 2018 auf 1,6 % nach unten (Vorprognose: 1,8 %) und bestätigt Prognose von 1,6 % für 2019

    Nach einer herben Enttäuschung mit einer sogar leicht negativen Wachstumsrate von -0,2 % im dritten Quartal erwartet KfW Research, dass sich die deutsche Wirtschaft zum Jahresende kurzfristig kräftig erholt. Das preis-, saison- und kalenderbereinigte Bruttoinlandsprodukt dürfte im vierten Quartal um starke 0,8 % zulegen. Doch selbst mit solch einem Jahresendspurt wird das Realwachstum im Gesamtjahr 2018 nicht über die Potenzialrate hinauskommen: KfW Research revidiert seine Konjunkturprognose für 2018 auf 1,6 % nach unten (Vorprognose: 1,8 %). Auch im kommenden Jahr dürfte Deutschland in etwa im Tempo seiner Produktionsmöglichkeiten wachsen, KW Research bestätigt die Vorprognose von 1,6 % für 2019.

    Der unerwartete Rückschlag für die deutsche Wirtschaft im dritten Quartal ist zu einem erheblichen Teil auf Produktionsdrosselungen in der Autoindustrie zurückzuführen; von Juli bis September war die Autoproduktion um 7,4 % geringer als im Vorquartal. Dahinter dürften im Wesentlichen die Probleme bei der Zertifizierung der Fahrzeuge nach dem neuen EU-weit gültigen Abgasteststandard WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure) stehen. Diese haben nicht nur die Produktion von Kraftfahrzeugen selbst belastet, sondern auch den privaten Verbrauch und die Exporte, denn innerhalb der EU dürften ab September nur noch nach WLTP zertifizierte Neufahrzeuge verkauft werden. Selbst die Investitionen haben dadurch wohl einen Dämpfer erhalten, da der Erwerb von Fahrzeugen durch Unternehmen zu den Ausrüstungsinvestitionen zählt. Dass im dritten Quartal die Investitionen nicht nur in Bauten, sondern – trotz dieser Belastung – auch in Ausrüstungen zulegen konnten, spricht für weiter vorhandenes Grundvertrauen in die Zukunft.

    „Die Schrumpfung der deutschen Wirtschaft im Sommer wird ein Ausrutscher bleiben. Das legt nicht nur die Zunahme bei den Investitionen nahe, sondern auch der relativ starke Zuwachs der Importe, der auf eine anhaltend kräftige Grunddynamik der Binnennachfrage schließen lässt“, sagt Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe. „Im Schlussquartal dürfte es einen deutlichen Rückprall geben, darüber hinaus aber keine Rückkehr zu dauerhaft hohen Quartalswachstumsraten. Die zuvor sehr kräftige Konjunktur mit dem Jahr 2017 als Höhepunkt kühlt ab.“ Die Zunahme des Bruttoinlandsprodukts werde in diesem und auch im kommenden Jahr mehr oder weniger den gängigen Schätzungen des deutschen Wachstumspotenzials entsprechen. Mehr als 1,6 % seien auch 2019 nicht drin. „Für die Überlebenswahrscheinlichkeit des bereits alten deutschen Aufschwungs ist das sogar günstig, denn die Kapazitäten sind nach neun Jahren ununterbrochenen Wachstums bereits recht eng, besonders am Arbeitsmarkt.“, so Zeuner.

    Die Prognose unterliegt zahlreichen Abwärtsrisiken. Neben dem US-Protektionismus in seinen verschiedenen Aspekten – Eskalation des Handelsstreits mit China, grundsätzlich weiter im Raum stehende Drohung mit Strafzöllen auf europäische Produkte wie Autos – bereiten vor allem der fiskalische Konfrontationskurs Italiens und der Brexit große Sorgen. Sollten zumindest einige dieser Risiken im kommenden Jahr schlagend werden, würde das deutsche Wachstum 2019 wohl erheblich schlechter ausfallen.

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  • Das deutsche Wirtschaftswachstum ist ins Stocken geraten. Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Schnellmeldung am 14.11.2018 mitgeteilt hatte, war das Bruttoinlandsprodukt im dritten Quartal 2018 um 0,2 % niedriger als im zweiten Quartal 2018. Das ist der erste Rückgang zum Vorquartal seit dem ersten Quartal 2015.

    Ausführliche Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung im 3. Quartal 2018

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 23.11.2018

    Das deutsche Wirtschaftswachstum ist ins Stocken geraten. Wie das Statistische Bundesamt bereits in seiner Schnellmeldung am 14. November 2018 mitgeteilt hatte, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2018 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,2 % niedriger als im zweiten Quartal 2018. Das ist der erste Rückgang zum Vorquartal seit dem ersten Quartal 2015. In der ersten Jahreshälfte 2018 war das BIP gestiegen, und zwar um 0,5 % im zweiten und 0,4 % im ersten Quartal.

    Außenwirtschaftliche Entwicklung bremst Wirtschaftswachstum

    Der leichte Rückgang des Bruttoinlandsprodukts im Vorquartalsvergleich war vor allem auf die außenwirtschaftliche Entwicklung im dritten Quartal 2018 zurückzuführen: Nach vorläufigen Berechnungen wurden 0,9 % weniger Waren und Dienstleistungen exportiert als im zweiten Quartal 2018. Gleichzeitig legten die Importe um 1,3 % zu.

