Wirtschaft

  • Weltweit wird an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Lungenkrankheit COVID-19 gearbeitet. Das Gründungsvorhaben der Uni Tübingen erhält vom BMWi zusätzliche Mittel für die Entwicklung eines COVID-19 Impfstoffs. Neben der Förderung dieses konkreten Forschungsprojekts hat das Bundeswirtschaftsministerium die Weichen dafür gestellt, dass vielversprechenden Gründungsvorhaben nicht durch die Corona-bedingten Einschränkungen des Wirtschaftslebens das Aus droht.

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  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen. Dabei erhöhte die Industrie ihren Ausstoß um 0,4 Prozent, während das Baugewerbe ihre Produktion um 1,0 Prozent einschränkte. Das berichtet das BMWi.

    Entwicklung der Produktion im Produzierenden Gewerbe im Februar 2020

    BMWi, Pressemitteilung vom 07.04.2020

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Februar im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozent gestiegen. Dabei erhöhte die Industrie ihren Ausstoß um 0,4 Prozent, während das Baugewerbe ihre Produktion um 1,0 Prozent einschränkte.Im Zweimonatsvergleich Januar/Februar gegenüber November/Dezember stieg die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe um 2,3 Prozent. Hier verzeichneten sowohl die Industrie als auch der Bau deutliche Produktionszuwächse (+1,9 Prozent bzw. +4,4 Prozent).

    Die Industriekonjunktur belebte sich gerade, nach einer etwa zweijährigen Schwächephase. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist diese Entwicklung nun abrupt gestoppt. Die Industrieproduktion wird ab März und im Durchschnitt des zweiten Quartals kräftig einbrechen. Die Bauproduktion wird angesichts der plötzlich verringerten Zahl an Arbeitskräften vorübergehend ebenfalls merkliche Einbußen verzeichnen.

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  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Februar gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent gesunken. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen erhöhten sich die Bestellungen zuletzt um 1,1 Prozent. Das berichtet das BMWi.

    Entwicklung der Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Februar 2020

    BMWi, Pressemitteilung vom 06.04.2020

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe im Februar gegenüber dem Vormonat um 1,4 Prozent gesunken. Ohne Berücksichtigung von Großaufträgen erhöhten sich die Bestellungen zuletzt um 1,1 Prozent.

    Im Zweimonatsvergleich Januar/Februar gegenüber November/Dezember ergab sich ein Zuwachs der Ordereingänge im Verarbeitenden Gewerbe um 3,3 Prozent.

    Die Auftragseingänge zeigten zum Stand vor Ausbruch der Corona-Pandemie ein Ende der Rezession in der Industrie an. Angesichts des globalen konjunkturellen Schocks durch die Corona-Pandemie ist jedoch von einem Einbruch der Auftragseingänge im März und April sowie insgesamt kräftigen Produktionseinbußen im ersten und zweiten Quartal auszugehen.

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  • Ausländische Beschäftigte, die in Deutschland arbeiten, deren Wohnort sich aber im Ausland befindet, haben deutlich an Bedeutung für den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen. Seit der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für die osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten ab 2011 ist insbesondere die Zahl osteuropäischer Grenzpendler gestiegen. Das zeigt eine Studie des IAB.

    Grenzpendler aus dem Ausland: Mehr Beschäftigte mit ausländischem Wohnort

    IAB, Pressemitteilung vom 07.04.2020

    Ausländische Beschäftigte, die in Deutschland arbeiten, deren Wohnort sich aber im Ausland befindet, haben deutlich an Bedeutung für den deutschen Arbeitsmarkt gewonnen. Seit der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für die osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten ab 2011 ist insbesondere die Zahl osteuropäischer Grenzpendler gestiegen. Das zeigt eine am 07.04.2020 veröffentlichte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

    Zwischen 2010 und 2019 ist die Zahl der in Deutschland arbeitenden Grenzpendler von unter 69.000 auf mehr als 191.000 Personen angestiegen. Sie hat sich damit seit 2010 fast verdreifacht. Dieser Zuwachs liegt vor allem an der Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit für Arbeitskräfte aus den osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten. Die Zahl der Grenzpendler ist dabei nicht nur in den Grenzregionen Deutschlands gestiegen, sondern auch in Kreisen, die im Landesinneren liegen.

    In den meisten Bundesländern bilden Grenzpendler aus Polen die größte Gruppe. Zudem spielen Grenzpendler aus den jeweils angrenzenden Staaten eine wichtige Rolle. In 2019 waren nach den rund 69.000 Grenzpendlern aus Polen die gut 36.000 Grenzpendler aus Frankreich die zweitstärkste Gruppe. An dritter Stelle kamen die mehr als 34.000 tschechischen Grenzpendler.

    Mittlerweile hat auch die Zahl der Grenzpendler aus Ländern deutlich zugenommen, die nicht an Deutschland angrenzen. Inzwischen kommen knapp 9.000 Grenzpendler aus Rumänien und jeweils rund 5.000 aus Ungarn und der Slowakei.

    Grenzpendler aus westeuropäischen Nachbarstaaten wie Österreich (gut 9.000) oder den Niederlanden (knapp 7.000) üben häufig berufliche Tätigkeiten auf einem hohen oder sehr hohen Anforderungsniveau aus. Unter den Beschäftigten aus den neueren Grenzpendlerländern, also den östlich gelegenen Ländern wie Polen, der Tschechischen Republik oder Rumänien, haben Tätigkeiten mit geringem Anforderungsniveau eine höhere Bedeutung. Sie sind zudem häufig in der Zeitarbeit tätig.

    In der IAB-Studie werden alle Personen als Grenzpendler bezeichnet, die in Deutschland einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen und deren beim Arbeitgeber gemeldeter Wohnort im Ausland liegt. „Grenzpendeln ist somit ein relativ weiter Begriff und beinhaltet keine Anforderung an tägliches oder mindestens wöchentliches Pendeln, wie dies bei der Begriffsdefinition der Grenzgänger der Fall ist“, erklären die Autorinnen und Autoren der Studie. Es ist daher möglich, dass ein Grenzpendler einen Zweitwohnsitz am Arbeitsort hat, der in den verwendeten Sozialversicherungsdaten nicht enthalten ist.

    Die IAB-Studie basiert auf Arbeitsmarktdaten, die vor den Grenzschließungen aufgrund der Corona-Krise erhoben wurden.

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  • Die EU-Kommission hat 1 Mrd. Euro aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) freigegeben, die als Garantie für den Europäischen Investitionsfonds (EIF) dienen wird. Der EIF gehört zur Europäischen Investitionsbank-Gruppe. Der EIF kann dadurch besondere Garantien stellen.

    Corona-Krise: 8 Mrd. Euro für 100.000 kleine und mittlere Unternehmen

    EU-Kommission, Pressemitteilung vom 06.04.2020

    Die Europäische Kommission hat 1 Mrd. Euro aus dem Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) freigegeben, die als Garantie für den Europäischen Investitionsfonds (EIF) dienen wird. Der EIF gehört zur Europäischen Investitionsbank-Gruppe. Der EIF kann dadurch besondere Garantien stellen, die Banken und anderen Kreditgebern Anreize bieten, um mindestens 100.000 europäischen KMU und kleinen Midcap-Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, Liquidität zur Verfügung zu stellen; es wird erwartet, dass dadurch Finanzmittel in Höhe von 8 Mrd. Euro mobilisiert werden können.

    Valdis Dombrovskis, Exekutiv-Vizepräsident für eine Wirtschaft im Dienste der Menschen, erklärte: „Derzeit haben es unsere Unternehmen in ganz Europa schwer. Die EU handelt rasch, um die Krise abzumildern und kleine und mittlere Unternehmen, die besonders gefährdet sind, zu unterstützen. Die Kommission und der Europäische Investitionsfonds stellen heute Finanzmittel in Höhe von 8 Mrd. Euro für europäische KMU bereit, die von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, und entlasten damit sofort deren Liquiditätslage. Die Mittel werden noch in diesem Monat über lokale Banken und Kreditgeber zu denen fließen, die von der Krise am stärksten betroffen sind.“

    Mit der Ankündigung am 06.04.2020 wird die in der Mitteilung der Kommission vom 13. März eingegangene Verpflichtung zur unverzüglichen Unterstützung besonders hart getroffener KMU erfüllt; erste Mittel sollen bereits im April fließen. Die Aktion ist Teil des von der EIB-Gruppe am 16. März angekündigten Maßnahmenpakets, das KMU und Midcap-Unternehmen in Europa ohne unnötige Verzögerungen Hilfe bringen soll.

    Eine der unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie ist der abrupte Liquiditätsmangel bei kleinen und mittleren Unternehmen. Diese sind von Krisen meist besonders stark betroffen, und sie müssen deshalb unbedingt mit ausreichender Liquidität versorgt werden, damit sie die Krise überstehen können. Gleichzeitig steigt bei solchen Liquiditätsengpässen das wahrgenommene Risiko plötzlich stark, sodass die Banken wenig geneigt sind, KMU Kredite zu gewähren. Deshalb sind EU-Garantien zur Unterlegung solcher Darlehen erforderlich. Ab 06.04.2020 bringt der EIF spezielle EFSI-besicherte Garantien auf den Markt, um die Auswirkungen der Pandemie auf kleine und mittlere Unternehmen und kleine Midcap-Unternehmen einzudämmen.

    Mit der 1 Mrd. Euro, die im Rahmen der COSME-Kreditbürgschaftsfazilität aus dem EFSI und unter Horizont 2020 durch „InnovFin – Garantien für KMU“ bereitgestellt wurde, ist der EIF in der Lage, Finanzintermediären Garantien in Höhe von 2,2 Mrd. Euro zur Verfügung zu stellen, wodurch 8 Mrd. Euro an Finanzmitteln mobilisiert werden können. Die Garantien werden vom EIF über eine heute veröffentlichte Aufforderung zur Interessenbekundung, die sich an mehrere hundert Finanzintermediäre, darunter Banken und alternative Kreditgeber, richtet, an den Markt gebracht. Die Garantien haben folgende besonderen Merkmale:

    • Vereinfachter und schnellerer Zugang zur EIF-Garantie
    • Höhere Risikodeckung – bis zu 80 Prozent der potenziellen Verluste aus Einzelkrediten (der Standardwert beträgt 50 %)
    • Schwerpunkt auf Betriebsmittelkrediten in der gesamten EU
    • Flexiblere Bedingungen, einschließlich Möglichkeiten für Zurückstellung, Umschuldung oder Tilgungsaufschub.

    Zugang haben sowohl neue als auch bestehende Finanzintermediäre, die bereits mit dem EIF zusammenarbeiten. Diese werden mehr als hunderttausend Unternehmen, die Garantien im Rahmen der COSME-Kreditbürgschaftsfazilität (LGF) und der InnovFin-SMEG-Programme erhalten, Sonderbedingungen bieten.

    Nächste Schritte

    Finanzintermediäre mit bestehenden EIF-Vereinbarungen im Rahmen von COSME- und InnovFin-Programmen werden nach der heutigen Aufforderung zur Interessenbekundung nach einem entsprechenden Antrag unmittelbar auf die neuen Garantien zugreifen können. Für andere Finanzintermediäre ist ein zügiges Antragsverfahren vorgesehen, das sie zunächst durchlaufen müssen. Auf diese Weise können bereits im April neue Gelder an hart getroffene Unternehmen fließen. KMU können ihren Antrag direkt bei ihren lokalen Banken und Kreditgebern, die die Regelung in Anspruch nehmen, stellen (siehe www.access2finance.eu ).

    Die Kommission und die EIB-Gruppe werden noch weitere zusätzliche Maßnahmen ausarbeiten und alle ihnen zur Verfügung stehenden Instrumente nutzen, um zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie und zur Bewältigung ihrer wirtschaftlichen Folgen beizutragen.

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  • Auf Basis des am 03.04.2020 von der EU-Kommission veröffentlichten angepassten Beihilfenrahmens (sog. Temporary Framework) führt die Bundesregierung umfassende KfW-Schnellkredite für den Mittelstand ein.

    Bundesregierung beschließt weitergehenden KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

    BMWi, Pressemitteilung vom 06.04.2020

    Die Bundesregierung spannt einen weiteren umfassenden Schutzschirm für den Mittelstand angesichts der Herausforderungen der Corona-Krise. Auf Basis des am 03.04.2020 von der EU-Kommission veröffentlichten angepassten Beihilfenrahmens (sog. Temporary Framework) führt die Bundesregierung umfassende KfW-Schnellkredite für den Mittelstand ein.

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Der Mittelstand ist das Rückgrat unserer Wirtschaft und gerade in dieser Krise besonders betroffen. Deshalb ist es entscheidend, dass wir diese einzigartige Substanz und Breite erhalten, um nach der Krise wieder durchstarten zu können. 99,5 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Mittelständler. Sie erwirtschaften rund 35 Prozent des gesamten Umsatzes, stellen knapp 60 Prozent aller Arbeitsplätze und über 80 Prozent aller Ausbildungsplätze. Daher spannen wir einen weiteren umfassenden Schutzschirm für unsere Mittelständische Wirtschaft. Wir werden einen KfW-Schnellkredit einführen, bei dem der Staat 100% der Kreditrisiken übernimmt. Die Kreditlaufzeiten werden auf 10 Jahre verlängert.“

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Für diese Pandemie gibt es keine Blaupause. Als Bundesregierung müssen wir entschlossen und kraftvoll agieren – und die Situation ständig genau beobachten. Mit dem KfW-Schnellkredit legen wir jetzt ein weiteres Programm auf, das neben die bereits bestehenden Angebote tritt. Es wendet sich an kleinere und mittlere Firmen und Betriebe, die jetzt sehr sehr rasche Unterstützung benötigen und auf andere Bedingungen abstellt als unsere anderen Hilfen, die natürlich fortbestehen.“

    KfW-Vorstandsvorsitzender Dr. Günther Bräunig: „Durch die 100-prozentige Haftungsfreistellung und den Verzicht auf eine übliche Risikoprüfung wird sichergestellt, dass diejenigen Unternehmen, die nur durch die Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, rasch einen Kredit bekommen. Wir rechnen mit sehr vielen Anträgen und werden zusammen mit den Banken und Sparkassen alles dafür tun, die technischen Voraussetzungen für eine schnelle Auszahlung zu schaffen.“

    Die KfW-Schnellkredite für den Mittelstand umfassen im Kern folgende Maßnahmen:

    Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein „Sofortkredit“ mit folgenden Eckpunkten gewährt werden:

    • Der Schnellkredit steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.
    • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu 3 Monatsumsätzen des Jahres 2019, maximal 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern, maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50.
    • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen.
    • Zinssatz in Höhe von aktuell 3 % mit Laufzeit 10 Jahre.
    • Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100% durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.
    • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.

    Der KfW-Schnellkredit kann nach Genehmigung durch die EU-Kommission starten.

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  • Die Corona-Pandemie treibt die Wirtschaft in diesem Jahr in eine tiefe Rezession – sowohl in Deutschland und Europa als auch weltweit. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird im Jahresdurchschnitt 2020 um 4 Prozent schrumpfen, so die neue Konjunkturprognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung.

    Corona-Pandemie verursacht tiefe Rezession

    IMK prognostiziert BIP-Rückgang um 4,0 Prozent 2020 und Wachstum um 2,4 Prozent 2021

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 02.04.2020

    Die Corona-Pandemie treibt die Wirtschaft in diesem Jahr in eine tiefe Rezession – sowohl in Deutschland und Europa als auch weltweit. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird im Jahresdurchschnitt 2020 um 4 Prozent schrumpfen, so die neue Konjunkturprognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Dabei könnte es noch schlimmer kommen: Voraussetzung für den Rückgang von „nur“ 4 Prozent ist, dass die aktuell herrschenden Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland ab Anfang Mai wieder gelockert werden – was die Forscher derzeit für realistisch halten. 2021 würde die Wirtschaftsleistung dann wieder um 2,4 Prozent im Jahresmittel wachsen. Das IMK ist optimistisch, dass unter diesen Bedingungen die umfangreichen Stabilisierungsmaßnahmen von Bund und Ländern den Schaden auf dem Arbeitsmarkt zumindest begrenzen können: Die Zahl der Arbeitslosen steigt nach der Prognose in diesem Jahr um durchschnittlich rund 150.000 und 2021 um weitere 100.000 Personen, die Arbeitslosenquote nimmt moderat auf 5,3 und 5,5 Prozent im Jahresdurchschnitt zu (alle weiteren Daten unten).

    „Bund und Länder, aber auch die europäische Zentralbank, haben auf vielen Feldern schnell das Richtige getan, um die ökonomischen Folgen dieser dramatischen Krise zu mildern“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, der wissenschaftliche Direktor des IMK. Kurzfristigen Verbesserungsbedarf sehen die Wissenschaftler aber noch an zwei wichtigen Punkten: Erstens sollten das Arbeitslosengeld I und vor allem das Kurzarbeitergeld temporär aufgestockt werden, um die Einkommensverluste von Betroffenen zu begrenzen. Wo möglich, seien dafür tarifliche Regelungen zielführend. In besonders betroffenen Branchen, in denen Unternehmen einen fast kompletten Umsatzeinbruch und wenig Spielräume hätten, könnte alternativ „über eine Erhöhung der Ersatzleistung aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit nachgedacht werden, möglicherweise auch nach Einkommen gestaffelt, so dass vor allem niedrige Einkommen aufgestockt werden“, schreiben die Wissenschaftler. Zweitens sollten die Euro-Länder gemeinsame Schuldverschreibungen ausgeben, um auch finanziell schlechter ausgestatteten Mitgliedsstaaten des Euroraums eine wirksame Antikrisenpolitik zu ermöglichen.

    Insbesondere die Stabilisierung der Kaufkraft durch höheres Kurzarbeitergeld sei sehr wichtig, da die neue Prognose mit erheblichen Unsicherheiten behaftet sei, betont Dullien. Verschiebe sich die Lockerung der Kontaktsperre etwa von Anfang Mai auf Anfang Juli, drohe ein mehr als doppelt so starker Einbruch des BIPs wie jetzt vorhergesagt. „Es wird extrem wichtig sein, die Wirtschaft so schnell wie möglich wieder auf Touren zu bringen. Dabei spielt der private Konsum eine entscheidende Rolle, er ist die zentrale Starthilfe für den Konjunkturmotor. Die Menschen sollten also Geld in der Tasche haben, wenn die Läden wieder öffnen“, sagt Dullien. Kerndaten der Prognose für 2020 und 2021 (siehe auch Tabelle 3 im Report; Link unten)

    Arbeitsmarkt

    Die lange positive Entwicklung bei der Beschäftigung kommt durch die Corona-Pandemie zu einem abrupten Ende. „Ein teilweiser oder sogar vollständiger Stillstand der deutschen Wirtschaft und des Arbeitsmarkts stellen eine nie dagewesene Situation“ mit enormen Risiken dar, schreiben die Experten des IMK. Allerdings stimme das bislang schnelle und abgestimmte Handeln von Regierung und Sozialpartnern hoffnungsvoll, dass der tiefe wirtschaftliche Einbruch nicht in gleichem Maße auf die Beschäftigung durchschlage. Im zweiten und dritten Quartal 2020 werde die Zahl der Erwerbstätigen zwar merklich sinken, im Jahresdurchschnitt sei der Verlust mit 0,1 Prozent allerdings moderat. Im kommenden Jahr geht die Erwerbstätigkeit trotz prognostizierter wirtschaftlicher Erholung noch einmal um 0,3 Prozent zurück, weil der Arbeitsmarkt zeitversetzt reagiert.

    Die Zahl der Arbeitslosen steigt 2020 um etwa 150.000 Personen, so dass im Jahresdurchschnitt rund 2,42 Millionen Menschen ohne Job sein werden. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 5,3 Prozent. Für 2021 erwartet das IMK, dass die Arbeitslosenzahl um weitere 100.000 Personen im Jahresdurchschnitt zunimmt. Die Quote steigt auf 5,5 Prozent.

    Außenhandel

    Auch die meisten wichtigen Handelspartner durchlaufen 2020 durch die Corona-Pandemie eine tiefe Rezession, an die sich laut IMK-Prognose 2021 aber eine gewisse Erholung anschließt. So sinkt das BIP in der gesamten EU in diesem Jahr um 4,0 Prozent, im kommenden Jahr steigt es um 1,8 Prozent. In den USA schrumpft die Wirtschaft 2020 um 3,1 Prozent, 2021 wächst sie dann wieder um 2,0 Prozent, in Japan liegen die Werte bei -3,3 und 0,7 Prozent. Die chinesische Wirtschaft wird nach der IMK-Prognose in diesem Jahr stagnieren (minimale BIP-Zunahme um 0,1 Prozent), 2021 dann um 9,0 Prozent zulegen. Die weltwirtschaftliche Krise trifft die deutschen Ausfuhren in diesem Jahr schwer. Das IMK rechnet mit einem Rückgang der Exporte um 6,7 Prozent. Die Importe brechen ebenfalls ein und nehmen um 5,5 Prozent ab. Im kommenden Jahr erholt sich der Außenhandel dann wieder, ohne dass die Verluste zunächst vollständig wettgemacht werden: Die Exporte nehmen im Jahresmittel 2021 um 4,0 Prozent zu, die Importe um 5,2 Prozent.

    Investitionen

    Auch die Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen brechen infolge des Corona-Schocks ein und sinken 2020 um 4,4 Prozent im Jahresdurchschnitt. 2021 nehmen sie dann um 3,0 Prozent zu. Die Bauinvestitionen bleiben in der Krise relativ robust, wobei Wohnungsbau und öffentliche Vorhaben zulegen, während der Wirtschaftsbau lahmt. Unter dem Strich nehmen die Bauinvestitionen 2020 um jahresdurchschnittlich 2,8 Prozent und 2021 um 2,4 Prozent zu.

    Einkommen und Konsum

    Die verfügbaren Einkommen gehen im Jahresdurchschnitt 2020 real um 1,4 Prozent zurück. 2021 nehmen sie um 1,2 Prozent zu. Die realen privaten Konsumausgaben schrumpfen laut IMK in diesem Jahr sogar um durchschnittlich 2,0 Prozent, weil neben den Einkommensrückgängen die zeitweilige Schließung von Gastronomie, Geschäften und Dienstleistungseinrichtungen durchschlägt. Die Sparquote steigt in diesem Jahr um 0,5 Prozentpunkte (auf 11,4 Prozent) und sinkt in 2021 wieder auf das Niveau von 2019. Für das kommende Jahr prognostizieren die Ökonomen bei den privaten Konsumausgaben dann eine reale Zunahme um 1,6 Prozent

    Inflation und öffentliche Finanzen

    Die Verbraucherpreise steigen etwas langsamer als 2019 und bleiben weit unter der Zielinflationsmarke der EZB: 2020 und 2021 nehmen sie um 1,1 bzw. 1,2 Prozent zu.

    Die Ausgaben der Sozialversicherungen steigen in der Krise, Bund und Länder reagieren auf den tiefen wirtschaftlichen Einbruch in diesem Jahr mit umfangreichen finanziellen Hilfsmaßnahmen. „Dieser expansive finanzpolitische Kurs ist der Situation angemessen und zur konjunkturellen Stabilisierung auch absolut notwendig“, schreiben die Experten des IMK. Da 2020 auch die Steuereinnahmen voraussichtlich um ungefähr ein Prozent zurückgehen, ergibt sich nach acht Jahren mit Überschüssen ein gesamtstaatliches Budgetdefizit von gut 93 Milliarden Euro oder 2,8 Prozent des BIP. Allerdings wird bei diesen Zahlen ein großer Teil der von der Bundesregierung und den Landesregierungen auf den Weg gebrachten Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen und Selbständige wie Steuerstundungen und Soforthilfe noch nicht berücksichtigt, weil keine ausreichenden Details über die Programme vorliegen. Unter Beachtung dieser Maßnahmen wird das gesamtstaatliche Defizit eher in der Größenordnung von 5 Prozent des BIP liegen. Im kommenden Jahr wird sich die erwartete konjunkturelle Belebung positiv auf die öffentlichen Haushalte auswirken. Es bleibt aber zunächst bei einem Defizit von dann 86 Milliarden Euro oder 2,5 Prozent des BIP. Eine Neuverschuldung ist angesichts einer zuvor stetig gesunkenen Schuldenstandsquote und sehr niedriger Zinsen kein Problem, betonen die Forscher.

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  • Um die Verbreitung des Corona-Virus zu bremsen, hat Deutschland sich umfassende Beschränkungen auferlegt. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen und Firmen um ihre ökonomische Zukunft fürchten. In diesem Kontext werden Wege aus dem Lockdown debattiert – das IW hat einen entsprechenden Exit-Plan entwickelt.

    Corona-Lockdown: Wie der Exit gelingen kann

    IW Köln, Pressemitteilung vom 04.04.2020

    Die Corona-Krise trifft alle: Um die Verbreitung des Virus zu bremsen, hat Deutschland sich umfassende Beschränkungen auferlegt. Sie tragen dazu bei, dass viele Menschen und Firmen um ihre ökonomische Zukunft fürchten. Die Politik muss deshalb zweierlei schaffen: Einerseits die Gesundheit der Bürger so weit wie möglich schützen und sie andererseits vor noch größeren volkswirtschaftlichen Schäden bewahren, die letztlich zu gesellschaftlichen werden. In diesem Kontext werden Wege aus dem Lockdown debattiert – das IW hat einen entsprechenden Exit-Plan entwickelt.

    Mindestens fünf Prozent der deutschen Wirtschaftsleistung sind in diesem Jahr bereits verloren, zeigen aktuelle IW-Berechnungen. Doch zu diesem halbwegs verkraftbaren Defizit, das nichtsdestotrotz eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit und viel niedrigere Steuereinnahmen bedeutet, kommt es nur dann, wenn die Wirtschaft möglichst schnell wieder ans Laufen kommt. Wie das mit Augenmaß gelingen kann, zeigt das IW in einem Zwölf-Punkte-Plan.

    Schulen und Kindergärten öffnen

    Grundsätzlich gilt: Jeder Exit kann nur eingeleitet werden, wenn die medizinische Grundversorgung gewährleistet ist. Als nächste Stufe fordern die IW-Experten, die Grundversorgung in der Kinderbetreuung und in der Infrastruktur wiederherzustellen respektive auszuweiten: Schulen und Kindergärten müssen wieder öffnen und die Verkehrskapazitäten im ÖPNV erhöht werden.

    „Nur dann können Eltern konzentriert arbeiten und Kinder werden optimal gefördert“, erläutert IW-Direktor Michael Hüther. Und weiter: „Mit einer hohen Taktung im ÖPNV kommen die Menschen zur Arbeit und haben gleichzeitig genug Platz, um sich nicht unnötig in gesundheitliche Gefahr zu bringen. Lehrer könnten im Schichtbetrieb in Schulen unterrichten, das würde auch dort das Infektionsrisiko deutlich senken.“

    Im laufenden Betrieb vor Corona schützen

    Die öffentliche Verwaltung, der Handel sowie Dienstleistungsanbieter sollten nach Meinung des IW ebenfalls schnellstmöglich wieder öffnen, zudem sollte die Industrieproduktion hochgefahren werden.

    Gleichzeitig fordert das IW aber auch Klarheit der Politik: Es muss deutlich sein, welche Branchen sich auf langfristige Schließungen einstellen müssen – etwa in der Messewirtschaft. „Hier muss über massive Unterstützungsleistungen nachgedacht werden“, sagt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt, sonst drohe eine Insolvenzwelle.

    Staat muss großzügig sein

    Apropos finanzielle Unterstützung: Vom Staat fordert das IW, sich beim Nachfordern von Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und der Rückzahlung von Überbrückungskrediten großzügig zu zeigen. Denn auch, wenn die Wirtschaft wieder läuft, dürfte die Liquiditätssituation vieler Firmen noch lange kritisch bleiben. In diesem Kontext empfehle sich außerdem ein „fiskalischer Startschuss“ seitens der öffentlichen Hand für den Neuanfang nach Corona.

