Wirtschaft

  • Die große Mehrheit der Start-ups in Deutschland benötigt in den kommenden zwei Jahren frisches Geld. Gerade einmal 2 Prozent geben an, dass sie keinen Kapitalbedarf haben, 71 Prozent benötigen dagegen neue Mittel, rund jedes Vierte will dazu keine Angaben machen. Der durchschnittliche Kapitalbedarf beträgt dabei lt. Bitkom 3,3 Mio. Euro – und durch die Corona-Krise sehen viele eine deutlich gesunkene Chance für eine erfolgreiche Finanzierung.

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  • Im April 2020 haben die deutschen Amtsgerichte 1.465 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 13,3 % weniger als im April 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Corona-Krise spiegelt sich somit bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Unternehmensinsolvenzen wider. Ein Grund dafür ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen seit dem 1. März 2020 ausgesetzt ist.

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  • Im Mai 2020 wurden von Deutschland Waren im Wert von 80,3 Mrd. Euro exportiert und Waren im Wert von 73,2 Mrd. Euro importiert. Wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, waren damit die Exporte im Mai 2020 um 29,7 % und die Importe um 21,7 % niedriger als im Mai 2019.

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  • Die deutsche Industrie erwartet in den kommenden drei Monaten lt. ifo Institut eine Zunahme ihrer Produktion. Die Stimmung hat sich im Juni das zweite Mal in Folge verbessert. Der ifo-Produktionsindikator stieg auf plus 4,3 Punkte, nach minus 19,5 im Mai. Erstmals nach drei Monaten überwiegt also der Anteil an Unternehmen, die ihre Produktion ausweiten wollen.

    Deutsche Industrie erwartet leichte Zunahme ihrer Produktion

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 07.07.2020

    Die deutsche Industrie erwartet in den kommenden drei Monaten eine Zunahme ihrer Produktion. Die Stimmung hat sich im Juni das zweite Mal in Folge verbessert. Der ifo-Produktionsindikator stieg auf plus 4,3 Punkte, nach minus 19,5 im Mai. Das ist der zweitgrößte Anstieg dieses Indikators seit der Wiedervereinigung. Erstmals nach drei Monaten überwiegt also der Anteil an Unternehmen, die ihre Produktion ausweiten wollen.

    In der Autoindustrie herrscht Aufbruchstimmung. Der Index sprang auf plus 50 Punkte, nach plus 24 Punkten im Mai. Auch bei den Getränkeherstellern hat sich die Stimmung deutlich verbessert. Der Index stieg im Juni auf plus 19 Punkte, nach minus 24 Punkten im Mai. Das ist ein enormer Sprung von 43 Punkten im Vergleich zum Vormonat. Größere Anstiege verzeichneten nur die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren auf plus 9 Punkte, nach minus 36 im Mai, und die Bekleidungsindustrie auf minus 33 Punkte, nach minus 84.

    Die Nahrungsmittelindustrie erwartet eine Ausweitung der Produktion. Der Indikator stieg auf plus 18 Punkte, nach minus 3. Auch bei den Herstellern von Möbeln und von Pharmazieprodukten erwartete der überwiegende Anteil der Befragten, die Produktion auszuweiten: jeweils plus 11 Punkte im Juni. Bei den Chemieunternehmen stieg der Indikator im Juni auf plus 9 Punkte, nach minus 17 im Mai, bei den Herstellern von Druckerzeugnissen auf plus 8 Punkte und bei den Lederwarenproduzenten auf 0 Punkte, nach minus 29 im Mai.

    Bei den Maschinenbauern bleibt die Stimmung verhalten. Die Mehrheit der befragten Unternehmen rechnet nicht mit einer Ausweitung der Produktion in den nächsten drei Monaten. Der Produktionsindex stieg im Juni auf minus 26 Punkte, nach minus 33 im Mai. In der Metallerzeugung und -bearbeitung stieg der Index auf minus 20 Punkte, nach minus 36 im Mai. Der Index stieg bei den Produzenten von Holz- und Flechtwaren auf minus 16 Punkte im Juni, bei den Herstellern von Computern auf minus 15 und in der Textilindustrie auf minus 13. Bei den Herstellern von Metallerzeugnissen und elektrischen Ausrüstungen stieg der Index jeweils auf minus 8 Punkte, bei den Herstellern von Glaswaren auf minus 3 und in der Papierindustrie auf minus 2.

    Das Statistische Bundesamt hat seine Zahlen zur Industrieproduktion im Mai am 07.07.2020 veröffentlicht.

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  • Die Corona-Pandemie trifft Europas Beschäftigte und Unternehmen härter als erwartet. Nach der am 07.07.2020 vorgestellten Sommerprognose der EU-Kommission schrumpft die Wirtschaft im Euro-Raum in diesem Jahr um 8,7 Prozent und legt 2021 um 6,1 Prozent zu. Die Wirtschaftsleistung in der EU insgesamt dürfte 2020 um 8,3 Prozent sinken und im kommenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen.

    Kommission erwartet noch tiefere und uneinheitlichere Rezession

    EU-Kommission, Pressemitteilung vom 07.07.2020

    Die Corona-Pandemie trifft Europas Beschäftigte und Unternehmen härter als erwartet. Nach der am 07.07.2020 vorgestellten Sommerprognose der EU-Kommission schrumpft die Wirtschaft im Euro-Raum in diesem Jahr um 8,7 Prozent und legt 2021 um 6,1 Prozent zu. Die Wirtschaftsleistung in der EU insgesamt dürfte 2020 um 8,3 Prozent sinken und im kommenden Jahr um 5,8 Prozent wachsen. In ihrer Frühjahrsprognose hatte die Kommission für dieses Jahr noch einen Rückgang von 7,7 Prozent für das Euro-Währungsgebiet und einen Abschwung von 7,4 Prozent für die EU insgesamt erwartet. Für Deutschland geht die EU-Kommission in diesem Jahr von einem Rückgang der Wirtschaftskraft um 6,3 Prozent aus, im kommenden Jahr soll die Wirtschaft wieder um 5,3 Prozent wachsen. Ein „ambitioniertes Konjunkturpaket“ habe in Deutschland einen stärkeren Abschwung verhindert, lobte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni.

    Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, erklärte:

    „Die wirtschaftlichen Folgen der Ausgangsbeschränkungen sind schwerwiegender als ursprünglich erwartet. Die bestehenden Gefahren, zu denen beispielsweise eine zweite Infektionswelle zählt, verhindern weiterhin, dass wir in friedlichen Gewässern segeln können. Die vorgelegte Prognose zeigt überdeutlich, weshalb wir eine Einigung über unser ehrgeiziges Aufbaupaket „NextGenerationEU“ brauchen, um die Wirtschaft zu stützen. Mit Blick auf dieses Jahr und das nächste ist zwar mit einer Erholung zu rechnen, doch ist angesichts der uneinheitlichen Geschwindigkeit des Aufschwungs Wachsamkeit geboten. Wir müssen weiterhin Arbeitnehmer und Unternehmen schützen und unsere Politik auf EU-Ebene eng koordinieren, damit wir gestärkt und geeint aus dieser Krise hervorgehen.“

    Paolo Gentiloni, EU-Kommissar für Wirtschaft, fügte hinzu:

    „Das Coronavirus hat inzwischen weltweit mehr als eine halbe Million Menschenleben gekostet, und diese Zahl steigt noch immer Tag für Tag – in manchen Teilen der Welt sogar alarmierend schnell. Die Prognose verdeutlicht die verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Zwar haben politische Maßnahmen in ganz Europa dazu beigetragen, die Folgen für unsere Bürgerinnen und Bürger abzumildern, doch haben sich dennoch die Ungleichheiten und die Unsicherheit durch die Krise weiter verstärkt. Deshalb ist es so wichtig, eine rasche Einigung über den von der Kommission vorgeschlagenen Aufbauplan zu erzielen. Wir müssen das Vertrauen in unsere Volkswirtschaften in dieser kritischen Zeit stärken und Finanzmittel verfügbar machen.“

    Die wirtschaftliche Erholung dürfte sich in der zweiten Jahreshälfte 2020 verstärken. Die Pandemie hatte bereits im ersten Quartal 2020 beträchtliche wirtschaftliche Folgen, obgleich die meisten Mitgliedstaaten erst Mitte März mit der Einführung von Ausgangsbeschränkungen begonnen haben. Da im zweiten Quartal 2020 während eines weitaus längeren Zeitraums Wirtschaftstätigkeiten unterbrochen waren und Ausgangsbeschränkungen galten als im ersten Quartal, dürfte die Wirtschaftsleistung in diesem Quartal deutlich stärker zurückgegangen sein.

    Erste Daten für Mai und Juni deuten jedoch darauf hin, dass das Schlimmste überstanden sein könnte. Es wird erwartet, dass die Erholung in der zweiten Jahreshälfte an Schwung gewinnt, aber unvollständig bleibt, und dass sich die Lage in den Mitgliedstaaten uneinheitlich darstellt. Der Schock für die EU-Wirtschaft ist insofern symmetrisch, als die Pandemie alle Mitgliedstaaten getroffen hat. Jedoch dürften – sowohl im Hinblick auf den Produktionsrückgang 2020 als auch auf die Erholung 2021 – große Unterschiede zutage treten. Diese Uneinheitlichkeit wird der Sommerprognose zufolge stärker ausgeprägt sein als noch im Frühjahr erwartet.

    Inflationsaussichten unverändert

    Die Inflationsaussichten sind seit der Frühjahrsprognose trotz bedeutender Veränderungen bei den für die Preisentwicklung maßgeblichen Kräften im Wesentlichen gleichgeblieben.

    Zwar sind die Öl- und Lebensmittelpreise stärker gestiegen als erwartet, doch dürfte dieser Anstieg durch die schwächeren wirtschaftlichen Aussichten, Mehrwertsteuersenkungen und andere Maßnahmen in einigen Mitgliedstaaten ausgeglichen werden. Die Inflation im Euro-Währungsgebiet wird, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), nun auf 0,3 Prozent im Jahr 2020 und 1,1 Prozent im Jahr 2021 geschätzt. Für die EU wird eine Inflation von 0,6 Prozent im Jahr 2020 und 1,3 Prozent im Jahr 2021 prognostiziert.

    Außergewöhnlich hohe Unsicherheit

    Ob die Prognose sich als richtig erweisen wird, ist mit außergewöhnlich hohen Risiken verbunden – vor allem Abwärtsrisiken. Ausmaß und Dauer der Pandemie und der möglicherweise notwendigen künftigen Eindämmungsmaßnahmen sind nach wie vor nicht absehbar. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass die Maßnahmen weiter gelockert werden und es nicht zu einer zweiten Infektionswelle kommt. Es besteht ein erhebliches Risiko, dass der Arbeitsmarkt sich langfristig schlechter entwickelt als erwartet und Liquiditätsengpässe für viele Unternehmen dazu führen, dass ihre Zahlungsfähigkeit gefährdet wird. Auch für die Stabilität der Finanzmärkte besteht ein Risiko, und sollten die Mitgliedstaaten ihre nationalen Maßnahmen nicht ausreichend koordinieren, könnte sich auch das nachteilig auswirken. Gelingt es nicht, eine Einigung über die künftigen Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU zu erzielen, könnte dies ebenfalls das Wachstum behindern, besonders im Vereinigten Königreich. Ganz allgemein ist es möglich, dass protektionistische Maßnahmen und eine übermäßige Abkehr von globalen Produktionsketten den Handel und die Weltwirtschaft beeinträchtigen.

    Unter bestimmten Umständen könnten die Entwicklungen die Erwartungen aber auch übertreffen, so beispielsweise dann, wenn frühzeitig ein Impfstoff gegen das Coronavirus verfügbar wird.

    Der Kommissionsvorschlag für einen Aufbauplan, in dessen Zentrum das neue Instrument NextGenerationEU steht, wurde im Rahmen dieser Prognose noch nicht berücksichtigt, da eine Einigung darüber noch aussteht. Wird sie erzielt, könnte dies die Wirtschaftsentwicklung positiv beeinflussen. Generell kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Erholung rascher einsetzt als erwartet, vor allem wenn die verbleibenden Beschränkungen aufgrund der epidemiologischen Entwicklung früher aufgehoben werden können als angenommen.

    Vereinigtes Königreich: rein technische Annahme

    Da die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich noch nicht geklärt sind, beruhen die Projektionen für 2021 auf der rein technischen Annahme unveränderter Handelsbeziehungen. Die Annahme dient ausschließlich Prognosezwecken und nimmt das Ergebnis der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich in keiner Weise vorweg.

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  • Die geringe Zahl der Corona-Neuinfektionen, die dadurch ermöglichten Lockerungen bei den Eindämmungsmaßnahmen sowie die kräftigen wirtschaftspolitischen Impulse treiben die Stimmung der deutschen Mittelständler zu Sommerbeginn lt. KfW rasant nach oben. Dennoch bleibt das mittelständische Geschäftsklima mit jetzt -20,7 Saldenpunkten noch immer deutlich hinter seinem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie zurück.

    Mittelständler hoffen auf bessere Zeiten

    KfW, Pressemitteilung vom 06.07.2020

    • Mittelständisches Geschäftsklima hellt erneut deutlich auf
    • Erwartungen verbessern sich weit stärker als Lageurteile
    • Erhebliche Absturzgefahren auf dem Weg der Erholung

    Die geringe Zahl der Corona-Neuinfektionen, die dadurch ermöglichten Lockerungen bei den Eindämmungsmaßnahmen sowie die kräftigen wirtschaftspolitischen Impulse treiben die Stimmung der deutschen Mittelständler zu Sommerbeginn rasant nach oben. Mit einem Plus von 13,8 Zählern im Juni gelingt der zweite Rekordanstieg in Folge. Dennoch bleibt das mittelständische Geschäftsklima mit jetzt -20,7 Saldenpunkten noch immer deutlich hinter seinem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie zurück. Getragen wird der aktuelle Anstieg vor allem von der Hoffnung auf wieder bessere Zeiten: Die Geschäftserwartungen steigen um 20,7 Zähler auf -15,0 Saldenpunkte. Die Geschäftslageurteile erholen sich hingegen eher zaghaft und klettern im Juni um 6,5 Zähler auf -26,7 Saldenpunkte.

    Auch die Großunternehmen gehen davon aus, das Allergröbste inzwischen hinter sich gelassen zu haben. Ihr Geschäftsklima steigt im Juni ebenfalls den zweiten Monat nacheinander historisch kräftig (+15,6 Zähler auf -26,3 Saldenpunkte) und sogar noch etwas stärker als im Mittelstand. Während die Verbesserung der Lageurteile dabei aufseiten der Großunternehmen merklich bescheidener ausfällt (+4,2 Zähler auf -49,0 Saldenpunkte), springen ihre Geschäftserwartungen noch viel deutlicher als bei den Mittelständlern nach oben und erreichen mit einem Schlag den höchsten Stand seit anderthalb Jahren (+27,8 Zähler auf -3,3 Saldenpunkte). Diese Explosion an Optimismus ist zwar erfreulich. Angesichts der dynamischen Pandemieentwicklung in vielen Ländern außerhalb Europas müssen gerade die international engagierten Unternehmen aber auch mit Rückschlägen rechnen, zumal Risiken wie die US-Handelskonflikte und die Unwägbarkeiten des Brexit noch nicht ausgeräumt sind.

    Die weiter schwierige Lage gerade der exportorientierten Großindustrie lässt sich daran ablesen, dass deren Geschäftsklima trotz eines deutlichen, allerdings ausschließlich erwartungsgetriebenen Anstiegs noch immer das schlechteste unter allen im KfW-ifo-Mittelstandsbarometer erfassten Unternehmenssegmenten bleibt (+13,5 Zähler auf -38,4 Saldenpunkte). Ähnlich sieht es bei den mittelständischen Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes aus, wenngleich sich deren Geschäftsklima im Vergleich zu den großen Industrieunternehmen schon seit Ausbruch der Krise nicht auf ganz so tiefem Niveau bewegt (+12,7 Zähler auf -28,4 Saldenpunkte). In allen anderen Wirtschaftsbereichen klettert die Stimmung im Juni ebenfalls nach oben. Ins Auge stechen dabei die mittelständischen Bauunternehmen, die bislang als einzige wieder von einem leicht positiven Geschäftsklima berichten (+4,9 Zähler auf 1,7 Saldenpunkte). Zumindest wieder nahe der Nulllinie, die für das langfristige Durchschnittsniveau steht, liegt im Juni das Geschäftsklima im mittelständischen Einzelhandel. Nach Wiedereröffnung der Läden steigt es mit +21,0 Zählern ein weiteres Mal so stark wie in keinem anderen Wirtschaftsbereich und erreicht aktuell -1,2 Saldenpunkte.

    „Der Tiefpunkt der Rezession, in die die Corona-Pandemie Deutschland, Europa und die Welt unvermittelt gestoßen hat, liegt mit dem zweiten Quartal inzwischen hinter uns. Die Juni-Ergebnisse des KfW-ifo-Mittelstandsbarometers unterstreichen, dass sich die Unternehmen Stück für Stück aus dem tiefen Konjunkturtal herausarbeiten“, kommentiert Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. Für die Wirtschaftsleistung von April bis Juni hierzulande sei von einer prozentualen Schrumpfung in knapp zweistelliger Größenordnung auszugehen. „Die Wirtschaft hat nun den Weg zurück nach oben eingeschlagen. Dieser folgt jedoch einem schmalen Pfad, auf dem man sich trotz massiver wirtschaftspolitischer Sicherungsmaßnahmen jederzeit vor Absturzgefahren in Acht nehmen muss“, so Köhler-Geib weiter. Der lokale Anstieg von Neuinfektionen führe eindringlich vor Augen, wie gefährlich das Virus nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland noch immer ist. Es bleibe zu hoffen, dass solche lokalen Virus-Ausbrüche mit lokalen Quarantäne- und Lockdown-Maßnahmen rechtzeitig eingedämmt werden, bevor sie sich verbreiten können. „Wachsamkeit und Disziplin bei der Einhaltung der Hygieneregeln sind weiter dringend nötig, um einen erneuten wirtschaftlichen Rückschlag infolge einer zweiten Infektionswelle zu vermeiden.“

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  • Die deutsche Exportwirtschaft spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie sehr deutlich. Neben Störungen in den Lieferketten und bei der Abwicklung der Projekte im Ausland haben sich auch die Finanzierungsbedingungen deutlich verschlechtert. Die Bundesregierung hat deshalb ein weiteres Maßnahmenpaket beschlossen, das die Finanzierung von Exportgeschäften erleichtert.