    Aus dem Inland kamen gemischte Signale: In Ausrüstungen – darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurden 0,8 % mehr investiert als im Vorquartal, in Bauten sogar 0,9 % mehr. Dagegen gingen die privaten Konsumausgaben um 0,3 % zurück, was unter anderem an der Zurückhaltung der privaten Haushalte beim Kauf von neuen Autos lag. Zusammen mit vermehrten Importen führte dies zu einem überdurchschnittlich starken Vorratsaufbau. Die staatlichen Konsumausgaben lagen leicht über dem Niveau des Vorquartals (+0,2 %).

    Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich gestiegen

    Im Vorjahresvergleich war das preisbereinigte BIP im dritten Quartal 2018 um 1,1 % höher als ein Jahr zuvor (kalenderbereinigt ebenfalls +1,1 %). Nach +2,3 % im zweiten Quartal (kalenderbereinigt: +2,0 %) zeigt sich auch hier ein gebremstes Wirtschaftswachstum.

    Arbeitsproduktivität gesunken

    Die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal 2018 wurde von 45,0 Millionen Erwerbstätigen im Inland erbracht, das waren 556.000 Personen oder 1,3 % mehr als ein Jahr zuvor (siehe Pressemitteilung 437/18 vom 13. November 2018 ).

    Die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen stieg nach ersten vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit um 0,2 %. Das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen – also die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen – erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 %.

    Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität – gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde – ging nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem Vorjahr um 0,3 % zurück. Je Erwerbstätigen sank sie um 0,2 %.

    Wachstumsimpulse im Vorjahresvergleich vor allem von den Investitionen

    Im Vorjahresvergleich kamen positive Impulse im dritten Quartal 2018 vor allem von den Investitionen: In Ausrüstungen wurde deutlich mehr investiert als ein Jahr zuvor (+3,7 %). Die Bauinvestitionen stiegen ebenfalls kräftig (+3,3 %), insbesondere in Wohnbauten wurde mehr investiert als im dritten Quartal 2017. Daneben gab es einen starken Vorratsaufbau. Die Konsumausgaben legten im Vergleich zum Vorjahr leicht zu: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 0,5 % höher, die Konsumausgaben des Staates um 0,9 %.

    Vorläufigen Berechnungen zufolge wurden im dritten Quartal 2018 deutlich mehr Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland importiert als im dritten Quartal 2017 (+3,8 %). Die Exporte stiegen im selben Zeitraum um 1,1 %.

    Bruttowertschöpfung in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gestiegen

    Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung war im dritten Quartal 2018 insgesamt um 1,0 % höher als ein Jahr zuvor. In den einzelnen Wirtschaftsbereichen entwickelte sie sich aber sehr unterschiedlich. Den stärksten Anstieg gab es im Baugewerbe (+4,2 %), gefolgt vom Bereich Information und Kommunikation (+3,1 %) und von den Unternehmensdienstleistern (+1,3 %). Im Verarbeitenden Gewerbe gab es dagegen im Vorjahresvergleich einen leichten Rückgang von 0,1 %.

    Brutto- und Nettolöhne gestiegen

    In jeweiligen Preisen war sowohl das Bruttoinlandsprodukt als auch das Bruttonationaleinkommen um 3,0 % höher als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt sowie den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, nahm nach ersten vorläufigen Berechnungen insgesamt ebenfalls zu (+2,4 %). Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer waren um 5,0 % höher als ein Jahr zuvor, die Nettolöhne und -gehälter um 5,1 %. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 2,9 %, die privaten Konsumausgaben um 2,1 %. Daraus errechnet sich für die Sparquote der privaten Haushalte im dritten Quartal 2018 ein vorläufiger Wert von 9,0 %.

    Ergebnisse für das erste und zweite Quartal 2018 überarbeitet

    Neben der Erstberechnung des dritten Quartals 2018 wurden auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse des ersten und zweiten Quartals 2018 überprüft und, soweit erforderlich, revidiert. Die ersten vorläufigen Ergebnisse werden überarbeitet, um neu verfügbare statistische Informationen einzuarbeiten. Die Datennutzerinnen und -nutzer können somit auf die zum jeweiligen Veröffentlichungszeitpunkt bestmöglichen Ergebnisse für Analysen und Prognosen zurückgreifen. Wie bereits in der Schnellmeldung am 14. November 2018 berichtet, ergaben sich dabei für das Bruttoinlandsprodukt keine Korrekturen der bisherigen Ergebnisse für das erste und zweite Quartal. Dennoch kann es, wie üblich bei saison- und kalenderbereinigten Reihen, zu geänderten Ergebnissen in der gesamten Zeitreihe ab 1991 kommen.

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  • Eurochambres hat seine Konjunkturumfrage 2019 vorgelegt. Sie basiert auf den Antworten von rund 45.000 Unternehmen aus mehr als 20 Ländern – und deren Erwartungen an die Geschäftsentwicklung sinken. Einer der Gründe ist das zunehmend schwierige Exportgeschäft. Der DIHK nennt die Stellschrauben, an denen jetzt gedreht werden muss, um die Prosperität in Europa zu sichern.

    Stimmung bei europäischen Unternehmen trübt sich ein

    DIHK, Mitteilung vom 22.11.2018

    Die Unternehmen in Europa blicken nur noch verhalten optimistisch auf die Entwicklung im nächsten Jahr. Das zeigt die Konjunkturumfrage von Eurochambres, dem Dachverband der europäischen Kammern. Ausgewertet wurden die Antworten von rund 45.000 Unternehmen aus mehr als 20 Ländern. Das Ergebnis: Der Erwartungsindex sinkt leicht – allerdings ausgehend vom Rekordwert im Vorjahr.