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  • Die Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen ist im vergangenen Jahr – wie schon in den Vorjahren – geringfügig um 1,6 % gesunken. Dies geht vor allem auf einen Rückgang bei den Gründungen im Kleingewerbe (3,0 %) zurück. Dagegen stieg die Zahl der wirtschaftlich bedeutsameren Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen weiter leicht an (+ 1,1 %). Mit einer solchen Gründung sind häufig neue Arbeitsplätze verbunden.

    Höhere Anzahl an Gründungen mit IT-basierten Geschäftskonzepten erwartet

    Coronavirus-Pandemie wird sich auch auf die gewerblichen Gründungen auswirken

    IfM Bonn, Pressemitteilung vom 02.04.2020

    Die Anzahl der gewerblichen Existenzgründungen ist im vergangenen Jahr – wie schon in den Vorjahren – geringfügig um 1,6 % gesunken. Dies geht vor allem auf einen Rückgang bei den Gründungen im Kleingewerbe (3,0 %) zurück. Dagegen stieg die Zahl der wirtschaftlich bedeutsameren Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen weiter leicht an (+1,1 %). Mit einer solchen Gründung sind häufig neue Arbeitsplätze verbunden.

    Insgesamt wurden 265.700 gewerbliche Gründungen in 2019 angemeldet. Zugleich sank die Zahl der gewerblichen Unternehmensschließungen gegenüber dem Vorjahr um 5,3 % auf 275.600. Insgesamt hat sich der gewerbliche Existenzgründungssaldo – die Differenz aus Existenzgründungen und Unternehmensschließungen – im vergangenen Jahr deutlich verbessert.

    „Es ist davon auszugehen, dass das Gründungsgeschehen in diesem Jahr aufgrund der Coronavirus-Pandemie weiter rückläufig sein wird – besonders jedoch in den Bereichen, in denen krisenbedingt die Nachfrage einbricht“, erklärt Prof. Dr. Friederike Welter (IfM Bonn/Universität Siegen). „In welchem Ausmaß die Gründungsaktivitäten zurückgehen werden, hängt allerdings auch von der Dauer der akuten Krise ab: Werden die Einschränkungen ab Mai sukzessive wieder aufgehoben, werden sicherlich viele der geplanten Gründungsvorhaben zeitlich verzögert noch umgesetzt. Hält der Stillstand über mehrere Monate an, führt dies unter Umständen sogar zu verstärkten Gründungsaktivitäten, weil die Selbständigkeit eine Alternative zur Arbeitslosigkeit darstellen kann.“

    Auch ohne die Folgewirkungen der Coronavirus-Pandemie würde nach Einschätzungen der IfM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Anzahl der gewerblichen Gründungen in 2020 voraussichtlich weiter abnehmen, weil in einer Reihe von Gewerken wieder die Meisterpflicht eingeführt wurde und dadurch Existenzgründungen erschwert werden. Allerdings ist zukünftig eine höhere Anzahl an Gründungen mit IT-basierten Geschäftskonzepten bzw. digitalisierbaren Angeboten zu erwarten.

    Nach Einschätzung der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen wird sich die Coronavirus-Pandemie-Krise auch auf die Überlebensraten neugegründeter Unternehmen auswirken: Bisher waren nach einem Jahr noch rund 78 % aller Gründungen und nach fünf Jahren 40 % von ihnen am Markt aktiv. Die Bestandsfestigkeit variiert jedoch in Abhängigkeit vom Wirtschaftszweig und von der Unternehmensgröße zum Gründungszeitpunkt. So überlebten bislang eher Gründungen mit Beschäftigten als solche ohne Mitarbeiter. Die krisenbedingten Nachfrageeinbrüche werden sich negativ auf die Bestandsfähigkeit von Gründungen auswirken.

    Die aktuellen Zahlen und Tabellen zu den Gründungen und Unternehmensschließungen im gewerblichen Bereich sind im Statistikbereich auf der Homepage des IfM Bonn zu finden.

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  • Das BMWi fördert ab sofort Beratungen für Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil. Die verbesserten Förderkonditionen für die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen treten am 03.04.2020 in Kraft und gelten befristet bis Ende 2020.
    Bis zu 4.000 Euro Beratungskosten ohne Eigenanteil für KMU und Freiberufler in der Corona-Krise

    BMWi, Pressemitteilung vom 03.04.2020

    Das Bundeswirtschaftsministerium fördert ab sofort Beratungen für Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) einschließlich Freiberufler bis zu einem Beratungswert von 4.000 Euro ohne Eigenanteil. Die verbesserten Förderkonditionen für die Inanspruchnahme professioneller Beratungsleistungen treten am 03.04.2020 in Kraft und gelten befristet bis Ende 2020.

    Der Mittelstandsbeauftragte Thomas Bareiß dazu: „Wir erleben, wie immer mehr Unternehmen und Branchen von der Krise getroffen werden. Uns erreichen täglich hunderte Anrufe gerade von kleinen und mittleren Unternehmen, die mit Auftragsrückgängen konfrontiert sind. Viele dieser Unternehmen benötigen Unterstützung bei betriebswirtschaftlichen Fragen. Dafür weiten wir jetzt unsere Förderung unternehmerischen Know-hows aus – schnell und unbürokratisch.“

    Mit den geänderten Förderbedingungen will das Bundeswirtschaftsministerium kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler in der aktuellen Situation unterstützen. Die Unternehmen sollen in die Lage versetzt werden, Maßnahmen zu entwickeln, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu begrenzen und sich wieder wettbewerbsfähig aufzustellen. Dieses Modul ergänzt die finanziellen Instrumente, die die Bundesregierung in der vorigen Woche beschlossen hat.

    Die Ergänzung der Rahmenrichtlinie zur Förderung unternehmerischen Know-hows finden Sie hier . Nähere Informationen – insbesondere zur Antragstellung – hält das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auf seiner Homepage bereit.

    Hinweis der Redaktion

    Nähere Voraussetzungen für Berater finden Sie auf der Homepage des BAFA.

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  • Noch nie zeigten so viele Unternehmen Kurzarbeit an wie im März dieses Jahres. Die Corona-Krise dürfte damit den Arbeitsmarkt deutlich mehr belasten als die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Allerdings gibt es auch Hoffnungsschimmer, zeigt eine aktuelle IW-Studie, die verschiedene Arbeitsmarkt-Indikatoren vergleicht.

    COVID-19: Kurzarbeit – Vorsicht vor historischen Vergleichen

    IW Köln, Pressemitteilung vom 02.04.2020

    Noch nie zeigten so viele Unternehmen Kurzarbeit an wie im März dieses Jahres. Die Corona-Krise dürfte damit den Arbeitsmarkt deutlich mehr belasten als die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009. Allerdings gibt es auch Hoffnungsschimmer, zeigt eine aktuelle IW-Studie, die verschiedene Arbeitsmarkt-Indikatoren vergleicht.

    Die Bundesagentur für Arbeit hat vor einigen Tagen Rekordzahlen gemeldet: Noch nie haben so viele Betriebe in Deutschland Kurzarbeit angezeigt, also beantragt, dass sie Kurzarbeit in Anspruch nehmen müssen. Im März dieses Jahres meldeten sich rund 470.000 Betriebe bei der Agentur – rund 20-mal mehr als im Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise im März 2009. Damals registrierte die Bundesagentur für Arbeit rund 22.900 Kurzarbeit-Anzeigen. Im Jahresdurchschnitt waren schließlich 1,1 Millionen Deutsche in Kurzarbeit.

    Die jetzige Krise dürfte erheblich größere Dimensionen annehmen als die Wirtschaftskrise vor elf Jahren. Dennoch gibt es vor allem zwei Hinweise, die Hoffnung machen. „Wir gehen aktuell davon aus, dass die Anzeigen sich nicht in gleichem Maße über die nächsten Monate zu einer noch größeren Anzahl aufbauen wie 2009″, sagt IW-Arbeitsmarktökonom Holger Schäfer. So hat sich die Kurzarbeit vor elf Jahren über Monate hinweg aufgebaut, jetzt erfolgt sie unvermittelt. Gleichwohl ist mit einem weiteren Anstieg zu rechnen. Und: 2009 waren vor allem größere Industrieunternehmen mit vielen Mitarbeitern von Kurzarbeit betroffen. Jetzt trifft es vor allem eine große Anzahl von – teils kleinen – Betrieben im Dienstleistungssektor.

    Mehr Kurzarbeit als geschätzt

    Die Bundesregierung rechnete zuletzt noch mit rund 2,35 Millionen Arbeitnehmern in Kurzarbeit. „Diese Schätzung wird wahrscheinlich deutlich übertroffen“, sagt Schäfer. Immerhin dürfte die Finanzierung gesichert sein: Die Bundesagentur verfügt über Rücklagen von 26 Milliarden Euro. Sollte das nicht reichen, springt der Bund ein. Darum müssen sich Unternehmen und Mitarbeiter also keine Sorgen machen.

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  • Die konjunkturelle Stimmung in der Branche Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Deutschland ist im ersten Quartal 2020 auf einen historischen Tiefstand gefallen. In Folge der Corona-Pandemie stürzt der ZEW-Stimmungsindikator für die IKT-Unternehmen auf einen Stand von 51,1 Punkten ab und verliert damit mehr als 17 Punkte im Vergleich zum Vorquartal.

    Folgen der Corona-Pandemie: Konjunktureinbruch in der IKT-Branche

    ZEW, Pressemitteilung vom 02.04.2020

    Die konjunkturelle Stimmung in der Branche Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Deutschland ist im ersten Quartal 2020 auf einen historischen Tiefstand gefallen. In Folge der Corona-Pandemie stürzt der ZEW-Stimmungsindikator für die IKT-Unternehmen auf einen Stand von 51,1 Punkten ab und verliert damit mehr als 17 Punkte im Vergleich zum Vorquartal. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2011 ist das wirtschaftliche Klima niemals schlechter ausgefallen oder vergleichbar rapide gesunken. Der Stimmungsindikator für die IKT-Branche ist das Ergebnis einer Umfrage, die das ZEW Mannheim im März 2020 durchgeführt hat.

    Der starke Rückgang des Stimmungsindikators resultiert aus der deutlichen Verschlechterung von Geschäftslage und -erwartungen. Im Vergleich zum Vorquartal fällt der Teilindikator für die Geschäftslage um etwa 16 Punkte und schließt mit einem Stand von 51,7 Punkten. Das nur knappe Überschreiten der kritischen 50-Punkte-Marke signalisiert, dass der Anteil an Unternehmen mit einer positiven Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2020 nur schwach überwiegt.

    Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen für das kommende Quartal erreicht nach einem Verlust von fast 19 Punkten ebenfalls nur einen Stand von 50,5 Punkten. Demzufolge blicken die Unternehmen nur minimal häufiger optimistisch als pessimistisch auf die künftige Wirtschaftsentwicklung. Insgesamt rechnet etwa jedes dritte IKT-Unternehmen in Deutschland mit sinkenden Umsätzen oder einer sinkenden Nachfrage nach den eigenen Produkten und Dienstleistungen im zweiten Quartal 2020. „Wenngleich wir alle derzeit noch mehr als sonst auf eine funktionierende digitale Infrastruktur angewiesen sind, macht die Corona-Krise auch vor der systemrelevanten IKT-Branche nicht halt“, sagt Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs „Digitale Ökonomie“.

    IKT-Dienstleister sind in der Corona-Krise stärker gefordert

    Dabei fallen die Geschäftslage und -erwartungen bei IKT-Hardwareherstellern deutlich schlechter aus als bei den IKT-Dienstleistern. „Während die physische Präsenz und das Bedienen von Maschinen in der IKT-Hardwarebranche eine größere Rolle spielt, können IKT-Dienstleister ihren Geschäftsbetrieb dank des hohen Digitalisierungsgrades ihrer Prozesse eher durch mobiles Arbeiten aufrechterhalten“, sagt Dr. Daniel Erdsiek, ZEW-Experte für Digitale Ökonomie. Flexible Arbeit aus dem Homeoffice wurde bereits 2019 weitaus häufiger von IKT-Dienstleistern als von Hardwareherstellern eingesetzt, wie Umfrageergebnisse des ZEW belegen. Zudem sind IKT-Dienstleister in der Corona-Krise stärker gefordert, da Unternehmenskunden zum Beispiel verstärkt in IT-Sicherheitsmaßnahmen investieren oder Remote-Zugänge für ihre Beschäftigten einrichten lassen, die jetzt im Homeoffice arbeiten müssen.

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  • Bei der Höhe des gesetzlich gezahlten Kurzarbeitergeldes ist Deutschland Schlusslicht unter den europäischen Ländern mit vergleichbaren Regelungen. In vielen europäischen Ländern wird ein deutlich höheres Kurzarbeitergeld von 80 bis zu 100 Prozent bezahlt, als in Deutschland. Die Hans-Böckler-Stiftung hat eine Untersuchung über „Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise“ vorgelegt.

    Kurzarbeitergeld: Deutschland ist Schlusslicht in Europa

    Hans-Böckler-Stiftung, Pressemitteilung vom 01.04.2020

    Bei der Höhe des gesetzlich gezahlten Kurzarbeitergeldes ist Deutschland Schlusslicht unter den europäischen Ländern mit vergleichbaren Regelungen. Während in Deutschland die Beschäftigten lediglich 60 bzw. (in Haushalten mit Kindern) 67 Prozent des Nettoentgelts erhalten, wird in vielen europäischen Ländern ein deutlich höheres Kurzarbeitergeld von 80 bis zu 100 Prozent bezahlt. Um die Einkommenslücke in Deutschland zu reduzieren, schließen die Gewerkschaften in immer mehr Branchen Tarifverträge ab, in denen das Kurzarbeitergeld auf teilweise bis zu 100 Prozent aufgestockt wird. Angesicht der niedrigen Tarifbindung, insbesondere in Niedriglohnbranchen, profitiert jedoch nur eine Minderheit der Beschäftigten von diesen Regelungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine 01.04.2020 vorgelegte Untersuchung über „ Kurzarbeitergeld in der Corona-Krise „, die vom Leiter des WSI-Tarifarchivs der Hans-Böckler-Stiftung, Prof. Dr. Thorsten Schulten und Dr. Torsten Müller vom Europäischen Gewerkschaftsinstitut in Brüssel verfasst wurde.

    Von den 15 europäischen Ländern, die in der Untersuchung berücksichtigt wurden, zahlen vier Staaten (Irland, Dänemark, die Niederlande und Norwegen) ein Kurzarbeitergeld, das bis zu 100 Prozent des Lohnausfalls kompensiert (siehe auch Abbildung 1 ). In Schweden variiert das Kurzarbeitergeld zwischen 92,5 und 96 Prozent je nach Umfang der Kurzarbeit. In fünf Ländern (Österreich, Großbritannien, Italien und die Schweiz) liegt das Kurzarbeitergeld bei 80 Prozent, wobei in Österreich die unteren Lohngruppen einen höheren Aufschlag auf bis zu 90 Prozent erhalten. In Spanien, Belgien und Frankreich wird der Lohnausfall zu 70 Prozent ausgeglichen, während in Portugal zwei Drittel (66,66 Prozent) gezahlt werden. Das Kurzarbeitergeld wird je nach Land auf Netto- oder Bruttobasis gezahlt. In Ländern mit einer Kompensation des Bruttoentgelts kann die Nettozahlung sogar noch deutlich höher ausfallen. Dies ist z. B. in Frankreich der Fall, wo aufgrund der Steuerbefreiung ein Kurzarbeitergeld von brutto 70 Prozent einer Nettokompensation von 84 Prozent entspricht.

    Neue Abschlüsse zur Aufstockung in der Corona-Krise

    In Deutschland wird der bei Kurzarbeit bestehende Einkommensverlust teilweise durch tarifvertragliche Regelungen kompensiert, die das Kurzarbeitergeld in der Regel auf Werte zwischen 75 und 100 Prozent des Entgeltes aufstocken (siehe auch Abbildung 2 ). Zu den Branchen, die schon seit längerem eine tarifvertragliche Aufstockung haben, gehören unter anderem die chemische Industrie, die holz- und kunststoffverarbeitende Industrie in Sachsen, der Groß- und Außenhandel in Nordrhein-Westfalen oder das Kfz-Handwerk in Bayern. Entsprechende Regelungen gibt es außerdem bei der Deutschen Telekom und der Deutschen Bahn. Bei der Bahn erhalten die Beschäftigten 80 Prozent des Bruttogehalts. Beim Volkswagen-Konzern sind in Abhängigkeit der Entgeltstufen Aufstockungen auf 78 bis 95 Prozent vereinbart, wobei Beschäftigte in den unteren Entgeltgruppen die höchsten Zuschläge erhalten.

    In der Metall- und Elektroindustrie besteht schon seit Jahren eine flächendeckende Regelung in Baden-Württemberg, wo das Kurzarbeitergeld je nach Umfang der Kurzarbeit auf 80,5 bis 97 Prozent des Nettogehalts erhöht wird. In Nordrhein-Westfalen haben sich IG Metall und Arbeitgeberverband kürzlich auf eine Regelung geeinigt, die die Nettoentgelte der Beschäftigten bei Kurzarbeit auf dem Niveau von etwa 80 Prozent absichert. Das geschieht durch eine Abschmelzung der Sonderzahlungen und einen Arbeitgeberzuschuss von 350 Euro je Vollzeitbeschäftigtem. Dieser Abschluss wurde in anderen Tarifbereichen übernommen, die bislang noch keine Regelung hatten. In der Filmbranche und in der Systemgastronomie haben die Tarifparteien nach Beginn der Corona-Krise ebenfalls Vereinbarungen getroffen. So ist in Schnellrestaurants festgelegt, dass das Kurzarbeitergeld der Beschäftigten auf 90 Prozent des Nettoentgelts aufgestockt wird. In der Filmbranche wird das Kurzarbeitergeld bis zur Beitragsbemessungsgrenze sogar auf 100 Prozent der Netto-Tarifgage erhöht. Erstmals wurde auch im öffentlichen Dienst für den Bereich der Kommunen eine tarifvertragliche Regelung getroffen, wonach das Kurzarbeitergeld für die Beschäftigten in den Entgeltgruppen 1-10 auf 95 Prozent und ab Entgeltgruppe 11 auf 90 Prozent des Nettoentgelts angehoben wird.

    Auch wenn es in immer mehr Branchen tarifvertragliche Regelungen zur Aufstockung des Kurzarbeitergeldes gibt, werden sie nach Einschätzung der Autoren Schulten und Müller insgesamt nur für eine Minderheit der Tarifbeschäftigten gelten. „Insbesondere in den klassischen Niedriglohnsektoren gibt es oft keine tarifvertraglichen Zuschüsse zum staatlichen Kurzarbeitergeld“, so Schulten und Müller. Hinzu kommt, dass in Niedriglohnbereichen die Tarifbindung meist besonders niedrig ist. „Gerade Beschäftigte mit geringem Einkommen können jedoch bei einem Nettoeinkommensverlust von 40 Prozent nicht lange über die Runden kommen. Für diese würde der Weg direkt zu Hartz IV führen.“ Für die Zeit der Corona-Krise sollte deshalb nach Ansicht der Wissenschaftler ähnlich wie in Österreich eine generelle Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 Prozent vorgenommen werden, mit einer höheren Aufstockung von bis zu 90 Prozent für Beschäftigte im Niedriglohnsektor.

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  • Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin bricht im März auf 86 Punkte ein und deutet damit auf einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 hin. Damit zeigen sich die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie, die in den jetzt vorliegenden Indikatoren zu den Entwicklungen auf den Finanzmärkten und in Unternehmensbefragungen sichtbar werden.

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 30.03.2020

    Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) bricht im März auf 86 Punkte ein und deutet damit auf einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal 2020 hin. Damit zeigen sich die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie, die in den jetzt vorliegenden Indikatoren zu den Entwicklungen auf den Finanzmärkten und in Unternehmensbefragungen sichtbar werden. Andere Daten, etwa zur Auftragslage oder Produktionsleistung, spiegeln die aktuelle Situation noch nicht wider. Dass die Produktion in manchen Wirtschaftsbereichen faktisch vollständig zum Erliegen gekommen ist, wird im aktuellen Barometerwert noch nicht in Gänze erfasst.

    Zusätzliche Abschätzungen des Produktions- und Nachfrageausfalls lassen vor allem für die zweite Märzhälfte einen deutlichen Rückgang der Wirtschaftsleistung erwarten: Im Quartalsdurchschnitt dürfte sie um rund 2,0 Prozent sinken und damit sogar etwas stärker als zum Auftakt der Finanzkrise. Zum Jahresende 2008 brach das Bruttoinlandsprodukt um gut anderthalb Prozent gegenüber dem Vorquartal ein.

    Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens – darunter Schulschließungen, Verbote von Kneipen- und Restaurantbesuchen oder der Wegfall von Sport-, Unterhaltungs- und Kulturangeboten – werden auch im April auf der Wertschöpfung lasten. Erste Abschätzungen legen nahe, dass der Rückgang der Wirtschaftsleistung dadurch im zweiten Quartal noch deutlich drastischer ausfällt – das Minus könnte nahezu zweistellig ausfallen.

    Die wirtschaftliche Entwicklung für das Gesamtjahr ist derzeit nur sehr schwer abschätzbar, da sie maßgeblich von der weiteren Verbreitung des Virus und der politischen Reaktionen darauf abhängt. Die vorliegenden Daten zeichnen zum jetzigen Zeitpunkt ein äußerst unvollständiges Bild der Lage. Selbst wenn in den kommenden Wochen wieder mehr und mehr wirtschaftliche Aktivität möglich wird und eine Normalisierung in den nächsten Monaten folgt, dürfte am Jahresende ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von rund sechs Prozent stehen. Dies ist in der Größenordnung vergleichbar mit dem Einbruch der Finanzkrise. Bleibt die Normalisierung aus, ist ein noch weitaus größerer Rückgang möglich.

    Das nächste DIW Konjunkturbarometer erscheint am Mittwoch, den 29. April 2020.

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  • Fast sechs Prozent der Unternehmen in Deutschland haben im Jahr 2019 Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Diese Unternehmen gaben rund 4,8 Mrd. Euro im Bereich KI aus und beschäftigten 139.000 Personen ganz oder teilweise mit KI-Tätigkeiten. Jedoch fehlt es an geeignetem Personal: Fast jede zweite offene KI-Stelle konnte im vergangenen Jahr nur unzureichend oder überhaupt nicht besetzt werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des ZEW.

    Studie zum Stand der Nutzung von KI in Unternehmen in Deutschland
    ZEW, Pressemitteilung vom 30.03.2020

    Fast sechs Prozent der Unternehmen in Deutschland haben im Jahr 2019 Künstliche Intelligenz (KI) eingesetzt. Diese Unternehmen gaben rund 4,8 Milliarden Euro im Bereich KI aus und beschäftigten 139.000 Personen ganz oder teilweise mit KI-Tätigkeiten. Jedoch fehlt es an geeignetem Personal: Fast jede zweite offene KI-Stelle konnte im vergangenen Jahr nur unzureichend oder überhaupt nicht besetzt werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

    Die Studie gibt einen aktuellen Überblick zum Stand der Nutzung von KI in Unternehmen in Deutschland und fußt auf der mehrjährigen Expertise des ZEW in Beobachtung und Analyse der Verbreitung von KI in der deutschen Wirtschaft. Datengrundlage der Studie sind eine repräsentative Sonderauswertung der Deutschen Innovationserhebung im Jahr 2019 sowie eine Zusatzbefragung von KI einsetzenden Unternehmen zwischen November 2019 und Januar 2020.

    Rund 17.500 Unternehmen in der deutschen Wirtschaft haben im vergangenen Jahr Künstliche Intelligenz in Produkten, Dienstleistungen oder internen Prozessen eingesetzt. Das entspricht 5,8 Prozent aller untersuchten Unternehmen. Vor allem im produzierenden Gewerbe und in den unternehmensnahen Dienstleistungen kam KI zum Einsatz. 4,4 Prozent der Unternehmen setzten KI in Produkten oder Dienstleistungen ein und erzielten damit 2019 einen Umsatz von knapp 60 Milliarden Euro, was 7,7 Prozent des Umsatzes der KI-aktiven Unternehmen entspricht.

    KI-Einsatz in deutschen Unternehmen nimmt Fahrt auf

    Dass Technologien mit Künstlicher Intelligenz einen zukunftsträchtigen Markt bilden, zeigen auch die Investitionen in KI: Die Ausgaben der Unternehmen für die Entwicklung, Einführung und Pflege von KI-Verfahren beliefen sich im Jahr 2019 auf rund 4,8 Milliarden Euro. Drei Viertel der KI-Ausgaben sind dabei interne laufende Aufwendungen, insbesondere für die im Bereich KI tätigen Beschäftigten.

    Der beachtliche Anteil der Personalkosten an den KI-Ausgaben der Unternehmen ist darauf zurückzuführen, dass der Einsatz von KI-Fachpersonal in der deutschen Wirtschaft zugenommen hat. “Im vergangenen Jahr arbeiteten in den KI-nutzenden Unternehmen rund 139.000 Personen hauptsächlich oder teilweise in der Entwicklung, Einführung und Pflege von KI-Verfahren. Von diesen waren in den KI einsetzenden Unternehmen rund 50.000 Personen hauptsächlich zu KI tätig. Weitere 89.000 Personen befassten sich in ihrer Arbeitszeit nur teilweise mit KI-Tätigkeiten”, erklärt Dr. Christian Rammer, Stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs “Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik” sowie Ko-Autor der Studie. Am höchsten ist der Anteil der Beschäftigten mit KI-Tätigkeiten in der IKT-Branche mit vier Prozent an der Gesamtbeschäftigung in der Branche und in den unternehmensnahen Dienstleistungen mit 2,7 Prozent. In den anderen Branchengruppen ist der Anteil der KI-Beschäftigten deutlich geringer.

    Steigender Personalbedarf zeigt Mangel an KI-Fachpersonal auf

    Der Personalbedarf im KI-Bereich ist allerdings bei Weitem nicht gedeckt. Rund ein Drittel der Unternehmen hat in 2019 zusätzliche Beschäftige gesucht. Es gab 22.500 offene KI-Stellen. Knapp die Hälfte dieser Stellen konnte wie von den Unternehmen geplant vergeben werden. Elf Prozent der Stellen wurden hingegen nur verspätet oder nicht mit den gewünschten Beschäftigten besetzt. 43 Prozent der Stellen blieben unbesetzt. “Die hohe Relation zwischen offenen Stellen und der Anzahl der Beschäftigten, die mit KI hauptsächlich befasst sind, ist ein Beleg für das rasante Expansionstempo von KI in Deutschland”, sagt Prof. Dr. Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs “Digitale Ökonomie”. “Der Einsatz von KI in Unternehmen ist nur mit technischem Fachwissen möglich. Wenn das notwendige Fachwissen und die entsprechenden Fähigkeiten in Unternehmen nicht vorhanden sind, bleiben KI-Projekte oft schon im Anfangsstadium stecken.”

    Welche Fachkenntnisse von den Unternehmen im Bereich KI besonders stark nachgefragt sind, zeigt die Befragung der KI-einsetzenden Unternehmen: Grundvoraussetzung für KI-Stellen sind Kenntnisse in Softwareprogrammierung. 70 Prozent der Unternehmen mit offenen KI-Stellen bezeichneten diese Kenntnisse als sehr wichtig, weitere 26 Prozent als wichtig und lediglich ein Prozent als unwichtig. Zusätzlich waren für drei Viertel der Unternehmen mit offenen KI-Stellen Kenntnisse im Datenbankmanagement oder in Mathematik entscheidend.

    Bedeutung von KI für Geschäftstätigkeit nimmt zu

    Von den untersuchten Unternehmen, die 2019 KI eingesetzt haben, beschäftigte sich jedes dritte Unternehmen bereits seit fünf Jahren mit Künstlicher Intelligenz. 27 Prozent der KI-aktiven Unternehmen sind allerdings Neulinge auf dem Gebiet, also erst in 2018 oder 2019 in die Technologie eingestiegen. Das zunehmende Interesse und die dynamische Entwicklung von KI schlagen sich auch in den Geschäftsmodellen der deutschen Unternehmen nieder. Die Bedeutung von KI für die Geschäftstätigkeit wird von den meisten Unternehmen, die KI einsetzen, bereits heute als wichtig eingestuft. KI macht ihre Geschäftsprozesse schneller, genauer, flexibler, zuverlässiger, kostengünstiger oder erhöht die Kapazitäten. Für zwölf Prozent der Unternehmen ist der Einsatz von KI sogar essenziell für ihre Geschäftstätigkeit.