    5-Punkte Maßnahmenpaket soll deutsche Exportwirtschaft unterstützen

    BMWi, Pressemitteilung vom 07.07.2020

    Die deutsche Exportwirtschaft spürt die Auswirkungen der Corona-Pandemie sehr deutlich. Neben Störungen in den Lieferketten und bei der Abwicklung der Projekte im Ausland haben sich auch die Finanzierungsbedingungen deutlich verschlechtert. Den bewährten staatlichen Exportkreditgarantien („Hermes-Bürgschaften“) kommt in dieser Situation eine besonders hohe Bedeutung zu. Sie sichern Auslandsgeschäfte gegen politische und wirtschaftliche Risiken ab, beispielsweise auch bei Zahlungsschwierigkeiten ausländischer Kunden. Die Bundesregierung hat deshalb ein weiteres Maßnahmenpaket beschlossen, das die Finanzierung von Exportgeschäften erleichtert.

    Bundesminister Altmaier:

    „Mit unserem 5-Punkte-Maßnahmenpaket stärken wir den deutschen Exporteuren in dieser kritischen Phase den Rücken. Wir entlasten Unternehmen, die plötzlich und unverschuldet vor existenziellen Herausforderungen stehen. Gleichzeitig schaffen wir im Ausland neue Anreize, um Waren und Dienstleistungen aus Deutschland zu bestellen. Denn der Export ist ein wichtiger Pfeiler unserer Wirtschaft und schafft und sichert hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland.“

    Exporteure und exportfinanzierende Banken sollen an folgenden Punkten unterstützt werden:

    1. Verbesserte Finanzierungsbedingungen für neue Exportgeschäfte (z. B. reduzierte Anzahlungen und verzögerte Rückzahlungen bei bestimmten Geschäften)
    2. Einführung einer Shopping Line-Deckung (vereinfachte Absicherung verschiedener Exportfinanzierungen bei großen ausländischen Bestellern)
    3. Erleichterungen bei den Entgelten für Hermes-Bürgschaften
    4. Verbesserte Refinanzierungsmöglichkeiten für exportfinanzierende Banken
    5. Weitere technische Verbesserungen

    Das 5-Punkte Maßnahmenpaket wurde im engen Austausch mit der deutschen Exportwirtschaft sowie Banken und Unternehmensverbänden entwickelt.

    Die Maßnahmen im Einzelnen finden sich hier .

    Bereits kurz nach Ausbruch der Krise hat der Bund den haushaltsrechtlichen Gewährleistungsrahmen angehoben und die Absicherungsmöglichkeiten für Exportgeschäfte erweitert.

    Mit Exportkreditgarantien unterstützt der Bund die Finanzierung deutscher Exporte. Das jährliche Garantievolumen liegt bei ca. 20 Mrd. Euro. Die „Hermes-Bürgschaften“ werden gegen Zahlung einer marktgerechten Prämie übernommen und sind subsidiär zu privaten Versicherungsangeboten. In herausfordernden Märkten sind sie jedoch oft der Schlüssel dafür, dass ein Export überhaupt zustande kommt. Weitere Informationen finden Sie auf dem Portal des Bundes unter www.agaportal.de .

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  • Ein gutes Fünftel der deutschen Unternehmen sieht sein Überleben durch die Corona-Krise gefährdet. Das ergibt sich aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts.

    Ein Fünftel der deutschen Firmen hält sich für gefährdet

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 06.07.2020

    Ein gutes Fünftel der deutschen Unternehmen sieht sein Überleben durch die Corona-Krise gefährdet. Das ergibt sich aus der neuesten Umfrage des ifo Instituts. 21 Prozent der Firmen antworteten im Juni, die Beeinträchtigungen durch Corona seien existenzbedrohend. „In den kommenden Monaten könnte sich eine Insolvenzwelle anbahnen“, sagt ifo-Forscher Stefan Sauer.

    Das betrifft vor allem die Dienstleister, von denen sich 27 Prozent als gefährdet einstuften. Im Handel waren es 18 Prozent, in der Industrie 17 und auf dem Bau nur 2 Prozent.

    Ganz besonders wackelig sind die Reisebüros und Reiseveranstalter mit 85 Prozent, die Hotels mit 76 Prozent und die Gaststätten mit 67 Prozent. Aber auch 55 Prozent der Kreativen, Künstler und Unterhalter sehen ihre Existenz bedroht. Es folgen die Schifffahrt mit 50 Prozent und die Filmbranche mit 48 Prozent.

    In der Industrie sind es vor allem die Metallerzeuger und -bearbeiter, die sich zu 53 Prozent für gefährdet halten. Es folgen die Textilhersteller mit 38 Prozent, das Druckgewerbe mit 28 Prozent, die Lederbranche mit 27 Prozent und die Autohersteller und ihre Zulieferer mit 26 Prozent.

    Im Handel sind es vor allem die Einzelhändler mit 21 Prozent. Der Großhandel ist mit 15 Prozent weniger betroffen.

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  • Wie das BMWi mitteilt, sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Mai gegenüber dem Vormonat um 10,4 % gestiegen, nachdem es zuvor pandemiebedingt zu kräftigen Rückgängen gekommen war.

    Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai 2020

    BMWi, Pressemitteilung vom 06.07.2020

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Mai gegenüber dem Vormonat um 10,4 % gestiegen, nachdem es zuvor pandemiebedingt zu kräftigen Rückgängen gekommen war. Ein deutliches Auftragsplus von 20,3 % bei Investitionsgütern gab hierfür den Ausschlag (Kfz-Bereich +44,4 %). Die Hersteller von Konsum- und Vorleistungsgütern verzeichneten Zuwächse von 4,7 % bzw. 0,4 %. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen war die Zunahme bei den Bestellungen im Verarbeitenden Gewerbe nicht ganz so stark (+8,9 %).

    Im Zweimonatsvergleich April/Mai gegenüber Februar/März ergab sich ein Rückgang der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 28,6 %. Aus dem In- und Ausland gingen 23,4 % bzw. 32,3 % weniger Bestellungen ein.

    Die jüngsten Daten zu den Auftragseingängen sprechen dafür, dass die Industrierezession ihren Tiefpunkt durchschritten hat. Das nach wie vor niedrige Orderniveau zeigt aber auch, dass der Aufholprozess noch lange nicht abgeschlossen ist. Der vergleichsweise geringe Orderzuwachs aus dem nichteuropäischen Ausland deutet zudem darauf hin, dass das weltwirtschaftliche Umfeld zunächst schwierig bleibt.

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  • Die Gründungstätigkeit in Deutschland konnte 2019 erstmals seit 5 Jahren wieder anziehen, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt. Die Zahl der Existenzgründungen ist auf 605.000 gestiegen (+58.000). Auch die Gründungsplanungen wurden 2019 mehr. Doch ob sich diese Planungen tatsächlich 2020 in Gründungen niederschlagen, ist angesichts der Corona-Krise fraglich.

    Existenzgründungen steigen 2019 erstmals seit 5 Jahren an – Corona belastet Gründungsjahr 2020

    KfW, Pressemitteilung vom 02.07.2020

    • Zahl der Gründungen legt um 58.000 auf 605.000 zu
    • Jede dritte Gründung ist internetbasiert
    • Berlin in Rangliste der Bundesländer auf Platz 1

    Die Gründungstätigkeit in Deutschland konnte 2019 erstmals seit 5 Jahren wieder anziehen, wie der aktuelle KfW-Gründungsmonitor zeigt. Die Zahl der Existenzgründungen ist auf 605.000 gestiegen (+58.000). Auch die Gründungsplanungen wurden 2019 mehr. Doch ob sich diese Planungen tatsächlich 2020 in Gründungen niederschlagen, ist angesichts der Corona-Krise fraglich.

    „Der Ausblick für das Gründungsjahr 2020 war positiv, doch die Corona-Pandemie belastet. Ich erwarte, dass Gründungspläne unter dem Eindruck der aktuell existenzbedrohenden Lage vieler Selbständiger teilweise verschoben werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe. Jedoch werde die Krise auch einen die Gründungstätigkeit antreibenden Effekt haben. „Aufgrund von krisenbedingt zunehmender Erwerbslosigkeit dürfte die Zahl so genannter Notgründungen – also Gründungen, die mangels besserer Erwerbsalternativen erfolgen – steigen.“ Welcher Effekt letztlich überwiegen werde, bleibe abzuwarten.

    Für die steigende Zahl der Gründungen im Jahr 2019 ist ein deutliches Plus bei Nebenerwerbsgründungen ursächlich. Sie legten um 85.000 auf 377.000 zu. Bei den Vollerwerbsgründungen ging es dagegen weiter abwärts auf einen neuen Tiefpunkt von 228.000 (-27.000). Nach vier Jahren mit einer sinkenden Zahl von Existenzgründungen durch Männer ging es hier 2019 mit 390.000 (+59.000) wieder aufwärts. Die Zahl der Gründerinnen stagnierte dagegen und blieb mit 215.000 (-1.000) auf Vorjahresniveau. Der Anteil von Gründungen durch Frauen an allen Gründungen ging somit auf 36 % zurück (2018: 40 %).

    Blickt man tiefer in die Struktur der Gründungstätigkeit, so zeigen sich positive Trends: Innovative Gründungen und Wachstumsgründungen legten geringfügig zu (von 11 % auf 13 % aller Gründungen und von 24 % auf 25 %). Eine deutliche Zunahme gibt es bei internetbasierten und digitalen Gründungen (von 25 % auf 32 % und von 22 % auf 28 %). „Der Trend zu mehr innovativen, digitalen und internetbasierten Gründungen ist positiv, denn sie kreieren neue Märkte, treiben den strukturellen Wandel voran und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib.

    In der Rangliste der Gründungstätigkeit nach Bundesländern bleibt Berlin souverän an der Spitze. Dort haben im Durchschnitt der Jahre 2017 – 2019 von 10.000 Erwerbsfähigen jährlich 198 Personen eine selbständige Tätigkeit begonnen. Brandenburg tauscht mit Hamburg den Platz und liegt erstmals an zweiter Stelle (155 Existenzgründungen pro 10.000 Erwerbsfähigen). Es ist zu vermuten, dass die überdurchschnittliche Gründungstätigkeit in Berlin in dessen Peripherie ausstrahlt, weil Gründerinnen und Gründer ihre Stand- oder Wohnorte beispielsweise kostenbedingt in den „Speckgürtel“ verlagern. Davon profitiert Brandenburg direkt. Hamburg kann mit 122 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähige knapp Platz 3 vor Bayern mit 121 Gründungen behaupten.

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  • Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung haben die deutsche Wirtschaft in die mit Abstand tiefste Rezession ihrer Nachkriegsgeschichte gestürzt. Im kommenden Jahr soll sich lt. ifo Institut die Erholung fortsetzen.

    Deutsche Wirtschaft – es geht wieder aufwärts

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 01.07.2020

    Die Corona-Pandemie und die Maßnahmen zur Eindämmung haben die deutsche Wirtschaft in die mit Abstand tiefste Rezession ihrer Nachkriegsgeschichte gestürzt. Bedingt durch die niedrige Produktion an Waren und Dienstleistungen während des Shutdown fallen die Zuwachsraten mit 6,9 % und 3,8 % im dritten und vierten Quartal kräftig aus. Dennoch wird die Wirtschaftsleistung im Durchschnitt dieses Jahres voraussichtlich um 6,7 % niedriger sein als im Jahr 2019. Im kommenden Jahr setzt sich die Erholung fort. Im Jahresdurchschnitt dürfte das Bruttoinlandsprodukt um 6,4 % wachsen.

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  • Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin gibt für das zu Ende gehende zweite Quartal noch einmal deutlich nach und liegt nun bei einem neuen historischen Tiefstwert von nur noch zwei Punkten. Im Vormonat waren es immerhin noch 20 Punkte. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft müsste der Indexwert bei 100 Punkten liegen.

    DIW Konjunkturbarometer: Lockdown-Tief durchschritten

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 30.06.2020

    Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) gibt für das zu Ende gehende zweite Quartal noch einmal deutlich nach und liegt nun bei einem neuen historischen Tiefstwert von nur noch zwei Punkten. Im Vormonat waren es immerhin noch 20 Punkte. Zum Vergleich: Für ein durchschnittliches Wachstum der deutschen Wirtschaft müsste der Indexwert bei 100 Punkten liegen. Dementsprechend dürfte das hiesige Bruttoinlandsprodukt im zweiten Vierteljahr um rund zwölf Prozent und damit in bisher ungekanntem Ausmaß eingebrochen sein. Hintergrund für das abermalige Absacken des Barometerwertes sind zunehmend verfügbare Daten für das zweite Quartal, in das die meisten coronabedingten Einschränkungen fielen. So liegen mittlerweile Produktionszahlen der deutschen Industrie für April vor.

    „Die gute Nachricht bei alldem ist, dass die deutsche Wirtschaft den Tiefpunkt bereits hinter sich gelassen haben dürfte – es geht wieder aufwärts“, sagt DIW-Konjunkturchef Claus Michelsen. Die Lockerungen der Einschränkungen zeigen mittlerweile Wirkung: Der Konsum belebt sich allmählich, die Produktion in der Industrie läuft wieder an, wenngleich die Störungen in den Lieferketten wohl noch nachwirken und insbesondere die zu befürchtende Absatzflaute gegen kräftigere Produktionssteigerungen spricht. Viele Dienstleister kehren zu einem etwas normaleren Geschäftsbetrieb zurück, wobei vorsichtigeres Konsumverhalten, anhaltende Einschränkungen zum Infektionsschutz und vor allem eine – mit Blick auf die Einkommensentwicklung – gedämpfte Ausgabefreude eine stärkere Belebung verhindern.

    „In Deutschland dürfte das beherzte Krisenmanagement der Regierung das Schlimmste verhindern“, sagt Simon Junker, Experte für die Konjunktur in Deutschland. „Der Bremsklotz wird wohl in den kommenden Monaten der Außenhandel sein, denn in vielen Ländern sind die Auswirkungen der Krise – insbesondere auf den Arbeitsmärkten – gravierender als in Deutschland. Das wird die Nachfrage nach deutschen Autos und Maschinen noch für geraume Zeit belasten.“

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  • Seit dem Beginn der Förderprogramme der KfW-Corona-Hilfe haben zehntausende Unternehmen von den Kredithilfen des Bundes im Kampf gegen die Folgen der Pandemie profitiert: Bis Ende Juni sind bei der KfW etwa 70.000 Kreditanträge in einem Gesamtvolumen von rund 50 Mrd. Euro eingegangen. 99 % der eingegangenen Anträge sind bereits final entschieden Darüber berichten das BMWi und das BMF.

    Zehntausende Unternehmen profitieren von Unterstützung des Bundes im Kampf gegen Folgen der Pandemie

    BMWi/BMF, Pressemitteilung vom 30.06.2020

    • Rund 70.000 Kreditanträge über rund 50 Mrd. Euro seit 23. März 2020
    • 99 Prozent der Anträge bereits entschieden
    • 98,5 Prozent der Kreditanträge nicht größer als 3 Mio. Euro
    • In der Spitze rund 2.000 Anträge pro Arbeitstag, weit überwiegend sofort zugesagt
    • Digitalisierter Antrags- und Zusageprozess ermöglicht schnelle Bearbeitung einer hohen Zahl von Kreditanträgen

    Seit dem Beginn der Förderprogramme der KfW-Corona-Hilfe am 23. März 2020 haben zehntausende Unternehmen von den Kredithilfen des Bundes im Kampf gegen die Folgen der Pandemie profitiert: Bis Ende Juni sind bei der KfW etwa 70.000 Kreditanträge in einem Gesamtvolumen von rund 50 Mrd. Euro eingegangen. 99 % der eingegangenen Anträge sind bereits final entschieden. Das Zusagevolumen liegt bei 33,5 Mrd. Euro, wobei lediglich großvolumige Kreditanträge sich noch in der Prüfung befinden. Der Zugang zur KfW-Corona-Hilfe erfolgt über durchleitende Banken und Sparkassen oder über ein Bankenkonsortium, an dem sich die KfW beteiligt. Um den Banken die Kreditzusage zu erleichtern, übernimmt die KfW 80 bis 100 Prozent des Kreditrisikos der durchleitenden Banken und hat hierfür eine Garantie des Bundes erhalten.

    Von den 70.000 Kreditanträgen haben 98,5 Prozent ein Volumen von höchstens 3 Mio. Euro und summieren sich auf 19,5 Mrd. Euro. Diese im Vorfeld von den zwischengeschalteten Banken geprüften Anträge werden von der KfW ohne eigene weitere Risikoprüfung sofort zugesagt. Damit haben zum weit überwiegenden Teil kleine und mittlere Unternehmen innerhalb kürzester Zeit von der KfW-Corona-Hilfe profitiert. Ein hoher Anteil am gesamten Antragsvolumen der KfW-Coronahilfe entfällt auf rund 350 Antragsteller mit einem Antragsvolumen von mehr als 10 Mio. Euro und beläuft sich auf insgesamt 26 Mrd. Euro.

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier:

    „Die Bundesregierung hat im März ein beispielloses Hilfspaket für die deutsche Wirtschaft geschnürt. Nach 100 Tagen zeigt sich: Die Hilfen kommen an und zwar genau dort, wo sie gebraucht werden, nämlich vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen. Mit unseren umfassenden Hilfspaketen und dem Konjunkturprogramm in Höhe von 130 Milliarden Euro haben wir die Chance, die Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Wir müssen alle unsere Programme weiterhin konsequent und zügig umsetzen. Dann wird es uns gelingen zügig und gestärkt aus der Krise herauszukommen.“

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz:

    „Das Corona-Soforthilfeprogramm der KfW für Unternehmen ist eine Erfolgsgeschichte. Die Bundesregierung hat damit schnell und effektiv auf die Folgen der Pandemie reagiert. Viele Unternehmen haben diese Finanzhilfen dankbar angenommen, um durch die schwierige Zeit zu kommen. Es bleibt mein Ziel und das Ziel der gesamten Bundesregierung, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen und gleichzeitig die Firmen und Betriebe zu unterstützen, damit alle möglichst heil diese Krisenzeit überstehen.“

    KfW-Vorsitzender Dr. Günther Bräunig:

    „Die KfW-Corona-Hilfe ist ein beispielloser Kraftakt von Bund, KfW und der deutschen Kreditwirtschaft. Nach 100 Tagen kann ich sagen: Die Hilfe kommt an. Ein klarer politischer Kurs, unsere seit vielen Jahrzehnten etablierte Zusammenarbeit mit unseren Finanzierungspartnern und unsere Investitionen in die Digitalisierung des Fördergeschäfts sind Stützpfeiler im Kampf gegen die Corona-Krise.“

    Die stärkste Nachfrage verzeichnete die KfW bisher zwischen Ende April und Mitte Mai. Allein in dieser Zeit gingen mehr als 30.000 Anträge über die durchleitenden Banken ein. In der Spitze hat die KfW – zusätzlich zu ihrem regulären Fördergeschäft – über 2.000 Anträge pro Arbeitstag entgegengenommen und zum überwiegenden Teil auch sofort zugesagt. Möglich ist die Bearbeitung einer so großen Zahl an Anträgen durch die Ende 2019 finalisierte Digitalisierung des Antrags- und Zusageprozesses zwischen KfW und den durchleitenden Banken.