    Aufschwung in der EU verliert an Fahrt

    Im letzten Jahr ist die Wirtschaft der EU-Staaten um 2,4 Prozent gewachsen – so kräftig wie zuletzt 2007. Nun dürfte die EU nach dem Aufholen nach der Krise auf einen deutlich verhalteneren Wachstumspfad einschwenken. Zwar ist die Binnenwirtschaft weiter eine wichtige Konjunkturstütze. Die Aussicht für das Ausfuhrgeschäft wird von den Unternehmen aber deutlich schlechter eingeschätzt. Die Exporterwartungen fallen und sind damit so schwach wie zuletzt im Jahr 2013.

    Exportgeschäft wird schwieriger

    Ein wichtiger Grund hierfür: Der weltweite Handel hat zuletzt deutlich an Schwung eingebüßt. Der DIHK rechnet für 2019 nur noch mit einem Welthandelswachstum von 3,7 Prozent. Damit expandiert der globale Handel deutlich schwächer als im Schnitt der letzten 20 Jahre (5,1 Prozent). Der handelspolitische Kurs der USA sowie die Schwächung der Welthandelsorganisation (WTO) sorgen bei vielen Unternehmen für Unsicherheit. Hier geht es um die Grundfesten des Außenhandels: Mit vielen wichtigen Handelspartnern wie den USA, Indien, China oder Russland machen europäische Unternehmen Geschäfte auf Basis von WTO-Regeln. Zwar ist Europa im Gespräch mit den USA. Es ist jedoch keinesfalls sicher, ob eine Einigung im Sinne der europäischen Wirtschaft gefunden wird. Gleichzeitig rückt der Austritt des Vereinigen Königreichs aus der Europäischen Union (EU) in großen Schritten näher – Ausgang ungewiss.

    Beschäftigung steigt weiter, Fachkräfteengpässe nehmen zu

    Die Arbeitslosenquote in der EU lag im dritten Quartal 2018 bei 6,8 Prozent und damit so niedrig wie seit über zehn Jahren nicht mehr. Auch im nächsten Jahr dürfte die Zahl der Erwerbstätigen weiter steigen: Der Beschäftigungsindex liegt nur knapp unter dem Höchststand der Vorumfrage. Die gute Arbeitsmarktsituation birgt für die Betriebe in Europa jedoch auch Herausforderungen. So sehen jeweils 42 Prozent der Unternehmen die Entwicklung der Arbeitskosten und den Fachkräftemangel als die Hauptrisiken für ihre Geschäftsentwicklung.

    Stellschrauben für Europa

    Angesichts des insgesamt unsicheren Ausblicks – gerade für das Exportgeschäft – wird deutlich, dass Wachstum kein Selbstläufer ist. Entscheidende Stellschrauben für Prosperität in Europa sind etwa die Weiterentwicklung des Binnenmarktes, eine dem technischen Fortschritt entsprechende digitale Infrastruktur sowie ein spürbarer Bürokratieabbau. Unter anderem sollten Unternehmen, die Dienstleistungen in anderen EU-Mitgliedstaaten erbringen, die bürokratischen Formalitäten künftig bereits bei ihrer Heimatbehörde erledigen können. Mit Blick auf die handelspolitischen Konflikte ist es zudem wichtiger denn je, dass die Europäische Union mit einer Stimme spricht und der Schwächung des regelbasierten Welthandelssystems geschlossen entgegentritt.

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  • Die EU-Kommission hat die wirtschaftlichen und sozialen Prioritäten der EU für 2019 dargelegt. Ziel ist ein inklusives und nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig sollen die Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten widerstandsfähiger gemacht werden. Für Deutschland bleibt der anhaltend hohe Leistungsbilanzüberschuss ein Problem.

    Wirtschaftspolitische Steuerung: Das Wachstum muss inklusiver und nachhaltiger werden

    EU-Kommission, Pressemitteilung vom 21.11.2018

    Die Kommission hat am 21.11.2018 die wirtschaftlichen und sozialen Prioritäten der EU für 2019 dargelegt. Der Zyklus des Europäischen Semesters 2019 für die Koordinierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik beginnt vor einem Hintergrund eines anhaltenden, aber weniger dynamischen Wachstums, das von hoher Unsicherheit geprägt ist. Seit 2014 ist schon viel erreicht worden. Es muss jedoch noch mehr getan werden, um ein inklusives und nachhaltiges Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen zu fördern und gleichzeitig die Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten widerstandsfähiger zu machen. Für Deutschland bleibt der anhaltend hohe Leistungsbilanzüberschuss ein Problem.

    Valdis Dombrovskis, Vizepräsident für den Euro und den sozialen Dialog, der auch für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und Kapitalmarktunion zuständig ist, erklärte: „Die wirtschaftliche Entwicklung in Europa ist derzeit gut. Steigende Risiken deuten aber darauf hin, dass das nicht von Dauer sein wird. Die EU-Länder müssen mit gezielten Investitionen und neue Reformbemühungen ihre Wachstumsgrundlagen stärken und die Produktivität steigern. Im Bereich der Haushaltspolitik ist es an der Zeit, die öffentlichen Schuldenstände zu verringern und wieder Kapitalpuffer aufzubauen. Dadurch erhalten wir den nötigen Handlungsspielraum für den nächsten Abschwung. Jetzt ist zudem der Zeitpunkt gekommen, an dem wir Fortschritte bei der Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion Europas erzielen müssen.“

    Durch diese Maßnahmen werden die Voraussetzungen für eine dauerhafte makrofinanzielle Stabilität geschaffen. Zudem sichern sie die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der EU. Dies wiederum wird den Boden für mehr und bessere Arbeitsplätze bereiten, für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen und einen höheren Lebensstandard für die Menschen in Europa bringen.