     

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  • Im März 2020 kühlte sich das ifo Geschäftsklima für Ostdeutschland kräftig ab. Der ifo Geschäftsklimaindex für die gesamte regionale Wirtschaft fiel von 99,4 auf 89,7 Punkte und damit ähnlich stark wie in Deutschland insgesamt. Diese Datenerhebung fand vor der Einführung der massiven Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie statt.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 31.03.2020

    Im März 2020 kühlte sich das ifo Geschäftsklima für Ostdeutschland kräftig ab. Der ifo Geschäftsklimaindex für die gesamte regionale Wirtschaft fiel von 99,4 auf 89,7 Punkte und damit ähnlich stark wie in Deutschland insgesamt. Lageeinschätzungen als auch Geschäftserwartungen der befragten ostdeutschen Befragungsteilnehmer waren steil nach unten gerichtet. Insgesamt ging der Ausblick noch stärker zurück als die Einschätzungen der laufenden Geschäfte.

    Zu beachten ist, dass die Datenerhebung in der Mitte des Monats stattfand, also noch vor der Einführung der massiven Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Insbesondere die Einschätzungen der laufenden Geschäfte dürfte sich deswegen bis heute eher noch weiter verschlechtert haben.

    Im ostdeutschen Verarbeitenden Gewerbe fiel die Stimmung im März kräftig. Maßgeblich hierfür war eine kräftige Abwärtskorrektur der Geschäftserwartungen. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerteten die befragten Industrieunternehmer hingegen zum Zeitpunkt der Befragung nur wenig schlechter als im Vormonat.

    Im ostdeutschen Dienstleistungssektor ging der Geschäftsklimaindex am stärksten zurück. Beide Teilindizes wurden von den befragten Dienstleistern überaus deutlich nach unten korrigiert.

    Auch im ostdeutschen Handel fiel die Stimmung geradezu dramatisch. Ausschlaggebend war auch hier die starke Verschlechterung der Geschäftserwartungen, während die Lageeinschätzungen zum Zeitpunkt der Umfragen noch vergleichsweise hoch blieben und gegenüber dem Vormonat nur leicht sanken.

    Im ostdeutschen Bauhauptgewerbe kühlte sich das Geschäftsklima ebenfalls überaus deutlich ab. Allerdings war hier der Rückgang am wenigsten stark ausgeprägt. Ursächlich hierfür war eine verbesserte Beurteilung der laufenden Geschäfte. Den Ausblick für die nächsten sechs Monate korrigierten die befragten Bauunternehmer jedoch kräftig nach unten.

     

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  • Die Importpreise waren im Februar 2020 um 2,0 % niedriger als im Februar 2019. Im Januar 2020 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei -0,9 % gelegen, im Dezember 2019 bei -0,7 %. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, fielen die Importpreise im Februar 2020 gegenüber Januar 2020 um 0,9 %.

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 31.03.2020

    Importpreise, Februar 2020

    • -0,9 % zum Vormonat
    • -2,0 % zum Vorjahresmonat

    Exportpreise, Februar 2020

    • -0,1 % zum Vormonat
    • +0,3 % zum Vorjahresmonat

    Die Importpreise waren im Februar 2020 um 2,0 % niedriger als im Februar 2019. Im Januar 2020 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr bei -0,9 % gelegen, im Dezember 2019 bei -0,7 %. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, fielen die Importpreise im Februar 2020 gegenüber Januar 2020 um 0,9 %. Eindeutige Auswirkungen der aktuellen Corona-Krise auf die Importpreise konnten für den Berichtsmonat nicht festgestellt werden.

    Der Rückgang der Importpreise gegenüber Februar 2019 war vor allem durch die Entwicklung der Einfuhrpreise für Energie beeinflusst. Energieeinfuhren waren im Februar 2020 um 17,3 % billiger als im Februar 2019 (-10,5 % gegenüber Januar 2020). Den größten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate für Energie hatte Erdgas mit einem Minus von 34,0 %. Die Preise für Erdöl lagen 5,9 % und die Preise für Mineralölerzeugnisse mit 12,9 % unter denen von Februar 2019.

    Der Einfuhrpreisindex ohne Energie war im Februar 2020 um 0,1 % niedriger als im Februar 2019 (+0,3 % gegenüber Januar 2020). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Einfuhrpreisindex um 1,5 % unter dem Stand des Vorjahres (unverändert gegenüber Januar 2020).

    Die Preise für importierte Vorleistungsgüter sanken im Februar 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,3 %, stiegen aber gegenüber dem Vormonat um 0,4 %. Im Vergleich zu Februar 2019 verbilligten sich unter anderem elektronische Bauelemente (-11,3 %) sowie Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen (-8,1 %). Dagegen lagen die Preise für Eisenerze (+13,9 %) sowie für Edelmetalle und Halbzeug daraus (+48,4 %) erheblich über dem Niveau des Vorjahresmonats.

    Die Preise für importierte Investitionsgüter lagen im Februar 2020 um 0,5 % unter denen von Februar 2019. Gegenüber dem Vormonat Januar 2020 stiegen sie leicht um 0,1 %. Während unter anderem Smartphones (-10,9 %) und Tablets (-10,1 %) billiger waren, wurden Maschinen zu 1,4 % sowie Mess-, Kontroll-, Navigations- und ähnliche Instrumente und Vorrichtungen zu 2,2 % höheren Preisen als im Februar 2019 importiert.

    Verbrauchsgüter waren im Vergleich zum Vorjahr 1,7 % teurer. Die Importpreise für Gebrauchsgüter stiegen um 0,7 %.

    Die Einfuhrpreise für landwirtschaftliche Güter lagen 8,1 % höher als im Februar 2019 (+1,4 % gegenüber dem Vormonat). Während insbesondere lebende Schweine (+62,5 %) deutlich teurer waren als vor einem Jahr, wurde vor allem Getreide (-5,0 %) zu niedrigeren Preisen importiert.

    Der Index der Ausfuhrpreise lag im Februar 2020 um 0,3 % über dem Stand von Februar 2019. Im Januar 2020 hatte die Jahresveränderungsrate bei +0,5 % und im Dezember 2019 bei +0,4 % gelegen. Gegenüber dem Vormonat Januar 2020 fielen die Ausfuhrpreise im Durchschnitt leicht um 0,1 %.

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  • In der Digitalbranche hat sich das Geschäftsklima unter dem Eindruck der Corona-Krise im März stark eingetrübt. Jedes dritte Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche (31 Prozent) verzeichnete im März einen Nachfragerückgang. Während 55 Prozent der Unternehmen negative Folgen der Corona-Krise feststellten, berichteten 43 Prozent davon, dass die Pandemie keine Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit habe.

    Corona-Krise drückt Stimmung in der Digitalbranche

    Bitkom, Pressemitteilung vom 30.03.2020

    • Jedes dritte Unternehmen der IT und Telekommunikation verzeichnet Nachfragerückgang
    • Präsident Berg: Krise ist Auftrag an Politik und Wirtschaft, die Digitalisierung mutiger und entschiedener voranzutreiben

    In der Digitalbranche hat sich das Geschäftsklima unter dem Eindruck der Corona-Krise im März stark eingetrübt. Jedes dritte Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche (31 Prozent) verzeichnete im März einen Nachfragerückgang. Während 55 Prozent der Unternehmen negative Folgen der Corona-Krise feststellten, berichteten 43 Prozent davon, dass die Pandemie keine Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit habe. Lediglich 3 Prozent bemerkten einen positiven Effekt. Von den negativen Folgen sind in der Digitalbranche vor allem Industrie und Handel betroffen. Das ist das Ergebnis der monatlichen Konjunkturumfrage von Bitkom und ifo Institut in der ITK-Branche.

    Der Bitkom-ifo-Digitalindex, der sich aus der Einschätzung von Geschäftslage und Geschäftserwartung berechnet, notiert aktuell nur noch bei 0,6 Punkten – nach 24,6 Punkten im Februar. Das ist der niedrigste Wert seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009. Eine Mehrheit der Unternehmen rechnet für die kommenden sechs Monate mit einer weiteren Verschlechterung der Geschäftslage, der Saldo der Erwartungen ging um 30,9 auf -18,4 Punkte zurück. Das ist der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2006.

    Die aktuelle Geschäftslage wird dagegen immer noch mehrheitlich positiv eingeschätzt, auch wenn sie mit 21,6 Punkten um 15,7 Punkte unter dem Februar-Wert liegt. „Die Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche beurteilen ihre konjunkturellen Perspektiven zwar besser als die die Wirtschaft insgesamt. Aber auch in den Auftragsbüchern der Bitkom-Unternehmen hat sich die Corona-Krise jetzt schon bemerkbar gemacht und sie drückt messbar auf die Stimmung“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Die Digitalbranche hält in Zeiten von Ausgangssperren, Kontaktverboten und Produktionsstopps die Reste des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens aufrecht. Sie ist einer der wenigen Stabilitätsanker, leidet aber auch selbst unter dem aktuellen Lockdown. Die Corona-Krise ist ein Auftrag an Politik und Wirtschaft, die Digitalisierung in allen Bereichen mutiger und entschiedener voranzutreiben.“

    In der Gesamtwirtschaft erlebte die Stimmung im März einen außerordentlichen Einbruch. Das ifo Geschäftsklima drehte ins Minus und stürzte auf -11,8 Punkte ab. Die Erwartungen trübten sich damit so stark ein wie niemals zuvor. Besonders stark von negativen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen sind Tourismusbranche (96 Prozent), Gastgewerbe (79 Prozent) und Industrie (68 Prozent).

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  • Die Kurzarbeit in der deutschen Industrie wird bald drastisch steigen. 25,6 Prozent aller Firmen erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit. Das ist der höchste Stand seit 2010. Vor drei Monaten waren es erst 15,3 Prozent. Das geht aus der neuesten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor.

    Kurzarbeit in der Industrie steigt drastisch

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 30.03.2020

    Die Kurzarbeit in der deutschen Industrie wird bald drastisch steigen. 25,6 Prozent aller Firmen erwarten in den kommenden drei Monaten Kurzarbeit. Das ist der höchste Stand seit 2010. Vor drei Monaten waren es erst 15,3 Prozent. Das geht aus der neuesten Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervor. Überdurchschnittlich betroffen sind die Schlüsselbranchen Automobile (41 Prozent), Maschinenbau (33 Prozent) und Elektro (32 Prozent).

    Kleinere Branchen, die auch stark von Kurzarbeit betroffen sein werden, sind die Metallerzeugung und -bearbeitung mit 49 Prozent, der sonstige Fahrzeugbau mit 43 Prozent, die Textilhersteller mit 41 Prozent, die Hersteller von Lederwaren und Schuhen mit 35 Prozent und die Hersteller von Metallerzeugnissen mit 27 Prozent.

    Einige Branchen erwarten in den kommenden drei Monaten kaum Kurzarbeit: In der Chemie-Industrie waren es nur 14 Prozent und in der Ernährungsindustrie sechs Prozent.

    „Das volle Ausmaß der Corona-Pandemie ist in all diesen Zahlen vermutlich noch nicht berücksichtigt, denn die meisten Antworten liefen ein bis Mitte März“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Konjunkturumfragen.

    Bereits Kurzarbeit eingeführt haben der ifo Umfrage zufolge 9,3 Prozent der Industriefirmen. 15 Prozent der Hersteller elektrischer Ausrüstungen waren davon betroffen. Im Maschinenbau waren es 14 Prozent, in der Automobilindustrie 11 Prozent. Kleinere Branchen waren die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie die Textilbranche mit 23 Prozent und Hersteller von Lederwaren und Schuhen mit 20 Prozent. Kein Thema war die Kurzarbeit bislang in der Chemie- bzw. der Ernährungsindustrie.

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  • Die Corona-Krise trifft kleine Unternehmen und Selbständige besonders stark. Liquiditätsschwierigkeiten und teilweise existenzielle Bedrohung der Betriebe sind die Folge. Der Staat hat nun Soforthilfen beschlossen, um Betroffene zu unterstützen. Wie diese aussehen und wer darauf Anspruch hat, erläutert der DIHK.

    Soforthilfen für kleine Unternehmen

    DIHK, Pressemitteilung vom 27.03.2020

    Die Corona-Krise trifft Solo-Selbständige, Kleinstunternehmer und Familienbetriebe mit voller Härte: Geschlossene Geschäfte, kaum Kunden, wegbrechende Aufträge – die Konsequenzen sind für viele Betriebe existenzbedrohend. Denn sie müssen trotz ausbleibender Einnahmen weiterhin laufende Ausgaben wie Miet- oder Pachtkosten stemmen. Auch Betriebskosten lassen die häufig niedrigen Rücklagen schnell schmelzen. Um das Ausmaß der wirtschaftlichen Beeinträchtigung zu begrenzen und Pleiten zu verhindern, sind schnelle finanzielle Hilfen notwendig. Der Bund beschließt daher aktuell Soforthilfen – neben weiteren Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der Liquidität in den Bereichen Arbeitskosten, Steuerpolitik und Finanzierung.

    Soforthilfen für Kleinunternehmen und Solo-Selbständige

    Das Programm der Bundesregierung für Kleinunternehmen setzt auf Zuschüsse – also explizit nicht Kredite, mit denen Betriebe Schulden aufbauen oder vergrößern würden. Sie werden je nach Größe des Unternehmens bemessen:

    • bis zu 9.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate bei bis zu fünf Vollzeit-Beschäftigten
    • bis zu 15.000 Euro für drei Monate bei bis zu zehn Vollzeit-Beschäftigten

    Das Programm hat ein Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro. Es umfasst alle Wirtschaftsbereiche und soll für Betroffene möglichst unbürokratisch zugänglich gemacht werden. Unternehmen müssen für die Beanspruchung nachweisen können, dass sie durch die Corona-Pandemie in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind oder sogar existenzbedroht sind.

    Um den bürokratischen Aufwand zu minimieren und die Dringlichkeit der Anträge angemessen schnell bearbeiten zu können, wird ein elektronisches Verfahren angestrebt. Wo die Soforthilfe beantragt werden kann, haben wir in unseren FAQs zusammengefasst.

    Finanzielle Unterstützung für die Wirtschaft auch auf Landesebene

    Viele Bundesländer stellen zur Aufstockung der Soforthilfe des Bundes eigene Hilfen zur Verfügung. In einigen Bundesländern können Unternehmen teilweise mit bis zu 250 Mitarbeitern bereits Soforthilfen beantragen, zum Beispiel in Bayern, Berlin, Brandenburg, Hessen. Auch andere Bundesländer arbeiten mit Hochdruck an finanziellen Unterstützungen der Wirtschaft.

    Weitere Maßnahmen

    Neben diesen Zuschüssen entlastet das Kurzarbeitergeld des Bundes die Unternehmen bereits rückwirkend zum 1. März. Die Maßnahme soll die Entlassung vieler Beschäftigten verhindern. Wie Unternehmen Kurzarbeit beantragen können, haben wir auf der DIHK-Webseite zusammengefasst.

    Für betroffene Betriebe sind darüber hinaus auf Antrag Steuerstundungen bis Ende 2020 möglich, wenn Liquiditätsprobleme durch die Krise begründet sind. Unternehmen, die bereits Steuervorauszahlungen getätigt haben, können zudem eine Herabsetzung und Erstattung dieser beantragen.

    Der Zugang zu Überbrückungskrediten soll ebenfalls erleichtert werden. Der zentrale Hebel ist hierbei eine öffentliche Risikoübernahme für Kredite von Kreditinstituten an ihre Unternehmenskunden bis zu einer Höhe von 90 Prozent. Der DIHK setzt sich für weitere Erleichterungen ein, um Bank- und Kreditprozesse zu beschleunigen und vor allem um mehr Unternehmen einen Zugang zu Überbrückungskrediten zu ermöglichen. Am aktuellen Rand stehen darüber hinaus aufsichtsrechtliche Fragen einer schnellen Auszahlung von Überbrückungskrediten noch im Weg. Dies betrifft zum Beispiel den Umfang von Risikoprüfungen, Laufzeiten der Kredite, Fragen der Sicherheitenstellung aus Betriebs- und/oder Privatvermögen und der Umgang mit Stundungen beziehungsweise Tilgungsaussetzungen sowie der (derzeit mangelnden) Kapitaldienstfähigkeit der Unternehmen.

    Die Soforthilfe und weitere Maßnahmen von Bundesregierung und Ländern setzen wichtige Zeichen. Allerdings läuft die Liquiditätsuhr für viele Betriebe schneller herunter als politische Entscheidungen und der Aufbau von Strukturen für die Hilfen hinterherkommen. Wichtig ist, dass Unternehmer jetzt schnell und unbürokratisch auf die Hilfen zugreifen können. Alle Beteiligten sollten sich darauf konzentrieren, die Liquidität in den Unternehmen jetzt unmittelbar zu verbessern.

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  • Die deutschen Unternehmen legen bei den Personalplanungen eine Vollbremsung hin. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im März deutlich gefallen auf 93,4 Punkte, von 98,0 Punkten im Februar.

    ifo Beschäftigungsbarometer im März 2020 deutlich abgestürzt

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 27.03.2020

    Die deutschen Unternehmen legen bei den Personalplanungen eine Vollbremsung hin. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im März deutlich gefallen auf 93,4 Punkte, von 98,0 Punkten im Februar. Das ist der größte Rückgang seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002. Es ist zudem der niedrigste Wert seit Januar 2010. Neueinstellungen werden gestoppt.

    Der Handel, die Dienstleister und der Bau verzeichnen neue Rekorde beim Rückgang des Barometers. Im Handel wird es verstärkt Entlassungen geben, bei den Dienstleistern ist diese Tendenz nur leicht vorhanden. Nur auf dem Bau gibt es keine Änderungen beim Personal. In der Industrie ist das Barometer nur wenig gefallen. Jedoch waren auch schon vorher Entlassungen vorgesehen. Das wird sich jetzt fortsetzen.

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  • Die Corona-Pandemie ist zu einer massiven Bedrohung für die deutsche Wirtschaft geworden. Neue Berechnungen des IW Köln zeigen, wie sehr das Wirtschaftswachstum unter der Krise leiden könnte.

    BIP um zehn Prozent geringer

    IW Köln, Pressemitteilung vom 26.03.2020

    Die Corona-Pandemie ist zu einer massiven Bedrohung für die deutsche Wirtschaft geworden. Neue Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigen, wie sehr das Wirtschaftswachstum unter der Krise leiden könnte.

    Fehlende Nachfrage, Lieferschwierigkeiten und Produktionsstopps: Das Coronavirus hat die deutsche Wirtschaft fest im Griff. Um die Auswirkungen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) abschätzen zu können, hat das Institut der deutschen Wirtschaft Berechnungen für zwei mögliche Szenarien durchgeführt. Im glimpflichen Fall gilt der aktuelle Lockdown bis Ende April. Doch auch danach dauert es noch einige Wochen, bis sich die Industrie wieder eingependelt hat. Immerhin müssen gestörte Lieferketten wiederaufgebaut werden und europäische Nachbarländer finden ebenfalls nur langsam den Weg zurück in die Normalität.

    Zwei mögliche Szenarien

    Unter diesen Annahmen wird das BIP dieses Jahres um rund fünf Prozent geringer ausfallen als ohne die Corona-Krise. Besonders die Industrie muss ein schwächeres Wachstum in Kauf nehmen – in dem beschriebenen Positivszenario beläuft sich ihr Minus auf rund zehn Prozent. Dauert der Lockdown allerdings bis Ende Juni, so wären die Folgen weitaus gravierender: In diesem Fall würde das BIP um zehn Prozent gegenüber einem normalen Jahresverlauf einbrechen. Die Industrie würde es mit einem Minus von 18 Prozent erneut stärker treffen. Bis zum Jahresende könnte die Krise in diesem Fall noch andauern.

    G20 müssen zusammenarbeiten

    Bisher hat die Bundesregierung ein umfangreiches Hilfspaket für die Wirtschaft geschnürt. Doch sind die Hilfen für die Unternehmen oftmals mit Schulden verbunden, die zukünftig Investitionen verhindern. Deshalb sollten auch nicht rückzahlbare Finanzhilfen zur Verfügung stehen. Außerdem ist nun internationale Zusammenarbeit gefragt. „Es gibt im Moment keine gemeinsame Lösung oder eine Außenhandelsstrategie“, sagt IW-Geschäftsführer Hubertus Bardt. „Die G20 müssen, wie bereits 2008, einen gemeinsamen Plan ausarbeiten. Nationale Alleingänge und Abschottung sind fehl am Platz.“

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  • Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich massiv verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im März von minus 1,1 auf minus 19,8 Punkte gefallen. Die Corona-Pandemie bremst den weltweiten Handel aus. Die länderübergreifende Logistik wird schwieriger. Deutschland als Exportnation ist besonders davon betroffen.

    ifo Exporterwartungen im März 2020 stürzen ab

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 26.03.2020

    Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich massiv verschlechtert. Die ifo Exporterwartungen der Industrie sind im März von minus 1,1 auf minus 19,8 Punkte gefallen. Dies ist der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Mai 2009. Die Corona-Pandemie bremst den weltweiten Handel aus. Die länderübergreifende Logistik wird schwieriger. Deutschland als Exportnation ist besonders davon betroffen.

    Die Exporterwartungen sind in nahezu allen Industriebranchen gesunken, teilweise deutlich. Besonders hart trifft es die Autoindustrie, welche mit deutlichen Rückgängen bei den Exporten rechnet. Auch im Maschinenbau ist der Ausblick düster. Gleiches gilt auch für die Hersteller von Textilien und Bekleidung. Ein vergleichsweise moderater Rückgang war bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen und in der Chemischen Industrie zu beobachten.

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  • Das Coronavirus (COVID-19) hat massive Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung in Deutschland. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung müssen starke Einbußen hinnehmen. Folglich prognostiziert GfK für April 2020 einen Wert von 2,7 Punkten und damit 5,6 Punkte weniger als im März dieses Jahres.

    Konsumklima durch Coronavirus schwer infiziert

    GfK, Pressemitteilung vom 26.03.2020

    Das Coronavirus (COVID-19) hat massive Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung in Deutschland. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung müssen starke Einbußen hinnehmen. Folglich prognostiziert GfK für April 2020 einen Wert von 2,7 Punkten und damit 5,6 Punkte weniger als im März dieses Jahres (revidiert 8,3 Punkte). Das sind Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für März 2020.Der starke Anstieg der Infektionen in Deutschland und die damit einhergehenden Maßnahmen bzw. Beschränkungen hat das Konsumklima aktuell einbrechen lassen. Der Wert von 2,7 Punkten ist der niedrigste Wert seit Mai 2009. Damals lag das Konsumklima während der Finanz- und Wirtschaftskrise bei 2,6 Punkten.

    „Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung ziehen wir unsere Konsumprognose von einem Prozent Wachstum für das Jahr 2020 zurück. Handel, Hersteller und Dienstleister müssen sich auf eine Rezession einstellen“ erklärt Rolf Bürkl, GfK-Konsumexperte. „Wie schwer diese ausfällt, wird letztlich davon abhängen, wann die Wirtschaft wieder in eine Art Normalität zurückfindet. Eine seriöse Konsumprognose kann sicherlich erst dann erfolgen, wenn absehbar ist, wie lange die Corona-Schutzmaßnahmen anhalten werden.“

    Neben Konjunktur- und Einkommenserwartung erleidet auch die Konsumneigung drastische Einbußen. Auf den Handel insgesamt werden schwere Zeiten zukommen. Dem Lebensmitteleinzelhandel hat das Coronavirus (COVID-19) Ende Februar jedoch noch einen Umsatzsprung von +14 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat beschert. Dieser Zuwachs ist vor allem auf Hamsterkäufe in der Kalenderwoche neun zurückzuführen, in der in einzelnen Kategorien ein Umsatzplus von bis zu 200 Prozent im Vergleich zur Vorjahreswoche zu verzeichnen war. „Dieser Trend wird auch im März und unter Umständen in den Folgemonaten anhalten. Die ‚Stilllegung‘ des öffentlichen Lebens führt neben Hamsterkäufen auch zu einer Verlagerung des außer-Haus-Konsums in die privaten Wohnungen und Häuser der Haushalte und lässt die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr steigen“ so Dr. Robert Kecskes, GfK-Handelsexperte. Mittel- und langfristig wird sich auch der Lebensmitteleinzelhandel auf die wirtschaftlich unsichere Lage der Konsumenten einstellen müssen. Kecskes fügt hinzu: „Es ist anzunehmen, dass nach der Corona-Krise ein erstarktes lokales Zusammengehörigkeitsgefühl entsteht. Auf der anderen Seite werden sehr viele Haushalte in prekäre Situationen geraten und auf öffentliche Hilfe angewiesen sein. Hierauf muss sich auch der Lebensmitteleinzelhandel vorbereiten.“

    Verbraucher befürchten Rezession

    Die Verbraucher sehen auf Deutschland wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten zukommen. Die Konjunkturerwartung büßt im März 20,4 Zähler ein und rutscht auf -19,2 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im August 2012 mit -20,0 Punkten gemessen. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus gut 27 Zähler.

    Als Folge der starken Ausbreitung des Virus und den damit einhergehenden Beschränkungen hat die deutsche Wirtschaft innerhalb kürzester Zeit eine Vollbremsung vollzogen. Stillgelegte Produktion und geschlossene Geschäfte bzw. Gastronomie haben die Wirtschaftstätigkeit in vielen Bereichen fast zum Stillstand gebracht. Drohende Kurzarbeit in beträchtlichem Umfang sowie steigende Arbeitslosenzahlen schlagen inzwischen voll auf die Konsumstimmung durch. Die Angst vor Jobverlust ist innerhalb kürzester Zeit stark gestiegen.

    Einkommenserwartung im Sog einbrechender Konjunkturaussichten

    Einbrechende Konjunkturaussichten führen auch zu starken Einbußen bei der Einkommenserwartung. Der Indikator verliert 13,4 Zähler und steht nun bei 27,8 Punkten. Dies ist der niedrigste Wert seit genau sieben Jahren. Im März 2013 wurden 27,5 Punkte gemessen. Im Vorjahresvergleich steht momentan ein Minus von knapp 28 Zählern zu Buche.

    Die zunehmende Verunsicherung durch eine instabiler werdende Beschäftigungslage mit steigenden Zahlen bei Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit sorgt für den wachsenden Einkommenspessimismus. Zwar liegt der Indikator mit knapp 28 Zählern noch deutlich über seinem langjährigen Durchschnittswert von null Punkten, es ist aber zu befürchten, dass dieses Niveau in den kommenden Monaten nicht aufrechterhalten werden kann.

    Konsumneigung bricht ebenfalls ein

    Ebenso wie Konjunktur- und Einkommenserwartung erleidet auch die Konsumneigung drastische Einbußen. Der Indikator Anschaffungsneigung verliert 22,2 Zähler und rutscht damit auf 31,4 Punkte. Ein niedrigerer Wert wurde zuletzt im Juni 2013 mit 31,1 Punkten gemessen. Auch der Rückgang von gut 22 Punkten innerhalb eines Monats kann als historisch bezeichnet werden. Man muss in der Geschichte dieses Indikators schon sehr weit zurückgehen, um eine vergleichbare Entwicklung zu erkennen. Vor mehr als 13 Jahren – im Januar 2007 – wurde im Zuge der Mehrwertsteuererhöhung sogar ein (deutlich) höherer Rückgang gemessen (-60,5 Zähler).

    Angesichts zu erwartender Einkommenseinbußen kann man einen noch deutlich über dem langjährigen Durschnitt von null Punkten liegenden Wert als kleinen Lichtblick im ansonsten düsteren Umfeld werten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Befragung im Zeitraum vom 4. bis 16. März stattfand und damit ein Großteil der Befragten noch keine Kenntnis von Geschäftsschließungen und Produktionsstopps hatte. Zusätzlich belastend für das Konsumklima war darüber hinaus ein spürbarer Anstieg der Sparneigung.