    Die KfW veröffentlicht die Zahl und das Volumen der eingehenden Kreditanträge aufgeschlüsselt nach Größenklassen und Bundesländern unter www.kfw.de/coronaantraege

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  • Die öffentliche Verwaltung treibt den Abschied vom Papier voran: Ab dem 27.11.2020 wird die elektronische Rechnungsstellung und -übermittlung für alle Unternehmer, die im Auftrag des Bundes tätig werden, Pflicht. Länder und Kommunen müssen bereits seit April elektronische Rechnungen annehmen. Der Digitalverband Bitkom hat jetzt eine neue Version des Faktenpapiers „10 Merksätze für elektronische Rechnungen“ veröffentlicht, das kleinen, mittleren und großen Betrieben bei der Umstellung auf die E-Rechnung hilft.

    E-Rechnung statt Papierberge: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

    Bitkom, Pressemitteilung vom 29.06.2020

    • Ein Drittel aller Unternehmen in Deutschland erstellt Rechnungen noch überwiegend oder ausschließlich in Papierform
    • Lieferanten des Bundes müssen Rechnungen bald elektronisch übermitteln
    • Bitkom veröffentlicht Faktenpapier „10 Merksätze für elektronische Rechnungen“

    Die öffentliche Verwaltung treibt den Abschied vom Papier voran: Ab dem 27. November 2020 werden die elektronische Rechnungsstellung und -übermittlung für alle Unternehmer, die im Auftrag des Bundes tätig werden, Pflicht. Länder und Kommunen müssen bereits seit April elektronische Rechnungen annehmen. Für viele Unternehmen ist diese Umstellung eine Herausforderung, immerhin erstellt derzeit noch ein Drittel Rechnungen überwiegend oder sogar ausschließlich in Papierform (33 Prozent). Der Digitalverband Bitkom hat jetzt eine neue Version des Faktenpapiers „10 Merksätze für elektronische Rechnungen“ veröffentlicht, das kleinen, mittleren und großen Betrieben bei der Umstellung auf die E-Rechnung hilft. Denn diese muss in einem bestimmten strukturierten Format erstellt werden und eine automatische Verarbeitung ermöglichen – es handelt sich also nicht um eine elektronisch versendete Rechnung, die etwa als PDF an eine E-Mail angehängt wird.

    „Die E-Rechnung hilft, Papierberge in deutschen Unternehmen und in der Verwaltung abzubauen. Und sie macht die Unternehmen wettbewerbsfähig und zukunftsfest. Eine Rechnung auf Papier oder als PDF ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt Nils Britze, Bereichsleiter Digitale Geschäftsprozesse beim Bitkom. „Die Vorteile der E-Rechnung liegen auf der Hand: Die Rechnungsstellung und -verarbeitung werden einfacher und schneller, die Unternehmen sparen Portokosten und Personalressourcen und schonen vor allem die Umwelt, weil weniger Papier verbraucht wird und Transportwege wegfallen.“ Die Einführung der E-Rechnung geht auf eine EU-Richtlinie zurück, die den grenzüberschreitenden Handel des europäischen Binnenmarktes stärken soll. Es ist zu erwarten, dass von der Regelung eine erhebliche Impulswirkung für die gesamte Wirtschaft ausgeht und künftig auch Unternehmen untereinander verstärkt auf die elektronische Rechnung setzen. Britze: „In Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Jahren schon viel getan: Nutzten 2018 noch 19 Prozent der Unternehmen die E-Rechnung, sind es in diesem Jahr bereits 30 Prozent. Es ist wichtig, dass sich jetzt auch alle anderen Unternehmen mit diesem Thema auseinandersetzen.“

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  • Die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer wird die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte oder 6,5 Mrd. Euro vergrößern. Das haben Berechnungen des ifo Instituts für seine neue Konjunkturprognose ergeben.

    Senkung der Mehrwertsteuer gibt Wirtschaft Schub von 0,2 Prozentpunkten

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 29.06.2020

    Die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer wird die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 0,2 Prozentpunkte oder 6,5 Milliarden Euro vergrößern. Das haben Berechnungen des ifo Instituts für seine neue Konjunkturprognose ergeben, die ifo-Präsident Clemens Fuest am 29.06.2020 im Haushaltsausschuss des Bundestages vortrug. Danach bedeutet die Senkung von 19 auf 16 Prozent vom 1. Juli bis zum Jahresende Steuerausfälle von 20 Milliarden Euro.

    Hintergrund sei, dass die Nachfrage nach im Inland produzierten Konsumgütern nicht im gleichen Umfang zulege wie die Steuersenkung. „Daraus folgt nicht notwendigerweise, dass die Umsatzsteuersenkung als konjunkturpolitische Maßnahme abzulehnen ist. Man kann die Stützung der Unternehmen und die Entlastung der Konsumenten in der aktuellen Krisensituation durchaus als wünschenswert ansehen, selbst wenn es nicht zu einer starken Ausdehnung des Konsums kommt“, sagte Fuest. „Insgesamt sollten an Konjunkturprogramme nicht zu hohe Erwartungen gerichtet werden. Es ist meines Erachtens trotzdem sinnvoll und notwendig, die Konjunktur in dieser kritischen Lage mit Mitteln der Fiskalpolitik zu stützen.“

    Vom gesamten Konjunkturpaket würden 88 Milliarden Euro im Jahr 2020 wirksam. Das werde die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um rund 30 Milliarden Euro steigern oder um 0,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Unternehmen werden dabei um 64 Milliarden Euro entlastet, die privaten Haushalte um 9,9 Milliarden. Die zusätzlichen Staatsausgaben betragen 14 Milliarden Euro für 2020.

    Der Leiter des ifo Zentrums für öffentliche Finanzen und politische Ökonomie, Niklas Potrafke, erklärte dem Ausschuss: „Geprüft werden sollte, ob einige Maßnahmen gestrichen werden können, um die Neuverschuldung zu verringern.“ Der Tilgungsplan des Nachtragshaushaltes sehe vor, ab dem Jahr 2023 zur Schuldenbremse zurückzukehren und ab dann innerhalb von 20 Jahren zu jährlich gleichen Anteilen zu tilgen. „Dieser Tilgungsplan legt nahe, dass innerhalb der nächsten 20 Jahre keine Rezession zu erwarten ist, die den Tilgungsplan durchkreuzen könnte. Das ist nicht plausibel“, sagte Potrafke. Deutschland solle schnellstmöglich zu ausgeglichenen öffentlichen Haushalten zurückkehren. Geprüft werden sollte, ob die Schuldenbremse bereits im Jahr 2022 wieder greifen könne, insbesondere dann, wenn sich die Konjunktur im Laufe des kommenden Jahres erhole.

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  • Seit der Jahrtausendwende sind die Eigenkapitalquoten (EKQ) im Mittelstand fast kontinuierlich gestiegen. Die Corona-Krise hat diesen Trend nun zum Halten gebracht. Ergebnisse einer aktuellen Sonderbefragung von KfW Research zeigen: Bereits Anfang Juni gingen rund 29 % der Mittelständler davon aus, dass ihre EKQ im laufenden Geschäftsjahr sinken werden.

    Corona-Krise setzt Eigenkapitalquoten der Mittelständler unter Druck

    KfW, Mitteilung vom 29.06.2020

    Seit der Jahrtausendwende sind die Eigenkapitalquoten (EKQ) im Mittelstand fast kontinuierlich gestiegen. Die Corona-Krise hat diesen Trend nun zum Halten gebracht. Ergebnisse einer aktuellen Sonderbefragung von KfW Research zeigen: Bereits Anfang Juni gingen rund 29 % der Mittelständler davon aus, dass ihre EKQ im laufenden Geschäftsjahr sinken werden. Verzeichneten die Unternehmen im Mai coronabedingte Umsatzverluste, liegt der Anteil sogar bei 41 %. Rund vier von zehn KMU rechnen dagegen mit einer gleich bleibenden EKQ im Jahr 2020. Lediglich 6 % glauben an eine Verbesserung. Besonders auffällig: KMU mit Negativ-Erwartungen hatten mit einer durchschnittlichen EKQ von 23,7 % bereits vor der Krise ein dünnes Kapitalpolster (Vergleich Mittelstand gesamt: 31,2 %). Eine weitere Verschlechterung ihrer EKQ erhöht für sie die Gefahr einer Überschuldung und Insolvenz.

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  • Die Importpreise waren im Mai 2020 um 7,0 % niedriger als im Mai 2019. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hatte die Veränderungsrate im April 2020 gegenüber dem Vorjahr bei -7,4 % gelegen, im März 2020 bei -5,5 %. Gegenüber dem Vormonat April 2020 stiegen die Importpreise im Mai um 0,3 %.

    Importpreise im Mai 2020: -7,0 % gegenüber Mai 2019

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 26.06.2020

    Importpreise, Mai 2020

    • 0,3 % zum Vormonat
    • -7,0 % zum Vorjahresmonat

    Exportpreise, Mai 2020

    • -0,2 % zum Vormonat
    • -1,2 % zum Vorjahresmonat

    Die Importpreise waren im Mai 2020 um 7,0 % niedriger als im Mai 2019. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte die Veränderungsrate im April 2020 gegenüber dem Vorjahr bei -7,4 % gelegen, im März 2020 bei -5,5 %. Gegenüber dem Vormonat April 2020 stiegen die Importpreise im Mai um 0,3 %.

    Deutliche Preissteigerungen bei importiertem Erdöl im Vormonatsvergleich

    Der Rückgang der Importpreise gegenüber Mai 2019 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Mai 2020 um 50,6 % billiger als im Mai 2019, wiesen aber gegenüber April 2020 ein deutliches Plus auf (+9,0 %), nachdem sie seit Jahresbeginn im Vormonatsvergleich kontinuierlich gefallen waren. Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdöl mit einem Minus von 59,8 %. Gegenüber April 2020 wurde es 34,2 % teurer. Die Preise für Mineralölerzeugnisse lagen 48,5 % unter denen von Mai 2019 (+8,1 % gegenüber April 2020). Die Preise für Erdgas fielen im Vorjahresvergleich um 40,9 % (-8,8 % gegenüber April 2020). Nachdem insbesondere die Preise für Erdöl aufgrund der Corona-Pandemie und der geopolitischen Lage eingebrochen waren, konnten im Mai deutliche Preissteigerungen beobachtet werden. Vom Preisniveau vor der Krise sind sie allerdings noch weit entfernt.

    Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im Mai 2020 um 1,3 % niedriger als im Mai 2019 (-0,2 % gegenüber April 2020). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex um 2,8 % unter dem Stand des Vorjahres (-0,4 % gegenüber April 2020).

    Preisrückgänge bei Vorleistungsgütern, aber deutliche Preissteigerungen bei Edelmetallen

    Die Preise für importierte Vorleistungsgüter sanken im Mai 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,8 % und gegenüber dem Vormonat um 0,2 %. Im Vergleich zu Mai 2019 verbilligten sich unter anderem Holz- und Zellstoff (-17,9 %), Kunststoffe in Primärformen (-14,6 %), Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-7,7 %) sowie elektronische Bauelemente (-5,3 %). Dagegen lagen die Preise für Edelmetalle und Halbzeug daraus nach wie vor erheblich über dem Niveau des Vorjahresmonats (+28,5 %), auch wenn sie gegenüber dem Vormonat um 0,8 % sanken.

    Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Mai 2020 um 0,1 % unter denen von Mai 2019. Gegenüber dem Vormonat April 2020 stiegen sie um 0,1 %. Während unter anderem Tablets (-11,0 %) und Smartphones (-10,0 %) billiger waren, wurden Kraftwagen und Kraftwagenmotoren zu 1,6 % höheren Preisen als im April 2019 importiert. Mess-, Kontroll-, Navigations- und ähnliche Instrumente und Vorrichtungen waren 1,5 % und Maschinen 0,9 % teurer als im Vorjahresmonat.

    Gebrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr 0,6 % teurer (+0,1 % zum Vormonat). Die Importpreise für Verbrauchsgüter stiegen um 0,5 % gegenüber dem Vorjahr, fielen aber krisenbedingt gegenüber dem Vormonat um 0,4 %. Insbesondere Fleisch- und Fleischerzeugnisse waren im Mai 2020 im Vormonatsvergleich wegen des Überangebots deutlich billiger als im April 2020 (-4,3 %).

    Die Einfuhrpreise für landwirtschaftliche Güter lagen 3,7 % höher als im Mai 2019 (-2,7 % gegenüber dem Vormonat). Während insbesondere Tafeltrauben (+25,2 %) und Zitrusfrüchte (+25,0 %) deutlich teurer waren als vor einem Jahr, wurde vor allem Naturkautschuk (-15,1 %) sowie Wurzel-, Zwiebel- und Knollengemüse (-16,6 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

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  • Die deutschen Unternehmen sind mit Blick auf die Beschäftigung nicht mehr ganz so pessimistisch. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Juni auf 92,3 Punkte gestiegen, von 88,3 Punkten im Mai. Trotzdem werden Mitarbeiter entlassen. Die negative Dynamik der Vormonate konnte jedoch etwas gebremst werden.

    ifo Beschäftigungsbarometer deutlich gestiegen

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.06.2020

    Die deutschen Unternehmen sind mit Blick auf die Beschäftigung nicht mehr ganz so pessimistisch. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Juni auf 92,3 Punkte gestiegen, von 88,3 Punkten im Mai. Trotzdem werden Mitarbeiter entlassen. Die negative Dynamik der Vormonate konnte jedoch etwas gebremst werden.

    Das Barometer ist in allen vier Sektoren teilweise stark gestiegen. Am deutlichsten fiel der Zuwachs erneut im Dienstleistungssektor aus. Hier wird die Mitarbeiterzahl tendenziell konstant bleiben. Gleiches gilt auch für den Bausektor. In der Industrie stehen die Zeichen weiter auf Entlassungen. Dies gilt für viele Schlüsselbranchen wie die Automobilindustrie, die Elektrotechnik sowie den Maschinenbau. Auch der Handel konnte sich von der Schließung noch nicht voll erholen. Auch hier wird die Mitarbeiterzahl weiter sinken.

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  • Die zügige Öffnung von Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland lässt Verbraucher den Corona-Schock mehr und mehr vergessen. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung legen spürbar zu. Folglich prognostiziert GfK für Juli 2020 einen Wert von -9,6 Punkten und damit neun Punkte mehr als im Juni dieses Jahres (revidiert -18,6 Punkte). Das sind die Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juni 2020.

    Konsumklima erholt sich weiter – Verbraucher erwachen aus Schockstarre

    GfK, Pressemitteilung vom 25.06.2020

    Die zügige Öffnung von Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland lässt Verbraucher den Corona-Schock mehr und mehr vergessen. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung legen spürbar zu. Folglich prognostiziert GfK für Juli 2020 einen Wert von -9,6 Punkten und damit neun Punkte mehr als im Juni dieses Jahres (revidiert -18,6 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Juni 2020.

    Die Verbraucher erwachen zunehmend aus der Schockstarre, die noch im April zu einem beispiellosen Absturz der Stimmung geführt hatte. Zum zweiten Mal in Folge legt das Konsumklima zu. Damit hat der Indikator seit seinem Tiefpunkt im April dieses Jahres insgesamt mehr als 13 Punkte hinzugewonnen. Allerdings ist ein Wert von -9,6 Zählern der drittniedrigste Wert, der in der Historie des Konsumklimas jemals gemessen wurde.

    „Das schwache Licht am Ende des Tunnels, das sich bereits im vergangenen Monat abzeichnete, wird offenbar etwas heller“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Dazu tragen sicherlich auch die umfangreichen Hilfen durch die Konjunkturprogramme wie die Ankündigung einer befristeten Mehrwertsteuerabsenkung bei. Sofern Händler und Hersteller diese auch an die Verbraucher weitergeben, ist davon auszugehen, dass die eine oder andere geplante Anschaffung auf das zweite Halbjahr 2020 vorgezogen wird und somit dem Konsum in diesem Jahr als Stütze dient.“

    Dennoch bleibt die Situation schwierig und auch fragil. Angesichts einer Rekordzahl an Kurzarbeitern sowie steigender Arbeitslosenzahlen ist die Verunsicherung nach wie vor groß. Deutschland befindet sich in einer schweren Rezession. Angst vor Jobverlust sowie Einkommenseinbußen bleiben ein Konsumhemmnis.

    Wie bereits im vergangenen Monat wirkt sich die rückläufige Sparneigung, die im Juni 15,4 Punkte verliert, positiv auf das Konsumklima aus.

    Konjunkturaussichten werden besser

    Zum zweiten Mal in Folge legt die Konjunkturerwartung der Verbraucher im Juni zu. Mit einem Plus von 18,9 Zählern fällt der Zuwachs überraschend deutlich aus. Der Indikator liegt nun mit 8,5 Punkten sogar wieder im positiven Bereich, das heißt über seinem langfristigen Durchschnittswert von null Zählern. Ein höherer Wert wurde zuletzt vor eineinhalb Jahren, im Januar 2019, mit 8,6 Punkten gemessen.

    Auch aufgrund des umfassenden Konjunkturpaktes erwarten die Konsumenten, dass sich die deutsche Wirtschaft wieder schneller erholen kann, als bislang befürchtet. Dazu müsste aus Sicht der Exportnation Deutschland auch die Konjunktur in den wichtigsten Absatzmärkten, wie den USA, Frankreich, Italien und Spanien, wieder zügig auf die Beine kommen. Gerade diese Länder wurden aber durch die Pandemie noch härter getroffen.