    Das vorgelegte Paket beruht auf der Herbstprognose 2018 und den von Präsident Juncker in seiner Rede zur Lage der Union 2018 genannten Prioritäten.

    Die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige Kommissarin Marianne Thyssen sagte: „Die wirtschaftliche Erholung der letzten Jahre ging mit der Schaffung besonders vieler Arbeitsplätze einher. Die Arbeitslosigkeit ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. Gleichzeitig nehmen immer mehr Menschen am Arbeitsmarkt teil. Die Erwerbsquote hat einen Rekordwert erreicht und ist mittlerweile sogar höher als in den USA. Es sind nun die Voraussetzungen dafür gegeben, dass wir mehr in unsere Gesellschaften und die Menschen investieren können, damit dieser Aufschwung auf Dauer allen, auch den künftigen Generationen, zugutekommt.“

    Pierre Moscovici, Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll, fügte hinzu: „Die EU-Wirtschaft kennt weiterhin ein gesundes Wachstum. Mit der heutigen Politikempfehlung möchte die Kommission sicherstellen, dass die Wirtschaft ihre Dynamik behält und noch widerstandsfähiger wird. In einem zunehmend unsicheren globalen Kontext dürfen wir nämlich nichts als gegeben hinnehmen. Für einen auch langfristig prosperierenden Euro-Raum brauchen wir nicht nur solide öffentliche Finanzen, sondern auch wettbewerbsfähige Volkswirtschaften und inklusive Gesellschaften.“

    Die außergewöhnlich günstige Weltwirtschaftslage und das Niedrigzinsumfeld im vergangenen Jahr haben sich positiv auf das Wachstum, die Beschäftigung, den Schuldenabbau und die Investitionen in der EU und im Euro-Raum ausgewirkt. Es wird davon ausgegangen, dass aufgrund der starken Binnennachfrage und der Investitionstätigkeit alle Mitgliedstaaten weiter wachsen werden, wenn auch langsamer.

    Wenn größere Schocks ausbleiben, sollte Europa in der Lage sein, auch künftig für ein über dem Potenzialwachstum liegendes Wirtschaftswachstum, einen kräftigen Beschäftigungsschub und sinkende Arbeitslosenzahlen zu sorgen. Die öffentlichen Finanzen der Mitgliedstaaten des Euro-Raums haben sich erheblich verbessert und das aggregierte öffentliche Defizit des Euro-Raums liegt mittlerweile bei unter 1 Prozent. In mehreren Ländern sind die Schulden jedoch nach wie vor hoch. Da die Wirtschaft weiter wächst, ist es höchste Zeit, die Haushaltspuffer aufzubauen, die erforderlich sind, um den nächsten Abschwung zu bewältigen und mögliche Auswirkungen auf die Beschäftigung und soziale Konsequenzen abzufedern.

    Jahreswachstumsbericht 2019

    Im Jahreswachstumsbericht, in dem die allgemeinen wirtschaftlichen und sozialen Prioritäten für das kommende Jahr festgelegt werden, werden die EU und ihre Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, entschlossene und konzertierte politische Maßnahmen für ein inklusives und nachhaltiges Wachstum zu ergreifen. Auf nationaler Ebene sollten sich die politischen Anstrengungen darauf konzentrieren, für hochwertige Investitionen zu sorgen, Reformen zur Steigerung des Produktivitätswachstums, der Inklusivität und der institutionellen Kapazität anzugehen und dabei weiterhin eine makrofinanzielle Stabilität und solide öffentliche Finanzen zu gewährleisten. Auf EU-Ebene sind die Vertiefung des Binnenmarkts, die Vollendung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) und weitere Fortschritte bei den Grundsätzen der europäischen Säule sozialer Rechte vorrangig.

    Warnmechanismus-Bericht: Deutschlands Leistungsbilanzüberschuss bleibt problematisch

    Im Warnmechanismus-Bericht (WMB), der zur Erkennung makroökonomischer Ungleichgewichte dient, wurden 13 Mitgliedstaaten genannt, die 2019 einer eingehenden Überprüfung unterzogen werden sollen. Dabei wird bewertet, ob die betreffenden Länder tatsächlich makroökonomische Ungleichgewichte aufweisen. Die Mitgliedstaaten, bei denen Ungleichgewichte in der letzten Runde des Verfahrens bei makroökonomischen Ungleichgewichten festgestellt wurden, werden im Jahr 2019 standardmäßig einer eingehenden Überprüfung unterzogen. Hierbei handelt es sich um Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, Kroatien, die Niederlande, Portugal, Schweden, Spanien und Zypern. Griechenland und Rumänien werden ebenfalls Gegenstand einer eingehenden Überprüfung sein.

    Im März 2018 stellte die Kommission in Deutschland makroökonomische Ungleichgewichte fest, die insbesondere den hohen Leistungsbilanzüberschuss betreffen; dahinter steht eine gemessen an den Ersparnissen verhaltene Investitionstätigkeit im privaten und im öffentlichen Sektor. Die Leistungsbilanz weist nach wie vor sehr hohe Überschüsse auf, wenngleich diese 2017 auf Jahresbasis leicht zurückgegangen sind. Angesichts der stetig wachsenden Binnennachfrage dürfte sich der Leistungsbilanzüberschuss zwar weiter verringern, aber auf einem hohen Niveau bleiben. Der öffentliche Schuldenstand ging weiter zurück und dürfte bis 2019 unter den Schwellenwert von 60 Prozent des BIP fallen, während der erhebliche Rückstand bei den öffentlichen Investitionen weiter besteht.