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  • Am 25.03.2020 hat der Bundestag die Soforthilfen für kleine Unternehmen, Soloselbständige und Freiberufler sowie den Wirtschaftsstabilisierungsfonds final verabschiedet. Am Freitag, den 27.03.2020, wird der Bundesrat über das Hilfspaket entscheiden.

    Bundestag beschließt Soforthilfen für kleine Unternehmen

    BMWi, Pressemitteilung vom 25.03.2020

    Altmaier: „Wirtschaftliche Substanz unseres Landes erhalten. Jetzt zählt Geschwindigkeit und Geschlossenheit!“

    Am 25.03.2020 hat der Bundestag die Soforthilfen für kleine Unternehmen, Soloselbständige und Freiberufler sowie den Wirtschaftsstabilisierungsfonds final verabschiedet. Am Freitag, den 27.03.2020, wird der Bundesrat über das Hilfspaket entscheiden. Auch der für die Programme notwendige Nachtragshaushalt soll in dieser Woche final vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden. Mit Verabschiedung des Nachtragshaushalts in dieser Woche stehen die Gelder für die Soforthilfen für kleine Unternehmen den Ländern zur Verfügung.

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hierzu: „Der Bundestag hat heute erneut bewiesen, wie schnell er wichtige Gesetze verabschieden kann, wenn es wirklich drauf ankommt. Es geht jetzt darum, die wirtschaftliche Existenz gerade von Soloselbständigen und Kleinstunternehmern abzusichern und alles zu tun, damit unsere Unternehmen möglichst gut durch die Krise kommen. Es geht darum, die wirtschaftliche Substanz unseres Landes zu erhalten. Jetzt zählt Geschwindigkeit und Geschlossenheit.“

    Parallel zu den Beratungen im parlamentarischen Verfahren arbeitet das Bundeswirtschaftsministerium mit Hochdruck zusammen mit den Ländern an der Finalisierung einer Verwaltungsvereinbarung zur schnellen und unbürokratischen Umsetzung der Soforthilfen für kleine Unternehmen durch die Länder. Die Soforthilfen werden über die Länder abgewickelt, beispielsweise über die Landesförderbanken (z. B. in Niedersachsen über niedersächsische Landesförderbank NBank).

    Kernpunkte der Soforthilfen für kleine Unternehmen:

    Finanzielle Soforthilfen (Zuschüsse) für kleine Unternehmen gelten für alle Wirtschaftsbereiche sowie Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe bis zu 10 Beschäftigten. Das Programmvolumen umfasst bis zu 50 Milliarden Euro. Im Einzelnen ist vorgesehen:

    • bis 9.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 5 Beschäftigten,
    • bis 15.000 Euro Einmalzahlung für 3 Monate bei bis zu 10 Beschäftigten.

    Mit den Zuschüssen soll die wirtschaftliche Existenz der Antragsteller gesichert werden, indem mit den Soforthilfen laufende Betriebskosten, wie Mieten, Kredite für Betriebsmittel, Leasingraten etc. beglichen werden können. Die Einmalzahlungen müssen nicht zurückgezahlt werden. Die im Kabinett beschlossenen Eckpunkte über die Soforthilfen für kleine Unternehmen finden Sie auf der Website des BMWi.

    Weitergehende Liquiditätshilfen für Unternehmen

    Neben den Soforthilfen für kleine Unternehmen stehen umfassende Kreditprogramme für Unternehmen zur Verfügung. Das neue KfW Sonderprogramm 2020 ist am 23.03.2020 gestartet. Anträge sind ab sofort möglich. Zahlreiche Unternehmen machen hiervon aktuell bereits Gebrauch. Bei der KfW sind bereits Kreditanträge über mehr als drei Milliarden Euro eingegangen ( www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-2.html ).

    Das KfW Programm 2020 steht sowohl kleinen, mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen zur Verfügung. Die Kreditbedingungen wurden nochmals verbessert. Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Millionen Euro schaffen weitere Erleichterung für die Wirtschaft.

    Mit einer höheren Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90 Prozent bei Betriebsmitteln und Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen schöpfen wir die nach EU-Recht zulässige Risikoübernahme bis zum Maximalbetrag aus. Das erleichtert Banken und Sparkassen die Kreditvergabe und erhöht für Unternehmen das Kreditangebot am Markt.

    Ein Faktenblatt finden Sie auf der Website des BMWi. Weitere Informationen und Ansprechpartner finden Sie auf der Website der KfW: www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html .

    Neben Krediten steht auch das Instrument der Bürgschaften über die Bürgschaftsbanken zur Verfügung. Bürgschaftsbanken dürfen „Expressbürgschaften“ bis zu einem Betrag von 250.000 Euro eigenständig und innerhalb von 3 Tagen treffen, ohne Beteiligung der Länder. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf den Webseiten der Bürgschaftsbanken.

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  • Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich außerordentlich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 86,1 Punkte eingebrochen, nach 96,0 Punkten im Februar.

    ifo Geschäftsklimaindex bricht im März 2020 ein

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 25.03.2020

    Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hat sich außerordentlich verschlechtert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im März auf 86,1 Punkte eingebrochen, nach 96,0 Punkten im Februar. Dies ist der stärkste jemals gemessene Rückgang im wiedervereinigten Deutschland und der niedrigste Wert seit Juli 2009. Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen verdüsterten sich wie nie zuvor. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage sind deutlich gefallen. Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock.

    Der Geschäftsklimaindex ist im Vergleich zur vorläufigen Veröffentlichung vom 19.3., als er bei 87,7 Punkten lag, nochmals um 1,6 Punkte gesunken. Die Lagebeurteilungen sanken seitdem um 0,8 Punkte, die Erwartungen um 2,3 Punkte.

    Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Index auf den niedrigsten Stand seit August 2009 gefallen. Einen stärkeren Rückgang gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. Der Rückgang der Erwartungen ist mit Blick auf 70 Jahre Umfragen in der Industrie historisch einmalig. Der Indikator der aktuellen Lage sank weniger stark. In allen Industriezweigen ist der Index gefallen, teilweise recht deutlich. Viele Unternehmen haben Produktionskürzungen angekündigt.

    Im Dienstleistungssektor ist der Geschäftsklimaindikator so stark gefallen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005. Dies gilt sowohl für die Einschätzung der Geschäftslage als auch für die Erwartungen.

    Im Handel ist der Geschäftsklimaindikator eingebrochen. Die Erwartungen stürzten auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Auch die aktuelle Lage schätzten die Unternehmen merklich weniger gut ein. Groß- und Einzelhandel sind gleichermaßen stark negativ getroffen. Positive Ausnahmen sind Lebensmittel- und Drogeriemärkte.

    Im Bauhauptgewerbe ist der Index vergleichsweise moderat gesunken. Die Bauunternehmen sind gegenwärtig mit ihrer aktuellen Lage noch sehr zufrieden. Der Ausblick hat sich jedoch deutlich verschlechtert.

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  • Die Präsenzkultur weicht dem „Social Distancing“ in vielen deutschen Unternehmen. Die Corona-Krise zeigt, wie gut Homeoffice in Deutschland funktionieren kann, aber auch wo es lt. ZEW Nachholbedarf geben könnte.

    Welche Jobs ungenutztes Homeoffice-Potenzial in Deutschland haben

    ZEW, Pressemitteilung vom 25.03.2020

    Die Präsenzkultur weicht dem „Social Distancing“ in vielen deutschen Unternehmen. Die Corona-Krise zeigt, wie gut Homeoffice in Deutschland funktionieren kann, aber auch wo es Nachholbedarf geben könnte. Bisher wurde in fast allen Unternehmen der Privatwirtschaft das Potenzial für Beschäftigte, im Homeoffice zu arbeiten, noch nicht voll genutzt. Insbesondere in administrativen Berufen, IT und Naturwissenschaft, aber auch im Handel schlummerte noch Potenzial. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Kurzexpertise des ZEW Mannheim gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

    Die Auswertung beruht auf Daten des Linked Personnel Panels, das ausschließlich Betriebe der Privatwirtschaft mit mindestens 50 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten umfasst. Die Wissenschaftler/innen zeigen in ihrer Kurzexpertise auf, welche Jobs das Potenzial haben, von zu Hause aus erledigt werden zu können, wenn die noch vorhandenen technologischen Hürden beseitigt würden.

    Vor der Corona-Krise haben immer mehr Berufstätige im Homeoffice gearbeitet. Je nach Berufssegment variierte die Homeoffice Nutzung jedoch stark und das Potenzial war nicht ausgeschöpft, wie die Kurzexpertise zeigt: In allen untersuchten Berufssegmenten könnten mehr Personen mobil arbeiten – vorausgesetzt die Tätigkeit eignet sich dafür und technologische Hürden werden beseitigt. Vor allem in Berufssegmenten, in denen der Anteil der bisher schon von zu Hause aus Arbeitenden recht hoch ist, wie in IT, Naturwissenschaften sowie im Handel, könnten Berufstätige noch stärker als bisher mobil arbeiten. Dies gilt insbesondere auch in klassischen Büro-Jobs in denen bis zu 30 Prozent der Beschäftigten zusätzlich im Homeoffice arbeiten könnten.

    Die Wissenschaftler/innen verdeutlichen zudem, dass das Niveau der Tätigkeit eine zentrale Rolle für die Ausübung des Berufs im Homeoffice spielt. Die Mehrheit der Beschäftigten in den untersuchten Betrieben arbeitet in Jobs mit fachlichen Tätigkeiten, 23 Prozent der Beschäftigten zumindest gelegentlich von zu Hause aus. Der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mit Spezialisten- oder Experten-Tätigkeiten, die von Zuhause aus arbeiten, liegt mit 61 Prozent mehr als doppelt so hoch.

    Homeoffice-Möglichkeiten von der Tätigkeitsstruktur abhängig

    Auch der Umfang sowie die Struktur der Tätigkeiten in den verschiedenen Berufssegmenten legt das ungenutzte Potenzial, von Zuhause aus zu arbeiten, offen. Denn je mehr Zeit ein Beschäftigter mit Homeoffice-nahen Tätigkeiten, wie der Kommunikation oder Arbeit am Computer verbringt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Person von zu Hause arbeiten kann. Umgekehrt geht ein höherer Anteil der Arbeit an Maschinen und Geräten mit einer geringeren Homeoffice-Wahrscheinlichkeit einher. „Ein geringes Potenzial für Homeoffice haben also solche Berufstätige, die in hohem Maße an Maschinen und Anlagen arbeiten. Dies betrifft maßgeblich Berufe aus den Bereichen Bau, Ausbau und Fertigung, die bei der Erledigung ihrer Arbeit überwiegend auf die Bedienung von Maschinen und Anlagen angewiesen sind“, erklärt Dr. Susanne Steffes, Wissenschaftlerin am ZEW. Demgegenüber weisen Berufe in unternehmensbezogenen Dienstleistungen, der Unternehmensführung und der Unternehmensorganisation sowie dem Handel vergleichsweise hohe Anteile Homeoffice-naher Tätigkeiten auf.

    „In Deutschland gibt es noch viel ungenutztes Potential an Homeoffice-Möglichkeiten, welches in den kommenden Wochen sicher stärker genutzt werden wird. Diese Möglichkeiten sind jedoch sehr von der Tätigkeitsstruktur der Arbeitsplätze abhängig. Wo viel mit Maschinen und Anlagen gearbeitet wird, bleiben die Hürden relativ hoch“, führt Dr. Susanne Steffes aus. Dr. Stefanie Wolter vom IAB ergänzt: „Das zeigt auch die aktuelle Entwicklung. Maßnahmen wie die Schließung von Produktionswerken aufgrund der Corona-Pandemie können auch einen Effekt auf die Arbeitsplätze in der Administration haben, die potenziell nach Hause verlagert werden könnten. Nichtsdestotrotz würde ein Abbau der technologischen Hürden, wie die Ausstattung mit Hard- und Software und die Sicherstellung von ausreichend Breitbandnutzung, dazu beitragen, die deutsche Wirtschaft weitgehend am Laufen zu halten.“

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  • Laut BMWi ist als eines der ersten Bundesländer Niedersachsen mit landeseigenen Corona-Hilfsprogrammen am Start. Sobald der Landtag am 25.03.2020 grünes Licht gegeben hat, können Liquiditätskredite und -zuschüsse bei der niedersächsischen Förderbank (NBank) online beantragt werden. Eine Hausbank ist dafür nicht notwendig.

    Corona-Hilfen für niedersächsische Unternehmen stehen bereit – Bund und Länder arbeiten eng zusammen

    BMWi/MW Nds., Pressemitteilung vom 24.03.2020

    Als eines der ersten Bundesländer ist Niedersachsen mit landeseigenen Corona-Hilfsprogrammen am Start. Sobald der Landtag am 25.03.2020 grünes Licht für den Nachtragshaushalt in Höhe von 1,4 Milliarden Euro und die Aufstockung des Kreditrahmens von 2 auf 3 Milliarden Euro gegeben hat, können Liquiditätskredite und -zuschüsse bei der niedersächsischen Förderbank (NBank) online beantragt werden. Eine Hausbank ist dafür nicht notwendig.

    Daneben arbeiten das Bundeswirtschaftsministerium und das niedersächsische Wirtschaftsministerium im engen Austausch mit allen anderen Bundesländern an einer schnellen Umsetzung der Bundes-Soforthilfen für kleine Unternehmen, die gestern vom Bund verkündet wurden. Die niedersächsische Landesförderbank (NBank) wird künftig auch der Ansprechpartner in Niedersachsen sein für die Bundes-Soforthilfen.

    Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann hat aufs Tempo gedrückt. Unter Hochdruck wurden in den vergangenen Tagen im Wirtschaftsministerium die Förderrichtlinien erstellt: „Wir wollen dort helfen, wo Bedarf besteht und ergänzen die Soforthilfen des Bundes, damit möglichst kein Unternehmen allein aufgrund der Corona-Krise verloren geht. Dabei kommt es auf schnelle und unkomplizierte Unterstützung in existentiellen Notsituationen an. Nachjustieren können wir später. Auch an der Umsetzung der Bundes-Soforthilfen arbeiten wir im Austausch mit allen Ländern mit Hochdruck.“

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Ich begrüße, dass Niedersachsen seine Unternehmen in dieser Krise so schnell und umfassend unterstützt. Bund und Länder arbeiten eng zusammen. Alle 16 Länder und der Bund stimmen sich eng ab, damit Soforthilfen für kleine Unternehmen schnell und unbürokratisch bei den Unternehmen ankommen – sowohl aus den Länderprogrammen wie auch aus den Programmen des Bundes. Wir werden diese Krise nur gemeinsam bewältigen. Wir müssen gemeinsam alles tun, um Unternehmen und Arbeitsplätze als wirtschaftliche Substanz unseres Landes zu erhalten. All diese Unternehmen und ihre Beschäftigten brauchen wir, wenn wir das wirtschaftliche Leben wieder hochfahren können. Dann wollen wir wieder kraftvoll losstarten können.

    Nähere Informationen zum Sofort-Hilfe Programm Niedersachsen:

    Das Zuschussprogramm „Liquiditätssicherung für kleine Unternehmen“ richtet sich an gewerbliche Unternehmen und Angehörige freier Berufe in Betrieben mit bis zu 49 Beschäftigten. Mit der Förderung soll Unternehmen, freiberuflich Tätigen, Soloselbständigen (auch Künstler und Kulturschaffende) geholfen werden, die sich aufgrund der Coronavirus-Krise in einer existentiellen Notlage befinden. Die Zuschüsse sind gestaffelt: bis 5 Beschäftigte: 3.000 Euro, bis 10 Beschäftigte: 5.000 Euro, bis 30 Beschäftigte: 10.000 Euro, bis 49 Beschäftigte: 20.000 Euro. Für dieses Programm sind vorläufig 100 Millionen Euro vorgesehen.

    Diese Hilfen stehen auch Start-ups zur Verfügung, wenn diese jünger als 5 Jahre sind. Das gilt auch wenn diese vor Ausbruch der Corona-Krise noch keine schwarzen Zahlen geschrieben haben. Voraussetzung ist im Kern ein tragfähiges Geschäftsmodell und eine positive Einschätzung der weiteren Unternehmensentwicklung. Für den speziellen Bedarf der Start-ups sind 5 Millionen Euro reserviert.

    Der Bund plant für Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten und Soloselbständige ebenfalls ein Zuschussprogramm, das eine Einmalzahlung von bis 9.000 Euro für drei Monate bei Unternehmen mit bis zu 5 Beschäftigten und eine Einmalzahlung von bis 15.000 Euro für drei Monate für Unternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten vorsieht.

    Das Kreditprogramm Liquiditätshilfe, über welches kurzfristig Kredite von bis zu 50.000 Euro pro Fall vergeben werden können, richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen. Eine Sicherheit muss nicht erbracht werden. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell haben und Perspektiven aufweisen, jedoch zum Beispiel auf Grund von temporären Umsatzrückgängen im Zuge der Corona-Krise einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufweisen, zu unterstützen.

    Althusmann rief alle von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffenen Unternehmen auf, immer auch zu prüfen, ob Kurzarbeit möglich ist: „Dadurch lassen sich ganz kurzfristig die Personalkosten senken und die Mannschaft ist sofort an Bord sobald die Krise vorüber ist.“

    Liquiditätshilfe gibt es auch über Bürgschaften der Niedersächsischen Bürgschaftsbank:

    Die NBB verbürgt Hausbankkredite für nahezu alle Branchen bis zu einer Größenordnung von 2,5 Mio. Euro, davon bis zu 240.000 Euro im Expressverfahren innerhalb weniger Tage. Für diese Bürgschaften sind die Hausbanken der erste Ansprechpartner.

    Nähere Informationen zu den Bundes-Soforthilfen für kleine Unternehmen, Soloselbständige und Freie Berufe finden Sie auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums auf der Homepage des BMWi .

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  • Der Containerumschlag-Index des RWI und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im Februar um 10,9 Punkte abgestürzt. Das ist der stärkste jemals beobachtete monatliche Rückgang.

    RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Absturz im Februar 2020

    RWI, Pressemitteilung vom 24.03.2020

    Der Containerumschlag-Index des RWI und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist nach der aktuellen Schnellschätzung im Februar um 10,9 Punkte abgestürzt. Das ist der stärkste jemals beobachtete monatliche Rückgang. Treibende Kraft der Entwicklung waren die chinesischen Häfen.

    Die wichtigsten Ergebnisse:

    • Der Containerumschlag-Index des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) ist saisonbereinigt im Februar um 10,9 Punkte auf 102,5 gesunken.
    • Zugleich wurde der Index für Januar wie erwartet nach unten revidiert, um 2,2 Punkte auf 113,4.
    • Treibende Kraft des Rückgangs waren die chinesischen Häfen, aber auch die Häfen an der Westküste der USA schlugen deutlich weniger Container um.
    • In den USA wirkt der Handelskonflikt mit China belastend, während die Folgen der COVID-19-Pandemie hier bislang gering waren. Diese dürften sich erst im März zeigen.
    • In China dürfte das Minus vor allem fehlende Verladekapazitäten widerspiegeln, weil viele Arbeitskräfte nach dem Chinesischen Neujahrsfest aufgrund von Quarantäne-Maßnahmen verspätet in die Häfen zurückkehrten. Die aufgrund der COVID-19-Epidemie gesunkene Industrieproduktion und die deshalb sinkenden Ein- und Ausfuhren dürften sich erst im März voll bemerkbar machen.
    • Die aktuelle Schnellschätzung stützt sich auf Angaben von 44 Häfen, die rund 65 Prozent des im Index abgebildeten Umschlags tätigen.
    • Der RWI/ISL Containerumschlag-Index für März 2020 wird am 30. April 2020 veröffentlicht.

    Zur Entwicklung des Index sagt RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn: „Der Februar brachte einen noch nie da gewesenen Absturz des Containerumschlags. Für den März sind weitere Rückgänge zu erwarten.“

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  • Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten loten weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in der Corona-Krise aus.

    EU lotet weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft aus

    EU-Kommission, Pressemitteilung vom 24.03.2020

    Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten loten weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in der Corona-Krise aus. Der für Wirtschaft zuständige Exekutiv-Vizepräsident der Kommission, Valdis Dombrovskis, betonte am 23.03.2020 nach einer Videokonferenz mit den EU-Finanzministern, dass auf Basis des Artikels 122.2 im EU-Vertrag Mitgliedstaaten unterstützt werden können, die von Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Ereignissen betroffen sind. Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni sagte gegenüber der Financial Times, dass weitere Schritte in Vorbereitung seien. Eine Möglichkeit wäre, dass der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM einigen Mitgliedstaaten vorsorgliche Kreditlinien gewährt. Die EU-Staats- und Regierungschefs werden bei ihrem Gipfel per Videoschalte am 26.03.2020 verschiedene Szenarien diskutieren.

    Unterdessen haben die EU-Finanzminister am 23.03.2020 – wie von der Kommission vorgeschlagen – grünes Licht für eine Lockerung der Regeln für die Haushaltsdisziplin in der EU gegeben. Die Bedingungen für die Aktivierung der sog. Ausweichklausel seien erfüllt, da die EU mit einem starken Wirtschaftsabschwung konfrontiert ist, stellte Dombrovskis in einer Videobotschaft fest. Die Mitgliedstaaten hätten nun die notwendige haushaltspolitische Flexibilität, um weitreichende Maßnahmen zu ergreifen.

    Dombrovskis nahm auch zur Zukunft des Europäischen Semesters Stellung, das die wirtschaftliche Koordinierung in der EU sicherstellt: Es bleibe hochrelevant, da es einer koordinierten wirtschaftspolitischen Antwort auf die Coronakrise bedürfe, unterstrich er. Aber es müsse Anpassungen geben, beispielsweise sollen die Berichtspflichten entschärft werden. Die Maßnahmen im Rahmen des Europäischen Semesters sollen sich auf die Belebung der Wirtschaft konzentrieren.

    Am 24.03.2020 beraten die Euro-Finanzminister ab 18.30 Uhr unter Vorsitz von Euro-Guppen-Präsident Mario Centeno über die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise und Maßnahmen, um diese abzufedern.

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  • Das Coronavirus wird Deutschlands Wirtschaft Hunderte von Milliarden Euro Produktionsausfälle bescheren, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten. Das haben aktuelle Berechnungen des ifo Instituts ergeben.

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 23.03.2020

    Das Coronavirus wird Deutschlands Wirtschaft Hunderte von Milliarden Euro Produktionsausfälle bescheren, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schießen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten. Das haben aktuelle Berechnungen des ifo Instituts ergeben. “Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist”, sagt ifo-Präsident Clemens Fuest. “Je nach Szenario schrumpft die Wirtschaft um 7,2 bis 20,6 Prozentpunkte. Das entspricht Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro.”

    “Es lohnt sich daher, quasi jeden denkbaren Betrag für gesundheitspolitische Maßnahmen einzusetzen. Ziel muss es sein, die Teilschließung der Wirtschaft zu verkürzen, ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen”, sagt Fuest. “Strategien sind erforderlich, die es erlauben, eine Wiederaufnahme der Produktion mit einer weiteren Eindämmung der Epidemie zu verbinden.”

    “Wenn die Wirtschaft zwei Monate lang teilweise stillsteht, entstehen Kosten je nach Szenario zwischen 255 und 495 Milliarden Euro. Die Wirtschaftsleistung schrumpft dann im Jahr um 7,2 bis 11,2 Prozentpunkte”, sagt Fuest. Unterstellt ist dabei im besten Szenario, dass die Wirtschaftsleistung für zwei Monate auf 59,6 Prozent zurückgeht, sich im dritten Monat wieder auf 79,8 Prozent erholt und schließlich im vierten Monat wieder 100 Prozent erreicht. “Bei drei Monaten Teilschließung erreichen die Kosten bereits 354 bis 729 Milliarden Euro, das sind 10,0 bis 20,6 Prozentpunkte Wachstumsverlust”, sagt Fuest.

    Eine einzige Woche Verlängerung der Teilschließung verursacht den ifo-Berechnungen zufolge zusätzliche Kosten von 25 bis 57 Milliarden Euro und damit einen Rückgang des Wachstums um 0,7 bis 1,6 Prozentpunkte. Eine Verlängerung von einem auf zwei Monate erhöht die Kosten bis zu 230 Milliarden Euro oder 6,5 Prozentpunkte Wachstum.

    “Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen. Diese stellen die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten”, sagt Fuest. In den vom ifo betrachteten Szenarien könnten bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (oder 1,4 Millionen Vollzeitjobs) abgebaut werden und mehr als sechs Millionen Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen sein.

    Ohne Berücksichtigung der umfangreichen geplanten Bürgschaften und Kredite sowie eventueller europäischer Rettungsschirme werden die öffentlichen Haushalte um bis zu 200 Milliarden Euro belastet. “Für eine gesamtwirtschaftliche Stabilisierung sind die Mindereinnahmen bei den Steuern und Mehrausgaben insbesondere für Transfers aber erwünscht und notwendig”, sagt Fuest.

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  • Am 23.03.2020 geht das neue KfW-Sonderprogramm 2020 an den Start. Die Mittel sind unbegrenzt. Es steht sowohl kleinen, mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen zur Verfügung. Die Kreditbedingungen wurden nochmals verbessert. Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Mio. Euro schaffen weitere Erleichterung für die Wirtschaft. Eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90 Prozent bei Betriebsmitteln und Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen erleichtern Banken und Sparkassen die Kreditvergabe.

    Corona-Krise: Zusätzliches KfW-Sonderprogramm 2020 für die Wirtschaft startet ab 23.03.2020

    BMWi/KfW, Pressemitteilung vom 23.03.2020

    Am 23.03.2020 geht das neue KfW-Sonderprogramm 2020 an den Start. Die Mittel für das KfW Sonderprogramm sind unbegrenzt. Es steht sowohl kleinen, mittelständischen Unternehmen als auch Großunternehmen zur Verfügung. Die Kreditbedingungen wurden nochmals verbessert. Niedrigere Zinssätze und eine vereinfachte Risikoprüfung der KfW bei Krediten bis zu 3 Mio. Euro schaffen weitere Erleichterung für die Wirtschaft. Eine höhere Haftungsfreistellung durch die KfW von bis zu 90 Prozent bei Betriebsmitteln und Investitionen von kleinen und mittleren Unternehmen erleichtern Banken und Sparkassen die Kreditvergabe. Die verbesserten Bedingungen werden durch das Temporary Framework der Europäischen Kommission zum Beihilferecht ermöglicht, das am 19.03.2020 in Kraft getreten ist.

    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Es kommt jetzt darauf an, den Unternehmen schnell und unbürokratisch zu helfen. Eine wichtige Säule ist der Zugang zu Liquidität. Die verbesserten Förderbedingungen im KfW-Sonderprogramm 2020 sind hier eine wichtige Stütze für die Wirtschaft. Anträge werden schnell und unbürokratisch abgewickelt. Die Auszahlung erfolgt schnellstmöglich, denn wir wissen, dass für viele Unternehmen jede Woche zählt.“

    Bundesfinanzminister Olaf Scholz: „Wir schützen unser Land, die Beschäftigten und die Unternehmen mit einem beispiellosen Hilfsprogramm. Zusammen mit der KfW sorgen wir dafür, dass die Unternehmen auch in der Krise liquide bleiben. Dafür setzen wir auch die große Finanzkraft unseres Staates ein. Die Bundesregierung wird die nötigen Garantievolumina für die KfW zur Verfügung stellen.“

    KfW-Vorstandsvorsitzender Dr. Günther Bräunig: „Die Banken und die KfW haben sich intensiv auf den heutigen Tag vorbereitet. Noch nie haben wir ein Programm so schnell startklar bekommen. Der Bund übernimmt fast vollständig die Haftung und die Kreditmargen sind extrem niedrig.“

    Das KfW-Sonderprogramm 2020 wird über die Programme KfW-Unternehmerkredit (037/047) und ERP-Gründerkredit – Universell (073/074/075/076) umgesetzt, deren Förderbedingungen modifiziert und erheblich erweitert werden. Daneben ermöglicht das Sonderprogramm „Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung“ (855) große Konsortialfinanzierungen unter Risikobeteiligung der KfW.