    Einkommenspessimismus schwindet weiter

    Ebenfalls zum zweiten Mal in Folge legt die Einkommenserwartung im Juni zu. Nach einem Plus von 12,3 Zählern klettert der Indikator auf 6,6 Punkte. Aber noch immer liegt er knapp 39 Punkte unter seinem entsprechenden Vorjahreswert.

    Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit drücken nach wie vor auf die Einkommensstimmung. Eine Reihe von Haushalten müssen mit Einkommenseinbußen rechnen. Dies gilt auch für Selbständige deren Tätigkeit noch dem Lockdown unterliegt, wie z. B. Veranstalter von großen Events, und damit die Einkünfte gegen Null gehen.

    Konsumneigung folgt Einkommensaussichten

    Zunehmende Einkommenserwartungen lassen im Juni auch die Anschaffungsneigung steigen. Der Indikator gewinnt 13,9 Zähler hinzu und klettert damit auf 19,4 Punkte. Im Vergleich zum Vorjahr steht jedoch noch immer ein Minus von gut 34 Punkte zu Buche.

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  • Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich merklich erholt. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juni von minus 26,7 auf minus 2,3 Punkte gestiegen – so stark wie nie zuvor innerhalb eines Monats. Die deutsche Industrie arbeitet sich aus dem Keller.

    ifo Exporterwartungen deutlich gestiegen

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.06.2020

    Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich merklich erholt. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im Juni von minus 26,7 auf minus 2,3 Punkte gestiegen – so stark wie nie zuvor innerhalb eines Monats. Die deutsche Industrie arbeitet sich aus dem Keller.

    In der Automobilbranche setzte sich der Aufwärtstrend aus dem Vormonat fort. Die Hersteller erwarten ein deutliches Exportplus in den nächsten Monaten. Gleiches gilt für die Pharmabranche. In den anderen Sektoren werden noch keine Exportzuwächse erwartet, jedoch hat sich die Stimmung merklich aufgehellt. In der Chemischen Industrie gehen die Unternehmen von konstanten Exporten aus. In der Elektrotechnik und im Maschinenbau wird jedoch weiterhin mit sinkenden Auslandsumsätzen gerechnet. Diese fallen weniger stark aus als noch in den Vormonaten.

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  • Die aktuelle Corona-Krise lässt vielen Unternehmen keine andere Wahl als ihren Beschäftigten eine deutlich flexiblere Arbeitsgestaltung zu ermöglichen als bisher. Die Arbeit im Homeoffice ist derzeit essenziell um das Ansteckungsrisiko im Büro oder auf dem Arbeitsweg zu minimieren. Zudem ist eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten aufgrund geschlossener Schulen und Kitas häufig unumgänglich. Eine Studie des ZEW zeigt, dass Unternehmen von flexibler Arbeit profitieren können, wenn sie ihren Beschäftigten eine adäquate digitale Infrastruktur bereitstellen.

    Unternehmen können von mobiler und flexibler Arbeit profitieren

    ZEW, Pressemitteilung vom 25.06.2020

    Die aktuelle Corona-Krise lässt vielen Unternehmen keine andere Wahl als ihren Beschäftigten eine deutlich flexiblere Arbeitsgestaltung zu ermöglichen als bisher. Die Arbeit im Homeoffice ist derzeit essenziell um das Ansteckungsrisiko im Büro oder auf dem Arbeitsweg zu minimieren. Zudem ist eine flexiblere Gestaltung der Arbeitszeiten aufgrund geschlossener Schulen und Kitas häufig unumgänglich. Eine Studie des ZEW Mannheim zeigt in diesem Zusammenhang, dass Unternehmen von flexibler Arbeit profitieren können, wenn sie ihren Beschäftigten eine adäquate digitale Infrastruktur bereitstellen. So sind Unternehmen im Dienstleistungssektor produktiver, wenn sie flexible Arbeitsmodelle einsetzen und ihren Beschäftigten gleichzeitig mobile Endgeräte wie Laptops oder Smartphones zur Verfügung stellen.

    Unternehmen im Dienstleistungssektor sind produktiver, wenn sie flexible Arbeitsmodelle mit mobilen Endgeräten für ihre Beschäftigten kombinieren.

    Der rasante Fortschritt digitaler Technologien hat dazu geführt, dass Beschäftigte zunehmend auch außerhalb des Unternehmens arbeiten können. Denn um effizient von zu Hause aus arbeiten zu können, ist für viele Tätigkeiten eine funktionierende digitale Infrastruktur unerlässlich. Neben wichtigen E-Mails müssen Beschäftigte auch auf Daten oder Software zugreifen können, die auf den internen Unternehmenslaufwerken gespeichert sind. Zudem müssen die Betroffenen häufig über mobile Endgeräte wie Notebooks, Tablets oder Smartphones verfügen. „Diese mobilen Endgeräte sind heute aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Schon im Jahr 2014 haben insgesamt 23 Prozent der Beschäftigten mobile Geräte verwendet, die ihnen ihr Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat“, sagt Studien-Mitautor Dr. Steffen Viete, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ und Mitarbeiter im Stab des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

    Vertrauensarbeitszeit bietet größtmögliche Flexibilität

    Während das Aufkommen von PCs in den 1980er Jahren und der Einzug des Internets in den 1990er Jahren bereits eingehend erforscht wurde, sind Forschungsergebnisse zu den Produktivitätseffekten mobiler Endgeräte bisher noch rar. Die ZEW-Studie zeigt, dass organisatorische Anpassungen notwendig sind, um die positiven Aspekte der neuen, mobilen Technologien voll ausschöpfen zu können. „Vor allem Unternehmen, die ihren Beschäftigten durch eine entsprechende Arbeitsorganisation eine hohe Autonomie bei der Erledigung ihrer Tätigkeiten ermöglichen, können positive Effekte erwarten“, fasst Dr. Daniel Erdsiek, ebenfalls Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Digitale Ökonomie“ und Mitautor der Studie, ein zentrales Ergebnis der Analyse zusammen.

    Die Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen kann dabei entlang verschiedener Dimensionen erfolgen. Diese reichen von der Arbeitszeit (Gleitzeitmodelle) über den Arbeitsort (Homeoffice) bis hin zu Fragen des täglichen Arbeitspensums oder der Kontinuität der Arbeit (längere Auszeiten, Arbeitszeitkonten). Die größtmögliche Flexibilität räumen Arbeitgeber ihren Angestellten aber mit der sogenannten Vertrauensarbeitszeit ein: Hier haben Beschäftigte selbst die größte Eigenverantwortung mit Blick auf alle genannten Dimensionen der Arbeit. Diese Entwicklung der jüngsten Zeit wurde insbesondere durch das Aufkommen mobiler Endgeräte und des mobilen Internets unterstützt.

    Unternehmen profitieren von Kombination mit mobilen Endgeräten

    Die Studie basiert auf einer repräsentativen Unternehmensbefragung des ZEW aus dem Jahr 2015, an der sich über 1.000 Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor beteiligt haben. In den betrachteten Unternehmen wurden 33 Prozent der Angestellten von ihrem Arbeitgeber mit mobilen Endgeräten ausgestattet und 34 Prozent haben einen Arbeitsvertrag, der Vertrauensarbeitszeit vorsieht. Die Analyse zeigt, dass der positive Zusammenhang zwischen dem Einsatz mobiler Endgeräte und der Unternehmensleistung stärker ist, wenn den Beschäftigten gleichzeitig eine hohe Arbeitsautonomie in Form von Vertrauensarbeitszeiten eingeräumt wird. Ein möglicher Grund: Mobile, digitale Geräte können bei dezentralem Arbeiten die Organisationskosten durch einen erleichterten Zugang zu Informationen senken. Gleichzeitig trägt Vertrauensarbeitszeit zu den Effizienzgewinnen durch den Einsatz mobiler Endgeräte bei. Eine Modellrechnung zeigt, dass eine Erhöhung der Ausstattung mit mobilen Endgeräten um 20 Prozentpunkte mit einem Produktivitätsanstieg von 1,05 Prozent einhergeht, wenn das Unternehmen in einem durchschnittlichen Maße Vertrauensarbeitszeit ermöglicht. Für Unternehmen, in denen 85 Prozent der Beschäftigten unter Vertrauensarbeitszeiten arbeiten, beträgt der beobachtete Produktivitätsanstieg hingegen 4,64 Prozent.

    Die Ergebnisse stimmen hinsichtlich der Potenziale der mobilen und flexiblen Arbeit optimistisch. „Allerdings sind die Schlussfolgerungen nicht automatisch auf die aktuelle Krise übertragbar. Anders als die Unternehmen in unserer Studie müssen in der aktuellen Krise viele Arbeitgeber die rapide Veränderung der Arbeitsorganisation ohne vorherige Planungsphase bewerkstelligen. Die steigende Flexibilität in den Arbeitsalltag zu integrieren und die technische Infrastruktur trotz hoher Belastung zu gewährleisten, führt daher momentan sicher noch in vielen Unternehmen zu Schwierigkeiten“, so Daniel Erdsiek. Schließlich eignen sich auch nicht alle Tätigkeiten für das mobile und flexible Arbeiten. „Aus einer langfristigen Perspektive unterstützen die Ergebnisse allerdings die Vermutung, dass die weitere Verbreitung mobiler Technologien auch nach der Krise zu einer wachsenden Bedeutung zeitlicher und räumlicher Autonomie am Arbeitsplatz führen kann“, fasst Steffen Viete zusammen.

    Der Beitrag gibt die persönliche Meinung der Autoren wieder und nicht notwendigerweise die des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

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  • Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich weiter aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 86,2 Punkte gestiegen, nach 79,7 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Mai. Dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg.

    ifo Geschäftsklima steigt deutlich

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 24.06.2020

    Die Stimmung in den deutschen Chefetagen hat sich weiter aufgehellt. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 86,2 Punkte gestiegen, nach 79,7 Punkten (saisonbereinigt korrigiert) im Mai. Dies ist der stärkste jemals gemessene Anstieg. Die aktuelle Lage wurde von den Unternehmen etwas besser beurteilt. Ihre Erwartungen machten zudem einen deutlichen Sprung nach oben. Die deutsche Wirtschaft sieht Licht am Ende des Tunnels.

    Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Geschäftsklimaindex erneut merklich gestiegen. Dies war auf deutlich verbesserte Erwartungen der Industrieunternehmen zurückzuführen. So stark sind die Erwartungen bisher noch nie gestiegen. Die aktuelle Lage wird jedoch weiterhin von einer großen Mehrheit der Unternehmen als schlecht eingestuft.

    Im Dienstleistungssektor hat sich die steile Aufwärtsbewegung beim Geschäftsklima im Juni fortgesetzt. Insbesondere nahm der Pessimismus mit Blick auf das kommende halbe Jahr deutlich ab. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage verbesserten sich merklich.

    Im Handel ist der Geschäftsklimaindex erneut deutlich gestiegen. Die Indikatoren zu Lage und Erwartung erholten sich merklich im Vergleich zum Vormonat. Trotzdem erwarten viele Händler weiterhin eine schlechte Geschäftsentwicklung.

    Gegenwärtig ist die Stimmung im Einzelhandel weniger pessimistisch als im Großhandel.

    Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima verbessert. Dies war erneut auf weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen. Die Baufirmen bewerteten ihre aktuelle Lage im Vergleich zum Vormonat etwas besser.

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  • Hochrangige Mitglieder aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft und Gewerkschaften haben lt. BMWi das „Positionspapier „COVID-19 und Industrie 4.0“ vorgestellt. Darin wird aufgezeigt, wie Industrie 4.0-Lösungen einen Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 leisten können.

    Industrie 4.0 kann zur Bewältigung der Krise beitragen

    Plattform Industrie 4.0 stellt Positionspapier „COVID-19 und Industrie 4.0″ vor

    BMWI/BMBF, Pressemitteilung vom 23.06.2020

    Unter der Leitung von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat am 23.06.2020 das Leitungsgremium der Plattform Industrie 4.0 getagt. Die hochrangigen Mitglieder aus Industrie, Verbänden, Wissenschaft und Gewerkschaften stellten das Positionspapier „COVID-19 und Industrie 4.0″ vor. Darin wird aufgezeigt, wie Industrie 4.0-Lösungen einen Beitrag zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 leisten können.

    Dazu erklärt der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier:

    „Die Corona-Krise hat allen gezeigt, welche Bedeutung die digitale Vernetzung, funktionierende Wertschöpfungs- und Liefernetzwerke und eine sichere, interoperable Datennutzung für die deutsche Industrie haben. Die konsequente Umsetzung von Industrie 4.0 in Kombination mit der digitalen Infrastruktur GAIA-X wird die deutsche und europäische Industrie für die Zukunft wettbewerbsfähiger und resilienter machen. Der Input aus der Plattform Industrie 4.0 leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.“

    Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, erklärt:

    „Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit hat vom Zukunftsprojekt Industrie 4.0 stark profitiert. Forschungsbeirat und Plattform unterstützen mit Wissen und Vernetzung die Förderung von Forschung und Entwicklung digitaler Technologien. Im nächsten Schritt gilt es nun, kleinen und mittleren Unternehmen möglichst flächendeckend Zugang zu neuen Technologien zu verschaffen. Wenn uns dieser Transfer gelingt, haben wir gute Chancen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. Auf dem vor uns liegenden Weg wird die Plattform Industrie 4.0 ein wichtiger Partner sein.“

    Die Corona-Pandemie verstärkt und beschleunigt den Trend hin zu einer intelligent-vernetzten Produktion. Nach dem Positionspapier der Plattform Industrie 4.0 sollen die breite Verankerung von Industrie 4.0 in den industriellen Anwenderbranchen sowie der Aufbau offener, digitaler Ökosysteme für die Geschäftsbeziehungen zwischen den Unternehmen (B2B) zur Kernkompetenz einer krisenfesten und nachhaltigen deutschen und europäischen Industrie werden. Die Industrievertreter aus der Plattform Industrie 4.0 wollen auch die Chancen nutzen, die das Konjunkturpaket bietet. Hier ist das Ziel, den nächsten Digitalisierungssprung in Anwenderindustrien wie der Fahrzeughersteller und ihrer Zulieferindustrie zu erreichen.

    Das Leitungsgremium unterstrich in seiner Sitzung die wichtige Rolle der Plattform Industrie 4.0 bei der koordinierten, vorwettbewerblichen Implementierung von Industrie 4.0. Die Plattform hat mit ihrem „Leitbild 2030 für Industrie 4.0″ einen konzeptionellen Rahmen für den Aufbau von digitalen B2B-Ökosystemen etabliert und treibt deren Umsetzung in die Anwenderbranchen voran.

    Dr. Frank Melzer, CTO Festo SE & Co. KG. und Vorsitzender des Lenkungskreises der Plattform Industrie 4.0:

    „Unser Leitbild 2030 mit den drei Schwerpunkten Souveränität, Interoperabilität und Nachhaltigkeit liefert einen hervorragenden Handlungsrahmen, um gestärkt aus der Krise zu kommen und die globale Vorreiterrolle in offenen, digitalen Ökosystemen auszubauen. Die Plattform Industrie 4.0 ist ein verlässlicher Partner für den erforderlichen digitalen Wandel und unterstützt die robuste und nachhaltige Weiterentwicklung der deutschen und europäischen Industrie.“

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  • Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs: Drei von vier Unternehmen (76 Prozent) nutzten im Jahr 2019 Rechenleistungen aus der Cloud – im Vorjahr waren es 73 Prozent und im Jahr 2017 erst 66 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG.

    Drei von vier Unternehmen nutzen Cloud-Computing

    Bitkom, Pressemitteilung vom 23.06.2020

    • Datenschutz und IT-Sicherheit Top-Kriterien bei Anbieterwahl
    • Bitkom Research und KPMG veröffentlichen Cloud-Monitor 2020

    Cloud-Computing bleibt auf Wachstumskurs: Drei von vier Unternehmen (76 Prozent) nutzten im Jahr 2019 Rechenleistungen aus der Cloud – im Vorjahr waren es 73 Prozent und im Jahr 2017 erst 66 Prozent. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG unter 555 Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland. Weitere 19 Prozent planen oder diskutieren den Cloud-Einsatz. Nur 6 Prozent wollen auch künftig auf die Cloud verzichten.

    „Cloud-Anwendungen haben sich in der gesamten Wirtschaft durchgesetzt. Die Unternehmen haben verstanden, dass Cloud-Computing eine grundlegende Technologie für das Geschäft von morgen ist“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research. Cloud-Computing bezeichnet aus Sicht der Anwender die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen wie beispielsweise Software, Speicherplatz oder Rechenleistung über Datennetze. Das Datennetz kann ein unternehmens- bzw. organisationsinternes Intranet (Private-Cloud-Computing) oder das öffentliche Internet (Public-Cloud-Computing) sein. So nutzten im vergangenen Jahr fast drei von fünf der Unternehmen (58 Prozent) Private-Cloud-Anwendungen, zwei von fünf (38 Prozent) setzten auf Public-Cloud-Lösungen. Jedes dritte Unternehmen (32 Prozent) betrieb bereits Multi-Cloud-Computing.

    Die Cloud wird zum Motor der Digitalisierung

    Für die meisten Unternehmen bedeutet Cloud-Computing mehr als nur skalierbare Rechenleistungen abrufen zu können. Mehr als drei Viertel der Cloud-Nutzer (77 Prozent) sehen im Cloud-Einsatz einen großen Beitrag zur Digitalisierung des Unternehmens insgesamt. Für die Digitalisierung interner Prozesse sagen dies 69 Prozent und zwei von fünf (38 Prozent) geben an, dass Cloud-Computing einen großen Beitrag für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle leistet. „Cloud-Computing hat sich zur Kerntechnologie der Digitalisierung entwickelt. Die besonderen Herausforderungen der Covid-19-Krise haben uns die Stärken des Cloud-Computing vor Augen geführt“, sagt Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG.

    Wer Cloud-Anwendungen nutzt oder damit plant, macht verschiedene Kriterien bei der Auswahl eines Cloud-Dienstleisters zur Voraussetzung. Die Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung ist dabei am wichtigsten, fast alle Unternehmen (96 Prozent) geben dies an. Für 88 Prozent ist eine transparente Sicherheitsarchitektur eine Grundvoraussetzung, mehr als drei Viertel (77 Prozent) bestehen auf die Möglichkeit, Cloud-Daten verschlüsseln zu können. Auch der Datenspeicherort ist für viele Cloud-Nutzer und -Planer ein wichtiges Thema. Für zwei Drittel (65 Prozent) darf das Rechenzentrum des Anbieters ausschließlich im Rechtsgebiet der EU stehen. Ähnliche viele (63 Prozent) wollen, dass der Hauptsitz des Cloud-Anbieters eben dort ist (63 Prozent). „Datenschutz und Sicherheit sind die Top-Kriterien bei der Anbieterauswahl. Wer zusätzlich eine einfache Systemintegration und auch Exit-Strategien vereinbart, punktet bei Cloud-Anwendern“, so Pols.