    Ein symmetrischer Abbau der Ungleichgewichte im Euro-Währungsgebiet würde dazu beitragen, zu nachhaltigem Wachstum zurückzukehren und gleichzeitig eine makroökonomisch stabile Zukunft zu gewährleisten. Die Stimulierung von Investitionen und die Überwindung der Lohnträgheit in Netto-Gläubigerländern wie Deutschland würde dazu beitragen, anhaltend hohe Überschüsse abzubauen und gleichzeitig das Wachstumspotenzial zu stützen und hinsichtlich der Wachstumsaussichten die Abhängigkeit von der Auslandsnachfrage zu verringern.

    Entwurf des Gemeinsamen Beschäftigungsberichts 2019

    Im Entwurf des Gemeinsamen Beschäftigungsberichts werden die Beschäftigungssituation und die soziale Lage in Europa analysiert. Wie aus dem Bericht hervorgeht, hält die Schaffung von Arbeitsplätzen an, geht die Arbeitslosigkeit zurück und verbessert sich die soziale Lage in der gesamten EU. Der Bericht enthält auch die Ergebnisse des sozialpolitischen Scoreboards, mit dem die Leistung der Mitgliedstaaten vor dem Hintergrund der Grundsätze der europäischen Säule sozialer Rechte analysiert wird.

    Im zweiten Quartal 2018 erreichte die Zahl der Erwerbstätigen in der EU mit 239 Millionen Beschäftigten ihren bisherigen Höchststand. Seit dem Amtsantritt der Juncker-Kommission wurden rund 12 Millionen Arbeitsplätze geschaffen. Der Anteil der Bürger, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, sank 2017 gegenüber dem Vorjahr beträchtlich, nämlich um über fünf Millionen Menschen, die nicht mehr unter Armut oder sozialer Ausgrenzung leiden. Insgesamt sind weniger Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht als vor der Krise.

    Die wirtschaftliche Erholung hat jedoch noch nicht alle gesellschaftlichen Gruppen erreicht. Die Beschäftigungsquote älterer Arbeitskräfte ist in den letzten zehn Jahren erheblich gestiegen, während bei jungen Menschen, Geringqualifizierten und Menschen mit Migrationshintergrund die Beschäftigungsfähigkeit in einer Reihe von Mitgliedstaaten nach wie vor zu wünschen übrig lässt. Die Teilhabe von Frauen am Arbeitsmarkt nimmt weiter rasch zu, was jedoch noch zu keiner nennenswerten Verringerung des Lohn- oder Rentengefälles zwischen Frauen und Männern geführt hat.

    Die Haushaltseinkommen steigen, liegen aber in einigen Mitgliedstaaten immer noch unter dem Vorkrisenniveau. Das Reallohnwachstum zog 2018 an, bleibt jedoch hinter dem Produktivitätswachstum zurück und liegt unter dem Niveau, das angesichts des positiven Arbeitsmarkts und der positiven Wirtschaftsleistung zu erwarten wäre. Grundsätzlich geben Ungleichverteilung und Armut weiterhin Anlass zur Sorge.

    Empfehlung zur Wirtschaftspolitik des Euro-Währungsgebiets

    Die Empfehlung zur Wirtschaftspolitik des Euro-Währungsgebiets, in der konkrete, Maßnahmen dargelegt werden, die für das Funktionieren des Euro-Raums entscheidend sind, wurde gestrafft, damit die zentralen Herausforderungen stärker in den Fokus rücken. In der Empfehlung wird dazu aufgerufen, Maßnahmen für ein inklusives und nachhaltiges Wachstum und mehr Krisenfestigkeit, zur Beseitigung von Ungleichgewichten sowie für mehr Konvergenz im Euro-Raum zu ergreifen. Vorrang sollen Reformen zur Steigerung der Produktivität und des Wachstumspotenzials, zur Vertiefung des Binnenmarkts, zur Optimierung der Rahmenbedingungen für Unternehmen, zur Förderung von Investitionen und zur Verbesserung des Arbeitsmarkts haben.

    Die Kommission empfiehlt, die Qualität und die Zusammensetzung der öffentlichen Finanzen zu verbessern und wieder Haushaltspuffer aufzubauen, um beim nächsten Abschwung über mehr Spielraum zu verfügen. Mitgliedstaaten mit Leistungsbilanzdefiziten sollten versuchen, die Produktivität zu steigern und die Auslandsverschuldung zu verringern. Mitgliedstaaten mit Leistungsbilanzüberschüssen – wie Deutschland und die Niederlande – sollten verstärkt günstige Bedingungen für Investitionen und Lohnwachstum schaffen.

    Die Kommission empfiehlt zudem, die Arbeit steuerlich zu entlasten, die Bildungssysteme und die Investitionen in den Erwerb von Kompetenzen und Qualifikationen zu fördern und die Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik sowie die Systeme des sozialen Schutzes wirksamer und bedarfsgerechter zu gestalten. Dies entspricht den Grundsätzen der europäischen Säule sozialer Rechte.