    Die Programme stehen Unternehmen zur Verfügung, die wegen der Corona-Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Konkret heißt dies, dass alle Unternehmen, die zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren, einen Kredit beantragen können. Es können Investitionen und Betriebsmittel finanziert werden.

    Anträge können ab 23.03.2020 über die Hausbank gestellt werden. Auszahlungen erfolgen schnellstmöglich. Eine einfache und unbürokratische Antragsbearbeitung wird sichergestellt.

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  • Die Corona-Pandemie und die notwendigen Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung treffen die Betriebe in Deutschland. Produktionen fahren zurück, Aufträge und Kunden bleiben weg und Betriebe müssen vorübergehend geschlossen werden. Unternehmen stehen deshalb vor der großen Herausforderung, wie sie ihre Beschäftigten halten können. Das Instrument des Kurzarbeitergeldes hatte sich in der Finanzkrise 2008/2009 als wesentliche Stütze für Beschäftigung erwiesen und auch jetzt kommt ihm eine Schlüsselrolle zu. Der DIHK gibt einen Überblick.

    Kurzarbeitergeld – eine Brücke für Beschäftigung in der Krise

    DIHK, Mitteilung vom 19.03.2020

    Die Corona-Pandemie und die notwendigen Maßnahmen zur Verlangsamung der Ausbreitung treffen die Betriebe in Deutschland. Produktionen fahren zurück, Aufträge und Kunden bleiben weg und Betriebe müssen vorübergehend geschlossen werden. Unternehmen stehen deshalb vor der großen Herausforderung, wie sie ihre Beschäftigten halten können. Das Instrument des Kurzarbeitergeldes hatte sich in der Finanzkrise 2008/2009 als wesentliche Stütze für Beschäftigung erwiesen und auch jetzt kommt ihm eine Schlüsselrolle zu.

    Was ist Kurzarbeitergeld?

    Mit dem Kurzarbeitergeld können Betriebe Arbeits- und Entgeltausfall teilweise ausgleichen. Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt den ausfallenden Lohn zu 60 Prozent bzw. zu 67 Prozent, wenn mindestens ein Kind im Haushalt wohnt. Arbeitsausfälle müssen dazu konjunkturelle Ursachen haben, aber auch die derzeitige Pandemie gilt als Ursache. Der Betrieb muss normalerweise zuvor alles Mögliche tun, um die Kurzarbeit zu vermeiden – hierzu zählen u. a. die Gewährung von Urlaub und das Abbauen von Überstunden bzw. der Aufbau negativer Arbeitszeitsalden, sofern diese im Betrieb zulässig sind. Zum Erhalt des Kurzarbeitergeldes ist es nötig, dass der Arbeitsausfall zunächst bei der zuständigen Arbeitsagentur angezeigt wird und dort auch das Kurzarbeitergeld beantragt wird. Ob die Voraussetzungen für die Gewährung des Kurzarbeitergeldes vorliegen, entscheidet die Agentur im Anschluss. Informationen der BA zum Verfahren finden sich auf ihrer Website.

    Erleichterter Bezug

    Als Reaktion auf die aktuelle Entwicklung hat die Bundesregierung in einem Eilverfahren Sonderregelungen und Erleichterungen zum Kurzarbeitergeldbezug beschlossen. Die wichtigsten Neuerungen:

    • Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht bereits dann, wenn zehn Prozent der Beschäftigten von einem Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent betroffen sind. Üblicherweise muss es ein Drittel der Beschäftigten sein.
    • Die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge für die ausgefallenen Arbeitsstunden trägt normalerweise der Arbeitgeber allein. Diese werden nun sofort zu 100 Prozent von der Bundesagentur für Arbeit erstattet.
    • Kurzarbeitergeld wird jetzt auch für Beschäftigte in der Zeitarbeit ermöglicht, diese waren zuvor ausgenommen.
    • Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden wird verzichtet. Dies betrifft Betriebe, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen bestehen, die ansonsten vor dem Kurzarbeitergeldbezug zu nutzen sind.

    Die Regelungen gelten rückwirkend zum 1. März 2020. Daher sollten Betriebe ab sofort den Arbeitsausfall bei der Arbeitsagentur anzeigen, auch wenn weniger als ein Drittel der Beschäftigten betroffen sein sollten. Das Kurzarbeitergeld kann online beantragt werden – diese Möglichkeiten sollten die Betriebe nutzen.

    Bereits 2008/2009 hatten sich die Erleichterungen als effektiv erwiesen und sie sind auch jetzt richtig. Sie entlasten die Betriebe und erleichtern den Bezug des Kurzarbeitergeldes und bieten damit die Möglichkeit, Beschäftigte zu halten, die nach überstandener Krise in den Betrieben wieder dringend benötigt werden.

    Umsetzung unbürokratisch ermöglichen

    Das Kurzarbeitergeld muss schnell und unkompliziert auch von kleinen und mittleren Unternehmen genutzt werden können, die derzeit vor vielen weiteren Herausforderungen stehen. Die Prüfung durch die Arbeitsagenturen muss daher auf das Nötigste beschränkt werden, um eine rasche Auszahlung zu ermöglichen. Außerdem ist es notwendig, die Betriebe über die Möglichkeiten und Voraussetzungen zum Kurzarbeitergeld zu informieren und sie bei der Beantragung zu unterstützen. Hierzu unterstützen die IHKs in den Regionen in dieser Krise die Agenturen für Arbeit vor Ort. In einer solchen Notsituation ist eine gute Kooperation besonders wichtig.

    Auch der DIHK stellt auf seiner Homepage erste Informationen zum Kurzarbeitergeld zur Verfügung. Er bündelt die Erfahrungen der Unternehmen und spiegelt sie der Politik, um so schnelle Reaktionen im Sinne der Betriebe zu ermöglichen. Bei Fragen rund um das Kurzarbeitergeld helfen Ihnen unsere FAQ .

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  • Die Stiftung Familienunternehmen sammelt ab sofort Erfahrungen sowie Ideen von Familienunternehmen und stellt sie auf einer Website vor. Damit können sich Unternehmen untereinander über ihre Maßnahmen informieren und möglichst effizient auf neue Entwicklungen reagieren.

    Kampf gegen Corona – Ideen und Erfahrungswerte von Familienunternehmen

    Stiftung Familienunternehmen, Pressemitteilung vom 18.03.2020

    Flexible Arbeitszeiten, neue Laptops oder ein Verbot von Dienstreisen – Familienunternehmer versuchen, der Corona-Krise so gut es geht zu begegnen. Auch wenn viele Betriebe vor neue Herausforderungen gestellt werden, sind sie bestrebt, die Schwierigkeiten abzufedern.

    Die Maßnahmen variieren dabei je nach Einsatzort und Teamgröße. Nicht jeder Mitarbeiter geht ins Home-Office, andernorts werden automatisch Kapazitäten frei. Gemeinsam ist den Unternehmen aber, ihren Beitrag zu leisten, um die Krise für Gesellschaft und Wirtschaft zu bewältigen. „Es ist seit jeher eine Stärke von Familienunternehmen, schnell und flexibel zu reagieren – auch bei externen Schocks wie diesem“, sagt Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen.

    Die Stiftung Familienunternehmen sammelt ab sofort Erfahrungen sowie Ideen von Familienunternehmen und stellt sie auf einer Website vor. Damit können sich Unternehmen untereinander über ihre Maßnahmen informieren und möglichst effizient auf neue Entwicklungen reagieren. Jeder Familienunternehmer kann seine Erfahrungen auf der Informationsplattform anonym teilen.

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  • Im Jahr 2019 wurden in Deutschland knapp 122.600 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt nach Auswertung der Gewerbemeldungen mitteilt, lag die Zahl der Neugründungen größerer Betriebe damit fast auf dem Niveau des Vorjahres (-0,1 %).

    2019 fast genauso viele Gründungen größerer Betriebe wie im Vorjahr

    Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen 3 % unter Vorjahreswert

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 20.03.2020

    Im Jahr 2019 wurden in Deutschland knapp 122.600 Betriebe gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt nach Auswertung der Gewerbemeldungen weiter mitteilt, lag die Zahl der Neugründungen größerer Betriebe damit fast auf dem Niveau des Vorjahres (-0,1 %). Die Zahl neu gegründeter Kleinunternehmen sank 2019 gegenüber 2018 um 3,0 % auf knapp 164.000. Die Zahl der neu gegründeten Nebenerwerbsbetriebe hingegen stieg um 5,3 % auf rund 264.000.

    Gewerbeanmeldungen: +0,6 % gegenüber 2018

    Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg 2019 gegenüber 2018 um 0,6 % auf rund 672.600. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen (zum Beispiel Kauf oder Gesellschaftereintritt), Umwandlungen (zum Beispiel Verschmelzung oder Ausgliederung) und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

    Gewerbeabmeldungen: -3,4 % gegenüber 2018

    Die Zahl der Gewerbeabmeldungen bei den Gewerbeämtern lag im Jahr 2019 mit rund 614.200 um 3,4 % unter dem Vorjahreswert. Bei dieser Gesamtzahl handelt es sich nicht nur um Gewerbeaufgaben, sondern auch um Betriebsübergaben (zum Beispiel Verkauf oder Gesellschafteraustritt), Umwandlungen oder Fortzüge in andere Meldebezirke.

    Vollständige Gewerbeaufgaben: -3,9 % gegenüber 2018

    Knapp 99.400 Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung gaben 2019 ihr Gewerbe vollständig auf. Das waren 3,2 % weniger als 2018. Die Zahl der aufgegebenen Kleinunternehmen sank um 6,5 % auf fast 203.300 und die Zahl der aufgegebenen Nebenerwerbsbetriebe um 1,3 % auf rund 190.300. Damit war die Gesamtzahl der vollständigen Gewerbeaufgaben mit knapp 493.000 Betrieben 3,9 % geringer als 2018.

    Hinweise zur Definition von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung und Kleinunternehmen:

    Von einer größeren wirtschaftlichen Bedeutung wird ausgegangen, wenn ein Betrieb durch eine juristische Person oder eine Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit (Personengesellschaft) gegründet beziehungsweise aufgegeben wird. Auch von natürlichen Personen gegründete beziehungsweise aufgegebene Betriebe können hierunter fallen, sofern die Person im Handelsregister eingetragen ist, Arbeitnehmerinnen beziehungsweise Arbeitnehmer beschäftigt oder bei der Gründung eine Handwerkskarte besitzt.

    Ein Kleinunternehmen ist definiert als Unternehmen, dessen Hauptniederlassung durch eine Nicht-Kauffrau oder einen Nicht-Kaufmann gegründet beziehungsweise aufgegeben wird und das nicht im Handelsregister eingetragen ist. Das Unternehmen beschäftigt zudem keine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und besitzt bei der Gründung keine Handwerkskarte.

    Nebenerwerbsbetriebe sind Betriebe, die neben einer Haupterwerbstätigkeit im gewerblichen Bereich angemeldet werden.

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  • Gegenüber der Frühjahrsprognose des IfW Kiel von vor einer Woche stellen sich die konjunkturelle Lage und auch die weiteren Aussichten mittlerweile deutlich schlechter dar. Das IfW Kiel hat daher seine Konjunkturberechnungen aktualisiert und unterstellt dabei zwei Szenarien.

    IfW Kiel, Pressemitteilung vom 19.03.2020

    Gegenüber der Frühjahrsprognose des IfW Kiel von vor einer Woche stellen sich die konjunkturelle Lage und auch die weiteren Aussichten mittlerweile deutlich schlechter dar. Das IfW Kiel hat daher seine Konjunkturberechnungen aktualisiert und unterstellt dabei zwei Szenarien. Einmal einen “Lockdown” der deutschen Wirtschaft bis Ende April, einmal bis Ende Juli, mit anschließender Erholung der Wirtschaft zurück auf das vorherige Niveau.

    Demzufolge fällt das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr um 4,5 Prozent, sofern die derzeitige Stresssituation bis Ende April andauert und sich dann ab Mai allmählich entspannt. Dies wäre ein Rückgang der Wertschöpfung von 150 Milliarden Euro. Setzt die Erholung erst drei Monate später im August ein, würde das deutsche BIP um 8,7 Prozent fallen.

    In seiner Frühjahrsprognose war das IfW Kiel noch von einem Rückgang des BIP 2020 um nur 0,1 Prozent ausgegangen, da sich die massiven Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung in Deutschland durch die weltweiten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie noch nicht in der heutigen Dramatik abzeichneten.

    In beiden Szenarien rechnet das IfW Kiel im März mit einem Rückgang des BIP im Vergleich zum Vormonat um fast 18 Prozent. Dieses niedrige Niveau wird voraussichtlich auch im April noch weitgehend Bestand haben. Für die weitere Entwicklung unterscheiden die Forscher ein V- und ein U-Szenario:

    • Im V-Szenario lassen die dämpfenden Maßnahmen ab Mai allmählich nach, und die Corona-bedingten Produktionsausfälle klingen binnen sechs Monaten ab.
    • Das U-Szenario sieht vor, dass die Erholung erst im August einsetzt und die Produktion in den verschiedenen Branchen erst zu Beginn des kommenden Jahres auf das Vor-Corona-Niveau zurückkehrt.

    Aufgrund der weltweiten Belastung der Konjunktur gehen beide Szenarien von keinen nennenswerten Nachholeffekten im weiteren Jahresverlauf aus, auch wenn dafür freie Kapazitäten – vor allem in der Industrie – verfügbar wären.

    2021 legt das BIP aufgrund der Aufholeffekte in beiden Szenarien kräftig zu. Im V-Szenario um 7,2 Prozent, im U-Szenario um 10,9 Prozent.

    “Das U-Szenario unterstellt einen fast halbjährigen Lockdown weiter Teile des Wirtschaftslebens und geht damit an die Grenze dessen, was man sich derzeit vorstellen kann. Daher dürfte die tatsächliche Entwicklung näher am V- als am U-Szenario liegen”, sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths.

    Zu den besonders betroffenen Wirtschaftsbereichen, für die ein anfänglicher Rückgang der Kapazitätsauslastung um 90 Prozent unterstellt wird, zählen Gastgewerbe, Luftfahrt sowie die Freizeitbranchen (Reisen, Sport, Unterhaltung). Der Fahrzeugbau als eines der Schwergewichte der deutschen Wirtschaft schränkt in dieser Rechnung seine Produktion zwischenzeitlich um bis zu 70 Prozent ein. Der Einzelhandel schrumpft während der Lockdown-Phase um 40 Prozent, wobei Lebensmittelhändler einen Teil der wegfallenden Gaststättenumsätze wettmachen.

    Fast die Hälfte der deutschen Wirtschaft dürfte indes nur geringe oder gar keine Einbußen verzeichnen, allen voran das Grundstücks- und Wohnungswesen, die Informations- und Telekommunikationsbranche sowie weite Teile des öffentlichen Dienstes (Verwaltung, Erziehung und Wissenschaft, Heime und Sozialwesen). So wird sich wohl trotz geschlossener Bildungseinrichtungen und dem damit verbundenen Unterrichtsausfall aufgrund der Erhebungssystematik der amtlichen Statistik in diesem Bereich kein nennenswerter Rückgang in der ausgewiesenen Wirtschaftsleistung ergeben.

    Neben dem Lebensmitteleinzelhandel werden im Wesentlichen nur die Zustelldienste ihre Aktivität vorübergehend ausweiten. Im Gesundheitswesen dürfte die Auslastung hingegen bis zum Ende des Jahres deutlich erhöht bleiben.

    Kooths: “Die Entwicklung in diesem Jahr stellt eine krasse Ausnahmesituation dar. Die Produktionseinbußen sind der Reflex auf einen massiven exogenen Schock, für den es in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte keine Vergleichsmuster gibt. Der Einbruch der Börsenkurse und das Zurückfahren von Produktionsprozessen erfolgt viel rasanter als während der durch die Globale Finanzkrise ausgelösten Großen Rezession 2008/2009. Allerdings sind auch die Chancen gut, rascher wieder aus dem Produktionstal herauszukommen.”

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  • Da der weitere Verlauf der Pandemie und die konkreten politischen Reaktionen auf diese kaum vorhersehbar sind, ist der Ausblick auf die künftige konjunkturelle Entwicklung weitaus unsicherer als sonst. Das DIW Berlin zeigt mehrere denkbare Szenarien für die kommenden Monate auf.

    DIW Berlin, Pressemitteilung vom 19.03.2020

    • Deutsche Wirtschaft in der Rezession
    • Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr zu erwarten
    • Prognosen mit großer Unsicherheit behaftet
    • Mehrere Szenarien für die kommenden Monate denkbar
    • Entschiedenes finanz- und wirtschaftspolitisches Gegensteuern nötig
    • Europäische Koordination erforderlich

    Die Ausbreitung des Corona-Virus bringt für die deutsche Wirtschaft bisher ungekannte Risiken und Herausforderungen mit sich. Das öffentliche Leben in Deutschland ist innerhalb kürzester Zeit weitgehend zum Erliegen gekommen. Die wirtschaftlichen Schockwellen durchziehen sowohl die Angebots- wie auch die Nachfrageseite: Aufgrund fehlender Vorleistungsgüter und weil der Arbeitsalltag vielerorts nicht wie gewohnt vonstattengehen kann, müssen viele Unternehmen ihre Produktion zurückfahren oder sogar einstellen. Damit verbunden ist ein erheblicher Rückgang der Nachfrage nach Dienstleistungen und Investitionsgütern. Die Haushalte schränken ihren Konsum ein, was insbesondere im Einzelhandel, der Gastronomie und in der Reisebranche große Umsatzausfälle bedeutet. Verstärkt werden diese Effekte durch die erhebliche Verunsicherung der Unternehmen und Haushalte. Da der weitere Verlauf der Pandemie und die konkreten politischen Reaktionen auf diese kaum vorhersehbar sind, ist der Ausblick auf die künftige konjunkturelle Entwicklung weitaus unsicherer als sonst.

    Szenario V – schnelle Normalisierung

    Sicher scheint allerdings, dass die deutsche Wirtschaft mindestens in den kommenden beiden Quartalen erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird. Wie es danach weitergeht, hängt davon ab, wie bald eine Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Aktivitäten möglich ist und gelingt. Ein Szenario, das einen ähnlichen Verlauf der Virusausbreitung unterstellt wie bei vergangenen Epidemien, etwa der Schweinegrippe, SARS oder der Vogelgrippe, ähnelt einem “V”: Nachdem es steil bergab ging, normalisieren sich nach erfolgreicher Eindämmung des Virus die Produktion und der Konsum relativ bald, im aktuellen Fall in der zweiten Jahreshälfte. Selbst in diesem – Stand jetzt eher optimistischen – Szenario würde die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr unter dem Strich aber schrumpfen, um 0,1 Prozent. Die Corona-Krise würde in diesem Fall ein um rund 1,3 Prozentpunkte geringeres Wachstum nach sich ziehen.

    Szenario L – langwierige Produktionsstörungen, nachhaltiger Nachfragerückgang

    Das Virus könnte zeitlich und räumlich jedoch noch weitaus größere Kreise ziehen. Weitere Länder sehen sich womöglich zu weitgehenden Maßnahmen veranlasst, die in vielen Fällen die exportorientierte und offene Volkswirtschaft Deutschlands träfen – selbst, wenn der Höhepunkt der Epidemie hierzulande irgendwann überschritten sein sollte. Die Haushalte und Unternehmen sind nachhaltig verunsichert und stellen Anschaffungen weiter zurück. Dies würde die Abwärtsdynamik noch beschleunigen und eine wirtschaftliche Erholung verzögern. Der Verlauf in diesem Szenario entspräche einem “L”: Es geht steil bergab, Produktion und Konsum normalisieren sich nicht, sondern verharren auf dem geringeren Niveau. Die Rezession würde dann erheblich schwerer ausfallen.

    Gäbe es das Corona-Virus und seine Folgen nicht, wäre die Industrierezession allmählich zu einem Ende gekommen. Auch die Weltkonjunktur hätte sich eigentlich stabilisiert, zumal es in Sachen Brexit eine Atempause gibt und die USA und China in ihren Handelsgesprächen Fortschritte verzeichnen konnten. Vom Rückgang dieser Risiken hätte die exportorientierte deutsche Wirtschaft unter normalen Umständen besonders profitiert. Doch all das ist nun hypothetisch.

    Entschiedenes Handeln zur Stabilisierung notwendig

    Der Krise sollte schnell und massiv entgegengetreten werden. Weltweit haben Zentralbanken, etwa die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank, teils weitreichende Schritte unternommen, um die Märkte zu beruhigen. Dies ist wichtig, um ein Wiederaufflammen der Krise im Euroraum, aber auch eine neue Bankenkrise zu verhindern.

    Mindestens genauso gefragt ist jetzt die Finanzpolitik. Die Bundesregierung hat ein umfassendes Paket vorgestellt, das die kurzfristige Liquidität für Unternehmen sichert und den Zugang zu Kurzarbeitergeld erleichtert. Dies ist ein wichtiger erster Schritt, um Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste zu vermeiden. Andere Lösungen braucht es aber für Kleinunternehmerinnen und -unternehmer sowie Solo-Selbständige, für die die derzeitige Krise vielfach zur Existenzbedrohung wird. All dies sichert den Fortbestand der betrieblichen Strukturen in Deutschland.

    Claus Michelsen, DIW-Konjunkturchef

    “Die Politik sollte jetzt weiter entschlossen handeln: Brücken mit Liquiditätshilfen und Kurzarbeit bauen, die Bereitschaft für einen erheblichen Nachfrageimpuls erklären und eine Koordination zwischen den Regierungen organisieren.”

    Sollte sich die wirtschaftliche Krise trotz eines Abebbens der Pandemie verfestigen, wäre es außerdem nötig, den Konsum der privaten Haushalte und die Investitionen anzukurbeln. Möglich wäre, die teilweise Abschaffung des Solidaritätszuschlags vorzuziehen oder vorübergehend die Mehrwertsteuer oder die Sozialversicherungsbeiträge zu senken.

    Ein entschiedenes Handeln ist notwendig, um auf Seiten der Haushalte, vor allem aber der Unternehmen eine Vertrauenskrise zu verhindern. Diese würde bei Unternehmen zu einer deutlichen Investitionszurückhaltung führen. Zum einen könnten Unternehmen durch großzügigere Abschreibungsregeln dazu animiert werden, bereits geplante Investitionsprojekte jetzt nicht aufzuschieben, sondern frühzeitig in Angriff zu nehmen und damit die Nachfrage anzukurbeln. Um Vertrauen zu stärken, sollte die Bereitschaft zu derartigen Maßnahmen klar und frühzeitig kommuniziert werden.

    Diese Maßnahmen sollten zudem auf europäischer Ebene koordiniert und durch gemeinsame europäische Initiativen ergänzt werden. Hierfür könnte auch der europäischen Rettungsschirm ESM genutzt werden. Wichtig dabei ist, den Glauben an und das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit aller europäischen Regierungen, vor allem Italiens, sicherzustellen. Zentrales Ziel muss sein, eine tiefe anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise zu verhindern.

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  • Die globale Konjunktur bricht als Folge der Coronavirus-Pandemie lt. ifo Institut ein. Nach derzeitigem Stand könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen. Dies dürfte auch substanzielle Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Das Abwärtsrisiko bei der vorliegenden Prognose ist erheblich.

    Konjunktur bricht ein

    ifo Institut, Pressemitteilung vom 19.03.2020

    Die globale Konjunktur bricht als Folge der Coronavirus-Pandemie ein. Nach derzeitigem Stand könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen. Dies dürfte auch substanzielle Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Das Abwärtsrisiko bei der vorliegenden Prognose ist erheblich.

    Die globale Konjunktur bricht als Folge der Coronavirus-Pandemie ein. Um die Ausbreitung der Neuinfektionen einzudämmen und einer Überlastung des Gesundheitswesens entgegenzuwirken, kommt es mittlerweile in vielen Ländern zu Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und einem weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens. Gleichzeitig versuchen die meisten Staaten die erwarteten wirtschaftlichen Folgen mit umfangreichen wirtschaftspolitischen Maßnahmen abzumildern. Eine präzise Vorhersage der volkswirtschaftlichen Kosten der Corona-Krise ist zum jetzigen Zeitpunkt nahezu unmöglich, da eine hohe Unsicherheit über die weitere Verbreitung des Virus und insbesondere die von den Regierungen ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie besteht. Auch gibt es keine historischen Erfahrungen mit vergleichbaren Ereignissen, aus denen wahrscheinliche Krisenverläufe abgeleitet werden könnten. Schließlich stehen aktuell nur sehr wenige Konjunkturindikatoren zur Verfügung, mit denen sich das gesamtwirtschaftliche Ausmaß der Folgen der Corona-Krise abschätzen ließe.

    Nach derzeitigem Stand könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr um 1,5 Prozent schrumpfen. Damit wird die Wachstumsrate im Vergleich zu einer Situation ohne Ausbruch der Corona-Krise um fast 3 Prozentpunkte zurückgenommen. Während es im ersten Quartal infolge des starken Jahresauftaktes noch zu einem leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts kommen dürfte, wird die Krise ihre volle Wirkung im zweiten Quartal entfalten und zu einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts um 4,5 Prozent führen. Bis in die erste Jahreshälfte 2021 dürfte es dann wieder zu einer allmählichen Rückkehr der Produktion von Waren und Dienstleistungen auf ein normales Niveau kommen ( vgl. Abb. 1 ). Ausgehend von der niedrigen Produktion im zweiten Quartal fallen die Zuwachsraten in diesem Aufholprozess mit anfangs 2,0 Prozent gegenüber dem Vorquartal kräftig aus. Dabei wird unterstellt, dass die Corona-Krise auch längerfristige Auswirkungen hat, etwa aufgrund von Firmenpleiten, die das Produktionsniveau am Ende des Prognosezeitraums um 0,6 Prozent unter das Vorkrisenniveau drücken. Die mit diesem Szenario in Zusammenhang stehenden gesamtwirtschaftlichen Kosten der Corona-Krise belaufen sich in beiden Jahren auf zusammengenommen etwa 115 Mrd. Euro.

    Angesichts des unterstellten Ausmaßes wird die Corona-Krise auch substantielle Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Durch Ausweitung der Regelungen zur Kurzarbeit und dem Abbau von Gleitzeitguthaben dürfte ein Großteil der Anpassungen über die durchschnittliche Arbeitszeit je Erwerbstätigen erfolgen, welche im unterstellten Szenario im Jahr 2020 um knapp 1 Prozent zurückgehen dürfte. Allerdings dürfte die Anpassung der Arbeitszeit vor allem in den besonders von der Corona-Krise betroffenen Wirtschaftsbereichen nicht ausreichen, um den Rückgang der Wirtschaftsleistung vollständig zu kompensieren. Die schlägt sich in einem Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent im Jahr 2019 auf 5,3 Prozent im Jahr 2020 nieder. Entsprechend dürfte die Zahl der Erwerbstätigen im Vorjahresvergleich um mehr als 100.000 sinken. Dies entspräche dem ersten Rückgang seit 15 Jahren.

    Auch die Weltwirtschaft dürfte beträchtlich unter der Corona-Krise leiden. So wird das globale Bruttoinlandsprodukt im laufenden Jahr nur noch um 0,1 Prozent zulegen, nach 2,6 Prozent im vergangenen Jahr. Auch der Welthandel dürfte mit einem Rückgang um 1,7 Prozent stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Bereits zum Jahresauftakt wird die gesamtwirtschaftliche Produktion leicht geschrumpft sein aufgrund der rückläufigen realen Aktivität in China und Südkorea. Aber auch Japan dürfte bremsen. Mit der weiteren Verschärfung der Pandemie wird die globale Wirtschaftsleistung wohl vor allem im zweiten Quartal um 2,6 Prozent einbrechen. Hierzu tragen insbesondere Europa und die USA bei. Hier dürfte der Krisenverlauf sehr ähnlich wie in Deutschland sein. Dagegen dürfte die Aktivität in China und Südkorea wieder leicht zulegen als Folge der gesunkenen Infektionszahlen. Ab dem Sommer wird es voraussichtlich weltweit zu einem allmählichen Aufholprozess kommen mit knapp 2 Prozent Zuwachs im dritten und 1,7 Prozent im vierten Quartal. Ähnlich wie in Deutschland dürfte das Produktionsniveau am Ende des Prognosezeitraums um 0,5 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegen.