    Mobiler Zugriff auf IT ist größter Vorteil

    Die allermeisten Unternehmen mit einer Public-Cloud im Einsatz machen positive Erfahrungen. Fast acht von zehn (78 Prozent) unterstreichen, dass der mobile Zugriff auf IT-Ressourcen erleichtert wird. Ähnlich viele (77 Prozent) berichten von einer schnelleren Skalierbarkeit ihrer IT-Leistungen. Jeder zweite Public-Cloud-Anwender (50 Prozent) beobachtet eine Zunahme der Datensicherheit und ein Viertel (24 Prozent) konnte seine IT-Kosten insgesamt über die Public-Cloud senken. Für drei von zehn Anwendern (30 Prozent) hat der IT-Administrationsaufwand durch die Public-Cloud aber auch zugenommen.

    Über die Public-Cloud greifen viele Unternehmen auch gezielt auf neue digitale Technologien zu. Fast ein Viertel dieser Anwender (23 Prozent) setzt auf Lösungen für das Internet der Dinge oder Industrie 4.0 aus der Public-Cloud. Weitere 30 Prozent planen einen solchen Einsatz. Data-Lake-Anwendungen sind bei jedem siebten Public-Cloud-Nutzer (17 Prozent) in Betrieb, 8 Prozent geben dies für den Bereich Spracherkennung an. Eher wenige Unternehmen greifen auf Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz (KI) aus der Public-Cloud zurück, auf 7 Prozent trifft dies zu und weitere 20 Prozent planen den Einsatz von KI aus der Cloud. Erst 2 Prozent nutzen Blockchain-Lösungen aus der Public-Cloud.

    Sicherheitsbedenken als Hemmschuh

    Warum zögern Unternehmen, die Public-Cloud zu nutzen? Unternehmen ohne Public-Cloud-Lösungen haben vor allem Sicherheitsbedenken. Sieben von zehn Nichtnutzern (70 Prozent) fürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Für 60 Prozent ist die Rechtslage unklar, ähnlich viele (59 Prozent) zweifeln an der Integration einer Public-Cloud in bestehende Lösungen. Und zwei von fünf Nichtnutzern (43 Prozent) fehlen die Ressourcen im Personal. „Wer mit seinem digitalen Business durch Nutzung der Public-Cloud Gas geben will, benötigt eben auch gute Bremsen. Ein tragfähiges Sicherheitskonzept mit einer flexiblen Absicherung der Cloud-Services schafft die Grundlage für die vertrauensvolle Cloud-Nutzung“, sagt Marko Vogel, Partner Cyber Security bei KPMG.

    Dabei ist die Public-Cloud laut der Befragten weniger anfällig für Sicherheitsvorfälle als die eigene IT im Unternehmen und wird auch zunehmend sicherer. Gut ein Fünftel (22 Prozent) der Public-Cloud-Nutzer gibt an, dass es in den letzten zwölf Monaten zu Sicherheitsvorfällen in den von ihnen genutzten Cloud-Lösungen gekommen ist. Für weitere 36 Prozent bestand ein solcher Verdacht. Zum Vergleich: Von Sicherheitsvorfällen in der unternehmensinternen IT berichteten drei von zehn Unternehmen (28 Prozent), zwei von fünf (40 Prozent) hatten einen entsprechenden Verdacht. Die große Mehrheit verfügt über Sicherheitskonzepte für die Cloud, gleich ob Public oder Private: Gut drei Viertel der Cloud-Anwender (77 Prozent) geben dies an.

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  • 57 Prozent der deutschen Unternehmen halten es für wahrscheinlich, dass sie ihre Geschäftsreisen dauerhaft einschränken als Folge der Corona-Krise. Das geht aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor.

    Unternehmen planen auch nach Corona weniger Dienstreisen

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.06.2020

    57 Prozent der deutschen Unternehmen halten es für wahrscheinlich, dass sie ihre Geschäftsreisen dauerhaft einschränken als Folge der Corona-Krise. Das geht aus der Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. Die Industrie geht mit 64 Prozent voran, gefolgt von den Dienstleistern mit 60 Prozent. „Die Folgen der Corona-Krise werden manche Branchen noch sehr lange begleiten, so Fluggesellschaften, Bahnen, Hotels und Restaurants“, sagt ifo Forscher Stefan Sauer.

    Weniger betroffen sind der Handel mit 39 Prozent und der Bau mit 29 Prozent.

    In der Industrie besonders wenig reisen wollen in Zukunft die Pharmabranche mit 80 Prozent, die Hersteller von Computern mit 77 Prozent, die Hersteller von Glas und Keramik mit 72 Prozent sowie die Chemie mit 71 Prozent und die Getränke-Hersteller mit 71 Prozent.

    Außerdem wollen weniger reisen vor allem IT-Dienstleister und Unternehmensberater mit jeweils 80 Prozent sowie Firmen aus Forschung und Entwicklung zu 74 Prozent, aus Werbung und Marktforschung zu 72 Prozent.

    Im Handel ist vor allem der Großhandel betroffen, wo 46 Prozent der Unternehmen weniger Dienstreisen vornehmen wollen. Im Einzelhandel sind es 31 Prozent.

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  • Bereits seit 2007 unterstützen die Berater*innen des ESF-kofinanzierten Förderprogramms „Passgenaue Besetzung“ kleine und mittelständische Unternehmen bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze. Seit Beginn des Programms konnten insgesamt rund 100.000 Ausbildungsplätze und Stellen für die Einstiegsqualifizierung besetzt werden. Die Bundesregierung verlängert das Förderprogramm um vorerst weitere drei Jahre.

    Programm „Passgenaue Besetzung“ unterstützt KMU auch in Corona-Krise bei Rekrutierung künftiger Fachkräfte

    BMWi, Pressemitteilung vom 22.06.2020

    Bereits seit 2007 unterstützen die Berater*innen des ESF-kofinanzierten Förderprogramms „Passgenaue Besetzung“ kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Besetzung ihrer offenen Ausbildungsplätze. Seit Beginn des Programms konnten insgesamt rund 100.000 Ausbildungsplätze und Stellen für die Einstiegsqualifizierung besetzt werden. Die Bundesregierung verlängert das Förderprogramm um vorerst weitere drei Jahre.

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier:

    „Die Corona-Krise soll nicht zu einer Krise auf dem Ausbildungsmarkt werden. Denn die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen. Mit der Verlängerung des Programms „Passgenaue Besetzung“ tragen wir dazu bei, die duale Ausbildung in Deutschland auf gleichbleibend hohem Niveau zu sichern. Ich freue mich sehr, dass die Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Rekrutierung ihrer künftigen Fachkräfte in gewohnter Qualität fortgeführt werden kann.“

    Die derzeit bundesweit etwa 160 Berater*innen beraten Betriebe, ermitteln deren Bedarf an Auszubildenden, erstellen Anforderungsprofile, suchen nach potenziellen Auszubildenden, sichten Bewerbungsunterlagen und führen Auswahlgespräche und Einstellungstests durch. Sie sind auch wichtige Ansprechpartner für die Weitervermittlung von Auszubildenden aus Betrieben in Schwierigkeiten. Die Nutzung digitaler Wege für die Kontaktaufnahme spielt dabei in der Corona-Krise eine wichtige Rolle.

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  • Dank Fortschritten bei der Eindämmung des Corona-Virus in Deutschland konnten die in der zweiten Märzhälfte eingeführten Maßnahmen wie Geschäftsschließungen und Kontaktbeschränkungen inzwischen wieder gelockert werden – doch rund 2,3 Mio. kleine und mittlere Unternehmen (60 %) gehen davon aus, dass sie die Krisenfolgen noch lange spüren werden. Dies zeigt die zweite repräsentative Sonderbefragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels von Anfang Juni 2020.

    Corona-Krise im Mittelstand: Rückkehr zu voller Wirtschaftsaktivität in weiter Ferne

    KfW, Pressemitteilung vom 19.06.2020

    • Repräsentative Befragung von KfW Research Anfang Juni
    • 60 % der Mittelständler erwarten noch ein langes Nachwirken der Krise
    • Umsatzrückgang von 88 Mrd. Euro im Mai, Gesamteinbußen von 250 Mrd. Euro seit März

    Dank Fortschritten bei der Eindämmung des Corona-Virus in Deutschland konnten die in der zweiten Märzhälfte eingeführten Maßnahmen wie Geschäftsschließungen und Kontaktbeschränkungen inzwischen wieder gelockert werden – doch rund 2,3 Mio. kleine und mittlere Unternehmen (60 %) gehen davon aus, dass sie die Krisenfolgen noch lange spüren werden. Dies zeigt die zweite repräsentative Sonderbefragung von KfW Research auf Basis des KfW-Mittelstandspanels von Anfang Juni 2020. Im Durchschnitt erwarten diese Unternehmen eine Normalisierung ihrer Geschäftslage erst in rund 8,5 Monaten – dies entspräche ungefähr März 2021. 7 % der mittelständischen Unternehmen haben zum Befragungszeitpunkt nach eigenen Angaben bereits das Vorkrisenniveau wieder erreichen können. Dieser positiven Entwicklung stehen allerdings 9 % der Mittelständler gegenüber, die davon ausgehen, nie mehr das Vorkrisenniveau erreichen zu können.

    Vor allem der Schwund der Umsätze spiegelt die ganze Kraft wider, mit der die Corona-Pandemie den Mittelstand erfasst hat. Bereits für den März hatte KfW Research in einer ersten Blitzbefragung unter Mittelständlern Umsatzverluste von mindestens 75 Mrd. Euro ermittelt. Für den Monat Mai kommen nun nochmals Einbußen von mindestens 88 Mrd. Euro hinzu. Es ist davon auszugehen, dass auch der April von ähnlichen starken Effekten betroffen war. Für die Dreimonatsperiode der Corona-Krise lässt sich so ein zusammengefasster Umsatzverlust aller Mittelständler von rund 250 Mrd. Euro abschätzen – das entspricht etwa 5 % der üblichen Jahresumsätze im deutschen Mittelstand von etwa 4.700 Mrd. Euro.

    Im Mai mussten 61 % der kleinen und mittleren Unternehmen hierzulande Corona-bedingte Umsatzeinbußen verkraften (114.000 Mittelständler bzw. 3-Prozentpunkte mehr als im März). Im Durchschnitt ging den Firmen knapp die Hälfte (46 %) der üblicherweise in dem Monat zu erwartenden Umsätze verloren (März: 53 %). Das sind etwa 45.000 Euro je betroffenem Unternehmen (März: 39.000 Euro).

    Die Spannbreite der Umsatzverluste ist dabei weiterhin sehr groß: In der Branchensicht verzeichnen Unternehmen der Sonstigen Dienstleistungen (z. B. Pflegedienste, Weiterbildung) den durchschnittlich niedrigsten Umsatzverlust mit ca. 20.000 Euro. Hingegen sanken die Maiumsätze von Mittelständlern des Verarbeitenden Gewerbes im Durchschnitt um 169.000 Euro. Größere Unternehmen (mit über zehn Beschäftigten) nahmen mit 276.000 Euro im Mittel das 14-fache an Umsatzverlusten hin im Vergleich zu kleineren Firmen (bis zehn Beschäftigte: 19.100 Euro).

    „Die Corona-Krise hat den deutschen Mittelstand im Griff, die Umsatzeinbußen sind gravierend und dürften sich für die Monate März bis Mai auf insgesamt gute 250 Mrd. Euro summieren. Der Weg aus dem Corona-Tal wird ein langer, mühsamer sein“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW. „Beim Blick nach vorn ist dennoch vorsichtiger Optimismus möglich: Mit dem umfassenden Corona-Schutzschirm des Staates, den Erfolgen bei der Eindämmung der Virus-Infektionen und auch den Anpassungen von Geschäftsmodellen und Produktpaletten durch die Unternehmen selbst ist Deutschland auf einem guten Weg. Wichtig ist nun vor allem Vertrauen in eine nachhaltige Erholung. Das neue Konjunkturprogramm der Bundesregierung setzt hierfür willkommene Impulse.“

    Köhler-Geib betont jedoch, dass man die Entwicklung der Liquiditätslage im Mittelstand intensiv beobachten müsse: „Eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen spürt weiterhin eine starke Belastung der Liquidität, die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit ist für sie trotz Lockerungen der Corona-Beschränkungen nicht gebannt.“ 45 % aller Mittelständler verfügen aktuell über ausreichend liquide Mittel für maximal zwei Monate, sofern die gegenwärtige Situation anhält bzw. sich nicht verbessert (gerechnet ab 1. Juni 2020). Im März hatte dieser Anteil bei 51 % gelegen. Weitere 24 % der Unternehmen können – zumindest auf liquide Mittel für zwei bis sechs Monate zurückgreifen (März: 22 %). 6 % der Mittelständler haben Liquiditätsreserven von bis zu einem Jahr, bevor die Einstellung des Geschäftsbetriebs droht (März: 7 %). 25 % der Unternehmen im Mittelstand verfügen nach eigener Auskunft generell über ausreichend Liquiditätsreserven – ein Anstieg um 6 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorerhebung.

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  • Wie essenziell die Digitalisierung für die deutsche Wirtschaft ist, hat die Corona-Krise klar verdeutlicht. Bei den Rahmenbedingungen – Glasfaser- und Mobilfunknetzen, digitalen Verwaltungsleistungen, Datensicherheit oder Cloud-Infrastrukturen – besteht jedoch noch erheblicher Handlungsbedarf. Gebraucht wird ein „Digitales Ökosystem“, in dem Unternehmen und Verwaltung gemeinsam agieren können.

    Digitales Ökosystem: Fundament für wirtschaftlichen Erfolg

    DIHK, Pressemitteilung vom 18.06.2020

    Die Corona-Krise zeigt deutlich: Die Digitalisierung ist ein Muss für die deutsche Wirtschaft. Viele Unternehmen berichten, dass die Arbeit trotz eines plötzlichen Umstiegs auf Homeoffice durch Meetings und Kommunikation über Videokonferenzen häufig recht gut funktioniert hat.

    Zukunftsorientierte Digitalisierung

    In den letzten Wochen wurde zugleich sichtbar, wie wichtig gute digitale Rahmenbedingungen sind. Dazu gehören leistungsfähige Glasfaser- und Mobilfunknetze, digitale Verwaltungsleistungen, die Sicherheit von Daten und Informationen sowie die Nutzung von Cloud-Infrastrukturen und Plattformen.

    Diese Faktoren tragen erheblich zur Bewältigung der aktuellen Krise bei und entscheiden auch mit über einen erfolgreichen Weg aus der Krise heraus. In der Zukunft sind Wachstums- und Wettbewerbsaussichten noch mehr davon abhängig, wie gut der digitale Fortschritt gelingt und wie mit Hilfe der Digitalisierung neue Geschäftschancen ergriffen werden können.

    Handlungsbedarf allerorten

    Der Breitbandausbau stockt aufgrund langwieriger Genehmigungs- und Vergabeprozesse sowie fehlender Planungs- und Baukapazitäten. Nur 5 Prozent der Gewerbestandorte verfügen über einen Glasfaseranschluss. Die Digitalisierung der Verwaltung kommt nicht richtig voran.

    Bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes entstehen vorrangig Individuallösungen ohne Breitenwirkung. Immer höhere gesetzliche Anforderungen an die Daten- und Informationssicherheit gehen nicht mit den betrieblichen Anforderungen der Unternehmensrealität einher.

    Deutschland und Europa sind bei Plattformen und datengetriebenen Geschäftsmodellen international ins Hintertreffen geraten. Ein auch für kleine und mittlere Unternehmen tauglicher Weg in die Plattformökonomie muss erst noch gefunden werden. Was fehlt, ist ein gesamtheitlicher und partnerschaftlicher Ansatz mit der Wirtschaft.

    Wirtschaft und Staat müssen gemeinsam agieren

    Es bedarf eines Miteinanders der Unternehmen und der Verwaltung. Digitale Technologien sind Chance und Notwendigkeit für den Erfolg des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

    Damit Innovationen und Investitionen in die Digitalisierung angeregt werden, sind vorausschauende und nachhaltige politische Rahmenbedingungen erforderlich, ebenso wie eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft auf Augenhöhe. Denn Komplexität und Bedeutung eines digitalen Ökosystems erfordern ein gemeinschaftliches Agieren von Staat und Wirtschaft. Diese Zusammenarbeit sollte sich an guten Beispielen orientieren und ergebnis- und umsetzungsorientiert ausgestaltet sein.

    Konjunkturpaket mit wichtigen Ansätzen

    Das aktuelle Konjunkturpaket der Bundesregierung greift die richtigen Themen auf. Bedeutend ist insbesondere, dass der Bund den Ländern und Kommunen zusätzliche Mittel für ihre Verwaltungsdigitalisierung zur Verfügung stellt. Erfolgreich wird das aber nur dann sein, wenn sie dabei einheitlich und arbeitsteilig nach dem Einer-für-alle-Prinzip handeln.

    Der DIHK unterstützt dieses längst überfällige Vorgehen, mit dem Unternehmen bundesweit auf verlässliche Strukturen hoffen dürfen. Beim Glasfaserausbau bleiben die Ankündigungen vage, beim Thema Mobilfunkausbau muss schnellstmöglich geklärt werden, wie in einer Balance zwischen eigenwirtschaftlichem Ausbau durch die Marktteilnehmer einerseits und staatlich gefördertem Ausbau andererseits die geplanten fünf Milliarden Euro investiert werden sollen.

    Die Vorstellungen des DIHK zu einem digitalen Ökosystem sind in einem Positionspapier (zusammengefasst.

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  • Aus dem am 18.06.2020 veröffentlichten Jahresbericht über Handels- und Investitionshindernisse geht hervor, dass europäische Unternehmen im Jahr 2019 durch die Beseitigung von Handelshemmnissen zusätzliche Exporte in Höhe von 8 Mrd. Euro generieren konnten.