    Die Kommission fordert darüber hinaus, bei der Vollendung der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion im Einklang mit den Vorschlägen der Kommission – einschließlich jener, die das Reformhilfeprogramm und die Europäische Investitionsstabilisierungsfunktion im Rahmen des Vorschlags für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2021-2027 betreffen – rasche Fortschritte zu erzielen.

    In der Empfehlung wird außerdem dazu aufgerufen, die Arbeiten an der Bankenunion fortzuführen, indem die Letztsicherung für den einheitlichen Abwicklungsfonds eingeführt und ein europäisches Einlagenversicherungssystem eingerichtet wird. Die Finanzintegration sollte auch durch eine Stärkung der europäischen Regulierungs- und Aufsichtsstruktur vorangetrieben werden. Die Bemühungen zum Abbau notleidender Kredite sollten fortgesetzt und Anhäufungen solcher Kredite in Zukunft verhindert werden. Die Annahme des im November 2016 vorgelegten Bankenpakets bis Ende dieses Jahres bleibt ein ganz entscheidender Faktor für die Vollendung der Bankenunion. Ein stärker integrierter Finanzsektor mit einer vollendeten Bankenunion und einer echten Kapitalmarktunion wird auch dazu beitragen, die internationale Bedeutung des Euro zu stärken, sodass seine Rolle dem Gewicht des Euro-Währungsgebiets in der Welt eher entspricht.

    Nächste Schritte

    Die Kommission fordert den Rat auf, das Paket zu erörtern und die heute vorgelegten Leitlinien zu billigen. Sie hofft auf eine ergiebige Debatte mit dem Europäischen Parlament über die politischen Prioritäten für die EU und den Euro-Raum und sieht einer im Rahmen des Europäischen Semesters erfolgenden weiteren Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern und Interessenträgern auf allen Ebenen erwartungsvoll entgegen.

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  • Fast zwei Drittel aller Unternehmen (63 Prozent) bilden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Digitalthemen weiter. Das hat eine gemeinsame Studie des TÜV-Verbands und des Digitalverbands Bitkom ergeben. Die Mitarbeiter brauchen die richtigen Kompetenzen, um die digitale Transformation voranzutreiben. Eine moderne Weiterbildungskultur sei dafür der Schlüssel.

    Weiterbildung zu Digitalthemen boomt

    Bitkom, Pressemitteilung vom 19.11.2018

    • 63 Prozent der Unternehmen bieten Fortbildungen zu Digitalkompetenzen an
    • Aber: Zu wenig Zeit und finanzielle Mittel für regelmäßige Schulungen
    • Strategische Verankerung und stärkere politische Förderung notwendig
    • Gemeinsame Studie von TÜV-Verband und Bitkom zur beruflichen Weiterbildung

    Fast zwei Drittel aller Unternehmen (63 Prozent) bilden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Digitalthemen weiter. Das hat eine gemeinsame Studie des TÜV-Verbands und des Digitalverbands Bitkom ergeben, für die 504 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland befragt wurden.

    Zum Vergleich: Vor zwei Jahren haben erst 36 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern Fortbildungen angeboten, damit sie digitale Kompetenzen erwerben und vertiefen können. „Den digitalen Wandel in den Unternehmen müssen auch die Beschäftigen gestalten“, sagte Dr. Michael Fübi, Präsident des TÜV-Verbands (VdTÜV), bei Vorstellung der Studienergebnisse in Berlin. „Die Mitarbeiter brauchen die richtigen Kompetenzen, um die digitale Transformation voranzutreiben. Eine moderne Weiterbildungskultur ist dafür der Schlüssel.“ Vier von fünf Befragten (78 Prozent) sind der Meinung, dass digitale Kompetenzen genauso wichtig werden wie fachliche oder soziale Kompetenzen. Weitere 18 Prozent halten digitale Kompetenzen in Zukunft sogar für die wichtigste Fähigkeit von Arbeitnehmern. „Digitale Weiterbildung boomt. Eine gute Qualifikation und die Bereitschaft zu einer stetigen Weiterqualifizierung sichern langfristig Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ermöglichen Teilhabe in der digitalen Welt“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. „Weiterbildung und lebenslanges Lernen müssen deshalb raus aus dem Podiumssprech und rein in die unternehmerische Praxis. Digitalkompetenz gehört dabei in den Mittelpunkt.“

    Nahezu alle Befragten sind sich einig, dass lebenslanges Lernen im Zusammenhang mit der Digitalisierung immer wichtiger wird (99 Prozent). Schule, Ausbildung und Studium reichen heute nicht mehr für das gesamte Berufsleben aus und müssen durch regelmäßige Fortbildungen im Arbeitsalltag ergänzt werden. Dieser Aussage stimmen 95 Prozent der Unternehmen zu. Die betriebliche Realität sieht laut den Ergebnissen der Studie in der Regel allerdings anders aus. Im Schnitt können Beschäftigte jährlich nur 2,3 Arbeitstage für Weiterbildungen aller Art nutzen. Dafür stehen jedem Mitarbeiter durchschnittlich 709 Euro zur Verfügung. Zum Vergleich: Ein Seminartag bei einem externen Anbieter kostet durchschnittlich etwa 450 bis 500 Euro. „Die Weiterbildungsbudgets sind in vielen Unternehmen knapp bemessen“, sagte Fübi. Besonders problematisch sei, dass jedes fünfte Unternehmen gar nicht weiterbildet (21 Prozent).