    Das Abwärtsrisiko bei der vorliegenden Prognose ist erheblich, da sich die getroffenen Annahmen als zu optimistisch herausstellen können. So ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich die Krise länger hinzieht, etwa weil sich die Pandemie deutlich langsamer eindämmen lässt, oder weil das Wiederhochfahren der wirtschaftlichen Aktivität nicht reibungslos funktioniert bzw. eine erneute Ansteckungswelle auslöst. Auch können weitere Maßnahmen zur Infektionsbekämpfung in Kraft treten, die insbesondere die Produktion in weit größerem Umfang als hier angenommen stilllegen. Einfache Überschlagsrechnung zeigen deutlich, dass solche Produktionsstillstände kurzfristig erhebliche gesamtwirtschaftliche Effekte hätten. Jeder Monat, in dem die Produktion um ein Viertel gedrosselt würde, würde etwas mehr als 2 Prozentpunkte des Wirtschaftswachstums eines Jahres kosten. Es ist schwer vorstellbar, dass es in einer solchen Situation gelänge, Insolvenzen und damit langfristige Produktionseinbußen zu vermeiden. In einem Risikoszenario wurde deshalb der Konjunktureinbruch verstärkt, die Rezession verlängert und die Erholung verlangsamt. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr würde auf 6,0 Prozent steigen, und Ende 2021 läge das Bruttoinlandsprodukt immer noch 2,0 Prozent unter dem Niveau, das sich ohne die Corona-Krise eingestellt hätte. In einem solchen Risikoszenario würden Verwerfungen im Finanzsystem als Folge umfangreicher Kreditausfälle und Unternehmensinsolvenzen wahrscheinlicher, die im Basisszenario nicht unterstellt wurden. Darin spiegelt sich die Annahme wider, dass im Falle Deutschlands der sogenannte „Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen“ der Bundesregierung wirkt. Er wird vor allem für Unternehmen aufgebaut, die infolge der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie Umsatzeinbußen erleiden und dadurch in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Die beschlossenen Maßnahmen beinhalten Entlastungen bei den Steuerzahlungen, Liquiditätshilfen und staatlichen Garantien sowie eine Ausweitung des Kurzarbeitergeldes. Ähnlich umfangreiche fiskalische Maßnahmen wurden auch in anderen Staaten beschlossen, was insbesondere im Euroraum neue Risiken für die Stabilität der Staatsfinanzen mit sich bringt. Bei hoch verschuldeten Mitgliedstaaten wie etwa Italien könnte es zu einem massiven Vertrauensverlust der Investoren kommen. Der kräftige Anstieg der Risikoprämien für italienische Staatsanleihen deutet darauf bereits hin.

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  • Zu Beginn der Corona-Krise, die derzeit über die deutsche Wirtschaft hereinbricht, haben viele kleine Unternehmen denkbar ungünstige Ausgangsbedingungen. Sie starten schon mit einer schwachen Bonitätsbewertung in die Krise. Die Gastronomie, Kfz-Zulieferer, die chemische Industrie und das Baugewerbe sind die Branchen mit den höchsten Anteilen an kleinen Unternehmen mit schwacher Bonität. Das zeigen neueste Berechnungen des ZEW und der Creditreform Wirtschaftsforschung.

     

    Corona-Krise gefährdet Existenz vieler Unternehmen

    ZEW, Pressemitteilung vom 18.03.2020

    Zu Beginn der Corona-Pandemie, die derzeit über die deutsche Wirtschaft hereinbricht, haben viele kleine Unternehmen denkbar ungünstige Ausgangsbedingungen. Sie starten schon mit einer schwachen Bonitätsbewertung in die Krise. Die Gastronomie, Kfz-Zulieferer, die chemische Industrie und das Baugewerbe sind die Branchen mit den höchsten Anteilen an kleinen Unternehmen mit schwacher Bonität. Das zeigen neueste Berechnungen des ZEW Mannheim und der Creditreform Wirtschaftsforschung aus Neuss. Grundlage der Untersuchung ist das Mannheimer Unternehmenspanel, das auf den Datenbanken von Creditreform basiert.Die Bundesregierung hat großes Besteck ausgepackt: Kredite in unbegrenzter Höhe für Unternehmen, die durch die Krise in Liquiditätsengpässe geraten, eine deutliche Ausweitung des Kurzarbeitergeldes und die Ankündigung von erleichterten, umfangreichen Steuerstundungen. Außerdem soll die Insolvenzantragspflicht mindestens bis zum Herbst ausgesetzt werden. Vorstellbar ist aber auch eine Verlängerung bis zum 31. März 2021. Alles Maßnahmen, die durch die Unterbrechung globaler Warenketten, durch das rapide Wegbrechen der Nachfrage und durch fehlende Arbeitskräfte wegen Erkrankung und Kinderbetreuung notwendig geworden sind. Sie zielen darauf ab, Unternehmen vor der Insolvenz zu retten, die in existenzbedrohende Liquiditätsprobleme geraten sind.

    „Die Entschlossenheit der Bundesregierung scheint dringend nötig zu sein“, sagt Patrik-Ludwig Hantzsch, Pressesprecher und Leiter der Wirtschaftsforschung von Creditreform. „Viele Unternehmen starten trotz einer langen Phase der Hochkonjunktur mit schlechten Voraussetzungen in die vielleicht größte wirtschaftliche Krise der Nachkriegsgeschichte.“ Hantzsch weiter: „Mehr als zehn Prozent der Unternehmen der Privatwirtschaft, die älter als drei Jahre und damit den Kinderschuhen entwachsen sind, haben eine schwache oder noch schlechtere Bonitätsbewertung. Es geht hier um etwa 345.000 Unternehmen mit mehr als 1,5 Millionen Beschäftigten.“

    Einige Branchen weisen überdurchschnittlich hohe Anteile an insolvenzgefährdeten Unternehmen auf. Besonders die Gastronomie sticht hier heraus: 16 Prozent der kleinen Gastronomieunternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten (fast 24.000 Unternehmen) weisen eine schwache Bonitätsbewertung auf. Ebenfalls überdurchschnittlich hohe Anteile an kleinen Unternehmen mit schwacher Bonität finden sich bei den Automobilzulieferern (15 Prozent) und in der chemisch/pharmazeutischen Industrie (14 Prozent).

    Erhalt der Unternehmensstrukturen über eine begrenzte Durststrecke hinweg ist besser

    Bei den größeren Unternehmen mit 50 oder mehr Beschäftigten zeigt sich ein etwas anderes Bild. Hier sind die Anteile der insolvenzgefährdeten Unternehmen deutlich geringer. An der Spitze findet sich aber auch hier die Gastronomie, gefolgt vom Beherbergungsgewerbe und den Sport- und Freizeitdienstleistungen. In den beiden letztgenannten Branchen stand ein jeweils erklecklicher Anteil der großen Hotels und Freizeitunternehmen schon vor der Krise am Rande der Insolvenz.

    „Diese Ergebnisse spiegeln die Strukturprobleme der privaten Wirtschaft in Deutschland vor der Corona-Krise wider“, erläutert Dr. Georg Licht, Forschungsbereichsleiter am ZEW, „sie zeigen die Verhältnisse zu Beginn der Krise. Die Branchen werden aber in ganz unterschiedlicher Weise durch einen monatelangen Stillstand des Wirtschaftslebens betroffen sein“. Größere Anschaffungen, vielleicht auch Urlaubsreisen, werden zum Teil nachgeholt werden. Dienstreisen, Kino- und Konzertbesuche aller Voraussicht nach dagegen nicht. Gerade die Freizeit-, Sport- und Kulturdienstleister werden in besonderem Maße unter dem zeitweiligen Nachfrageausfall leiden.

    Je nach Dauer des Lockdowns können ihre Jahresumsätze um 30 bis 40 Prozent geringer ausfallen. Solche Einbrüche katapultieren auch Unternehmen mit vorher guter Bonität in die Insolvenz, wenn sie keine Unterstützung erhalten. „Dass die Bundesregierung hierfür keine Grenzen definiert hat, ist richtig“, meint ZEW-Ökonom Dr. Georg Licht, „der Erhalt der Unternehmensstrukturen über eine begrenzte Durststrecke hinweg ist auf längere Sicht ökonomisch besser, als eine Insolvenz von im Grunde gesunden Unternehmen zuzulassen, die dann nach der Krise erst wieder gegründet und neu aufgebaut werden müssen.“

    In den vorab dargelegten Untersuchungsergebnissen nicht enthalten sind die rund 440.000 jungen Unternehmen der Privatwirtschaft, die jünger als vier Jahre sind. Sie beschäftigen derzeit etwa 1,2 Millionen Mitarbeiter/innen. Als Neueinsteiger auf den Märkten sind sie oft grundsätzlich in einer angespannten finanziellen Situation. Produkte oder Dienstleistungen müssen sich erst noch auf den Märkten etablieren. Für Unternehmen mit radikal neuen Angeboten ist dies ohnehin problematisch – auch ohne Krise. Deren potenzielle Kunden müssen vom Nutzen überzeugt werden, die Marktdurchdringung dauert länger. Daher ist davon auszugehen, dass diese jungen Unternehmen weitaus stärker gefährdet sind als die älteren.

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  • Im Kampf gegen die Corona-Krise misst eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger der Digitalisierung große Bedeutung bei. Zwei Drittel (65 Prozent) sind der Ansicht, dass digitale Technologien dabei helfen können, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, etwa durch Homeoffice. Jeder fünfte Berufstätige arbeitet wegen der Corona-Krise erstmals im Homeoffice.

    Corona-Krise: Arbeit im Homeoffice nimmt deutlich zu

    Bitkom, Pressemitteilung vom 18.03.2020

    • Zwei Drittel der Bundesbürger sehen digitale Technologien im Kampf gegen das Coronavirus als hilfreich an
    • Jeder fünfte Berufstätige arbeitet wegen Corona erstmals im Homeoffice

    Im Kampf gegen die Corona-Pandemie misst eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger der Digitalisierung große Bedeutung bei. Zwei Drittel (65 Prozent) sind der Ansicht, dass digitale Technologien dabei helfen können, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, etwa durch Homeoffice. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.000 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Von den berufstätigen Befragten arbeitet mittlerweile jeder Zweite (49 Prozent) ganz oder zumindest teilweise im Homeoffice. Für einige von Ihnen ist das völlig neu: 18 Prozent durften zuvor gar nicht im Homeoffice arbeiten und machen das jetzt zeitweise (15 Prozent) oder ganz (3 Prozent). Weitere 31 Prozent konnten bereits vorher im Homeoffice arbeiten und tun das jetzt häufiger (17 Prozent) oder ganz (14 Prozent). Dagegen geben 41 Prozent an, ihre Tätigkeit sei grundsätzlich nicht für Homeoffice geeignet. „Die Corona-Pandemie und die drastischen Beeinträchtigungen des öffentlichen Lebens erzwingen ein radikales Umdenken in der Kultur vieler Unternehmen. Noch stärker gefordert sind öffentliche Arbeitgeber, für die Homeoffice oft ein Fremdwort ist. Digitale Technologien sind der Schlüssel, um die Arbeitsfähigkeit von Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen wie Ämtern und Schulen auch in dieser außerordentlichen Krisensituation zu gewährleisten“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Dass mobiles Arbeiten und mobiles Lernen zum Standard werden könnten, schien bislang undenkbar. Jetzt aber werden wie unter einem Brennglas die immensen Potenziale sichtbar, die digitale Technologien grundsätzlich bieten – im Kampf gegen das Virus wie auch in der Reduzierung des Berufsverkehrs und verkehrsbedingter Emissionen. Alle Unternehmen sind gefordert, Homeoffice für die dafür geeigneten Tätigkeiten einzuführen. Die Politik muss das Arbeitsrecht zwingend modernisieren, etwa indem aus der Zeit gefallene Regelungen wie die elfstündige ununterbrochene Mindestruhezeit gestrichen und der starre Acht-Stunden-Tag durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit ersetzt werden.“

    Corona-Krise: Arbeitgeber setzen auf Digitalisierung, Hygienemaßnahmen und Informationen

    Nach Angaben der befragten Berufstätigen haben viele Arbeitgeber auf die Corona-Pandemie reagiert und setzen verstärkt auf ortsunabhängiges Arbeiten. Bei jedem dritten Berufstätigen (33 Prozent) wurde erstmals Homeoffice eingeführt, bei 43 Prozent wurden bestehende Homeoffice-Regelungen durch den Arbeitgeber ausgeweitet. Bei 45 Prozent der Berufstätigen ersetzen Telefon- und Webkonferenzen die bisherigen Treffen mit persönlicher Anwesenheit.

    Weitere Maßnahmen betreffen Hygieneregeln und Informationspolitik. Klassische Umgangsformen sind tabu: 96 Prozent der Berufstätigen sagen, ihr Arbeitgeber habe Begrüßungen per Handschlag verboten. 88 Prozent wurden über persönliche Hygienemaßnahmen wie etwa regelmäßiges und häufigeres Händewaschen informiert. 29 Prozent berichten von einem speziellen Informationsangebot zur Corona-Pandemie, etwa im Intranet oder am Schwarzen Brett. Bei 22 Prozent gibt es zusätzliche Desinfektionsmittel auf Toiletten und am Eingang. Für einige Berufstätige ist die Corona-Pandemie mit erheblichen Einschnitten im gewohnten Arbeitsalltag verbunden, wie ein komplettes Empfangsverbot jeglicher Gäste am Unternehmensstandort (19 Prozent), der Absage eigener Veranstaltungen mit externen Gästen (14 Prozent), der Absage von Teilnahmen an externen Veranstaltungen wie Messen und Kongressen (11 Prozent), der Einschränkung von Dienstreisen (10 Prozent) oder einem grundsätzlichen Verbot von Dienstreisen (8 Prozent).

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  • Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag lt. Eurostat im Februar 2020 bei 1,2 %, gegenüber 1,4 % im Januar. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,5 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Februar 2020 bei 1,6 %, gegenüber 1,7 % im Januar. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,6 % betragen.

     

    Jährliche Inflationsrate im Euroraum im Februar 2020 auf 1,2 % gesunken

    Rückgang in der EU auf 1,6 %

    Eurostat, Pressemitteilung vom 18.03.2020

    Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Februar 2020 bei 1,2 %, gegenüber 1,4 % im Januar. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,5 % betragen. Die jährliche Inflationsrate in der Europäischen Union lag im Februar 2020 bei 1,6 %, gegenüber 1,7 % im Januar. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,6 % betragen. Diese Daten werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlicht.

    Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Italien (0,2 %), Griechenland (0,4 %) und Portugal (0,5 %) gemessen. Die höchsten jährlichen Raten wurden in Ungarn (4,4 %), Polen (4,1 %) und Tschechien (3,7 %) gemessen. Gegenüber Januar ging die jährliche Inflationsrate in einundzwanzig Mitgliedstaaten zurück, blieb in einem unverändert und stieg in fünf an.

    Im Februar kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Dienstleistungen (+0,72 Prozentpunkte, Pp.), gefolgt von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (+0,41 Pp.), Industriegütern ohne Energie (+0,13 Pp.) sowie Energie (-0,03 Pp.).

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  • Unternehmen in Deutschland können in der Coronavirus-Krise ab sofort Hilfskredite beantragen. Die Unterstützung wird über die Hausbanken beantragt, wie die Förderbank KfW und die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) mitteilt.

     

    KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen

    KfW/DK, Pressemitteilung vom 18.03.2020

    • Ziel: Unternehmen schnellstmöglich mit Liquidität zu versorgen
    • Deutsche Kreditwirtschaft und KfW ziehen an einem Strang
    • Anträge für Hilfskredite ab sofort möglich
    • Sonderprogramm startet nächste Woche

    Deutschland steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Das Corona-Virus löst nicht nur eine medizinische Krise aus, sondern sorgt für nie dagewesene Unsicherheit in der Realwirtschaft und Verwerfungen an den Kapitalmärkten. Schnelle und zielgerichtete Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft, wie sie die Bundesregierung auf den Weg bringt, sind notwendig.

    Dies ist eine gemeinschaftliche Aufgabe: Sie ist nur zu lösen, wenn die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) und die KfW an einem Strang ziehen. Deshalb bündeln die KfW und ihre Finanzierungspartner die Kräfte: Die Förderkredite, die die KfW im Auftrag der Bundesregierung den Unternehmen zur Verfügung stellt, leiten die deutschen Kreditinstitute an ihre Kunden weiter.

    Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW: „Wir übernehmen Verantwortung und tun alles, um Unternehmen in Deutschland zu helfen und sie schnell mit Liquidität zu versorgen. In Zeiten wie diesen ist es besonders wichtig zusammenzuhalten. Daher sorgen wir gemeinsam mit der deutschen Kreditwirtschaft für die effektive und unkomplizierte Umsetzung der Hilfskredite.“

    Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, dem diesjährigen Federführer der Deutschen Kreditwirtschaft: „Den deutschen Banken und Sparkassen ist bewusst, dass sie zusammen mit der KfW eine zentrale Rolle bei der Krisenbewältigung haben. Sie stehen als verlässlicher Partner der Unternehmen bereit, um sie in der Krise zu unterstützen.“

    Die erste Phase des Hilfspakets steht bereits ab sofort zur Verfügung. Dabei sind schnellstmöglich klare und umsetzbare Prozesse für Banken und Sparkassen notwendig. Die KfW hat ihre bestehenden Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet, um den Zugang der Unternehmen zu günstigen Krediten zu erleichtern, darunter den KfW-Unternehmerkredit für Bestandsunternehmen, den ERP-Gründerkredit-Universell für junge Unternehmen sowie den KfW-Kredit für Wachstum für größere Unternehmen. Die Kredite aus der Phase 1 können die Unternehmen über ihre Hausbanken beantragen. Für Freiberufler und Selbständige gelten dabei die gleichen Regeln wie für Unternehmen.

    Ausführliche Informationen zur Phase 1: www.kfw.de/corona

    Zum Antragsprozess sagt Dr. Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW: „Die Vorschläge der Deutschen Kreditwirtschaft zur Vereinfachung von Prozessen haben wir weitgehend aufgenommen und die Kreditgenehmigungsprozesse vereinfacht. Für die Gewährung von Haftungsfreistellungen wird die Risikobewertung der Hausbank übernommen, um eine zügige Auszahlung des haftungsfreigestellten KfW-Förderkredits zu erreichen. Weitergehende inhaltliche Vorschläge besprechen wir mit den Ministerien.“

    Darüber hinaus führt die KfW für kleine und mittlere sowie für große Unternehmen ein neues KfW-Sonderprogramm mit erhöhter Risikotoleranz ein. Dieses soll von Unternehmen in Anspruch genommen werden können, die durch die Corona-Krise in größere Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind. Überdies wird die KfW für größere Unternehmen Direktbeteiligungen im Rahmen von Konsortialfinanzierungen anbieten. Dieses neue KfW-Sonderprogramm soll nächste Woche starten. Anträge können bereits ab sofort über den üblichen Weg der Hausbanken eingereicht werden. Erste Anträge für Konsortialfinanzierungen liegen der KfW bereits vor.

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  • Im Februar 2020 sank der HWWI-Rohstoffpreisindex um durchschnittlich 12,2 % (Eurobasis: -10,6 %) im Vergleich zum Vormonat und notierte bei 98,4 Punkten (Eurobasis: 100,1 Punkten). Aufgrund der raschen Verbreitung des Coronavirus fielen im letzten Monat alle im HWWI-Rohstoffindex enthaltenen Indices.

     

    HWWI, Pressemitteilung vom 17.03.2020

    • HWWI-Gesamtindex fiel um 12,2 % (US-Dollarbasis)
    • Rohölpreise um 13,5 % gesunken
    • Preisrückgang auf den Märkten für Industrierohstoffe um 5,8 %

    Im Februar 2020 sank der HWWI-Rohstoffpreisindex um durchschnittlich 12,2 % (Eurobasis: -10,6 %) im Vergleich zum Vormonat und notierte bei 98,4 Punkten (Eurobasis: 100,1 Punkten). Aufgrund der raschen Verbreitung des Coronavirus fielen im letzten Monat alle im HWWI-Rohstoffindex enthaltenen Indices. Der Teilindex für Energierohstoffe fiel im Februar durchschnittlich um 13,4 % (Eurobasis: -11,8 %) auf 96,9 Punkte (Eurobasis: 98,6 Punkte) und der Index für Industrierohstoffe sank um 5,8 % (Eurobasis: -4,1 %) auf 117,5 Punkte (Eurobasis: 119,6 Punkte). Der Index für Nahrungs- und Genussmittel fiel vergleichsweise weniger stark um 3,1 % (Eurobasis: -1,4 %) auf 93,1 Punkte (Eurobasis: 94,7 Punkte). Der Index ohne Energie reduzierte sich um 4,9 % (Eurobasis: -3,2 %) auf 107,5 Punkte (Eurobasis: 109,4 Punkte).

    Index für Energierohstoffe: -13,4 % (Eurobasis: -11,8 %)

    Der fallende Verlauf der Ölpreise verstärkte sich im Februar, da sich das Coronavirus insbesondere in China aber auch weltweit zunehmend ausbreitete. Die Ausbreitung des Virus führte zu einer deutlichen Reduktion der Nachfrage nach Rohöl, da das Virus vor allem in China die ökonomische Aktivität im Februar deutlich eindämmte. Die von der chinesischen Regierung verhängten Quarantänemaßnahmen führten zu leeren Straßen, reduzierten deutlich den Flugverkehr und legten die Industrie lahm, was wiederum zu einem Einbruch der Ölnachfrage und zu sinkenden Ölpreisen führte. Um dem Preisverfall auf den Ölmärkten entgegenzuwirken, sprach sich Anfang Februar das Joint Technical Committee der OPEC dafür aus, die aktuell bestehenden Fördermengenkürzungen bis Ende 2020 aufrechtzuerhalten und empfahl darüber hinaus, die Fördermenge weiterhin zu drosseln. Allerdings weigerte sich Russland den zusätzlichen Kürzungen zuzustimmen, sodass es bislang zu keiner Einigung zwischen den OPEC+ Staaten kam. Die ergebnislosen Verhandlungen zwischen der OPEC und Russland drückten ebenfalls auf die Rohölpreise. Die Preise erreichten am 29. Februar das Monatstief von 50,1 US-$ pro Barrel Brent und 45,26 US-$ pro Barrel WTI. Weitere Verhandlungen im März werden zeigen, ob sich die OPEC+ Staaten auf weitere Kürzungen der Fördermenge einigen können.

    Auch die europäischen und die amerikanischen Erdgaspreise fielen deutlich im Februar verglichen mit dem Vormonat. Insbesondere verzeichnete der europäische Erdgaspreis einen starken Rückgang, was vor allem durch die für den Februar unüblich warmen Temperaturen in Europa begründet war. Die milden Temperaturen führten zu einem geringen Verbrauch an Erdgas. Aber auch in den USA wies der Februar relativ warme Temperaturen auf, was den Gasverbrauch reduzierte und ebenfalls die Preise für amerikanisches Erdgas drückte.

    Insgesamt sank der Teilindex der Energierohstoffe um 13,4 % (Eurobasis: -11,8 %) auf 96,9 Punkte (Eurobasis: 98,6 Punkte).

    Index für Industrierohstoffe: -5,8 % (Eurobasis: -4,1 %)

    Der Teilindex für Industrierohstoffe ist in den Index für Agrarische Rohstoffe, den Index für NE-Metalle sowie den Index für Eisenerz und Stahlschrott untergliedert. Alle drei Subindices verliefen ebenfalls rückläufig und reagierten auf die rasche Ausbreitung des Coronavirus. Das Coronavirus bremste insbesondere das chinesische Wachstum und verringert somit deutlich die Nachfrage nach Industrierohstoffen. Da China weltweit sowohl größter Produzent als auch größter Konsument von Industriemetallen ist, wirkte sich die gebremste chinesische Industrie auf die Preise auf den Metallmärkten aus. Die Preise für Stahlschrott und Eisenerz sanken aufgrund der rückläufigen chinesischen Stahlproduktion. Aber auch die Preise für Kupfer, Nickel und Zink fielen im Februar deutlich und spiegelten die gebremste wirtschaftliche Aktivität insbesondere in China wider.

    Der Index für Agrarische Industrierohstoffe fiel im Februar nur leicht, da die Preise für Schnittholz im Gegensatz zu den übrigen Rohstoffpreisen im Februar angestiegen sind. Die Preise für Kautschuk, Baumwolle und australischer Wolle fielen allerdings aufgrund der verringerten Nachfrage insbesondere aus China. Als Grund für den Preisverfall ist auch hier die weltweite Ausbreitung des Coronavirus zu sehen.

    Insgesamt fiel der Index für Industrierohstoffe im Monatsdurchschnitt um 5,8 % (Eurobasis: -4,1 %) auf 117,5 Punkte (Eurobasis: 119,6 Punkte).

    Index für Nahrungs- und Genussmittel: -3,1 % (Eurobasis: -1,4 %)

    Trotz Ausbreitung des Coronavirus fiel der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Vergleich zu den Entwicklungen der übrigen Teilindices nur relativ gering um 3,1 % (Eurobasis: -1,4 %). Die Indexwerte für Öle und Ölsaaten und auch für Getreide sanken aufgrund des erwarteten Nachfragerückgangs aus China. Allerdings blieben die Preise für Genussmittel im Februar nahezu unverändert. Während die Preise für Kaffee und Tee ebenfalls im Februar sanken, stellten die Märkte für Zucker und Kakao eine Ausnahme dar und wiesen steigende Preise auf. Der Preisanstieg auf dem Zuckermarkt ist auf Verknappungen des Angebots zurückzuführen. In den großen Produzentenländern Indien und Thailand zerstörten ungünstige Wetterverhältnisse große Teile der Zuckerrohrernte. Zusätzlich dazu nutzt Brasilien vermehrt Zuckerrohr für die Herstellung von Ethanol als Treibstoff, sodass geringere Mengen des Rohstoffes in die Lebensmittelproduktion eingehen. Als Grund für den Preisanstieg auf dem Kakaomarkt ist der Zusammenschluss von Ghana und der Elfenbeinküste zu einem Kakaokartell zu nennen. Das Kartell möchte ab Oktober 2020 einen Preisaufschlag von 400 Dollar je Tonne bei den Abnehmern durchsetzen. Der Preisaufschlag soll den Kakaobauern zukünftig einen Preis in Höhe des Fair-Trade-Abnehmerpreis garantieren. Die Initiative von Ghana und der Elfenbeinküste führte schon im Vorhinein zu Preissteigerungen. Zukünftig wird sich zeigen, ob die erhöhten Preise langfristig bestehen bleiben können, oder ob die Produktion in anderen Ländern ausgeweitet wird, was wiederum zu sinkenden Preisen führen würde.

    Insgesamt nahm der Index für Nahrungs- und Genussmittel im Monatsdurchschnitt um -3,1 % (Eurobasis: -1,4 %) ab und notierte bei 93,1 Punkten (Eurobasis: 94,7 Punkten).

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  • Deutschland sollte seine Steuersätze für Unternehmen senken. Diese Position vertritt die Mehrheit der befragten Volkswirte im Ökonomenpanel, eine Befragung des ifo Instituts und der FAZ. 53 Prozent der befragten 104 Wirtschaftswissenschaftler stimmten der Aussage zu, Deutschland sollte die Unternehmensteuern senken, wie andere Länder es schon getan haben. Ablehnend äußerte sich ein knappes Viertel.