    Jahresbericht zu Handelshemmnissen: EU-Schutzmaßnahmen helfen, aber Protektionismus bleibt ein Problem

    EU-Kommission, Pressemitteilung vom 18.06.2020

    Aus dem am 18.06.2020 veröffentlichten Jahresbericht über Handels- und Investitionshindernisse geht hervor, dass europäische Unternehmen im Jahr 2019 durch die Beseitigung von Handelshemmnissen zusätzliche Exporte in Höhe von 8 Mrd. Euro generieren konnten. Die hohe Zahl neuer Exportbeschränkungen zeigt jedoch, dass Protektionismus im Welthandel tief verwurzelt ist. Die Gesamtzahl der bestehenden Handelshemmnisse beläuft sich 2019 weltweit auf 438, von denen 43 im vergangenen Jahr von 22 verschiedenen Ländern eingeführt wurden.

    EU-Handelskommissar Phil Hogan sagte: „Es ist eine meiner obersten Prioritäten zu gewährleisten, dass bestehende internationalen Handelsregeln eingehalten werden. Unsere Maßnahmen, um Handelshemmnisse abzubauen, bringen greifbare Vorteile für EU-Unternehmen, auch für kleine Unternehmen. Doch auch im Welthandel haben wir es mit einem besorgniserregenden Wandel zu tun. Während wir all unsere Bemühungen auf die wirtschaftliche Erholung nach dem COVID-Ausbruch konzentrieren, müssen wir auch dafür sorgen, die globalen Handelsströme offen zu halten.“

    Koordinierte Anstrengungen der Kommission, der Mitgliedstaaten und der EU-Wirtschaftsverbände im Rahmen der Marktzugangspartnerschaft ermöglichten es den europäischen Unternehmen im Jahr 2019, wichtige Exportmärkte zurückzugewinnen.

    Allerdings sehen sich die EU-Unternehmen auch mit einer Vielzahl neuer unrechtmäßiger Hindernisse in Sektoren von strategischer Bedeutung für die EU konfrontiert, insbesondere in der Informations- und Kommunikationstechnologie, Elektronik, Automobilindustrie und anderen High-Tech-Branchen. Die meisten Handelsbeschränkungen betreffen den Zugang zum chinesischen und russischen Markt (38 bzw. 31 Maßnahmen). China verhängte 2019 auch die meisten neuen Beschränkungen, gefolgt von den Ländern des südlichen Mittelmeerraums und des Nahen Ostens.

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  • In Deutschland erhalten etwas weniger als die Hälfte aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld. Der wichtigste Faktor, ob ein Beschäftigter Urlaubsgeld erhält, ist die Frage der Tarifbindung. So erhalten 71 Prozent der Beschäftigten in tarifgebunden Unternehmen der Privatwirtschaft ein Urlaubsgeld, gegenüber nur 34 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen ohne Tarifvertrag. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Befragung der Hans-Böckler-Stiftung.

    71 Prozent aller Beschäftigten mit Tarifvertrag bekommen Urlaubsgeld

    Wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der Einkommen in der Corona-Krise

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 16.06.2020

    In Deutschland erhalten etwas weniger als die Hälfte (44 Prozent) aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft Urlaubsgeld. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Online-Befragung des Internet-Portals Lohnspiegel.de, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. Für die Analyse wurden die Angaben von mehr als 53.000 Beschäftigten aus dem Zeitraum von Anfang August 2019 bis Ende Mai 2020 ausgewertet.Ob ein Beschäftigter Urlaubsgeld erhält oder nicht, hängt von mehreren Faktoren ab. Der mit Abstand wichtigste Faktor ist die Frage der Tarifbindung. So erhalten 71 Prozent der Beschäftigten in tarifgebunden Unternehmen der Privatwirtschaft ein Urlaubsgeld, gegenüber nur 34 Prozent der Beschäftigten in Unternehmen ohne Tarifvertrag.

    In Ostdeutschland wird nach wie vor deutlich seltener Urlaubsgeld gezahlt als in Westdeutschland. Während im Osten 32 Prozent der Beschäftigten ein Urlaubsgeld erhalten, sind es im Westen 47 Prozent. Diese Unterschiede können in erster Linie auf die deutlich geringere Tarifbindung im Osten Deutschlands zurückgeführt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Größe des Unternehmens, da die Wahrscheinlichkeit, Urlaubsgeld zu erhalten mit zunehmender Beschäftigtenzahl ansteigt. Auch hier besteht eine enge Korrelation mit der Tarifbindung, da große Unternehmen eher einen Tarifvertrag anwenden.

    Schließlich erhalten Männer mit 47 Prozent häufiger Urlaubsgeld als Frauen, von denen nur 39 Prozent eine entsprechende Sonderzahlung bekommen.

    Urlaubsgeld in Corona-Zeiten

    Unter den Bedingungen der Corona-Krise sei das Urlaubsgeld in diesem Jahr für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer besonders wichtig, sagt der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Prof. Dr. Thorsten Schulten. „Millionen von Beschäftigten in Kurzarbeit müssen derzeit teilweise empfindliche Einkommenseinbußen hinnehmen. Vor diesem Hintergrund ist das Urlaubsgeld als Beitrag zur Stabilisierung der Einkommenssituation von großer Bedeutung. Umso problematischer ist es“, so Schulten, „dass nun einzelne Unternehmen hergehen und das Urlaubsgeld streichen wollen. In der Regel ist dies jedoch nicht so einfach möglich. Das gilt vor allem dann, wenn Beschäftigte ein tarifvertraglich gesichertes Recht auf Urlaubsgeld haben.“ In einigen Tarifbranchen wie z. B. der Metall- und Elektroindustrie wurde in diesem Jahr die Möglichkeit eröffnet, das Urlaubs- und Weihnachtsgeld anteilsmäßig auf die monatlichen Einkommen zu übertragen, um im Fall von Kurzarbeit ein höheres Kurzarbeitergeld zu erhalten.

    Unterschiede in der Höhe des tarifvertraglichen Urlaubsgeldes

    Die Höhe des tarifvertraglich vereinbarten Urlaubsgeldes fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus: Zwischen 155 und 2.513 Euro bekommen Beschäftigte in der mittleren Vergütungsgruppe dieses Jahr als tarifliches Urlaubsgeld (ohne Berücksichtigung von Zulagen/Zuschlägen, bezogen auf die Endstufe der Urlaubsdauer). Das zeigt die aktuelle Auswertung des WSI-Tarifarchivs für 22 Tarifbranchen (siehe Abbildung 2 sowie die Tabellen 1 und 2 in der PDF-Version; Stand: April 2020). Am wenigsten Geld Urlaubsgeld bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Die höchsten Zahlungen erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, der Metallindustrie, der Papier verarbeitenden Industrie, dem Kfz-Gewerbe, der Druckindustrie, im Versicherungsgewerbe, dem Einzelhandel, der Bauindustrie und in der Chemischen Industrie.

    Im Westen ist das Urlaubsgeld in vielen Branchen immer noch höher als in Ostdeutschland. Im öffentlichen Dienst und in der Stahlindustrie gibt es kein gesondertes tarifliches Urlaubsgeld. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst. Bei der Deutschen Bahn AG wird es in das Jahrestabellenentgelt eingerechnet. Auch im Bankgewerbe und in einigen Branchentarifverträgen der Energiewirtschaft gibt es kein tarifliches Urlaubsgeld.

    Gegenüber dem Vorjahr hat sich das tarifliche Urlaubsgeld in 11 von 22 untersuchten Branchen erhöht. Besonders kräftig fiel die Erhöhung im Steinkohlebergbau aus, wo das Urlaubsgeld mehr als verdreifacht wurde. In den übrigen Branchen variiert die Erhöhung des Urlaubsgeldes zwischen 1,0 bis 3,5 Prozent. In Branchen, wie z. B. dem Versicherungsgewerbe, in denen das Urlaubsgeld als ein bestimmter Prozentsatz der Tarifentgelte festgelegt wird, folgte das Urlaubsgeld den allgemeinen Tariferhöhungen.

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  • Die Hans-Böckler-Stiftung hat die aktuelle Arbeits- und Lohnstückkostenentwicklung analysiert. Ein gespaltenes Jahrzehnt geht zu Ende – enorme Herausforderungen warten. Vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der stärkeren Bedeutung der binnenwirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre ist Deutschland gut gerüstet, diese Krise zu meistern.

    Arbeitskosten: Deutschland hoch wettbewerbsfähig und gut gerüstet für Bewältigung der Corona-Krise

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 17.06.2020

    Die deutsche Wirtschaft ist während des vergangenen Jahrzehnts im Jahresdurchschnitt um 2,0 Prozent gewachsen und damit weitaus kräftiger als in den 2000er Jahren, als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) durchschnittlich nur um 1,3 Prozent zunahm. Der Wachstums-Aufschwung seit der Finanz- und Wirtschaftskrise, der längste seit den 1960er Jahren, verlief zeitgleich mit und war wesentlich beeinflusst von der Rückkehr zu einer stabilitätsorientierten Entwicklung bei Löhnen, Arbeitskosten und Lohnstückkosten. Diese ist ein wichtiger Faktor für eine erstarkte Binnennachfrage. So haben die Löhne zwischen 2010 und 2019 im Einklang mit dem neutralen Verteilungsspielraum zugenommen, nachdem der Zuwachs in den 2000er Jahren weit darunter gelegen hatte. Trotz der zuletzt stärkeren Entwicklung und des jahrelangen wirtschaftlichen Booms rangiert die Bundesrepublik bei den Arbeitskosten für die private Wirtschaft aktuell weiterhin lediglich im oberen Mittelfeld Westeuropas, 2019 auf Position sechs im EU-Vergleich. Der durchschnittliche jährliche Anstieg der Lohnstückkosten in Deutschland lag nach 2010 bei 1,9 Prozent, im gesamten Zeitraum zwischen 2000 und 2019 haben die Lohnstückkosten allerdings nur um 1,2 Prozent im Jahresmittel zugenommen – spürbar langsamer als im Durchschnitt des Euroraums (1,4 Prozent) und weitaus weniger als mit dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (knapp 2 Prozent) vereinbar. Das zeigt eine neue Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung zur Entwicklung von Arbeitnehmerentgelten, Arbeits- und Lohnstückkosten.

    Im Vergleich zu den vorangegangenen Jahrzehnten war der gerade durch die Corona-Krise jäh beendete Aufschwung durch die breitere Fundierung nach Analyse des IMK sehr stabil, mit Rekordständen bei der Beschäftigung und sprudelnden Steuereinnahmen. International ist die deutsche Wirtschaft sehr konkurrenzfähig, was sich auch am immensen und nur langsam sinkenden Leistungsbilanzüberschuss von 7,6 Prozent des BIP im Jahr 2019 ablesen lasse, so das IMK. Damit bestünden gute Voraussetzungen, um zu verkraften, dass durch die weitverbreitete Kurzarbeit die Arbeitskosten zeitweilig stärker anwachsen, zumal sich dieser Ausnahmeeffekt wie in der Finanz- und Wirtschaftskrise wahrscheinlich schnell wieder zurückbilden werde: „Vor dem Hintergrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung und der stärkeren Bedeutung der binnenwirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre ist Deutschland gut gerüstet, diese Krise zu meistern. Von entscheidender Bedeutung ist, dass der im letzten Jahrzehnt eingeschlagene Weg fortgesetzt wird“, schreiben Prof. Dr. Alexander Herzog-Stein, Patrick Nüß, Dr. Ulrike Stein und Nora Albu in ihrer Untersuchung. Und sie warnen: „Es wäre verheerend für die zukünftige Entwicklung, wenn mit einer nicht gerechtfertigten Bezugnahme auf eine scheinbare Gefährdung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit und dem Appell des Maßhaltens der Weg in die Austerität und in dauerhaft schwaches Lohnwachstum gewählt würde.“ Dabei unterstreichen die Forscher zugleich, dass für die Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage die Lohnsumme, also die Summe der insgesamt gezahlten Löhne und Gehälter, zentral sei. Tarifliche Vereinbarungen für von der Krise besonders betroffene Branchen, die zur Beschäftigungssicherung beitrügen, könnten deshalb über den reinen Lohneffekt hinaus einen zusätzlichen Beitrag zur gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung leisten.

    Löhne: Stärkere Entwicklung, zugleich 4,7 Millionen neue Jobs

    2019 sind die Arbeitnehmerentgelte in Deutschland nominal um 3,3 Prozent gestiegen. Damit lag der Zuwachs erstmals seit 2012 etwas über dem gesamtwirtschaftlichen Verteilungsspielraum, der sich zusammensetzt aus der Trendrate des Produktivitätsfortschritts und dem EZB-Inflationsziel und 2,6 Prozent betrug, zeigt die IMK-Analyse. Schaut man auf das gesamte letzte Jahrzehnt, wurde der Verteilungsspielraum annähernd ausgeschöpft: Im jährlichen Durchschnitt betrug er 2,7 Prozent, die Arbeitnehmerentgelte legten um durchschnittlich 2,6 Prozent zu. Gleichzeitig nahm die Beschäftigung um knapp 4,7 Millionen Personen zu, die Arbeitslosigkeit sank um rund 1,15 Millionen.

    Die Entwicklung am Arbeitsmarkt war damit weitaus positiver als in den 2000er Jahren. Damals blieben auch die Arbeitnehmerentgelte (durchschnittlicher jährlicher Zuwachs von 1,4 Prozent) weit hinter dem Verteilungsspielraum (3,2 Prozent) zurück, weil, so die Forscherinnen und Forscher, „eine einseitig angebotsorientierte Wirtschaftspolitik und Arbeitsmarktreformen zulasten der abhängig Beschäftigten die Binnennachfrage zugunsten der Exportorientierung vernachlässigte. Die Folge war eine mehrjährige Stagnationsphase.“

    Arbeitskosten: Weiterhin auf Position sechs

    Zu den Arbeitskosten zählen neben dem Bruttolohn die Arbeitgeberanteile an den Sozialbeiträgen, Aufwendungen für Aus- und Weiterbildung sowie als Arbeitskosten geltende Steuern. Das IMK nutzt für seine Studie die neuesten verfügbaren Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat.

    Die Arbeitskosten in der deutschen Privatwirtschaft sind 2019 nominal um 2,8 Prozent gestiegen. Das entspricht dem Durchschnitt der EU und liegt leicht über dem Mittel des Euroraums (2,5 Prozent). Beim Blick auf die längere Frist ergeben sich die gleichen Trends wie bei den Löhnen: Seit 2010 entwickelten sich die deutschen Arbeitskosten im Euroraum-Vergleich überdurchschnittlich, was allerdings auch stark mit hartnäckiger Wirtschaftskrise, Austeritätspolitik und deshalb extrem niedrigem Wachstum in vielen südeuropäischen Staaten zusammenhing. Schaut man auf den gesamten Zeitraum von 2002 bis Ende 2019, verzeichnete die Bundesrepublik zusammen mit Italien den drittgeringsten Anstieg bei den Arbeitskosten in der EU; niedriger war er nur in den Euro-Krisenländern Griechenland und Portugal.

    Mit Arbeitskosten von 35,90 Euro pro Stunde lag die Bundesrepublik 2019 wie im Jahr zuvor an sechster Stelle unter den EU-Ländern hinter Dänemark, Luxemburg, Belgien, Schweden und Frankreich (zwischen 46 und 37,30 Euro). Die Niederlande, Österreich und Finnland haben fast die gleichen Arbeitskosten wie Deutschland. Der Durchschnitt des Euroraums liegt bei 31,30 Euro. Italien weist mit 27,90 Euro die höchsten Arbeitskosten in Südeuropa auf und liegt knapp über dem EU-Mittel von 27,80 Euro. In den übrigen südlichen EU-Staaten betragen die Arbeitskosten zwischen 21,40 Euro (Spanien) und 13,70 Euro (Portugal). Die „alten“ EU-Länder Griechenland und Portugal liegen mittlerweile deutlich hinter dem EU-Beitrittsland Slowenien mit 19,20 Euro. In der Tschechischen Republik, Estland, der Slowakei, Kroatien, Ungarn, Lettland, Polen und Litauen betragen die Stundenwerte zwischen 13,60 und 9,50 Euro. In diesen Ländern waren die Steigerungsraten mit meist 5 bis 7 Prozent im vergangenen Jahr erneut überdurchschnittlich. Schlusslichter sind Rumänien und Bulgarien mit Arbeitskosten von 7,30 bzw. 6 Euro pro Stunde, allerdings bei Zuwächsen von 10 und gut 11 Prozent.

    Gute Chancen auf lediglich kurzfristigen Kurzarbeits-EffektIn diesem Jahr wird sich die Kurzarbeit, die in Deutschland wie in vielen anderen EU-Ländern sehr breit eingesetzt wird, um Massenarbeitslosigkeit und eine wirtschaftliche Destabilisierung während der Corona-Krise zu vermeiden, in den Arbeitskosten niederschlagen. Dabei wirkt sich die Kurzarbeit je nach Betrachtungsweise unterschiedlich aus, zeigt die Analyse des IMK. Die Arbeitskosten, die Arbeitgeber pro beschäftigter Person aufwenden, reduzieren sich, weil der Lohn und auch die Sozialabgaben für nicht nachgefragte Arbeitsstunden entfallen. Die Arbeitskosten pro tatsächlich noch geleisteter Arbeitsstunde steigen dagegen. Das liegt unter anderem an den sogenannten Remanenzkosten, beispielsweise der Lohnzahlung an Feiertagen, die auch bei geringerem Arbeitsvolumen anteilig weiterlaufen.

    Im ersten Quartal 2020 lässt sich dieser „Corona-Effekt“ bereits beobachten, zu dem auch beitrug, dass, wohl krisenbedingt, mehr Beschäftigte als üblich Urlaub nehmen mussten. Das Statistische Bundesamt meldete kürzlich eine Zunahme der Arbeitskosten um 4,3 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2019. Auch auf die Lohnstückkosten wirkt sich die Kurzarbeit aus, insbesondere, wenn durch Nachfrageeinbrüche in der akuten Krise die Produktivität sinkt. Wie groß der Ausnahme-Effekt bei beiden Kostenarten sein wird, hängt davon ab, wie schnell die wirtschaftliche Erholung einsetzt. In der Finanz- und Wirtschaftskrise vor einem guten Jahrzehnt war der Effekt lediglich kurzfristig, zeigt das IMK: Nach einem deutlichen Anstieg im Jahr 2008 sanken beispielsweise die Lohnstückkosten in den Jahren danach wieder, weil Nachfrage und Produktivität wieder anzogen (siehe auch Abbildung 9 in der Studie sowie in der PDF-Version dieser PM).