    Mit einem Anteil von 57 Prozent hat die Mehrheit der Unternehmen keine Strategie für die Vermittlung digitaler Kompetenzen. Zu den Digitalkompetenzen zählen die individuellen Kompetenzen der Beschäftigten im Umgang mit digitalen Geräten wie Computern, Smartphones oder Tablets und bei der Nutzung digitaler Anwendungen wie Software oder Apps, aber auch Grundkenntnisse im Programmieren. „Für die Weiterbildung zu Digitalthemen ist ein strategischer Ansatz sinnvoll und notwendig“, betonte Fübi. „Die Weiterbildungsstrategie sollte sich aus einer zentralen Digitalstrategie ableiten. Nur dann können Schulungen Mitarbeiter gezielt fördern und gleichzeitig auf die übergeordneten Ziele des Unternehmens einzahlen.“ Daneben sei es notwendig, digitale Kompetenzen zeitgemäß zu vermitteln. Fübi: „Berufliches Lernen muss Spaß machen und sich wie selbstverständlich in den beruflichen Alltag einfügen.“

    Ein geeignetes Mittel dafür sind digitale Lernmethoden. Zwar sind acht von zehn Unternehmen (79 Prozent) gegenüber E-Learning aufgeschlossen. Allerdings nutzt nur jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) auch digitale Lernangebote. „Auch, wenn digitale Lernformaten in vielen Unternehmen bereits bekannt sind, stehen wir bei der digitalen Transformation der Weiterbildung erst am Anfang. Noch immer ist die Weiterbildung in Deutschland vor allem durch konventionelle Präsenzformate geprägt“, sagte Berg. Dabei seien digitale Angebote viel leichter in den Arbeitsalltag zu integrieren und steigerten zudem Motivation und Lernerfolg. Berg: „Nie war es für Mitarbeiter einfacher, unabhängig von Zeit und Ort zu lernen – direkt am Arbeitsplatz, auf Bahnfahrten, im Wartezimmer oder in der Mittagspause. Zudem können die Inhalte besser und zielgerichteter vermittelt werden. Neue Technologien wie das sogenannte adaptive Learning passen das Lernangebot genau an den individuellen Wissensstand und Lernfortschritt des Nutzers an.“

    Aus Sicht von Bitkom und TÜV-Verband sollten Unternehmen eine Weiterbildungskultur etablieren, um berufliches Lernen lebenslang zu ermöglichen. Grundlage dafür sei eine Weiterbildungsstrategie rund um digitale Kompetenzen und die Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel. „Digitale Weiterbildung ist kein Nice-to-Have, sondern ein Muss“, sagte Berg. Neben stärkeren Anstrengungen der Wirtschaft könne die Politik die betriebliche Weiterbildung gezielt fördern. Vier von fünf Unternehmen fordern steuerliche Vergünstigungen für Weiterbildungsausgaben (81 Prozent). Zudem sollten Ausgaben für Schulungen auch für die Beschäftigten ohne Höchstgrenze steuerlich absetzbar sein (73 Prozent) und neue Modelle wie das so genannte Bildungssparen staatlich gefördert werden (59 Prozent). Bitkom und TÜV-Verband schlagen außerdem vor, in den Bundesländern Kompetenzzentren für digitale Weiterbildung und Arbeit 4.0 einzurichten. „Die Bildungszentren könnten als neutrale Anlaufstelle für interessierte Unternehmen und Arbeitnehmer dienen. Hier können zudem neue Bildungskonzepte entwickelt und in der Praxis erprobt werden“, sagte Berg. Berufliche Bildung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Unternehmen profitieren von digital qualifizierten Mitarbeitern. Die Beschäftigten bekommen ihrerseits bessere Jobs und bleiben auch im fortgeschrittenen Alter attraktiv für den Arbeitsmarkt. Kluge Köpfe sind das wichtigste Kapital im digitalen Deutschland. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten.“

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  • Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Oktober 2018 um 3,3 % höher als im Oktober 2017. Einen stärkeren Anstieg im Vorjahresvergleich hatte es zuletzt mit +3,5 % im Dezember 2011 gegeben. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,3 % und damit weniger stark als im September 2018 (+0,5 %).

    Erzeugerpreise Oktober 2018: +3,3 % gegenüber Oktober 2017

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.11.2018

    Erzeugerpreise gewerblicher Produkte, Oktober 2018

    • +0,3 % zum Vormonat
    • +3,3 % zum Vorjahresmonat

    Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Oktober 2018 um 3,3 % höher als im Oktober 2017. Einen stärkeren Anstieg im Vorjahresvergleich hatte es zuletzt mit +3,5 % im Dezember 2011 gegeben. Im September 2018 hatte die Jahresveränderungsrate bei +3,2 % gelegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Erzeugerpreise im Oktober gegenüber dem Vormonat um 0,3 % und damit weniger stark als im September 2018 (+0,5 %).

    Auch im Oktober 2018 wirkte sich die Preisentwicklung bei Energie am stärksten auf die Entwicklung der Erzeugerpreise insgesamt aus. Energie war um 9,4 % teurer als ein Jahr zuvor. Eine höhere Teuerungsrate gegenüber dem Vorjahr hatte es letztmalig im November 2011 gegeben (+10,4 %). Gegenüber September 2018 stiegen die Energiepreise um 1,1 %.

    Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise um 1,6 % höher als im Oktober des Vorjahres. Gegenüber September 2018 blieben sie unverändert.