     

    Der ZEW-Indikator liegt bei minus 49,5 Punkten
    ZEW, Pressemitteilung vom 17.03.2020

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen im März um 58,2 Punkte auf einen Wert von minus 49,5 Punkten zurück. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich ebenfalls gegenüber dem Vormonat erheblich verschlechtert. In der aktuellen Umfrage liegt der Lageindikator bei minus 43,1 Punkten und damit 27,4 Punkte unterhalb des Wertes vom Februar.

    Die jetzt vorliegende Kombination von Erwartungen und Lageeinschätzung mit stark negativen Werten für beide Indikatoren gab es so nur in der Finanzkrise im Herbst 2008.

    “Der extrem starke Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen war zu erwarten. Für die Konjunktur stehen die Signale auf Rot. Die Finanzmarktexperten/-innen gehen aktuell von einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal aus und halten auch für das zweite Quartal einen Rückgang für sehr wahrscheinlich. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet die Mehrheit der Experten/-innen derzeit einen auf die Corona-Pandemie zurückzuführenden Wachstumsrückgang des realen BIP von etwa einem Prozentpunkt”, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

    Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken mit einem Rückgang um 59,9 Punkte ebenso dramatisch wie diejenigen für Deutschland. Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt damit bei einem Wert von minus 49,5 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet sinkt ebenfalls stark. Er liegt aktuell bei minus 48,5 Punkten. Dies entspricht einem Rückgang um 38,2 Punkte gegenüber Februar.

    Auch für das Eurogebiet ist dies eine Konstellation von Erwartungen und Lageeinschätzung, die bisher so nur in der Finanzkrise Ende 2008 vorkam.

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  • Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen im März um 58,2 Punkte auf einen Wert von minus 49,5 Punkten zurück. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich ebenfalls gegenüber dem Vormonat erheblich verschlechtert.

     

    Konjunkturausblick bricht ein

    Der ZEW-Indikator liegt bei minus 49,5 Punkten

    ZEW, Pressemitteilung vom 17.03.2020

    Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland gehen im März um 58,2 Punkte auf einen Wert von minus 49,5 Punkten zurück. Dies ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991. Die Einschätzung der konjunkturellen Lage für Deutschland hat sich ebenfalls gegenüber dem Vormonat erheblich verschlechtert. In der aktuellen Umfrage liegt der Lageindikator bei minus 43,1 Punkten und damit 27,4 Punkte unterhalb des Wertes vom Februar.

    Die jetzt vorliegende Kombination von Erwartungen und Lageeinschätzung mit stark negativen Werten für beide Indikatoren gab es so nur in der Finanzkrise im Herbst 2008.

    „Der extrem starke Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen war zu erwarten. Für die Konjunktur stehen die Signale auf Rot. Die Finanzmarktexperten/-innen gehen aktuell von einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts im ersten Quartal aus und halten auch für das zweite Quartal einen Rückgang für sehr wahrscheinlich. Für das Gesamtjahr 2020 erwartet die Mehrheit der Experten/-innen derzeit einen auf die Corona-Pandemie zurückzuführenden Wachstumsrückgang des realen BIP von etwa einem Prozentpunkt“, kommentiert ZEW-Präsident Prof. Achim Wambach, Ph.D.

    Die Erwartungen der Finanzmarktexperten/-innen an die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sinken mit einem Rückgang um 59,9 Punkte ebenso dramatisch wie diejenigen für Deutschland. Der Erwartungsindikator für das Eurogebiet liegt damit bei einem Wert von minus 49,5 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet sinkt ebenfalls stark. Er liegt aktuell bei minus 48,5 Punkten. Dies entspricht einem Rückgang um 38,2 Punkte gegenüber Februar.

    Auch für das Eurogebiet ist dies eine Konstellation von Erwartungen und Lageeinschätzung, die bisher so nur in der Finanzkrise Ende 2008 vorkam.

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  • Die KfW und das BMWi unterstützen den deutschen Mittelstand bei der Transformation hin zu mehr Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz mit einem neuen Förderprogramm: Die „Klimaschutzoffensive für den Mittelstand“ bietet mittelständischen privaten und kommunalen Unternehmen bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz zinsgünstige Kredite in Verbindung mit attraktiven Zuschüssen für Investitionen in die Herstellung und Nutzung klimafreundlicher Anlagen und Produkte mit hoher klimaschützender Wirkung.

     

    KfW, Pressemitteilung vom 17.03.2020

    • “Klimaschutzoffensive für den Mittelstand” gestartet
    • Zinsgünstige Kredite in Verbindung mit Zuschüssen für Investitionen in klimafreundliche Produkte, Technologien und Verfahren
    • EU-Definition für nachhaltiges Wirtschaften (“EU-Taxonomie”) ist Maßstab für Förderfähigkeit

    Die KfW und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterstützen den deutschen Mittelstand bei der Transformation hin zu mehr Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz mit einem neuen Förderprogramm: Die “Klimaschutzoffensive für den Mittelstand” bietet mittelständischen privaten und kommunalen Unternehmen bis 500 Mio. Euro Jahresumsatz zinsgünstige Kredite in Verbindung mit attraktiven Zuschüssen für Investitionen in die Herstellung und Nutzung klimafreundlicher Anlagen und Produkte mit hoher klimaschützender Wirkung. Hierzu zählen eine breite Palette von Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen in den Bereichen Industrie, Verkehr, Strom- und Wärmeerzeugung, Abfall- und Abwassermanagement oder Green-IT. Mit der “Klimaschutzoffensive für den Mittelstand” wird die KfW, zunächst über einen Zeitraum von 3 Jahren, bis zu 100 Mio. Euro pro Jahr bereitstellen.

    Dr. Ingrid Hengster, Vorstandsmitglied der KfW, erklärt zum Start des Programms: “Bundesregierung und Europäische Union haben sich ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt. Sie können nur erreicht werden, wenn die Unternehmen den Weg zu mehr Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz mitgehen. Dies erfordert einen tiefgreifenden Transformationsprozess, der vor allem den Mittelstand vor finanzielle Herausforderungen stellt und den wir als nachhaltige Förderbank in den kommenden Jahren begleiten und mitgestalten werden.”

    Entscheidendes Förderkriterium in der “Klimaschutzoffensive für den Mittelstand” ist, dass sich die zu finanzierenden Maßnahmen an die EU-weite Definition für ökonomisch nachhaltiges Wirtschaften (EU-Taxonomie) anlehnen. Die Ende 2022 in Kraft tretende EU-Taxonomie definiert die künftigen Standards für nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten. Ihre Einhaltung wird in den kommenden Jahren zu einem entscheidenden Faktor für den Zugang zu Kapital und die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.

    “Der Begriff ?EU-Taxonomie? klingt akademisch und abstrakt, aber seine Botschaft ist klar: Unternehmerisches Handeln und Klimaschutz gehen künftig nur zusammen. Darin liegt auch eine große Chance für den Mittelstand: Durch frühzeitiges Agieren kann er seine Vorreiterrolle ausbauen und zum Erreichen der Klimaziele beitragen”, so Hengster.

    Eine Übersicht über die förderfähigen Maßnahmen steht auf der Website der KfW unter www.kfw.de/klimaschutzoffensive zur Verfügung. Über den “Klimazuschuss”, der nur in Verbindung mit dem Kredit beantragt werden kann, gibt die KfW ihre aktuell besonders günstigen Refinanzierungsbedingungen an ihre Kunden weiter. Der Klimazuschuss beträgt zum Start des Programms bis zu 6 % der Kreditsumme, um Vorreiter-Investoren einen besonderen Anreiz zu bieten.

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  • Wie das BMWi mitteilt, deutete sich zum Start in das neue Jahr zunächst eine Belebung der Wirtschaftsaktivität an. Mit der Ausbreitung des Coronavirus dürfte die Wirtschaftsentwicklung spätestens ab März zunächst merklich gedämpfter verlaufen.

     

    Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im März 2020

    BMWi, Pressemitteilung vom 16.03.2020

    • Zum Start in das neue Jahr deutete sich zunächst eine Belebung der Wirtschaftsaktivität an. Mit der Ausbreitung des Coronavirus dürfte die Wirtschaftsentwicklung spätestens ab März zunächst merklich gedämpfter verlaufen.
    • Die Auftragseingänge, die Umsätze und die Produktion in der Industrie erhöhten sich zum Jahresanfang deutlich, wozu auch Sondereffekte beitrugen. Die Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe verbesserten sich im Februar erneut etwas. Die wirtschaftlichen Auswirkungen von COVID-19 waren allerdings noch nicht eingepreist.
    • Die Indikatoren für den privaten Konsum senden nach wie vor gemischte Signale.
    • Die positive, aber gedämpfte Entwicklung der Beschäftigung setzte sich fort. Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich seitwärts.

    Allgemeine Lage: Leichte Aufwärtsbewegung wird durch das Coronavirus gestoppt

    Das Coronavirus setzt der deutschen Wirtschaft zu. Wie stark und wie lange ist gegenwärtig noch nicht belastbar abzuschätzen, weil noch keine aussagekräftigen konjunkturellen Daten verfügbar sind. Auch ist noch zu ungewiss, wie schnell und wie stark sich das Coronavirus verbreiten wird. Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung muss aber mit relevanten konjunkturellen Auswirkungen gerechnet werden. Dabei war die deutsche Wirtschaft gerade dabei, ihre seit Anfang des Jahres 2018 anhaltende Schwächephase zu überwinden, die im Zusammenhang mit der globalen industriellen Rezession und den Handelskonflikten steht. Nach der Stagnation des Bruttoinlandsprodukts im Jahresschlussquartal 2019 waren die industriellen Aufträge, Umsätze und Produktion der deutschen Wirtschaft im Januar kräftig gestiegen. Es zeichnete sich insoweit eine merkliche konjunkturelle Belebung für das erste Quartal 2020 ab. Diese wird nun nicht mehr erwartet, weil die deutsche Wirtschaft im Februar und März voraussichtlich Absatzeinbußen im Außenhandel mit einigen bereits vom Virus stärker betroffenen Ländern haben wird und auch einige Dienstleistungsbereiche aufgrund von Verhaltensänderungen der Nachfrager Umsatzrückgänge verzeichnen werden. Die kommende konjunkturelle Entwicklung wird davon bestimmt, wie die weitere nationale und globale Ausbreitung des Coronavirus verlaufen wird. Die deutsche Wirtschaft wird voraussichtlich auf der Angebotsseite durch mögliche Störungen von Lieferketten und arbeitsunfähigkeitsbedingte Produktionsausfälle sowie auf der Nachfrageseite durch geringere Exportnachfrage und national durch deutliche Konsumzurückhaltung betroffen sein. Pandemien können sich in Wellen über die Welt verbreiten, in den einzelnen Regionen verlaufen sie nach den bisherigen Erfahrungen aber eher kurz und heftig. Es wäre demnach mit einer merklichen Abschwächung der Konjunktur im zweiten, aber gegebenenfalls bereits wieder mit einer Stabilisierung im dritten Quartal dieses Jahres zu rechnen, sofern Lieferketten alsbald wieder funktionieren.

    Die momentan hohe Verunsicherung über die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zeigt sich auch an heftigen Bewegungen auf den Finanzmärkten. Diese suchen seit Anfang der letzten Februarwoche nach einer Neueinschätzung der Lage. Dort waren vor allem am 6., 9. und 12. März starke Kursverluste zu beobachten. Der deutsche Leitindex DAX etwa hat mittlerweile im Vergleich zum Stand vom 21. Februar rund 30 % verloren, ähnlich auch der amerikanische Leitindex DOW JONES, der im gleichen Zeitraum rund 27 % einbüßte.

    Weltwirtschaftliche Lage: Gedämpft bereits vor Corona-Krise

    Die Weltkonjunktur zeigt sich nach wie vor gedämpft – wobei die aktuell vorliegenden Indikatoren die wirtschaftlichen Auswirkungen der Verbreitung des Coronavirus überwiegend noch nicht abbilden. Im Dezember verzeichnete der Weltwarenhandel, der zuletzt vor allem von protektionistischen Tendenzen gebremst wurde, lediglich ein verhaltenes Plus gegenüber dem Vormonat. Das Welthandelsvolumen im Jahr 2019 war erstmals seit der Finanzkrise niedriger als im Vorjahr. Derweil wurde die globale Industrieproduktion im Dezember im Vorjahresvergleich erneut leicht hochgefahren. Für das Gesamtjahr 2019 verzeichnete sie aber ebenfalls die niedrigste Wachstumsrate seit zehn Jahren.

    Einen Niederschlag findet das Coronavirus demgegenüber in ersten Stimmungsindikatoren: Nach den Produktionsunterbrechungen in China stürzte der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex von J. P. Morgan / IHS Markit für die Weltwirtschaft im Februar auf einen historischen Tiefstand unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Als erste Reaktion auf die Entwicklung in China haben die internationalen Organisationen ihre Prognose für die Weltwirtschaft zum Teil merklich nach unten revidiert. Die Folgen einer stärkeren Verbreitung und die Beeinträchtigung der globalen Nachfrage und internationaler Wertschöpfungsketten sind zum jetzigen Zeitpunkt jedoch schwer abzuschätzen. In jedem Fall dürfte eine weitere Ausbreitung des Virus und die damit verbundenen Unwägbarkeiten die generell schwache Dynamik der Weltkonjunktur weiter dämpfen.

    Deutscher Außenhandel weiterhin schwach

    Die schwache globale Konjunktur schlägt sich in den Zahlen zum deutschen Außenhandel nieder. Die Ausfuhren an Waren und Dienstleistungen sind im Januar saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen im Vergleich zum Vormonat um lediglich 0,2 % gestiegen. Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein leichtes Minus von 0,3 %, das aufgrund leicht gestiegener Ausfuhrpreise in realer Rechnung etwas höher ausfallen dürfte. Die aktuellen Indikatoren deuten nicht auf eine deutliche Belebung hin, obwohl die Daten überwiegend vor der Ausbreitung des Coronavirus erhoben wurden. So haben sich die ifo Exporterwartungen des Verarbeitende Gewerbe in den vergangenen Monaten nicht wesentlich aufgehellt. Die Auftragseingänge aus dem Ausland sind im Januar zwar deutlich gestiegen, dazu haben allerdings überdurchschnittliche Großaufträge sowie kalendarische Nachholeffekte beigetragen.

    Die Importe von Waren und Dienstleistungen gingen im Januar saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen im Vergleich zum Dezember zurück (-0,3 %). Im Zweimonatsvergleich haben die Einfuhren nominal stagniert (+0,0 %). Vor dem Hintergrund leicht gestiegener Einfuhrpreise dürfte sich preisbereinigt jedoch ein leichter Rückgang ergeben.

    Ausblick für Deutschland: Leichte Erholung wird sich nicht durchsetzen

    Die bis zuletzt vorliegenden Indikatoren für das Produzierende Gewerbe können noch nicht durch einen Corona-Effekt beeinflusst sein. Sowohl bei den Auftragseingängen als auch bei der Produktion waren im Berichtsmonat Januar deutliche Zuwächse zu verzeichnen, die allerdings teilweise auch auf Nachholeffekte aufgrund einer überdurchschnittlichen Anzahl von Brückentagen im Dezember zurückzuführen sind. Bei den Ordereingängen dürften darüber hinaus Großaufträge eine Rolle gespielt haben. Insgesamt hatte sich damit vor Corona der Ausblick für die Industrie gerade etwas aufgehellt. Mit der globalen Ausbreitung des Coronavirus kommt jetzt allerdings ein neuer wohlmöglich gravierender Schock auf die Industrie zu, dessen genaue negative ökonomische Auswirkungen noch schwer einzuschätzen sind. Im Januar nahm die Produktion im Produzierenden Gewerbe insgesamt um 3,0 % zu. In der Industrie wurde ein Plus von 2,9 % verzeichnet und im Baugewerbe von 4,7 %. Im Zweimonatsvergleich Dezember/Januar gegenüber Oktober/November blieb die Herstellung im Produzierenden Gewerbe insgesamt und ebenso in der Industrie nahezu unverändert (jeweils -0,1 %). Die Bauproduktion indes wurde um 0,7 % ausgeweitet. Bei den Auftragseingängen im Verarbeitenden Gewerbe ergab sich im Zweimonatsvergleich eine leichte Zunahme von 0,2 % und bereinigt um Großaufträge sogar von 0,5 %. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe hat sich im Februar den dritten Monat in Folge verbessert. Dabei hat sich der Ausblick auf die nächsten sechs Monate wieder etwas aufgehellt. Die Folgen von Corona scheinen hier aber noch nicht eingeflossen zu sein.

    Konsum liefert geringere Impulse

    Die privaten Konsumausgaben stagnierten zwar im Schlussquartal 2019, im dritten Quartal hatten sie allerdings deutlich zugelegt. Vor Ausbruch der durch Corona erzeugten Verunsicherung zeichnete sich angesichts der zu erwartenden positiven Entwicklung der verfügbaren Einkommen und einer weiter zunehmenden Beschäftigung eine weiterhin robuste Binnenkonjunktur ab. Allerdings ist aufgrund des Virus von Verhaltensänderungen der Verbraucher auszugehen und zumindest vorübergehend mit einer merklich geringeren Konsumnachfrage zu rechnen. Zu Jahresbeginn, also vor Corona, sandten die Indikatoren gemischte Signale. Die Umsätze im Einzelhandel ohne Kfz, die etwa ein Drittel der privaten Konsumausgaben ausmachen, erhöhten sich im Januar um 0,9 %. Die Neuzulassungen von Pkw, die im vierten Quartal um 0,8 % zulegen, sind im Januar und Februar merklich geringer ausgefallen als zu Jahresende. Das Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im Februar leicht abgekühlt, blieb aber per saldo positiv und spürbar oberhalb seines langjährigen Durchschnitts. Die Preisentwicklung verlief weiterhin in ruhigen Bahnen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im Februar um 0,4 %, wobei rückläufige Energiepreise dämpfend wirkten. Die Inflationsrate blieb unverändert bei 1,7 %, ebenso die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) mit 1,5 %.

    Arbeitsmarkt im Berichtsmonat weiterhin robust

    Auch in der gedämpften Konjunktur zeigt sich der Arbeitsmarkt weitgehend robust. Der Zuwachs der saisonbereinigten Erwerbstätigkeit (+18.000 Personen) war im Januar in etwa so hoch wie im Mittel der letzten zwölf Monate. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nahm im Dezember (+59.000 Personen) sogar so dynamisch zu wie zuletzt Anfang 2019. Die Entwicklung im Bereich Arbeitnehmerüberlassung (-10.000 Personen) zeigt allerdings, dass die konjunkturelle Belastung erheblich ist. Die Arbeitslosigkeit bewegt sich seit dem Sommer seitwärts, wobei sie im Februar den zweiten Monat in Folge zurückging (-10.000 Personen). Nach den Ursprungszahlen (2,4 Mio. Personen) wird der Vorjahresstand erneut leicht, um 23.000 Personen, überschritten. Die Entwicklung bei der Unterbeschäftigung verlief synchron. Bei der Inanspruchnahme von konjunkturellem Kurzarbeitergeld deutet sich ein beschleunigter Anstieg an, auch wenn die letzten Daten zur Kurzarbeit dies noch nicht anzeigen: Das Kurzarbeitergeld wurde im Dezember (90.000 Personen) weniger stark in Anspruch genommen als im November und auch die vorauslaufenden Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit gingen – vor der Expansion des Coronavirus – im Januar auf 42.000 Personen leicht zurück. Die Frühindikatoren lassen weiterhin einen leichten Beschäftigungsaufbau und wenig Bewegung bei der Arbeitslosigkeit erwarten. Allerdings ist derzeit weiterhin unsicher, in welchem Maße die Ausbreitung des Coronavirus sich auf den Arbeitsmarkt auswirkt.

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  • Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen lag im Februar 2020 bei +1,7 %. Damit blieb die Inflationsrate unverändert (Januar 2020: +1,7%). Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Januar 2020 um 0,4 %.

     

    Inflationsrate im Februar 2020 bei +1,7 %

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.03.2020

    Verbraucherpreisindex, Februar 2020

    • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • +0,4 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Harmonisierter Verbraucherpreisindex, Februar 2020

    • +1,7 % zum Vorjahresmonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)
    • +0,6 % zum Vormonat (vorläufiges Ergebnis bestätigt)

    Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat – lag im Februar 2020 bei +1,7 %. Damit blieb die Inflationsrate unverändert (Januar 2020: +1,7%). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat Januar 2020 um 0,4 %.

    Waren teurer als ein Jahr zuvor – Nahrungsmittelpreise um 3,3 % gestiegen

    Die Preise für Waren insgesamt lagen im Februar 2020 um 1,8 % über denen des Vorjahresmonats. Vor allem die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich mit +3,3 % überdurchschnittlich. Deutlich teurer waren Obst (+9,0 %) sowie Fleisch und Fleischwaren (+8,0 %). Der Preisauftrieb bei Fleisch zeigte sich auch in den vorgelagerten Wirtschaftsstufen. Rückläufig unter den Nahrungsmitteln waren die Preise bei Speisefetten und Speiseölen (-6,5 %). Die Energieprodukte verteuerten sich binnen Jahresfrist um 2,0 %. Im Einzelnen stand den Preiserhöhungen bei Strom (+4,4 %) und Kraftstoffen (+3,0 %) ein deutlicher Preisrückgang beim Heizöl (-10,1 %) gegenüber. Weniger bedeutsam, aber merklich teurer wurden zudem Tabakwaren (+4,3 %) sowie Druckerzeugnisse (+3,6 %).

    Inflationsrate ohne Energie und Nahrungsmittel bei +1,5 %

    Die Preisentwicklungen bei Nahrungsmitteln und bei Energie wirkten sich im Februar 2020 erhöhend auf die Inflationsrate aus: Ohne Berücksichtigung der Preise für Nahrungsmittel und Energie hätte die Inflationsrate im Februar 2020 nur bei +1,5 % gelegen.

    Dienstleistungen verteuerten sich binnen Jahresfrist um 1,6 %

    Die Preise für Dienstleistungen insgesamt erhöhten sich im Februar 2020 gegenüber dem Vorjahresmonat mit +1,6 % etwas schwächer als die der Waren. Die aufgrund des großen Anteils an den Konsumausgaben der privaten Haushalte bedeutsamen Nettokaltmieten verteuerten sich um 1,5 %. Überdurchschnittlich verteuerten sich zum Beispiel Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (+4,4 %) sowie die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+3,8 %). Hingegen wirkten sich die Preisentwicklungen im Bildungswesen (-2,3 %) und bei der Telekommunikation (-0,5 %) leicht dämpfend auf die Teuerungsrate aus.

    Saisonbedingter Preisanstieg gegenüber dem Vormonat, aber Preisrückgang bei Heizöl

    Im Vergleich zum Januar 2020 stieg der Verbraucherpreisindex im Februar 2020 um 0,4 %. Hervorzuheben sind hier saisonbedingte Preisanstiege, zum Beispiel bei Pauschalreisen (+15,5 %) und Bekleidungsartikeln (+2,7 %). Hingegen gingen die Energiepreise um 1,2 % zurück, vor allem wurde Heizöl (-8,3 %) günstiger.

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  • Im Jahr 2019 haben die deutschen Amtsgerichte 18.749 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2,9 % weniger als 2018.

     

    Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2019 um 2,9 % niedriger als 2018

    Zahl der Verbraucherinsolvenzen auch gesunken: 7,3 % weniger als im Vorjahr

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 13.03.2020

    Im Jahr 2019 haben die deutschen Amtsgerichte 18.749 Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2,9 % weniger als 2018. Die Zahl der beantragten Unternehmensinsolvenzen sank damit auf den niedrigsten Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Einen Anstieg hat es zuletzt im Krisenjahr 2009 gegeben (+11,6 % gegenüber dem Jahr 2008).

    Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger aus beantragten Unternehmensinsolvenzen bezifferten die Amtsgerichte für 2019 auf knapp 26,8 Milliarden Euro. 2018 hatten sie bei rund 21,0 Milliarden Euro gelegen. Dieser Anstieg der Forderungen trotz rückläufiger Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist darauf zurückzuführen, dass 2019 mehr wirtschaftlich bedeutende Unternehmen Insolvenz beantragt haben als 2018.

    Neben der Zahl der Unternehmensinsolvenzen war 2019 auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen rückläufig: Im Vorjahresvergleich sank sie um 7,3 % auf 62.632 Fälle. Einen Anstieg der Verbraucherinsolvenzen hat es zuletzt im Jahr 2010 gegeben (+7,6 % gegenüber dem Jahr 2009).

    Die Insolvenzen von Personen, die zuvor einer selbstständigen Tätigkeit nachgegangen waren, sind im Vorjahresvergleich um 0,5 % auf 18.425 Fälle gestiegen. Bei den ehemals selbständig Tätigen dürfte in vielen Fällen eine Insolvenz ihres Unternehmens vorausgegangen sein.

    Die Gesamtzahl aller Insolvenzen einschließlich der 3.757 Nachlass- beziehungsweise Gesamtgutinsolvenzen und der 506 Insolvenzen von natürlichen Personen, die als Gesellschafterin oder Gesellschafter größerer Unternehmen von einer Insolvenz betroffen waren, belief sich im Jahr 2019 auf 104.069 Fälle. Das waren 5,0 % weniger als 2018.

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  • Als Folge des Corona-Virus rechnet das IfW Kiel mit einem harten Konjunktureinbruch, gefolgt von einer starken Gegenbewegung. Das BIP in Deutschland dürfte 2020 um 0,1 Prozent schrumpfen, 2021 dann um 2,3 Prozent zulegen. Ein solcher konjunktureller V-Effekt ist auch für den Euroraum und die Weltkonjunktur zu erwarten.

     

    BIP dürfte 2020 schrumpfen

    IfW Kiel, Pressemitteilung vom 12.03.2020

    Als Folge des Corona-Virus rechnet das IfW Kiel mit einem harten Konjunktureinbruch, gefolgt von einer starken Gegenbewegung. Das BIP in Deutschland dürfte 2020 um 0,1 Prozent schrumpfen, 2021 dann um 2,3 Prozent zulegen. Ein solcher konjunktureller V-Effekt ist auch für den Euroraum und die Weltkonjunktur zu erwarten. Der staatliche Haushaltssaldo dürfte dieses Jahr nur noch leicht positiv und 2021 leicht negativ sein.Die Folgen der Corona-Pandemie unterbrechen die sich abzeichnende zaghafte Belebung der deutschen Konjunktur jäh und kosten über einen Prozentpunkt an Wirtschaftsleistung in diesem Jahr. Die Industrie rutscht wieder tiefer in die Rezession. Die Binnenwirtschaft, bislang Stütze der konjunkturellen Entwicklung, gerät ebenfalls unter Stress. Weltweit ist mit drastischen Rückgängen der Wertschöpfung zu rechnen. Dies geht aus den heute veröffentlichten Konjunkturprognosen für Deutschland, den Euroraum und die Weltwirtschaft des Instituts für Weltwirtschaft Kiel (IfW Kiel) hervor.

    „Die konkreten wirtschaftlichen Folgen durch das Corona-Virus sind derzeit kaum zu beziffern. Die Prognose unterliegt einer erheblichen Unsicherheit und beruht auf der für uns zum Zeitpunkt der Erstellung wahrscheinlichsten Annahme, dass die Pandemie zur Mitte des Jahres abflaut und es danach zu spürbaren wirtschaftlichen Aufholeffekten kommt. Das wäre dann eine Rezession im Zeitraffer“, sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths.

    Erst Einbruch, dann Gegenbewegung

    In diesem Szenario schrumpft das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 0,4 Prozent und im zweiten Quartal um 1 Prozent. Ab dem dritten Quartal dürfte eine starke Gegenbewegung einsetzen und das BIP im Winter zum Vorjahresniveau aufgeschlossen haben. „Mehr Arbeitstage im Schlussquartal erleichtern das Aufholen der Produktionsausfälle, das ist aber nur ein Zwischenspurt“, so Kooths. Während das BIP in diesem Jahr um 0,1 Prozent schrumpft, dürfte es im nächsten Jahr um 2,3 Prozent zulegen.