    „Wir sehen gute Voraussetzungen dafür, dass der Effekt auf Arbeits- und Lohnstückkosten auch in der Corona-Krise nur kurzfristig sein wird“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. „Der lange, binnenwirtschaftlich fundierte Aufschwung hat die öffentlichen Kassen gut gefüllt. Der Staat nutzt nun seinen Spielraum, indem er Unternehmen von Sozialabgaben in der Kurzarbeit entlastet, er garantiert, dass die Beiträge zu den Sozialversicherungen krisenbedingt nicht steigen, und gleichzeitig stützen Bundesregierung und Europäische Union die Nachfrage massiv. Wenn möglichst viele Staaten ähnliche Impulse setzen, kann auch der Welthandel wieder relativ schnell in Schwung kommen. Nach der Großen Rezession 2008/2009 haben wir gesehen, dass deutsche Unternehmen, die Entlassungen vermieden, Kurzarbeit eingesetzt und vielleicht sogar das Kurzarbeitergeld aufgestockt haben, auch in die eigene Zukunft investiert haben: Sie konnten mit eingespielten Belegschaften sofort loslegen, als es wieder aufwärts ging. Wir sind optimistisch, dass es diesmal wieder so laufen kann.“

    Detailergebnisse: Arbeitskosten in der Industrie und im Dienstleistungsbereich

    Im Verarbeitenden Gewerbe betrugen 2019 die Arbeitskosten in Deutschland 40,90 Euro pro Arbeitsstunde. Im EU-Vergleich ist die Bundesrepublik damit um einen Platz auf die dritte Position vorgerückt als Teil einer größeren Gruppe von Industrieländern, die deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt von 33,70 Euro liegen. Dazu zählen auch Dänemark mit industriellen Arbeitskosten von 46,80 Euro, Belgien (43,50 Euro), Schweden (40,20 Euro) sowie Frankreich (38,60 Euro), Österreich (38,50 Euro) und Finnland (37 Euro). Dabei ist nicht berücksichtigt, dass das Verarbeitende Gewerbe in der Bundesrepublik stärker als in jedem anderen EU-Land von günstigeren Vorleistungen aus dem Dienstleistungsbereich profitiert (siehe folgenden Abschnitt). 2019 stiegen die industriellen Arbeitskosten in Deutschland um 2,2 Prozent und damit schwächer als im Durchschnitt von EU (2,7 Prozent) und Euroraum (2,4 Prozent).

    Im privaten Dienstleistungssektor lagen die deutschen Arbeitskosten 2019 mit 33,40 Euro an achter Stelle nach den nordischen EU-Staaten, den Benelux-Ländern und Frankreich. Österreich, das bislang an Position acht stand, wechselte mit 32,90 Euro auf Position neun. Die höchsten Dienstleistungs-Arbeitskosten wies Dänemark mit 46 Euro aus, der Durchschnitt im Euroraum beträgt 30,40 Euro, in der gesamten EU 27,80 Euro. 2019 stiegen die Arbeitskosten im deutschen Dienstleistungssektor um 3,2 Prozent. Damit lag der Zuwachs etwas über dem Durchschnitt in der EU (2,9 Prozent) und über dem im Euroraum (2,6 Prozent).

    Industrie kann Vorleistungen günstiger einkaufen

    In Deutschland ist der Abstand der Arbeitskosten zwischen Verarbeitendem Gewerbe und Dienstleistungssektor weiterhin größer als in jedem anderen EU-Land, so das IMK. Er reduzierte sich 2019 zwar etwas, am Jahresende lag das Arbeitskostenniveau bei den Dienstleistungen aber immer noch gut 18 Prozent unter dem im Verarbeitenden Gewerbe. Vom vergleichsweise niedrigen Arbeitskostenniveau in den deutschen Dienstleistungsbranchen profitiert auch die Industrie, die dort Vorleistungen nachfragt. Während der Dienstleistungssektor die Industrie hierzulande deutlich entlaste, sei es insbesondere in den mittel- und osteuropäischen EU-Ländern umgekehrt, so die Forscher.

    Lohnstückkostenentwicklung: Langfristig 5,3 Prozentpunkte unter dem Mittel des Euroraums

    Auch bei den Lohnstückkosten, die die Arbeitskosten ins Verhältnis zum Produktivitätsfortschritt setzen, weist Deutschland für den Zeitraum von 2000 bis Ende 2019 weiterhin eine moderate Tendenz auf. Trotz einer ebenfalls stärkeren Steigerung in den vergangenen Jahren und einer Zunahme um 3,4 Prozent im Jahr 2019 sind sie seit Beginn der Währungsunion im Jahresmittel um lediglich 1,2 Prozent gewachsen. Das ist deutlich schwächer als in den anderen Mitgliedsstaaten des Euroraums und weitaus weniger als mit dem Inflationsziel der EZB vereinbar gewesen wäre. Die langfristige deutsche Lohnstückkostenentwicklung seit der Jahrtausendwende lag Ende 2019 laut IMK immer noch um kumuliert 5,3 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt des Euroraums.

    Leistungsbilanzüberschuss: In Deutschland kaum gesunken, im gesamten Euroraum stark gewachsen

    Das langjährige extrem schwache Wachstum der deutschen Lohnstückkosten war ein wichtiger Faktor für die ausgeprägten wirtschaftlichen Ungleichgewichte der Währungsunion. Diese wurden, so das IMK, nur zum kleineren Teil durch die Aufwärtstendenz in Deutschland während der 2010er Jahre reduziert. In erster Linie wirkte sich vielmehr aus, dass andere Euro-Länder die Entwicklung ihrer Lohnstückkosten bremsten. Das trug nicht nur zu schwächerem Wirtschaftswachstum in etlichen Ländern bei, sondern es führte auch zur Entstehung neuer Ungleichgewichte, während die alten kaum abnahmen: Mit einem Leistungsbilanz-Überschuss von 7 Prozent des BIP verletzte Deutschland 2019 im neunten Jahr in Folge die ohnehin schon sehr hohe EU-Obergrenze von 6 Prozent. Gleichzeitig wies die Eurozone insgesamt 2019 gegenüber der übrigen Welt einen Leistungsbilanzüberschuss von 398 Milliarden Euro oder 3,3 Prozent des gemeinsamen Bruttoinlandsprodukts auf. Innerhalb des letzten Jahrzehnts stieg dieser Überschuss um rund 2,7 Prozentpunkte an. „Auch diese Zahlen machen deutlich: Die ökonomischen Folgen der Corona-Krise sind heftig, sie treffen die ganze Welt und müssen gemeinsam bewältigt werden“, sagt IMK-Direktor Sebastian Dullien. „Das heißt gerade nicht, in überflüssige Spar-Wettbewerbe einzutreten. Die würden die Situation im Gegenteil deutlich verschlimmern.“

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  • Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im Juni 2020 zum dritten Mal in Folge an. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich zum ersten Mal seit Januar 2020 wieder verbessert.

    ZEW-Indikator liegt bei 63,4 Punkten
    ZEW, Pressemitteilung vom 16.06.2020

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland steigen im Juni 2020 zum dritten Mal in Folge an. Sie liegen jetzt bei 63,4 Punkten und damit um 12,4 Punkte höher als im Vormonat. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich zum ersten Mal seit Januar 2020 wieder verbessert. Der Lageindikator beträgt in der aktuellen Umfrage minus 83,1 Punkte. Er liegt damit um 10,4 Punkte höher als im Vormonat.

    “Die Zuversicht nimmt zu, dass die konjunkturelle Talsohle im Sommer 2020 durchschritten sein wird. Dies legt der erneute Anstieg der ZEW-Konjunkturerwartungen zusammen mit der Verbesserung der Lageeinschätzung nahe. Die Ertragserwartungen für die Branchen in Deutschland sind nach wie vor sehr unterschiedlich. Für exportorientierte Sektoren wie Fahrzeug- und Maschinenbau sowie die Finanzbranche sind die Ertragserwartungen deutlich negativ. Der Ausblick für beispielsweise die Sektoren Informationstechnologien, Telekommunikation sowie konsumnahe Dienstleistungen ist hingegen recht positiv. Nach wie vor erwarten die Finanzmarktexpertinnen und Finanzmarktexperten im dritten und vierten Quartal nur eine relativ langsame Zunahme der wirtschaftlichen Wertschöpfung”, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

    Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone steigen ebenfalls erneut an. Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt im Juni bei 58,6 Punkten, 12,6 Punkte höher als im Vormonat. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet steigt um 5,4 Punkte auf einen Wert von minus 89,6 Punkten an.

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  • Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2020 bei +0,6 %. Damit schwächte sich die Inflationsrate den dritten Monat in Folge ab. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat um 0,1 %

    Sinkende Energiepreise schwächen die Inflationsrate ab – trotz teurer Nahrungsmittel
    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 16.06.2020

    Verbraucherpreisindex, Mai 2020

    • +0,6 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • -0,1 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Mai 2020

    • +0,5 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • 0,0 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Mai 2020 bei +0,6 %. Damit schwächte sich die Inflationsrate den dritten Monat in Folge ab. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sanken die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat April 2020 um 0,1 %.

    Durch sinkende Energiepreise verbilligten sich Waren binnen Jahresfrist um 0,4%

    Die Preise für Waren insgesamt verbilligten sich von Mai 2019 bis Mai 2020 um 0,4 %. Maßgeblich hierfür war der Preisrückgang bei Energieprodukten um 8,5 %, der sich erneut verstärkte (April: -5,8 %). Infolge des seit Jahresbeginn anhaltenden Ölpreisverfalls auf dem Weltmarkt gaben vor allem die Preise für Heizöl (-30,5 %) und Kraftstoffe (-20,7 %) gegenüber dem Vorjahresmonat kräftig nach. Hingegen verteuerte sich Strom um 4,2 %. Hier wirkte sich weiterhin die Erhöhung der EEG-Umlage zu Jahresbeginn aus. Die Preise für Nahrungsmittel stiegen überdurchschnittlich mit 4,5 % gegenüber Mai 2019. Teurer für Verbraucherinnen und Verbraucher wurden vor allem Obst (+10,5 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+9,2 %), billiger hingegen Speisefette und Speiseöle (-4,5 %).

    Inflationsrate ohne Energieprodukte mit +1,6 % deutlich über der Gesamtteuerung

    Vor allem die deutlichen Preisrückgänge bei Energieprodukten wirkten sich dämpfend auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Preise für Energieprodukte hätte die Inflationsrate im Mai 2020 weitaus höher bei +1,6 % gelegen.

    Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist überdurchschnittlich um 1,3 %

    Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Mai 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat überdurchschnittlich um 1,3 %. Bedeutsam für die Preisentwicklung der Dienstleistungen war die Preiserhöhung bei den Nettokaltmieten (+1,4 %), da private Haushalte einen großen Teil ihrer Konsumausgaben dafür aufwenden. Die Lockerung der Corona-Maßnahmen ermöglichte den Konsumenten, Dienstleistungen wieder stärker zu nutzen. Jedoch mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher beispielsweise für Leistungen beim Friseur und für die Körperpflege 4,4 % mehr bezahlen als vor einem Jahr. Auch beim Besuch in Restaurants, Cafés und im Straßenverkauf stiegen die Preise um 2,4 %. Ein Grund dürfte hier jeweils die Umsetzung der Hygieneauflagen nach der Wiedereröffnung in Zeiten der Corona-Pandemie sein.

    Preisrückgang binnen Monatsfrist bei Energie, aber Anstieg bei Obst

    Im Vergleich zum April 2020 sank der Verbraucherpreisindex insgesamt im Mai 2020 um 0,1 %. Die Preise für Energieprodukte gingen mit 1,3 % deutlich zurück, insbesondere wurden Heizöl (-7,0 %) und Kraftstoffe (-2,4 %) billiger. Dagegen stiegen die Preise für Obst um 1,3%.

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  • Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer tiefen Rezession. Die gesamtwirtschaftliche Leistung im Durchschnitt des zweiten Quartals wird noch einmal sehr viel stärker zurückgehen als dies bereits mit -2,2 % im ersten Quartal erfolgte. Der weitere Erholungsprozess im zweiten Halbjahr und auch danach wird lt. BMWi schleppend erfolgen und sich länger hinziehen.

    BMWi, Pressemitteilung vom 15.06.2020

    • Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die deutsche Wirtschaft in eine tiefe Rezession geführt. Mit dem Shutdown im März und April wurde auch die Wirtschaftsleistung drastisch eingeschränkt. Mit der Lockerung der Kontaktbeschränkungen nimmt die wirtschaftliche Aktivität ab Mai wieder zu. Die wirtschaftliche Erholungsphase wird aber Zeit benötigen, weil die epidemiologischen Risiken fortbestehen und Bürger und Wirtschaft ihr Verhalten darauf abstellen. Die auch im internationalen Vergleich umfangreichen Maßnahmen der Bundesregierung unterstützen den Erholungsprozess der Wirtschaft.
    • Die Folgen des Shutdown schlagen sich nun vollumfänglich in den April- Ergebnissen der Auftragseingänge und der Produktion in der Industrie nieder. Nach den kräftigen Rückgängen im März waren im April noch stärkere Einbrüche zu verzeichnen. Auch die Konsumausgaben gingen im April zurück. Die Frühindikatoren deuten allerdings eine Belebung ab Mai an.
    • Der Konjunktureinbruch und die pandemiebedingten Einschränkungen treffen den Arbeitsmarkt massiv. Die Erwerbstätigkeit nimmt stark ab. Die Arbeitslosigkeit stieg den zweiten Monat in Folge deutlich, wenn auch nicht so stark wie im Vormonat. Dabei werden durch umfangreiche Nutzung von Kurzarbeit Entlassungen vermieden.

    Allgemeine Lage: konjunktureller Tiefpunkt im April, dann allmähliche Erholung

    Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer tiefen Rezession. Ihr Tiefpunkt wurde mit den harten Shutdown-Maßnahmen im April erreicht. Ab Mai setzt mit der schrittweisen Lockerung der Corona-bedingten Einschränkungen die wirtschaftliche Erholung ein. Diese wird im Mai und Juni angesichts des tiefen Produktionseinschnitts und teilweise sogar Produktionsstillstands im April zunächst sogar relativ deutlich ausfallen. Dennoch wird die gesamtwirtschaftliche Leistung im Durchschnitt des zweiten Quartals noch einmal sehr viel stärker zurückgehen, als dies bereits mit -2,2 % im ersten Quartal erfolgte. Der weitere Erholungsprozess im zweiten Halbjahr und auch danach wird schleppend erfolgen und sich länger hinziehen. Die außenwirtschaftlichen Impulse werden noch über längere Zeit niedrig bleiben und die Verhaltensänderungen von Bürgern und Wirtschaft angesichts des Risikos eines Wiederaufflammens der Epidemie fortbestehen. Auch wenn aussagekräftige amtliche Konjunkturindikatoren erst für den Berichtsmonat April vorliegen, sprechen nicht nur die Lockerung des Shutdown, sondern auch konventionelle und weniger konventionelle Frühindikatoren dafür, dass der konjunkturelle Tiefpunkt hinter uns liegt. So haben sich z. B. das ifo Geschäftsklima und der Markit Einkaufsmanagerindex im Mai etwas erholt und hochfrequente Daten wie die Bewegungsdaten von Google oder der Lkw-Fahrleistungsindex zeigen eine deutlich vermehrte wirtschaftliche Aktivität an.

    Weltwirtschaft: Globales BIP bricht im ersten Quartal ein

    In den Daten für das erste Quartal 2020 wird allmählich das Ausmaß der weltweiten Rezession deutlich, die durch die Corona-Pandemie ausgelöst wurde. So ging die globale Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorquartal preisbereinigt und in US-Dollar um 2,9 % zurück. Während der Hochphase der Finanzkrise Anfang 2009 hatte der Rückgang des globalen BIP lediglich 1,9 % betragen. Für den Einbruch im ersten Quartal 2020 sind vor allem die chinesischen Produktionsunterbrechungen ab Jahresbeginn 2020 verantwortlich. Die globale Ausbreitung der Pandemie und die in weiten Teilen der Welt ergriffenen Shutdown-Maßnahmen sind in diesen Daten noch nicht abgebildet. Auch der globale Warenhandel, der sich im ersten Vierteljahr um 2,5 % gegenüber dem Vorquartal verringerte, dürfte im Folgequartal noch einmal deutlich stärker abfallen. Erste Stimmungsindikatoren senden indes vor dem Hintergrund der Lockerung der Shutdown-Maßnahmen im internationalen Rahmen zaghaft positivere Signale: Der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan / IHS Markit erholte sich im Mai – ausgehend von seinem historischen Tiefstand im April von 26,2 Punkten – auf 36,3 Punkte. Dieser Wert liegt allerdings weiterhin weit unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten sowie des Vorkrisenniveaus.

    Die OECD geht im Basisszenario ihrer Juni-Projektion davon aus, dass die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um preis- und kaufkraftbereinigte 6,0 % schrumpfen wird. Zu Zeiten der weltweiten Finanzkrise belief sich das Minus auf lediglich 0,1 %. Damit ist die OECD deutlich pessimistischer als der IWF, der in seiner Projektion vom April noch von einer Kontraktion der Weltwirtschaft um 3,0 % ausging. Der Unterschied besteht vor allem in deutlich ungünstigeren Annahmen für den weiteren Verlauf in den Schwellenländern. Für das Jahr 2021 erwarten beide Institutionen eine deutliche Belebung der globalen Wirtschaftsleistung (OECD: +5,2 %; IWF: +5,8 %). Ihr Vorkrisenniveau wird die Weltwirtschaft im Basisszenario der OECD erst zum Ende des Jahres 2021 wieder erreichen.

    Die Indikatorenlage zum deutschen Außenhandel ist gemischt. Während die Auftragseingänge aus dem Ausland im April saisonbereinigt um beispiellose 28,1 % gegenüber dem Vormonat zurückgingen, fielen die ifo Exporterwartungen für das Verarbeitende Gewerbe im Mai per Saldo weniger pessimistisch aus als im April. Immerhin gehen aktuell knapp 14 % der Unternehmen von einer Verbesserung in den nächsten drei Monaten aus. Angesichts des historischen Absturzes im April ist für den deutschen Außenhandel ab Mai mit einer Belebung zu rechnen. Dennoch ist von einem deutlichen Rückgang der deutschen Exporte sowie Importe im Jahresdurchschnitt 2020 auszugehen

    Exporte und Importe verzeichnen historische Rückgänge

    Im April sind die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen mit einem Rückgang von 23,6 % gegenüber März noch stärker eingebrochen als im Vormonat (-10,9 %). Im Zweimonatsvergleich März/April ergab sich eine historische Abnahme von 21,2 %. Davon waren die Ausfuhren in den Euroraum und die übrige EU stärker betroffen als die in Länder außerhalb der EU. Es wurden vor allem weniger Kraftwagen, sonstige Fahrzeuge, Maschinen und elektronische Geräte ausgeführt.