    Vorleistungsgüter waren im Oktober 2018 um 2,3 % teurer als im Oktober 2017. Gegenüber dem Vormonat September waren die Preise unverändert. Futtermittel für Nutztiere kosteten 12,5 % mehr als im Vorjahresmonat (-0,5 % gegenüber September 2018). Die Preise für chemische Grundstoffe waren 5,1 % höher als ein Jahr zuvor. Metalle kosteten 2,8 % mehr als im Oktober 2017 (+0,2 % gegenüber September 2018). Billiger als im Oktober 2017 waren unter anderem nichtmetallische Sekundärrohstoffe (-18,1 %) sowie Nichteisenmetalle und Halbzeug daraus (-3,3 %).

    Investitionsgüter waren im Oktober 2018 um 1,4 % teurer als im Oktober 2017, Gebrauchsgüter um 1,7 % (jeweils +0,1 % gegenüber September 2018).

    Im Oktober 2018 waren die Preise für Verbrauchsgüter 0,2 % höher als im Oktober 2017, im Vergleich zum Vormonat September gingen sie um 0,3 % zurück. Nahrungsmittel waren 0,6 % billiger als im Oktober 2017, ebenso stark war der Preisrückgang gegenüber dem Vormonat September. Billiger als im Oktober 2017 waren insbesondere Zucker (-25,8 %), Butter (-22,2 %), Schweinefleisch (-5,5 %) und Kaffee (-2,9 %). Dagegen war Rindfleisch 5,6 % teurer als im Vorjahresmonat. Backwaren kosteten 4,2 % mehr. Die Preise für Obst- und Gemüseerzeugnisse erhöhten sich um 2,2 %.

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  • Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag lt. Eurostat im Oktober 2018 bei 2,2 %, gegenüber 2,1 % im September 2018. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,4 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Oktober 2018 ebenfalls bei 2,2 %, gegenüber 2,1 % im September 2018. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,7 % betragen.

    Jährliche Inflationsrate im Euroraum im Oktober 2018 auf 2,2 % gestiegen

    Anstieg in der EU ebenfalls auf 2,2 %

    Eurostat, Pressemitteilung vom 16.11.2018

    Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Oktober 2018 bei 2,2 %, gegenüber 2,1 % im September 2018. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,4 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Oktober 2018 ebenfalls bei 2,2 %, gegenüber 2,1 % im September 2018. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,7 % betragen. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht.

    Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Dänemark (0,7 %), Portugal (0,8 %) und Irland (1,1 %) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Estland (4,5 %), Rumänien (4,2 %) und Ungarn (3,9 %) verzeichnet.

    Gegenüber September 2018 ging die jährliche Inflationsrate in acht Mitgliedstaaten zurück, blieb in fünf unverändert und stieg in vierzehn an.

    Im Oktober 2018 kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Energie (+1,02 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Dienstleistungen (+0,65 Pp.), Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,42 Pp.) sowie Industriegütern ohne Energie (+0,11 Pp.).

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  • Die Wachstumsaussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen spürbar eingetrübt. Das signalisieren die neuesten Werte, die der IMK-Konjunkturindikator der Hans-Böckler-Stiftung liefert. Für den Zeitraum von November bis Ende Januar ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft in eine Rezession gerät, auf 15 Prozent gestiegen.

    Rezessionsgefahr steigt auf 15 Prozent

    Konjunkturampel bleibt aber noch im grünen Bereich

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 15.11.2018

    Die Wachstumsaussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich in den vergangenen Wochen spürbar eingetrübt. Das signalisieren die neuesten Werte, die der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung liefert. Für den Zeitraum von November bis Ende Januar ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft in eine Rezession gerät, auf 15 Prozent gestiegen. Im Oktober hatte das IMK-Wachstumsradar, das die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, noch ein Rezessionsrisiko von lediglich sechs Prozent für die folgenden drei Monate ausgewiesen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland in einen Wirtschaftsboom eintritt, gesunken: Von knapp 35 Prozent im Oktober auf gut 24 Prozent im November. Das Verhältnis der beiden Werte macht aber auch deutlich, warum der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator trotz der Verschlechterung noch „grün-gelb“ zeigt. Das steht für eine Phase mit fortgesetzt solidem Wachstum. Das IMK ist optimistisch, dass die Delle, die die Konjunktur durch den leichten BIP-Rückgang im 3. Quartal erhalten hat, zum Jahresende wieder ausgeglichen wird.

    Der Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit beruht nach Analyse des IMK hauptsächlich auf den schwächeren Daten von den Finanzmärkten, der Rückgang der Börsenkurse spielt eine zentrale Rolle. Auch der ifo-Geschäftsklimaindex, der zuletzt wieder leicht gesunken ist, trägt zur Eintrübung bei, während von den Auftragseingängen, die zuletzt keinen klaren Trend zeigten, keine nennenswerten Impulse kommen. Die weiterhin günstigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen führen dazu, dass der Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit nicht höher ausgefallen ist.

    Angesichts der aktuellen BIP-Daten und der Indikatorwerte hält das IMK an seiner Prognose fest, die von einem anhaltenden moderaten Aufschwung ausgeht. Die weiterhin gute Beschäftigungsentwicklung und spürbar steigende Löhne sind wichtige Faktoren dafür, so das Institut. „Die Turbulenzen in der Weltkonjunktur lassen den Konjunkturmotor stottern, die bislang solide Binnennachfrage sorgt dafür, dass er nicht absäuft“, sagt Prof. Dr. Gustav A. Horn, der wissenschaftliche Direktor des IMK.

    In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Neu ist, dass der Indikator nicht nur die Wahrscheinlichkeit wirtschaftlicher Turbulenzen ausweist, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines Wirtschaftsbooms.

    Der IMK-Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

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