    Damit korrigiert das IfW seine bisherige Prognose für das laufende Jahr aufgrund der Corona-Pandemie um 1,2 Prozentpunkte nach unten, für das kommende Jahr um 0,8 Prozentpunkte nach oben. Durch eine hohe Anzahl an Werktagen ist die Zuwachsrate 2020 überzeichnet, ohne diesen Kalendereffekt würde das BIP sogar um 0,4 Prozent schrumpfen. Die hohen Zuwachsraten in der zweiten Jahreshälfte führen zu einem statistischen Überhang, der 2021 einen ganzen Prozentpunkt der Jahreszuwachsrate ausmacht.

    „Maßgeblich für die wirtschaftlichen Einbußen sind Vorsichtsmaßnahmen, die Teile des Wirtschaftslebens ebenso hemmen wie die hohe Unsicherheit über Dauer und Schwere der Pandemie und ihrer Folgen. Hinzu kommen Produktionsrückgänge, weil Vorprodukte aus Asien nicht oder zu spät geliefert werden“, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr.

    Rezession im Euroraum

    Auch im Euroraum dürfte eine Rezession – insbesondere in Italien, aber auch im Durchschnitt der Währungsunion – unvermeidbar sein. Das BIP im Euroraum schrumpft demnach im laufenden Jahr um 1 Prozent und legt im kommenden Jahr wieder um etwas über 2 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote im Euroraum wird wohl vorerst wieder steigen, und der zuletzt moderate Verbraucherpreisanstieg wird sich merklich verlangsamen.

    Global sind die negativen Effekte durch das Virus neben Europa vor allem in Asien besonders stark. Erhebliche wirtschaftliche Einbußen sind angesichts stark gesunkener Rohstoffpreise auch für die Schwellenländer zu erwarten. Selbst unter optimistischen Annahmen über den weiteren Verlauf der Pandemie dürfte die Zuwachsrate der Weltproduktion im Jahr 2020 insgesamt von 3 Prozent auf 2 Prozent zurückgehen – die geringste Zunahme seit der Großen Rezession 2008/2009. Kommt es zu einer zügigen Normalisierung der Lage, ist 2021 ein Produktionsanstieg von 4 Prozent zu erwarten.

    Kooths: „In China dürfte die Wertschöpfung im ersten Quartal 2020 erstmals seit Mao Zedong deutlich schrumpfen, allerdings ist aufgrund des drastischen Durchgreifens des Staates mit einer raschen Erholung zu rechnen. Wie stark die Krise Italien wirklich erwischt, welche Schwierigkeiten das für die Eurozone bringt und was Corona für die Wirtschaft in den USA bedeutet, ist momentan kaum abzusehen. Für die deutsche Konjunktur bestehen daher erhebliche Abwärtsrisiken über das hier skizzierte Szenario hinaus. Aber es gibt auch Aufwärtschancen, etwa einer rascher als erwarteten medizinischen Lösung zur Eindämmung der Pandemie oder ihrer gesundheitlichen Folgen.“

    Bauwirtschaft und Arbeitsmarkt kaum negativ betroffen

    Die deutschen Exporte dürften erstmals seit der Großen Rezession auch auf Jahresbasis schrumpfen und im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent zurückgehen. „Der Corona-Effekt schickt die Industrierezession in die Verlängerung, damit werden sich auch die Ausrüstungsinvestitionen erst später stabilisieren“, so Kooths. Die Unternehmensinvestitionen insgesamt dürften im laufenden Jahr um etwa 1 Prozent zurückgehen. Die Zuwachsrate der privaten Konsumausgaben dürfte sich gegenüber dem Vorjahr und dem Referenzszenario ohne Corona-Effekt auf 0,4 Prozent vierteln, wobei hier vor allem Vorsichtsmaßnahmen der Verbraucher durchschlagen, weniger Einkommenseffekte – ablesbar an der von 10,9 Prozent (2019) auf 11,6 Prozent (2020) steigenden privaten Sparquote.

    Die Bauwirtschaft dürfte hingegen kaum betroffen sein, weil diese weiterhin von einer regen Wohnungsnachfrage profitiert und auch produktionsseitig keine größeren Einschränkungen etwa durch fehlendes Material oder Arbeitskräfte zu erwarten sind. Die Bauinvestitionen dürften dieses und nächstes Jahr um 3,4 Prozent bzw. 2,8 Prozent zulegen. Für den Arbeitsmarkt erwarten die IfW-Forscher kaum negative Beschäftigungseffekte durch den Konjunktureinbruch. Bei einem V-förmigen Konjunkturverlauf, auch wenn dieser heftig ausfallen sollte, werden die allermeisten Unternehmen darauf bedacht sein, ihr Personal zu halten. Die Arbeitslosigkeit dürfte daher im gesamten Prognosezeitraum mit einer Quote von 5 Prozent nahezu unverändert bleiben.

    Der Konjunktureinbruch lässt auch den staatlichen Budgetsaldo auf etwa 14 Mrd. Euro in diesem Jahr abschmelzen. 2021 dürfte der Saldo mit knapp 5 Mrd. Euro ins Defizit drehen. Deutschland erfüllt aber weiterhin das Maastricht-Kriterium.

    Felbermayr: „Die Bundesregierung setzt mit dem Kurzarbeitergeld und den Liquiditätshilfen für Unternehmen auf die richtigen Instrumente, weil sie zielgenau, selbstdosierend und reaktionsschnell wirken. Deutschland ist insgesamt gut aufgestellt, um die schlimmsten Folgen zu vermeiden, auch weil die Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Eigenkapitalausstattung deutlich gestärkt haben. Für den Fall, dass die Corona-Krise deutlich länger andauert, sollte man aber schon jetzt weitere Maßnahmen vorbereiten. Hierzu zählen die Stundung von Steuerzahlungen und verbesserte Bilanzregeln, ebenso die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages.“

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  • Die EU-Kommission hat eine neue Strategie vorgelegt, mit der sie die europäische Industrie beim Übergang zu Klimaneutralität und Digitalisierung umfassend unterstützen will.

    Eine neue Industriestrategie für ein weltweit wettbewerbsfähiges, grünes und digitales Europa

    EU-Kommission, Pressemitteilung vom 10.03.2020

    Die EU-Kommission hat am 10.03.2020 eine neue Strategie vorgelegt, mit der sie die europäische Industrie beim Übergang zu Klimaneutralität und Digitalisierung umfassend unterstützen will. „Die europäische Industrie ist der Motor für Wachstum und Wohlstand in Europa. Und sie funktioniert am besten, wenn sie auf das zurückgreift, was sie stark macht: die Menschen und mit ihren Ideen und Talenten, ihrer Vielfalt und ihrem Unternehmergeist“, erklärte Präsidentin Ursula von der Leyen. „Die europäische Industrie hat das Zeug dazu, eine Vorreiterrolle zu übernehmen, und wir werden alles tun, um sie dabei zu unterstützen.“

    Der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton ergänzte: „Europa hat die stärkste Industrie weltweit. Unsere großen und kleinen Unternehmen sichern Arbeitsplätze, Wohlstand und strategische Autonomie. Die Bewältigung des ökologischen und digitalen Wandels und die Vermeidung externer Abhängigkeiten in einem neuen geopolitischen Kontext erfordern radikale Veränderungen – und dies muss jetzt in Angriff genommen werden.“

    Der Vorschlag enthält einen neuen Ansatz für die europäische Industriepolitik, der fest in den europäischen Werten und sozialmarktwirtschaftlichen Traditionen verankert ist und alle Akteure der europäischen Industrie, einschließlich großer und kleiner Unternehmen, innovativer Start-up-Unternehmen, Forschungszentren, Dienstleistungserbringern, Anbietern und Sozialpartnern unterstützt.

    Die Kommission will unter anderem die EU-Wettbewerbsvorschriften und die Auswirkungen ausländischer Subventionen im EU-Binnenmarkt überprüfen und geistiges Eigentum besser schützen. Nachhaltige und intelligente Mobilität soll gefördert und eine Allianz für sauberen Wasserstoff ins Leben gerufen werden.

    Eine eigens für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) konzipierte Strategie zielt darauf ab, Bürokratie abzubauen und den zahlreichen KMU in Europa dabei zu helfen, im gesamten Binnenmarkt tätig zu werden, Zugang zu Finanzierungen zu erhalten und eine Vorreiterrolle beim digitalen und ökologischen Wandel zu übernehmen.

    Außerdem schlägt die EU-Kommission konkrete Schritte vor, wie bestehende Hindernisse im Binnenmarkt abgebaut werden können, damit alle Unternehmen innerhalb und außerhalb der EU expandieren und konkurrieren können.

    Das nun veröffentlichte Paket zur Industriepolitik umfasst folgende Initiativen:

    Eine neue industriepolitische Strategie

    Damit Europas führende Rolle im Industriesektor gewahrt bleibt, wird eine neue Industriestrategie dazu beitragen, drei Schlüsselprioritäten zu verwirklichen: die Erhaltung der globalen Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und gleicher Wettbewerbsbedingungen in der EU und weltweit, ein klimaneutrales Europa bis 2050 und die Gestaltung der digitalen Zukunft Europas.

    In der Strategie werden die wichtigsten Triebkräfte des industriellen Wandels in Europa dargelegt. Das umfassende Paket sieht unter anderem folgende Maßnahmen vor:

    • Einen Aktionsplan für geistiges Eigentum zur Wahrung der technologischen Unabhängigkeit, zur Förderung weltweit gleicher Wettbewerbsbedingungen, zur besseren Bekämpfung des Diebstahls geistigen Eigentums und zur Anpassung des Rechtsrahmens an den ökologischen und digitalen Wandel.
    • Da der Wettbewerb das Beste aus unseren Unternehmen herausholt, wird mit der fortlaufenden Überprüfung der EU-Wettbewerbsvorschriften, unter anderem mit der derzeitigen Bewertung der Vorschriften im Bereich der Fusionskontrolle und der Eignungsprüfung der Leitlinien für staatliche Beihilfen, dafür gesorgt, dass unsere Vorschriften in einer sich rasch wandelnden, zunehmend digitalen Wirtschaft, die umweltfreundlicher und kreislauforientierter werden muss, ihren Zweck erfüllen.
    • Wir brauchen einen fairen Wettbewerb im In- und Ausland. Neben der bestmöglichen Nutzung ihres Instrumentariums handelspolitischer Schutzmechanismen wird die Kommission bis Mitte 2020 ein Weißbuch annehmen, das sich mit den wettbewerbsverzerrenden Auswirkungen ausländischer Subventionen im Binnenmarkt sowie mit dem ausländischen Zugriff auf öffentliche Aufträge in der EU und auf EU-Mittel befasst. Die Frage der ausländischen Subventionen wird in einem Vorschlag für einen Rechtsakt behandelt werden, der 2021 vorgelegt werden soll. Dies geht Hand in Hand mit den laufenden Arbeiten zur Stärkung der weltweiten Regeln für Industriesubventionen in der Welthandelsorganisation und mit Maßnahmen zur Behebung des Mangels an Gegenseitigkeit beim Zugang zum öffentlichen Beschaffungswesen in Drittländern.
    • Umfassende Maßnahmen zur Modernisierung und Dekarbonisierung energieintensiver Industrien, Unterstützung des Bereichs nachhaltige und intelligente Mobilität, Förderung der Energieeffizienz und Gewährleistung einer ausreichenden und konstanten Versorgung mit kohlenstoffarmer Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen.
    • Stärkung der industriellen und strategischen Autonomie Europas durch die Sicherung der Versorgung mit kritischen Rohstoffen mithilfe eines Aktionsplans für kritische Rohstoffe und Arzneimittel auf der Grundlage einer neuen EU-Arzneimittelstrategie, indem die Entwicklung strategischer digitaler Infrastrukturen und Schlüsseltechnologien unterstützt wird.
    • Eine Allianz für sauberen Wasserstoff, um die Dekarbonisierung der Industrie zu beschleunigen und die führende Rolle der Industrie zu erhalten, gefolgt von Allianzen für emissionsarme Industrien sowie für industrielle Clouds, Plattformen und Rohstoffe.
    • Weitere Rechtsvorschriften und Leitlinien für ein umweltgerechtes öffentliches Beschaffungswesen und
    • erneut eine schwerpunktmäßige Befassung mit den Themen Innovation, Investitionen und Kompetenzen.

    Zusätzlich zu einem umfassenden Maßnahmenpaket, das sowohl für horizontale als auch für spezifische Technologien konzipiert ist, wird die Kommission die Risiken und Bedürfnisse verschiedener industrieller Ökosysteme systematisch analysieren. Bei dieser Analyse wird die Kommission eng mit einem inklusiven offenen Industrieforum zusammenarbeiten, das bis September 2020 eingerichtet werden soll. Es wird sich aus Vertretern der Industrie, darunter KMU, Großunternehmen, Sozialpartner und Wissenschaftler, sowie der Mitgliedstaaten und der EU-Institutionen zusammensetzen. Bei Bedarf wird Fachwissen von Experten aus bestimmten Bereichen eingeholt. Auf den jährlich veranstalteten Industrietagen der Kommission werden weiterhin alle Akteure zusammenkommen.

    Eine neue KMU-Strategie

    KMU spielen eine Schlüsselrolle im industriellen Gefüge Europas. Zwei von drei Beschäftigten arbeiten bei einem KMU. Ohne KMU kann dieser neue industrielle Ansatz nicht erfolgreich sein. Mit der Strategie sollen KMU dabei unterstützt werden, eine Vorreiterrolle beim doppelten Übergang zu übernehmen. Dies bedeutet auch, dass für den Zugang zu den richtigen Kompetenzen zu sorgen ist. Zum Aufbau der von den KMU zur Bewältigung des doppelten Übergangs benötigten Kapazitäten wird die Kommission das Enterprise Europe Network durch die Bereitstellung spezieller Nachhaltigkeitsberater optimieren. Zudem wird sie Zentren für digitale Innovation in allen Regionen Europas einrichten, damit KMU in die Lage versetzt werden, digitale Innovationen zu integrieren. Sie wird Möglichkeiten für die Tätigkeit von Freiwilligen und für Schulungen auf dem Gebiet der digitalen Technologien schaffen.

    Zur Erleichterung der Aktivitäten von KMU innerhalb und außerhalb des Binnenmarkts schlägt die Kommission Maßnahmen zur Beseitigung regulatorischer und praktischer Hürden vor, durch die KMU daran gehindert werden, ihren Geschäften nachzugehen oder zu expandieren. Die Kommission verstärkt unter anderem ihre Bemühungen zur Gewährleistung einer prompten Bezahlung. Insbesondere richtet sie eine neue virtuelle Beobachtungsstelle ein und sorgt für eine alternative Streitbeilegung. Damit KMU in Europa leichter an die Börse gehen können, wird die Kommission im Rahmen des KMU-Finanzierungsfensters von „InvestEU“ auch einen Fonds für den Börsengang (IPO) von KMU unterstützen.

    Zur Förderung des Unternehmertums von Frauen wird die Kommission Investitionen in Unternehmen und Fonds ankurbeln, die von Frauen geleitet werden. Darüber hinaus fordert die Kommission die Mitgliedstaaten auf, dafür Sorge zu tragen, dass den Unternehmen zentrale Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Europa soll zum besten Standort für Neugründungen und Unternehmenswachstum gemacht werden. Die Kommission wird zusammen mit den Mitgliedstaaten einen sogenannten EU Start-up-Nations Standard erarbeiten, der dazu dient, bewährte Verfahren auszutauschen und zu übernehmen, um High-Tech-KMU und Start-ups ein schnelleres Wachstum zu ermöglichen.

    Zur Sicherung des politischen Rückhalts für diese Maßnahmen wird ein hochrangiger KMU-Beauftragter der EU für eine enge Partnerschaft und Abstimmung mit den Mitgliedstaaten im Wege nationaler KMU-Beauftragter sowie mit den regionalen und lokalen Behörden sorgen. Er wird auch der Perspektive der KMU in den EU-Rechtsvorschriften mehr Gewicht verleihen.

    Ein Binnenmarkt, der unseren Unternehmen und Verbrauchern Vorteile bringt

    Der Binnenmarkt zählt zu den größten Errungenschaften Europas und bietet als solcher den europäischen Unternehmen einen groß angelegten heimischen Markt. Durch ihn werden Wettbewerb und Handel in der EU angekurbelt. Der Binnenmarkt bringt den Bürgerinnen und Bürgern in der EU eine größere Auswahl an Waren und Dienstleistungen sowie mehr Beschäftigungschancen und unternehmerische Möglichkeiten. Durch ihn erzielen europäische Unternehmen die nötige Hebelwirkung, um zu Weltmarktführern zu werden.

    Dennoch können die Europäer aufgrund nach wie vor bestehender Hindernisse das Potenzial des Binnenmarkts nicht voll ausschöpfen. Schätzungen zufolge könnte die Beseitigung dieser Hindernisse bis Ende des Jahrzehnts einen Nutzen von bis zu 713 Mrd. Euro bringen. In dem heute veröffentlichten Bericht über Hindernisse für den Binnenmarkt wird aus der Perspektive der europäischen Unternehmen und Verbraucher eine breite Palette einschlägiger Hürden aufgezeigt. In dem Bericht werden die Ursachen dieser Hindernisse genannt: restriktive und komplexe nationale Vorschriften, begrenzte Verwaltungskapazitäten, unvollständige Umsetzung und unangemessene Durchsetzung der EU-Vorschriften.

    Als Gegenmaßnahme nimmt die Kommission heute einen Aktionsplan zur besseren Umsetzung und Durchsetzung der Binnenmarktvorschriften an, mit dem Hindernisse beseitigt werden sollen, die auf Verstöße gegen das EU-Recht zurückzuführen sind. Der Aktionsplan beruht auf einer erneuerten Partnerschaft zwischen den Mitgliedstaaten und der Kommission, in deren gemeinsamer Verantwortung die ordnungsgemäße Durchsetzung und Anwendung der Binnenmarktvorschriften liegt. In diesem Zusammenhang wird mit dem Aktionsplan eine gemeinsame Taskforce der Kommission und der Mitgliedstaaten eingerichtet, um bei der Durchsetzung der Binnenmarktvorschriften stärker zusammenzuarbeiten. Die Kommission ihrerseits wird die nationalen und lokalen Behörden bei ihren Bemühungen um eine ordnungsgemäße Umsetzung des EU-Rechts unterstützen und wird nicht zögern, gegen Verstöße gegen Binnenmarktvorschriften entschlossen vorzugehen.

    Hintergrund

    Die Industrie spielt eine maßgebliche Rolle für das Wirtschaftswachstum und den Wohlstand in Europa. Die europäische Industrie ist in vielen Branchen weltweit führend und erwirtschaftet mit 35 Millionen Beschäftigten 20 Prozent der gesamten Wertschöpfung in der EU.

    Im März 2019 forderte der Europäische Rat die Vorlage einer umfassenden und langfristigen industriepolitischen Strategie der EU sowie einen integrierten Ansatz für eine Vertiefung und Stärkung des Binnenmarkts. Die politischen Leitlinien von Präsidentin von der Leyen, die vom Europäischen Parlament festgelegten Prioritäten und die strategische Agenda des Europäischen Rates für den Zeitraum 2019-2024 sowie der europäische Grüne Deal und die Strategie der Kommission zur Gestaltung der digitalen Zukunft Europas machen deutlich, dass für die Industrie neue Wege beschritten werden müssen.

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  • Die deutsche Wirtschaft wird wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zusätzlich unterstützt. Der Bund wird zudem eine Investitionsallianz mit Ländern und Kommunen schließen. Über das Kurzarbeitergeld hinaus wird die Bundesregierung dafür sorgen, dass immer genügend Liquidität für die Wirtschaft zur Verfügung steht. Neben staatlichen Investitionen ist geplant, die Wirtschaft in Deutschland mit steuerpolitischen Maßnahmen zu stärken und somit auch private Investitionen anzukurbeln. Das ist ein Beschluss des Koalitionsausschusses vom 8. März 2020.

     

    Investitionsoffensive für Deutschland

    BMF, Mitteilung vom 09.03.2020

    Die deutsche Wirtschaft wird wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Epidemie zusätzlich unterstützt. Der Bund wird zudem eine Investitionsallianz mit Ländern und Kommunen schließen. Über das Kurzarbeitergeld hinaus wird die Bundesregierung dafür sorgen, dass immer genügend Liquidität für die Wirtschaft zur Verfügung steht. Das ist ein Beschluss des Koalitionsausschusses vom 8. März 2020.

    Im Zuge einer „Nationalen Investitionsallianz“ wird die Bundesregierung gemeinsam mit Ländern und Kommunen Ziele und investitionspolitische Leitlinien beschließen. So sollen bis 2030 zusätzlich 140 Milliarden Euro für Investitionen bereitgestellt werden.

    Für Investitionen sind bereits im Bundeshaushalt 2020 42,91 Milliarden Euro geplant. Mit den Eckwerten zum Bundeshaushalt 2021 und zum Finanzplan 2024 soll das hohe Investitionsniveau zumindest verstetigt werden. Von 2021 bis 2024 werden die Investitionen des Bundes um jährlich 3,1 Milliarden Euro verstärkt, somit wären 12,4 Milliarden Euro für neue Prioritäten verfügbar.

    Es werden die Mittel für Verkehrswege und für den Städtebau angehoben, der soziale Wohnungsbau der Länder unterstützt aber auch die Digitalstrategie und weitere Förderprogramme finanziert.

    Neben staatlichen Investitionen ist geplant, die Wirtschaft in Deutschland mit steuerpolitischen Maßnahmen zu stärken und somit auch private Investitionen anzukurbeln. Unter anderem sollen sich Abschreibungsmöglichkeiten für „digitale Wirtschaftsgüter“ verbessern und Personengesellschaften sollen die Option erhalten, steuerlich wie eine Kapitalgesellschaft behandelt zu werden.

    Auch wird geprüft, ob es einen nationalen Konsens zum Thema kommunale Altschulden gibt, um hoch verschuldeten Kommunen einmalig zu helfen.

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  • In Deutschland sind die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr kalenderbereinigt um 3,0 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, erhöhten sich die Kosten für Bruttoverdienste dabei um 2,9 %, die Lohnnebenkosten um 3,2 %.

     

    Arbeitskosten im Jahr 2019 um 3,0 % gestiegen

    Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 10.03.2020

    Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde, Jahr 2019

    • +3,0 % zum Vorjahr (kalenderbereinigt)

    Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde, 4. Quartal 2019

    • 0,0 % zum Vorquartal (saison- und kalenderbereinigt)
    • +3,0 % zum Vorjahresquartal (kalenderbereinigt)

    In Deutschland sind die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr kalenderbereinigt um 3,0 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, erhöhten sich die Kosten für Bruttoverdienste dabei um 2,9 %, die Lohnnebenkosten um 3,2 %.

    Im 4. Quartal 2019 stiegen die Arbeitskosten insgesamt im Vergleich zum 4. Quartal 2018 kalenderbereinigt um 3,0 %. Hierbei stiegen die Kosten für Bruttoverdienste um 2,7 %, die Lohnnebenkosten um 4,2 %. Im Vergleich zum Vorquartal blieben die Arbeitskosten saison- und kalenderbereinigt unverändert.

    Durchschnittlicher Anstieg der Arbeitskosten in der EU: +2,9 % im 3. Quartal 2019

    Dem internationalen Vergleich mit anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) liegt der Bereich des Produzierenden Gewerbes und der wirtschaftlichen Dienstleistungen zugrunde. Nicht enthalten sind dabei unter anderem der öffentliche Dienst und das Gesundheitswesen. Für das 3. Quartal 2019 liegen für alle Mitgliedstaaten der EU Veränderungsraten der Arbeitskosten vor.

    Nach dieser Abgrenzung verteuerte sich im 3. Quartal 2019 eine Stunde Arbeit in Deutschland im Vergleich zum Vorjahresquartal kalenderbereinigt um 3,0 %. In der gesamten EU lag der durchschnittliche Anstieg der Arbeitskosten in diesem Zeitraum mit +2,9 % geringfügig unter dem Wert für Deutschland. Die höchsten Wachstumsraten innerhalb der EU wiesen Rumänien (+12,8 %), Ungarn (+9,9 %) und Bulgarien (+9,7 %) auf, allesamt Länder mit Arbeitskostenniveaus unterhalb von 10 Euro. Im EU-Durchschnitt lagen die Arbeitskosten im Jahr 2018 bei 26,60 Euro, in Deutschland bei 35,00 Euro. Den niedrigsten Anstieg der Arbeitskosten im 3. Quartal 2019 gab es in Finnland (+0,2 %) und Luxemburg (+0,4 %). Im Nachbarland Frankreich fiel der Anstieg der Arbeitskosten mit +2,2 % niedriger aus als in Deutschland. Seit dem 1. Februar 2020 ist das Vereinigte Königreich nicht länger Teil der Europäischen Union und ist deshalb in dem Vergleich nicht mehr berücksichtigt. Der Durchschnittswert der Arbeitskosten in der EU für 2018 enthält jedoch noch die Werte für das Vereinigte Königreich.

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  • Möchten Hausbesitzer ihre Mehrfamilienhäuser umwandeln und die Wohnungen einzeln verkaufen, brauchen sie dafür künftig eine Genehmigung – so zumindest will es das BMJV. Entlastet wird der Wohnungsmarkt dadurch aber nicht, zeigt eine neue Studie des IW Köln.

     

    Immobilienmarkt: Geplante Reform verschärft die Lage

    IW Köln, Pressemitteilung vom 09.03.2020

    Möchten Hausbesitzer ihre Mehrfamilienhäuser umwandeln und die Wohnungen einzeln verkaufen, brauchen sie dafür künftig eine Genehmigung – so zumindest will es das Bundesjustizministerium. Entlastet wird der Wohnungsmarkt dadurch aber nicht, zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

    In deutschen Großstädten bleibt die Lage am Wohnungsmarkt angespannt. Die Politik versucht, mit der Mietpreisbremse gegen stark steigende Mieten vorzugehen. Jetzt will das Bundesjustizministerium mit einem weiteren Gesetz den Markt entlasten: Hausbesitzer sollen künftig eine Genehmigung einholen, wenn sie ihre Miet- in Eigentumswohnungen umwandeln wollen. Denn, so argumentiert das Ministerium, ärmere Bewohner könnten sich die teuren Eigentumswohnungen nicht leisten und würden daher aus dem Markt gedrängt. Die Genehmigungspflicht ist an strenge Auflagen gebunden und kommt damit einem Umwandlungsverbot gleich.

    Mieter haben langen Kündigungsschutz

    Allerdings würde das neue Gesetz den Wohnungsmarkt nicht entlasten, zeigt die neue IW-Studie. Denn wenn ein Hauseigentümer seine Wohnungen umwandeln will, gilt bereits heute ein besonderer Kündigungsschutz für bisherige Mieter. Ihnen droht innerhalb der nächsten drei Jahre keine Kündigung, sollte ihre Wohnung an Dritte verkauft werden oder der Besitzer Eigenbedarf anmelden. Darüber hinaus können Mieter in Regionen, die stark von Wohnungsknappheit betroffen sind, die Kündigung sogar bis zu zehn Jahre aufschieben – genug Zeit, um eine neue Wohnung zu finden.

    Weniger Deutsche investieren in Wohnungen

    Hinzu kommt: Mit der Einführung des Gesetzes würden Eigentumswohnungen im Wert steigen, da sie zu einem selteneren Gut würden. Bei höheren Preisen können sich aber weniger Privatleute diese Immobilien leisten. „Es gibt kaum noch erschwingliche Angebote“, sagt Studienautor Michael Voigtländer. Gerade in Großstädten könnten sich Familien eher Etagenwohnungen als Reihenhäuser leisten. Schon heute stagnieren die Investitionen in Wohneigentum.

    Eine gute Alternative wäre ein Kredit der Kommunen. Mit diesem Geld könnten Mieter, deren Wohnungen umgewandelt werden sollen, selbst kaufen und würden so von Mietern zu Eigentümern. Davon würden auch die Städte profitieren: Da Kreditausfälle in Deutschland gering sind, würden die Städte sichere Zinseinnahmen generieren. „Wir brauchen Investitionen, keine Reform, die Chancen auf Wohneigentum nimmt“, sagt Voigtländer.

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