    Auch die Einfuhren von Waren und Dienstleistungen gingen im April saisonbereinigt und nominal gegenüber dem Vormonat mit -17,7 % deutlicher zurück als zuvor im März (-6,6 %). Im Zweimonatsvergleich sanken die Importe um beispiellose 15,3 %. Hierzu trugen allerdings auch die niedrigeren Einfuhrpreise bei.

    Industrieproduktion fällt im April auf 23-jährigen Tiefstand

    Die April-Ergebnisse für die Industrieproduktion in Deutschland spiegeln die wirtschaftlichen Auswirkungen des Shutdown wider. Der Ausstoß der Industrie wurde saisonbereinigt um historische 22,1 % gegenüber dem Vormonat heruntergefahren. Der entsprechende Indexwert von 70,0 Punkten (2015=100) markiert das niedrigste Niveau seit Januar 1997. Die Kfz-Produktion wurde mit 15,1 Indexpunkten quasi eingestellt. Derweil wurde die Bauproduktion im April um 4,1 % gedrosselt. Im Zweimonatsvergleich März/April, der den gesamten Zeitraum des harten Shutdown abdeckt, wurde die Industrieproduktion um 20,6 % gesenkt. Dabei ging die Erzeugung der Kfz-Branche und des Maschinenbaus besonders stark zurück (-57,5 % bzw. -18,8 %). Etwa zwei Drittel des Rückgangs der Industrieproduktion im März/April ist auf den Einbruch in diesen beiden Branchen zurückzuführen. Im Baugewerbe nahm die Produktion im Zweimonatsvergleich dagegen nur leicht um 1,2 % ab.

    Die Auftragseingänge sind im Verarbeitenden Gewerbe im April um 25,8 % weggebrochen, was sowohl auf die Inlands- als auch Auslandsnachfrage zurückzuführen ist. Im Zweimonatsvergleich ergab sich eine Abnahme um 26,3 %. Angesichts dieser Tiefstände, der schrittweisen Lockerung der Shutdown-Maßnahmen und des allmählichen Wiederanlaufens der Kfz-Produktion ist mit einer spürbaren Belebung der Industrieproduktion im Mai zu rechnen. Darauf deuten auch erste Frühindikatoren hin. Das ifo Geschäftsklima für das Verarbeitende Gewerbe hellte sich ausgehend von seinem Negativrekordniveau von -44,5 auf -36,4 Saldopunkte auf, verbleibt aber im unterkühlten Bereich. Der Industrie-Teilindex des Einkaufsmanagerindex von IHS Markit / BME verbesserte sich ebenfalls, wenn auch weniger deutlich. Derweil erhöht sich der Lkw-Fahrleistungsindex seit Mitte April tendenziell wieder und liegt in seinem sieben-Tage-Durchschnitt Ende Mai nur noch ca. 5 % unter seinem Vorjahresniveau.

    Der zuvor schwer getroffene Konsum belebt sich wieder

    Im April, der durchgängig von den Corona-Eindämmungsmaßnahmen betroffen war, ging nicht zuletzt der soziale Konsum spürbar zurück. Insbesondere der Einzelhandel und Dienstleistungen in den Bereichen Freizeit, Unterhaltung, Kultur, Beherbergung und Gaststätten sowie Bildung, Erziehung und Betreuung litten unter den Shutdown-Maßnahmen. Nach einem Rückgang um 4,0 % im März nahmen die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz im April um weitere 5,3 % ab. Lichtblicke bieten jedoch bereits verfügbare Daten für die darauffolgenden Monate: Nach Erreichen des historischen Tiefstands im Mai erholt sich das GfK Konsumklima für Juni bereits. Auch die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter waren im Zuge der Filialschließungen in den Monaten März (-31,5 %) und April (-31,0 %) jeweils gegenüber dem Vormonat drastisch abgestürzt. Sie stiegen im Mai aber bereits wieder relativ spürbar an (+29,7 %). Das ifo Geschäftsklima im Einzelhandel fiel im März und April ebenfalls tief in den negativen Bereich, erholte sich im Mai aber fast wieder auf das Märzniveau. Die Preisentwicklung verlief weiterhin ruhig. Die Verbraucherpreise gingen im Mai um 0,1 % zurück, bereinigt um rückläufige Energiepreise ergab sich hingegen ein schwacher Anstieg um 0,1 %. Die Inflationsrate fiel auf 0,6 %. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) stieg indes leicht auf 1,3 %. Die Diskrepanz zum Verbraucherpreisindex verdeutlicht den starken Abwärtsdruck der Energiepreise.

    Arbeitsmarkt: steigende Arbeitslosigkeit trotz massiver Kurzarbeit

    Im Berichtsmonat Mai verschärfte sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosigkeit stieg saisonbereinigt erneut kräftig um 238.000 Personen und damit binnen zweier Monate um 600.000. Nach den Ursprungszahlen (2,81 Mio. Personen) wurde der Vorjahresstand um 577.000 Personen überschritten. Kurzarbeit vermeidet einen stärkeren Anstieg. Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit waren im Mai (für 1,1 Mio. Personen) erneut hoch, aber nicht mehr so umfangreich wie zuvor. Das Gastgewerbe, die Metall- und Elektroindustrie sowie die Sonstigen Dienstleistungen bilden weiterhin den Schwerpunkt. Im März, als der Shutdown begann, erhielten nach vorläufigen Daten bereits 2,02 Mio. Personen konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Damit war der Höchstwert während der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 bereits deutlich übertroffen. Im April wird nach vorläufigen Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit ein Anstieg auf rund 6 Mio. Personen erwartet. Die saisonbereinigte Erwerbstätigkeit im Inland sank im April gegenüber dem Vormonat um 275.000 Personen. Der Rückgang war der bislang stärkste im wiedervereinigten Deutschland. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung – Stand März – nimmt nun um 21.000 Personen ab, insbesondere im Gastgewerbe, dem Verarbeitenden Gewerbe und bei der Arbeitnehmerüberlassung. Die Frühindikatoren lassen in den nächsten Monaten noch keine nachhaltige Erholung erwarten.

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  • Die Corona-Krise hat die Herausforderungen der deutschen Volkswirtschaft durch die zunehmenden Fachkräfteengpässe und das schwache Produktivitätswachstum in den Hintergrund gedrängt. Doch mit dem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft wird die Fachkräfteknappheit in vielen Berufen wieder stärker spürbar werden. Eine aktuelle Studie von KfW Research analysiert die aktuellen Fachkräfteengpässe und die mögliche Entwicklung bis 2040.

    KfW, Pressemitteilung vom 15.06.2020

    • Ohne ausreichendes Gegensteuern kann die deutsche Wirtschaft bis 2040 aufhören zu wachsen
    • Bereits heute in zwei Dritteln aller Berufe Fachkräfteengpässe
    • Offene Stellen in einem Fünftel der Mangelberufe länger als 160 Tage vakant

    Die Corona-Krise hat die Herausforderungen der deutschen Volkswirtschaft durch die zunehmenden Fachkräfteengpässe und das schwache Produktivitätswachstum in den Hintergrund gedrängt. Doch mit dem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft wird die Fachkräfteknappheit in vielen Berufen wieder stärker spürbar werden. Eine aktuelle Studie von KfW Research analysiert die aktuellen Fachkräfteengpässe und die mögliche Entwicklung bis 2040.

    “Die deutsche Wirtschaft kann dem Fachkräftemangel und der Produktivitätsschwäche vor allem mit mehr Investitionen, Innovationen und Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen entgegenwirken. Diese Zutaten benötigt unsere Wirtschaft auch, um die Corona-Krise und ihre Folgen möglichst schnell zu überwinden. Wir brauchen deshalb für die kommenden Jahre eine langfristig angelegte Wachstums- und Investitionsinitiative von Staat und Wirtschaft – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Zentrale Handlungsfelder sind Krisenfestigkeit, Klimaschutz, und Produktivitätssteigerungen durch Innovation und Digitalisierung”, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe.

    Die zentralen Ergebnisse der Studie sind:

    Fachkräfteengpässe haben weite Teile der Wirtschaft erfasst.

    • Verglichen mit dem Fachkräfteangebot von vor zehn Jahren können heute zwei Drittel der Berufe als Mangelberufe eingestuft werden.

    Zu den TOP-Enpassberufen zählen:

    • Bauberufe
    • Berufe in Zusammenhang mit der Digitalisierung
    • Altenpflege
    • Zunehmend auch medizinische Berufe wie Ärzte verschiedener Fachrichtungen, Apotheker, Pharmazeuten
    • Ein Fünftel der Berufe zählt zu den Top-Engpassberufen. Hier ist nicht nur der Pool an Arbeitskräften knapp, sondern die Vakanzzeiten bis zur Neubesetzung einer offenen Stelle liegen mit mehr als 160 Tagen um wenigstens 30 % über dem Durchschnitt.

    Zentrale Ursachen für Fachkräfteengpässe sind die demografische Entwicklung und abnehmende Produktivitätszuwächse:

    • Die inländische Bevölkerung hat seit 2004 bereits um 2 Millionen Menschen abgenommen. Mit der schrumpfenden Bevölkerung reduziert sich auch das Fachkräfteangebot. Qualifizierte Zuwanderung wird deshalb immer bedeutender. In den letzten drei Jahren ging der Beschäftigungszuwachs zur Hälfte auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zurück, mit wachsender Tendenz.
    • Von 2005 bis 2019 ist die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigem in Deutschland nur noch um 0,5 % pro Jahr gestiegen. Soll das deutsche BIP stärker wachsen, geht dies nur mit einer Steigerung des Produktivitätswachstums oder der Erwerbstätigenzahl.

    Ohne Gegensteuern werden zunehmende Fachkräfteengpässe und das schwache Produktivitätswachstum bis 2040 zu einem gravierenden Wachstumshemmnis.

    • Zwar würde die Wirtschaft auch bei schwacher Zuwanderung und anhaltend schwachem Produktivitätswachstum weiter wachsen, allerdings würden die Wachstumsraten schon bis 2030 deutlich abnehmen und bis 2040 gegen Null tendieren.
    • Zunehmende Lücken im Güter- und Dienstleistungsangebot wären zu erwarten.
    • Immer weniger Erwerbstätige müssten immer mehr Rentner versorgen. Durch die geburtenstarken Jahrgänge und die Zunahme der Lebenserwartung steigt die Bevölkerung im Alter 67+ bis 2040 um mehr als 5 Mio. auf über 21,4 Mio.
    • Die Auswirkungen dieser Entwicklung würden vor allem sozial Bedürftige und Geringverdiener treffen. Dies kann zu zunehmenden Verteilungskonflikten führen. Darunter könnte auch die Akzeptanz für Investitionen in den Klimaschutz leiden.

    Das Gegensteuern muss am Erwerbspersonenpotenzial, an der Erwerbsbeteiligung und an der Produktivität ansetzen.

    “Im Moment ist es vordringlich, die Corona-Krise zu bewältigen. Dabei ist es unabdingbar, dass auch die Wirtschaft Verantwortung übernimmt. Möglicherweise könnte eine konzertierte Aktion der Verbände noch mehr bewirken – z. B. bei der Mobilisierung von Mitteln, um die Ausstattung mit Schutzausrüstung, Test- und Impfstoffentwicklung voranzutreiben. Schon in wenigen Jahren werden der Fachkräftemangel und die schwache Produktivitätsentwicklung aber wieder zu den größten Herausforderungen der deutschen Wirtschaft zählen. Höhere Produktivitätssteigerungen können nur mit mehr Investitionen, mehr Innovationen und Digitalisierung sowie besserer Qualifizierung erreicht werden”, sagt KfW-Chefvolkswirtin Dr. Fritzi Köhler-Geib.

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  • Über den von Corona besonders betroffenen Branchen kreist der Pleitegeier. Zwar müssen in Not geratene Betriebe vorerst keinen Insolvenzantrag stellen, doch die Aussetzungsfrist endet am 30. September. Dabei könnten viele Firmenpleiten bei rechtzeitiger Sanierung außerhalb der Insolvenz verhindert werden. Eine schnelle Umsetzung der EU-Restrukturierungsrichtlinie würde lt. DIHK helfen.

    DIHK, Pressemitteilung vom 11.06.2020

    Der Pleitegeier kreist über Einzelhandel, Gastronomie, Hotels und Fluggesellschaften. Nach einer Unternehmensumfrage des DIHK unter 15.000 Betrieben sieht sich fast jedes fünfte Unternehmen von der Corona-Krise bedroht. Besonders betroffen ist das Reise- und Gastgewerbe. In den vergangenen Jahren lag die Zahl der Unternehmensinsolvenzen über alle Branchen hinweg jeweils knapp unter 20.000 – hier droht im zweiten Halbjahr 2020 eine deutlich höhere Zahl.

    Sanierungsverfahren außerhalb der Insolvenz einführen

    Um den in Bedrängnis geratenen Unternehmen Luft zu verschaffen, hat der Gesetzgeber die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags ausgesetzt. Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben: Für Unternehmen, die zum 30. September 2020 überschuldet oder zahlungsunfähig sind, ist der Weg zum Insolvenzgericht unvermeidbar – es sei denn, die Aussetzungsfrist wird noch einmal verlängert.

    Viele Unternehmenspleiten können jedoch bei rechtzeitigen Sanierungsmaßnahmen außerhalb der Insolvenz verhindert werden. Eine wichtige Hilfestellung hierfür bietet die EU-Restrukturierungsrichtlinie, die aber ihren Weg noch nicht in das deutsche Recht gefunden hat.

    Ihr Kernelement ist ein gesetzlich angeordnetes Stillhalteabkommen der Gläubiger. Während dieses Moratoriums werden Maßnahmen zur Zwangsvollstreckung ausgesetzt. Das ermöglicht es den Betrieben, mit ihren Gläubigern Sanierungsmaßnahmen zur Bewältigung der Unternehmenskrise zu vereinbaren, zum Beispiel durch einen Schuldenerlass. Bislang sind solche Maßnahmen nur innerhalb eines klassischen Insolvenzverfahrens möglich, das jedoch für viele Unternehmen und Geschäftspartner mit dem Stigma des Scheiterns verbunden ist.

    Schlankes Verfahren statt überlasteter Insolvenzgerichte

    Der Vorteil der vorinsolvenzrechtlichen Sanierung liegt insbesondere darin, dass nur die für den Erfolg der Sanierung entscheidenden Gläubiger beteiligt werden müssen. Es ist auch unbürokratisch: Bei einem einvernehmlichen Zustandekommen eines Restrukturierungsplans bedarf es weder der Einsetzung eines Restrukturierungsverwalters noch einer richterlichen Entscheidung. So kann sichergestellt werden, dass eine Sanierung schnell in die Wege geleitet und nicht durch eine Überlastung der Insolvenzverwalter und Gerichte beeinträchtigt wird.

    Schutz berechtigter Gläubigerinteressen

    Wichtig ist: Das Verfahren muss so ausgestaltet werden, dass es die Akzeptanz der Gläubiger findet und Dominoeffekte in Form von Insolvenzgefahren bei Gläubigern verhindert werden. Die Befürworter der Sanierungsbemühungen müssen deshalb im Fall eines Insolvenzeintritts die Sicherheit haben, dass ihre Forderungen aus der Insolvenzmasse voll beglichen werden und dass sie eventuell erhaltene Zahlungen nicht im Wege der sogenannten Insolvenzanfechtung an den Insolvenzverwalter abführen müssen.

    EU-Restrukturierungsrichtlinie schnellstmöglich umsetzen

    Eine Reform des Insolvenzrechts ist Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung. Der DIHK empfiehlt die schnelle Umsetzung der im Juli 2019 verabschiedeten Restrukturierungsrichtlinie, um notleidenden Unternehmen im Rahmen einer frühzeitigen Sanierung eine zweite Chance zu geben und die betroffenen Arbeitsplätze zu retten. Angesichts der beispiellosen Herausforderungen der Corona-Krise und der positiven, aber befristeten Wirkung der von der Bundesregierung verabschiedeten fiskalischen Maßnahmen, sollte die Implementierung des neuen Sanierungsinstruments schon jetzt erfolgen und nicht erst zum Ablauf der EU-Umsetzungsfrist im Juli 2021.

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  • Die Bundesregierung hat am 12.06.2020 die Eckpunkte für die „Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen“ beschlossen.

    BMWi, Pressemitteilung vom 12.06.2020

    Die Bundesregierung hat am 12.06.2020 die Eckpunkte für die “Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen müssen” beschlossen.

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: “Mit der Überbrückungshilfe helfen wir besonders stark betroffenen Unternehmen, gerade im Mittelstand und werfen so den Mittelstandsmotor wieder an. Das Programm ist ganz bewusst branchenoffen ausgestaltet und adressiert diejenigen Unternehmen, die nach wie vor unter Schließungen leiden oder wegen den Abstands- und Hygieneregeln ihre Kapazitäten nicht voll ausschöpfen können. Die Förderung des neuen Programms ist deutlich höher als bei der Soforthilfe, es können von Juni bis August je nach Umsatzausfall bis zu 150.000 Euro an betrieblichen Fixkosten erstattet werden. Dafür schauen wir aber auch sehr viel genauer hin und erstatten nur, wenn ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer die Umsatzausfälle und die betrieblichen Fixkosten bestätigt hat.”

    Mit den heute vom Kabinett beschlossenen Eckpunkten zur Überbrückungshilfe wird ein Beschluss des Koalitionsausschusses vom 3. Juni umgesetzt. Die Überbrückungshilfe ist ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm mit einer Laufzeit von drei Monaten (Juni bis August 2020). Den Unternehmen werden nicht-rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten gewährt. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die im April und Mai 2020 einen Umsatzrückgang von mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 nachweisen können. Je nach Umsatzeinbruch werden zwischen 40 Prozent und 80 Prozent der Fixkosten erstattet. Für das Programm stehen 25 Milliarden Euro zur Verfügung. Zuständig für die Bewilligung der Zuschüsse werden die Länder sein.

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